Interview mit Lara

Interviews sind eine besondere Art und Weise Inhalte näher zu bringen. Früher und teilweise noch heute, werden sie in den Printmedien abgedruckt. Da wir uns bei Blackwater.live etwas bedeckt halten wollen, werden wir auch diesen Weg gehen- zunächst. Wir wollen die Interviewform in nächster Zeit nutzen, um Blackwater.live vorzustellen und auch dem ganzen langsam eine persönliche Note zu verleihen. Dazu haben wir auf Blackwater.live in unserem Blog eine extra Kategorie Blackwater.live Privat geschaffen. Hier sollen auch unsere Themen aus dem Leben unterkommen, die nicht zwangsläufig mit Banking zu tun haben müssen.

Lara Das Interview wurde von Blackwater mit Lara, bekannt bei uns als LaraBanking geführt. Lara hat fast von Anfang an mit geschrieben, trotz dass sie beruflich sehr aktiv ist. Lara ist ein 80er Jahrgang, hat osteuropäische Wurzeln und ist ein sehr fleissiger Mensch. Aber vor allem zeichnet sie sich durch eine extrem starke Freiheitsliebe aus. Aber lest selbst.

Blackwater: Guten Morgen Lara, schön das Du Zeit für ein paar Gedanken hast. Fangen wir ganz leicht an: Wie geht es Dir denn so, wie hast Du deinen Tag gestartet und was hast Du heute noch so vor?

Lara:

Hi, mir geht es, heute ganz gut. Das ist immer so eine Frage wo ich nie weiss, soll ich gut sagen, schlecht, die direkte ungeschminkte Wahrheit oder höflich sein. (lacht) Aber im Ernst, es geht mir gut. Ich habe meinen ersten Kaffee getrunken nachdem ich heute schon schwimmen war, habe heute noch einige Termine zu machen, möglichst erfolgreich um dann in das Wochenende zu starten. Eine Menge Arbeit, aber mit dem Wochenende belohne ich mich dann selbst.

Blackwater: Du sagst Termine, Du meinst für Deinen Arbeitgeber? Einige von uns wissen es ja schon, Du bist ja unsere noch aktive Bankerin. Was machst Du denn genau bei der Bank?

Lara:

Ja, ich bin in dem Bankjob und Angestellte dort. Ich muss aber sagen, dass ich sehr große Freiheit habe in dem was ich tue. Ich betreue Firmenkunden, es geht um Finanzierungen. Das ist nochmal was ganz anderes, wie irgendwelchen Omas Sachen verkaufen zu müssen. Die Unternehmen brauchen die Finanzierungen, es ist kein Provisionsgeschäft. Die Bank für die ich das mache, ist darauf spezialisiert und ich bin oft in Frankreich unterwegs, was ich privat sehr angenehm empfinde. 

Blackwater: Aber Du bist ja nicht immer in dieser Rolle gewesen, sondern hast auch mal mit dem klassischen Bankvertrieb zu tun gehabt?

Lara:

Ja klar, so fing das bei mir an und ich denke, dass ist der typische Weg bei den meisten. Bankvertrieb an Privatkunden, der typische Kundenberaterjob ist der Einstiegsjob. In diesem Job versauert man oder bekommt Burnout. Oder man hat irgendwie das Glück es auszuhalten, macht sein Studium nebenher und versucht da rauszukommen und in Bankjobs reinzukommen, die angenehmer sind. Das Geschäft am Privatkunden ist aus meiner Sicht mit das moralisch fragwürdigste und viele gehen daran kaputt.

Blackwater: Warum denkst Du ist das so?

Lara:

Weil viele noch immer mit falschen Erwartungen zur Bank kommen. Auch als Angestellte. Sie haben vielleicht noch von den Eltern gesagt bekommen, Bank, da musst du gut rechnen können, das ist eine Art ehrbarer Kaufmann, es ist ein sauberer Job. Sehr schnell wird man aber mit einer anderen Wirklichkeit konfrontiert: Ist das Geschäft für die Bank und den Kunden gut, gut. Ist das Geschäft für die Bank gut und für den Kunden fragwürdig, er kann juristisch aber nichts dagegen machen, auch gut. Der Bank ist das moralisch egal, es geht nur darum, ob es rechtlich wasserdicht ist. Dafür gibt es eine Armee von Anwälten, Protokolle und vieles mehr.

