Über den Umgang mit Geld…

…eine Kernkompetenz unseres Lebens.

Als kleines Kind spielte ich schon gerne mit meinem Bruder Büro. Ich war etwa 8-10 Jahre alt, als ich in einfacher Variante Verträge mit meinem Bruder schloss über Schokolade, ein Paar Mark des Taschengeld oder Spielzeug. Ich will da nicht zu viel hinein interpretieren, aber vielleicht war das die Grundlage für meine spätere Berufswahl.

Aus heutiger Sicht weiss ich, wie wichtig es ist seinen Kindern so früh wie möglich den Umgang mit Geld beizubringen. Es ist heute noch wichtiger als jemals zuvor. Nicht nur das Sparen, sondern auch das Investieren, wie man mit Krediten umgeht und was legitime Gründe sind sie aufzunehmen und was nicht.

In den letzten 10 Jahren als Bankkaufmann in verschiedenen Banken habe ich viel über Geld, Risiko und Menschen kennen gelernt. Es ist wirklich so, dass Geld nicht alles im Leben ist. Gerade wenn die Menschen ihr Leben gelebt haben und älter geworden sind, sinken oft die Asugaben, weil die Wünsche weniger werden. Als älterer Mensch hat man sein Leben gelebt und vieles von der Freiheit die einem Geld geben kann, verliert ihren Reiz. Man kann nicht mehr so reisen, oder hat schon vieles gesehen. Materielle Gegenstände wie Autos und Häuser sind nicht mehr so bedeutend. Menschen, Erinnerungen, Freundschaften, echte Freundschaften werden wichtiger. Die Qualität bei diesen Dingen steigt im Idealfall. Geld ist wirklich nicht alles und ich habe schon öfters erlebt, dass das Erbe an einen Freund oder selbst die Putzfrau verschenkt wird, weil das der Mensch war, der am Ende am meisten für einen da war.

Wenngleich Geld also wirklich nicht alles ist, so ist es doch mächtig genug die Welt zu verändern und Menschen zu bewegen. Menschen werden durch Geld angetrieben, wie unsere ganze Welt. Geld ist eine Form von Energie oder wie es jemand mal formulierte, „konservierte Lebenszeit“. Geld vermag aber auch das eigene Leben zu zerstören, wenn man damit nicht umgehen kann.

Ich habe nicht nur viele wohlhabende und sogar reiche Menschen kennen gelernt, sondern am Anfang meiner Karriere auch eher arme Menschen, die sich von Kredit zu Kredit hangeln. Das zu beobachten kann unglaublich deprimierend sein. Mein Eindruck ist, dass sich dieses Verhalten ungeachtet eines Erbes fortsetzt. Denn schon oft habe ich erlebt, wie die Erben alles verprasst haben. Und ihr dürft raten, das waren vorher die typischen Konsumenten. Kinder von vielen vermögenden Eltern sind später nicht unbedingt vermögend, weil sie ein Erbe bekommen. Sie sind vermögend, weil sie damit umgehen können. Weil sie es gelernt haben.

Mit Geld umgehen zu können oder auch nicht, ist ein Verhaltensmuster. Es gibt gute und schlechte Verhaltensweisen und Angewohnheiten. Rauchen, trinken, viele wechselnde Partner und eben auch das Ausgeben von Geld ohne nachzudenken sind selbstzerstörerische Verhaltensweisen. Andere Menschen wiederum sind beherrscht. Und sind sie es, sind sie es oft in allen Dingen. Das macht sie erfolgreich, gerade mit Geld.

Ich sagte Geld ist Energie, eine Kraft. Und man mag mir glauben oder nicht, Geld geht zu Geld und nicht nur wegen des Zinseszinseffekts. Geld zieht Geld an, wie wenn man es sich als kleine Lebenwesen vorstellen würde, die Spass haben wollen. Sie hören da ist eine Party, da ist es schön, es gibt mehr von meiner Sorte und da werde ich gut behandelt. Da will ich hin. Oder aber diese kleinen Lebewesen hören davon, dass es bei jemand schlecht ist, keinen Spass macht und er die anderen Geldlebewesen einfach wertlos verschleudert.

Der Leser mag nun schmunzeln. Aber ist es nicht so? Preis ist nicht gleich Wert. Und wer das nicht versteht, wirft sein Geld zu Fenster raus für beispielsweise Konsumgüter. Meist mit dem Gefühl, dann etwas in der Hand zu haben.

Hier kommen für die Privatpersonen nun Banken ins Spiel. Banken geben sich als der Ort, an dem man Umgang mit Geld lernen kann. Was ein Hohn. Haben Sie mal eine Bank in letzter Zeit besucht? Sie sehen überall Aufhänger mit Kredit hier und da und was man sich tolles davon kaufen kann. Und auch bei der Anlage geht es am Ende darum, etwas zu kaufen, sprich das Geld zu verkonsumieren.

Exemplarisch möchte ich kurz an ein paar Themen zeigen, wie falsch die verbreitet Vorstellung ist, dass eine Filial -und Vertriebsbank ein Ort der Fachkompetenz und Hilfe in Finanzfragen ist.

Finanzbloggs und echte Finanzprofis, die nichts verkaufen müssen und auch Menschen, die ein eigenes Vermögen aufgebaut haben sagen übereinstimmend:

  • Kaufe nichts, was du nicht verstehst
  • Lebe nicht auf Pump
  • Gib nicht mehr aus als du einnimmst
  • Verteile dein Geld auf mehrere Banken
  • Benötige keinen Dispokredit
  • Bilde dich weiter und triff eigene Entscheidungen
  • Lauf nicht jedem Trend nach

Das sind vernünftige und gute Ratschläge und ich denke das sehen viele Leser auch so.

Die Filialbanken, sprich die ganzen Vertriebsbanken sagen:

  • Kaufe dieses und jenes Finanzprodukt, wir verstehen das für dich
  • Lebe heute, es gibt billigen Kredit von ums
  • Gib ruhig mehr aus, es gibt tolle Ratenkredite für deine Wünsche
  • Wir sind die beste Bank, du brauchst nur eine
  • Dispokredit ist gut für kurzfristige Wünsche
  • Du brauchst nicht zu viel zu wissen, es gibt ja deinen Berater
  • Wir sind bei jedem Trend dabei, solange man verdienen kann

Es sollte ganz klar sein, das sind keine Freunde und das ist auch keine Beratung. Diese Banken sagen dann oft, ja aber die Wünsche des Kunden. Er will sich z.B. verschulden, also haben wir hier den Kredit. Sie würden, wenn es legal wäre, wohl auch Cannabis verkaufen wenn es der Kundenwunsch wäre.

Ein echter Banker und Berater begleitet seine Kunden und sagt auch mal, wenn eine Richtung falsch ist. Das ist heute aber aus meiner Sicht nicht mehr möglich, da in den Banken ein knallharter Strukturvertrieb installiert wurde.

Wer verstanden hat, dass Preis nicht gleich Wert ist und das Geld nicht nur Papier ist, sondern eine Kraft, der geht so mit Geld nicht um. Banken leben davon ihre Kunden zu verschulden oder ihnen überteuerte Anlagen und Kapitalversicherungen zu verkaufen.

Ich habe Blackwater.live gegründet, weil dies der Beginn von einer gedanklichen Gegenbewegung sein soll. Ich sehe so viele Menschen die versklavt sind weil sie von Geld nichts wissen und von Banken diese Situation ausgenutzt wird. In meinem Herzen bin ich ein Banker der alten Schule. Mit dem Kunden, nicht gegen ihn. Wie Blackwater schon heute zeigt, sind in den Banken ein Herr von Verkaufssöldnern und skrupellosen Vertriebsführungskräften am Werk. Niemand wird gezwungen zu solchen Banken zu Beratungsgesprächen zu gehen, dennoch bin ich überzeugt, dass es viele aus Unwissenheit und Naivität tun. Banken argumentieren, man muss den Kunden „an der Hand nehmen“ und führen ihn dann zu ihren überteuerten Produkten hin. Ich als Berater möchte den Kunden, der in erster Linie ein Mitmensch ist, auch an der Hand nehmen um ihm dann zu zeigen, wie er sich selbst helfen kann.

Der Kunde hat eine Eigenverantwortung und manche werden es wohl nie verstehen, aber ich sehe es so wie Friedrich Nietzsche einst sinngemäss sagte: Ich kann nicht gut handeln, wenn ich gar keine Wahl habe mich zwischen gut oder böse Handeln zu entscheiden.

Ich leite daraus ab, dass der Kunden eine Wahl haben muss. Und der Kunde in der heutigen Welt des Internets hat eine große Wahl, sich erstklassig zu informieren und zum Selbstentscheider zu werden.

Jeder Mensch ist mal auf allen Vieren gekrabbelt. Aber am Ende haben wir alle Laufen gelernt. Es war Anfangs nicht ganz einfach, kostete und Kraft, Mut und wir sind sicher auch einige Male hin gefallen. Aber es würde doch heute nie einer im Ernst behaupten wollen, dass Problem hätte auch mit einer Babygehhilfe gelöst werden können. Nein, wir haben Laufen gelernt.

In unserer arbeitsteiligen Gesellschaft kann man nicht alles selbst machen und kann auch nicht alles wissen. Aber es würde doch keiner behaupten, dass man essen und schlafen auslagern kann oder delegieren? Nein das sind sozusagen lebensnotwendige „Kernkompetenzen“, das müssen wir schon selbst tun. Geld gehört auch dazu, es ist lebensnotwendig und ich vertrete heute die feste Meinung, dass wir die Kompetenz mit Geld umzugehen lernen müssen und nicht auslagern können, erst recht nicht an Unternehmen, die inzwischen ausschliesslich an ihrem Vertriebsertrag denken.

Laufen haben wir alle gelernt. Wir können auch lernen unser Geld selbst in die Hand zu nehmen.

Mit dem eigenen Geld vernünftig umgehen kann man lernen

 

4 Kommentare zu „Über den Umgang mit Geld…

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  1. Es ist richtig, das am besten Kinder das schon lernen sollten. Aber wenn es Erwachsene schon nicht auf die Reihe bekommen, wird das bei den Kindern erst Recht nichts. Und so wird das Vermögen oder Unvermögen mit Geld umzugehen dann weiter vererbt.

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  2. Persönliche Einblicke finde ich immer interessanter wie wenn etwas abstrakt geschrieben ist. Vielen Dank, auch dieser Post bringt mich zum Nachdenken.

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  3. Interessant das mit der Story wie alles anfing. Ich glaube meine Eltern dachten mit mir stimmt was nicht, weil ich regelrecht verliebt in Zahlen war😳😊 Kinder die sich auf neue Matheschulbücher freuen sind wohl selten.😂

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