Das 3 Konten Modell

Wie bereits angekündigt, kommt heute nun unsere Empfehlung für das 3 Konten Modell.

Das 3 Kontenmodell ist ideal, weil man so eine Basisfinanzplanung bekommt, die voll automatisiert läuft. Es erfordert keine Disziplin, wenn es erst einmal aufgebaut ist und auch keinen weiteren Aufwand.  Das 3 Kontenmodell passt sich durch die prozentuale Rechnung auch immer euren Verhältnissen an. Ihr solltet selbst Bonuszahlungen oder Weihnachtsgeld immer nach dem 3 Kontenmodell verteilen, damit dies bei euch in Fleisch und Blut übergeht.

Es gibt selbst in einem Land wie Deutschland und selbst unter Menschen, die sonst gut verdienen immer mehr Menschen, die nicht mit Geld umgehen können. Das zeigt auch schon das Problem: Am Verdienst liegt es nicht. Ich habe Menschen kennen
gelernt, die kommen selbst mit EUR 8000!! netto nicht klar, weil sie nie gelernt haben mit Geld umzugehen. Wenn du nie gelernt hast mit Geld umzugehen, weil deine Eltern das nicht wichtig fanden oder selbst nicht konnten und in der Schule der Unterricht aus Gender- und Gleichstellungsinhalten statt aus wirtschaftlicher Allgemeinbildung bestand, dann möchten wir mit diesem Artikel dir helfen das Problem in den Griff zu bekommen.

Am Anfang wird es nicht leicht, weil du dich disziplinieren musst. Danach wird es dir aber umso besser gehen. Die Basis ist das 3 Kontenmodell um deine Lage in den Griff zu bekommen.

Woman working at home
Eine Ein- und Ausgabenrechnung ist stets die Basis von guter Finanzplanung

1. Das Hauptkonto. Wenn ihr zu zweit seid, dann kann dies ein Gemeinschaftskonto sein. Hier empfehlen wir gerne die DKB, bei der ihr neben Einzelkonten auch noch zusätzlich ein Gemeinschaftskonto führen könnt. Bei der DKB bekommt ihr eine kostenlose Visacard, mit der ihr an allen Geldautomaten weltweit kostenlos Geld abheben könnt. Beachtet die Mindestabhebesumme von EUR 50,00. Diese wurde
eingeführt, da die Bargeldversorgung außergewöhnlich teuer ist, vor allem in Deutschland. Oft haben Kunden dann mehrfach im Monat 10 oder 20 EUR abgehoben, was die Kosten in die Höhe treibt.

Auf das Hauptkonto gehen alle eure Gehälter, Erträge, Mieten und was ihr noch habt ein.

Es werden alle Fixkosten wie Miete, Raten, Versicherung usw. abgebucht. Das Hauptkonto ist nicht dazu da Geld über die monatlichen Fixkosten hinaus zu verfügen. Das ist sehr wichtig.

Ihr richtet vom Hauptkonto zwei Daueraufträge ein. 10% eurer Nettoeingänge gehen auf euer Spasskonto, welches wir gleich noch beschreiben werden. Weitere 20% eurer Nettoeingänge geht auf das Liquiditäts- und Investment Konto.

2. Das Liquiditäts – und Investment Konto. 20% eurer Nettogeldeingänge gehen hier per Dauerauftrag ein. Wenn es mehr ist, umso besser. 10% werden für’s Investieren genutzt und 10% für die Liquidität. Liquidität ist stets wichtig für unvorhergesehenes. Wenn zum Beispiel die Waschmaschine kaputt geht oder euer Computer. Für solche Dinge sollte man niemals Kredite aufnehmen müssen, sondern immer eine Rücklage haben. Kredite die länger laufen als die gekauften Dinge halten, deren Wert vom Kauf an auch noch permanent sinkt, ist ein ökonomischer Fehler. Und durch die monatliche Ratenbelastung reduziert ihr eure Freiheit. Finanzielle Freiheit ist mehr wert als Clownautos zu fahren und einen 5 MeterTV an der Wand zu
haben und so was noch über Kredit zu finanzieren. Eine gute Erklärung gibt es hier:

https://blackwater.live/2018/02/01/basics-in-banking-teil-2/

Der Investment Anteil des Liquiditäts Kontos geht in ETF Sparpläne, die man automatisch von diesem Konto abbuchen lässt. Dazu könnt ihr einen
Einstiegt in die Thematik weiter unten lesen.