Blackwater: Gehen aus Deiner Sicht Männer und Frauen damit gleich um? Wie erging es Dir?

Lara:

Puh, gute Frage. Ich weiss nicht ob man das so verallgemeinern kann. Ich weiss, dass machst du gerne und meistens stimmt es ja auch, auch wenn Menschen es abstreiten. Menschen sind in vielem nunmal gleich und heftiges Abstreiten ist meist eine Bejahung. Männer reiten im Bankvertrieb meistens auf der Kompetenzschiene rum, ihren Bildungsabschlüssen, sichtbarem Erfolg, der oft keiner ist. Ich bin der Top-Berater bla bla.

Frauen sind mehr beziehungsorientiert und nutzen stärker die persönliche Ebene und manchmal (lacht) klar, auch Sex. Diese „Kostümchen – Phantasie“ Karte wird schon gespielt. Und oft sogar sehr erfolgreich und wenn die Abschlüsse dann besser sind wie bei männlichen Kollegen, dann heisst es von Kollegen, dass ist nur wegen ihrem Aussehen. Und da kommt dann wieder die Kompetenzkarte: Ich, Mann, bin kompetent, du Frau hast nur wegen deinem Aussehen Erfolg. Spannend ist aber, dass die Ergebnisse, wenn du dann die verkauften Produkte dir anschaust, meist die gleichen fragwürdigen sind.

Ich habe das einige Jahre mitgemacht, wusste aber auch, ich will etwas anderes tun. Habe dies immer für mich behalten und ganz ruhig an meinem Ziel gearbeitet. Ich denke, dass ich die Belastung ganz gut weggesteckt habe aber ich hatte auch immer mein Ziel vor Augen. Und so bin ich erzogen, unabhängig sein wollen, frei meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Mit einem Job, der genug Geld bringt, geht das und ich habe das einfach akzeptiert. Allerdings ist es heute ja noch viel brutaler und ich weiss nicht, ob es dann genauso gelaufen wäre. Ich habe auch meine Grenzen und ertrage nicht alles. 

Blackwater: Gleiche Frage wie Sibel mir letzte Woche stellte: Lara, wo siehst Du Dich in 5 Jahren, was sind Deine Ziele in Deinem Leben? Was treibt Dich an?

Lara:

XXX, ich weiss gar nicht so genau, ob ich das wirklich beantworten kann. Ich geniesse mein Leben und ich würde jetzt nicht sagen, dass ich mich treiben lasse. Vielleicht ein wenig. Freiheit ist mir sehr wichtig, weil ich viele Menschen sehe, Mädels aus meinem Bekanntenkreis, die ich für unfrei halte, unglücklich. Wie wenn ihnen eine Werbung verkauft worden ist, auf die sie reingefallen sind. Du musst einen Mann haben damit du Kinder bekommst. Das ist sogar ein Denken aus meiner Kultur und da weit verbreitet. Mein Vater wünschte sich aber immer in erster Linie für uns Mädchen, dass wir glücklich sind. Und das kann, muss aber nichts mit einer klassische Familie zu tun haben. Viele Frauen bekommen das nur eingeredet. Und das hat sicher nichts mit Emanze zu tun, denn ich bin durchaus sehr weiblich und alles andere wie eine Femen Tussie. Mich treibt Freiheit an. Und hast nicht du mich letztens als sibirischen Tiger beschrieben? (lächelt)

Blackwater: Ja absolut, so sehe ich Dich. Also keine Kinder, Mann, Haus, Katze, Hund, Maus?

Lara:

Ich glaube eher nicht. Das gehört alles irgendwie zusammen und passt nicht zu meinem Leben. Ein Haus würde ich vermieten, aus steuerlichen Gründen.

Blackwater: Typisch Bankerin. Lara, Du hast ja schon in der Anfangsphase von uns über Geldanlage geschrieben. Welche Tipps würdest Du denn Bankkunden heute geben, wenn es darum geht? Keine Sorge, Du muss keine Werbung für mich machen.

