Mensch, erkenne Dich selbst!

 

„Satan, zu einem vagabundierenden, rastlosen, unsteten Dasein verurteilt, kennt keine feste Bleibe; denn obgleich er, infolge seiner engelhaften Natur, über ein Reich zerfließender Wüstenei und Luft herrscht, so ist es doch gewisslich Teil seiner Strafe, dass er… ohne jeden angestammte Ort oder Raum ist, der es ihm gestatten würde, seinen Fuß darauf ruhen zu lassen.“

– Daniel Defoe, The History of the Devil

 

 

 

„Dogmen, ob religiöse, politische oder wissenschaftliche, entspringen der irrigen Überzeugung, Gedanken könnten die Wirklichkeit oder Wahrheit in sich schließen. Dogmen sind kollektive mentale Gefängnisse. Das Unmanifeste befreit dich erst, wenn du bewusst in es eintrittst. Deshalb sagt Jesus nicht: „Die Wahrheit wird dich befreien“, sondern: „Du wirst die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird dich befreien.““

– Eckhart Tolle

 

 

 

Jahrtausende lang haben Menschen über Menschen nachgedacht, über das Leben, ob wir eine Seele haben oder eine Seele sind, was uns antreibt und ob wir mit Denken die Schranken der uns bekannten Welt überschreiten können. In unserer heutigen westlichen Welt sind diese Gedanken in der Esoterik Ecke gelandet und mit der möchten viele Menschen eher weniger zu tun haben, was verständlich ist. Es ist ein Ort der Geschäftemacherei mit leichtgläubigen Menschen, die meistens auch leicht zu manipulieren sind und wiederum andere manipulieren. Und Begriffe wie Karma, in „Einklang mit dem Universum“ und Ähnliches sind schwer zu greifen, zumal wenig Konkretes abgeleitet wird, sondern nur mit leeren Worthülsen ein „leckeres Essen“ vorgetäuscht wird, obwohl es nur „billiger geistiger Fastfood“ ist. Es bleibt einem meist nicht viel mehr übrig, wie eine agnostische Position einzunehmen. Manchmal zu verständlich in einer Welt, die voller Dogmatiker und Menschen zu bestehen scheint, die wohl von „Grundlegung der Welt an mit dabei waren.“ (Hiob 38:4-7, Link zum Originaltext)

 

Dennoch kann man sich die Frage stellen, ob wir damit nicht anderen erlauben ein Gedankengebiet zu besetzen und für uns unzugänglich zu machen, welches eigentlich wichtig für unseren eigenen inneren Frieden ist. Wie die meisten aus der Maslow Bedürfnispyramide noch wissen, steht an der Spitze das Thema Erfüllung, geistige Werte oder Sinnfragen. Also für unser persönliches Glück im Leben, wichtige Fragen und Gedankengänge. Warum also zulassen, dass diese Themengebiete durch andere verbaut werden, zumal dann oft an diesen fertigen Gedanken wenig bis nichts dahinter ist?

 

Sand Dunes in Death Valley
Manche Glaubenssätze geben Menschen Halt. Aber ergeben sie auch Sinn? Da laut Hiob 38:4-7 (muslimisch: Ajjub أيوب , hebräisch: Job אִיּוֹב )  niemand von „Grundlegung der Welt an“ dabei war, macht es Sinn seinen gedanklichen Horizont zu erweitern und nicht nur in Esoterik und diversen Mitgliedszugehörigkeiten den eigenen Daseinszweck zu erkennen. Geistigen Fastfood gibt es viel, in einer oft gedankenlos leeren Gesellschaft, die einer geistigen Wüste gleicht.

Quelle: gettyimages/istock

 

 

 

Vor was laufen wir davon?

Unsere heutige Welt ist ist extrem durch Ablenkungen geprägt. Das ist vielleicht ein einfacher Satz und scheint eine Binsenweisheit zu sein, aber es ist nicht verkehrt das alles bewusst einmal auf sich wirken zu lassen und mit offenen Augen durch die Straßen zu laufen.

„Menschen die auf Displays starren“, so könnte ein Filmtitel über unsere heutige Zeit lauten. Jetzt muss das ja nicht per se schlecht sein. Die ganzen Menschen, die ihre Smartphones dauernd benutzen, können oder könnten damit ja unglaubliche Recherchen betreiben und dauern neues Wissen in sich aufnehmen. Das ganze Wissen der Menschheitsgeschichte, sofern es nicht durch Kriege und Katastrophen verloren gegangen ist, befindet sich heute im Internet und der Zugriff ist von fast überall aus möglich.

Aber in der Realität ist es bekanntlich so, dass Bilder gepostet und geschickt werden. Oder schlaue Sprüche. Oder Katzenvideos. Oder die eigenen Kinder werden als Trophäe in Facebook, WhatsApp und Instagram gepostet. Man könnte fast meinen, der ein oder andere bekommt Geld dafür. Der Lebensinhalt verändert sich. Social Media wird zum Lebensinhalt. Es ist interessant, mit was sich Menschen beschäftigt haben, bevor es Social Media gab. Man war von Büchern fasziniert. Jahrhundertelang kämpften Menschen darum, sich bilden zu dürfen, höheres Wissen zu erlangen, Zugang zu großen Bibliotheken zu bekommen. Oder Bücher wie die Bibel in die eigene Sprache zu übersetzen zu können, damit man sie lesen kann. Nicht wenige haben ihr Leben dabei gelassen.

Heute scheint diese Strebsamkeit nach Wissen und Wahrheit, unter anderem Social Media Posing und Postings und der kurzlebigen Bedeutungslosigkeit, einer sich immer schneller drehenden Welt, zum Opfer gefallen zu sein.

Keine Diktatur und kein Dogmatismus der Vergangenheit, hat sich diese freiwillige Selbstreduzierung von heute sich ausgedacht oder sich je erträumen lassen, dass es mal so einfach sein würde, Menschen vom Denken abzuhalten. Musste man in früheren Jahrhunderten die Leute durch Repressionen, Folter und Verfolgung klein halten, muss man ihnen heute nur ein Smartphone mit Social Media Apps geben.

Wenn man sich heute noch mit etwas „höherem“ verbunden fühlt, dann nicht mehr aufgrund eigenen Denkens und eigener Nachforschungen, dann ist man einfach irgendwo Mitglied und überlässt anderen das Denken. Wo alle das selbe denken, da denkt niemand besonders viel. An diesen Satz habe ich in den letzten Monaten so oft denken müssen. Was bewegt Menschen dazu, ihren natürlichen Antrieb aufzugeben nach Wissen, Erkenntnis und Wahrheit zu suchen? Was bewegt Menschen dazu, anderen bedingungslos zu folgen, egal im welchen Bereich des Lebens dies der Fall ist? Fakt ist, es gibt weder in der Philosophie noch in den großen Religionen der Welt eine Grundlage dafür, die eigene Verantwortung so mit Füssen zu treten und abzugeben und auf dritte zu übertragen. Das wird vor allem klar, wenn man die Quellen (Thora, Bibel, Quran) liest. Gleichwohl werden Überzeugungen und Glauben selbstverständlich dazu mißbraucht, andere zu steuern, zu unterdrücken und zu manipulieren. Aber die heute größte Manipulation geht nicht von anderen aus. Sie kommt aus uns selbst.

 

Blackwater.live - Nichts
Hinter manchen Glaubenssätzen steht das gleiche, was wir auf diesem Bild sehen: Einfach nichts. Hört man auf in den Bergen zu rufen, ruft auch keiner mehr zurück. Bei der Suche nach Antworten, müssen wir wohl tiefer graben.

Quelle: gettyimages/istock

 

 

 

Echokammern

Ein Echo ist eine faszinierende Sache. Der ein oder andere Leser hat als Kind vielleicht mal in den Bergen erleben dürfen, wie der eigene laute Ruf durch die ihn umgebenden Berge reflektiert wird und wieder zurück kommt. Unsichtbar bahnen sich die Schallwellen ihren Weg von uns weg und wieder zurück. Und doch hört es sich ein bißchen so an, wie wenn jemand anders da sprechen würde.

So kann man allerhand lustige Spielchen machen. Es bleibt jedem selbst überlassen einfach nur „hallo“ zu rufen. Oder wer sich selbst mag, der kann rufen „Du bist der größte“, „Du bist die schönste“. Aber Moment, dafür haben wir ja Social Media. Diese Selbstbestätigung können wir dort schon abgreifen.

Aber genauso können wir rufen: „Das was Du glaubst, ist die Wahrheit. Das was Du zu wissen glaubst, ist richtig. Du bist auf dem richtigen Weg.“

Aber sind wir das wirklich?

 

Gerade wenn wir buchstäblich in einer Wüste sind, würden wir doch zwei mal darüber nachdenken, ob wir auf dem richtigen Weg sind.

Stop. Zweifel sind gefährlich!

