Risiko Management Faktor

Risiken sind wichtig. Ohne Risiken einzugehen kann man in keinem Bereich des Lebens etwas erreichen.

Viele haben Angst vor Risiken. Um diese Angst gleich mal relativieren, möchte ich folgenden Merksatz aufzeigen:

„Leben ist ein Risiko und wird mit dem Tod enden.“

Das sollten wir nie vergessen. Nun aber zum praktischen für unser Trading. Risiken sind nichts schlechtes, man muss nur mit ihnen umgehen lernen. Und dazu möchte ich dich ermutigen. Es braucht ein Risiko Management.

Was ist Risiko Management?

Risiko Management ist die Analyse und Identifizierung von Risiken um eine fundierte Entscheidung im Investment zu treffen. (In unserem Fall FX). Mit dem Risiko Management können wir unser Investment Risiko und unseren Ertrag steuern. Wir sehen uns hierbei immer das Positionsrisiko aber auch das Gesamtrisiko unserer Positionen zu jedem Zeitpunkt an.
Risiko Management macht den Unterschied zwischen einem Spieler oder Spekulant und einem Trader.
FX Trading ist kein Casino und keine Zockerei, sondern ein Geschäft.

Gründe für unser Risiko Management:

-Minimierung des Handelsrisikos
-Schutz unseres Trading Accounts um langfristig weiter handeln zu können.
-Identifizierung des zukünftigen Handelsrisikos
-Identifizierung von Problemen in unserer Strategie
-Verbesserung unseres Portfolios
-Stabilisierung der Erträge
-Reduzierung von Drawdowns soweit wie möglich

Risiko Management Prozess

Das Risiko Management ist dazu da unsere Risiken zu minimieren.

1. Wir schauen uns unseren bisherigen Track Record an (unser Handelsbuch) um      Probleme heraus zu filtern.
2. Wir legen eine Risikokennzahl pro Trade fest.
3. Wir legen eine Risikokennzahl für alle offenen oder zu eröffnenden Trades fest
4. Wir berechnen die absolute Zahl des zu riskierenden Geldes aus obigen Kennzahlen.
5. Wir traden konsequent nach unseren Kennzahlen

Warum niemals mehr wie 2% riskieren?

Wir rechnen hier mit verschiedenen Kennzahlen und ich habe auch schon Modelle mit 1,5% Risiko und 2,5% Risiko dargestellt.
Aber grundsätzlich ist die Ausrichtung für Anfänger, nie mehr als 1% pro Trade zu riskieren und nie mehr als 2% fortgeschrittene Trader.

Zunächst wollen wir uns über eine Sache klar werden: Wir brauchen stets mehr Gewinn um einen Verlust auszugleichen. Folgende Tabelle
zeigt dies. Diese Information ist für jede Art von Investment entscheidend:

% Verlust     % benötigter Gewinn zum Ausgleich
10                   11,1
20                   25
30                   42,85
40                   66,66
50                   100
60                   150

Das zeigt schon einmal den ersten Aspekt auf, warum wir Risiken managen müssen. Damit aber nicht eine alte Aussage von Goldman Sachs wahr wird, (es muss erst eine Menge Geld verloren werden, bevor Geld verdient werden kann) müssen wir und noch mit ein paar Zahlen beschäftigen.

Drawdowns

Drawdowns entstehen aus der Ungleichverteilung von Zahlen. Genauso wie es Gewinnserien gibt, gibt es Verlustserien. Diese nennt man Drawdown.
Anglizismen wie diese kommen aus dem Investmentbanking und werden unten an der Nahrungskette zunehmend übernommen, (Bankverkäufer etc.) ohne das man dort versteht, was dies wirklich bedeutet.

Im FX Trading müssen wir immer mit solchen Serien rechnen. Überlicherweise bis zu 10 Verlusttrades hintereinander. Und so etwas muss unser Portfolio überleben, wir müssen weiter handeln können.
An obigen Zahlen wird eines deutlich: Verluste von mehr als 30% sind kaum noch auszugleichen. Vielleicht technisch, aber nicht emotional.
Daher auch hier wieder die Empfehlung: Lest meine Artikel, gerade zum Thema kleine Accounts/Psychologie.

Um den Risiko Faktor weiter zu verdeutlichen, habe ich heute ein weiteres Beispiel im Gepäck.  2% Risiko verglichen mit 20% Risiko pro Trade.

IMG_0578

Nach 14 Verlusttrades mit 2% Risiko per Trade haben wir 25% verloren. Aber wir haben 95% verloren wenn wir 20% pro Trade riskieren.

Und jetzt denkt mal darüber nach, wie ihr weiter traden wollt. Denn nach Verlustserien kommen sehr oft Gewinnserien. (Ungleichverteilung von Zahlen)
25% Verlust kann man gut kompensieren, 95% bedeutet die komplette Rekapitalisierung und eine enorme psychologische Last.

