Von Lederjacken und Lämmern

“Uncertainty is an uncomfortable position. But certainty is an absurd one.”

― Voltaire

 

 

Eine Botschaft an die Generation zwischen 20-35

Risiko. Manche lieben es. Manche sind süchtig danach. Aber die meisten scheinen eher in Risiko Vermeidung unterwegs zu sein. Zumindest in unserem Lande. Dies kann man an verschiedenen Dingen ablesen. Angefangen von dem klassischen Angestellten Dasein und dem Denken dahinter. Angestellt sein ist sicher, selbstständig sein nicht. Und das Geld kommt aus dem Geldautomaten. Klar.

Wer mal in einer Bank gearbeitet hat weiss, dass war vielleicht einmal so. Diese Branche ist ein gutes Beispiel, denn sie leidet in Deutschland unter gleich mehreren Problemen. Die Digitalisierung haben die meisten verschlafen und glauben immer noch, dass wäre einfach ein weiterer Vertriebskanal. Das Geschäftsmodell ist temporär gescheitert, alle hoffen auf wieder steigende Zinsen. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Bis dahin muss der Kunde bluten, denn mit Provisionsvertrieb versucht man das Problem auszugleichen. Und dann die Unmengen an Fehlentscheidungen, die durch die Presse hinlänglich bekannt sind. Klassische Selbstüberschätzung des mittleren bis oberen Managements nach Jahrzehnten des leicht verdienten Geldes. Der Mensch gewöhnt sich schnell, passt sich schnell an, nach oben wie nach unten. Bankmanager zu sein war früher eine Lizenz zum Geld drucken. Selbst runter bis zum Filialdirektor einer größeren Filiale. Nun muss man sich daran gewöhnen, am Tisch der abgehängten Platz zu nehmen. Ideenreichtum könnte helfen, aber daran mangelt es in Banken meist. Banker haben keine Phantasie. Daher werden einfach primitiv Gebühren erhöht, anstatt echte Mehrwerte zu schaffen. „Herr XYZ, ihr Kontoauszug, bitte schön. Das kostet 5 EUR.“ Das muss dann schon Pergamentpapier sein.

Das war unsere Einleitung. Und mit Bank soll es heute weiter gehen. Ein kleiner Rückblick in die Jahre vor der Finanzmarktkrise von 2007/2008. Damals in einer großen Megabank mit fast 100.000 Mitarbeitern weltweit und stolzes Aushängeschild der DAX30 Unternehmen seinerzeit. 25% Eigenkapitalrendite waren das Ziel. Im Jahr. Das wurde sogar ab und an erreicht. So mancher Banker urinierte an eine Sparkasse voll Überheblichkeit und stolz auf die eigene Nähe zum Himmel der Investmentbanken.

In der Anlageberatung hatten die Kollegen für verschiedene Arten von Kunden immer Spitznamen. Eine Kategorie waren die „Lederjacken“. Das waren vermögenden Kunden mit 500 TEUR aufwärts an liquidem Vermögen. In den meisten Fällen die Altersgruppe 60+. Klassische Private Banking Kunden, wenn man bedenkt, dass diese meist noch viele Immobilien und Auslandsvermögen hatten. Bedenkt, wir sind zu dieser Zeit ca. 10 Jahre vor Einführung des internationalen Austauschs von Steuerdaten. Auslandvermögen war damals ein großes Thema.

Die „Lederjacken“ zeichneten sich aber auch durch etwas anderes aus. Sie waren meist sehr stur und zu nichts zu bewegen ausser Festgeldern. Gut, es gab bis zu 5% p.A. Sie waren komplett risikoscheu, mindestens. Klar versuchte man ihnen zu erklären, dass die Nettorendite niedriger ist wegen der Inflation, das es ein Wiederanlagerisiko gibt. An den „Lederjacken“ haben sich viele die Zähne ausgebissen. Zu zweit, mit Verkaufscoach oder Teamleitung saß man im Gespräch und übte alle möglichen NLP Psychotaktiken um diese zu „knacken“. Wer jetzt denkt, oh man was ist das für eine Bank, was läuft in Banken ab, dem darf ich eines ans Herz legen: Willkommen in der Wirklichkeit. Das war vor 10 Jahren. Was glaubt ihr wie das heute ist? Besser, schlechter oder gleich?

Bingo. Ich denke ihr liegt richtig.

