Die Cashflow-Wirtschaft

Unter einem Cashflow [kæʃ fləʊ] (englisch cash flow, „Geldfluss, Kassenzufluss, Kapitalfluss“) versteht man in der Wirtschaft eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, bei der Einzahlungen und Auszahlungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums einander gegenübergestellt (saldiert) werden und dadurch Aussagen zur Innenfinanzierung oder Liquidität eines Wirtschaftssubjektes ermöglichen. (…)

Quelle: Wiki

 

 

Oft hört man den Begriff „Cashflow“ im Zusammenhang mit der Gründung kleiner Unternehmen oder in irgendwelchen BWL Schnellkursen, wie sie die IHK anbietet. Ja, ja, ja, Käschflooooo isch wichtig. Aber am Ende des Tages sollte natürlich nach der Saldierung auch langfristig Gewinn übrig bleiben. Wir wollen uns heute aber nicht mit der Kennzahl Cashflow als solches beschäftigen, sondern mit der Auswirkung auf unser Leben. Ich zitiere nochmal Wikipedia:

 

„Als Wirtschaftssubjekte kommen hauptsächlich Unternehmen (Nichtbanken) in Frage, aber auch bei Privathaushalten und Staaten (sowie deren Untergliederungen) ist der Cashflow ermittelbar, jedoch von geringerer Aussagekraft.“ (…)

Cashflow ist also bei uns als Privatpersonen von geringerer Aussagekraft?? Wir werden sehen.

 

 

Blackwater.live - Echte Freiheit beginnt mit einem Gedanken.
Es gibt mehr Gegner als Freunde der individuellen Freiheit. Der Wunsch vieler Unternehmen nach einem stabilen monatlichen Cashflow erweist sich als Herausforderung für freiheitsliebende Menschen. 

 

 

Der Wandel in der Absatzwirtschaft

Wenn man die letzten 10-20 Jahre überblickt merkt man, es hat einen großen Wandel in der Art gegeben, wie Unternehmen Geld verdienen. Viele Unternehmen mit großen Namen sind verschwunden oder zusammengeschrumpft, deren Ziel aus dem Absatz von Einzelprodukten bestand. Es gäbe tausende Beispiele wie Kodak, Blackberry, Quelle usw. Ihr könnt darüber selbst einfach mal nachdenken. Natürlich gab es auch sehr individuelle Gründe dafür. Auch in dem marktbreiten S&P 500 aus den USA ist es so, dass kaum noch Unternehmen vorhanden sind, die vor 40 Jahren dort noch zu finden waren. Es gab Konkurse, Fusionen und manches Unternehmen hat sich auch selbst sozusagen neu erfunden. Das ist alles ein Teil dessen, wie unsere Wirtschaft funktioniert.

Spannend sind aber die Unternehmen, die neu gegründet wurden. Man denke nur an Amazon, Paypal, Netflix, Facebook und viele mehr. Auch hier sind es nur ein paar Beispiele, die ich zitieren möchte. Diese Unternehmen wurden alle belächelt, haben lange kein Geld verdient, weil sie zuerst eine breite Kundenbasis kreditfinanziert aufgebaut haben und/oder sich auf den reinen Cashflow konzentriert haben. Der Fokus lag nicht darauf große einmalige Deals mit Kunden welcher Art auch immer zu machen, sondern viele Kunden zu binden und sich für das Leben dieser unentbehrlich zu machen um dann einen Preis für eine Leistung einzuführen oder einen sehr geringen Preis langsam anzuheben. Apple habe ich als Beispiel hier bewusst mal nicht genannt, da Apple von Anfang an hochpreisige und hochmargige Produkte verkauft hat. Aber selbst Apple wandelt sich immer mehr zum Dienstleister für Leistungen, die der Kunde schlussendlich dann auf Monatsbasis bezahlt und dann davon abhängig wird. Ist die ganze Familie mal in der Apple Cloud, wird ein Anbieterwechsel schwierig.