Jetzt denkt mancher, ok 20% sind wirklich unvernünftig. Das würde ich auch nicht machen. Aber wie wäre es mit „nur“ 10%? Schauen wir uns auch das einmal an:

IMG_0579

Auch hier sehen wir, nach einem Drawdown bleiben von dem Account nur noch ca. 22% übrig. Und das bei nur 10% Risiko. Das ist also auch auf keinen Fall zu empfehlen.

Am Rand:

Das zeigt übrigens auch auf, warum heisse Aktientips und ähnliches nur Spekulation sind. Kein professioneller Trader würde mehr als 1-2% seines Kapitals in einen Wert investieren.

Chance und Risiko

Geld verdienen ohne Risiken einzugehen ist nicht möglich. Jeder muss Risiken eingehen. FX Trading birgt Risiken in sich. Wenn du das Geld auf deinem Account
nicht verlieren kannst / darfst, dann kannst du damit auch nicht traden.
Wir müssen zuerst Risiken akzeptieren lernen, bevor wir Gewinne erwarten können.

Conclusio

Riskiere niemals mehr wie 2%. Und für deine 2% solltest du mindestens 3% verdienen können. Je besser du wirst, dann sogar 4% und mehr. Dann ist es einfach nur
eine Frage der Zeit und Ausdauer, bis du Geld verdienst. Die Mathematik hat immer Recht, die Frage ist nur ob du dann noch dabei bist. Daher die 2% Regel.

Nun habe ich aber noch etwas heute für euch im Gepäck:  😉

Drawing Risk Reward graph with chalk on blackboard

Praktisches:

Die zweite Kennzahl die wir benötigen, ist das Chance/Risiko Verhältnis. Das Chance Risiko Verhältnis ist wie so vieles beim Trading auch im echten Leben anwendbar. Das ist der Punkt, den ich immer wieder ausführe: Durch das Trading verändert man auch die Art wie man Entscheidungen trifft.

Lohnt es sich das Auto vor mir zu überholen? Ich riskiere mein Leben (100%) um was genau zu erreichen? Da würde als Reward nicht mal 0% stehen.

Warum treffe ich dann die Entscheidung zu überholen? Ich ärgere mich vielleicht über den Fahrer vor mir: EMOTION! Unser größter Feind.

Zurück zum Trading:

Die Tabelle zeigt das Verhältnis von Chance/Risiko zu Gewinn Rate und mit welcher prozentualen Wahrscheinlichkeit dies im Ruin endet. (oder auch nicht)
Wichtig hier ist auch wieder: Die Mathematik siegt immer.
Zu viel Risiko führt langfristig immer zum Ruin, genauso wie er ausbleibt wenn man im „grünen Bereich“ bleibt.

IMG_0521

Die Gewinn Rate ist das Verhältnis der gewonnenen Trades zu allen Trades. Nehmen wir an, wir gewinnen 55 von 100 Trades, dann ist diese Rate bei 55%. Das wäre schon sehr gut. Eine Gewinn Rate von 50% ist aber im Prinzip schon ausreichend.

Wenn ein Händler 10 Pips pro Verlusttrade realisiert, aber 15 Pips mit seinen Gewinntrades, dann macht er unterm Strich Gewinn. Selbst bei nur 50% Gewinnrate.

Nehmen wir an ein Trader hat EUR 5000,- als Startkapital und hat eine gute Gewinnrate von 55%. Wenn er nur 1% pro Trade riskiert oder EUR 50,- wird er auf Dauer sehr erfolgreich sein.

Diese einfache Risiko kontrollierte Strategie mit einer 55% Gewinnrate kann in guten Monaten bis zu 20% Ertrag machen. So viel sollte kein Trader erwarten. Es hört sich einfach an, aber ist in der Realität doch deutlich schwerer.
Psychologie, Accountgröße und viele andere Faktoren spielen eine große Rolle.

Aber eine gut ausbalancierte Strategie mit einem moderaten 1-2% Risiko und einer 50-55% Gewinnrate wirft im Mittel gut 5-15% im Monat ab, der Hebelwirkung sei Dank.
Und das zeigt wiederum, dass man keine riesigen Summen an Geld zum Start benötigt.  5-10 TEUR sind völlig ausreichend.

Entscheidend bei diesem Modell ist, auch eine entsprechende Zahl von Trade Setups im Monat zu bekommen. Wenn eine Handelsstrategie nur 5 Trades Im Monat hat, dann dauert dieser Prozess ungleich länger. Eine Strategie wie die beschriebene, ist für tagesbasierte Systeme gut anwendbar, wie das von mir angebotene.

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