Skalierbarkeit

Skalierbares Geschäft

Viele Menschen sind von dem Angestelltendasein enttäuscht. Die oft langen Arbeitszeiten sind das eine. Das andere ist, dass viele weniger verdienen als sie ursprünglich erwartet haben. Und mal Hand aufs Herz, hättest du gedacht, dass du mal bei dem Job den du heute machst landest? Mit der Bezahlung? Und ohne Aussicht auf eine signifikante Verbesserung?

Wenn ja, dann herzlichen Glückwunsch. Aber vielen geht es nicht so.

Manche denken dann die Lösung ist, ein eigenes Geschäft zu starten. Sein eigener Chef zu sein. Frei sein, seine Zeit frei einteilen können und beim Geld nicht limitiert zu sein.

Das sind wirklich gute und motivierende Erwartungen für das eigene Geschäft. Aber sie gehen nur in Erfüllung, wenn du nicht Gefangener deines eigenen Geschäfts wirst.
Was nützt es, deinen „40 Stunden in der Woche Job“ los zu werden um dann 80 Stunden in der Woche zu arbeiten?

Klar, du bist dein eigener Chef. Aber du kannst es dir nicht erlauben einen Tag auszufallen, weil dein Geschäft sonst nicht funktioniert.

Der Grund warum ein solches Geschäft den Besitzer zum Gefangenen macht ist, dass die meisten Leute nicht den Unterschied zwischen einem Job und einem eigenen Geschäft kennen.

Sie denken, wenn sie einen Job haben, arbeiten sie für jemanden, aber wenn sie ein eigenes Geschäft haben, arbeiten sie für sich selbst. Das ist auch der Grund, warum sie
am Anfang motiviert sind. Weil sie keinen Chef mehr haben und nicht für andere arbeiten. Aber manchmal wird so ein Geschäft dann zum Albtraum, viel schlimmer als für jemand anders zu arbeiten.

Hier ist der Hauptunterschied zwischen einem Job und einem eigenen Geschäft:

In einem Job tauschst du deine Zeit, Aufmerksamkeit und Energie gegen Geld. Im eigenen Geschäft arbeitest du hart mit deinem Geld (oder dem anderer) um daraus mehr Geld zu machen.

Wenn du diesen Punkt nicht berücksichtigst, verlässt du deinen Job und startest dein eigenes Geschäft, hast aber mehr oder weniger am Ende die gleiche Situation. Nur ohne Chef.

Keinen Chef zu haben ist sicher ein großer Vorteil, aber welche Rolle spielt das noch, wenn du danach Sklave von deinem eignen Geschäft bist?
Einen Chef zu haben ist um einiges besser, als ein Geschäft zu starten, welches dich nachher zum Sklaven macht.

Soll mein Post aussagen, dass ich dir abrate ein eigenes Geschäft zu starten?

Auf keinen Fall.

Es sollte nur ein Geschäft sein, welches wenig Präsenz von dir erfordert. Warren Buffet beispielsweise ist alleiniger Besitzer von über 40 Firmen. Keine von diesen managt er jeden Tag selbst durch seine Präsenz. Es wäre gar nicht möglich.

Viele Unternehmensgründer scheitern in den ersten 12 – 24 Monaten. Einer der Hauptgründe ist, dass das Geschäft ihr eigenes Gefängnis wird und sie daran zerbrechen.
Bevor du also ein Geschäft startest, solltest du lernen nicht nur einfach einen Job ohne Chef zu starten, sondern ein richtiges Geschäft.

Wie soll das funktionieren?

Durch das Internet. Das Internet macht Geschäftsmodelle möglich, die fast zu 99% auf „Autopilot“ fahren können.

Ein anderer großer Unterschied zwischen einem Job und einem richtigen Geschäft ist, dass das Geschäft skalierbar ist. Ein Job ist das niemals.

Wikipedia sagt dazu:

Unter Skalierbarkeit versteht man die Fähigkeit eines Systems, Netzwerk oder Prozesses zur Größenveränderung. Meist wird dabei die Fähigkeit des Systems zum Wachstum bezeichnet.

(…)

In der Betriebswirtschaftslehre dient der Begriff ganz allgemein zur Bezeichnung der Expansionsfähigkeit eines Geschäftsmodells durch Kapazitätsausweitung zur Erreichung höherer Effizienz und Profitabilität. Interessant für Investoren ist insbesondere die Skalierbarkeit von Geschäftsmodellen ohne (hohe) zusätzliche Investitionen und Fixkosten. Dies ist insbesondere in der Internet-Ökonomie möglich.
(…)
Das ist ein sehr wichtiger Unterschied. Die Aussage beweist, dass die meisten Geschäfte keine wirkliche Selbstständigkeit sind, sondern nur Jobs ohne Chef. Man ist selbst der Chef. Das ist zunächst zwar schön, aber dadurch dass man selbst hohe Präsenz und Einsatz zeigen muss, ist das Geschäft langfristig meist uninteressant.