 

 

Die „Lederjacken“

Diese Kunden sind massiv risikoscheu. Aber wie haben sie ihr Vermögen aufgebaut, mag sich so mancher fragen. Die Antwort ist gar nicht mal so schwer. Denn als sie jung waren, hatten sie keine Lederjacken an. Es war eine Generation, die dass Nachkriegsdeutschland erlebte. Eisern wurde gespart. Der Begriff Eiseren Reserve kommt aus dieser Zeit. Und dann gab es ganze Dekaden lang hohe Zinsen. Wenn man bedenkt, das es bei ca. 7% p.A. zu einer Verdopplung des Kapitals alle 10 Jahre kommt wird klar, wie Vermögen aufgebaut wurde. Und ein anderer Teil des Vermögensaufbaus waren die Immobilien.

Historische Zinsen
Historische Zinsentwicklung Deutschland. Ohne Risiko zum Vermögen – in freien Märkten sollte das unmöglich sein.

Die Generation der Lederjacken sparte, hatte hohe und nahezu risikolose Zinsen und erbte oft damals Land in Form von Äckern. Später wurde das Bauland. Manchmal half es den Bürgermeister gut zu kennen, gerade in der Provinz.

In Deutschland ist es heute noch so, dass etwa 75% der Millionäre durch Erbe dazu werden, in den anderen 25% stecken unter anderem die Unternehmer drin, die ihr eigenes Unternehmen aufgebaut haben. Interessanterweise ist dieses Verhältnis in den USA genau umgekehrt.

Wie beim Fussball frage ich mich immer, ob man auf etwas stolz sein kann oder soll, zu dem man nichts beigetragen hat.

Die Lederjacken – Generation profitierte aber auch stark von der Immobilienpreisentwicklung, nicht nur hier im Land. Die Immobilienpreise weltweit wie auch in Deutschland stiegen in den letzten Dekaden stark an. In der Grafik seht ihr die weltweite Entwicklung zwischen 1975 und 2017.

Immobilienpreise ab 1975
Weltweite Immobilienpreise: Opfer der Asset Inflation oder gutes Investment? Oder womöglich beides?

Quelle: Globalization and Monetary Policy Institute, Federal Reserve Bank of Dallas

Die Generation der „Lederjacken“ kam zu ihrem Vermögen durch die Zinsen und die Immobilien. Anders als in den USA, spielte der Aktienmarkt in der Vermögensanlage lange keine große Rolle. Schon gar nicht für Privatanleger. Sicher könnt ihr euch noch daran erinnern, wie viele Menschen bis vor wenigen Jahren stets sagten, Börse ist Zockerei. Das hat sich inzwischen etwas verändert, wobei ich mir fast sicher bin, das es nach dem nächsten Crash wieder so sein wird.

Die „Lederjacken“ haben gegenüber der jungen Generation einen erheblichen Vorteil genossen, weswegen ihre oft überhebliche Art alles andere als begründet ist. Selbst auf dem Land kann man oft erleben, wie Menschen mit einem Immobilienvermögen von knapp einer Million Euro und dem Alter um 60 herum sich oft aufführen, wie wenn sie begnadete Anleger sind. Ein kurzes Gespräch offenbart aber meistens groben mangelnden Sachverstand von einfachen wirtschaftlichen Zusammenhängen. Dafür sitzt man aber im Stadtrat. Wie praktisch.

Diese Generation hat viele Entbehrungen gehabt, keine Frage, aber auch einen „Free Lunch“, den es in freien Märkten eigentlich nicht geben sollte. Den Rendite kommt von Risiko und nicht von Zins. Schon gar nicht von risikolosem Zins. Mit diesem Hintergrund ist eine Begrenzung der Einlagensicherung auf 100.000 EUR je Kunde besser zu verstehen oder zu mindest zu akzeptieren.

 

 

Die Transfergeneration

Zwischen der heutigen Generation und den Lederjacken liegt die Transfergeneration. Ich nenne sie nicht nur so, weil sie dazwischen stehen und eine Verbindung darstellen. Sie leben auch im wahrsten Sinne des Wortes von Transfer von Erbmasse. Ein Teil dieser Generation ist antiautoritär erzogen worden und die Folgen davon sind nicht zu übersehen. Sie sind schon deutlich ichbezogener. Die Lederjacken rühmen sich oft ihres Vermögensaufbaus, wie ich es beschrieben hatte. Menschen rühmen sich ja öfters mit Dingen, für die sie gar nicht oder nicht ausschliesslich verantwortlich sind. Siehe Fussball. Aber die Transfergeneration hat schon deutlich weniger geleistet und ihr Selbstbewusstsein ist genauso durchinflationiert wie die Kapitalmärkte nach über 10 Jahren Geldflutung.

Auch diese Generation musste für den Vermögensaufbau nicht ins Risiko gehen. Sie bekam einen erheblichen Teil übereignet, vererbt. Oft noch zu Lebzeiten der Eltern mit Niessbrauch bei den Immobilien.

