Eine Welt, ein Depot, ein ETF.

 

“Es ist kein Verbrechen volkswirtschaftlich ungebildet zu sein, alles in allem ist es ein spezialisiertes Lehrfach und eines, welches die meisten Leute als »schwarze Wissenschaft« ansehen. Aber es ist ganz und gar unverantwortlich eine laute, lärmende Meinung zu ökonomischen Fragen zu haben, während man sich in diesem Zustand der Unwissenheit befindet.”

Murray Rothbard: Egalitarianism as a revolt against nature, and other essays, Mises Institute, Zweite Auflage, Auburn 2000, S. 202

 

 

 

Liebe Freunde von Blackwater.live, nachdem wir uns in den letzten Artikeln durch die Vergangenheit unseres Kulturraumes und mit der Vielfältigkeit von Sinnfragen beschäftigt haben, kehren wir nun wieder zu den im Vergleich banalen Finanzthemen zurück. Abwechslung tut gut und der Kopf ist bekanntlich rund, damit das Gehirn besser um die Ecken denken kann.

Zu Beginn möchte ich euch drei Situationsbeispiele beschreiben. Die Namen wurden  geändert, aber alle Beispiele sind real und aus meiner Berufspraxis:

 

 

Hubert A. aus M. hat folgendes Finanzproblem: Er hat 100.000,00 Euro zum Anlegen und weiss nicht, was er tun soll. Es gibt keine Zinsen. Die Aktien stehen aus seiner Sicht sehr hoch. Er war bei verschiedenen Banken. Dort wurden ihm Depotlösungen mit verschiedenen Fonds empfohlen. Andere haben ihm konservative Dachfonds empfohlen. Bei einer Bank war gerade mal wieder ein toller Immobilienfonds gerade geöffnet, bei dem man nur in einem bestimmten Zeitfenster mit 5% Kosten einsteigen konnte. Eine andere Bankdame empfahl ihm eine sofort beginnende Rentenversicherung. Es kam ihm vor, wie bei fünf verschiedenen Köchen gewesen zu sein. Jeder hat ihn mal in den Kochtopf schauen lassen. Aber was er da sah, schmeckte ihm nicht.

 

Melanie C. aus H. hat folgendes Finanzproblem: Sie hat kein Geld. Aber sie ist jung. Und schön. Aber bleiben wir bei jung. Melanie braucht eine Altersvorsorge. Also ist sie zu der roten nicht-Bank und doch Finanzinstitut gegangen. Dort traf sie auf eine andere Dame, Expertin für Altersvorsorge. Was genau sie zur Expertin qualifiziert hat, ist nicht ganz klar geworden. Vom Multiple-Choice Test bis zum Namensschild, es bleibt eine unbekannte Größe. Erst wurde eine schönes Finanzkonzept erstellt, nach vielen weiteren Fragen und einem netten Austausch von den beiden jungen Damen, wurde ein Riestervertrag empfohlen. Die schöne Förderung, die Garantien und auch die Reinvestition der Steuererstattung in einen Fondssparplan oder alternativ eine Fondspolice, dass alles hörte sich sehr kompetent an. Da Melanie C. sich in Geldangelegenheiten nicht auskennt, ist sie auf Hilfe angewiesen. Und das Finanzkonzept sieht wirklich verlockend aus. Es scheint alles zu passen. Unterschreiben? Verschieben? Nochmal nachdenken?

 

Marcus W.K. aus K. hat geerbt: Nach der Erbschaftssteuer sage und schreibe 890.000,00 Euro. Davon die Hälfte Cash, der Rest in DAX Aktien. Das Geld liegt bei der Bank seines Vaters. Diese Bank hat seit kurzem ein sogenanntes Private Banking, in dem vermögende Privatkunden betreut werden. Die Visitenkarten sind doppelt bedruckt, da die vielen Titel der Berater nicht auf die Karte passen. Der Kaffee in der Bank ist aus Guatemala, die Anzüge der Berater aus dem Boss Outlet aus Metzingen und nicht aus dem C&A, wie im normalen Bankbetrieb, die Schuhe von Lloyd und das Lächeln wie aus der Zahnpastawerbung. Kompetenz wohin man blickt. Man kann hier Immobilienbeteiligungen kaufen, sogar ganze Flugzeuge, Fremdwährungsinvestitionen und vieles mehr. Überall liegen Hochglanzkataloge herum, voll mit Geldanlageideen. Eine Art türkischer Basar für Geldanlagen. Soll sich Marcus W.K. auf ein Gespräch einlassen? Jemanden vertrauen, der selbst in 9 von 10 Fällen kein Geld hat aber über Geld sprechen will? Die Visitenkarte sieht schon beeindruckend aus und die Titel darauf hätte sich nicht mal Walt Disney in seinen lustigen Taschenbüchern ausdenken können.