Die meisten Geschäftsinhaber müssen extrem hart arbeiten. Weniger als 10% sind erfolgreich genug, um das Geschäft langfristig profitabel zu führen oder zu mindestens stabil zu halten. Und wenn ein Geschäft profitabel ist, dann ist es hart die Profitabilität aufrecht zu halten und reproduzierbar zu machen.

Nicht skalierbare Geschäfte können kaum expandieren, wachsen und den Profit steigern.

Vielleicht sagst du dir, dass ist immer noch besser als kein Geschäft zu haben. Aber eine Sache solltest du dabei nicht vergessen. Ein Geschäft, dass nur einen konstanten Ertrag erwirtschaften kann wird scheitern, sobald der Inhaber in seinem Engagement nachlässt oder sobald ein stärkerer Mitbewerber ins Spiel kommt. Es wird nicht überleben.

Und hier möchte ich nochmal Wiki zitieren, weil genau das ein großes Problem ist:

„Während die Bedeutung des innovativen Charakters eines Geschäftsmodells oft überschätzt wird, wird die Skalierbarkeit von unerfahrenen Unternehmern häufiger vernachlässigt“ (…)

Ein nicht skalierbares Geschäft ist auf Dauer kein wirkliches Geschäft, nur eine andere Variante einen Job zu haben. Und das scheitert. Wenn man sich zu dem Thema umhört,
kommen immer Argumente wie: „Du brauchst etwas, was noch niemand gemacht hat “ etc. Und das von Leuten die Bank BWL studiert haben. Zum Thema Skalierbarkeit hört man nichts. Das ist fatal.

Restaurants sind das beste Beispiel für nicht skalierbares Geschäft. Die guten Restaurants können ihre Ausgaben decken und etwas Profit machen. Aber nach einiger Zeit mit Promotion und Werbung erreicht der Profit das maximale Level und wächst dann nicht weiter. Ein Restaurant mit beispielsweise 20 Tischen hat eine limitierte Kapazität und kann über ein gewisses Limit hinaus kein Geld erwirtschaften.

Die Restaurantinhaber, die geschäftig genug sind und Faktoren wie die Skalierbarkeit kennen, beginnen dann eine Marke zu schafften und zu bewerben. Ist diese erst einmal etabliert, eröffnen sie mehr Restaurants. Dies zeigt, dass man auch nicht skalierbare Geschäfte später skalieren kann.
Aber glücklich zu sein mit einem nicht skalierbaren Geschäft und es dabei zu belassen, führt in den Ruin.

Wie viele Restaurantbesitzer sind clever genug ihr Geschäft wie beschrieben auszubauen und zu erweitern? Vielleicht weniger als 1%.
Über 90% der Restaurants schließen wieder und verbrennen in dieser Zeit eine Menge Geld. Die anderen 10% können ihre Ausgaben decken und werden profitabel. Aber von denen schaffen es auch nicht alle. Manche scheitern später an Mitbewerbern.

Physikalischer Geschäfte, sprich stationäre & regionale Geschäfte haben immer diese Limits. Aber durch das Internet ist es möglich 100% skalierbar zu werden.
Je mehr Menschen das Internet nutzen, desto mehr Geld können diese skalierbaren Geschäfte machen.

Natürlich ist nicht jedes Geschäft im Internet skalierbar. Manche sind klassische Geschäfte, die zusätzlich im Internet eine Präsenz aufbauen. Reines verkaufen über das Internet heißt noch lange nicht, dass das Geschäft an sich skalierbar ist.

Ich will noch eine Stufe weiter gehen und einen Vergleich ziehen. Ein Bekannter dehnt die Skalierbarkeit sogar auf seine Nahrungsmittelzubereitung aus.
Er isst gerne Reis. Reis ist in der Zubereitung gut skalierbar, da es fast keinen Unterschied macht ob er eine Portion oder 10 Portionen kocht. Der Aufwand steigt nicht. (wir vernachlässigen jetzt mal die Kosten des Erwerbs)
Kartoffeln kommen für ihn weniger in Frage, da mehr Konsum davon mehr Aufwand erfordert. (Schälen, waschen, die Zeit.)

Ich fand diese Überlegung recht amüsant.

Wenn man heute ein Geschäft gründet, sollte es in jedem Fall skalierbar sein und idealerweise über das Internet laufen, da hier die Effizienz am höchsten ist.

Dieser Post so etwas zum Nachdenken anregen und motivieren. Zugang zum Internet haben wir alle.

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