Lara:

Ich mache gerne Werbung für dich. Aber klar, zu deiner Frage: Es gibt verschiedene Arten von Kunden, manche nehmen alles selbst in die Hand und sind bei einer Direktbank. Das hat viele Vorteile bei den Konditionen. Andere brauchen, ähm, soll ich das nun Beratung nennen? Ja sie brauchen eigentlich Beratung, erhalten aber Verkauf. Aber was ist der Hintergrund davon? Psychologische Unterstützung ist es, dass brauchen sie. Jemand der sie führt, bestärkt. Und hier haben es die Altbanken geschafft dieses Gefühl zu vermitteln. Das hält immer noch an, trotz aller Skandale, der Betrügereien, der Fehlberatungen. Ich würde Bankkunden heute raten entweder selbst zu lernen ihr Geld in die Hand zu nehmen oder sich einen Finanzcoach oder Honorarberater zu suchen. Und in ein Netzwerk von Gleichgesinnten zu gehen. Alles ist besser, als provisionsgesteuerte Verkaufsgespräche. 

Blackwater: Eine klare Aussage. Wir haben das ja schon öfter thematisiert, aber warum siehst Du dies so?

Lara: 

Ich will es so beschreiben oder erklären. Stell dir eine Bankfiliale vor. Darin sind keine Berater, es sind Verkäufer. Denn das Ziel ist nicht eine sogenannte Beratung, sondern Abschlüsse. Also sind es Verkaufsgespräche. Wären es Berater, wäre Beratung das Ziel und diese würde bezahlt werden. Ist aber nicht so.

Zurück zu der Vorstellung… Die Verkäufer da drinnen müssen verkaufen. Jede Woche wird das nachgehalten, Druck gemacht, der Vorgesetzte will Zahlen sehen, Abschlüsse. Es kommen verschiedene Methoden zu Anwendung, Tandemgespräche mit dem Vorgesetzten, Verkaufszahlen werden besprochen und man wird aufgefordert Stellung zu nehmen, wie man die Zahlen bringen will.

Blackwater: Aber ist es nicht so, das die BaFin vieles untersagt im Wertpapier Bereich? Ist das denn erlaubt Einzelziele zu vergeben?

Lara: 

Was du sagst stimmt. Aber keine Sorge, das wird schon so gemacht, dass es juristisch sauber ist. Banken sind Meister da drin. Offiziell gibt es heute keine Einzelziele im WP Bereich. Aber was unter 4 Augen so besprochen wird, wer kann das schon beweisen. Die Verkäufer in Banken sind psychologisch geschult aus dem Kunden alles rauszuholen. Die Vorgesetzten sind geschult aus dem Verkäufer alles rauszuholen. Das ist die Nahrungskette.

Blackwater: Jetzt hast Du mit diesem Geschäft einer Bank ja nichts mehr zu tun und bist in Deinem Bereich glücklich. Was würdest Du tun, wenn sich das dort auch eines Tages ändern würde und Du Provisionsvertrieb machen müsstest?

Lara:

Du kennst mich gut genug, mir würde dann schon etwas einfallen. (lacht) Ich liebe meine Freiheit und bin keine Sklavin. Und ich hab immer was in der Hinterhand damit es auch nicht so wird. Mein jetziger Job in der Finanzierung ist wirklich gut, aber ich weiss das sich Umstände ändern können. Mit dem Wissen was ich habe, bin ich sicher für mich sorgen zu können, auch wenn der Job weg ist.

Blackwater: Das ist eine sehr sichere Lage, aus der Du heraus agierst. Ich weiss, das Du alles dafür getan hast diesen Vorteil zu haben. Aber was rätst Du Bankverkäufern, die abhängig von ihrem Job sind?

Lara:

Lernt einen neuen Job, studiert nebenher um die Schiene zu wechseln. Die Banking Welt ist im Umbruch, gerade bei Privatkunden. Die Bankverkäufer müssen jetzt schon die bankeigene Roboter-Advisor Vermögensverwaltung verkaufen. Wenn sie das erfolgreich gemacht haben, ist der Job eh weg. Das gleiche zeigt sich bei Konsumentenkrediten und Versicherungen. Der Bankjob in einer Bankfiliale ist ein Auslaufmodell. Die wenigen dieser Jobs die erhalten bleiben, werden in Zukunft mit 5 Rubel bezahlt. Das macht keinen Sinn.

