Lifestylebullshit

„Das schlimmste Übel ist, aus dem Kreis der Lebenden zu scheiden, ehe man stirbt.“

– Seneca, Von der Gelassenheit

 

 

„Lass die Toten ihre Toten begraben;“

– Lukas 9:60a

 

 

Und was musst Du heute alles erledigen? Die meisten von uns werden einen Großteil ihrer Zeit mit dem Schlafen und der Arbeit verbringen. Beides ist wichtig. Schlaf für unsere Gesundheit. Absolut keine Zeitverschwendung. Man kann mit Schlafentzug sogar foltern und Menschen innerhalb weniger Tage und Wochen psychisch vernichten. Selbst induzierte Schizophrenien sind möglich. Arbeitet ihr also als Selbstständige alleine und habt auf einmal merkwürdigerweise neue Partner die euch unterstützen, schlaft etwas mehr. Aber Spass beiseite. Schlaf ist wichtig.

Arbeit ist ebenfalls wichtig. Wir brauchen Geld. Und die Arbeit definiert viele Menschen. Ich bin Jurist. Ich bin Banker. Ich bin Polizist. Die Definition über den Beruf kann man kritisch sehen. Als Persönlichkeit sind die meisten Menschen sicher mehr als nur ihr Beruf. Aber wir wollen das gar nicht werten. Der Beruf gibt Halt, Struktur und ebenfalls eine Richtung im Leben.

Nun kann ich noch auf Religion und Glauben eingehen, aber heute lassen wir das mal weitestgehend aussen vor.

Schlafen und Arbeiten macht bei den meisten von uns einen Großteil der Zeit aus. Und an diesem Montag morgen werdet ihr höchstwahrscheinlich zur Arbeit fahren. Zwischen 5 und 8 Stunden des Montags habt ihr schon verschlafen, der Tag fing ja um 0 Uhr an.

Und was ist mit der restlichen Zeit?

 

 

Primetime

Die restliche Zeit sind die Abende, Samstage und Sonntage. Wie gesagt, bei den meisten von uns. Falls dies nicht auf euch zutrifft, denkt euch einfach rein mit euren individuellen Tagesabläufen.

Ich habe diese Freizeit vor einigen Jahren im Freundeskreis Primetime getauft, manche Freunde, die dies lesen, erinnern sich sicher noch daran. 🙂

Die Primetime ist unsere wichtigste Zeit, denn sie ist oder sollte nicht fremdbestimmt sein. In dieser Zeit machen wir was uns gefällt, wonach uns ist. Wir können Hobbys nachgehen, Musik machen, tanzen, mit Freunden etwas trinken gehen. Oder wir laden Freunde zu uns nach Hause ein. Oder wir gehen mit Freunden zum Lieblingsgriechen. Die beste Zeit der Woche.

Aber wie sieht die Realität oft aus?

 

„Schatz, ich muss noch neue Akkus für mein Rasenmähroboter bestellen.“

„Die Inspektion für unsere Cabrio ist fällig. Das kostet wieder Geld. Wann sollen wir es zur Werkstatt bringen?“

„Schon wieder Ärger mit dem Dach der Ferienhauses, das gibt es doch nicht.“

„Bringst Du die Zalondo und Amazon Retouren weg? Mist, die Post hat schon zu.“

 

 

Die Liste könnte man noch lange fortsetzen. Und individualisieren, je nach Lebensstandard. Nicht jedes Beispiel passt zu jedem Einkommen. Aber sobald mehr Geld zur Verfügung steht als für Wohnen, Nahrung und Kleidung benötigt wird, gehen meistens die Luxusprobleme los, ganz nach der Maslow Pyramide. Die genannten Punkte sind die unterste Stufe der Pyramide.

Ganz oben stehen in der abgebildeten Pyramide die Selbstverwirklichung. Ältere Darstellungen der Pyramide schreiben hier auch „geistige Bedürfnisse“. Hört sich sicher für viele Leser fremd an, damit sind höhere Ziele und Werte gemeint, Sinnfragen, wie der Sinn des Lebens beispielsweise.