Diese Generation hat eine Zeit relativen Friedens erlebt. Bewusst die 80er Jahre erlebt. Die Welt vor der Haustür war in Ordnung, es gab gut bezahlte Arbeit und wenn man arbeitslos wurde lange Arbeitslosengeld in einer akzeptablen Höhe im Vergleich zu heute. 1986/1987 war die Welt durch Militärmanöver der beiden Blöcke kurz vor einem Atomkrieg, wie wir heute wissen. Aber damals haben das die meisten nicht mitbekommen. Es ist vielleicht besser nicht immer alles zu wissen, gerade in der Weltpolitik.

Und wenn das nahe Umfeld des Menschen sicher und geregelt erscheint, ist das für die meisten ok. Das ist heute nicht anders.

 

 

Die Lämmer

Lämmer haben das Problem, das ihr Ende vorbestimmt ist. Auf dem Teller. Aber das ist bei uns Menschen nicht viel anders.

Und die Lämmer haben das historisch größte finanzielle Problem vor sich. Es gibt keine Zinsen mehr. Der Free Lunch der vergangenen Jahre ist vorbei. Und dennoch benötigen sie wie keine andere Generation vor ihnen das Geld für ihre Zukunft. Wie wir schon öfters erklärten, braucht es mindestens 500 TEUR für einen heute 30 Jährigen, wenn er in Rente gehen will, um den Lebensstandard  zu halten. Ansonsten müssen Flaschen gesammelt werden. So mancher wird sich um diese mit anderen streiten müssen.

Unter den Lämmern gibt es auch Erben. Aber nicht mehr so viele wie früher. Das Vermögen konzentriert sich hier schon auf deutlich weniger Menschen. Und das Geld wird auch allzu gerne schnell ausgegeben. Aus langjähriger Berufspraxis kann ich euch sagen, dass es nicht selten war, das mal locker 500 TEUR in 3-4 Jahren durch Luxus ausgegeben wurden und damit der Großteil des Erbes verprasst war.

Die Lämmergeneration hat aber auch erhebliche Probleme mit dem Mindset. Den das was die Eltern sagen stimmt schon lange nicht mehr. Diese Generation muss in das Risiko gehen um Rendite als Lohn zu erhalten und Vermögen aufzubauen. Es ist die Generation, die wie keine andere lernen muss, dass Crashs und Drawdowns zum Vermögensaufbau dazu gehören. Es ist die Generation die lernen muss, dass der Wohlstand Deutschlands nicht selbstverständlich ist, sondern das man mit der Welt in einem harten Wettbewerb steht. Ein Wissenschaftler sagte vor einiger Zeit in einer Dokumentation über das Bildungssystem Deutschlands im Vergleich zu China, dass langfristig deutsche Kinder für China die Kleidung nähen werden. Das ist eine harte und provozierende Aussage. Sicher ist, das nichts sicher ist.

Und wie keine Generation vorher erlebt diese Generation einen gesellschaftlichen Umbruch historischen Ausmasses. Familie ist nicht mehr als Mann, Frau und zwei Kinder definiert, die Kirche wird zur Moschee, der Freund der Schulzeit zieht mit seinem Mann und der Katze zusammen. Das ist keine Wertung, einfach nüchtern die Tatsachen.

Falls das nun etwas trüb klingt, so sei gesagt, dass diese Generation auch Vorteile hat. Nie dagewesene Vorteile. Globales Reisen, Leben im Ausland, arbeiten von überall. Das war noch bis vor wenigen Jahren nur einer absoluten Minderheit vorbehalten.

Aber das hat seinen Preis. Und es gibt keinen Free Lunch. Die Lämmergeneration hat eigentlich keine Zeit sich mit Drogen und Sexparties abzulenken. Sondern sie muss Wissen aufbauen, in neuen Wegen denken und sie muss ins Risiko gehen. Und das ist der entscheidende Gedanke. Risiko.

 

 

Das Risiko

Wie Eingangs geschrieben haben die meisten Menschen hierzulande Angst. Die berühmte German Angst. Alles ist versichert bis zum geht nicht mehr. Man wechselt von einem Angestellten Job in den nächsten, auf keinen Fall vorher kündigen. Selbst der nicht passende Partner wird erst verlassen, wenn der neue sicher ist. Am liebsten wohl mit Garantien, dem liebsten Wort der Deutschen. Zum Glück hat uns Griechenland Garantien gegeben, dass wir unser Geld wieder erhalten.

Risiko ist da ein Wort, welches Angst erweckt. Dabei sind Risiko und Rendite doch ein Pärchen, wie bereits schon einmal erwähnt. Darauf will ich nochmal eingehen, etwas bildlicher. Schaut euch dieses Paar an:

Blackwater.live - Risiko und Rendite sind ein Paar

Wie sehen die für euch aus?