Blackwater: Ok, ein paar lockere Fragen zu persönlichen Dingen von Dir: 

  1. Welche Hobbys hast du?
  2. Was machst du am Wochenende?
  3. Was war dein größter Fehler im Leben?
  4. Was war dein größter Erfolg im Leben?

Lara:

Hobbys? Ich hab keine bestimmten Hobbys. Ich treffe mich mit Freunden, manchmal fahr ich einfach nur gerne herum und versuch nicht zu lange an einem Ort zu sein. So wie du mag ich Wein, Rotwein. Allerdings glaube ich, dass ich mich nicht so gut auskenne. Er muss mir schmecken und am liebsten sitze ich im Freien dabei und geniesse die frische Luft. Ich liebe Klamotten und Schuhe, aber das ist jetzt nicht besonders selten bei Frauen, falls du nach etwas einzigartigem suchtest bei mir.

An einen größten Fehler denke ich gar nicht, es sind eher kleine Fehler, die in Summe dann weh tun. Vor Jahren habe ich mal einen Job abgelehnt, der vielleicht sogar noch besser wie mein jetziger ist, aber wer weiss das schon. Eine Zeit lang dachte ich, dass war ein Fehler. Ich weiss es nicht. Mein größter Erfolg ist, dass ich das Glück habe mein Leben so zu führen, wie ich es mir wünsche und frei geblieben bin. Das wäre fast schief gegangen.

Blackwater: Wie meinst du das?

Lara:

Fast, aber auch nur fast, wäre ich auch unter die Haube gekommen und würde nun mit 4 Kindern in der Provinz rumsitzen.

Blackwater: Jetzt muss ich lachen, der Traum von vielen ist Dein Albtraum: Das macht Dich schon sehr sympathisch. Auch wenn nicht jeder Dein Leben führen kann.

Lara:

Muss ja auch nicht so sein oder will es auch nicht. Jeder soll machen wie er es denkt. Ich sage nur, viele Leben nicht ihr Leben, sondern eine Märchengeschichte, die ihnen verkauft wurde. Und dann wundern sie sich, warum sie so unglücklich sind, sich dauernd ablenken müssen, krank werden, ob seelisch oder körperlich. Wir leben ja nicht ewig und wenn du dann eines Tages denkst, shit das ist gar nicht was ich wollte? Du kannst die Zeit nicht zurück drehen. Viele Entscheidungen sind getroffen und die Folgen davon eingetreten.

Viele können schon ein anderes Leben führen, wenn sie es wollen. Die Frage ist immer, was will ich wirklich? Im bin meinem Vater sehr dankbar, da er uns immer dazu gebracht hat darüber nachzudenken. Er sagte nie, ich freue mich auf Enkelkinder. Er sagte immer, Lara, ich freue mich wenn ich dich glücklich sehe. Mach was dich glücklich macht. Ich liebe meinen Vater.

Blackwater: Vielen Dank für das Interview und Deine Zeit Lara. Ich bin froh, dass Du ab und an bei uns schreibst und für die persönlichen Eindrücke von einem Menschen, der mit dem unbändigsten Freiheitstrieb ausgestattet ist, den ich kenne.

Lara:

Danke XXX, das sehe ich als Kompliment, gerade deinen letzten Satz. Hat mir Spass gemacht mir dir zu sprechen und wenn es einer guten Sache dient – und da bin ich mir sicher- dann ist es umso besser. Bis bald wieder mal.

White Tiger
Manche Menschen haben einen so tief liegenden Freiheitstrieb, dass es schon faszinierend ist. So wie einen Tiger in Gefangenschaft zu halten, würden solche Menschen daran zerbrechen, wenn man sie einengt.

13 Kommentare zu „Interview mit Lara

Gib deinen ab

  1. Spannende und interessante Frau eure Lara. Ausserdem sehr interessant die Einblicke einer Frau in die Bankenwelt zu sehen. Danke für diesen Bericht! Ich sehe meine Hausbank mit ganz anderen Augen seit ich euch lese. Nach euren Beschreibungen bin ich wohl ein Private Banking Kunde. Ich überlege ernsthaft aber alles abzuziehen und zu einer Direktbank zu wechseln. Danke für eure Arbeit und diesen offenen Blog.

