Risikomanagement

Das Risikomanagement von Hochrisiko Anlagen

Wir haben ja bereits einige Tipps zum Managen von Risiken bei der Geldanlage dargestellt. Auch heute wollen wir nochmals darauf eingehen, da dies gerade bei Forex ein wichtiges Thema ist.

Trading oder Gambling?

Gambling, aus dem Englischen, bedeutet spielen. Typische Gambler sind Spielsüchtige, exzessive Pokerspieler beispielsweise. Wir schreiben exzessiv, weil man selbst Poker seriös spielen kann, wie man uns berichtete.

Gambling hat nichts mit Risikomanagement zu tun, sondern mit Emotionen und Recht haben wollen. Und es findet nicht nur in Casinos statt, sondern auch an den Finanzmärkten. Einzelne Megawetten oder der Kunde, der die Aktie XY mit seinem ganzen Kapital kauft, weil er erhofft sie verdoppelt sich. Dazu kommt oft das Recht haben wollen. „Sie muss doch steigen!“ Und so wird aus dem Spieler, der kurzfristig Geld machen wollte, der „Dauerinvestor“, der dann, manchmal jahrelang wartet in der Hoffnung, dass die Aktie steigt. Nun, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Auch an den Finanzmärkten.

In der Bank kamen immer wieder Kunden aber auch Kollegen mit dem „heissen Tipp“ zu mir.  „Meinst du nicht Aktie XY ist was? Die geht bestimmt noch voll ab und hat Potential nach oben?!“

Ähm, maybe, maybe not. Auf solche Fragen antwortete ich damals nicht und tue es auch heute nicht. Denn das ist typisches Gambling. Die Frage ist doch eher, wo ist dein Stoploss, wo dein Kursziel, wie viel Geld willst du einsetzen? Wir denken
an die 2% Regel, die besagt, dass man im Regelfall nicht mehr als 2% des zur Verfügung stehenden Kapitals einsetzen darf um ein solides Risk Management zu betreiben.

Es gibt manchmal Gründe mehr zu riskieren, aber diese sollten von weiteren Überlegungen begleitet sein, wie es bei unserem Sweet 16 Projekt der Fall ist.

Die meisten diese Aktienbesitzer wussten nicht mal was ein StopLoss ist und wo man dies zu setzen hatte.

Trading ist etwas grundlegend anderes als Gambling. (im deutschen sagt man zu Gambling oft Zockerei) Beim Gambling sind keine Ziele definiert, keine Exit Strategie und auch sonst alles sehr vage. Es geht nur darum schnell Geld zu machen. Geld machen und schnell ist eh eine schwierige Kombination.

Was passiert wenn das Gambling, die Wette aufgeht? Was soll dann mit den Gewinn gemacht werden?

Trading und Risiko

Diese beiden Begriffe sind so eng zusammen wie Mann und Frau. Vielleicht auch mit manchen der Widersprüchen. Im Trading geht es um eine Strategie, um Disziplin und Reproduzierbarkeit. Reproduzierbarkeit ist von enormer Bedeutung, wie wir noch sehen werden. Es sagt nicht nur etwas über die Qualität unserer Strategie aus, sondern auch, ob unser Handelsergebnis Zufall oder Statistik ist.

Viele Newbies, die schon mal verstanden haben was der Unterschied zwischen Trading und Gambling ist, kommen dann meist zu der Überlegung, dass sie nun ein riesiges Kapitalvolumen brauchen.

Wenn ich also 2% im Monat erzielen kann oder gar 5%, dann nehme ich einfach 100.000 EUR und habe meine 5000 EUR im Monat. Abgesehen davon, dass durch die bekannte Ungleichverteilung von Zahlen der Verlauf eher so aussieht:  …

Mai: -10.000 EUR
Juni: -5.000 EUR
Juli: +5.000 EUR
August: +30.000 EUR

… ist es so, dass dies selten aufgrund der Psychologie funktioniert. Bei Anfängern noch weniger. Wenn aus den 100.000 EUR erst mal 80.000 EUR wurden oder gar 70.000 EUR, brechen die meisten ab. Der Druck ist zu groß. Prozentual war immer klar, das 30% Schwankungen nicht ungewöhnlich sind. Aber WTF… 30.000 EUR Loss, oh man, ein Jahresnettogehalt vielleicht bei vielen.

