Bankberatung im Wandel

Hallo liebe Leser oder wie es so schön heisst Follower! Heute möchte ich wieder einmal die Gelegenheit nutzen über Kosten & Banken zu schreiben. So manch einer hat beim Lesen von Blackwater.live ja schon daran gedacht, ob das nicht zu negativ über Filialbanken geschrieben ist. Und mit diesem Artikel möchte ich wenigstens ein klein wenig dem gegenüber treten und das warum begründen.

Aus vielen Gesprächen mit Kunden früher und heute weiss ich, dass eines der größten Probleme fehlendes Wissen ist. Nicht bei allen, aber doch bei vielen. Und um eine gute Wahl treffen zu können, sollte man zumindest über die Vor- und Nachteile informiert sein, die das heutige Vergütungsmodell in den Banken hat, die Provisionsberatung.

Mancher mag nun sagen: Provisionsberatung? In meiner Bank bekommen die Berater keine Provisionen für verkaufte Produkte. Und das stimmt. Heute ist es nicht mehr üblich Provisionen zu erhalten. Denn diese Provisionen fliessen direkt an die Bank. Der Berater bekommt keine Provisionen, dafür meist aber gehörigen Druck Produkte zu verkaufen und exorbitante Terminquoten zu erfüllen. Im Wertpapierbereich ist durch die Regulatorik vieles komplizierter geworden, man kann nicht ohne weiteres von dem Bankberater Erträge aus dem Wertpapierbereich verlangen. Dafür kann man aber sogenannte Aktivitätenziele vergeben, beispielsweise mindestens 10 Termine die Woche zum Thema Vermögensplanung. So lässt sich die Regulatorik ein Stück weit umgehen. Banken sind Meister im Umgehen von, … nennen wir es Probleme.

 

Aber wie sehen denn nun so typische Kosten beispielsweise in einer Anlageberatung aus?

Nun die “Beratung” und den Kaffee gibt es umsonst. Bei den Fonds, die üblicherweise so verkauft werden, liegen die Kosten einmalig zwischen 2-5% und die jährlichen Verwaltungskosten bei 1,5 – 2,5%. Es gibt durchaus auch noch teurere.

Ausgabeaufschläge sind die einmaligen Kosten. Das bedeutet, dass euch eine Beratung bei der Bank mit beispielsweise 100.000 EUR gleich mal zwischen 2.000 EUR und 5.000 EUR kostet. Das mag der ein oder andere schon bemerkt haben. Aber viel verheerender sind die jährlichen Kosten, die in dem Fonds stecken und von dem die Bank einen ordentlichen Teil Jahr für Jahr erhält.

Denn bei meinem Beispiel ist es ja so, dass nun mancher sagen wird, ok 100.000 EUR habe ich eh nicht, ich habe ja nur Geld für einen monatlichen Sparplan. Da wird das schon nicht so schlimm sein. Und das liebe Leser, ist ein schwerer Fehler, der euch richtig Ablaufleistung kostet, sprich am Ende bekommt ihr viel weniger ausbezahlt.

Ich möchte dies heute wieder einmal aufzeigen. Eine oft vorkommende typische Sparrate sind bei jungen Menschen in oder nach der Ausbildung/Studium 200 EUR im Monat. Wer Anfang/Mitte 20 ist und 200 EUR im Monat sparen kann, macht etwas richtig gutes. Daraus wird ein schönes Vermögen.

Nehmen wir mal an, dass Geld ist für die Altersvorsorge. 200 EUR im Monat, 12 Monate lang und das vom 25zigsten bis 65. Lebensjahr. 40 Jahre Zeit zum sparen.

Mit einer typischen Fondsanlage mit einem gewissen Aktienanteil und großzügig gerechneter Wertentwicklung von 6% im Jahr, sind hier 2% jährliche Kosten und in der Regel um die 2% Ausgabeaufschlag verbunden. In den 40 Jahren wird aus diesem Sparbeitrag EUR 223.400. Ein wirklich schönes Ergebnis.