Die genannten Unternehmen drängen in immer mehr Lebensbereiche von uns vor und machen sich definitiv unentbehrlich. Aktuell sehen wir das Vordringen in den privaten Zahlungsverkehr durch Apple Pay und Google Pay. Den finalen Durchbruch des bargeldlosen Bezahlens in Deutschland wird es aus meiner bescheidenen Sicht geben, wenn der Facebookkonzern für WhatsApp eine Zahlungsverkehrsfunktion freischaltet. Dann wird Betriebssystem übergreifend jeder dabei sein, selbst die letzte halbgebildete Dorfmutter, die ja außer Tinder nichts zu verbergen hat. Und ich schreibe auch ganz deutlich, sich dem ganz zu entziehen ist schlicht unmöglich, es sei denn man verdient sein Geld als Gemüsebauer gegen Bares. Nur muss man sich dieser Vorgänge bewusst werden und darf nicht die Bequemlichkeit als Vorteil sehen, etwas was vielen Whatsappnutzern schon zum Verhängnis wurde und noch wird. Die neuen Megakonzerne sammeln Unmengen an Daten über uns um eine massgeschneiderte Dienstleistung anzubieten und sich unentbehrlich zu machen. Nachdem die Nutzerbasis hunderte Millionen von Menschen umfasst wird ein geringer Preis angehoben oder überhaupt ein Preis eingeführt (wenn es vorher kostenlos war) und es gibt keinen Weg mehr „nein“ zu sagen, denn dann schneidet man sich von seinen Mitmenschen ab oder erlebt persönlich einen gefühlt deutlichen Rückschritt in der Lebensqualität.

Für das auf monatlichen Cashflow ausgerichtete Unternehmen spielt der einzelne Mensch keine Rolle. Wenn ich 100 Millionen Kunden habe von denen jeder 1 Euro im Monat zahlt, dann ist ein einzelner Kunde der kündigt bedeutungslos. Außerdem ist mein Risiko so breit wie möglich diversifiziert (gestreut). Es müsste schon einen riesigen Shitstorm geben, damit meine Kundenbasis angegriffen wird. WhatsApp hat bisher alle Shitsstorms überlebt und trotz Falschaussagen wie „wir werden nie mit Facebook Daten austauschen“ keinen Einbruch in seinem Kundenwachstum erlebt. Wenn Facebook in den privaten Zahlungsverkehr mit WhatsApp vordringt, wird das Unternehmen kaum noch aufzuhalten sein. Ein Ausschluss aus der WhatsApp Community wird dann in Zukunft einem gesellschaftlichen Todesurteil nahe kommen und nur mit Antidepressiva zu verkraften sein, aber mehr dazu später.

 

 

Warum ist das für uns wichtig?

Zum einen ist es, wie schon geschrieben, fast unmöglich sich dem zu entziehen. Aber dann sollte man sich vorher sehr genau überlegen, an welches Unternehmen man sich binden will. Unternehmenskulturen ändern sich erfahrungsgemäß selten bis gar nicht, da dahinter Menschen stehen, die in ihren Absichten sehr gefestigt sind. Für eine Änderung der Unternehmenskultur muss man die Mehrheit des Führungspersonals rauswerfen und Menschen mit einer ganz anderen Mentalität und Wirtschaftsethik einstellen. Kommen die dann aus dem Dunstkreis der gleichen Universität, wird selbst das kaum etwas ändern. Denkt einmal über Unternehmen wie einige große deutsche Banken nach, die schon oft angekündigt haben ihre Unternehmenskultur zu ändern. Wirklich passiert ist nichts und die aktuellen Skandale und Steuervergehen zeigen dies deutlich. Oder wenn Facebook früher Aussagen nicht eingehalten hat und Kundendaten für moralisch fragwürdige Zwecke missbraucht hat, dann gehe ich stark davon aus, es passiert wieder. Besonders traurig ist, dass zukünftige Wahlergebnisse wohl eher in Facebook als an der Urne entschieden werden. Darf man vielen Medienberichten glauben, war dies bei den letzten Wahlen schon der Fall.

Ich würde hier eher Unternehmen mit einer ausgezeichneten Reputation vertrauen. Garantien gibt es wie immer keine, außer auf dem Papier. Bei diesem Lieblingswort der Deutschen im Zusammenhang mit Geld, dem Wort Garantie, muss ich bis heute immer an Griechenland denken. Garantiert sicher, es gibt ja Garantien.