Eine perfekte Selbstsuggestion. Stellen wir uns vor, wir setzen uns wirklich in eine Echokammer. Wir können die ganze Zeit mit uns selbst sprechen. Der gleiche Effekt wie in den Bergen, nur müssen wir nicht so laut rufen. Wir sitzen also in unserer Echokammer und sagen: „Was wir zu wissen glauben ist die Wahrheit. Vorsicht, Nachdenken ist gefährlich, Zweifel sind gefährlich. Unser Leben ist gut wie es ist. Mehr müssen wir nicht wissen.“ Die ganze Zeit werden wir nun bestätigt, in dem was wir denken. Je länger wir das hören, um so sicherer werden wir. Würden wir irgendwelche Zweifel haben, so würden wir diese sofort unterdrücken.

 

Genau in solchen Echokammern leben viele Menschen heute. Umgeben von anderen, die nicht denken oder aber bestätigen, was wir eh schon zu wissen glauben. Man nimmt nur noch wahr, was zum eigenen Weltbild passt. Das ist nicht auf ein bestimmtes Thema beschränkt. Egal ob es um Gesundheit, Politik, Glauben und Religion geht. Die Themen lassen sich beliebig erweitern. In einer Echokammer zu sein, entspricht einer Art Selbstzensur und keine Zensur ist stärker als die Selbstzensur. Man blendet alles aus, was nicht sein kann und darf. Im Zweifel wird für alles was man nicht versteht oder wovor man Angst hat, jemand anders verantwortlich gemacht. Die eigenen Glaubenssätze werde immer und immer wieder bestätigt und so verfestigt sich die einzig „wahre Wahrheit“ in unserem Denken.

In den schon beschriebenen Echokammern hält man sich auch oft auf, weil es von einem so erwartet wird. Das Umfeld der Menschen um uns herum übt eine gewisse Erwartungshaltung auf uns aus. Nicht umsonst gibt es den bekannten Satz aus der Sozialpsychologie, „dass die meisten Menschen zu dem werden, was von Ihnen erwartet wird.“ (G. Zimbardo, Psychologie, 16. Auflage 2004)

Doch die Verantwortung für das eigene Leben bleibt. Jeder von uns weiss, wir können uns nirgendwo damit herausreden falsch gehandelt zu haben, weil man es von uns erwartet hat. Und am wenigsten werden wir damit fertig werden, dieses Märchen vor dem Spiegel dem Menschen zu erzählen, den wir am meisten lieben – wenn wir ihn lieben.

Oft leben Menschen ein Leben, was ihnen andere vorgelebt haben, ob bewusst oder unbewusst, und reden sich dann selbst ein, sie würden etwas anders machen, wenn sie einen besseren Lebensweg finden würden. Wenn es eine Art Erkenntnis oder Wahrheit gäbe, die überzeugend genug ist, dann würde man sein Leben ändern. Ach ja, ist das wirklich so? Würden wir das den tun, auch wenn es mit Folgen verbunden wäre? Mit dem Bruch von Freundschaften, der Familie und allem was uns vertraut ist?

Interessanterweise ist genau dies bei denen großen Glaubensstiftern (nicht Religion) der Welt passiert und sie haben diesen Preis bezahlt.

Ich bin überzeugt, die meisten Menschen würden diesen Preis aber nicht zahlen. Selbst wenn man erzählen würde, ein Playmobil Männchen sei der König der Welt und die Erde ist eine Scheibe, so würden die meisten Menschen diese Echokammer oder Überzeugung nicht verlassen, wenn das mit schweren sozialen Konsequenzen verbunden wäre. Die Wahrheit ist nicht der höchste immaterielle Wert, sondern das persönliche Wohlfühlen. Und das hängt bei einer großen Mehrheit an sozialen Aspekten fest.

Wahrheit zu suchen ist vor diesem Hintergrund geradezu grotesk, wenn man sie nachher nicht „bezahlen“ kann.

Solange es Menschen nichts kostet, können sie viele Ansichten vertreten. Nur wenige waren bisher bereit, für die Wahrheit – und sei es nur ihre Wahrheit- den Preis zu zahlen. Es erinnert doch an die alte Geschichte von einem Kaufmann, der für eine einzige Perle alles verkaufte. (Quelle: Matthäus 13:45)

 

 

Blackwater.live - Lebenszeit
„Der Tod kam so plötzlich.“   Manchmal wissen wir, wann unsere Zeit abläuft. Manchmal ist es eine plötzliche Überraschung. Nicht im Ergebnis, nur im Zeitpunkt.

Quelle: gettyimages/istock

 

 

 

 

Die Sanduhr…

Die meisten Menschen werden „nie mehr frei werden, ihr ganzes Leben nicht“. Dieser Satz, der von Adolf Hitler geprägt wurde, als es um die Jugend ging, erfüllt sich leider heute noch. Den Nationalsozialisten ging es um ein System, aus dem der Mensch gedanklich und physisch nicht mehr ausbrechen kann. Er wird von Jugend an „begleitet“ in immer neuen Organisationsstrukturen, die es unmöglich machen nachzudenken, sondern das fertige Denken und fertige Schlussfolgerungen werden immer von anderen bereits geliefert. Erinnert uns doch an eine Art Sinn des Lebens als Fastfoodrezept. Fertige Lösungen für jedermann.

Das war damals noch notwendig, den es gab keine Smartphones und kein Internet. Was die Menschen glauben sollten, zeigte man ihnen in der Wochenschau. So mancher soll sogar von dem Ende 1945 überrascht gewesen sein. Man musste die Zensur also extern betreiben und das funktionierte ganz gut.

Das alles ist heute nicht mehr notwendig. Selbstzensur ist viel stärker als Fremdzensur, das ist wissenschaftlich erwiesen. Wenn Menschen sich selbst verbieten Gedanken zu denken, dann werden sie aus diesem Denken nie ausbrechen und Sie werden es auch gar nicht erst versuchen. Sie haben sich in ihr eigenes kleines Gefängnis begeben. Sie brauchen keinen Aufpasser mehr, sie haben einen imaginären Aufpasser in ihrem Denken. Wenn sie dann auch noch meinen, dies wäre ihr Gewissen, dann ist es ein Hochsicherheitsgefängnis.

 

Sich dieser Mechanismen bewusst zu werden, ändert die Sicht auf eigene Überzeugungen und das eigene Denken völlig.

Es gibt manchmal Menschen, die einen schweren Schicksalsschlag erleiden. Die bekanntesten Fälle, die dann ihr Leben von Grund auf geändert haben sind die, die eine schwere Krankheit diagnostiziert bekommen haben. Das ist oft der einzige Weg, aus der Echokammer und dem eigenen Leben ausbrechen zu können, da eine solche Erkenntnis ungeahnte Kräfte freisetzen kann. Alleine sich mal völlig hinein zu versetzen, kann das gleiche mit uns tun. Ganz bewusst in diese Rolle zu schlüpfen, sich mental und mit allen Sinnen darauf einzulassen und die Situation so zu durchdenken, wie wenn wir sie selbst erleben.

 

Stellen wir uns vor, wir gehen wegen einem kleinen schwarzen Fleck zum Arzt. Dieser Fleck tut nicht weh. Aber er verschwindet auch nicht von unserer Haut. Er wird scheinbar dunkler und größer. Der Arzt schickt uns zum Hautarzt. Wir erhalten die Diagnose: Schwarzer Hautkrebs. Nach vielen weiteren Arztbesuchen stellt sich heraus, unsere Sanduhr ist bereits gestellt. Wir haben maximal 12 Monate noch zu leben. Natürlich wäre das erst einmal ein Schock und nichts was wir sofort verarbeiten würden. Es würden schlaflose Nächte vergehen. Es gäbe viele Morgen, an denen wir aufwachen würden und uns fragen, ob es die Wirklichkeit ist, in der wir leben oder nur ein schrecklicher Albtraum, aus dem wir gleich aufwachen. Aber nehmen wir einmal an, wir gehören zu den Menschen, die aus solchen Situationen unglaubliche Kraft gewinnen. Wie würden wir die nächsten 12 Monate dann gestalten? Ich kann diese Frage nicht für meine Leser beantworten. Jeder hat in diesem Moment seine eigenen Gedanken, die ihm durch den Kopf gehen. Aber vielleicht liegen wir in einigen Punkten gleich.

 

Wir würden sicher aus unserer Echokammer ausbrechen und was bisher wichtig war, würde keine Rolle mehr spielen. Jede Minute wäre kostbar und wir würden keine Zeit verschwenden wollen. Wie ein Tropfen Wasser in der Wüste, so wertvoll wäre die Zeit. Wir würden unsere Zeit nur mit Menschen verbringen, die uns wirklich wichtig sind. Keine Fake Freunde, sinnlose und oberflächliche Bekanntschaften. Nur echte Qualitätsmenschen. Und wir wären froh, wenn wir bis zu diesem Punkt in unserem Leben welche gefunden haben, was zugegebenermaßen wirklich nicht einfach ist.