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  2. „Die Geschichte, wie eine Londoner Bankerin ihren Arbeitgeber (nämlich: die Commerzbank) erfolgreich verklagte – und auf Basis des Urteils nun befördert werden möchte.“ Bloomberg, Financial Times

    Sind Sie das?

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  3. Vielen Dank für dieses Interview. Ich denke es gibt eine Menge schwarzer Schafe bei den Banken, gerade wenn es Vertriebsbanken sind. Das sieht man an den vielen Gerichtsprozessen, Untersuchungen und Berichten in der Presse. Veröffentlichungen wie Ihre helfen Menschen aufzuklären und vorsichtiger zu machen. Zumindest bringt es zum Nachdenken. Und das ist doch wirklich schon mal gut, wenn das erreicht wird. Am Ende ist jeder seines eigenen Glückes Schmied und kann dann nicht sagen, er hätte noch nie davon gehört. Wichtig ist es aber auch, immer Auswege oder Alternativen aufzuzeigen. Und davon hätte ich gerne auch bei Blackwater mehr. Ich und meine Bekannten lesen schon eine ganze Weile mit und das mit viel Freude. Daher nehmen Sie es als Anregung bitte auf einen Schwenk zu machen. Hin zu positiven Alternativen zum Finanzvertrieb. Vielen Dank!

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    1. Guten Morgen Herr Dr. Schütt. Da haben Sie recht und das ist nicht nur einfach so geschrieben. Die Projekte, die wir in unserer „Pipeline“ haben, sind lösungsorientiert. Wir sind sicher, dass wir in den nächsten Wochen einiges für Sie dabei haben. Das grundsätzliche Banken Thema haben wir ausgiebig durchgearbeitet, in dem Interview ist dies nun nochmal zum Tragen gekommen. Aber wie meine Kollegin schreibt, ist dazu in der Presse ja auch genug zu lesen und unsere Erfahrungsberichte zeigen dies ja auch. Vielen Dank für Ihren offenen und konstruktiven Kommentar.

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    1. Ja klar, wie ich auch sagte, gibt es natürlich auch Kollegen die das nicht so empfinden und anders sehen, manche sogar als -das war bisher die Krönung der Argumente- soziale Mission. 😂 Und das war keine Sparkassen Kollegin. Also heute kann sich jeder selbst ein Bild machen und es ist kein Geheimnis wie das Business läuft. 80 jährige Rentnerinnen mit Schiffbeteiligungen sind keine Seltenheit vor deutschen Gerichten. Und aus Erfahrung kann ich sagen, das es sehr schwer ist bei vielen Vertriebspraktiken nicht mitzumachen, da der Druck sehr sehr hoch ist. Oft hilft nur Wechseln, in interne Bereiche der Bank oder in den yfinanzierungsbereich wie ich das tat. Das versuchen viele Kollegen und wenn das nicht klappt, dann eben der Branchenwechsel. Aber sonst gibts auch Leute, die eben darin voll aufgehen und nichts schlimmes daran finden. Das gibts in jedem Beruf, selbst in der Zigarettenindustrie.

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    2. Das empfinde ich als geschädigter Anleger und Betroffener (meinen knapp 80jährigen Eltern wurden sogenannte Beteiligungen verkauft) nicht als „komisches Berufsbild“, die Dame spricht meiner Frau und mir aus dem Herzen. Es mag ja sein, dass der ein oder andere Filialbankkunde einen Berater der alten Sorte hat, der einen nicht über den Tisch zieht. Wobei meine Eltern auch dachten. Aber grundsätzlich sollte doch klar sein, dass im Verkauf einer Bank Menschen sind, die verkaufen müssen. Also ist das von der Dame hier vielleicht etwas plump oder unvorteilhaft ausgedrückt, aber entspricht absolut der Wahrheit. Der Konflikt der Interessen zwischen dem Kunde (hilfsbedürftig) und dem Verkäufer der Bank ( muss verkaufen, hat mehr Wissen) ist unbestritten und regelmäßiges Thema der Gerichte. MfG

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    3. Manchmal haben wir uns ja hier gefragt, warum noch Menschen überhaupt zu Filialbanken gehen und sich noch teure Produkte verkaufen lassen… Eine Antwort ist eben die: Altes Berufsbild. Bank = seriös und ehrbarer Kaufmann. Es ist aber eben zu dem geworden was Lara schreibt.

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