Immer wieder Montag…

Montage, warum sind sie so schlimm?

Es ist wieder soweit, Montag. Eigentlich will man noch liegen bleiben. Noch platt vom Wochenende. Oder einfach weil es noch sooo früh ist. Und es ist dunkel draußen.

Warum stehen wir dann auf? Warum nicht einfach liegen bleiben, wenn der Montag so schlimm ist?

Manche haben eine regelrechte Angst vor dem Montag und dem Autor ging es früher selbst so. 😉 Heute kommt das auch mal vor, ist aber nicht mehr die Regel. Aber ich möchte nicht abschweifen. Warum ist es so, dass für viele Menschen Montags der Horror ist?

Wir wollen das einmal gemeinsam durchdenken.

Also vor kurzem habe ich gelesen, dass es keine Korrelation zwischen Glück und Geld geben würde. Ist das wirklich so? Die eine Hälfte der Welt arbeitet, nur um zu überleben. Die andere Hälfte arbeitet, um vorwärts zu kommen. Sie will reicher werden, den Wohlstand mehren.

Das eine Ziel ist nach Maslow’s Bedürfnispyramide die Grundlage für höhere Ziele und Glück. Also zuerst muss alles lebensnotwendige vorhanden sein, um die nächste Ebene zu erreichen. Glück ist schwierig zu finden, wenn man um das Überleben kämpft und in seiner Wellblechhütte sitzt.

Die andere Hälfte der Welt, die den Wohlstand mehren will, tut dies weil sie meint dadurch mehr Zufriedenheit und Glück zu erreichen.

Beides dreht sich um Geld.

Ob Geld nun wirklich glücklich macht, diese Frage lässt sich mit einem Post sicher nicht beantworten, zumal die Antwort komplex ist. Sicher kann gesagt werden, dass wir Geld brauchen um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. Wohnen, Essen, Kleidung müssen bezahlt werden, ungeachtet wie bescheiden wir leben.

Wir gehen also Montags arbeiten. Und den Rest der Woche auch. Die meisten von uns. Dafür bekommen wir Geld. Damit kaufen wir uns die benötigten Dinge. Würden wir auch arbeiten gehen, wenn jemand uns jeden Monat die Summe Geld in den Briefkasten wirft, die wir benötigen?

Die Antwort auf diese Frage, sagt viel darüber aus wie gerne wir arbeiten oder wie gerne wir die Arbeit verrichten, für die wir derzeit bezahlt werden.

Vor einigen Jahren habe ich in einer Privatbank die Studienfinanzierungen von PH Studenten abgewickelt und die Studenten betreut. Ich lernte jemand kennen, der hat sein ganzes Leben noch kein Geld verdient. Er wollte immer Lehrer werden, war aber denkbar ungeeignet dafür. Konnte nicht richtig in ganzen Sätzen sprechen und seine einzige Motivation war, dass er als Lehrer viel Ferien hat bei guter Bezahlung. (die armen Kinder) Schon während des Lehramtsstudiums schlief er gerne aus. Seine Familie hat ihn durchgefüttert. Er brauchte über 10 Jahre um vor einer Schulklasse zu stehen. Dennoch wollte er unbedingt Lehrer werden. Er hätte sich auch einfach weiter von Familie weiter bezahlen lassen können. Für die Grundbedürfnisse nach Maslow war also gesorgt. Wir sehen, es geht auch darum, was uns innerlich antreibt.

Für die Person in unserem Beispiel war es Geltungsdrang der Wunsch unbedingt anerkannt zu werden. Bei anderen ist es vielleicht ähnlich und es gibt ja nicht umsonst die Lehrerwitze.

Natürlich wollen wir keinen Lehrern Unrecht tun, die motiviert und diszipliniert ihr Studium durchgezogen haben und heute für ihre Schüler eine echte Inspiration sind. Eine solche wirkliche Lehrerin haben wir vor kurzem besucht und es war ein Genuss ihr zuzuhören, wie Sie Ihre Berufung ausfüllt. Wohl dem, der seine Kinder bei einer solchen Lehrerin hat. Solche Lehrer braucht das Land.

Es wird sicher klar, dass viele Menschen nicht nur wegen Geld alleine zur Arbeit gehen.

Nach Umfragen und Statistiken, sind es aber dennoch viel zu viele, wo es genau so ist. Das ist schade.

Und hier nimmt die Komplexität der Gedankengänge dann langsam zu.

Wir wollen uns kurz mit dem Thema Freiheit in diesem Zusammenhang beschäftigen.

Lohnsklaverei und Freiheit

In einer Masterarbeit habe ich vor kurzem eine interessante Überlegung gelesen, was die Definition von Freiheit in unserer arbeitsteiligen Gesellschaft angeht. Kurz gesagt, wurde die Freiheit wie folgt definiert:

Wenn wir, sagen wir mal 2000 EUR im Monat benötigen um für Wohnung, Nahrung und Kleidung zu sorgen und 2000 EUR netto in der Tasche haben, dann sind wir einen Monat frei.

Diese Überlegung fand ich sehr gut, denn sie ist sehr unverblümt und direkt: Als Angestellter lebt man in einen Form der Sklaverei. Nennen wir sie Lohnsklaverei. Diese Sklaverei wird beschränkt durch Menschenrechte und andere Gesetzgebungen in dem Land, in dem wir leben. Aber ansonsten ist die Bezeichnung sehr zutreffend. Das sieht man vor allem in Ländern, in denen weniger Rechte für Angestellte existieren. Dann fällt die Maske der Menschlichkeit und des sozialen Miteinander sehr schnell.