Wer so eine Diagnose wie die beschriebene erhält, wird auch bescheidener mit seinen Ansprüchen. Man genügt sich einfach selbst in dem kurzen, verbleibenden Restleben. Jeder Minute unseres Lebens wäre von nun an in jedem Fall besonders. Es ist nichts, was so daher gesagt ist und ein Spruch der gepostet wird. Wir würden morgens vielleicht auf dem Balkon stehen und wären fasziniert, wie sich die kühle Luft anfühlt, die durch unsere Lungen strömt. Wir würden es regelrecht spüren, wie der Sauerstoff uns durchflutet.

Wir würden nur tun, von was wir wirklich überzeugt wären. Wir wären nicht irgendwo Mitglied um eine Gesinnung nach aussen zu tragen, sondern wir wären von einer Sache überzeugt oder eben nicht. Wer würde schon noch Zeit verschwenden wollen Menschen etwas vorzumachen, die man eh nicht mag in einer Kulisse, die so viel Substanz wie eine Sandburg hat.

 

 

 

Blackwater.live - Sinnfragen
„Den Urheber und Vater dieses Weltalls aufzufinden, ist schwer, nachdem man ihn aber auffand, ihn allen zu verkünden, unmöglich.“  – Platon                                                                                            

Quelle: gettyimages/istock

Antworten auf Sinnfragen bekommt man sicher nicht in Facebook oder von Menschen, die selbst nicht nachdenken und nachforschen wollen. Das Denken kann uns niemand abnehmen, wir selbst müssen dies tun.

 

 

 

 

 

Ein Tropfen Wasser in der Wüste…

Wenn wir diese Gedanken durchdacht haben, an dieser kleinen Reise teilgenommen haben und uns bewusst darauf eingelassen haben und jetzt langsam wieder in der Realität ankommen, oder zumindest in dem was wir für Realität halten, dann werden wir sicher sehr viel dankbarer sein. Und wenn wir darüber nachdenken, was unterscheidet unser Leben denn von dem Leben eines Menschen, der eine Diagnose wie die durchdachte erhalten hat? Ist unser Leben denn so viel anders?

Der einzige Unterschied ist doch, dass wir nicht wissen, wie lange wir noch zu leben haben. Wir planen nur für die Rente und das Alter, aber wir wissen nicht, ob wir diesen Zeitpunkt erreichen werden. Es können Jahre sein, aber vielleicht sind es auch nur wenige Monate. Vielleicht nur Wochen. Und wir wissen nicht, wie wir diese Welt verlassen werden, ob wir an Krebs sterben, an einem Herzinfarkt oder durch einen Autounfall. Manchmal stellt jemand für uns die Sanduhr und wir können zuschauen wie der Sand hindurchfliesst. Manchmal aber auch nicht und alles kommt sehr plötzlich.

Das Leben ist so kostbar, dass jede Minute bewussten Lebens wie ein Tropfen Wasser in der Wüste ist. Warum sollten wir uns also limitieren? Viele Menschen denken bei diesem Gedanken an Reisen in ferne Ländern und ganz falsch ist dieser Gedanke nicht. Aber die Reise fängt eigentlich bei uns an, in unseren Gedanken. Noch einmal will ich euch mitnehmen, auf einen weiteren kleinen Gedanken.

Stellen wir uns vor, wir sind alleine. Wir werden alleine auf einen Fleck Erde gesetzt, vielleicht einen wunderschönen Garten. Es ist niemand da, die ersten Tage durchstreifen wir alleine diesen Garten. Er ist riesig und scheint kein Ende zu haben, die Landschaften wechseln sich ab. Irgendwann stossen wir auf den Rand des Gartens, die Grenze. Dahinter ist nur Sandwüste. Wir kehren um. Da wir bisher noch niemanden getroffen haben, der uns erklären könnte, was wir hier tun soll, wie wir hier hingekommen sind, warum dieser Garten existiert, machen wir das einzig richtige als denkendes Lebewesen. Wir fangen an zu forschen und zu suchen. In diesem Moment wird uns vielleicht erst bewusst, wir können denken. Andere Gartenbewohner, wie beispielsweise Tiere, können es nicht. Wir werden neben schlafen, essen und trinken die meiste Zeit benutzen, um herauszufinden, was es mit diesem Garten auf sich hat, denn es gibt nichts was uns davon ablenken könnte. Und nichts interessiert uns mehr. Irgendwann finden wir einen Hinweis der besagt: Die Antworten die Du suchst, findest Du in diesem Garten und nur dort. Ich habe sie dort sicher aufbewahrt, Du wirst etwas suchen müssen, aber Du findest sie, wenn Du es willst. Ich bin gespannt wie wichtig Dir das ist. Liebe Grüße, der Erbauer des Gartens.

Gäbe es noch andere Menschen in diesem Garten, würden wir dann auf sie hören, wenn sie uns sagen, sie wüssten was es mit dem Garten auf sich hat, wo wir doch den Hinweis haben, dass die Antwort über den Garten und seinen Erbauer nur im Garten zu finden ist?

 

Ist unser Leben denn so viel anders? Oder kommt es uns nur anders vor, weil wir abgelenkt sind? Oder weil wir in einer Echokammer leben, die permanent bestätigt was wir denken wollen oder sollen? Oder weil andere uns sagen, was wir zu denken haben?

Ist das Wunder unserer Existenz und unseres Lebens nicht das Wichtigste für uns? Müssten wir nicht voll von Dankbarkeit sein? Müssten wir eigentlich nicht jede frei zur Verfügung stehende Minute nutzen, um zu versuchen dieses Wunder zu begreifen und zu verstehen und den Erbauer dieses „Gartens“ zu finden?

 

 

 

 

 

„Wie Du mich in die Irre gehen ließest, werde ich ihnen auf Deinem geraden Weg auflauern. Dann will ich von vorn und von hinten, von ihrer Rechten und von ihrer Linken über sie kommen, und Du wirst die Mehrzahl von ihnen undankbar finden.“

– Quran, Sura 7 Vers 16

 

 

„26 Ich habe euch dies geschrieben, weil ihr euch vor denen schützen müsst, die euch in die Irre führen wollen. 27 Aber ihr habt den heiligen Geist von Gott empfangen, und er lebt in euch, deshalb braucht ihr niemanden der euch lehrt. Denn der Geist lehrt euch alles, und was er lehrt, ist wahr – es ist keine Lüge. Bleibt also bei dem was er euch gelehrt hat, und lebt weiter mit Christus!

10 Wir dagegen wissen warum, weil Gott es uns durch seinen Geist offenbart hat. Sein Geist weiss alles und schenkt uns einen Blick in die tiefsten Geheimnisse Gottes.“

 

– Bibel, Neues Leben Übersetzung, 1. Johannes 2:26,27 1.Korinther 2:10

67 Kommentare zu „Mensch, erkenne Dich selbst!

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  1. Hallo lieber Blackwater, hallo an alle hier! Erst mal danke für den Hammer Blog und die Gedanken. Die helfen mir sehr und bringen mich immer zum Nachdenken. Aber die Bankverbindung habe ich noch nicht gewechselt, ich meine deine Spezialartikel. 😂😂In meiner Jugend wurde ich von „christlich orientierten“ Menschen regelrecht traktiert mit der Ansage „du musst Jesus lieben“. Warum denn??? Mein Leben war zu diesem Zeitpunkt schon eine einzige Katastrophe, herumgereicht wie einen Wasserschlauch für die Feuerwehr, geboren in ein sog. „geteiltes Haus“, in ein evangelisches Heim, wo wir als ungetaufte Kinder natürlich immer Sünder waren, dann wieder Richtung Adventisten und anderen, denen ich nicht gut genug war…. Ich bin ja so schlecht, muss ja immer leisten und tun um gerettet zu werden. Und dann sitzt vor mir jemand und sagt, „du musst Jesus lieben“. Da war ich ganz froh, dass Jesus nicht mehr auf der Erde war, es ersparte mir eine Rechtfertigungspflicht wie sie bei den ganzen Sekten immer nötig war. In späterer Schulzeit lernte ich eine streng katholische Klassenkameradin kennen. Als Erstgeborene war sie für das Kloster bestimmt, da wollte sie auch hin. Dieses schlichte glauben, diese von Herzen kommende Bescheidenheit kann man nicht beschreiben.Das Problem mit Glauben und Liebe ist nicht der Glaube und nicht die Liebe. Und auch nicht Gott oder Allah. Es sind die Menschen. Leistungsdruck, Psychomobbing und Heuchelei ist es, was ich mit diesen ganzen religiösen Gruppen in Verbindung bringe, mit Religion allgemein. Ich kenne einzelne Christen, wie meine katholische Freundin aus der Schulzeit. Und ich habe auch eine enge Freundin, die Muslima ist. Voller Demut, Bescheidenheit und voll vom Liebe, so ist sie. ❤️Darin sehe ich mehr Gott, als in Menschen, die mir mein Leben lang weh tun und mich schon als Kind im Heim gequält haben. Aber im Gegensatz zu vielen anderen gebe ich nicht Gott die Schuld dafür, sondern den Menschen und der Religion. Ich danke dir von ganzem Herzen für deinen Blog und die Gefühle in Zeilen geschrieben.

