Zimmer aufräumen…Teil 1

Wer kannte das nicht: Jeder, der ein Kinderzimmer hatte, musste es aufräumen. Es war Arbeit und nicht immer schön. Mir ging es zumindest so.
Vielleicht gehörst du aber auch zu den Menschen, die das gerne gemacht haben. Ein unbestrittener Vorteil, wenn das so war.

Wenn ich als Kind mein Zimmer aufräumen musste war es oft so, dass ich vieles einfach nur in Kisten geworfen habe und ins Regal gestellt habe. Da mein Bruder
genauso dachte, waren wir uns als Geschwister immer einig in diesem Punkt.

Das sah am Ende gut aus im Regal und es schien keinen Unterschied zu machen, ob wir auf „unsere“ Art und Weise aufräumten oder ab und zu auf die Art, die von unseren Eltern durchgesetzt wurde.

Irgendwann später rächte sich das aber immer. Spätestens dann, wenn wir wieder spielen wollten oder etwas gesucht haben.

Heute mag es vielen ähnlich gehen und es war bei mir auch lange Zeit nicht anders. Ordner, Papierkram, Finanzen. Übel. Wer will so etwas aufräumen?
Steuerunterlagen. Noch schlimmer.
Die Liste kann man fortsetzen. Den Keller, der vielleicht vollgestellt ist, Regale mit zu viel Inhalt. Vielleicht alte DVD Sammlungen.

Und wie ist es mit dem Leben? Was belastet uns da? Welche Schubkarren an emotionalen Balast schleppen wir mit uns rum?

Das alles zu verdrängen hat den gleichen Effekt wie wenn wir als Kinder alle Spielsachen unters Bett werfen und uns einreden, wir haben aufgeräumt.

Es wird uns irgendwann alles einholen.

Was ist die Lösung?

Es gibt sicher mehrere Wege. Wir könnten unsere Wohnung anzünden und einfach von vorne beginnen. Stunde 0.

Ok, etwas Humor muss immer sein.

Aber im Ernst. Vielleicht setzen wir uns an einem Samstag in Ruhe hin. Wir nehmen uns ein paar Stunden Zeit und einen Stift und ein Blatt Papier.
Und dann gehen wir mal in uns und überlegen, was wir wirklich brauchen. Vielleicht helfen folgende Fragen:

Was von all den Dingen, die in meiner Wohnung stehen, brauche ich wirklich?

Wenn wir uns nicht sicher sind, dann überlegen wir einfach mal, wie lange es her ist, dass wir diesen oder jenen Gegenstand genutzt haben. Die Antwort darauf wird uns vielleicht verwundern.

Machen wir das gleiche mit unserer Kleidung. Erst diese Tage hat Maria hier einen Beitrag gepostet zum 80/20 Prinzip. Es hilft sich damit zu beschäftigen.

„Müllen“ wir unsere Wohnung regelrecht aus. Alles was wir nicht brauchen, was aber noch Wert hat, verkaufen wir. Vor einigen Jahren hatte ich drei große Regale voll
mit Büchern. Viele Lehrbücher aus Studienzeiten und ähnliches. Diese konnte ich alle noch verkaufen. Das brachte Geld ein und beim nächsten Umzug war weniger zu tragen. Für mich und andere.

CD Sammlungen können wir digitalisieren, Bücher verkaufen, Kleidung verkaufen oder dem Roten Kreuz spenden. Das wird uns schon einen großen Schritt weiter bringen.

Dann gehen wir an die Finanzen ran. Egal ob wir das mit einer Excel Tabelle machen wollen oder auf Papier, gehen wir wie folgt vor:

Linke Seite unser Guthaben aufschreiben. Bankkonten, Sparpläne, Lebensversicherungen, Gold, Depots. Alles was von Wert ist.
Auf der rechten Seite kommen unsere Verbindlichkeiten hin. Kredite, in Anspruch genommener Dispokredit auf dem Konto, Kreditkartenschulden usw.

Wenn wir beides untereinander geschrieben und runtergerechnet haben, sollte die Zahl unten auf der Guthabenseite größer sein, wie auf der rechten Schuldenseite.