Aber eine hervorragende Reputation eines Unternehmens wird erfahrungsgemäß nicht so schnell aufs Spiel gesetzt.

Kommen wir nun zum Cashflow zurück. Man kann diese Kennzahl für den Privathaushalt ermitteln, aber laut Wikipedia ist sie in diesem Zusammenhang nicht so wichtig. Aus dem einen Blickwinkel betrachtet stimmt das auch. Ein Privathaushalt kann man nicht 1:1 wie ein Unternehmen führen und selbst wenn, so würde manche Ehe sicher darunter leiden. „Schatz Du hast neue Schuhe für 400 Euro gekauft, dies reduziert unsere Kernkapitalquote um 0,01%.“ „Darling was fällt Dir ein ein neues Tablet zu kaufen, wir können es nicht nach AFA §7 abs. 4+5 estg. abschreiben.“

Soweit so gut. Aber immer mehr Unternehmen, denen wir gegenüber als Privatkunden auftreten, sehen uns als Lieferanten für ihren monatlichen Cashflow. Wir werden also tendenziell weniger zu Einzelkäufen überredet werden, sondern zu Dienstleistungsverträgen. Und da wird es jetzt richtig interessant.

Der Klassiker ist der Mobilfunkvertrag. Die Story ist schon älter, hat sich im Kern aber nicht gewandelt. In den Anfängen des Mobilfunks ging es darum ein Handy uns zu verkaufen. Ich erinnere mich noch an das Ende der 1990er Jahre. Damals war Ericsson (auch so ein Beispiel s.o) noch ein Gerätehersteller. Edle und schöne Handys, aber sehr teuer. Für so ein Ericsson T18s zahlte man schon mal mehrere hundert Scheinchen, mit Vertrag wohl gemeint. Jahre später, laufen Gespräche mit dem Callcenter von einem Mobilfunkanbieter eher so ab:

 

 

Supernetz AG: Brauchen Sie nicht für nur 5 Euro monatlichen Aufpreis mehr (für 24 Monate) die neue Option TurboXXL Flat? Damit können sie ihren Freundinnen Nacktbilder von sich in Hochauflösung schicken.

Kunde: Nein, ich bin hässlich. Außerdem darf nur meine Frau mich nackt sehen.

Supernetz AG: Wir haben aber gemerkt, sie schauen sich dunkle Seiten im Internet an. 27% aller Kunden mit ähnlichen Bewegungsdaten sind mit der neuen Option sehr zufrieden. Mit der neuen TurboXXL Flat würden sie die Filmchen sogar in HD auf ihrem Smartphone anschauen können. Wäre das nicht toll?

Kunde: Legt erschrocken auf. Hatte nichts zu verbergen.

 

 

Dieser leicht überspitzte Auszug eines selbstverständlich fiktiven Gesprächs zeigt wie es mal war und wo die Reise hingeht. Nur ist der Mobilfunkvertrag wirklich nicht so wichtig wie er mal war. Die Abhängigkeiten werden bei ganz anderen Ansatzpunkten erzeugt, bei denen der Hebel deutlich größer ist.

 

Blackwater.live - Wohlstandsprobleme
Es gibt heute viele klassische Wohlstandsprobleme, für die es Wohlstandslösungen gibt. Depressionen, Übergewicht und Ernährungsprobleme werden überwiegend mit kostenerzeugenden Lösungen angegangen. Diese lösen selten Probleme, außer das Cashflowproblem manches Herstellers. 

Quelle: gettyimages/istock

 

 

Gefangener in einem freien Land

Cashflow ist eine finanzielle Stromgröße. Auch wenn ein privater Haushalt nicht wie ein Unternehmen zu sehen ist, so sollte doch eines klar sein: Bei der Saldierung von Einnahmen und Ausgaben sollte ein Überschuss heraus kommen.