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    1. Hi Elvira, deine Story trifft mich im Herzen. Ich musste gerade bei diesem Text an dich denken: Johannes 10:7,9 Du brauchst keine Menschen.
      Religionsanhänger diskutieren gerne dauernd banal Dinge, es ist eine Art Lieblingsbeschäftigung.Aber es ist alles andere als wichtig, sonder nur Wortglauberein und Streitgespräche über Nichtigkeiten, wovor 2. Tim. 2:23 warnt. Es ist eine Masche und ermüdet nur und raubt Zeit. Diese Leute sind sind echte Zeiträuber. Und andererseits haben sie oft ein pathologischer Abgrenzungswahn. Pubertäres „ich bin ja so anders“. Eine Persönlichkeitsstörung. Kommen nie über das Pubertieren hinaus und werden nie erwachsen, onwohl schon die Kinder sich ober- und altklug gebärden. Jemand der den Johannes Text und andere erkannt hat, wird nie wieder Opfer von solchen Leuten. Ich nenne sie Glaubenskriminelle. Sie zerstören den Glauben von anderen und manche dieser Gemeinden sogar die Psyche. Danke für deinen Kommentar und so viel Offenheit und Mut.

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  2. Salam alaikum,
     
    ich persönlich als gläubige Muslima, die noch nie in ihrem Leben an der Existenz an Allah swt gezweifelt hat, finde die Beiträge von Bw ziemlich interessant, vor allem zu sehen wie er denkt. Ich lese sie immer gerne durch, denn zugegebenermaßen wirft er manchmal Fragen auf, wo man selbst noch keine Antwort hat, obwohl man so fest davon überzeugt ist. Das sollte gläubige Menschen motivieren mehr über die eigene Religion zu erfahren. Wenn jemand durch Gedanken und Hinterfragen von seinem Weg abgebracht wird, ist es auf dem falschen gewesen. Ich denke aber, durch Prüfen und Nachdenken wird ein echter Glaube stärker und wenn nicht, dann war es nicht echt. Das Leben ist zu wertvoll für unecht. Ein wunderschöner Blog und bemerkenswert tief.

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    1. Hallo Aleyna, wa alaikum asalam, danke für Deinen Kommentar. Der hat mir besonders gut gefallen und ergänzt den Artikel. Es ist genau wie Du schreibst, macht mir das Nachdenken und Prüfen sozusagen Angst, dann stimmt etwas anderes nicht. Aber es ist eine persönliche Sache und auch eine Frage wo ich im Leben stehe, da es einiges an Mut erfordert, sich solch grundlegenden Fragen zu stellen. Außerdem macht es sehr einsam. Aber das ist die Besteigung des Mount Everest auch. Aber die wenigen Menschen die ihn bestiegen haben, haben es nicht bereut. 😉

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  3. Vielleicht bin ich ein typisches Beispiel. Nicht gläubig, aber in einer Religion. (welche sage ich mal nicht) Meine Eltern sind da drin, viele Freunde. Ein Bezugspunkt im Leben, den ich verlieren würde. Also bin ich als ein ungläubiger oder mindestens zweifelnder Mensch offiziell xx und halte die Fassade aufrecht. Und ich denke, damit bin ich nicht alleine. Wären meine Umstände andere, würde ich sofort austreten. Leben ist manchmal einfach kompliziert.

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    1. Das würde ich mir an Ihrer Stelle aber gründlich überlegen. Es ist ihr Leben!! Wenn sie nicht überzeugt sind, verschwenden Sie es! Was für Freunde sollen das sein und was für Eltern, wenn die Sie im Stich lassen? Ich kann Ihnen nur den Tipp geben nochmal ernsthaft nachzudenken. Die Freunde können Sie sich echt sparen und die Eltern werden älter, dann sieht das auch wieder anders aus.

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  4. Einen Artikel wie den habe ich auf einem Finanzblog auch noch nicht gelesen. Aber was soll man über Finanzen dauernd schreiben, ohne Lebensfragen anzusprechen? Erst muss man mal wissen was man im Leben will, dann kommen die Finanzen. Daher: Daumen hoch!

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  5. Ich sehe mich als Atheist an. Viele Gläubige reagieren eher ungläubig, wenn ihr Gott oder ihre Heilslehre kritisiert oder in Frage gestellt werden. Egal, ob sie an Jesus als Sohn Gottes, an Allah, Buddha oder sonst einen spirituellen Meister oder Guru glauben. Es sieht so aus, als ergebe für Gläubige ein Leben ohne religiösen Inhalt keinen Sinn, was schade ist. Schade finde ich aber, was im Namen von Religion alles getan wird. Mord und Totschlag, Kindesmißbrauch in 1000den Fällen rund um die Erde und inzwischen auch bei Baptisten, Evangelischen und allen anderen. Wie hiess es mal so schön: An ihren Werken werdet ihr sie erkennen. Einer der wenigen Texte die ich noch kenne. Für mich sind die meisten Anhänger dieser Religionen einfach Fanatiker, Perverse und Psychos, die mit ihrem Leben „ohne“ nicht klarkommen würden. Die Welt wäre besser ohne solche Leute. Das werden die selbst aber nie so sehen, denn sie sind ja die wahren xyz. Sagen alle über sich. Sorry Black, ich finde deine Artikel Weltklasse und gebe dir Recht: Glauben und Religion sollte man trennen. Vielleicht würde es mir dann auch leicher fallen…

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    1. Es fällt jedem leichter Gedanken zu durchdenken, wenn man sie von dem menschlichen Absender trennen kann. Und ich denke das muss man auch. Denn besser wird es sicher nicht, da werden noch eine Menge Skandale schlummern, die noch viel größer sind. Wie heisst es so schön: Wenn man einen Meter tief gräbt findet man eine Leiche, von man zehn Meter tief gräbt sind es schon vierzig Leichen. Glauben und Religion sind zwei paar Schuhe. Glauben kann man aus nur einem Grund, in einer Religion sein kann man aus vielen Gründen. Selten scheinen es die richtigen zu sein. Und die Folgen sieht man dann.

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  6. Viele Menschen meinen heute Religion wäre von gestern. Aber das sehe ich ausdrücklich nicht so. Nicht weil ich mich als Christ sehe, sondern weil ich auch merke, es gibt immer mehr die auf der Suche sind. Und weltweit gesehen sind die meisten Menschen gläubig. Der Mensch ist selbst gar nicht in der Lage seine ganzen Probleme zu lösen. Und das sieht man auch. Was die Vergangenheit von uns angeht: Wir können kaum sicher mehr als 4000 Jahre zurück schauen, ab da wird es schon sehr finster was gesicherte Fakten über die Menschheitsgeschichte angeht. Wer weiss wie es alles wirklich war. Sicher ist nur, es gibt mehr in dieser Welt als das was wir sehen können. Meine 2ct.

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  7. Ok wie schön, die Anmeldung hat geklappt. Meine beste Freundin hat mir dein Blog per WhatsApp geschickt. Wie schon geschrieben gefällt mir dein Blog sehr. Und damit meine ich wirklich seeeeehr! Eine Beiträge haben mich ganz besonders berührt, auch dieser hier. Ich finde auch die Diskussionen die manchmal entstehen sehr interessant, weil man sonst selten so offene Gedanken lesen kann. Ich folge dir jetzt einfach und bin gespannt was du noch so alles machen wirst.

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    1. Zuerst möchte ich sagen, ein absoluter Superartikel!!! Danke dafür!!!

      An Wüstenrose: Ich habe mal eine Frage und traue mich im echten Leben nicht zu fragen😂: Ihr seht immer so schön aus mit den Tüchern und den Farben. Ich meine jetzt nicht diese ländliche Variante, sondern die elegante muslimische Variante. Gibt es ein Tutorial wie man das macht? Würde mich wirklich sehr interessieren. Ich finds einfach nur schön.❤️

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  8. Halliiihalloo, ein tolles Blog hast du! Wie kann man denn ein Profil erstellen und was bringt das? Bekommt man dann Infos bei neuen Beiträgen? Danke schon mal!

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    1. Hallo und vielen Dank für die netten Worte! Über WordPress kann man ein Profil erstellen (anmelden) und hat dadurch mehr Komfort um den ganzen WordPress Blogs zu folgen. Durch die Anmeldung kann man sich auch benachrichtigen lassen. Das gilt für neue Beiträge und Kommentare. Aber bei mir ist es nicht notwendig um zu kommentieren, das geht auch komplett anonym.

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  9. Schöner Artikel! Für mich bedeutet Religion oder in eine Religion nur rein geboren zu werden Blutleere, Eigenlob, fehlende Begeisterung, Freudlosigkeit, Jesuitentheater, lahme Beteiligung in der Gemeinde, Kraftlosigkeit, “berauschende” Rhetorik, “wunderbare” Erfahrung, keine Frische, keine Ursprünglichkeit, gespielte Freude, Gefühlsarmut und Heuchelei. Es spielt dabei keine Rolle um welche Religion es sich handelt. Dies alles wird immer Konflikte auslösen und auch buchstäblich irgendwann krank machen.