Falls nicht, haben wir womöglich ein Problem. Aber das hängt auch von der Größe der roten Zahl ab. Gehen wir erst einmal weiter.

Einnahmen und Ausgaben

Spätestens hier hilft Excel oder ein ähnliches Tabellenprogramm enorm. Wir haben natürlich Spielraum bei der Gestaltung. Aber wir sollten uns rechnerisch nichts vor machen bei dem, was nun folgt:

Schreiben wir erst alle Einnamen auf. Bringen wir dann alle Kosten in Abzug. Posten für Posten. Ich empfehle das ganze nach Kategorien zu machen.
Eine Sparte für Versicherungen, eine für Ausgaben rund ums Wohnen usw.  Alles was Fixkosten sind, also monatlich fest von unserem Konto abgeht.

Wenn wir diese Posten in Kategorien unterteilen ist es übersichtlicher. Schreiben wir auch dahinter, was das genau für eine Ausgabe ist. Z.B.: Unfallversicherung. Und auch wie lange sie läuft.

Hier möchte ich auch unbedingt die Empfehlung geben, alle Versicherungen auf jährliche Zahlweisen umzustellen. Das spart bis heute immer noch Geld im Vergleich zur monatlichen Zahlweise. Das Geld dafür legen wir auf ein extra Konto zurück.

Eine Kategorie sollte „Sparen“ heißen. Hier kommen unsere monatlichen Sparbeträge hin. Sparen für den Urlaub, Sparen für ein Sicherheitspolster oder für den Vermögensaufbau für das Alter. Alles was hier fix abgeht, müssen wir aufschreiben.

Am Ende dieser Kategorien sollten wir Posten bilden für Nahrung, Ausgehen usw.. Die sollten aber auf jeden Fall realistisch sein.

Wir bekommen nun schon einen ganz guten Überblick darüber, wofür wir wie viel Geld ausgeben.

Kommt am Ende diese Rechnung ein Minus raus, MÜSSEN wir Kosten senken. Geht das nicht, müssen wir die EINNAHMEN erhöhen. Da führt kein Weg
daran vorbei, denn ein Defizit führt uns sonst langfristig in die Pleite.

Aber auch wenn ein Überschuss raus kommt, ist es immer wieder wichtig Kosten zu senken, dass ist das A und O. Immer wieder überprüfen was wir wirklich brauchen.

Das 3 Konten Modell

Über dieses Modell und seine verschiedenen Varianten wurde schon viel im Netz geschrieben und auf youtube sind eine Menge Videos.
Machen wir es nicht kompliziert. Es geht dabei um Budgetierung und Übersichtlichkeit. Ich bin mit folgendem Modell gut gefahren:

Ein Konto für alle fixen monatlichen Ausgaben wie Miete usw.. Lebt ihr zu zweit, dann überweist jeder seinen Anteil darauf.
Auf dieses Konto überweist ihr auch alle Kosten die jährlich abgebucht werden. Einfach Jahresbeiträge durch 12 teilen und monatlich auf das Konto überweisen.

Ein zweites Konto ist für den Sicherheitspuffer. Es ist ideal, wenn ihr 3-6 Monatsgehälter Sicherheitspuffer habt. Vorher braucht man eigentlich nicht
längerfristig sparen. Dieser Puffer ist für eintretende Arbeitslosigkeit, eine kaputte Waschmaschine etc. gedacht. So verhindert ihr, dass ihr für so etwas Kredite aufnehmen müsst.

Ein drittes Konto ist das Spaßkonto. Hier überweißt ihr das Geld, dass ihr reuelos ausgeben könnt um euch etwas zu gönnen.

Ihr könnt das Modell euren Wünschen anpassen, aber die Grundstruktur sollte aussehen wie beschrieben.

Bankprodukte

Bank. Ein Buch mit 7 Siegeln. Wollen wir es ganz einfach machen?

Ok. Ihr braucht ein kostenloses, online führbares Konto. Und ihr benötigt ein kostenloses Depot für Wertpapier Sparpläne. Dazu bald mehr.