3. Das Spasskonto. Dieses Konto ist für Restaurantbesuche, Events und alles was euch Spass macht vorgesehen. Dadurch, dass das Geld dafür auf einem extra Konto ist, könnt ihr nie über eure Verhältnisse leben. Ist das Konto leer, ist das eure Bremse. Das hat einen guten Lerneffekt. Hier können wir euch wirklich REVOLUT ans Herz legen. Wir hatten hier schon berichtet: https://blackwater.live/2018/03/10/bestes-girokonto/

Direkt zu Revolut kommt ihr hier: https://www.revolut.com/de/

Wir sind überzeugt, ihr werdet das 3 Kontenmodell lieben.

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Investitionen

Wir haben uns überlegt, wie man nun noch einfach schreiben kann, wie man monatlich investiert. Wir wollen auch heute keine wissenschaftliche Abhandlung hier schreiben. Davon gibt es genug im Internet.

Wir empfehlen euch zwei Blogs dazu:

-Tim Schäfer: http://timschaefermedia.com
-Finanzglück: http://finanzglueck.de

Wichtig ist folgendes: Langfristig Sparen und Investieren bedeutet, nicht an das Geld ranzugehen. Das ist ganz wichtig. Stur sparen, egal was kommt.

Ihr solltet auf keinen Fall in Fonds sparen. Diese sind viel zu teuer und schlagen nachweislich nicht den Markt. Dies hat Lara hier gut erklärt:

https://blackwater.live/2018/01/25/basics-in-banking-teil-1/

Es geht nicht mal nur um die Ausgabeaufschläge, sondern vor allem um die jährlichen Kosten, die in dem Fonds stecken. Ob ein Fonds 1,5- 2% jährliche Kosten
hat oder eben ein ETF mit 0,1 – 0,4% Kosten macht ein Vermögen aus, wie Lara’s Artikel zeigt.

Was ihr also braucht ist ein kostenloses Depot mit der Möglichkeit ETF’s zu besparen. Dies könnt ihr bei der DKB, Comdirect, DiBa usw.

Bei den ETF’s solltet ihr euch nicht verkünsteln. Global aufgestellte ETF’s, keine Nischen, keine Spezialitäten. Das ist die kostengünstigste Art extrem breit gestreut überall auf der Welt dabei zu sein.

Alle anderen Arten von langfristigem Sparen und der Altersvorsorge sind viel zu teuer. Ihr werdet gefördert wie bei Riester & Co. aber die Kosten und die nachgelagerte
100% Besteuerung fressen alle Erträge auf und ihr seid unflexibel ohne Ende mit diesen Produkten. Und was noch dazukommt: Wenn überhaupt jemals etwas dabei raus kommt,
dann nur weil die globalen Märkte entsprechend Ertrag abgeworfen haben. Das was aber in dem Produkt ankommt, ist ein Bruchteil dessen.

Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem Bekannten von einer deutschen Großbank. Er sagte, dass 9 von 10 Fondspolicen, die er in den letzten 12 Jahren gesehen hat wenn überhaupt nur minimal im Plus stehen, trotz der Märkte, die sich in den letzten Jahren extrem gut entwickelt haben. Und wenn eine Police in Gewinn steht, dann muss man sich den Zeitraum mal anschauen und vergleichen, was eine Direktanlage in dieser Zeit erwirtschaftet hat.

Und so ist es. Schaut euch -solltet ihr so etwas noch haben- eure Fondspolicen von den Versicherungen an, die Jahresabrechnungen und schaut mal nach, welche jährlichen
Kosten erhoben werden und wie viel von dem eingezahlten Geld wirklich investiert wird. Ihr werdet schockiert sein.