Nach Biedermann und Staatspapieren? Nach Sparbuch? Nach geregelter Arbeitszeit und Mittagessen um 12 Uhr?

Nein. Die sehen wild aus. Nach mittelfristiger Unberechenbarkeit. Und irgendwie auch nicht nach Kuscheln. Sondern… ach ihr wisst schon. Die arbeiten nicht für die Betriebsrente. Sie machen alles anders. Aber vor allem machen sie eines: Sie leben.

Eigentlich doch genau das, was die Lämmergeneration so gerne macht. In Blogs liest man vom Leben für 5 EUR am Tag in Thailand, von „you only life once“, leb dein Leben wie du magst. Und nur ein Mal. Klar.

Umso weniger ist Riester, Fondsrente, Bankberatung & Co. das was diese Generation braucht. Mit einem Riestervertrag und Garantien und 5% Kosten im Jahr wird das nichts mit Thailand. Wenn ihr zur Bankberatung geht nützt das vor allem der Bank. Unternehmen, die übrigens von der Transfergeneration gesteuert werden. Die sitzen in ihrem 750.000 EUR Inflationsreihenhaus ohne Keller und trinken Champagner wenn eine ihrer Bankfilialen 20 Riesterverträge an Ahnungslose verkauft hat. Für die wollt ihr nicht bluten. Wenn es schon weh tut, dann für den Beach in Südostasien mit 50.

Und daher ist dieser Post heute ein Plädoyer für das Risiko. Euer bester Freund, eure beste Freundin. Und auch das will ich wieder mit einem Bild verbinden. Nein, nicht mit Sweet16. Das wäre für meine kritischen Leser heute zu plump. Und es geht nicht um FX. Es geht um jegliches Risiko. Als Schreiber nehme ich wieder eine Frau als Beispiel. Auch weil ich weiss, dass anders als Männer Frauen auch mit einem weiblichen Bild die Message verstehen und akzeptieren. Frauen haben uns da etwas voraus.

Blackwater.live - Miss Risiko
Blackwater.live – Miss Risiko

Schaut euch diese Frau an. Ich nenne sie „Miss Risiko“. Fangen wir mit den Nachteilen an. Diese Frau sieht nach Schmerzen aus. Nach Crashs und Drawdowns. Mit ihr zusammen zu sein ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Es gibt eine On-Off Beziehung. Also zusammen und getrennt. Nach einer kurzen Trennung siehst du sie wieder. Sie macht dich süchtig. Sie ist das, was für den Ferrari Besitzer die Situation ist, wenn er an einem Sonntag morgen in seine Garage geht und mit der Hand über das Auto streicht – pure Leidenschaft. Leidenschaft kommt von Leiden. Und auch von Sucht und Spass.

Miss Risiko steht für das, für das Risiko an sich auch steht: Riskieren, wagen, mutig sein. Und belohnt werden. Das Risiko belohnt den, der es liebt. Nach einer On-Off Beziehung wird auch Miss Risiko reifer und ihr lernt mit ihr umzugehen. Und am Ende sitzt ihr mit ihr in einem schönen Häuschen, streicht ihr durch die Haare und sagt: „Dass war es wert!“ Das ist der Tag der Entlohnung.

Die Generationen vor euch hatten einen Free Lunch in mancherlei Hinsicht. Das ist vorbei. Aber sie sitzen auch am Ende nicht mit Miss Risiko im Arm am Strand in Thailand, sondern mit der Betriebsrente und dem Rollator im Heim.

Am Ende müssen wir alle sterben. Das ist doch die Weisheit eurer Generation. Dann zieht auch die Schlüsse daraus.

Das ist die Botschaft an die Generation Lämmer: Seid mutig. Wagt etwas. Brecht aus. Seid verrückt. Ihr sagt doch immer, dass ihr nur ein Leben habt. Im Vermögensaufbau werdet ihr mit Sparbuch, Riester und Bankberatung nicht weit kommen. Aktien ETFs und alternative Investments schon eher. Schaut euch DIESEN Artikel dazu an. Möglicherweise kommen wir in einen globalen Abschwung und ihr werdet beispielsweise die Transfergeneration jammern hören. Börse ist schlecht und böse, Trading sowieso. Aber bedenkt, dass ein Abschwung oder sogar ein Crash eine riesige Vermögensumverteilung ist. Das bedeutet entweder wird die Welt untergehen, dann habt ihr eure 40% beim Wodka oder es geht weiter, dann bekommt ihr sie in den Aktien. Und das oft mehrere Jahre in Folge. Hat es alles schon gegeben.

Entscheidend ist nur, dass ihr handeln müsst. Dazu müsst ihr wissen wohin euer Weg führen soll. Und dazu müsst ihr nachdenken.