 

 

Das also ist die Ausgangslage. Drei Situationen, drei verschiedene Menschen, drei unterschiedliche Herausforderungen. Und gefühlt 75% aller Deutschen würden in einem dieser drei Fälle unterschreiben. Aber wir wollen erst mal nachdenken. Was also tun?

 

Blackwater.live - Über Geld nachdenken
Es ist nicht die schlechteste Idee über Geld nachzudenken, statt es nur auszugeben.

Quelle: gettyimages/istock

 

 

 

Seit Dr. Gerd Kommer, Blogs wie dem Finanzwesir und vielen tausenden fachlichen Artikeln und Studien ist bekannt: Passiv investieren ist kostengünstig, einfach, kostet fast keine Zeit und ist auch ausgesprochen stressfrei. Die langfristige Rendite liegt irgendwo zwischen 6 – 9 % p.A. im Schnitt und über die große Welt der ETF’s hat man eine breite Streuung und Risikoreduzierung. Neu aufsteigende Unternehmen sind automatisch mit dabei, absteigende Unternehmen fliegen automatisch raus. Es gibt nichts besseres.

Und mit einem Risikokuchen (extra Fenster) kann man seine Schwankungen auch noch gut steuern, niemand muss All-In gehen.

 

Aber es gibt tausende alternativer Anlageempfehlungen, die von den Marktschreiern von Banken und Versicherungen verkauft werden, tausende geheime und einmalige Chancen. „Ich habe da mal etwas ganz neues für Sie, Herr Zuckerschleck!“ Oder: „Frau Gummibaum, diese Altersvorsorge ist revolutionär. Das Beste aus beiden Welten, sicher und renditestark!“ Oder: „Herr Dr. Gabelspecht, wie haben unsere Experten. Die werden ihr Depot mit dem XY Vermögenstool analysieren und dann eine individuelle Lösung erstellen.“  So oder so ähnlich tönt es aus den Tempeln der Halbwahrheiten, den Gebäuden des Finanzvertriebs. Die Kunden, umgarnt, gepudert und verführt geben sich zu gerne diesen märchenhaften Aussagen hin. Zu schön klingen die alternativen Wahrheiten, dass man den Ertrag ohne Risiko und Arbeit haben könnte, die Sicherheit sozusagen als als dummes Entlein zur schönen Freundin der Rendite dazu geschenkt bekommt. Was aber die wenigsten Bankkunden wissen ist, dass die sogenannten Berater es selbst meistens nicht wissen, nicht verstehen und nicht verstehen wollen. Manche werden erpresst mit enormen psychologischen Verkaufsdruck, haben selbst Existenzängste und Haus- und Ratenkredite am Laufen, schwimmen in Schulden. Das ist die andere Wahrheit, nach der nie gefragt wird. Welche konkreten Mehrwerte das Herr der Finanzverkäufer denn nun wirklich liefert – dieser Antwort bleiben die scheinbar aus der Retorte gezüchteten Vertriebsvorstände der Banken mit ihren immer gleichen Sprüchen schuldig. Übrigens auch, nachdem sie einer beliebige Anzahl an Instituten ihren „added value“ verkauft haben. Scheinbar merkt es keiner.

 

