Ewig gestrig – was es kostet

Ich habe gedacht, ich erzähle mal eine fiktive Geschichte von Lena C., die eine Bank besucht wie sie früher war und was sie dieser vermeintlich kostenlose Besuch aufgrund ihrer Bequemlichkeit alles kostet.

Lena C. geht jede Woche auf Ihre Bankfiliale um ihre Kontoauszüge dort abzuholen. (selbst das bepreisen inzwischen viele Banken)

Vor kurzem hat Lena 100.000 EUR geerbt und weiß nicht, was sie damit tun soll. Von Geldangelegenheiten hat sie wenig Ahnung. In einer arbeitsteiligen Gesellschaft ist das völlig ok, man muss nicht alles wissen.

Sie vereinbart also bei Ihrer Bank ein Beratungsgespräch. In dem ersten Beratungsgespräch wird gleich jemand von einer Versicherungsgesellschaft
hinzugezogen, die/der in irgend einer Art und Weise ein sogenannter „Vertriebspartner“ der Bank ist.

Es werden Lena mehrere Lösungen für die Anlage der Gelder vorgestellt. Zunächst unterhält man sich natürlich über Ziele und Wünsche, die Risikobereitschaft und die Dauer, wie lange das Geld angelegt werden soll. Völlig richtig natürlich, keine Frage. Dabei kommt heraus, das Lena moderate Risiken eingeht, was bedeutet, dass leichte Schwankungen während der Anlagedauer für sie akzeptabel wären. Sie benötigt das Geld langfristig nicht und ist sich sicher, dass es über 10 Jahre angelegt werden kann. Ihr Ziel ist es, dass es erhalten bleibt oder idealer Weise sich vermehrt.

Ihr werden zwei Lösungen präsentiert. Repräsentativ möchte ich diese aufgreifen, um auf das eigentliche Problem, die Kosten und deren Auswirkungen aufmerksam zu machen.

Die Banklösung ist das Geld in eine Mischfondslösung anzulegen, breit gestreut, alle Anlageklasse abdeckend. Unsere Kundin muss sich um nichts kümmern.
Das Ganze hat noch einen professionellen Namen und kostet nur 2% einmalig und hat eine jährliche Verwaltungsvergütung & sonstige jährliche Kosten von nur 1,6%.
Das hört sich alles sehr entspannt an. Die Schwankungen sind gering und auf 5 Jahre gesehen, liegt der Ertrag bei ca. 5% im Jahr im Durchschnitt. Eine tolle Anlage in der heutigen Zeit, so scheint es.

Die Versicherungslösung ist eine Police, in der mehrere Fonds stecken und mit einer wahlweisen Kapitalgarantie. Empfohlene Laufzeit mindestens 12 Jahre. Es wird argumentiert,  dass unsere Kundin keine Ausgabeaufschläge für Fonds i.H.v. bis zu 5% zahlt, sondern kostenlos die Fonds in der Police tauschen kann.

Vermutlich, je nachdem welche Vertriebsaktion in der Bank gerade läuft, wird Lena C. auch noch ein offener Immobilienfonds angeboten, ein Bausparvertrag (das gab es sogar bis 0,1% p.A. noch), oder eine Mischung aus mehreren dieser Produkte.

Das Hauptproblem bleiben aber die Kosten. Denn mitnichten ist so eine Bankberatung kostenlos. Und egal wie nett es in der Bank ist und selbst wenn der Kaffee wirklich gut
ist, so sind Kosten ein enormer Faktor. Ich möchte das heute nochmal an einem Rechenbeispiel klar machen.

Die vorgeschlagene Banklösung würde Lena C. mindestens kosten:

100.000 EUR, davon 2% Ausgabeaufschlag = 2.000 EUR
Jährliche Kosten von 1,6% = 1.600 EUR beginnend mit dem ersten Jahr. Wächst das Vermögen tatsächlich, steigen diese Kosten absolut gesehen.

Gehen wir der Einfachheit halber mal davon aus, es bleibt bei den 1.600 EUR im Jahr.

In 10 Jahren kostet diese Geldanlage Lena C. dann= 2.000 EUR + 16.000 EUR = 20.000 EUR.

Nicht schlecht für ein kostenloses „Beratungsgespräch.“

Kommen wir zu der „Versicherungslösung“

Fondspolicen haben i.d.R. Abschlusskosten zwischen 3-5% und jährliche laufende Kosten um 1-1,5%. Die Rechnung wird also nicht viel anders aussehen, als bei unserem obigen Beispiel.

Der Unterschied ist aber der, dass bei Fondspolicen sobald Kapitalgarantien dabei sind (und leider wird das oft gewählt)
nicht voll investiert wird. Von den 100.000 EUR gehen eben nur zwischen 10-80% in die Fonds, so dass hier kaum eine sinnvolle Abbildung möglich ist.
Versicherer haben recht viel schichtige Argumente, je nach Produkt. Mögen es die steuerlichen Ablaufleistungen sein,  die Kapitalgarantie oder die lebenslange Rente. Fakt ist aber, dass dies alles sehr teuer erkauft wird und es an Transparenz mangelt.