Was hätte man alles kaufen können??

Und hier kommt voll das Angestelltendenken durch. Und das eines Konsumenten. Nicht das eines Unternehmers. Die Schwankungen sind normal und zwischenzeitliche Verluste, wie der Kapitaleinsatz bei anderen Unternehmungen, bei denen man auch erst mal in Vorleistung geht. Technisch kann man weiter traden und aus der negativen Schwankungen wird eine positive, emotional ist man „broken“ und bricht ab. Man hat die Schnauze voll, Kapitalmärkte sind böse und Zockerei, ab da widmet man sich dem Festgeld oder dem Bankberater.

Was ist die Lösung?

Professionelle Trader handeln nicht nur nach Strategie, der 2% Regel und anderem, sondern traden stets kleine Accounts reproduzierbar zu großen. Und daher möchten wir dies an dieser Stelle nochmals erklären und werden es in Zukunft auch immer wieder wiederholen. Eine gute Strategie liefert statistisch reproduzierbare Erfolge. Kleines Geld bindet keine Emotion. Man handelt stressfrei.

Die beste Variante ist diese:

Maximal 10.000 EUR (gerne auch weniger) und dann reproduzierbar ein System traden. Eine klassische Zielmarke sind 13,5% im Monat. Sozusagen als Leitbild. Das wird nicht jeden Monat klappen, wie schon erwähnt.

Aus 10.000 EUR werden in 6 Monaten ca. 21.300 EUR. Wir heben 11.000 EUR ab. Ab da haben wir kein Risiko mehr.

Mit den verbleibenden 10.000 EUR traden wir weiter bis es 100.000 EUR sind. Wie lange dauert das? ca. 20 Monate. Dann heben wir 80.000 EUR ab und traden mit 20.000 EUR bis es 200.000 EUR sind. Das dauert wieder ca. 20 Monate. Und so weiter.

Immer kleine Accounts zu großen hoch traden, abheben und wieder von vorne beginnen. Manchmal wird es schneller gehen, manchmal dauert es länger. Das ist eine bewährte professionelle Strategie, die euch sonst keiner berichtet. Es geht darum stur zu traden bis die Zielmarke erreicht ist.

Im Internet findet man eher Märchengeschichten von sagenhaften Reichtümern und Zeug was sich Leute dann gekauft haben. Wenn ihr solche Bilder seht und solche Stories lest wisst ihr, dass ist Bullsh… Niemand, der ein echter Trader ist wird so mit Geld umgehen. Geld ist ein Rohstoff ist, den man nicht sinnlos verpulvert. Man arbeitet nicht jahrelang an Strategien um einen guten Return zu bekommen um dann 50% Wertverlust in einem Jahr mit einem Autokauf zu machen.

Im Trading geht es um Reproduzierbarkeit, Disziplin, Durchhaltevermögen und %te.

Natürlich lässt sich diese Strategie aus dem FX auch auf alle anderen Geschäfte übertragen. Wenn ihr mal ein Geschäft angeboten bekommt mit einem guten Return, dann reicht es eine kleine überschaubare Summe zu investieren und Geduld zu haben. Wenn es nicht funktioniert, habt ihr nichts groß verloren und eine Erfahrung mehr. Wenn es funktioniert, habt ihr viel gelernt, kennt die Macht des Zinseszins und habt das Grundkapital für ein neues Investment.

Alles andere ist Gambling.

3 Kommentare zu „Risikomanagement

Gib deinen ab

  1. An Kunden und Kollegen im Vertrieb mit „heissen“ Aktientipps kann ich mich auch noch erinnern. Das ist wirklich Gambling. Viele haben mal Glück damit und in der zweiten oder dritten Runde verlieren sie alles. Wie im Casino. Risiko kann man teilweise beherrschen, wenn es messbar ist. Doch mit Messbarkeit haben diese Tipps nichts zu tun.

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