Nun fehlen uns noch zwei Konten, wie in unserem 3 Kontenmodell erwähnt. Das Pufferkonto und das Spaßkonto.

Diese müssen nicht zwingen Girokonten sein. Es können auch Kreditkartenkonten sein, auf denen man Guthaben aufbauen kann. Oder Konten von Prepaid – Kreditkarten. Nur beim ersten Konto brauchen wir ein Girokonto, da hier auch Lastschriften statt finden werden.

Die benötigten 3 Konten sind also komplett kostenlos. Es gibt keinen Grund dafür Geld zu bezahlen. Mit den Produkten sollte es auch möglich sein, überall kostenlos Bargeld zu beziehen. Bargeld wird zwar zum Glück immer weniger benötigt und ihr könnt fast überall mit Karte zahlen, aber wir sind in Deutschland. Ab und an geht es immer nur bar.

Zu weiteren Details wird bald unsere Gastautorin „Larabanking“ einen Artikel verfassen.

Das Leben

Der Artikel würde endlos lang werden, wenn ich noch mehr ins Detail gehen würde. Daher werde ich das nach und nach mit mehr Posts tun. Dieser Weg lohnt sich auf jeden Fall und ich empfehle euch das Leben so einfach wie möglich zu gestalten und da dran zu bleiben.

„Alles was du besitzt, besitzt irgendwann dich“

Weil das wirklich so ist, müssen wir den Spieß umdrehen. Lebenszeit ist unbezahlbar. Dinge die wir kaufen können, sollen unser Leben verbessern und leichter machen. Zeit einsparen. Aber oft passiert genau das Gegenteil.
Am Ende haben wir dann ein Leben, bei dem wir eine schwere Schubkarre mit Belastungen schieben. Zu viel Dinge, um die wir uns kümmern müssen,
Dinge die wir abbezahlen müssen. Alles dreht sich dann nur noch um Dinge.

Menschen sind wichtiger wie Dinge. Zeit für Menschen zu haben. Für Freunde und Familie. Aber auch hier ein Wort zur Vorsicht: Wir können nur Menschen
helfen, die das auch wollen. Und wir müssen auch hier die Kraft dazu haben. Einem Ertrinkenden können wir auch nur helfen, wenn wir stark genug
sind ihn aus dem Wasser zu ziehen. Ansonsten müssen wir einen anderen Weg finden.
Vielleicht ist es, so schmerzhaft wie das sein mag, auch hier nötig aufzuräumen und das Leben zu verschlanken. Es nützt niemanden etwas, wenn wir an Menschen kaputt gehen, denen wir nicht helfen können und die uns krank machen. Dann müssen wir uns trennen.

Wir haben nur ein gewisses Maß an Zeit, ein gewisses Maß an Kraft. Warum sollten wir so leben, als wenn die Zeit und die Kraft unbegrenzt da ist?
Persönlich schreibe ich euch dass, weil ich die Mitte meines Lebens erreicht habe. Statistisch werde ich mit 75 spätestens tot sein. Knapp die Hälfte ist rum. Da komme ich schon ins Nachdenken, wie ich die andere Hälfte verbringen möchte.
Noch besser ist es aber, man hat dieses Bewusstsein schon mit z.B. 20 Jahren. Das spart eine Menge an Zeit und Erfahrungen ein. Und darum geht es ja auch auf Blackwater.live. Zum Nachdenken anregen und Erfahrung weiter geben.

Hier wird es demnächst mit Teil 2 weiter gehen und mehr Details. Freut euch drauf…

2 Kommentare zu „Zimmer aufräumen…Teil 1

Gib deinen ab

  1. Erinnert mich an die Gedanken, die ich mir momentan zum Thema Minimalismus mache. Wir konzentrieren uns oft extrem auf die materiellen Sachen und geben Geld aus für Dinge, die dann doch irgendwann in einer Schublade landen… Ich merke das gerade mehr denn je, da ich mein Hab und Gut durch die Reise „gezwungenermassen“ auf den Inhalt eines Rucksacks beschränken muss. Werde zu dem Thema bestimmt auch noch meinen Senf dazu geben 🙂
    lg Selina

    Gefällt 1 Person

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