Basics in Banking… Teil 1

Bankgeschäfte sind für viele eine komplexe Angelegenheit. Vielen Menschen fallen dann tausende Begriffe dazu ein. Finanzkrise, Riester, Fonds, Kreditkarte. Alles wird miteinander vermischt und am Ende weiß man auch nicht mehr als vorher.

Dann gibt es die „Experten“ in manchen Magazinen, mit abgebrochenem Soziologiestudium und Schnellkurs in VWL. Oder den „Bankberater“, der aus irgend einem rätselhaften Grund immer noch so heißt, anstatt ihn nach dem zu nennen, was er ist: Ein Verkäufer. Wie im Autohaus auch. Da sagt auch keiner Autoberater. Aber durch den netten kleinen Keks und den Maschinenkaffee wird das schnell vergessen.

Bank. Das ist eine verwirrende Angelegenheit. Daher möchte ich aus meiner Sicht als Bankerin auf die Basics ab und zu hier eingehen.
Ich arbeite schon lange nicht mehr im Vertrieb, daher kann ich mir das leisten. 😉
Ich möchte es wirklich so einfach wie möglich machen um es maximal transparent für die Leser zu machen. So manchen Mist, den es in Banken zu kaufen gibt, werde ich nicht mal erwähnen. Statt dessen steige ich gleich ein mit dem relevanten.

Konten

Blackwater hat ja bereits das 3 Konten Modell erwähnt. Noch bevor es dazu kommt, müssen wir wissen, wie eine Bank sein muss. Und zwar nicht für die Generation 80+, sondern für alle zwischen 18- und vor 80+ 🙂

Eine Bank sollte euch per Mastercard oder Visacard die Möglichkeit anbieten, mehrfach oder dauerhaft im Monat an so gut wie allen Geldautomaten Geld abzuheben. Weltweit und kostenlos. Also nichts mit Partnerbanken, nur Cashgroup usw. Das ist alles Bullsh… Sondern an allen Automaten.

Derzeit sperren manchen Volksbanken solche Karten. Aber keine Sorge, Volksbanken & Co. sind eh bald Geschichte. Geschäftmodell so gut wie kaputt oder vor der Ablösung durch die Apples und Amazon’s dieser Welt. Das wird immer mehr Menschen klar, nur oft nicht der Führungsebene. Die lassen sich lieber mit Spendenübergaben in Klatschblättern ablichten. Aber das ist ein anderes Thema.

Ideal ist, wenn ihr das ganze Konto per App steuern könnt. Und auch die Karten. Limit, PIN, Sicherheitseinstellungen, alles selbst steuerbar. Ich bin immer schockiert, dass es Banken gibt, wo man dazu auf eine Filiale muss. Zum Beispiel um eine neue PIN zu bestellen. Das ist lächerlich. Wir leben im Jahr 2017, als ich diesen Artikel geschrieben habe.

Nochmal kurz zum Bargeld: Innerhalb Deutschlands kann man bei modernen Banken bei Rewe und Co. Geld ein und Auszahlen, wer braucht da eine Filiale? Selbst bei Aldi geht das. Informiert euch.

Die Bank sollte euch auch nicht zumüllen mit Werbung oder Telefonanrufen. Am besten nehmt ihr eine Online Bank. Filialen und unnötigen anderen Ramsch mit bezahlen ist nicht effektiv. Lasst es besser.

Beratung

Beratung wie die meisten sie kennen, braucht ihr nicht. Das sind alles Verkaufsgespräche. Ich habe jahrelang im Bankvertrieb gearbeitet. Glaubt es mir. Es ist nur Verkauf. Der Berater oder die Beraterin, die euch gegenüber sitzt, mag nett sein oder hübsch oder wtf. Aber er/sie/es ist ein Vertriebsangestellter. Mit Vorgesetzten die Druck machen. Und Coachings durch Vertriebspartner dieser Bank oder durch die Bank selber, welches einfach nur angelerntes Psychogequarke sind. Viele dieser Coaches wollten einfach nur aus dem Vertrieb raus und lernen im Schnellkurs irgendwelche Schubladenmodelle über menschliche Psychologie.

Die Bankverkäufer wissen meist nur so viel wie sie gerade so brauchen, um euch den Ramsch zu verkaufen, der abverkauft werden muss. Es mag Ausnahmen geben. Aber was nützt das? Denn die Angestellten stehen unter enorm hohen Druck. Wenn sie offen, ehrlich und fair beraten, sind sie nicht erfolgreich. Ziele müssen erfüllt werden.