Bisher war dies die oft zitierte Rechnung der schwäbischen Hausfrau. Der Bert kann eben im Juni keine neue Waschmaschine kaufen, wenn kein Geld da ist. Dazu muss man erst sparen. Und um zu sparen muss mehr am Monatsende übrig bleiben als man ausgibt. Heute gibt es dafür Kredit. Dazu ist auch dieser Artikel spannend zu lesen. Oder jemand stellt uns die Maschine kostenlos zur Verfügung, dafür müssen wir aber einen Wartungsvertrag abschliessen. Dieses Modell dürfte die Zukunft sein.

Das Ziel ist es uns als Konsumenten regelrecht zu züchten und abzurichten auf Dienstleistungen, die wir monatlich bezahlen. Kleine monatliche Beträge, die tun uns kaum weh sind aber ein stabiler Cashflow für das Unternehmen. Der Mobilfunkvertrag oder die Waschmaschine sind noch harmlose Beispiele und auch die Filme und Serien von Netflix oder auch die Rasierklingen von Bold sind keine tiefgreifenden Eingriffe in unser Leben. Jetzt will ich euch zwei wirklich wichtige Lebensbereiche zeigen, in denen echte Abhängigkeiten geschaffen werden.

 

 

1. Gute Laune auf Monatsrechnung – die Psychoflatrate

Immer mehr Menschen geht es schlecht. Nicht weil sie körperlich krank sind, sondern seelisch. Ihr habt das sicher auch schon beobachtet. Die Zahl der Depressiven steigt. Und an der Stelle will ich gleich darauf hinweisen, dass Depressionen ein ernstes Problem sind und es manchmal nur mit professioneller Hilfe* zu lösen ist. Aber natürlich haben dies auch Unternehmen in völliger Selbstlosigkeit für sich entdeckt. Gesundheit ist ein Megabusiness, egal ob es um professionelle oder um semi-professionelle Hilfe geht. 🙂

 

Ging man vor einigen Jahrzehnten zum Arzt weil es einem nicht gut ging, man vielleicht eine depressive Verstimmung hatte, dann gab ein guter Hausarzt einem Tipps. Natürlich hat dieser auch erst einmal in Ruhe zugehört um eine echte Depression von einer depressiven Verstimmung zu unterscheiden. Aber dies Basisratschläge lauteten in etwa so:

 

  • Geh mehr an die frische Luft, beispielsweise im Wald laufen.
  • Lege Dir ein Haustier zu.
  • Treibe unbedingt regelmäßig Sport.
  • Trinke weniger Alkohol und nimm bitte einige Kilos ab.
  • Schlafe unbedingt ausreichend, aber nicht zu viel!
  • Strukturiere Deinen Tag.

 

Es ist keine Frage, wirklich schwer depressiven Menschen hilft das nicht. Und wenn wir in einer krank machenden Umgebung leben oder arbeiten wie an einem Arbeitsplatz, an dem wir gemobbt werden oder einem Verein, in dem Menschen uns umgeben, die uns dauerhaft hassen und dies zeigen, dann müssen wir hier etwas an unserem Leben ändern.

Aber bei vielen Menschen ist es noch gar nicht so weit und noch bevor irgend etwas dieser genannten Maßnahmen getan wird, werden Pillen verschrieben. Rein in die Abhängigkeit. Und Schritt für Schritt zur Cashflowkuh für manches Unternehmen. In den USA ist man schon „weiter“, da gibt es für die netten Pillchen Flatrates und Abos. Das Amazon Prime der Depressiven ist in der Entwicklung. Ganz in dem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt krank!

Ich will hier mal das Gen-ethische Netzwerk e.V. zitieren und auf deren Seite HIER unter einem extra Fenster verweisen.

 

„Sie versprechen viel, tatsächlich helfen sie jedoch wenig, sie tragen zu Biologisierung und zur Ökonomisierung sozialer Probleme bei und sie sind ein Instrument der Individualisierung.“  (…)

„Laut DAK ‚dopen’ sich rund fünf Prozent aller ArbeitnehmerInnen zwischen 20 und 50 Jahren. So umstritten der Nutzen für die Einzelnen, so unzweifelhaft profitiert die Pharmaindustrie vom kontinuierlich steigenden Absatz der Antidepressiva.“ (…)

 

Ich will hier sicher kein Problem klein reden und dies ist kein Zynismus. Zynisch ist es Menschen zweifelhafte Hilfe anzubieten und sie dann von Medikamenten abhängig zu machen, obwohl das vielleicht gar nicht notwendig wäre.