    Glauben und echte Überzeugung kann man nicht anerziehen. Es ist etwas, was tief im Herzen entspringt. Damit wird man glücklich, freudig, hoffnungsvoll und vor allem ist es ECHT! Und den Unterschied sieht man bei den Gläubigen vs. nur Mitglieder.

    Mit deinem Artikel hast du, vielleicht ohne es zu wissen, genau den Punkt getroffen. ECHT sein und es als eine wunderbare und spannende Reise begreifen. Nicht müssen, wollen. Nicht Zwänge, sondern Liebe. Nicht Freudlosigkeit, sondern Leidenschaft. Das erkenne ich bei dir durch den Artikel und auch bei einigen der Leserkommentare. Dann ist es ein Mehrwert Glauben zu haben, statt nur lästigen Pflichten nachzukommen.

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  10. Glauben ist auch Kultur und Identität. Ich kann mir meine Heimat gar nicht vorstellen, wenn alle an „nichts“ glauben
    und jeder rein individuell ist, ohne eine Verbindung zu seinen Landsleuten. Ok, es gäbe noch die Nationalität. Aber die
    Kombination macht es. Das hat jetzt nicht direkt etwas mit Glauben zu tun, nur sind doch auch die ganzen Kulturen eng mit Religion verbunden. Es hat alles Vor- und Nachteile, aber ich finde es schön.❤️ Und es gehört auch zum Mensch sein dazu. Mit Menschen, die Christen oder Muslime sind, komme ich auch leichter klar wie mit Menschen, denen das alles nichts bedeutet.

    An was glaubt man denn, wenn man das nicht hat. An Geld? Oder Erfolg? Die bei denen ich das gesehen habe, sind am Ende sehr einsam gewesen. Und leer.

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  11. Religion scheint vielen Menschen wichtig zu sein. Oder Glauben, wie hier geschrieben. Ich kann das zwar ganz und gar nicht nachvollziehen. In einer aufgeklärten Gesellschaft hätte ich das eigentlich für unvorstellbar gehalten. Aber ich merke auch, wie Glauben verbindet und viele dadurch innere Ruhe und einen Anker im Leben haben. Das widerum kann ich akzeptieren und verstehen. Mir ist diese „Gabe“ jedenfalls nicht vergönnt.

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  12. Leute eure Themen und Diskussionen sprengen den Finanzblog. Ich habe aber nichts dagegen, es ist gigantisch. 😂😊 Für mich ein grosser persönlicher Lernbenefit!

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  13. @Saliha https://de.wikipedia.org/wiki/Al-M%C4%81ward%C4%AB

    Warum der Islam fuer mich nicht in Frage kommt:
    – typisches Religionskonzept, bei dem der Mensch um die Gunst Gottes durch Uebungen, Regelbefolgungen, Opfer buhlen muss. (Islam, Judentum, Hinduismus, Animismus, Spiritismus, etc)
    – im Christentum kommt dagegen Gott in Jesus dem Mensch entgegen, es gibt die FREIWILLIGE Option einer freundschaftlichen, liebevollen, freiheitlichen Beziehung (durch den heiligen Geist = die „innere“ Stimme beim Glaeubigen, Bibel, Gemeinschaft, Gebet)
    – Allah im Islam ist vor allem eines: allmaechtig. Dadurch folgt: du kannst alles befolgen und tun, was richtig ist, ein – aus Allah-Sicht – optimales Leben fuehren, aber er kann dich trotzdem ablehnen: weil er allmaechtig ist.
    Keine Spur von Liebe, Vertrauen, eine Beziehung wollen/wuenschen, hinter den Menschen herlaufen (vgl Gleichnis vom Verlorenen Sohn im NT). Jesus dagegen ist freiwillig fuer DICH gestorben am Kreuz (als ein-fuer-alle-mal Opfer), um den Weg zum Vater freizumachen. ER ist auferstanden und sucht DICH. Welche Liebe Gottes!
    – das ganze Konzept eines Muslim-Lebens ist im Mittelalter stecken geblieben und kulturell kaum adaptierbar ohne wesentliche Regelungen/Gebote aufzugeben. Deshalb knirscht es auch an allen Enden in der islamischen Welt und ist eine Integration in andere Kulturen so schwer.
    – Ich muss auch das Christentum oder Gott nicht verteidigen (das macht Gott schon selbst). Waere schoen, wenn das im Islam auch mal so gelassen gesehen werden koennte (Fatwas)?
    Freiheit, Liebe, Freundlichkeit, Toleranz muss zurueckstecken hinter „das-tut-man-so-und-so“ wie es halt das islamische Religons-Konzept vor sieht.

    Achtung, nicht falsch verstehen: Gott (und in Gott auch ich) lieben Muslime/a, auch Saliha, genau wie alle andere Menschen! Nur bin ich nicht ihrer Meinung.

    Es ist ein bisschen wie mit der Altersvorsorge: solange nicht ein Grundwissen ueber die Dinge da ist, mit anschliessenden, zaghaften Schritten des Selbstausprobierens, kann man es schwer von alleine besser machen?!
    Und, ja, man ist auch frei nix zu tun (und zu hoffen) … Der Staat ist der (Renten)Weihnachtsmann und „… alle Menschen werden Brueder“ und irgendwie geht’s nach dem Tod schon weiter? – oder auch nicht?
    LG Joerg

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    1. Hallo Joerg,

      jeder muss das für sich selbst entscheiden. Als Muslima denke ich nicht ich kann mir als Mensch aussuchen wie ich anbeten soll, sondern Gott sagt wie er angebetet werden möchte. Und ja, Allah ist allmächtig. 😊 Das gleiche ist die Anpassung an heutige Lebensweisen. Ich bin modern wo es geht, aber ja, nicht gegen was der Prophet Muhammad sagt. Ich würde es auch als sehr komich empfinden, wenn sich das was Allah will an menschliche Launen und sich oft verändernde moralische Vorstellungen anpasst. Er ist unser Schöpfer und weiss was für uns gut ist.

      Diese Punkte zeigen mir schon (ich wusste es ja schon) wie unterschiedlich unsere Auffassungen sind. Ich bin aber sehr gespannt was auch Martin dazu meint? Es scheint doch auch im Christentum viele unterschiedliche Meinungen zu geben.

      Joerg ich fühle mich von Gott geliebt!! und es ist für mich eine Freundschaft. Aber er ist allmächtig wie du schon erkannt hast. Und ich bin nur ein kleiner Mensch. Das ist einfach mal so. Und deswegen sind für mich Dinge kein Zwang, die andere ohne diesen Glauben vielleicht so empfinden. Es ist einfach aus dem Herzen getan und sehr gerne.

      Es gibt im Islam auch viele Ansichten und auch Probleme damit. Ich kann nicht für die anderen sprechen, nur für mich. Und ich glaube das es nur einen allein wahren Gott gibt und nicht drei in eins. Man kann viel schreiben und am Ende hat jeder seinen Glauben und sein Leben und muss das Beste daraus machen. Aber ein Austausch finde ich immer sehr schön, sonst hätte ich hier auch gar nicht geschrieben.

      Liebe Grüsse Saliha

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      1. Hey Saliha,

        danke für Deine Offenheit und die Kommentare. Was ich dazu meine? Ich habe dieses Jahr viele gute Gespräche zu diesen Themen gehabt. Ein sehr guter alter Freund aus Finnland war bei mir und das unterstreicht Deine Aussage gut, was die unterschiedlichen Ansichten im Christentum angeht. Er glaubt beispielsweise an die Dreieinigkeit, ich tue es nicht. Die meisten christlichen Konfessionen haben die Dreieinigkeit als festen Bestandteil in ihrem Glauben und das Konzept „Gott ist Mensch geworden“. Auf dieser Basis erhalte ich natürlich eine ganz andere Theologie.

        Solange man sich unterhalten kann und offen ist die Perspektiven zu wechseln, kann das alles unglaublich weit bringen. Sobald man aber mit Dogmen kommt, bringen diese Gespräche niemanden mehr etwas. Ich will damit auf keinen Fall relativieren. Ich denke nur es ist wichtig, andere Positionen mal ernsthaft zu durchdenken. Das hilft Menschen zu verstehen und erweitert den eigenen Horizont sehr. Und die Schriften fordern dazu sogar auf. Ich gebe zu, dass ich das bis vor einigen Jahren selbst anders gesehen habe und viel zu „verbissen“ war, aber durch das Lesen der Schrift selber haben sich meine Positionen verändert.

        Deswegen halte ich es für wichtig, miteinander respektvoll umzugehen. Ich habe durch den Austausch mit dem erwähnten Freund viel dazu gelernt, er aber soweit ich es beurteilen kann auch. Man muss nicht in allem einer Meinung sein. Dadurch, dass ich was die Bibel angeht, aber viel aus dem sogenannten alten Testament lese und es mir viel bedeutet, bin ich in vielen Postionen Muslimen und Juden sehr viel näher als es die landläufigen christlichen Religionen sind. Das erleichtert natürlich auch viele Kontakte in diese nahöstliche Welt. Ich sehe auch die Übersetzungsproblematik der griechischen Schriften, über die wir uns schon ausgetauscht haben. Deswegen muss man da besonders aufpassen, wohingegen bei den hebräischen Schriften die Urtexte ja vorhanden sind. Beispielsweise eine original Jesaja Rolle aus Qumran, knapp 8 Meter lang auf Pergament. Diese Quellen sind also sehr authentisch, wie Du ja auch geschrieben hattest. https://de.wikipedia.org/wiki/Jesaja

        Mit Schriften aus dem alten Testament ist ein Gedankenaustausch zwischen Juden, Christen und Muslimen immer möglich, solange jeder seinen Stolz überwinden kann. Das ist nicht immer einfach, aber es lohnt sich.