Blackwater.live
Wer im Alter mal angenehm in einem warmen Land sterben will, muss heute schon etwas dafür tun.

 

 

“Cat: Where are you going?
Alice: Which way should I go?
Cat: That depends on where you are going.
Alice: I don’t know.
Cat: Then it doesn’t matter which way you go.

― Lewis Carroll, Alice in Wonderland

64 Kommentare zu „Von Lederjacken und Lämmern

Gib deinen ab

  1. Das ist doch einfach nur noch lächerlich. Jedes Mal wenn der Finanzwesir euch verlinkt tauchen Leute mit merkwürdigen Namen auf und äußern sich wertend bis moralisch erbost. Das hat mit Kritik gar nichts zu tun, so mein Eindruck, es soll einfach nur schaden. Denen wäre es am liebsten ihr geht offline. Demokratische und weltoffene Internetkultur ist für mich etwas anderes. Unterstütze euch schon aus Prinzip wenn ich so etwas lese. Für mich sind das Menschen die ihre Moralvorstellungen anderen überstülpen wollen wie die Kirche früher. Ekelhaft.

    Gefällt 1 Person

      1. Ja ein Oblong Fitz (Marionetten Spieler?!) findet EUCH dubios…🤔.. im Ernst?? !! Oder wie der Finanzwesir schreiben würde:” wat et nich alles jibt” oder “awa”… ob in China wieder ein Sack Reis umfällt….🙄

        Gefällt mir

  2. Gefällt mir sehr gut. Euer ganzer Auftritt und die Grundaussage dahinter. Damit hebt sich dieses Blog von den anderen doch deutlich ab. Ich freue mich schon auf das Jahr 2019 mit euch!

    Gefällt mir

  3. wow ich feier euch das ist guut. Ich lese sonst nie Blogs über Geld und Finanz. Aber eine Freundin meint ich soll euch mal besuchen und es wäre hier anders und nicht so kompliziert wie sonst😂😂😂 Sie hat nicht zu viel versprochen. Hab euch gespeichert und freu mich auf weitere Posts…

    Gefällt 1 Person

  4. Danke für diesen gut und bildlich geschriebenen Artikel.
    Neben dem Risiko, sagt dein Artikel auch: möchtest du dich um deine Finanzen kümmern, dann gehe nicht zu einer Bank. Lange war es möglich ohne finanzielle Bildung ein Vermögen aufzubauen. Trotz hoher Kosten bei Finanzprodukten oder der Inkompetenz mancher Bankberater wurde das Geld mal mehr mal weniger lukrativ angelegt. Auch ich war ehemaliger Bankberater. Das Jahresende war immer besonders hektisch. Die Verkaufszahlen mussten für das laufende Geschäftsjahr noch gesteigert werden. Ein Flipchart mit abzuschließenden Bauspar- und Riesterverträgen und täglich aktualisierter Strichliste zeigt, wie „kundenorientiert“ solche Unternehmen agieren.
    Die Generation Y bzw. Z muss also selber die Ärmel hochkrempeln und das System der Geldmehrung verstehen. Sie muss aber auch langfristig erkennen, dass die Bundesregierung uns an der Nase herumführt, wenn es um die 3. Säule der Altersvorsorge geht. Ein Blick in die USA oder nach Skandinavien macht mich neidisch und ich frage mich, warum sich die Regierung solche Lösungen nicht als Beispiel nimmt.
    In meinem privatem Umkreis versuche ich für das Thema zu sensibilisieren und die Macht des Zinseszinses bei einem Tagesgeld ist im Vergleich zu erzielbaren Renditen an der Börse eine wahrer Augenöffner. Ich kann daher dein Appell, mehr ins Risiko zu gehen, Voll und Ganz unterstützen. Weiter so 🙂

    Gefällt 1 Person

  5. Danke für diesen gut und bildlich geschriebenen Artikel.
    Neben dem Risiko, sagt dein Artikel auch: möchtest du dich um deine Finanzen kümmern, dann gehe nicht zu einer Bank. Lange war es möglich ohne finanzielle Bildung ein Vermögen aufzubauen. Trotz hoher Kosten bei Finanzprodukten oder der Inkompetenz mancher Bankberater wurde das Geld mal mehr mal weniger lukrativ angelegt. Auch ich war ehemaliger Bankberater. Das Jahresende war immer besonders hektisch. Die Verkaufszahlen mussten für das laufende Geschäftsjahr noch gesteigert werden. Ein Flipchart mit abzuschließenden Bauspar- und Riesterverträgen und täglich aktualisierter Strichliste zeigt, wie „kundenorientiert“ solche Unternehmen agieren.
    Die Generation Y bzw. Z muss also selber die Ärmel hochkrempeln und das System der Geldmehrung verstehen. Sie muss aber auch langfristig erkennen, dass die Bundesregierung uns an der Nase herumführt, wenn es um die 3. Säule der Altersvorsorge geht. Ein Blick in die USA oder nach Skandinavien macht mich neidisch und ich frage mich, warum sich die Regierung solche Lösungen nicht als Beispiel nimmt.
    In meinem privatem Umkreis versuche ich für das Thema zu sensibilisieren und die Macht des Zinseszinses bei einem Tagesgeld ist im Vergleich zu erzielbaren Renditen an der Börse eine wahrer Augenöffner. Ich kann daher dein Appell, mehr ins Risiko zu gehen, Voll und Ganz unterstützen. Weiter so 🙂