Folgende Überlegung zeigt dies auch:

Du kommst Montag morgens ins Geschäft. Du musst. Denn du wirst dafür bezahlt. Du brauchst dieses Geld.  Dein Chef/Chefin verlangt von dir Dinge, die unlogisch sind, Dinge von denen du vielleicht sogar weißt, dass sie nicht zielführend sind. Du machst sie. Du wirst dafür bezahlt. Du hast eine andere Meinung zu etwas und machst den Fehler sie zu äußern. Dein Chef/Chefin putzt dich dafür runter und beendet das Gespräch. Du musst es akzeptieren, du wirst dafür bezahlt. Und überhaupt: dein Chef/Chefin ist vielleicht sogar der/die totale Nixblicker, hat nichts drauf außer sich selbst gut darzustellen, ist vielleicht sogar durch eine Quote oder miese Methoden in diese Stellung gekommen (das ist sogar sehr wahrscheinlich). Du musst es akzeptieren, du wirst dafür bezahlt. Es gibt zig Möglichkeiten im Arbeitsrecht seine Angestellten zu reglementieren. Du musst es akzeptieren. Du wirst dafür bezahlt.

Erst wenn du dieses Geld nicht mehr nimmst, nicht mehr nehmen musst, darauf verzichten kannst, dann bist du frei.

Das würde nicht mal bedeuten, dass du gleich kündigen musst. Denn beispielsweise im alten Rom gab es auch Sklaven, die zu freien Menschen wurden und dennoch bei ihrem alten „Besitzer“ blieben. Aber freiwillig. Das kann als Angestellter auch so sein. Kürzlich las ich von einem Internet Unternehmer, der relativ anonym ein großes Geschäft hochgezogen hat und Millionen verdiente. Er blieb aber Teilzeitangestellter. Und keiner wusste dies lange Zeit. Ich muss sagen, die Story hat was. Wenn wir diese Gedanken auf uns wirken lassen, sehen wir, die obige genannte Definition von Freiheit nicht ganz abwegig.

Warum sind Montage nun so schlimm?

Natürlich kann es daran liegen, dass du am Sonntag zu viel getrunken hast. Hier wäre eigentlich angebracht zu überlegen, warum du Sonntags zu viel trinkst, wenn das regelmäßig vorkommt.

Oder du bist kein Frühaufsteher. Bin ich ehrlich gesagt auch nicht. Aber man kann sich langsam daran gewöhnen.

Aber liegt der eigentliche Grund nicht darin, dass du deine Arbeit hasst? Oder deinen Chef/Chefin, der/die dich schikaniert?

Oder darin, dass du einfach nur ein Lohnsklave bist?

Du musst arbeiten. Du musst, weil du das Geld brauchst. Daher musst du kriechen, dich schikanieren lassen, zu Menschen nett sein die du vielleicht nicht mal magst. Du bist ein Lohnsklave und Montag morgen ist Beginn deiner Dienstzeit.

Was kannst du ändern?

Wenn du schon älter bist und die Rente ist in Sicht, dann sitz die Zeit einfach ab.

Wenn du dein Sklavendasein schön findest oder unbedingt -wie in obiger Erfahrung erzählt- dich in einer Rolle sehen willst, dann mach so weiter.

Wenn du der geborene Sklave bist (manche sind das gerne), dann mach so weiter.

Vielleicht bist du sogar „Sklaventreiber“, also Angestellter, aber Vorgesetzter von anderen Angestellten. Wenn du darauf stehst…

Aber wenn du zwischen 18-50 bist, die Freiheit liebst, gute Ideen hast, mit Menschen mitfühlst, die sogar für die Freiheit gestorben sind,  dann tu etwas. Bau dir nebenher etwas auf, such dir übergangsweise einen anderen Job, höre nicht auf zu überlegen wie du aus diesem Gefängnis ausbrechen kannst.

Jeder kennt die Storys, wie Menschen selbst aus Hochsicherheitsgefängnissen ausgebrochen sind. Sie hatten den ganzen Tag Zeit, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Zeit zum Überlegen, Pläne schmieden, Vorsätze fassen und umsetzen.

Erkennst du die Parallele? Nicht?

Du hast noch die Zeit. Lass sie nicht verstreichen. Denk nach. Plane deinen Weg in die Freiheit, anstatt anzufangen die Gefängniszelle zu verschönern. Schon dieser Weg und die Planungen verändern deine Einstellungen. Montag beginnt die Woche neu. Neue Zeit zum nachdenken. Kein Mensch kann deine Gedanken lesen. Behalte das Ziel vor Augen. Setzte dir Etappenziele. Montag. Oder Montag bis Freitag. Wo willst du Freitag stehen? Aus diesen kleinen Schritten werden große. Wo stehst du Ende des Jahres? Wo in 5 Jahren?

Du hast erst verloren wenn du aufgibst.

„Den Geist der Freiheit bändigt keine Gewalt, keine Zeit verwischt ihn, kein Geschenk wiegt ihn auf.“

Niccolò Machiavelli (1469-1527)

2 Kommentare zu „Immer wieder Montag…

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