        Und ich freue mich sehr, dass Du hier bist und geschrieben hast!

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      2. @bw Ok und ganz kurz vom Handy: bei dir merkt man es wirklich und ich kann mir einen Austausch gut vorstellen. Du bist offen und magst die Menschen. Ist aber leider nicht oft zu finden. Toller Blog, jetzt lese ich NOCH lieber mit! Hab ein schönen Wochenausklang!

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    2. Also sehr sehr spannende und ewige Diskussion. Religion wird oft mißbraucht. Das gibt es im Christentum doch auch. Ich kann deswegen nicht zu jeden Christ sagen, deine Glaubensbrüder machen dies und jenes und du bist deswegen auch schuld. Auch die die in einem Glauben sind aber nicht mit ganzem Herzen kann man ganz gut erkennen. Und ob Religion modern sein muss? Wenn sie sich an den Mensch immer anpasst und was gerade modern ist, dann wird sie ja beliebig. Vielleicht oder sicher auch beliebt. Aber für mich muss sie vor allem wahr sein. Und das muss ich für mich selbst rausfinden und jeder andere auch. Aber was Du Martin geschrieben hast, ist ein suuper Anfang. Ich muss die Schriften lesen und daran muss es sich dann messen lassen. Und ganz lesen und nicht ein Vögelchen sein.😂 Also nicht Körner picken. Am besten alleine sein, lesen und nachdenken. Vielleicht an einem schönen Ort. Wenn mein Glaube mich wirklich erfüllt, was brauche ich denn dann noch mehr?? Du hast es schon geschrieben, was gibt es dann noch wichtigeres. Und das ist ein schönes Gefühl und es macht auch frei von vielen anderen Sachen dieser Welt, die nicht bringen und viel Zeit stehlen.

      Ich hab mal was schönes gefunden von Yunus bin Abdullah.
      „Was ist los mit mir? Wenn ich ein Huhn verliere, fühle ich mich betroffen, aber wenn ich das Gemeinschaftsgebet verpasse, bekümmert es mich nicht.“ 

      Das Huhn sind heute alle Ablenkungen und das Gemeinschaftsgebet kann auch nachdenken über Gott sein.

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  14. Moin Martin,

    gibt’s nun eine allgemeingueltige Wahrheit (also die fuer alle und jeden gilt, unabhaengig davon ob sie geglaubt wird oder nicht, zB ist die Erde eine Scheibe / Jesus der einzige Weg)?
    oder nur eine jeweils subjektive, individuelle, selbstgestrickte Wahrheit (also eine jew. pers. Illusion von Wahrheit; also hier wo ich wohne ist es ziemlich flach 😉 / Jesus koennte fuer manche der richtige Weg sein, fuer andere nicht)?
    oder gar eine diverse Schwarm-Wahrheit (je nach kultureller/ethnischer/religioeser Gruppe ist mal das eine, mal das andere „wahrer“; also in den Bergen ahnt man eine leichte Biegung, auf dem Meer eher nicht / voellig egal, was du glaubst, Hauptsache du nervst mich nicht mit Jesus)?

    Wie siehst du:
    Joh.14, 5 Spricht zu ihm Thomas: HERR, wir wissen nicht, wo du hingehest; und wie können wir den Weg wissen? 6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich
    https://bibeltext.com/l45/john/14.htm

    Gibt’s einen alternativen Weg zu Gott? Welchen?

    LG Joerg

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    1. Hallo Joerg, alleine darüber nachzudenken, ist eine Lebensaufgabe. Eine Freundin von mir, sehr belesen (zwei Promotionen in Medizin und Biologie) meinte sogar, ein Leben reicht dafür nicht, so groß sieht sie die gestellte Aufgabe.

      Was aber nicht heissen soll, dass man nicht (nach)denken soll. 🙂 Der Artikel geht nicht um eine allein gültige Wahrheit, sondern um die Suche danach und das Nachdenken. Wenn man die Bibel als Grundlage nimmt, dann gebe ich Dir völlig Recht mit dem zitierten Text. Auch die Frage, was denn Wahrheit ist, beantwortet die Bibel in Johannes 17:17 mit „Dein Wort ist Wahrheit“. Also nicht diese oder jene Religion, sondern was in der Schrift selbst zu finden ist. Das ist schon mal recht interessant für viele. Und Dein zitierter Text unterstreicht es ja auch noch.

      Ganz grundsätzlich sehe ich es so: Wenn ich mich als Jude bekenne, bin ich an die Thora und die Propheten gebunden, landläufig als altes Testament bezeichnet. Bekenne ich mich als Muslim, bin ich an den Quran gebunden und auch an Teile der Bibel, da der Quran auch davon spricht, das Isa (Jesus) ein Prophet war und man auch auf ihn hören soll. Und bin ich Christ, dann ist für mich die Bibel massgeblich. Auf dieser Grundlage kann man sich unterhalten und daran muss sich das jeweilige Bekenntnis messen lassen, sonst ist wirklich alles relativ bzw. reine Kulturreligion/man wird reingeboren.

      Alle drei monotheistischen Glaubensströme (ich nenne es mal so) haben viel gemeinsam und die Wurzeln sind auch die gleichen. Aber ab da wird es dann kompliziert. Um beim Christentum zu bleiben: Durch die Konzile zu Nizäa und Laodicea ist in das heute bekannte Christentum so viel externes Gedankengut reingetragen worden, das es mit der Urkirche vor 2000 Jahren nichts mehr zu tun hat. Daher kommt auch die Differenz, die man erkennt, wenn man die Bibel liest und das mit den heutigen „christlichen“ Religionen vergleicht. Viel Interpretationschristentum und viele unbiblische Lehren. Diese sind meistens auch der Grund, dass es zwischen Juden, Muslimen und Christen großen Disput gibt. (Dreieinigkeit, Bilderverehrung, menschliche Vermittler und vieles mehr) Und sie sind leider auch der Grund, das Menschen sich gar nicht mehr mit der Bibel beschäftigen wollen.

      Ich mache das ganz gerne, weil es wirklich bereichernd ist und weil man unbedingt den Glauben und die Bibel von dem trennen muss, was Menschen daraus gemacht haben und immer noch machen. Und wir haben nur ein Leben. Da halte ich es für wichtig, sich hin und wieder mal mit solchen Gedanken zu beschäftigen. Aber von den Kommentaren und Mails gesehen, bin ich wohl nicht der einzige, der das so sieht. ;-))

      PS:

      Wer sich für die Konzile interessiert:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Erstes_Konzil_von_Nicäa

      https://de.wikipedia.org/wiki/Konzil_von_Laodicea

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      1. Das hast du sehr schön geschrieben lieber Martin und mir zeigt es, du weisst eine ganze Menge darüber. Du hast erwähnt wie sich das Christentum verändert hat durch die Menschen und die Konzile. Es ist auch kein Problem nachzuschauen welche Feste und Bräuche nicht christlich sind, aber alle gefeiert werden. Weihnachten und andere. Und es wird gesagt es wäre christlich. Es stimmt, Isa war ein Prophet und auch was er sagte ist für uns wichtig. Aber wenn ich danach gehe, dann halte ich mich mehr daran wie viele die sich Christen nennen. Ich will jetzt hier keine Romane schreiben, das maile ich dir lieber. Aber schau, es ist soviel verändert worden, es gab so viele Übersetzungen der Bibel. Isa hat nicht griechisch gesprochen. Er hat aramäisch gesprochen. Aber die Teile der Bibel bei denen es um ihn geht, sind auf griechisch und die alten Texte dazu gibt es nicht mehr. Die ältesten Texte sind hebräische Texte des hebräischen Teil der Bibel. Wie kann also jemand dann sagen hier steht es so und so, wenn nicht sicher ist wie es wirklich gemeint war, hmm? Ich stelle mir gerade vor wie viele arabische Denkweisen es gibt oder wie man sich ausdrücken kann, was man nicht ins Englische übersetzen kann. Und wenn man es versucht kommt etwas anderes
        raus. Das wieder in deutsch dann zu übersetzen… so in etwa muss man es sich vorstellen. Aber ich denke du weisst was ich meine lieber Martin. Hilfe, ich schreibe deinen Blog zu…. 😊😊😊😊😊😊
        Jedenfalls kann man sich auf die hebräischen Texte der Bibel gut verlassen, denn dies sind die ältesten gefundenen Schriften. Bei dem griechischen Teil der Bibel ist es schwierig. Und auf wenn beziehen sich immer alle?? Genau, du weisst es 😉
        Liebe Grüsse Saliha

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      2. Hallo Saliha, danke für Deinen ausführlichen Kommentar! Die von Dir genannten Punkte sind mir bekannt. Deswegen ist es aus meiner bescheidenen Sicht nicht richtig, nur den griechischen Teil der Bibel zu betrachten. Interessant ist auch die oft verwendete Formulierung christlich-griechisch. Der andere Teil wird dann oft als hebräische Bibel beschrieben und es schwingt immer mit „nicht christlich“. Aber die griechischen Schriften sind eben nur ein Teil der Bibel. Daher auch mein letzter Kommentar hier. Wenn ich immer nur Teile rauspicke komme ich früher oder später zu einer reinen Interpretationsreligion. Das gilt natürlich nicht nur für das Christentum. Aber dort fällt es mir immer wieder stark auf. Kombiniert mit einer lustig bis grotesken „Textspringerei“ kann man sich da alles mögliche „zusammen bauen“ – mit absurden Ergebnissen. Und Sprache/Übersetzung spielt eine enorme Rolle. Bei Sprachen die verwandt sind ist dies schon so, aber eine Übersetzung von gesprochenen Aramäisch in das Griechische, von da ins Englische und dann in das Deutsche ist schon eine spannende Sache. 🙂

        Schön wie viel Du darüber weisst und dass Du Dich auch damit beschäftigst.

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      3. Tjaaa, kannst du mal sehen, es ist immer ganz anders als man denkt, gilt für beide Seiten lieber Martin.😉

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    2. Nur, damit klar ist, wie meine Sicht ist:
      – ja, es muss eine absolute Wahrheit geben, genauso, wie es wahr ist, dass die Erde rund ist (und nicht „manchmal“ eine Scheibe oder „fuer manche“ eine Scheibe)
      sonst ist alles relativ, beliebig, biegbar, ankerlos, egal …
      – wenn Gott der Schoepfer der Welt und allmaechtig ist, kann er Menschen in seinen Schriften begegnen
      – da niemand dabei war, und noch heute lebt, gibt’s keine andere Moeglichkeiten als in alten Schriften zu lesen
      – da die Beziehung zu Gott/Jesus durch seinen Geist heute moeglich ist,
      gilt fuer die Auslegung der Schriften:
      Textarbeit (mit Verstand) im Kontext UND pneumologische Auslegung (d.h. durch den heiligen Geist – also die zarte Stimme im Inneren, die aus der Beziehung zum auferstandenen Jesus besteht und die Menschen hoeren koennen, und dir sagt, was es fuer Dich bedeutet).
      Probiere es aus? „Jesus, wenn’s dich wirklich gibt, zeig’s mir“
      LG Joerg

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      1. Hi Jörg, gefällt mir: Gott, wenn’s dich wirklich gibt, zeig’s mir. Die Erforschung der Schriften mit dieser Bitte verbunden, hat bisher noch niemanden enttäuscht, so meine Erfahrung. Die von mir bereits zitierten Texte zeigen, dazu braucht es grundsätzlich keine externe „Hilfe“. Was man dann in den nächsten Schritten daraus macht, ist eine ganz andere Frage.

        Das ist auch die richtige Herangehensweise. Hebräer 11:6: „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer zu Gott kommt, muss glauben, dass er ist und dass er die belohnen wird, welche ihn suchen.“

        Die Suche ist der erste wichtige Schritt. Heute probieren Menschen vieles aus um aussergewöhnliche Erfahrungen zu machen und spannende Erlebnisse zu erleben. Warum nicht mal in „größeren Bahnen“ denken und alte bzw. jetzt wieder neue Wege gehen?

        Ich zitiere die Schriften auf Blackwater.live eigentlich in erster Linie, weil sie auch viel praktisches und bewährtes Wissen enthalten. Und sie regen zum Nachdenken an. Das ist wirklich was für alle Menschen, auch wenn sie nicht gläubig sind. Aber bei denen, die weiter gehen wollen, denen kann ich es nur empfehlen auszuprobieren.

        Einen Text der mich bis heute immer wieder sehr beeindruckt ist Römer 1:20: „denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, sodass sie keine Entschuldigung haben.“

        Also über die Schöpfung nachzudenken ist ein weiterer Weg auf dieser Suche.

        Aber wie gesagt, Blackwater.live ist kein christlicher Blog, sondern ich binde soweit möglich immer mal wieder verschiedene Perspektiven ein, um auf das Leben zu schauen. Und ich finde es auch wichtig andere Blickwinkel komplett zu durchdenken. Uns fehlt nach der christlichen und der muslimischen aktuell noch die jüdische Weltsicht. :))

        Danke für Deine Beiträge!

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  15. „Wo die Lüge zum täglichen Brot wird, verhungert das Gewissen!“ (Ernst Ferstl)

    Vielleicht ein weiterer Grund. Je länger man eigenen Lebenslügen aufsitzt, desto schwerer ist der Ausbruch aus diesen.

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  16. Aus der sozialen Käseglocke auszubrechen wird wohl den wenigsten möglich sein. Ich werde in ein Umfeld geboren und nehmen wir doch dein Beispiel Religion, Glaubenssätze und Umfeld. Wenn ich anfange nachzudenken und merke, das stimmt etwas nicht oder ich will ein anderes Leben führen, dann kann ich einfach mein Leben ändern. Richtig?

    Theoretisch ja. Aber wie du schreibst. Hat es mit Konsequenzen zu tun die weh tun, dann mache ich es mir lieber bequem und rede es mir schön. Zweifel sind böse. Aber warum? Weil sie meine bequeme Existenz gefährden. Und genau das dürfte bei den meisten der Fall sein. Daher auch genial von dir angeführt: Warum nach Wahrheit suchen, wenn man den Preis nicht bezahlen kann? Diese Frage IST eine Essenz deines überaus guten Artikels.

    Ich merke, der Blackwaterblog ist ein Unikum. Super Job von dir.

    PS: Ich habe mir mal erlaubt ein paar Zitate von dir zu klauen. Und werde einige Gedanken in mein neues Buch einarbeiten. Mehr dazu per Mail.

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  17. Blackw der Artikel ist top, keine Frage. Aber eines möchte ich doch anmerken. Nicht jeder hat den Mut sich solchen Gedanken zu stellen. Manches „Glaubensgebäude“ oder ein Leben lang gelebte Werte werden damit in Frage gestellt. Wie du richtig erkannt hast, werden die meisten Menschen sich anders entscheiden, wenn es Konsequenzen im persönlichen Bereich hat. Dann redet man sich seine Zweifel lieber schön. Und wieder andere wollen nicht nachdenken, sondern sich lieber Tag für Tag ablenken. Wie gesagt, top Artikel. Aber nichts für jeden.

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  18. Geistige Wüste ist ein sehr guter Begriff, den solltest du dir schützen lassen. Allgemein ist das Leben in vielen technischen Punkten heute besser, aber auch sehr viel oberflächlicher geworden. Super Artikel, gefällt mir gut.

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  19. Dankeee sehr für diesen extreeeem langen Text, der war für das Wochenende perfekt zum lesen. Aber wirklich sehr lange. Manche Artikel sind für das Herz und der ist eine davon. Jetzt geh ich ne Runde mit meiner Kleinen raus und denke über deine Worte nach. Anmeldung ging nicht richtig, daher heute morgen so. LG+😘😊 Racheda

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  20. Wir sind ein muslimisches Pärchen und lesen bwlive ganz gerne wegen Kontomodell und den Gedanken zu Spenden, Helfen und der Offenheit. Wir freuen uns sehr über jeden neuen Blogeintrag.😊

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  21. Der Blackwater Blog, eine aussergewöhnliche Adresse. Die Gedanken, die Diskussionen und die Leser und Freunde. Andere diskutieren über Nachkommastellen, hier geht es schon mal um den Sinn des Lebens. Geile Seite, bleibt wie ihr seid!

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  22. Mich beeindruckt immer wieder wie du Texte aus Büchern wie der Bibel und anderen mit dem Leben verbindest, wie ich es noch nie in meinen 60 Lebensjahren gehört habe. Bei dir hört sich das unglaublich wertvoll und offen an, es lädt zum Nachdenken ein. Ich schliesse mich den anderen an: Mach weiter so!

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  23. Einfach unbeschreiblich, schönes Posting.❤️❤️❤️❤️❤️ Leere im Leben kann man immer mit irgend etwas füllen. Und wenn man nichts macht, passiert das von ganz alleine. Nur, dann lieber mit etwas wertvollen füllen als mit Dingen oder mit Undankbarkeit.

    Gefällt 5 Personen

    1. Sehr interessant für mich, gerade auch die letzten beiden Bibelverse, ich glaube so manche Kirche würde die verbieten wollen. Der Artikel bewegt mich sehr zum Nachdenken. Aber ich weiss jetzt schon, dass es mich dankbarer macht das Leben nicht als selbstverständlich zu betrachten. Danke für die Gedanken!

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      1. Lieber Blackwaterautor. Du beschreibst hier auf eine allgemeine Art die Umkehr vom alten Menschen, die Jesus immer wieder erwähnt. Die Bibel ist ganz genau wie du geschrieben hast eine Einladung Jesus bzw Gott kennen zu lernen und eine dynamische Beziehung mit ihm zu fuehren. siehe 2. Korinther 5,17 „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ bzw. Offenbarung 3,20 “ Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir“ ❤
        Die Bibel ist voll von diesen Ermutigungen und Zusagen die wir heute genauso dringend brauchen wie früher. Gleichzeitig aber auch klar in ihrer Aussage, dass nur Jesus den Weg zum Vater freigemacht hat. Warum du also den Koran zitierst erschließt sich mir nicht ganz 😉

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      2. Hallo Matthias, danke für Deinen Kommentar. Ich zitiere bei solchen Artikeln gerne die Bibel, weil sie ein erstaunliches Buch ist, genauso zitiere ich aber sehr gerne auch andere wie den Talmud oder den Quran, um eine breitere Perspektive zu zeigen. In dem Fall war die Aussage des Quran über den Ursprung von Undankbarkeit sehr treffend. Meine Artikel sind ja keine Predigten in einer Kirche, die viele Leser vermutlich nicht besuchen würden, sondern die Artikel trennen Glauben von Institution.

        Um nochmal Jesus/Yesuha/Isa als Beispiel zu nehmen: Bei ihm ging es nicht um Religion, sondern um Glauben. Und er zitierte auch oft aus den Schriften, (Thora) die die meisten Christen heute für sich nicht gültig halten.

        Das soll kein Vergleich sein und er würde auch hinken. Es zeigt nur, es geht darum offen nachzudenken und für sich zu einem Ergebnis zu kommen und sich nicht in einer Echokammer aufzuhalten oder eine zu verlassen um eine neue zu bauen. Das Thema Glauben ist sehr offen und bereichernd im Leben. Religion dagegen ist oft dogmatisch, heuchlerisch und verlogen, wie schon zu Jesu Zeiten. Da hat sich leider nicht viel geändert.

        Gefällt 8 Personen

      3. 100% Zustimmung Bw. Ich würde nie in eine Kirche gehen. Und weisst du warum? Gerade weil es so verlogen ist. Daher treten doch auch viele aus. Damit verlassen sie aber nicht zwingend den Glauben wie von der Kirche behauptet. Sie trennen nur Glauben von Tradition. Das gefällt mir bei deinen Artikeln auch so.

        Die Bibel fasziniert mich auch, vor allem nachdem ich durch deinen Blog wieder auf den Geschmack gekommen bin. Ich will keine Reliseite besuchen, aber ich mag die Bibel.

        Ich kenne nur wenig Texte, aber gibt es nicht einen der etwa so heisst: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen? Kindesmissbrauch, Bilderanbetung, Menschenverehrung oder „ Christinen“, die halb nackt im Sommer rumlaufen sind nur paar Beispiele, die lassen mich bei vielen doch stark zweifeln. Die sind wohl nicht gemeint gewesen.

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      4. Über den einzig wahren Weg zu Gott kann man viel streiten, schöner ist es darüber sich auszutauschen, ohne das jemand gleich kommt und sagt ich weiss alles und andere nichts. Gerade das finde ich oft abstossend. Das kann ich auch, ganz ehrlich.🙄🙄 Mach ich aber nicht. Ich finde es schön wenn aus der Bibel zitiert wird und noch mehr freue ich mich über ein Zitat aus dem Quran.😊

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      5. Das Problem ist immer was Menschen aus alle dem machen. „ und er lebt in euch, deshalb braucht ihr niemanden der euch lehrt. Denn der Geist lehrt euch alles, und was er lehrt, ist wahr“ – der von dir zitierte Text zeigt doch ein Grundproblem. Wenn ich jetzt an das glaube, dann brauche ich also die Bibel zu lesen und zu beten und lerne aus dem was da steht. Was ich nicht brauche sind menschliche Gurus. Jetzt schauen wir uns um und?

        Lauter Gurus, Papst & Co. Laute falsche Vorhersagen, Skandale etc. Wundert mich nicht. Das ist doch ein Mißbrauch der christlichen Botschaft.

        Ich denke im Islam ist es nicht viel anders. Eine missbrauchte Religion (Krieg, IS etc) Der einfache gläubige Muslim hat damit nichts zu tun und will einfach nur seinem Gott näher kommen und mit seiner Familie in Frieden leben.

        Menschen machen Probleme. Weil ihnen geistliches nicht reicht. Sie wollen menschliche Führer die sie anfassen und verehren können – und die sie in den Untergang führen. Moralisch und seelisch.

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      6. Also Hilfe, was tun BW-M?? Ich bin sprachlos von dem Artikel. Weiss nicht ob man erst mit dem Alter über solche Fragen nachdenken kann. Ich bin Muslimin, aber jetzt nicht super streng. Wenn ich meine Verwandten sehe, dann denke ich je älter man wird, desto mehr macht mach sich die Gedanken. Aber ich bin jetzt auch nicht undankbar und denke oft innerlich danke Allah für so schöne Dinge wie Natur oder leckeres Essen oder Schokoolaade. Nicht selbstverständlich. Dein Post bringt mich noch mehr zum Nachdenken und dankbar sein. Daanke BW-M.❤️😊

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      7. Undankbarkeit ist heute das Schlimmste und es kommt davon weil man nicht nachdenkt. Denkt man nach wie schön alles ist und freut sich über Dinge wie Gesundheit und genug zu essen zu haben, dann ist man dankbar. Und dann wird man glücklich.

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      8. Das mit der Dankbarkeit ist definitiv ein grosses Thema. Als bekennender Christ muss ich klar sagen, es ist ein Problem in der christlichen Welt. Jesus und die ganzen griechischen Schriften lehren ein einfaches Leben zu führen und Gott nah zu kommen. Wenn man das Leben und das Materielle voll auslebt, dann entfernt man sich von Gott und genau das sehen wir. Alle Gespräche und Gedanken drehen sich nur noch um Materielles. Die hier beschriebene Leere wird mit Häusern, Autos und Luxus gefüllt.

        Der Blackwaterautor hat dies mE gut erkannt. Mitgliedschaften statt Gottvertrauen und Glauben. Gut beschrieben und verglichen mit einer Sandburg.

        Als Christ muss ich meinen Hut vor vielen Muslimen ziehen. Ich teile diesen Glauben nicht. Aber er wird offensichtlich aktiver und nachhaltiger gelebt und das respektiere ich.

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  24. Schneeflöckchenkultur nenne ich diese heutige Gedankenwelt hier im Land, in der alles überdramatisiert werden muss, um sich von der von allem verstörten Masse abzuheben. Alles mit Balances puderzuckerhaft süß geregelt, niemand auf den Fuß treten. Innerlich werden aber die Messer gewetzt, man hetzt über andere ab wie nie zuvor und ist bereit zu verraten, wenn jemand anders die Drecksarbeit macht.

    Da erfrischt jemand, der so offen wie du schreibt. Bewahre dir das bitte.

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  25. Sehr gut bw, schön mal wieder so einen Post von dir zu lesen. Immer gut wenn es noch paar Leute gibt, die sich Gedanken machen. Frei nach Dante..

    „Die dunkelsten Plätze der Hölle sind reserviert für diejenigen, die sich in Zeiten einer moralischen Krise heraushalten wollen.“

    Dante Alighieri, Inferno

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  26. Das geht schon stark in die Richtung „verbotenes Wissen“. Ich musste dabei an den Satz „das logische Denken ist das Muster einer vollständigen Fiktion“ von deinem geliebten Nietzsche denken. 🤔

    Jedenfalls ein definitiv geiler Artikel und du machst deiner Heimatstadt große Ehre. 😂

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  27. Das sind doch die eigentlichen Megathemen heute, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, wer wir sind und warum wir was glauben. Ein echter bw Artikel, da stimme ich zu. Das macht diese Seite immer zu einer Spezialität. Toll!

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  28. Wtf, genau was ich zum langen Wochenende brauche. Ein Mal in die Seele und zurück, heavy. Danke für Beiträge wie diese. Das ist Blackwater.live pur.

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  29. Höre nicht auf zu schreiben, dies habe ich Dir damals geschrieben und ich wusste warum.😊 Das sind so wichtige Gedanken, die musst Du einfach mit uns teilen, bequatschen, was auch immer. Wie heisst es, welcher Mann würde ein Licht entfachen und es dann unter den Tisch stellen? So oder so ähnlich heisst ein Text, Du kannst mir ja weiterhelfen…😉 Durch die Vorwarnung geistiges FSK18 fühlt sich sicher dieses Mal keiner gestört, wenn er auf DEINEM Blog so etwas liest.🙄🙄 Vielleicht solltest Du es als Rubrik einführen. Jedenfalls hat mich dieser Artikel echt umgehauen, so bewegend war er, Herz schlägt schneller und ich wusste nicht ob ich mich freuen oder weinen soll oder beides. Ohne Worte!

    Gefällt 3 Personen

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