Und an der Stelle wird schon eines klar: Viele Menschen heute, suchen nach Sinn und Werten, nach Antworten. An dieser Pyramide sehen wir aber schon, der Weg „nach oben“ ist blockiert von mehreren anderen Ebenen. Diese Ebenen sind nicht per se schlecht, aber hier ist die Welt des Lifestylebullshits angesiedelt. Und ich möchte nochmals erwähnen, dass ich dieses Wort für Blackwater.live beanspruche, es wurde noch nirgend wo anders benutzt, wie ich bislang herausfinden konnte.

 

 

Blackwater.live - Maslow Pyramide

 

Lifestylebullshit versperrt uns den Weg nach oben und den Weg zum Glücklichsein. Ich möchte mit diesem Artikel niemanden bewerten oder gar verletzen. Falls jemand das liest und sich angesprochen fühlt, so möge er es als Gedankenanregung verstehen. Denn auch ich selbst habe noch genug Lifestylebullshit in meinem Leben und werde diesen loswerden. Es ist also ein gemeinsamer Weg. Ok? Gut.

Viele Blogger (mich eingeschlossen) schreiben über Freiheit oder gar nicht mehr arbeiten zu müssen. Das Maximum der Selbstbestimmtheit. Und dann schaffen wir es im heute nicht einmal die Primetime selbstbestimmt zu leben? Und warum ist dies so? Und warum wollen wir frei leben? Das sind die Gedanken dieses Artikels.

 

 

Was ist Lifestylebullshit?

Schauen wir uns nochmal die Pyramide an. Lifestylebullshit fängt im Prinzip da an, wo die Grundbedürfnisse, die unterste Stufe der Pyramide, erfüllt sind. Grundbedürfnisse sind die physiologischen Bedürfnisse, also Essen, Trinken, Schlafen.

Aber natürlich gibt es auch Überschneidungen und auch Essen, Trinken und Schlafen kann schon zum Lifestylebullshit ausgebaut werden. Ein klassische Beispiel ist Nahrung.

Wir brauchen abwechslungsreiche und gesunde Nahrung. Ein Thema für sich, ich weiss. Aber mit Obst, Gemüse, Vollkornbrot, Naturjoghurt und ab und an Fleisch von vernünftiger Qualität kann jeder sich gesund ernähren. Damit wäre das Bedürfnis erfüllt. Essen gehen wäre nicht notwendig, aber ab und an machen wir das gerne, oder?

Mit dem Liebsten oder der Liebsten essen gehen ist schon Luxus und fällt noch nicht in den Bereich Lifestylebullshit. Aber bei einem Starkoch 500,00 Euro zurück zu lassen und das vier Mal im Jahr, das würde ich dann schon dem Thema zuordnen. Und doch möchte ich auf etwas anderes hinaus, wie ihr noch sehen werdet.

Die Überschneidungen und nicht eindeutige Zuordnung der einzelne Felder haben zur Optimierung der Maslow Pyramide geführt. Eine verbesserte Version, die diesen Überschneidungen gerecht wird, habe ich euch eingefügt.

 

 

Dynamische_Beduerfnishierarchie_-_Maslow.svg

Quelle: Von Philipp Guttmann – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, ID=52304647 für Wikipedia.

 

Lifestylebullshit kann also durchaus schon auf der untersten Ebene statt finden, bei den Grundbedürfnissen. Diese werden zu Luxus erhoben, weil satt werden nicht mehr reicht. Vor kurzem schrieb eine Leserin von Luxuswasser. Die Flasche kostete über 100,00 die Flasche. Ein klarer Fall von Lifestylebullshit.

Lifestylebullshit kostet eine Menge Zeit. Unsere Arbeitszeit, weil wir für teurere Produkte, die durch reine Priceaction bewertet werden, viel mehr Geld brauchen.

Aber auch –  und da möchte ich vor allem darauf hinaus – weil wir viel Zeit für Wartung, Pflege und Einarbeiten brauchen. Damit sind meistens wieder Folgekosten verbunden. Der Lifestylebullshit in Reinform sind also die Dinge, die nicht nur indirekt unsere Zeit brauchen, weil wir sehr viel mehr arbeiten müssen, sondern direkt unsere Primetime belegen.

 

Und was machst Du so am Samstag?

Vielleicht musst Du ja die Akkus kaufen gehen, für Deinen Rasenmähroboter. Da Du den Roboter hast, mähst Du nicht selbst den Rasen. Das bedeutet weniger Bewegung für Dich. Aber Du bewegst Dich ja im Fitnessstudio, für das Du im Monat 50,00 EUR zahlst. Für die neusten Updates zum dem Roboter hast Du Dich sicher bei dem Newsletter der Firma angemeldet. Es wird Dir eine Garantieverlängerung angeboten. Für nur 5,00 EUR im Monat. Schon damit beschäftigt? Die Mails gelesen, den Newsletter bestätigt. Nein, Mist, ist im Spam gelandet. Kaufe erst mal die Akkus. Im Internet. Vergleichen wo sie am günstigsten sind. Bestellt. Super! Oh, es kamen die falschen. Retoure beauftragen, neue bestellen. Kartenabrechnung prüfen, ob die Retour gut geschrieben wurde. Nach einiger Zeit zeigt der Roboter Schwächen, mal das Nachfolgemodell anschauen…

Dafür gibt es nur zwei Worte: Lifestylebullshit und Lebenszeitverschwendung.

 

Ich möchte euch heute aber noch ein besseres Beispiel geben, wohin diese Reise führen kann. In einem kleinen Ort in Europa kenne ich jemanden (Definition: Bekannter um fünf Ecken), der ist als reiches Kind geboren worden. Er musste nie wirklich arbeiten, sondern wurde immer gepudert. Auch das muss kein Schicksal sein, auch so jemand kann ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft werden und Gutes tun, soziale Projekte starten, die Welt bereisen, anderen direkt helfen und damit eine anziehende und wertvolle Persönlichkeit werden.

Aber die Person, von der ich rede, ist egozentrisch, redet nur von sich selbst und verbringt die meiste Zeit seines Lebens damit Lifestylebullshit aufzuhäufen. Durchschnittliche deutsche Jahresgehälter von Angestellten werden für Luxusgegenstände ausgegeben. Aus purer Langeweile. Die Person verlässt den Ort nicht und das ganze Leben ist selbstzentriert.

Natürlich kann jeder mit seinem Leben machen was er will. Aber für all die, die sich durchkämpfen und die Freiheit anstreben, finanziell wie auch geistig, also die Spitze der Maslow Pyramide, ist dieses Beispiel erschreckend. In meinem letzten Artikel hatte ich ja bereits beschrieben, dass es finanziell (scheinbar?) reiche Menschen gibt, die die Freiheit gar nicht verstanden haben, da Freiheit ein immatrieller Wert ist. Dies erkennt man daran, dass sie sich Massen von Lifestylebullshit aufhäufen. Autos, Häuser und sonst was. Leute jubeln ihnen zu, weil sie erfolgreich sind. Glücklich sind diese Personen seltenst, wie wir aus vielen Presseberichten wissen. Aber vielleicht hilft ja der Psychologe oder privat bezahlte Medizinmann mit einer neuen geheimen Energie-Universum-Therapie. Rechnung kommt per Post.

Aber wir wollen gar nicht mit dem Finger zu sehr darauf zeigen. Diese Personen würden zu uns wohl sagen: „Ihr sagt Geld macht nicht glücklich. Das sagt nur jemand, der keines hat.“

Aber wir sagen ja gar nicht, dass Geld nicht glücklich macht. Was glücklich macht, ist was man mit Geld tun kann. Und Lifestylebullshit kaufen macht erwiesenermaßen nicht glücklich.

 

 

Verhindert Lifestylebullshit das Glücklichsein?

Das aus meiner Sicht fatale an der ganzen Thematik ist die Verknüpfung mit unserem Glück oder Unglück. Viele Forschungen zeigen, dass unser Glück von der Erfüllung der Pyramide abhängt. Das Problem ist schon länger bekannt. Aber die Forschungen aus den 1970er Jahren zeigen, dass aus der Nichterfüllung der Bedürfnisse auch größere Probleme entstehen, wie nur das reine Unglücklichsein.

 

 

„Destruktivität, Sadismus, Grausamkeit sind nicht inhärent (also sie sind keine ureigenen menschlichen Bedürfnisse wie etwa bei Freud), sondern wesentliche Reaktionen auf Frustrationen unserer inhärenten Bedürfnisse.“

Abraham Maslow: Psychologie des Seins – Ein Entwurf, 1973, S. 21

 

 

 

 

Die Gegenprobe können wir gerne machen. Die Zahl der Depressiven wächst nicht in der dritten Welt, auch nicht im armen Süden Europas. Sie wächst hier. Unsere Gesellschaft wird aggressiver, gespaltener, streitsüchtiger. Unerfüllter und frustrierter. Es brodelt an vielen Stellen und die Gefahr besteht, sich in etwas reinziehen zu lassen, was eigentlich eine Ablenkung sein soll. Ein Nebenkriegsschauplatz sozusagen. Wir können uns von Politik und Religion spalten lassen, Gründe bei anderen suchen, Sündenböcke auswählen. Aber was bringt das alles? Es ist einfacher, das stimmt. Einfacher als für uns Wege zu finden und in unsere Seele zu tauchen.

Heute soll es nicht darum gehen. Heute geht es einfach nur um ein Symptom. Lifestylebullshit ist aus meiner bescheidenen Sicht ein Symptom. Er überdeckt und lenkt ab vom Nachdenken.

Es ist eine Art Ersatzbefriedigung. In einer Gesellschaft, in der sich alles um Ersatzbefriedigung dreht, gibt es zwangsläufig weniger Erkenntnis, die dem Lebenstrieb dienen kann. Es ist kein Maßstab für Gesundheit in dieser Gesellschaft angepasst zu sein, wie es schon der Philosoph Jiddu Krishnamurti schrieb:

„It is not a measure of health to be well-adjusted to a profoundly sick society.“

 

 

 

Blackwater.live -  Anderen Menschen helfen
Würde es uns glücklich machen ihr zu helfen statt Luxus und Lifestylebullshit zu kaufen?

Quelle: Shutterstock

 

 

 

Eine Überlegung

Vor einiger Zeit habe ich einen Vortrag eines Politikwissenschaftlers und Historikers gehört. Er sprach über verschiedene politische Entwicklungen auf der Welt und u.a. auch über die vermögendsten Menschen dieser Erde. Soweit ja nichts neues. Aber er brachte ein Beispiel auf, welches auch ein typisches Blackwater.live Beispiel sein könnte.

Er sprach über Jeff Bezoz. Jeff Bezoz ist der Amazon Founder und hatte im März 2017 laut Forbes ein Vermögen von 75,3 Milliarden USD. So sieht die Zahl aus:

75.300.000.000 USD.

 

Jeff Bezoz unterstützt laut verschiedenen Quellen soziale Projekte, wie z.B. die Öffnung der Gesellschaft für gleichgeschlechtliche Ehen in den USA. Jeff Bezoz macht aber auch Geschäfte mit Saudi Arabien und Prinz Mohamed bin Salman. Saudi Arabien führt einen völkerrechtswidrigen Krieg im Yemen mit US Unterstützung. Laut der UN ist es die größte humanitäre Katastrophe dieses Jahrhunderts. Eine der bekannten Kriegstaktiken ist es, über die Zentralbank die Landeswährung durch zu inflationieren, so dass selbst Menschen die Erspartes haben, sich keine Nahrung kaufen können. Die Bevölkerung wird ausgehungert.

Mehr will ich darauf nicht eingehen, dies die Vorüberlegung. Es geht auch nicht um Politik oder eine politische Umverteilung von Geldern. Es geht um folgende Frage, die in dem Vortrag gestellt wurde:

 

„Hätte Jeff Bezoz weniger zu Essen, wenn er beispielsweise 1 Milliarde USD abgeben würde um diesen Menschen zu helfen? Würde es ihm schlechter gehen?“

 

Ich möchte diese Überlegung persönlich erweitern. Es geht auch nicht um Jeff Bezoz, die wenigsten von uns werden ihn persönlich kennen und wir kennen die ganzen Lebensumstände nicht.

Die Erweiterung des Gedankens ist: Würde es Jeff Bezoz oder jedem anderen mit solchen finanziellen Recourcen denn besser gehen, wenn er einen Teil des Vermögens nutzt und seinen Mitmenschen hilft?

Stellen wir uns einmal vor, wir haben diese Möglichkeit. Uns geht es gut, wir haben alles was wir brauchen und auch ein schönes Vermögen. Statt anderen zu erzählen welchen Luxus wir haben und ihnen das unter die Nase zu reiben, setzen wir uns ein und würden beispielsweise im Yemen ein Flüchtlingslager aufbauen und die Menschen dort verpflegen. (ihr könnt euch gerne ein anderes Land ausdenken, was immer euch gedanklich nahe ist)

Eines Tages besucht ihr das Lager und lernt die Menschen kennen denen ihr helft. Sie umarmen euch, lassen euch Anteil an ihrem Leben haben, sie lieben euch. Der Grund warum später die Kinder mal studieren können seid ihr, der Grund warum die Eltern überleben seid ihr, der Grund warum ihr Leben gerettet wird seid ihr.

Würde dieses Feedback euch glücklich machen? Oder macht euch doch der zweite Porsche, die Ferienwohnung oder weiterer Lifestylebullshit glücklich?

Es sind Überlegungen, die jeder für sich anstellen kann. Es geht nicht um das Prinzip tue Gutes und rede darüber, wie es viele Stars und Sternchen tun. Es geht bei diesem Gedanken um einen ganz anderen Beweggrund: Anderen (1) helfen und (2) in der Maslowpyramide den Bullshit zu überspringen und mit der Erreichung der Spitze glücklich zu werden.

An der Spitze stehen nicht die, die wie Dagobert Duck im Geld baden, sondern die, die mit dem Geld etwas anzufangen wissen. Dazu muss man aber nicht erst reich werden.

 

Blackwater.live - Das Leben
Eine laute und satte Gesellschaft hört nicht mehr die Klänge und feinen Untertöne des Lebens. Wir haben alles, aber sind wir auch glücklich?

Quelle: eigen

 

 

 

Ein Weg

Wie ihr seht, ist auch dies wieder ein großer Artikel geworden. Man braucht Zeit um es zu durchdenken. Lifestylebullshit raubt unsere Freiheit, indem wir Geld und Zeit verlieren. Ich bin sicher kein Verschwörungstheoretiker, aber es ist offensichtlich, dass das politische und wirtschaftliche System uns beschäftigt halten will.

Vor kurzem war ich in Griechenland und habe für europäische Maßstäbe auf sehr einfache Weise dort gelebt. HIER ist der Artikel mit meinen Gedanken dort. Das Leben ist glücklicher wenn man etwas Geld hat, aber wenig Wünsche. Zurück in Deutschland merke ich den Druck gleich wieder, das Umfeld beeinflusst. Ob man will oder nicht. Ich sage daher auch, es ist sehr schwer sich dem zu entziehen. Wenn ich meine Gedanken von dort hier erzähle, werde ich komisch angeschaut. Wenn ich hier so rumlaufe wie dort, noch mehr. Würde ich ab morgen einen Lada (die werden übrigens immer noch gebaut. Sehr robust und zuverlässig) fahren würde jeder fragen ob alles ok ist. Das man sich über frische Tomaten oder Pfirsiche freuen kann, die ganz anderes schmecken als wir es kennen, einfach unverständlich in unserer Welt hier.

Die Welt hier dreht sich um Zweitwagen, sogar Drittwagen, um große Häuser, um Luxusrestaurants, Heilpraktikermethoden um für tausende Euro um Probleme zu kurieren, die es komischerweise in armen Ländern nicht gibt.

Sich dem zu entziehen wird mit Unverständnis bewertet, selbst von Menschen die es eigentlich besser wissen sollten. Es braucht also etwas Willensstärke für sich selbst einen Entschluss zu treffen und dann auch durchzuziehen und den Lifestylebullshit abzubauen. Und dieses Thema werde ich immer mal wieder auf Blackwater.live einfliessen lassen und zeigen welche Fortschritte ich machen konnte und vor allem wie.

Es wird eine spannende Reise. Wie vor kurzem ein Leser richtig erkannt hat, bin ich 38 Jahre alt. Realistisch gesehen habe ich bestenfalls also nochmal 40 Jahre zu leben. Die kommenden 40 Jahre sollen eine Reise aus dem System werden und nicht in das System. Ein Bruch mit Gewohnheiten und Strukturen. Und ich schreibe immer mal wieder darüber und nehme die von euch mit auf die Reise, die daran Freude haben oder sogar Inspiration finden.

 

 

 

„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.

Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.

Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.

Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.

Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.“

       

      – Talmud

12 Kommentare zu „Lifestylebullshit

Gib deinen ab

  1. Die meisten werden das erst kapieren wenn sie es müssen. Der ganze Konsum- und Abokram soll nur von dem eigenen unglücklichen Leben ablenken. Anstatt mal nachzudenken und sein Leben in den Griff zu bekommen wird konsumiert was das Zeug hält.

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  2. Sehr fein geschrieben und auf den Punkt gebracht. So lobe ich mir das. Ich bedauere immer, wenn es keine deutschen Entsprechungen für Anglizismen gibt. Aber das Wort „Lifestylebullshit“ lässt sich wohl nur mit „unnötigen Kram“ übersetzen. Hört sich weniger griffig an. Und weniger modisch. Daher akzeptiere ich die Wortwahl. Sparen ist schwäbische Hausfrauentradition. Bedauerlich wie alte Tugenden verschwinden.

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    1. Der Biss in den Apfel – die Entdeckung der Macht.

      Mit der Sesshaftigkeit kam die Hierarchie in die Welt und damit alle „Probleme“ wie wir sie heute bestaunen können.

      Zerstreuung mit Material als Ersatzbefriedigung für das gestohlene Leben.

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  3. @Anonymous

    Na und, wo liegt das Problem?

    Es wäre geradezu paradox anzunehmen, dass dieser Beitrag auf einer Bühne, wo Marktschreier und „Bullshitverkäufer“ mit ihren „Klicknarren“ im Gefolge in der absoluten Überzahl sind, einen Reichweitenrekord erzielen würde.

    Nachdenklichkeit, Reflexion, Sinnsuche, Reife und das Streben nach Weisheit sind Eigenschaften, die sich mit der Geschwindigkeit einer Schnecke voran bewegen und es wird immer nur eine Minderheit sein, die sich überhaupt auf den Weg macht. Insofern finde ich den Beitrag „Lifestylebullshit“ (welch wunderbar treffendes Wort!) motivierend für all Diejenigen, die anders „gestrickt“ sind als die Masse.

    Als eher introvertierter Mensch im fortgeschrittenen Alter bin ich kaum noch tauglich für Massenveranstaltungen. Ob das der „Dudelfunk“ beim Autofahren ist oder das allabendliche TV Programm, immer zeigen Sie in ihren Inhalten dieselben Stereotypen von Lifestylebullshit verbunden mit penetranten Mitmachaufforderungen.
    Hier fühle ich mich mittlerweile sogar körperlich unwohl und reagiere mit Fluchtverhalten indem ich einfach abschalte.
    Ausgewählte Bücher und Blogs wie dieser hier, gewähren meinem Geist Asyl. Dafür möchte ich mich im Namen aller Gleichgesinnten bei Blackwater bedanken und ihm Mut zusprechen, dass er sich bei seiner Themenauswahl nicht von Reichweitendebatten und Klickraten verrückt machen lässt.

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  4. Jo, wieder ins Schwarze getroffen Black. Aber wie schon einmal erwähnt, du hast keine Reichweite. Und damit wirst du auch keine erhalten. Die Leute wollen so etwas nicht hören/lesen. Sie wollen keine Reflektion, sie wollen Ablenkung. Und alle wollen reich werden um Spass zu haben und Scheiss zu kaufen, nicht um anderen zu helfen. Sorry wenn ich es so klar sage. Deine Message ist einfach nur Hammer, aber nicht mehrheitsfähig. Irgendwie glaube ich du weisst es auch, aber es ist eben deine Mission. 😉

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    1. Ja Du hast es ganz gut erkannt, ich habe sicher nicht vor „Influencer“ zu werden und Gedanken der Masse zu verkaufen. Mehrheitsfähigkeit ist nicht der Maßstab für richtig und falsch, was man an der Geschichte der Menschheit zweifelsfrei sehen kann. Aber es gibt zu allen Zeiten auch nachdenkliche Menschen und um die geht es.

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      1. Och bitte nicht, ist doch latte was die Mehrheit denkt. Wenn man Reichweite will, muss man über Abnehmen ohne Sport schreiben. Und in bunten Farben. Klick hier für 10 Abnehmtricks, klick hier für Gutscheine. Wie kann ich mit McDoof fünf Kilo abnehmen. Mehrheit = Beliebig + dämlich. Dein Blog ist gegensätzlich und es ist gut so! Lifestylebullshit ist ein geiles Wort!

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