 

 

_______________________

*Ernster Hinweis: Bei ernsten Depressionen bitte umgehend an die Stiftung Deutsche Depressionshilfe wenden: HIER.

Bei Selbstmordgedanken bitte an die Telefonseelsorge unter 0800/111 0 111 und -222 anrufen. Bitte beende Dein Leben nicht, Dir kann geholfen werden. Du bist ein wertvoller Mensch und Dein Leben ist nicht sinnlos!

 

Blackwater.live - einfaches Glück
Ernährung hat einen enormen Einfluss auf unser Wohlbefinden, körperlich wie geistig. Außerdem ist sie ein persönlicher Wirtschaftsfaktor.  Quelle: gettyimages/istock

 

 

2. Nahrungsergänzung & Abnehmen – gegen Schweineschnitzel helfen nur Pillen

Nahrungsergänzungsprodukte müssen per se nicht schlecht sein. Im Prinzip wird das Wichtigste auf diesen Packungen schon erklärt: Dieses Produkt wurde voller Liebe und Selbstlosigkeit von zarten Kinderhänden in Südostasien verpackt. Es ersetzt aber keine gesunde Lebensführung. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und Lebensführung. Klagen gegen uns sind sinnlos, wir sind auf Bermudas registriert und haben noch zehn andere juristische Niederlassungen.

So oder so ähnlich lautet der Hinweis. Wenn ich also unter Umständen lebe, bei denen zeitweise keine gesunde Ernährung möglich ist, beispielsweise weil ich gerade auf einer Weltraummission unterwegs bin oder in der Sahara, dann können diese Mittel helfen. Aber eine gesunde Ernährung ist immer noch die erste Wahl. Nicht selten habe ich in den letzten Jahren beobachtet, wie Menschen literweise zuckerhaltige Getränke tranken und jeden Tag billiges Schweineschnitzel gegessen haben und dann völlig überraschend krank wurden.

Aber die meisten von uns haben alles zur Verfügung um gesund zu sein. Obst, Gemüse, sauberes Trinkwasser. Denken wir nochmal an den guten alten Hausarzt. So wie dieser wie oben beschrieben bei depressiven Verstimmungen Tipps gegeben hat, hat er damals auch Tipps zur Ernährung und Abnehmen gegeben. Ich kann mich noch gut an die 80er Jahre erinnern und was einem ein Arzt als Tipp mitgab, wenn es um Gesundheit ging:

 

  • Bewege Dich regelmäßig an der frischen Luft.
  • Esse jeden Tag Obst und Gemüse.
  • Obst und Gemüse regional und saisonal kaufen.
  • Nicht zu viel Fleisch, 1-2 Mal in der Woche.

 

Aber das ist natürlich alles kompliziert und sooo unbequem. Und wer hat schon die Zeit dazu bei dem ganzen Netflix und Amazon Prime Angebot?

Und wenn man Kinder hat, dann hat man doch die Verantwortung für diese zu sorgen und sich über gesunde Ernährung zu informieren, oder? Ach was, wir haben doch ein Recht auf Kinder und diese sollen unser Leben ja nicht unnötig stören. Nett aussehen sollen sie aber schon, ach sind die ja so süss… Am Ende helfen die Globulis.

 

 

Bei beiden genannten Punkten gibt es viel zu berücksichtigen. Klar gibt es echt depressive Menschen und ihnen muss professionell geholfen werden. Unter der Fachdisziplin ist übrigens ein interessanter Diskurs im Gange, der sich unter der Überschrift „Reden oder Pillen“ zusammen fassen lässt.

Und natürlich ist Abnehmen heute nicht leicht, weil es auch viele böse Fallen gibt und wir sehr viel mehr verarbeitete Nahrungsmittel als früher haben. Ein Problem, in dem auch schon eine kleine Antwort versteckt liegt.

Daher halte ich es wie immer mit Peter-Scholl-Latour der sagte: „Alles exzessive ist scheisse.“ Zugegeben, auf französisch hört sich das besser an, wie er auch in einem seiner Bücher schrieb.