    Gefällt mir

    1. Hallo Jan, ich musste deinen Kommentar erst aus dem Spam „fischen“, daher die späte Rückmeldung. Interessant, der Jahresendspurt scheint bei allen Banken das gleiche Ritual zu sein. Und die Vertriebsaktionen mit Flipchart kenne ich auch nur zu gut.

      Zitat: „Sie muss aber auch langfristig erkennen, dass die Bundesregierung uns an der Nase herumführt, wenn es um die 3. Säule der Altersvorsorge geht.“

      100% meine Zustimmung. Das ist ja das traurige, denn dies macht die Lage noch unübersichtlicher für viele und sie geben es dann ganz auf. Daher ist es umso besser, je mehr Reichweite Blogs bekommen und ich denke es ist bald für jeden etwas dabei.

      Gefällt 1 Person

  6. Was heißt denn: „braucht es mindestens 500 TEUR für einen heute 30-jährigen, um seinen Lebenststandard zu halten“ ? Geht es um eine Geldsumme ? die man zusätzlich zur Rente und ggf. zur Immobilie braucht, oder sind rente und Immobilie damit gemeint ? Wenn man mal davon ausgeht, im Alter eine bezahlte Wohnung zu haben und die mal vorsichtig ( im Umland) mit 350 TEUR ansetzt und von einer Rente von 1800 mtl. ausgeht , die man auf ca. 20 Jahre Rentenbezug kapitalisieren würde ( Wert ca. 432 TEUR), dann wäre man schon bei einem bilanzierten Gesamtvermögen von ca. 783 TEUR zum Rentenbeginn. Wer das schafft , dem geht es auch ohne zu erben schon einigermaßen gut. Ist eine stabile Partnerschaft und eine 2. Rente vorhanden, dürfte es den Beiden bereits sehr gut gehen. Darüber hinaus noch die besagten 500 Ts zu haben, ist Luxus pur und geht weit über das „Halten des Lebensstandards hinaus. Zudem müsste das ja erstmal verdient und zurückgelegt werden, was selbst bei einem guten Einkommen schwierig sein dürfte, denn es gibt ja noch so etwas wie laufende Kosten für das tägliche Leben….

    Gefällt mir

    1. Dabei ging es nicht um eine zusätzliche Geldsumme, sondern um den Gedanken das man Vermögen im Alter braucht, mehr als die Generationen vorher. Das war keine unbedingt fixe Zahl, sondern hat sich aus verschiedenen Fragen hier als Grössenordnung ergeben. Eine 1800 EUR Nettorente, bei der dies auch der tatsächlichen Kaufkraft entspricht, werden wohl später nicht viele der heute 30 jährigen haben. Die aufgemachte Rechnung ist ansonsten interessant, aber viele unserer Leser und Kunden streben eher ein Leben ausserhalb Deutschlands an und meistens ohne Immobilienbindung. Einen Betrag in der genannten Grössenordung anzusparen ist in jedem Fall eine Herausforderung. Aber je nach Zeitfaktor und Sparfähigkeit nicht unmöglich. Sowohl beim Wesir als auch hier haben manche doch sehr hohe Sparraten von mehr als 500 EUR im Monat und das teilweise im Alter unter 30. Damit kann man sich was aufbauen.

      Gefällt mir

    2. ich will mal einen sehen der 1800 EUR Nettorente in 30-40 Jahren bekommt. Sehr witzig. Und dann muss ich noch die Inflation mit ca. 2% p.A. rechnen, da wären selbst 1800 EUR nur noch 900 EUR von der Kaufkraft. Daher hat der Weckruf hier wie anderswo Sinn. Von darüber hinaus 500K zu haben, davon spricht keiner hier. Schon gar nicht von Immo kaufen.