Ich habe selbst zwei Masterabschlüsse und einen davon hatte ich schon im Vertrieb. Das nützte aber wenig, da ich 1:1 umsetzen musste was die Vorgaben waren. Das ist bei den Sparkassenfachwirtblabla usw. „Titeln“ (akademische Titel sind es nicht mal)  erst recht nichts anderes. Und die bestehen oft nur aus Multiple Choise Tests.

Ich will nicht vom Thema weg kommen. Fakt ist, ihr braucht das nicht.

Altersvorsorge und Sparen >10 Jahre

Kosten, Kosten, Kosten. Das sind die drei Gründe, die Riester und Co. sinnlos machen. Wenn ihr jung seid, davon gehe ich hier mal frech aus, dann müsst ihr jede 0,1% mitnehmen. Über Laufzeiten von 40 Jahren kommen da riesige Summen zustande. Die wollt ihr sicher später mit ein paar Drinks genießen und nicht heute irgend einem Versicherungskonzern schenken, der in 20 Jahren eh im Eimer ist.

Steuervorteile und Zulagen von diesen ganzen deutschen Altervorsorgeprodukten werden nachweislich und regelmäßig von allen Kosten aufgefressen. Und was bleibt, wird mit Abgaben auf Lohnsteuerniveau belegt + Sozialabgaben. Gute Nacht.

Also was ist die Lösung?

Es gibt gute Blogs dazu und ich werde auch auf Blackwater noch mehr darauf eingehen.r braucht breit gestreute ETF’s. ETF’s sind kurz gesagt, Indexfonds die z.B. den DAX abbilden. Aber wir wollen es ja einfach halten.

Marktbreite, kostengünstig, global. Also sucht euch ETF’s auf den MSCI Word. Das ist wie der DAX, nur global. Da sind alle großen Unternehmen drinnen, die ihr auch kennt. BMW, Apple, Amazon und Co. Die richtig guten dieser ETF’s haben Kostenquoten um 0,1 – 0,2 % p.A.. Ein Fonds, wie die Bank ihn euch verkauft, hat Kosten von 1,5 – 2 % jährlich und Abschlussgebühren von bis zu 5%

Hört sich nicht viel an oder spanische Dörfer?

Ok. Einfaches Beispiel:

Ihr spart für das Alter monatlich EUR 300. Über 40 Jahre. Also bis zu eurer Rente. Nehmen wir an, in einen breiten Markt, abgebildet von dem S&P 500 in den USA z.B. Dieser macht auf 10 Jahre durchschnittlich stand heute ca. 6,5% im Jahr. Nehmen wir die Zahl mal.

6,5% p.A., 300 EUR mtl., über 40 Jahre= 654.536 EUR ist das Endkapital. Euer Anteil sind 144.000 EUR – Der Rest ist echter Zuwachs.

Wenn ihr das gleiche Geld, ganz vereinfacht beschrieben, in einen Fonds spart, der diesen Aktienmarkt abdeckt, erhaltet ihr mind. 1,5% p.A. weniger. Oder aber der Fonds ist im 10 Jahresschnitt 1,5 % pro Jahr besser als der ETF. Dann wäre die Rendite gleich. Sagt Bescheid, wenn ihr den Fonds gefunden habt. 😉 Von Fondspolicen von Versicherungen brauchen wir nicht zu reden. Der Versicherungsvertreter soll lieber wieder in seinen alten Beruf zurück kehren.

Also. 1,5% Unterschied.

Nicht viel weniger. Oder? Was kommt raus? = 5% p.A. 300 EUR mtl. über 40 Jahre = 446.657 EUR.

Das sind 207.879 EUR weniger!!!!!!

Ich denke es wird klar, warum Kosten enorm wichtig sind. Und hättet ihr gedacht, dass euch die Bankberatung TEUR200 Rendite kosten würde? 40 Jahre später wisst ihr es. Dann ist es zu spät.

Das ist ein einfach Beispiel zu Beginn meiner Artikel, was euch aber zeigen sollte, was hier schief läuft.

Wenn ihr nun einen Fonds findet, der derzeit netto 6,5 % p.A. im 10 Jahresschnitt macht, dann schaut immer nach den ETFs, die diese Märkte abdecken. Vermutlich liegen die dann derzeit bei 8,5 % p.A.

Altersvorsorge ist übrigens nicht kompliziert. Das erzählen euch nur die, die dann ihre „Beratung“ anbieten wollen.

Altersvorsorge ganz einfach und direkt erklärt geht so:

Wann wollt ihr in Rente gehen?
Wieviel Geld braucht ihr dann monatlich?
Wie lange werdet ihr leben? Sorry, aber die Frage wie lange der „Winter“ ist, müsst ihr selbst einschätzen.

Machen wir ein Beispiel:

Sally ist 30, will mit 60 in Rente gehen. Sie möchte EUR 2000 im Monat an Rente haben. Da die Inflation im Mittel bei 2% liegen sollte, (laut EZB)<br<br
albierung der Kaufkraft in 30 Jahren. Die EUR 2000 sind also nur EUR 1000 wert in 30 Jahren. Also brauchen wir das doppelte. EUR 4000 um in 30 Jahren eine Kaufkraft von EUR 2000 zu haben.

EUR 4000 * 12 = 48.000 pro Jahr,

Wie lange ist der Winter, also wie alt wird Sally? Sagen wir, sie selbst schätzt 90 Jahre.

EUR 48.000 * 30 = 1.440.000 EUR.

Sally braucht 1,4 Mio EUR. Wie viel muss sie heute monatlich sparen, um in 30 Jahren das Geld zu haben? Nehmen wir die Zahlen von oben, also 6,5% Rendite p.A.

1.342 EUR im Monat. Im Internet gibt es genug Rechner, rechnet es nach.

Wenn sie übrigens 10 Jahre früher anfängt zu sparen und mit 65 in Rente geht, also 15 Jahre mehr Zeit hat, dann braucht sie nur 470 EUR p.M. zu sparen..

Info: Ich habe hier die Almosen der deutschen staatlichen Nannyrente mal außen vor gelassen. Wir wollen das unabhängig davon machen.
Wir lassen in dem einfachen Beispiel auch vor, dass wir Stand heute Abgeltungssteuer auf den Ertrag zahlen müssen und das dass Kapital in der Rente auch so angelegt werden sollte, dass es nicht nur aufgezehrt wird.

Schauen wir uns die 4% Regeln von Frugalisten.de an (https://frugalisten.de/das-sequence-of-returns-risiko-entnahmestrategien-teil-2/ ), können wir bei 1,4 Mio Guthaben EUR 57.600 im Jahr entnehmen ohne das das Kapital weniger wird.

Oder noch besser:

Was wäre wenn die Eltern ab Geburt des Kindes EUR 50 im Monat sparen und die Kinder diesen Sparplan unverändert übernehmen bis zum 65. Lebensjahr?

Da kommen dann 563 TEUR raus! Aus nur 50 EUR. Merkt ihr was für ein Hebel das ist? Früh anfangen ist so wichtig.

Sorry, aber war das schon zu viel? Hat es euch geschockt?

Also für zweites übernehme ich die Verantwortung. Ihr müsst sparen, so früh wie möglich und schon einen soliden Betrag. Aber legt ihn in ETFs an!!!

Ihr habt selbst gesehen, was es euch kostet bei der „Beratungsbank, die nur euer Bestes will“ sich beraten zu lassen.

Wir müssen alle Millionäre werden, wenn wir im Alter beispielsweise EUR 2000 -nach heutiger Kaufkraft- im Monat zur Verfügung haben wollen.
Den meisten ist das nicht klar. Aber es ist unbestreitbar so. Wir steuern voll darauf zu. Die Politik verschweigt viel und die Banken & Versicherungen verkaufen überteuerte Riester und Co. Produkte.

Wenn euch das hängen geblieben ist, dann ist schon viel gewonnen. Ich empfehle euch auch die Blogs:

https://www.finanzwesir.com/blog<br<br
finanzglueck.de/

Für heute soll es erst mal von mir reichen. Macht den ersten Schritt und stellt euer Konto um und sucht euch eine moderne Bank mit einer effizienten Struktur. Es gibt keine Ausrede mehr heute noch bei der Dorfsparkasse Eberswald-Eifel-Dörflingen oder Volksbank Grunz-Buns-Ober-Urselwald Tiefschwarzwald eG nach der 100sten Fusion zu bleiben. Die Kekse und der Kaffee sind zu teuer bezahlt. Die Zeit ist heute eine andere.

Bis bald

Lara

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