Aber was würde dabei herauskommen, wenn die Anlage von Blackrock oder Vanguard oder einem der anderen ETF Anbieter wäre? Nun Ausgabeaufschlag gibt es keinen. Die jährlichen Kosten liegen bei 0,4% wenn es ein wirklich teurer ETF wäre.

Endergebnis?

344.400 EUR

 

121.000 EUR Unterschied! Und das nur durch Kosten und bei einem kleinen Sparplan von 200 EUR im Monat für das Alter. Dieser Unterschied ist verheerend, ein ganzes Vermögen!

Wir sind bei Blackwater.live der Meinung, dass ihr das wissen solltet. Vor allem weil wir immer wieder merken, dass fast niemand davon gehört hat. Von Ausgabeaufschlägen bekommt der ein oder andere etwas mit, aber viel schlimmer sind die Kosten, die in den Produkten versteckt sind.

Dies ist übrigens bei Versicherung zum Vermögensaufbau und vor allem bei den Unmengen an Riesterprodukten nichts anderes. Es wird mit Förderungen und Steuererstattungen geworben, aber die Vorteile werden meist immer durch alle Kosten aufgezehrt und dazu sind gerade Riester Verträge später 100% steuerpflichtig.

Ihr habt richtig gehört. 100%. Das heisst, die ganze Rente aus dem Riestervertrag ist zu versteuern, nicht nur der Wertzuwachs. Viel Spass dabei. Dann doch lieber ein eigenständiges ETF Portfolio mit starken Dividendenwerten. Das sind oft die Unternehmen, die ihr alle kennt. CocaCola, Apple, Google, BASF und viele hunderte andere. Unternehmen aus unserem Alltag. Und Steuern zahlt ihr nur auf den Gewinn und zwar 25% Abgeltungssteuer. Je nachdem wo ihr als Rentner später einmal lebt, vielleicht sogar viel viel weniger.

 

So kann der Ruhestand einmal aussehen

 

Wie wäre die Vorstellung an einem Traumstrand in Thailand zu liegen und aus einem ETF Dividendenportfolio bezahlt zu werden?

Mit der Bankberatung wird das nichts. Mancher mag sie, weil sie vertraut und gewohnt ist. Aber heute möchte ich die Gelegenheit nutzen, den Blick etwas zu verändern.

Immer mehr Bankfilialen schliessen. Bargeld ist auf dem Rückzug. Bankprodukte sind masslos überteuert. Wird es da nicht langsam Zeit umzudenken? Warum soll den die Bank der Ansprechpartner für das Geld sein? Weil der Opa da sein Konto hatte?

Das waren andere Zeiten. Früher hat man sein Geld zur Bank gebracht, weil es ein sicherer Aufbewahrungsort war. Aber heute ist bei der Bank fast alles sogenanntes vermitteltes Geschäft. Die Werte im Depot, von der Partnerfondsgesellschaft, die Versicherung, von dem Versicherungspartner, der Kredit, wird weiterverkauft und verbrieft.

Dazu kommen die ganzen Kosten für Räume, Vorgesetzte, Autos und und und… Das ist alles nicht mehr zeitgemäß heute.

Und ich möchte bei der Gelegenheit und mit ihrer Erlaubnis folgende Ex-Bankerin zitieren:

Salome

Salome, Ex-Bankerin: „Es war die Hölle, ein einziges Klima der Erpressung. Entweder musste ich den Kunden belügen um die Ziele zu erreichen oder ich hatte Angst Montags in die Bank zu kommen, weil ich nicht genug Ertrag für die Bank gebracht hatte und mein Vorgesetzter mir Ultimaten setzte und mir drohte.“

Das ist Bank heute. Nicht die Bank deines Opas. Wirklich nicht und schon lange nicht mehr. Wenn du ihren Post komplett lesen willst, er ist hier zu finden: Salome.