Daher: ETF’s auf den MSCI Word oder meinetwegen den marktbreiten S&P 500 in den USA. Echte Direktinvestments, bei denen jeder Euro wirklich investiert wird.

Wir hatten schon öfters dazu angehalten auf Kosten zu achten und tun dies heute wieder. Achtet auf Kosten, Kosten, Kosten. Das ist gerade heute enorm wichtig.
Die überschüssigen Banken in Deutschland versuchen derzeit alles aus ihren Kunden rauszupressen, da ihnen sonst alle Ertragsfelder wegbrechen und sie nicht gerade mit innovativen Denken gesegnet sind, es sei denn es geht um die Einführung von Gebühren.

35 Kommentare zu „Das 3 Konten Modell

Gib deinen ab

  1. Mein größtes Problem ist den richtigen ETF zu finden. Bei der riesen Auswahl. Deshalb wäre es Klasse, wenn ihr einen Beitrag machen könnt, welche ETFs man gut besparen kann. Ich habe gehört das die ETFs von der Comdirect die besten sein sollen.

    Bei der DKB bin ich seit 2016 und Revolut als Spaßkonto seit 2017. Es fehlt also nur noch das Depot.

    Hier müsst ihr die Leute noch etwas abholen.

    Ansonsten super Blog. Vielen Dank!

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    1. Hey, vielen Dank für den Kommentar. Da legst du echt einen Finger in die Wunde. Neben unseren klassischen Themen fehlt uns einiges im Bereich ETF Umsetzungen. Das kommt aber die nächsten Wochen und Monate noch. Es haben schon viele andere darüber geschrieben, daher haben wir das erst einmal zurück gestellt gehabt. Aber da nun mehr und mehr Nachfrage da ist, werden wir das angehen.

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  2. Das System klingt interessant, vielen Dank dafür. Eine ganz banale Frage habe ich jedoch: Zählt ihr Ausgaben wie Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs zu den Fixkosten, die über das Hauptkonto bezahlt werden?

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    1. Das macht jeder etwas anders. Derzeit gibt es dazu zwei Ideen: Über Revolut kann man den Karten monatliche Budgets hinterlegen. So kann man sich eine extra Karte bestellen für das Thema Täglicher Bedarf und z.B das Budget 300 EUR hinterlegen. Man erhält auch immer Pushmitteilungen wenn dieses täglich oder Gesamt überschritten wird. Gerade bei Lebensmittel & tägl. Bedarf muss man sich unbedingt Grenzen setzen. Die andere, neuere Idee ist Bunq, da man hier bis zu 25 IBAN Unterkonten führen kann und in der App switchen kann welches bei Kartenzahlung belastet wird. Das kann damit fast zu einer All-In One Lösung werden was den Zahlungsverkehr angeht.

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      1. Das mit den 25 IBANs finde ich ganz gut, hab nun gesehen man kann auch ein Tageslimit pro Konto für Abbungen festlegen, neue Lastschriften bekommt man gepusht und muss sie genehmigen, sehr sehr safe & detailverliebt, genau mein Ding soweit. Damit wäre es möglich einzelne Posten noch weiter aufzusplitten, zb Versicherungen nur von dem Konto, paypal u ebay nur von dem usw. Das ist schon richtig cool. Dann Bunq in Kombi mit Revolut mal schaun mal schaun😋

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      2. Salo dein N26 kannste danach abschiessen. Sobald das in die Verlängerung geht, biste bei Black mit 9,99 EUR im Monat dabei. Das was die können kann Bunq auch alles + die 25 IBAN Konto mit Einstellungen für jedes Konto, 2 Mastercard + 1 Maestro die man in der App den Konten zuordnen kann, geteilten Konten mit bis zu 100 Leuten und vieles mehr. N26 lohnt eigentlich nur noch in der Basisversion für 0 EUR. Update 3 Kontenmodell kommt bald.