      Gefällt mir

  7. Ausgezeichnet, sehr gut geschrieben! Da hat jemand Ideen und eine Berufung. Ich hoffe ich darf etwas Kritik äußern: Das braucht noch Schliff, muss weiter reifen etc. Aber: Hören Sie niemals auf. Schreiben Sie weiter. Sie können es mir abkaufen oder nicht, ich weiss beruflich von was ich rede. Sie können schreiben und ich würde fast mit Sicherheit sagen, Sie müssen es auch!

    Gefällt mir

  8. Ich lese passiv mit, bin eine passive Investorin und passive Leserin und habe das Glück jeden Monat ca. 1000 EUR auf die Seite legen zu können und das mit Mitte 30 und zwei Kindern. An eurem Blog gefällt mir der Stil, die offene Art und das ihr mit Risiko offen umgeht und nicht die immer gleichen Geschichten erzählt wie in Blogs anderswo. Ich werde mich bei als Dauerleserin nun anmelden, mich habt ihr.😉

    Gefällt mir

  9. Sehr guter Schreibstil und super Art das Thema rüber zu bringen! Gerade das Risiko Thema könnt ihr gut erklären, ist mir schon mehrfach aufgefallen! Das Mädel zur Erklärung zu benutzen ist ne kecke Idee. Aber wie schon eine Leserin? es angedeutet hat, nehmt mal einen Mann. 😂

    Gefällt mir

  10. Der Autor der meisten Artikel hat sich von Artikel zu Artikel gesteigert, es ist deutlich bemerkbar. Wenn das so weiter geht, wird dieser Blog es noch ganz weit bringen, egal ob als mystery Geheimblog weiter geführt oder nicht. Vermutlich könnte dieser Blog dann alleine durch das bloggen Geld verdienen. Weiterhin viel Erfolg, ich bleibe euch gewogen!

    Gefällt mir

  11. Grosses Lob an euch für die Artikel der letzten Zeit. Sie sind motivierend, nachdenklich und ehrlich. Man merkt hier schreibt jemand mit Herz, dem es wichtig ist Menschen mit der Aussage zu erreichen. Dieser Blog hebt sich doch stark von anderen ab, inhaltlich und von der Schreibweise. 5 Sterne
    😂😂

    Gefällt mir

  12. In das Risiko zu gehen war schon immer wichtig. Wer mit Risiken umgehen kann ist erfolgreich. Aber für die heutige junge Generation ist es Pflicht. Sie brauchen die Rendite und die Prozente. Das manche Einrichtungen so tun, als wenn das Problem mit völlig überteuerten Fehlkonstruktionen wie Riester gelöst wird ist ein Hohn. Aufwachen Leute! Immer wenn der Staat etwas für euch grosszügig übernehmen will, solltet ihr vorsichtig sein! Eigenverantwortung zählt!

    Gefällt 1 Person

      1. @Blackwater: Sind auch Ängste was falsches zu sagen oder sich zu blamieren. Umso mehr weiss ich wo ich jetzt fragen kann ohne dumm darzustehen und Mist verkauft zu bekommen. Ich teile euch auch ;-)) Immer mehr Ex-Banker hier, schon witzig.

        Gefällt mir

  13. Inhaltlich ein absolut zutreffender Artikel. Persönlich mag ich auch die Art wie hier geschrieben wird. Ganz klar polarisiert das und jeder weitere Artikel wird auf anderen Finanzbloggs die Leute die Messer wetzen lassen. Aber bitte nicht falsch verstehen. Macht weiter! Es ist schon langweilig genug das sich heute eine Zeitung wie die andere liest, wenn die Finanzbloggs auch alle gleichgeschaltet sind und nur noch über ETF und finanzielle Freiheit schreiben, dann noch möglichst supergefällig damit ja alle keine Blutdrucktabletten brauchen, dann schau ich in Zukunft nur noch Frühstücksfernsehen. Danke!

    Gefällt mir

  14. Erinnert mich auch an die geniale Rede von Steve Jobs vor den Studenten der Stanford University am 12.Juni 2005. «Sucht, was euch am Herzen liegt» Er er erzählte drei Geschichten. Auszugsweise immer die Schlussfolgerungen. Es war eine der grössten Reden an junge Leute die mir bekannt ist.

    Die erste handelt davon, eine Verbindungslinie zwischen den Punkten zu ziehen.
    (…)

    Noch einmal: Man kann die Punkte nicht verbinden, wenn man sie vor sich hat. Die Verbindung ergibt sich erst im Nachhinein. Man muss also darauf vertrauen, dass sich die Punkte irgendwann einmal zusammenfügen. Man muss an etwas glauben – Intuition, Schicksal, Leben, Karma, was immer. Diese Haltung hat mich nie enttäuscht, sie hat mein Leben entscheidend geprägt.

    Die zweite Geschichte handelt von Liebe und Verlust.