Inzwischen gibt es einige Langzeitstudien zu gesunder Ernährung und diese sind nicht durch die Eisweissshakeindustrie oder private Pillendreher finanziert. Laut dem britischen Medizinjournal „The Lancet“ gibt es beispielsweise in Israel nur 89 ernährungsbedingte Todesfälle auf 100.000 Einwohner. Damit ernähren sich die Menschen in Israel derzeit (und schon eine ganze Weile) am gesündesten. Deutschland liegt auf Platz 38. Schlechte Ernährung ist für mehr Tote verantwortlich als jeder andere Risikofaktor, heisst es in dieser Studie. Die Studie und sämtliches Datenmaterial ist auf englisch, wer es mal lesen mag findet es hier. (Link zur Seite)

Und welche Kulturen leben in Israel? Juden und Araber. Beides Kulturen die nicht nur einige Speisevorschriften haben, sondern oft die gleichen Nahrungsmittel essen und sogar ähnliche Küchen haben. In einem späteren Artikel werde ich dieses Thema nochmals aufgreifen, mal durchrechnen und einen Selbstversuch starten. Mehr dazu in einigen Wochen.

 

 

Cashflow – eine wichtige Kennzahl

Unternehmensbewertungen werden nicht ohne die Bewertung der Cashflow Kennzahl durchgeführt. Kaum ein privater Haushalt wird so bewertet werden. Damit hat Wikipedia natürlich recht, die Zahl ist aus dieser Perspektive zu vernachlässigen.

Aber für uns als Individuum ist diese Zahl dennoch wichtig, weil wir als Cashflow Produzent von vielen Unternehmen gesehen werden. Das war einerseits zwar schon immer so, ist heute aber wesentlich perfider aufgebaut. Die vielen kleinen Abos und Verträge hier da und dort summieren sich auch zu einer grossen Zahl, die unseren monatlichen Haushalt belastet. Bei manchem Einmalkauf kommt Reue auf, die Cashflow basierten Geschäftsmodelle setzen aber auf ein Wohlfühllevel im ersten Schritt (Bequemlichkeit) und im zweiten Schritt auf Abhängigkeit. (ich kann nicht ohne leben)

Damit greifen auch Pharmaunternehmen, Nahrungsmittelergänzungsproduktehersteller (längstes Wort in meinem Blog) direkt in unsere Haushaltsführung mit ein. Das ist übrigens für viele Deutsche ein Novum, da die Krankenkassen viel von diesem Druck früher abgefedert haben.

Gesundheit (echte und gefühlte) wird immer mehr zu einem teuer bezahlten Luxus. Durch die Festlegung und Veränderungen von Grenzwerten können sozusagen auf Knopfdruck Millionen neue Kranke produziert werden. Und genau dies ist schon mehrfach passiert und wird auch in Zukunft passieren, immer dann wenn die Quartalsergebnisse von manchem Pharmariesen nicht passen. Derzeit ist aber alles scheinbar in Ordnung. Wie schön.

In diese Sinne, denkt an den Cashflow und bleibt gesund.

 

Blackwater.live - Cashflow
Heute Deine Lieblingsfirma schon unterstützt?   Quelle: gettyimages/istock

 

 

„The system cannot be fixed by the system“

– Tom Morello

25 Kommentare zu „Die Cashflow-Wirtschaft

Gib deinen ab

  1. Danke für deinen Artikel zum Thema Ratenwirtschaft, so will ich es mal nennen. Es wird Zeit das die breite Masse über diese Rattenfänger-Systeme aufgeklärt wird. Zu viele ahnunglose verlieren sich in diesen Wirtschaftsspiralen. Wird Kritik an solchen Systemen geübt, fühlen sich die involvierten Beteiligten in Ihren Glauben angegriffen und müssen sich Händen und Füßen verteidigen, ein ganzes Lebenskonzept scheint in Frage gestellt.

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  2. Manches ist bekannt von dem was ihr schreibt, aber ich finde es gut immer wieder daran erinnert zu werden. Wissen alleine hilft nicht, ich muss darüber nachdenken und schaffe es dann nach und nach mich zu ändern. Es ist schwer feste Verhaltensweisen anzupassen und manchmal echt frustrierend. Wie bei Sport. Jeder weiss Sport ist gut und wir haben paar Kilos zu viel drauf, aber wer macht dann wirklich Sport? Es hat nichts mit Wissen alleine zu tun.