Alternativ…

…nehmen wir mal an, Lena C. hätte sich für ein ETF Portfolio, also aus einer Zusammensetzung von verschiedenen ETFs und das ganze bei eine sehr guten Online Bank abgeschlossen. Begleitet worden wäre Sie von Blackwater.live , die ihr geholfen hätten die richtige Bank zu finden und ihr obigen Sachverhalt erläutert hätten.

Dann hätte Sie heute (Stand 15.02.2018) 5 EUR Ordergebühren gehabt. Die Unterstützung von Blackwater.live hätte EUR 300 einmalig gekostet. Selbst wenn es 3 Nettostunden gedauert hätte Lena C. zu helfen, so wären dies EUR 600 gewesen.

Verwaltungsvergütung des Portfolios, welches sich Lena C. ausgewählt hätte, liegen bei 0,4% oder weniger im Jahr.

Wollen wir die Rechnung mal mit dem „Worst-Case“ Fall aufmachen, also mit den höchst möglichen Kosten im Vergleich?

Coaching von Blackwater.live für die Anlage von 100.000 EUR, 3 Stunden Aufwand = 600 EUR (Das sind die einzigen Gebühren die Blackwater.live erhält, der Rest geht an die Bank)

Ordergebühren 5 EUR.

Jährliche kosten i.H.v. 0,4% auf 10 Jahre = EUR 4000.

Gesamtkosten Lösung von Blackwater.live für Lena C. = 4.606 EUR.

Die Gesamtkosten der Bank und Versicherungslösung liegen in den noch günstig gewählten Beispielen von uns bei über EUR 20.000!!!

400% mehr!!!

Und das Beste habe ich euch noch verschwiegen. Wie verändern denn die jährlichen Kosten der Anlagen die Ablaufleistungen?

Wir haben das mit obigen Beispiel mal berechnet. Die allein jährliche Kostendifferenz zwischen der Bank und Versicherungslösung und der Lösung, auf die Lena. C mit Blackwater.live gekommen ist liegen bei 1,2% im Jahr. Abschlusskosten der Bank etc. sind hier noch nicht einmal berücksichtigt.

Ablaufleistung bei der Bank- bzw. Versicherungslösung ca.

IMG_6600

Natürlich erwirtschaftet das Bankprodukt auch etwas. Nur schaut euch mal den Unterschied an mit 1,2% Kosten weniger im Jahr. Und das ist noch eine optimistische Schätzung. Ausgabeaufschläge und andere einmalige Kosten sind hier noch nicht einmal berücksichtigt.

Lösung in Erarbeitung mit Blackwater.live:

IMG_6601

 

Das ergibt in der Anlage von den 100.000 EUR nach 10 Jahren eine Differenz von 18.000 EUR. Der Gesamtunterschied für Lena mit ALLEN Kosten und der veränderten Rendite durch die Tips von Blackwater.live liegen bei EUR 38.000!!!!

Und jetzt eine Frage an euch: Hat der Kaffee geschmeckt bei der Bank? War der Berater oder die Beraterin nett? Und auch die Dame am Schalter? Hat man euch die Tür aufgehalten? War das alles 38.000 EUR wert?

Das ist natürlich nur ein rein fiktives Beispiel und kommt in der Realität bestimmt nie so vor. 😉

Ich hoffe ich konnte mit diesem Beispiel klar machen, welchen Unterschied Finanzcoaching machen kann. Und wir verkaufen keine Produkte und beraten keine Wertpapiere. Das ist auch gar nicht notwendig. Wir geben die richtigen Tipps
zur Umsetzung und machen Mut das Geld dann selbst in die Hand zu nehmen.

Eine Anmerkung sei mir noch erlaubt: Ich werde als Ex-Vertriebler oft gefragt, ob es nicht unfair ist die Seiten zu wechseln. Und ich denke, dass ist eine berechtigte Frage. Daher will ich kurz darauf noch eingehen:

Als ich noch im Bankvertrieb war, gab es viele Möglichkeiten von heute nicht. Viele Online Banken waren noch nicht so gut, wie sie heute sind und bestimmte Anbieter von beispielsweise ETFs waren noch nicht am Markt. Daher gab es keine oder kaum Alternativen. Und damit war es auch ok zu bezahlen, was es eben kostet.

Aber heute ist das nicht mehr so. Die Beratung in der Bank wird immer standardisierter und schlechter. Günstiger wird es dennoch nicht. Jeder Kunde bekommt die gleiche Software vorgesetzt und durchläuft den gleichen Prozess. Viele dieser Lösungen wie den „Beratungskreislauf“ gab es schon 2004 bei manchen Banken. Heute wird das aufgehübscht dem Kunden wieder vorgesetzt. Dafür sollte niemand Geld bezahlen.

Die Zeiten ändern sich und es reist heute auch niemand mehr mit der Postkutsche. Der Rasen wird durch den Roboter gemäht, bezahlt wird mit dem Handy, Überweisungen werden mit der App gemacht. Warum soll man für eine Bankberatung aus den 1990/2000er Jahren bezahlen, die nur optisch verändert ist, aber immer noch die gleichen ineffizienten Strukturen/Arbeitsweisen von damals beinhaltet?

Die Zeit ist eine andere. Wir leben in 2018.

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