Derzeit sind in Deutschland 8 Honorarberater registriert, einige Finanzcoaches und Zwischenformen davon. Und es gibt eine Menge guter Blogs zu dem Thema. Ihr habt also die Wahl euch selbst zu informieren oder einen echten Berater aufzusuchen. Das ist kein Typ oder keine schicke Dame die euch Produkte verkauft, sondern euch wirklich berät und dafür Geld bekommt. So jemand kann euch im Zweifel auch Mal sagen, dass eine Anlage nicht gut ist. Ihr zahlt für seine/ihre ehrliche Meinung UND für seine/ihre qualitativ gute Beratung.

Es gibt so gute ETFs und kostengünstige Fonds wie beispielsweise Vanguard, mit denen man sein Vermögen aufbauen kann. Was es nun braucht ist Unterstützung und echte Beratung.

Die Kosten einer Bankberatung sind die, dass ihr im Alter eben nicht am Strand liegt, sondern überteuerte Produkte (manchmal mit toller staatlicher Förderung) den Gewinn der Märkte aufgezehrt haben. Und wie ihr gesehen habt, ist dies keine Kleinigkeit, sondern da kommen richtig große Summen zustande.

Wir wollen als Ex-Banker bei Blackwater.live Aufklärungsarbeit leisten. Bei so manchem Artikel dachten wir, sollen wir darüber schreiben? Das weiss doch jeder. Aber dem ist nicht so. Mancher Leser hier wird das alles schon wissen und kennen, aber wir sind überzeugt, dass es bei der Mehrheit nicht der Fall ist. Daher freuen wir uns sehr, wenn ihr uns weiter empfehlt, so dass auch andere beginnen über Geld nachzudenken und was mit ihrem Geld eigentlich passiert. Die Banking Welt kann richtig Freude machen, wenn man die Vorteile zu nutzen weiss. Und gerade auch jüngere Menschen sollten die Gelegenheit nutzen, sich ein gutes Vermögen aufzubauen. Und an euch möchten wir uns nochmal heute wenden: (und an alle jung gebliebenen)

Wenn ihr euch bei eurer „Hausbank“ unsicher seid, das Thema Geld lieber verdrängt und davon nichts wissen wollt weil es so kompliziert klingt, dann schreibt uns hier und wir greifen eure Fragen auf und helfen euch.

 

Beraten ist nicht verkaufen!

 

Saving money concept
Mit Ausdauer und Geduld kommt man zu einem schönen Vermögen!

20 Kommentare zu „Bankberatung im Wandel

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  1. Euer Projekt und diese Seite ist einfach nur geil! Irgendwie weckt es auch Interesse in mir mich doch mit Geld zu beschäftigen. Habe mit meinen Freundinnen gesprochen und euch weiter empfohlen. Durch diese Art wie ihr das alles erklärt ist es wirklich gut verständlich. Einen Wunsch habe ich, bitte macht mehr zu Alternativen von Bankprodukten. Also ihr habt über Konten einiges, aber wie gehe ich jetzt ganz konkret an das Sparen in ETFs. Ich weiss es gibt da so viel im Netz, aber das kapiert keiner und es ist langweilig. Denke ihr könnt das besser erklären. Ich bin 32 und habe ein Masterabschluss und bin sicher nicht ganz doof. Aber eben fachfremd. Und da geht es meinen Freunden ähnlich. Daher nix für ungut, aber das wäre mal so ein Vorschlag.

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    1. Hallo Melanie, vielen Dank für deine Worte und die Anregungen. Das werden wir tun, die Idee ist das wirklich immer weiter auszuweiten und wie wir ja auch geschrieben haben, wir wollen Menschen unterstützen und Wege aufzeigen, die sie unabhängig machen von teuren Vertriebsstukturen. Wir sind da auch schon oft darauf nun eingegangen, so das wir in den nächsten Schritten zeigen werden, wie man von 0 an bestimmte Dinge angeht. Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass niemand unserer Leser doof ist oder ähnliches, sondern meistens sich damit noch gar nicht beschäftigt hat oder eben fachfremd ist. Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft, da muss man nicht alles wissen und können. Aber man muss wissen wo man gute Informationen her bekommt😉

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  2. Das ist wirklich eine 1A Webseite, sehr klar und deutlich und für mich auch der letzte Gedankenanstoss mein Konto bei der örtlichen VR Bank zu kündigen, nachdem sich dort eh keiner zuständig fühlte und Fachwissen nicht wirklich deren Stärke ist. Danke für all die Infos hier!!

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  3. Letztenendes ist das im Privatkundenbereich eine komplette Abzockindustrie die zeitlich längst überholt ist. Mir scheint das ein letztes Aufbäumen vor dem Untergang zu sein. In vielen Instituten müssen die Mitarbeiter die Kunden schulen Roboadvisor und ähnliches zu nutzen und schaffen sich damit lomplett selbst ab. Nur wenn wir schon mal soweit sind, warum soll ich dann noch Kunde bleiben bei der xyz Bank? Daher bin ich vor zwei Jahren schon zu einer Direktbank gewechselt und habe es nie bereut.

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  4. Brauchen im Sinne von notwendig ist das sicher nicht, die Banken selber reden immer wieder auf die Kunden ein, dass dies notwenig wäre. Aus reinem Eigennutz und nicht wegen einer angeblichen und oft vorgeschobenen gesellschaftlichen Verantwortung. Wenn Banken sich so sehr um ihre gesellschaftliche Verantwortung Gedanken machen, dann könnten sie selbst mal anfangen echte Beratung anzubieten statt Verkaufsgespräche mit völlig überteuerten und nutzlosen Produkten.

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    1. Ja sie schreiben sehr viel direkter als wir das tun😂 Aber inhaltlich sind wir tiefer. Am Ende wird es darauf hinauslaufen das mehr Menschen verstehen wie teuer Banking für sie war und zur echten Beratung wechseln, der Honorarberatung. Und die andere Gruppe wird eben weiter überzogene Preise zahlen. Darin steckt aber auch ein tieferer gesellschaftlicher Hintergrund. Fehlendes Wissen führt auch zu diesen grossen finanziellen Unterschieden in unserer Gesellschaft. Heute ist das Wissen aber zugänglich und nicht verboten. Der Grund warum es mehrheitlich nicht abgerufen und genutzt wird sind die vielen Ablenkungen. Fängt schon mit Fussball an. 😂

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    1. Ja. Aufgrund falscher Erwartungen oder aus der Gewohnheit und weil es mal eine Zeit gab wo das nicht so krass war wie heute. Es ist heute kaum mehr möglich für einen Berater mit der Verkaufsdruck klar zu kommen. Die meisten beissen dann in den sauren Apfel und verkaufen dem Kunden was die Bank will um Ruhe von ihrem Vorgesetzten zu haben. Es ist alles aus der Balance gelaufen. Positiv ist aber, das auf der anderen Seite immer mehr Menschen umdenken.

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      1. Ja genau😂 Superseller des Monats bietet diese Woche besonders Riester an. Ganz individuell, klar. Und übermorgen gibts Schweinehälften😂😂

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  5. Diese Art von Beratung in einer Bank braucht niemand. Das kommt noch aus einer Zeit als es Bankbeamte gab und der Grundsatz vom ehrbaren Kaufmann gelebt wurde. Heute braucht man nur googlen und findet ohne Ende Beispiele über den Vertrieb von heute, der nichts mit alten Zeiten zu tun hat. Aber leider haben die meisten das noch nicht realisiert, daher sind solche Artikel wichtig.

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  6. Danke für diesen Artikel, so habe ich das auch nie gesehen, obwohl ich auch nicht mehr ganz der jüngste bin. Lese diese Seite allgemein sehr gerne. Internet ist auch für die ältere Generation was gutes.

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