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      3. Ja das mit den 9,99 mach ich auch nicht. Ich schau mir gerade bunq an. Die Farben sind Geschmacksache🙄 Da war mir das N26 schwarz lieber, aber ansonsten hab ich hier für weniger Geld mehr. Bin noch am überlegen

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    2. Nochmal eine direkte Antwort: Also normalerweise ja. Wir werden das 3 Konten Modell nochmal in einer neueren Form vorstellen, nachdem wir nun ausgiebig viele Ideen durchgetestet haben. So wie vorgestellt kann man es natürlich machen, aber die optimierte Version die uns im Kopf vorschwebt, wird noch besser sein. Kommt diesen Monat noch.

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  3. Ich liebe eure wirklich erstklassige Seite, sie hat in mir die Lust an Finanzen geweckt und es macht richtig Spass alles aufzuschreiben und durch zu planen. Zum ersten Mal in meinem Leben. Und ich bin 31. Schulden hab ich zum Glück nie gemacht. Aber durch eure Seite habe ich eine neue Bankverbindung (DKB) und nutze auch Revolut in Verbindung da mit. Und da soll einer sagen Bank macht kein Spass. Danke Leute!

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  4. Vielleicht könnt Ihr neben dem eher technischen Hilfsmittel Mehr-Konten-Modell auch über eine Art dahinterliegendes Finanz-Manifest bloggen, à la:
    – Leb nicht über Deine Verhältnisse
    – Benötige kein Dispo (und wenn doch in einer Notsituation, dann nicht auf dem Hauptkonto 😉 ) und mach keine Schulden
    – Verteil Dein Geld auf mehrere Banken
    – Mach Dich schlau (Finanzprodukte, ökonomische, gesellschaftliche Zusammenhänge)
    – Kauf nur das, was Du verstehst und zu Dir passt
    – Lauf nicht mit jedem Trend mit
    – …

    Und MSCI World-ETF ist nicht gleich MSCI World-ETF… (aber das wird hier jetzt zu speziell…)

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    1. Machen wir, hab es in die to do Liste aufgenommen, vielen Dank! Was die ETF Unterschiede angeht ist noch nicht klar, ob wir in die fachliche Tiefe einsteigen werden, da dies bisher schon sehr gut von anderen abgedeckt wurde. Wir überlegen uns das noch, wenn dann würden wir es so erklären, dass es gut verständlich ist und keine Doktorarbeit wird. Die könnten wir uns auch besorgen und hier rein stellen, aber dann hätten wird das Ziel verfehlt, weil die Leser denen wir helfen wollen einfach darüber fliegen und das Thema womöglich ignorieren, was schade wäre. Mal schauen. Danke für die Anregungen!

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    1. Hallo Natalya, das ist nur nervig bei klassischen Banken wo du einen Termin ausmachen musst. Über DKB geht das online, bei Revolut sowieso innerhalb von 5 Min über die App. Einmal eingerichtet läuft das 3 Kontenmodell voll automatisch.

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      1. Hat alles supereinfach geklappt, ohne Papierkram, superschnell und modern, hätte es nicht für möglich gehalten. Vielen Dank nochmal!

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  5. Sehr gute Tipps und Einsichten! Doch ehrlich gesagt, passt es manchmal nicht, wenn man bereits gewisse Schulden und Familie hat. Da beiseite zu legen funktioniert nur teilweise und das Ersparte geht dann in den Urlaub oder neue Sachen. Ich würde sehr gerne 10% zurücklegen ohne an sie zu denken.

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    1. Ja das stimmt leider, gebe ich zu. Am besten ist es, wenn man es von Anfang an machen würde, mit Beginn des ersten (Azubi-) Gehalts und es dann zur festen Gewohnheit wird. Habe das System auch erst nachträglich langsam umgesetzt, was viel schwerer ist.

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      1. Doch gelingen soll es allemal! =) Ich denke wenn man seine Kosten Schritt für Schritt einhält (übersichtlich) und jeden Monat schaut, was brauche ich ‚wirklich‘ zum Leben – wird dem einen oder anderen eine Sparlücke aufgehen.
        Ich bedanke mich für euren Blog Eintrag!

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