    (…)

    Arrangieren Sie sich nicht. Wie bei allen Herzensangelegenheiten weiss man, dass es das Richtige ist, wenn man es gefunden hat. Und wie bei jeder wichtigen Beziehung wird es mit den Jahren immer besser. Suchen Sie also so lange, bis Sie das Richtige gefunden haben. Arrangieren Sie sich nicht.

    Meine dritte Geschichte handelt vom Tod.

    Als ich 17 war, las ich einen Satz, der etwa so ging: «Wenn man jeden Tag lebt, als wäre es der letzte, wird man irgendwann recht haben.» Das hat mich beeindruckt, und seitdem habe ich jeden Morgen in den Spiegel geschaut und mich gefragt: Wenn heute mein letzter Tag wäre, würde ich dann tun wollen, was ich heute tun werde? Und wenn ich allzu oft mit Nein antwortete, dann wusste ich, dass ich etwas ändern musste.

    Die Überlegung, dass ich bald tot sein werde, ist für mich die wichtigste Hilfe bei den wirklich grossen Entscheidungen im Leben. Denn fast alles – anderer Leute Erwartungen, Stolz, Versagensangst – wird im Angesicht des Todes unwichtig, es bleibt nur, was wirklich wichtig ist. Wer bedenkt, dass er sterben wird, fällt nicht der Illusion anheim, er habe etwas zu verlieren. Man ist sowieso nackt. Es gibt keinen Grund, nicht der Stimme des Herzens zu folgen.

    Niemand stirbt gern. Selbst diejenigen, die in den Himmel wollen, möchten deswegen nicht sterben. Und doch ist der Tod unser aller Schicksal. Niemand entkommt ihm. Und so soll es auch sein, denn der Tod ist vermutlich die beste Erfindung des Lebens. Er ist der Motor des Wandels. Er räumt mit Altem auf, um Platz zu schaffen für Neues. Heute sind Sie das Neue, aber irgendwann werden Sie die Alten sein und abtreten. Entschuldigen Sie diese drastische Formulierung, aber so ist es nun einmal.

    Ihre Zeit ist begrenzt, also vergeuden Sie sie nicht, indem Sie ein fremdbestimmtes Leben führen. Hüten Sie sich vor Dogmen, denn das heisst nichts anderes, als sein Leben an den Ansichten anderer Leute auszurichten. Sehen Sie zu, dass der Lärm fremder Meinungen nicht Ihre innere Stimme übertönt. Und vor allem: Haben Sie den Mut, Ihrem Herzen und Ihrer Intuition zu folgen. Die beiden wissen schon, was Sie wirklich werden wollen. Alles andere ist sekundär. (…)
    «Bleibt hungrig, bleibt verrückt.» Das war die Abschiedsbotschaft. Bleibt hungrig, bleibt verrückt. Ich habe mir das immer für mich selbst gewünscht. Und heute, da Sie vor einem neuen Lebensabschnitt stehen, ist das mein Wunsch für Sie.

    Bleibt hungrig, bleibt verrückt.
    Vielen Dank.

    Gefällt mir

  15. Ich gebe echt zu das ich Angst hab vor dem älter werden und der Zukunft. Auch finanziell. Irgendwie ist doch klar wir bekommen nicht viel Rente oder das was man damit kaufen kann ist wenig. Die Eltern haben Häuser gekauft, alte Häuser. Umgebaut, Laden rein gemacht. Da fällt dann die Miete weg. Gut soweit. Aber Geld braucht man immer auch mit einem Haus. Mir gefallen eure Ideen und ich sauge das alles in mich auf. Irgend eine Sache muss ja klappen denke ich mir. Besser wie nix tun. Ich finde es sehr gut wie ihr auch jüngere Menschen ansprecht und was ihr schreibt mag ich. LG Aynur

    Gefällt mir

    1. Hallo Aynur, das hört sich doch ganz gut an, du machst dir Gedanken, informierst dich und (so hab ich das verstanden) gehst verschiedene Wege. Vor allem hast du angefangen und je jünger man damit startet desto besser. Das mit den umgebauten alten Häusern ist mir auch schon öfters aufgefallen. Sie würden sonst wohl zur Ruine werden. Aber mit handwerklichem Geschick wird da richtig was schönes daraus. Klasse.

      Gefällt mir

  16. Der Sachverhalt ist gut dargestellt und wie immer schön bissig geschrieben. Das Banken ihren Kundengruppen Namen geben wusste ich. Aber von Lederjacken hatte ich noch nichts gehört. 😁 Die junge Generation muss definitiv etwas tun um mindestens genauso gut da zu stehen wie die heutige Rentnergeneration. Mit einem Studium für soziale Arbeit oder einem Bachelor für angewandte Sozialpädagogik wird das nichts.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: