Deutschland – (k)ein Märchen

„Diejenigen, die versuchen, Regierungssysteme zu etablieren, die auf der Reglementierung aller Menschen durch eine Handvoll Alleinherrscher basieren, nennen dies eine neue Ordnung. Dies ist nicht neu und es ist keine Ordnung.“

– Unbekannt

 

 

„Der schlaueste Weg, Menschen passiv und folgsam zu halten, ist, das Spektrum akzeptierter Meinungen strikt zu limitieren, aber innerhalb dieses Spektrums sehr lebhafte Debatten zu erlauben“

– Noam Chomsky

 

 

Hinweise:

  • Geschätzte Lesedauer: 10-20 Minuten.
  • Geschätzte Dauer des Nachdenkens: Bis zum Lebensende.

 

 

Was soll dieses Thema auf einem Finanzblog? Ist Blackwater.live politisch? Oder Nazi? Oder Antifa? Oder Grün? Oder Regenbogen? Ist Blackwater ausländisch oder deutsch? Ist er Muslim, Christ, Jude oder nichts von allem?

Erst einmal will ich heute alle besonders herzlich willkommen heissen. Ich weiss es werden im Laufe der Zeit viele Besucher werden. Vor allem viele politische Lager, Meinungen und Richtungen. Und auch sicher welche von den genannten. Mir ist das herzlich egal und doch nicht. Ich glaube das Internet ist die letzte Chance von Menschen sich offen auszutauschen, bevor es gar nicht mehr möglich ist. Auch und gerade in diesem Land. Das Internet ist ein „Sandsack“, an dem man sich abreagieren kann und auch manches „rauslässt“, was man in Wirklichkeit nicht tun würde. Ich glaube daran, dass dies so ist. Denn sonst würden unsere Strassen heute schon anders aussehen. Nicht alles was ich im Internet an Forenkommentaren lese, finde ich gut. Russia Today (RT) ist für mich ein typisches Beispiel. Es ist eine perspektivische Nachrichtenseite, die russisch finanziert ist und entsprechend ein Gegenbild zur westlichen Berichterstattung liefert. Das ist gar nicht so verkehrt, denn mehrere Meinungen zu lesen oder zu hören empfinde ich in unserer Welt sehr bereichernd. Neutralität gibt es nicht, das wissen wir alle. Aber worauf ich hinaus möchte, ist der Kommentarbereich. Er ist unzensiert, alles wird ungeprüft freigegeben. Das werde ich bei Blackwater.live auch heute nicht tun können. Ein gewisses Niveau soll erhalten bleiben, aber dadurch keine Einseitigkeit erreicht werden, sondern Frieden.

Aber zurück zu RT. Dadurch, dass jeder alles kommentieren kann wie er will, sind auch extreme Meinungen vertreten. Und wie schon gesagt, ich denke dies ist ein gutes Beispiel für den „Sandsack“ Internet, an dem man sich auch mal abreagieren kann. Und nochmals, ich bin überzeugt, dies überträgt sich nicht 1:1 auf die Strasse oder das reale Leben. Damit leistet das Internet einen wichtigen Beitrag zu einer freien Gesellschaft und einer friedlichen Gesellschaft. Solange der Diskurs offen bleibt, ist es noch nicht zu spät. Menschen werden immer unterschiedlich, vielfältig und abwechslungsreich aussehen, denken und handeln. Aber sie sind Menschen. Keine Außerirdischen, keine Tiere. Menschen.

Alleine deshalb sollte es immer das Ziel geben, ein friedliches Miteinander zu gestalten. Egal was andere glauben, wie sie aussehen oder welche Ziele und Träume sie haben. Die Grenze wäre immer die Freiheit und die Rechte des anderen. Und natürlich auch ein gesellschaftlicher und rechtsstaatlicher Rahmen. Gerechtigkeit bedeutet, es gibt ein Rechtssystem und man ist keiner Willkür ausgeliefert.

Was den Diskurs in der Gesellschaft allerdings bedroht, ist nicht nur ein vergiftetes Klima durch politische Inkompetenz. Die Biedermeier-Idylle und bei manchen eine Art Untertanenmentalität werden zu einem immer größeren Problem. Logik wird durch Moralismus ersetzt, Fakten durch Gefühle. Es geht um Haltung. Früher stramm, heute will man „gut“ sein. Und das um jeden Preis. Eine Art neue Identität wurde geschaffen. Und deswegen gibt es auch zwanghaft keine Unterschiede mehr. Es wäre auch viel zu anspruchsvoll und zu kompliziert, trotz all der Unterschiede zu erkennen, dass alle Menschen wertvoll sind. Nein, machen wir lieber alles und jeden gleich. Gerechtigkeit für alle. Dem selbstständigen Denken entwöhnt, geht man über zum betreuten Denken. Und wer das anbietet, kann die Masse hinsteuern wo er will.

 

Blackwater.live - Moralismus
Moralismus pur. Wer am lautesten rumschreit, der hat Recht. Wie ich es privat schon einmal erlebte und daher damals in dem Artikel Hysterie und Fakten beschrieb, so setzt sich das Prinzip Empörung und „gut sein“ gesamtgesellschaftlich mehr und mehr durch. Wer werden die Verlierer dieser „Haltung“ sein?

Quelle: istockphotos/gettyimages

 

 

Was hat das mit einem Finanzblog zu tun?

Ich habe oft geschrieben, Blackwater.live ist kein reiner Finanzblog. Es ist ein Blog über das Leben, über Geld und über Menschen. Geld verbindet uns alle auf einer Ebene, wie es auch ein gesellschaftliches Wertesystem im Idealfall macht. Egal ob man das gut findet oder nicht, es ist so. Wir alle brauchen Nahrung und Kleidung, einen Platz zum Schlafen. Und den bezahlt man mit Geld. Wir alle müssen unsere Rechnungen bezahlen.

Aber sehen wir es einmal kurz aus der Perspektive eines reinen Finanzblogs. Finanzblogs drehen sich heute meist um ETFs, um Sparen und Altersvorsorge. Oder um P to P Kredite, um Aktien und Banken. Dann gibt es Finanzblogs, die über Frugalismus schreiben und wie man seine Lebenshaltungskosten senken kann. Und es gibt Finanzblogs für Frauen, für junge Menschen, für alte Menschen und so weiter. Es gibt für alle Menschen und alle Finanzthemen Finanzblogs. Und es geht immer um das Erreichen von (finanziellen) Zielen, die noch in der Zukunft liegen. Ach, die Zukunft…

Frage: Was nützen alle Pläne für die genannten Gruppen von Menschen und alle die es noch gibt, wenn der Staat nicht mehr funktioniert und der gesellschaftliche Zusammenhalt sich auflöst?

 

Vielleicht hätte ich es besser formulieren können. Aber ihr wisst sicher was ich meine, wenn ihr ehrlichen Herzens diesen Artikel lest. Und genau darum bitte ich euch auch beim weiteren Lesen. Seid bitte ehrlich und offen und durchdenkt den Artikel. Auch aus eurer Perspektive. Ich möchte niemals Menschen verurteilen. Man kann Handlungen als falsch bewerten und verurteilen, wie es auch unser Rechtssystem in Deutschland macht. Aber niemals den Menschen.

Und noch etwas: Die, die mich besser kennen wissen, man muss alles diskutieren können und den Absender von einer Botschaft trennen, wenn es sein muss. Nicht jeder Absender sagt einem zu. Aber wenn die Botschaft wertvoll, bereichernd oder einfach nur richtig ist, dann muss man sie durchdenken und besprechen können. Auch wenn der Absender ein Idiot welcher Art auch immer ist. Einverstanden? Gut. Dann kannst Du nun weiterlesen. Ansonsten bitte diesen Link klicken und ein Film von Rosamunde Pilcher anschauen oder was sonst so gefällt. Garantiert konfliktfreie Zone.

 

 

 

Blackwater.live hat Post bekommen

Ich habe schon viele Mails bekommen. In den letzten Monaten sehr viele. Die meisten Mails waren von Kunden, Lesern und Freunden. Alten und neuen. Vereinzelt bekomme ich Post von Menschen, die nicht so nett sind. Diese beleidigen mich oder sogar meine Leser. Oder sie unterstellen Negatives. Dafür gibt es einen Spamfilter. Wenn ich noch Hoffnung sehe, antworte ich ganz nett und frage nochmal nach. Könnte ja auch ein Missverständnis sein. Insgesamt ist aber alles im grünen Bereich.

Die Post, die ich erhalten habe, war an mich persönlich gerichtet und doch ein Massenverteiler an alle Haushalte der Region. Auf den ersten Blick wirkte sie klassisch „rechts“ angehaucht. Und viele würden sie auch so bezeichnen, weil mit bestimmten Diskussionen bestimmte Parteien verbunden sind. Meistens wird bei der Aussprache des Parteinamens die Diskussion unsachlich böse oder abgewürgt. Ich halte beides für falsch. Wie schon gesagt, wer die Botschaft nicht vom Absender trennen kann, beraubt sich der Chancen. Aber diese Wurfsendung war von keiner Partei. Sie war von einer privaten Person, die einer privaten Initiative angeschlossen war. Und die Kernpunkte waren folgende:

Zuerst eine kurze Vorstellung der handelnden Person. Danach einige an den Leser gerichtete Fragen. Diese möchte ich euch vorstellen, aber sachlich und nicht manipulativ. Ich weiss nicht, ob der Autor manipulieren wollte und möchte ihm dies auch nicht unterstellen. Aber ich möchte es mal so machen, wie es die Tagesschau früher, also zur „guten alten Zeit“ noch gemacht hätte:

 


 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben einen Brief einer Initivative von Bürgern erhalten und er hatte folgenden Inhalt:

Es ging um mehrere Fragen.

 

  1. Warum gibt es in Deutschland inzwischen Schwimmbäder mit Stacheldraht und erweiterten Sicherheitskontrollen durch Sicherheitsdienste?
  2. Warum haben diverse religiöse Parteien extremen Zulauf?
  3. Warum gibt es eine Anzahl von Städten mit großen Migrationshintergrund?
  4. Warum leben in einem reichen Land wie Deutschland 25% der Minderjährigen in Kinderarmut?
  5. Warum suchen so viele Rentner nach Flaschen im Müll?
  6. Warum werden Millionenabfindungen für schlechte Manager bezahlt, während viele Familien sich einfachste Dinge nicht leisten können?
  7. Machen Sie sich Sorgen um Ihre Kinder und Enkel?
  8. Was halten Sie von den zuletzt berichteten Gewalttaten durch Jugendliche an Frauen oder den Morden an Bahnhöfen?
  9. Was halten Sie von der zunehmenden Gewalt gegen Polizisten?
  10. Glauben Sie das wird gut ausgehen?

 

 

Der Brief schloss ab mit einer Handlungsaufforderung. Es wurde erklärt, man sei nicht gegen bestimmte Gruppen von Menschen, sondern gegen die Zustände und das politische Versagen. Und das es viele Menschen gibt, die Angst hätten und sich nicht mehr trauen etwas zu sagen.

Kommen wir zum nächsten Thema. J. Kachelmännle mit dem Wetter. 🙂


 

 

So oder so ähnlich hätte die Tagesschau den Brief vorgestellt. Selbstverständlich etwas geschliffen und das ein oder andere weg gelassen. Um des sozialen Friedens willen.

Aber wie seht ihr das? Ist es wirklich schon so schlimm? Wie sieht die Lebenswirklichkeit in Deutschland 2019 aus? Soll ich einen Riester abschliessen und mich auf die Auszahlungen in 30 Jahren freuen? Wird das „gut gehen“?

 

Blackwater.live - Idylle
Du schönes Deutschland. Aber ob Du jemals so eine Idylle wie auf den Postkarten warst oder ob unsere Erinnerungen uns nur einen Streich spielen, diese Frage lassen wir mal offen.

Quelle: istockphotos/gettyimages

 

 

Ein Blick zurück: Ein Land in dem Milch und Honig fließt

Deutschland. Deutschland ist ein schönes Land. Es gab mal eine Dokumentation. Sie hiess Deutschland von oben oder so ähnlich. Ich habe sie gesehen und dachte nur: Deutschland ist schön. Herrlich grüne Wälder, Seen und Berge. Ebenen mit Feldern. Deutschland hat schöne Dörfer und schöne Altstädte. Deutschland hat viele Flüsse, die das Land geprägt haben. Es ist auch ein Land mit Burgen und Schlössern, die manchen Orten ein Postkartenmotiv liefern.

Deutschland hat eine reiche Geschichte. Ein Volk von Dichtern und Denkern, so sagt man es oft. Denken wir an die großartige Literatur, die Philosophen. Denken wir an die Universitäten, an die Wissenschaftler. Und auch an die Ingenieure. Ein unermesslicher Schatz in Form von Menschen.

Deutschland hat eine bewegte und große Vergangenheit. Leider hat Deutschland auch einen dunklen Fleck, der sehr schmerzhaft ist und weh tut. Eine Wunde, die noch keine Narbe ist. Denn immer wenn sie berührt wird, schmerzt sie. Auch wenn es nur ein kleiner Teil der Geschichte ist, so hat dieser Teil das Land für immer verändert. Und bis heute wissen viele Menschen nicht, wie sie damit klar kommen sollen. Bei manchen geht das bis zum Selbsthass, fast wie jemand, der sich selbst Schnittwunden beibringt. Aber darin steckt auch Selbstreflektion. Und welches andere Land dieser Erde hat seine teilweise dunkle Vergangenheit so aufgearbeitet wie Deutschland?

Deutschland ist ein reiches Land. Es gibt Strom, fliessendes Wasser. Die Menschen haben Arbeit. Wenn nicht, gibt es ein Sozialsystem. An diesem Satz werden manche Gemüter überkochen und ich verstehe es. Aber nehmt einmal viele anderen Länder der Erde in Augenschein und vergleicht das mit Deutschland. Es ist oft ein perspektivisches Problem.

Deutschland hat ein Rechtssystem und wir sind in diesem Land nicht der Willkür ausgeliefert. Wir können unseren Glauben und unsere Gedanken frei ausleben, solange wir nicht in die Rechte anderer eingreifen oder gegen geltendes Gesetz verstossen. In Deutschland verschwinden keine Menschen, es gibt keine dunklen Foltergefängnisse.

In Deutschland muss niemand hungern, alle haben genug zu essen.

Als Kind der 80er Jahre weiss ich, es gab mal bessere Zeiten. Das Sozialsystem hat mehr bezahlt, es gab ein deutlich höheres Arbeitslosengeld. Und es wurde auch länger bezahlt. Und die Krankenkassen zahlte beispielsweise Sehhilfen, Zahnersatz und Medikamente komplett. Es gab auch eine Zeit, in der es eine verbindliche deutsche Rechtschreibung gab. Meine ist späteren Reformen zum Opfer gefallen. In den 80er Jahren konnte ein Mann ohne Universtätsstudium eine Frau mit zwei Kindern ernähren und diese Familie konnte zwei Mal im Jahr mit dem Auto in den wohlverdienten Urlaub fahren. Ich weiss das, weil ich es erlebt habe.

Ich könnte viele Beispiele anführen über Dinge, die sich in Deutschland verschlechtert haben. Das ist schon aus dem Bundeshaushalt ablesbar. Nehmen wir nur die Entwicklung im Bereich Soziales. Die Kosten sind explodiert. Dies hat zu Kürzungen in anderen Bereichen geführt. Diese Zahlen kann sich jeder besorgen und darüber nachdenken und forschen. Aber Blackwater.live wäre nicht Blackwater.live, wenn es hier nicht um das echte Leben gehen würde, statt um das Anbringen von Statistiken.

Dieser Artikel soll nichts relativieren, weder eine Position für Deutschland noch eine gegen Deutschland. Es ist die Frage von einem Menschen an viele Menschen. Menschen unterschiedlichster Herkunft, Hautfarben und Überzeugungen. Und die Frage nach Konsens.

Wer sich alte deutsche Filme oder Fernsehserien aus den frühen 90er Jahren oder auch davor anschaut sieht, wie sehr sich das Land gewandelt hat.

 

 

Blackwater.live - Gesellschaft und Werte
Eine Gesellschaft wird von gemeinsamen Werten zusammen gehalten. Was sind „unsere“ Werte? Klima? Gender? Primark? Konsum?

Quelle: istockphotos/gettyimages

 

 

Deutschland verändert sich

Es wäre grotesk abzustreiten, dass dies so ist. Nichts ist so beständig wie die Veränderung. Auch ohne die Ereignisse von 2015 würde sich Deutschland verändern. Nur die Richtung der Veränderung wäre vielleicht anders, wer weiss. Deutschland würde ich als Einwanderungsland ohne die Strukturen eines Einwanderungslandes beschreiben. Wirklich vergleichen kann man es nicht, aber wenn ich an die USA denke, mit einem dynamischeren Wirtschaftssystem und einem starken übergeordneten Wertesystem, dem „American Way of Life“, da ist die Integrationsfähigkeit doch deutlich höher als bei uns. Der traurigste Beweis dafür ist das Militär. Es kämpfen überwiegend die Kinder von mexikanischen und von farbigen Einwanderern und deren Nachfahren für Amerikas Kriege in aller Welt. Wer würde heute für Deutschland sterben, wenn es notwendig wäre?

Vor kurzem war ich mit einer ehemaligen Kundin aus Bankzeiten essen und wir haben dieses Thema besprochen. Sie meinte, natürlich müssen sich Einwanderer integrieren. Ich stimmte ihr zu. Dann warf ich die Frage auf: Nur in was denn? Und das frage ich mich selbst gerade.

Man lernt die Sprache eines Landes. Das sollte man, die Sprache ist wichtig. Aber wie geht es in Deutschland dann weiter? Als nächstes würde man sagen, Arbeit ist wichtig. Ein Beruf. Gut, und dann? Was macht deutsch sein aus? Wenn jetzt ein Zuwanderer zu uns kommt und fragt, wie würden wir es ihm erklären? Wären wir ein Vorbild, an das er sich halten kann? Soll bedeuten: Wenn sich Ausländer A an den Deutschen D hält und ihn sozusagen als Mentor hätte und ihn nachahmt, würde Ausländer A dann ein Deutscher werden?

Wir sehen, in Deutschland ist es gar nicht so einfach zu erklären, was es bedeutet „deutsch zu sein“. Und die meisten „Deutschen“ die ich kenne, sind nicht deutsch im Sinne von typisch „deutscher Michel“, sondern sind als Individuum sehr ausgeprägt. Die Frage wäre doch, gibt es ein deutsches Volk und was bedeutet das? Oder müssten wir inzwischen nicht einfach nur noch von der „Bevölkerung“ reden?

Dann müsste man sich als nächstes diese Bevölkerung anschauen. Sie ist geprägt von vielen politischen Lagern und Meinungen. Von Sonntagschristen und von einer Minderheit praktizierender Christen. Von Atheisten und Agnostikern. Von der Regenbogenbewegung und extrem überzeugten Grünen. Und von einer wachsenden muslimischen Community. Alleine bei diesen genannten Gruppen finden sich so viele Gräben und extrem aufgeheizte Positionen, dass ein friedliches Miteinander einem Wunder gleicht. Und das ist es bislang auch.

Und nochmal die Frage: Wo rein soll sich jemand integrieren, der nach Deutschland kommt? Was ist deutsch? Wie kann jemand deutsch werden?

Wenn die Antwort darauf lautet, durch maximalen Individualismus, Egoismus und Materialismus und durch das Ablehnen jeglicher Veränderungen, dann wird das Land keine Zukunft haben. Nicht in dieser Welt.

Und wenn die Antwort darauf wie genannt lautet, welche Zukunft hat unsere Gesellschaft? Wie soll eine Gesellschaft überleben, die nur aus Egoisten besteht, die 24 Stunden am Tag Recht haben wollen? Eine Gesellschaft, die sich in unzähligen Kleinkriegen um individuelle Selbstbestimmung verliert, die Grabenkämpfe um jeden missverstanden Tweet führt und die nach und nach so verroht, dass die Menschlichkeit das Land verlässt.

 

Blackwater.live - die Gesellschaft
„Die Wertegemeinschaft.“ Welche Werte würden wir als deutsch bezeichnen? Oder als westlich? Welche Werte würde wir gerne anderen vermitteln, damit sie ein Teil der Gesellschaft werden?

Quelle: istockphotos/gettyimages

 

 

Was kann man tun

In dem erwähnten Brief, den ich bekommen habe, waren Handlungsaufforderungen. Manche Parteien fordern uns dazu auf, bei ihnen einzutreten. Die Kirchen fordern dazu ebenfalls auf. Meistens sind diese Handlungsaufforderungen mit Folgen verbunden, die zu noch mehr Spaltungen führen. Trete ich in eine Partei ein, positioniere ich mich politisch. Aber wie positioniere ich mich als Mensch? Gegen andere Menschen? Gegen die anderen?

Glaubt jemand wirklich wir können dadurch an den Zuständen etwas ändern? Die Zeit zurück drehen, beispielsweise in die 80er Jahre? Auch da konnte man das Toilettenwasser nicht trinken.

Oder werden wir durch so manches falsch verstandene Engagement nicht einfach nur beschäftigt gehalten, durch immer neue Spaltungen getrennt und am Ende verlieren alle?

 

Und doch ist der Einzelne wichtig. Aber nicht auf einer politischen Ebene. Sondern auf der persönlichen Ebene. Wie sehen wir unsere Mitmenschen? Sehen wir sie als Menschen? Auch wenn sie anderen Nationalitäten angehören, anderen Religionen? Oder wenn sie eine andere Meinung haben? Gerade dieser letzte Punkt scheint immer wichtiger zu werden. Es gibt immer mehr Menschen, die Zustände und Probleme abstreiten und Menschen, die diese riesig aufblasen und benutzen. Die sachliche Mitte scheint sich im Nirgendwo zu verlieren.

Der Einzelne kann wirklich nichts an der Welt oder der Politik ändern. Er kann nur im Umgang mit den Menschen etwas ändern, auf die er in seinem Leben trifft. Nehmen wir einmal an, es kommt zu weiteren Kriegen wie in Syrien oder anderen Staaten, die sich auflösen. Wie beispielsweise Libyen. Nehmen wir an, eine weitere Million Menschen kommt nach Deutschland. Die Chancen dafür stehen gar nicht mal schlecht. Was dann?

Ich habe mich das damals schon gefragt. 2015 war mir klar, es wird eine gute Million werden, die nach Deutschland kommen. Die meisten haben das abgestritten und schön geredet. Oder es hieß, das Land braucht diese Menschen. Es sind Ärzte und Ingenieure. Bei den Landeserstaufnahmestellen habe ich keine Ärzte und Ingenieure gesehen. Aber Menschen. Rausgerissen aus ihrem Land und ihren Städten und Dörfern und geflüchtet in eine Welt, in die sie nicht passen. Viele Deutsche haben ihre Grundstücke mit Bauzaun gesichert. Diese Bilder werde ich nie vergessen. Es war so absurd surreal. Ich konnte mich in Sekunden in beide Seiten versetzen. Mir haben die geflüchteten Menschen unendlich leid getan. Aber die verzweifelten Anwohner auch. Die Welt aus dem Auslandjournal direkt vor dem eigenen Haus zu haben, das ist ein Schock. Eine Art Einbruch in eine selbst geschaffenen Luxuskulisse. Die Frage ist immer, kann man sich sein eigenes Paradies schaffen? Ja, man kann. Wenn man den Rest der Welt ausblendet.

Aber da wusste ich, es gibt kein zurück. Es ist nicht mehr die Welt meiner Jungend und Kindheit, in der die Probleme der ganzen Welt weit weg bleiben. In dieser neuen Welt und durch die Globalisierung wird der Tag kommen, an dem kein Sack Reis in China mehr umfällt, ohne das wir es spüren werden.

Ab hier muss der Lernprozess anfangen. Es gibt keinen anderen Weg. Die Vorgartenidyllen werden alle verschwinden -die gedanklichen und die echten- wenn wir nicht umdenken. Und die Politik wird das niemals schaffen, wenn der einzelne nicht dazu lernt. Und zwar nicht politisch-dumm und offen bis das Hirn rausfällt, sondern realistisch.

 

„Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Vorraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“

– Ernst-Wolfgang Böckenförde, Verfassungsrechtler

 

 

 

Und das ist doch genau das, was heute so selten zu finden ist. Es gibt Menschen, die ein sogenanntes rechtes Lager unterstützen. Und es gibt Menschen, die am liebsten staatliche Strukturen auflösen würden und einer Milliarde Menschen auf einmal helfen wollen. Manchmal frage ich mich mich, glauben die das wirklich? Die Auseinandersetzung ist nur noch mit Emotionen geführt und wenig faktenbasiert.

Egal ob die Flüchtlingsfrage, das Klima oder ähnliche schwergewichtige Themen diskutiert werden und egal welcher Meinung man dazu ist, so ist nur sicher, es muss sich etwas ändern. Ein zahlenmäßig kleiner Teil der Weltbevölkerung, lebt auf Kosten von der Mehrheit.

Ich wusste dieser Artikel wird lang. Und damit ist dennoch nicht alles geschrieben was mir dazu durch den Kopf ging. Aber ich wollte diese Gedanken mit euch teilen und euch fragen, wie eure Meinung dazu ist?

Und nochmal möchte ich zum Schluss fragen, was nützen die ganzen Finanzblogs, die ETF Sparplänchen und ein toller Steuerriester, wenn die Grundlagen des menschlichen Miteinanders sich nach und nach auflösen? Wenn keine sachliche Diskussion mehr möglich ist und alles sich in politischen Streitereien verkeilt?

 

 

Blackwater.live - Flüchtlinge
Zitat besorgter Bürger: „Was ist wenn noch mehr kommen? Die sind nicht wie wir.“ Wird die Gesellschaft daran zerbrechen? Oder wachsen? Eines ist klar. Diese Menschen haben andere Probleme, als die Nachkommaberechnungen von Sparplänen oder ob sie einen Full-HD-Fernsehen im Schlafzimmer brauchen. Aber ob sie nicht wie wir sind? Wer sind WIR?

Quelle: istockphotos/gettyimages

 

 

 

„Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“

          – George Orwell

 

 

41 Kommentare zu „Deutschland – (k)ein Märchen

Gib deinen ab

  1. Ja, der Artikel ist mutig. Aber notwendig. @Blackwater: Hast du keine Sorge wegen der Zustimmung von Rechts bei so einem Artikel? Frage ist ernst gemeint.

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    1. Da muss sich BW sicher keine Sorgen machen, schon mal geschaut wie viele Leser hier einen Zuwanderungsbackground haben? Genauso könnte man einen Vegetarier auf die Gefahren von Fleischkonsum hinweisen. :0)))))

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    2. Nein. Würden unqualifizierte Kommentare dazu kommen, würde ich sie löschen. Aber jemand der aufrichtig den Artikel liest weiss sicher, dass es hier nicht um Politik oder politische Lager geht. Die Frage war ja an alle gerichtet. Zustimmung von “Rechts” bekommt Blackwater.live ganz sicher nicht. Siehe der andere Leserkommentar, der trifft es ganz genau.😉

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  2. Es gibt weltweit m.E. kaum eine Bevölkerung/Volk/was auch immer, welches sich so leicht “führen” lässt wie die Deutschen. Mit immer neuen Politiktheater, welches eigentlich eine absolute Unverschämtheit gegenüber den Wählern ist. Geködert mit staatlichen Versprechen, die nie langfristig eingehalten werden (beim Wesir gerade wieder eine Riesterfandiskussion, manche kapieren es nie), gelockt mit der Pseudo-Idylle des auf Pump gekauften Eigenheims (welches nichts weiter wie eine Fessel ist) und im Zaum gehalten von einem politisches System, welches man kaum als demokratisch bezeichnen kann.(schon mal überlegt wann wir zu irgend einem wichtigen Thema der letzten Jahre befragt wurden??) Mit den aufkommenden Ideen für neue Steuern (Fleisch, CO2) oder der Idee zur Verstaatlichung der eigenen Kinder wird es hier zur DDR 2.0. Ein absoluter Wahnsinn. Aber die Deutschen sind treue Staatsgläubige. Wir schaffen das.

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  3. Der Artikel gefällt mir sehr gut. Sicher etwas provozierend. Warum?

    Wer hier verwurzelt ist und bleiben will wird sich Probleme eher schön reden als offen zugeben. Die Argumente sind die ewig gleichen: Es ist sicher hier, gutes Sozialsystem, schön sauberes Land. Dabei wird geflissentlich übersehen, dass diese genannten Punkte immer unzutreffender sind. Ein Land im Rückbau.

    Wenn die kleine Klimahexe ihren Willen bekommt, dann gibt es bald auch weniger Jobs. Wir werden sehen.

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  4. @Randfrosch: Volltreffer. Genau so empfinde ich es. Darum bin ich auch bei der Planung hier weg zu kommen. Hätte ich nie gedacht, aber so kann man sich täuschen. Und woanders ist es auch schön.

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  5. Emotional gesehen ist es in Deutschland wie das Überleben auf dem Mars physisch gesehen. Eine lebensfeindliche, unwirkliche Umgebung. Neid, Gier und Hintervotzigkeit ohne Ende. Jeder der mal im Ausland gelebt hat weiss das. Dazu eine der höchsten Abgabenlasten der Welt. Dafür bekommt man politisches Theater vom feinsten, einen Staatsrundfunk mit Steuerungswirkung und die vorherrschende und zu akzeptierende Einheitsmeinung liefert sozialen Frieden. Wer‘s mag muss es zahlen. Oder schnell abhauen, so lange es noch geht. 😂

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  6. Heyyyeyy, spannende Fragen UND Kommentare. Ich hab keine Ahnung warum es ist wie es ist. Ich kann es nur mit meiner Heimat vergleichen. Da sind andere Dinge wichtiger als hier. Man freut sich über Familie, zusammen essen und reden. Also freut man sich auch über Tomaten, Oliven oder wenn es was zu feiern gibt Lamm. 😂😂 Kennst du ja und manche andere hier auch. Es sind einfache Dinge. Hier höre ich oft nur Problem weil man grössere Autos haben will. Oder weil es Probleme mit Besitz gibt. Manche besitzen so viel und jammern dauernd rum. Es ist nie genug. Und sie kaufen die Sachen und beschweren sich dann weil sie keine Zeit mehr haben. 🙄 In Deutschland treffen viele Menschen und Kulturen aufeinander. Die einen wollen immer reicher werden und die anderen einfach nur leben.

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  7. Die Frage „Was ist eigentlich Deutsch?“ habe ich mir auch schon oft gestellt (bzw. was denn die selbst ernannten „Hüter des Abendlandes“ konkret hüten).

    Beim Lesen des Artikels musste ich spontan an den Erlass von Mehmed II. denken:

    „Stellt den Menschen keine Fragen, die ALLAH stellen wird, wie: ‚Welche ist Deine Religion?‘, ‚Betest Du?‘, ‚Fastest Du?‘!
    Fragt Sachen, die Menschen untereinander fragen, wie: ‚Bist Du hungrig?‘, ‚Brauchst Du vielleicht etwas?‘, ‚Hast Du ein Problem?‘!“

    Eine aktuelle, erweiterte Fassung könnte lauten:
    „Fragt die Menschen nicht nach Politik, Religion, Sport, Wirtschaft usw.“

    Mensch zu sein ist der kleinste gemeinsame Nenner.

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    1. Mir kommt es in De immer mehr vor wie in einer Art neuen DDR. Eine wachsende Gruppe versucht einfach nur frei zu sein und da weg zu kommen. Auswandern und Ballast los werden. Es gibt immer mehr Webseiten zu dem Thema. Die anderen sind voll gefangen im Konsum und „ alles wird schon gut werden“ Denken. Es wird nicht gut werden. Das wäre ein Wunder entgegen jeglicher Statistik und Mathematik was die Sozialsysteme angeht. Mit der nächsten Rezession werden wir schon einiges dazu sehen. Aber Hauptsache Häusle und guter Automobiljob. Hauptsache das Kind ist gesund, nisch war?

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    2. @cusn Was diese konkret hüten ist wirklich nicht ganz klar. Es war bislang immer die Rede von einer Wertegemeinschaft. Nur ist auch hier nicht klar, welche Werte das sein sollen? Maximal das Kulturchristentum, was nachweislich eine Vermischung von allen möglichen unchristlichen Bräuchen und Traditionen darstellt, aber sicher nicht ursprünglich ist. Mensch zu sein ist wirklich der kleinste gemeinsame Nenner. Leider wird dieser stark durch maximal matrialistisches Eigeninteresse unterlaufen. Das kann man auch an vielen Gesprächsinhalten schon erkennen.

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    3. “Mensch zu sein ist der kleinste gemeinsame Nenner.” – cusn, dasbringt es auf den Punkt. Ich bin allerdings skeptisch. Wird es reichen um diese Bevölkerung zusammen zu halten?

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      1. Weiss nicht.🙄 Es ist schon Luxus darüber denken zu könnnen. Wenn man sich durchschlagen muss mit wenig Geld und Kind hat. Ich lese hier gerne und es ist schön wenn jemand sich Gedanken machen kann über solche Fragen. Ich liege am Abend nachdem ich mein kleinen Engel ins Bett gebracht habe auf der Couch und bin einfach nur platt. Ich kenne viele den es auch so geht.

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  8. (…)Alleine deshalb sollte es immer das Ziel geben, ein friedliches Miteinander zu gestalten. Egal was andere glauben, wie sie aussehen oder welche Ziele und Träume sie haben.(…)

    Zwei Fragen:
    1) Was, wenn wir kognitiv schlicht nicht fähig dazu sind?
    2) Was, wenn das nur ca. 30% der Menschen in grossen Gruppen miteinander können?

    Eine Möglichkeit: Wir überlassen alles einem Algorithmus. Der übernimmt ohne Lobbyarbeit die Zurodnung der Ressourcen.

    Andere Möglichkeit: Unsere Gehirne ändern sich durch den Druck. Wenn wir eine Änderung wollen, dann passiert sie auch.

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    1. Das mit dem Druck ist ein interessanter Ansatz. Diesen Druck wird es auch geben, spätestens wenn die Rezession herein bricht, werden die Karten neu gemischt. Ich bin derzeit leider nicht optimistisch, was die weitere Entwicklung in Deutschland angeht, aber lasse mich gerne positiv überraschen. Wenn man offen ist und über seinen Tellerrand hinaus blickt, ergeben sich doch schöne Freundschaften und Kontakte. Und das über die Kulturgrenzen hinweg. Und dann klappt es auch mit dem Miteinander. Aber leider gibt es zu wenig Menschen, die diese Offenheit mitbringen. (und nicht nur plakativ dafür eintreten, es aber nicht sind)

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  9. Deutschland ist ein Märchen wegen Wohlstand. Oder materielle Dinge. Aber es ist kein Märchen in Bezug auf Lebensfreude. Es gibt immer Ausnahmen. Aber ich und viele Freunde empfinden es so. Und leider färbt es auch atwas ab. Wenn ich andere Menschen beim Einkaufen anlächel bekomme ich selten ein Lächeln zurück. Meist nur ein böser und stoffeliger Blick. Immer weniger Menschen grüssen einen. Selbst wenn ich zuerst grüsse, es kommt nichts zurück. Das ist sehr traurig. Mit ihren Hunden gehen sie aber um wie wenn es kleine Babys wären. Mehr Liebe zu Hunden als zu Menschen.

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    1. Ja, die Hundesliebe. Tiere sind etwas schönes. Aber wenn der Hund über dem Mensch steht… es ist merkwürdig. Fällt mir aber auch immer öfters auf. Auch das mit dem Grüssen und Lächeln. In manchen Gegenden klassifiziert man sich damit wohl als „nicht normal“.

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    2. Wenn ich Leute freundlich anschaue, bekomme ich oft einen Hass-Neid-Blick zurück. Aber der Hund wird nett behandelt, wie hier schon beschrieben. Nebenbei: ein toller Blog!!

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  10. Danke für den motivierten „freigeistigen“ uncoolen(?) Blog
    Die Zitate :

    „Der schlaueste Weg, Menschen passiv und folgsam zu halten, ist, das Spektrum akzeptierter Meinungen strikt zu limitieren, aber innerhalb dieses Spektrums sehr lebhafte Debatten zu erlauben“

    – Noam Chomsky

    „Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“

    – George Orwell

    sagen es.
    Du auch.

    Die Bevölkerung wird weiterhin gut und modern followen.
    Eine entspannte Haltung in der „Mitte“ zu halten wird immer anstrengender
    „Amen“ oder „Amin“ ?

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    1. Hallo Thilo, gerne. Es ist wie Du schreibst. Es wird schwieriger. Wenn man schon wegen so einem verlinkten Blogbeitrag bei Twitter gemeldet wird, dann frage ich mich wirklich, ist es schon so schlimm? Von privaten Twitternachrichten ganz zu schweigen, die musste ich auf „nur Kontakte“ einschränken. Aber gut. Wie immer gilt: Es ist eine Erfahrung und man kann daraus etwas lernen.

      Amen oder Amin? Das will ich mal so beantworten: In allen Sprachen des geographischen Gebiets wo die drei Weltreligionen herkommen heisst es Amin. 😉 Das Amen ist eine erst später aufgetauchte griechische Variante. Ich zitiere mal Wiki:

      Amen kann übersetzt werden mit „sich fest machen in, sich verankern in, sich ausrichten auf Gott“, denn es stammt von der hebräischen Verb-Wurzel אמן mit der Grundbedeutung „fest/zuverlässig sein“ ab, von der die hebräischen Wörter für Emuna (Glaube, Zuversicht),[1] Treue, Verlässlichkeit, Übung, Künstler, Handwerker u. a. abgeleitet werden.[2] Im Arabischen hat der Wortstamm آمن ʾAmana die gleiche Bedeutung wie die hebräische Wortwurzel.

      Es heisst ja eigentlich auch nicht Jesus. 😂 etc. Alleine in den Sprachen liegt so viel verborgen. Das Ur-Christentum hat wenig mit dem heutigen zu tun. Nach den Konzilen von Laodicea und Nicäa sind so viel Bräuche und Traditionen eingeführt worden, da ist es geradezu grotesk wenn Leute heute von Urchristentum reden. 😂 Auch einer der Gründe warum Muslime das nicht ganz ernst nehmen können.😂 Sorry, hab etwas zu weit ausgeholt.

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      1. Bin BEEINDRUCKT. Egal wie uncool der Blog ist, für mich ist er supercool.😊 Bin sehr glücklich es gefunden zu haben. Aber zu deiner Frage. Ist es schon so schlimm? Es ist sicher nicht überall gleich. Nur ich merke, die Menschen sind sich gegenseitig egal. Und für dich wird es jetzt keine Überraschung sein. Aber ich denke es liegt schon daran was für Überzeugungen ich im Leben habe. Geht es nur um Arbeit und Geld, was soll davon glücklich machen? Muss jeder selbst wissen/beantworten.

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  11. Danke danke danke! Ein wertvoller Artikel, der mich zum Grübeln bewegt. Dieses Thema solltest du auch im Hinblick auf Finanzen weiter verfolgen. Ich habe mir auch die Kommentare durchgelesen. Als Problembär würde ich dich jetzt nicht beschreiben. Eine politische Lösung lieferst du aber auch nicht. Aber wer würde das erwarten wollen? Wenn du zum Nachdenken anregen willst (wie du schreibst, dann attestiere ich dir: Es gelingt immer öfters!

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  12. Danke für eure Kommentare und Mails! Gestern wurde ich auf Twitter gleich angegriffen. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass die Angreifer wussten worum es überhaupt bei dem Artikel geht. Und als ich ihnen antworten wollte, hatten sie mich bereits blockiert. Blackwater.live ist natürlich eine ganz böse Naziseite. 😉

    Danke für eure Unterstützung und eure offenen Kommentare. Nicht nur bei diesem Artikel. Das trägt alles dazu bei, dass dieses „digitale Wohnzimmer“ ein nettes Plätzchen ist und bleibt und verschiedenste Menschen sich hier wohl fühlen.

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    1. Ich hab mir das auf Twitter angeschaut. Du meinst die Kommentare wegen sponsored Post und den Typ mit dem YouTube Link? Das sind wirklich Idioten. Die haben nie im Leben den Artikel gelesen, sondern posten bei jedem der nicht in ihr Weltbild passt ihre Angriffe rein. Und dein Artikel ist vom Titel in die Afd-Schublade gekommen. Hättest du Deutschland weg gelassen, wäre es nicht passiert. Ist ein Reizwort. Inszenierte Hysterie von irgendwelchen Tieffliegern.😉

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  13. Ich lebe gerne in Deutschland und mir geht es soweit gut. Es ist JETZT so. Aber die Entwicklungen machen mir Sorgen. Und was MORGEN ist. Der Artikel ist super geschrieben und ich finde es gut, dass Menschen sich noch Gedanken machen. Nicht nur Fussball, Urlaub und das eigene Glück im Blick haben. Schade ist, wenn dann genau solche Leute angegriffen werden.

    Aber ich sehe auch Hoffnung. Vielleicht muss es ja erst schlimmer werden, bevor es besser wird. Es gab zu allen Zeiten Menschen, die sich nicht nur mit ihrem eigenen Leben und Glück zufrieden gegeben haben. Die brauchen wir. Leider sind verantwortliche Personen heute oft die, die nicht wissen was Verantwortung eigentlich ist.

    Martin ich muss dir sehr zustimmen. Was nützt Vorsorge, ein eigenes Haus und ein ETF Depot, wenn die Gesellschaft nicht mehr funktioniert? Manche werden sich mit Mauern umgeben müssen. In den Gedanken (Ablenkung) und eines Tages mit echten. (Gated Communities)

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  14. Man kann keine offene Gesellschaft und offene Grenzen haben. Es geht nur das eine oder das andere. So sehr ich den humanitären Ansatz schätze, es hat mir noch keiner erklärt, wie das gehen soll.

    Ich will und kann die Zeit nicht in das Jahr 1980 oder gar 1950 zurück drehen. Ich mag die Vielfalt. Mir macht es nichts aus, viele Kulturen und Nationen auf der Strasse zu sehen. Aber wie soll dieses friedliche Miteinander bestehen bleiben, wenn das Land nicht einmal Grenzen hat? Mich macht es traurig alleine wegen so einer Frage in die falsche Ecke gestellt zu werden. Und die Politik, denen scheint es nur um sich selbst zu gehen.

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  15. Uii, da hast du dich aber an was rangetraut. Hoffentlich hast du einen guten Spamfilter. 😂 Zu deiner Frage: Ich fühle mich hier wohl. Süddeutschland, ländliche Gegend, nette Leute und wenig Kriminalität. Es hängt sicher davon ab, wo man in Deutschland lebt. Ich sehe auch viele Entwicklungen negativ. Aber mir geht es wie vielen anderen auch. Ich bin mit dem Alltag beschäftigt genug. Dein Blog ist mein Blick über den Tellerrand.😊

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  16. Schade. Dein Artikel beschreibt den jetzigen Zustand unserer Gesellschaft gut. Ich hätte mir aber gewünscht, dass Du raus kommst aus diesem Problemdenken. Problemdenker haben wir genug, wir brauchen Lösungsdenker! Also mal angenommen, wir hätten in 10 Jahren all die von Dir beschriebenen Probleme nicht mehr: wie hätten wir das geschafft?

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    1. Kann man sicher so oder so sehen, aber BW habe ich bisher noch nicht als „Problemdenker“ gesehen. In vielen Artikel trifft er den Kern ganz gut und ich merke auch der Autor regt sich selbst manchmal auf. (@bw Stimmts?😉) Aber es gibt hier auch viele Ideen, die mit Lösungen zu tun haben. Anderen helfen, Spenden, weniger Konsum und Egoismus. Daher sehe ich BW nicht so. Vielleicht wäre es aber schön, wenn es mehr Pläne gäbe unsere Kräfte zu bündeln. Eine gemeinsame Spendenaktion. So wie mit dem Fiat Money Experiment, nur mit mehr Leuten?

      Der Artikel ist mutig, denke damit macht man sich nicht nur Freunde. Leider.

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    2. BW ist ein Problemdenker?? Jemand der so sehr auf andere zugeht und offen für andere Kulturen und Denkweisen ist sicher kein Teil des Problems. Oder ich hab es falsch verstanden?🙄 Ich erlebe öfters angefeindet zu werden. Manchmal direkt, manchmal hinter meinem Rücken. Das tut sehr weh. Aber so traurig wie es ist, ich habe mich daran gewöhnt. Natürlich sind nicht alle Deutsche so. Nur kenne ich bisher so wenige die anders sind. Da gehört BW dazu. Wir haben uns schon öfters über viele Themen per Mail ausgetauscht. Weisst Du ya.😉

      Niemand kann alle Probleme lösen. Aber mit mehr Menschen die anderen helfen und offen denken, kann einiges bewegt werden. Und jeder sollte frei sein Glauben leben können ohne Angst zu haben.

      Der Artikel ist mutig, ja. Aber wisst ihr was dee Unterschied zu anderen Blogs mit so einem Thema ist? Bei den anderen weiss ich nicht, ob ich willkommen bin. Bei BW weiss ich und spüre ich, wenn er fragt wie fühlt ihr euch, dann bin ich da auch mit gemeint. Ich bin ein Teil von Wir. Danke❤️

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      1. @Malak Danke Dir! Schön dass Du da bist. Aber es stimmt schon, man muss sich auch selbst immer wieder hinterfragen. In dem Fall muss ich mir schon überlegen, ob ich mehr in Problemen oder in Lösungen denke.

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    3. @Platzregen So habe ich es noch gar nicht gesehen, denn ich sehe mich nicht als Problemdenker. Aber die eigene Wahrnehmung kann täuschen, daher danke für Deinen Kommentar. Er wird mich noch eine Weile begleiten.

      Aus dem Stand fällt mir nicht für jedes Problem eine Lösung ein. Grundsätzlich fände ich es wichtig gegen Spaltungen und Egoismus zu arbeiten. Und dazu ist ein unvoreingenommener Austausch zwischen allen Menschen notwendig. Das wird sich aber nicht über die bisherigen Wege schaffen lassen. Je mehr Menschen umdenken und in den vielen verschiedenen Lebensbereichen anfangen selbst etwas besser machen zu wollen, desto größer stehen die Chancen auf wirkliche Veränderungen.

      Ich führe da gerne das Beispiel des barmherzigen Samariters an. Denn von denen man erwartet hätte, dass sie Gutes tun, (der Priester und der Levit), die haben nichts getan. Ein in der damaligen Gesellschaft nicht geachteter Samariter hat letztlich geholfen. Er hat eine gute Tat getan und ihm war es nicht egal was mit seinem Mitmenschen passiert. Ungeachtet dessen, welchen Glaubens dieser Mitmensch ist. Wer das mal lesen mag, kann hier schauen:

      https://www.bibleserver.com/text/LUT/Lukas10

      Lukas 10:25-37 Was ich damit sagen will: Wir brauchen mehr Samariter statt irgendwelchen „Leuchtfiguren“, die aber nichts tun. Und jeder von uns kann jeden Tag etwas gutes für andere tun.

      Ich kann nur ein Thema bedienen und das ist zum Nachdenken anzuregen. Daran mangelt es aus meiner Sicht sehr. Wir sind mit so vielen Ablenkungen beschäftigt und täglich kommen neue dazu. Jeder von uns braucht auch mal Ablenkung. Aber wenn bei immer mehr Menschen beispielsweise WhatsApp, Fussball und Shopping (Liste kann man beliebig erweitern) zum Hauptlebensinhalt wird, dann werden sicher keine Probleme gelöst.

      Und ich denke immer an den Klassiker: Gegen Liebe gibt es kein Gesetz.

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  17. Ein Hammer Artikel! Selten so etwas gelesen. Du bringst es wirklich auf den Punkt. Was sollen Parteien oder Politik? Alles bewirkt die Spaltung. Wir müssen als Menschen aufeinander zu gehen und gemeinsam Lösungen finden. Bei den Deutschen (sorry wenn ich es schreiben muss) ist alles entweder Nazi oder Selbstaufgabe. Ich frage mich oft woher es kommt. Immer Extreme. 🙄🙄🙄 Sehr unausgeglichen. Grüsse aus Polen von einem Polen

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  18. Black, damit schießt du echt den Vogel wieder mal ab. Genau auf den Punkt, wie ein zartrosa gebratenes Steak! Die richtigen Fragen, die richtige Denke. Ein Artikel, der in meine Sammlung kommt.

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