    Danke für die schönen Artikel und die ganze Mühe mit dem Beantworten der Emails. Ich lerne immer gerne etwas dazu.

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  3. Gegen meine Kaffeesucht muß ich noch kämpfen, ich erliege zu oft dem Duft auf dem Weg zur Uni, übernächtigt und müde (vom lernen natürlich😂) und achja, ohne Kaffee kann ich nicht leben. Sollte es nicht mal ein Anfang sein wenigstens ein Problem weniger zu haben? Bei mir ist es nur der Kaffee😂😂😂

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  4. Wir leben in einer Form der Marktwirtschaft; ob nun freie, soziale oder was auch immer. Das bedeutet, dass der Konsument mit seiner Nachfrage bestimmt, was produziert wird. Sind also wirklich die bösen Konzerne Schuld? Oder ist es der dumme Kosument? Gesundheit, Finanzen, Erziehung, Umweltschutz, you name it. Wir bestimmen mit dem Kaufverhalten, wohin sich die Welt entwickelt. Leider ist die Masse dumm und blind und hat – das ist meine persönliche Erfahrung – kein(e) Lust/Energie/Zeit/Wissen/Courage/[zufällige andere Ausrede] etwas zu ändern. Das ist mMn das Problem.

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    1. So traurig es klingt, es trifft den Nagel auf den Kopf. Angebot und Nachfrage. Ist der “Markt” dumm, wird entsprechend verkauft. Siehe die aktuelle Entwicklung in der Medizin. 🙄

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    2. Leider wird der „dumme und blinde“ Konsument mit perfiden Manipulationsstrategien der Absatz-(CashFlow)Konzerne gezielt gesteuert. Sich dem zu entziehen heißt, gegen den Strom zu schwimmen. Aber das kann nun mal nicht jeder! Teufelskreislauf.

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      1. Das dürfte für die meisten schwer bis unmöglich sein. Es erfordert sehr viel Charakter- und Willensstärke. Wer jahrelang auf den Konsum getrimmt ist wird mindestens Monate brauchen um das zu ändern. Erst einmal müsste er oder sie sich dafür aber bewusst entscheiden.

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    3. Ich sehe schon es sind nicht nur die bösen Konzerne, der Markt sind die Verbraucher und die werden manipuliert, lassen sich aber auch manipulieren.

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  5. Diese Entwicklung beobachte ich schon länger. Gerade weniger gebildete Schichten scheinen sehr anfällig dafür zu sein. So wird der Konsumrausch noch leichter. Waren es erst die Ratenkredite, sind es nun die ganzen Abo- und Serviceverträge. In Zukunft wird wohl alles auf dieser Basis verkauft werden. Ein paar Euro hier und ein paar Euro dort.

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  6. Wieder einen Trend klar erkannt. Nicht als der Erste, aber auch nicht als der Letzte. Und die Videos im Kommentarbereich passen doch irgendwie gut dazu. Es ist eine merkwürdige Gesellschaft in der wir da leben. Ich ertappe mich bei dem Gedanken, ob es Liebe bald auch als Abomodell geben wird.

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  7. Davon verstehe ich nicht so viel. Aber klar ist für mich, heute geht alles leider nur noch um Geld. Der Rest ist Fassade. Auch bei Ärzten. Immer mehrere Meinungen einholen. Meine Mutter wurde operiert und nachher stellte sich raus, es war nicht notwendig. Schilddrüse ist aber nun weg. Ganz toll. Aber auf Ärzte muss man hören bla bla.

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    1. Guter Hinweis, aber am Marketing musst Du noch arbeiten. Warum sollte ich diese Sonnencreme benutzen? Hat sie besondere Inhalte, vielleicht ein unentdecktes Pflanzenextrakt, welches von einem tibetischen Mönch geheiligt wurde?

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      1. Dieses Video kannte ich noch nicht, klasse. 🙂 Vielen Dank!

        Zur allgemeinen Gesamtsituation möchte ich einen über 10 Jahre alten Film empfehlen. Hier der Trailer. Die Bildqualität ist mager, aber es reicht um zu verstehen…

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  8. Gesundheit ist eine Religion und Religion ist Opium für das Volk. Diese Aussage ist nach wie vor voll gültig. Früher hat man mit Ablasshandel Geld verdient, mit der neuen Religion wird ebenfalls über vermeintliche Abhängigkeiten Geld verdient. Das hast du gut erkannt und daher passt es auch gut in den Blog.

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  9. Wow, da hast du aber ein Thema eröffnet. Ich gebe dir in vielen Punkten recht, aber nicht in allen. Ist es für manche Menschen nicht besser Nahrungsergänzungsmittel zu nutzen statt gar keine Vitamine? Und vieles von dem Obst und Gemüse welches wir kennen ist auch nicht mehr in dem Zustand wo es mal war. Hast du daran mal gedacht? Nahrungsergänzungsmittel können vielleicht schlimmeres sogar verhindern. Und damit ist es günstiger als krank zu werden. Dies mal meine Meinung dazu, hoffe sie wird freigeschaltet.

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    1. Hallo Volker, klar ist es besser wenn sie Nahrungsergänzungsmittel statt gar keinen Vitaminen nutzen. Aber sie könnten auch einen Apfel essen und darum geht es. Zum Zustand von Obst und Gemüse kann man sich informieren, auch woher es kommt und wo man es kauft. Dazu würde dann auch gehören sich zu informieren, wie der Zustand des Obst und Gemüse ist, welches in den Pillen verarbeitet wurde. Und welche Folgen diese Verarbeitung für die Inhaltsstoffe hat.

      Nahrungsmittelergänzungen können vielleicht manches verhindert, das kann die gesunde Ernährung erst recht. Aber Nahrungsmittelergänzungen können auch vieles verschlimmern, das ist bei gesunder Ernährung meist weniger der Fall. Eine Überdosierung von Vitaminen kann schwere Folgen haben (Provitamin A z.B.), ist aber mit Obst und Gemüsekonsum schwer zu erreichen. Mit kleinen Konzentratpillchen sieht das schon anders aus.

      Grundlegend geht es in dem Beitrag aber um erzeugte Abhängigkeiten. Nicht alle Medikamente und Nahrungsmittelergänzungen sind schlecht. Der Post soll wie immer zur Selbstreflexion anregen.

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  10. Die Finanzbloggerei ist unglaublich vielfältig😂 Ganz im Ernst, fast alles wirkt sich auf einen Lebensbereich aus und damit auf das liebe Geld. Werde ich krank wird es teuer, brauche ich Pillen sowieso, brauche ich sie nicht denke aber sie zu brauchen auch. Nur ist es dann richtig dumm. Ich finde es aber gut von euch auch auf echt kranke Menschen hinzuweisen und zu zeigen wo diese Hilfe erhalten können. Es wird alles ökonomisiert was man ökonomisieren kann. Vor Jahren wurde mir dies schon klar. Heute weiss niemand mehr wo oben und unten ist, da klappt das umso mehr. Und jeder will etwas abhaben vom Kuchen.

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  11. Guter Artikel. Die ganze Message lässt sich doch auf den Punkt bringen: Es wird Hilfe verkauft aber nicht ausgesprochen was es schlicht und ergreifend ist: Ein Geschäft. Die ganzen Botschaften (schlank, gesund, glücklich) sind einfach nur Werbeträger. Die Anbieter rechnen in harter Währung. mfg

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  12. Ich habe schon mal geschrieben Ernährung macht sehr viel aus. In meiner Heimat in Polen gab es kaum dicke Kinder, Depressionen waren unbekannt. Ich bin ganz ganz frech und sage, es konnte sich auch keiner leisten. Man musste viel arbeiten um die Familie zu versorgen. Da haben wir uns als Kinder richtig gefreut wenn es mal Fleisch gab. Ein anderes Land und eine andere Zeit. Aber wenn ich hier so vieles mir anschaue, dann wundert es mich nicht. Ich lache nicht darüber, ich finde es traurig.

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