Zu dem Zeitpunkt, als ich diesen Artikel schreibe, sind 75% aller Deutschen noch bei Filialbanken und dem Finanzvertrieb. Die anderen 25% sind bei Direktbanken, aber auch von denen ist nicht jedem das Thema Welt-Depot klar. Zu dem Zeitpunkt, wo ich diesen Artikel schreibe, gibt es tausende Finanzblogs. Mehrere hundert alleine im deutschsprachigen Raum. Und jeden Tag werden es mehr, manche Blogger sind so jung und wissen noch nicht, was Marktturbulenzen sind. Gerade frisch aus dem Ei der immer steigenden Märkte geschlüpft, rechnen sie sich reich und glauben durch das Lesen von paar Finanzbüchlein die Erkenntnis gewonnen zu haben, die tausenden anderen vor ihnen versagt geblieben ist. Andere Finanzblogs sind etabliert, gerade wenn man sich die Top 10 anschaut. Der Finanzwesir, Tim Schäfer, der Finanzrocker nur einige zu nennen. Ich gebe zu, die Ausgangslage ist also nicht ganz einfach. Es stellt sich die Grundfrage: Wem vertrauen? Geldanlage ist Psychobusiness, vom Trading bis zum ETF. Den Homo Oeconomicus gibt es nicht. Ausser man ist Soziopath. Also ist man alleine gelassen mit seinen Gefühlen, den Ängsten und Sorgen, den Gedanken um die perfekte Geldanlage.

Ich möchte, bevor ich fortfahre, nochmal klar und deutlich schreiben, was ich schon immer geschrieben habe: Rendite gibt es nur, wenn man Risiken eingeht. Das war so, ist so, wird immer so bleiben. Risiko heisst in den meisten Fällen, deutliche Schwankungen in der Geldanlage. Es bedeutet Zeit und Geduld zu benötigen. Falls jemals jemand etwas anderes behauptet: Er/Sie/Es ist entweder zwischen 20 und 30 und arbeitet in einer Bank oder betreibt einen Finanzblog, Er/Sie/Es hat einfach keine Ahnung, Er/Sie/Es wurde von einem/einer anderen Er/Sie/Es manipuliert, Er/Sie/Es lügt.

 

Alle, die also Geld anlegen möchten und weniger als 5 Jahre Zeit haben, sollten sich den Gedanken einer reproduzierbaren Rendite am Aktienmarkt über dem Geldmarktniveau ohne Risiken abgewöhnen. Möglichst schnell. Hier bleibt nur das Tagesgeld. Auf dem Rentenmarkt ist bei der Vorgabe wenig Risiko, wenig Zeit ebenfalls nichts zu holen, bei Immobilien trügt oft die Preiselastizität und die aktuelle „jeder Harzer hat ein Eigenheim“ Immoblase, bei P to P Krediten fressen den letzten die Hunde und Geldanlagen, die mit Handschellen enden sind nicht Thema dieses Blogs. Und falls nun jemand nach alternativen Anlagen wie Trading fragt: Auch Trading hat Risiken, wie schon oft geschrieben und ist bei weitem nicht für jeden etwas. Hier kommen vermutlich weniger als 1% der Bevölkerung in Frage. Oh, ich vergass Crypto und Co. Hier habe ich vor kurzem noch von Leuten gelesen, die reproduzierbar 20% im Monat machen. Nochmal: Reproduzierbar, immer, ganz easy. Glatt rasierte Brust, die Sonne im Gesicht. Wer einen Zinseszinsrechner bedienen kann weiss, was damit möglich ist und das diese Möglichkeiten das Leben so weit ändern würden, dass die getroffenen Aussagen nicht zum restlichen Bild passen. Aber psst, sind ja auch Geheimtipps. Ganz geheim.

Um den Bogen also noch einmal zurück zu führen: Wenig Risiko, keine Schwankungen, wenig Zeit: Tagesgeld.

Viel Zeit, Schwankungen egal: Welt-Depot. Es gibt bis heute nichts reproduzierbar in der Rendite stärkeres. Wir reden hier nicht von dem Porsche für eine Minderheit, sondern von dem VW Golf für alle. Alle die eine Altersvorsorge brauchen, Vermögen aufbauen wollen oder müssen (ich schätze mal müssen), alle die Geld übrig haben um es eine Zeit lang arbeiten lassen können.

 

 

Blackwater.live - Anlagenotstand
„Wir haben einen Anlagenotstand in Deutschland!“ So die Aussage des Finanzvertriebs, der sich immer gerne in der Schaffung von Kunstwörtern betätigt, aber einfache Wörter wie Beratung und Vertrauen nicht versteht.

Quelle: gettyimages/istock

 

 

Dieser Artikel hat das Ziel, einfach wieder daran zu erinnern, wie einfach es ist. Es ist keine Abschrift von Dr. Gerd Kommer’s Buch und er ist auch nicht für die Nachkommestellenrechner gedacht. Immer wenn ich bisher mit Menschen über das Welt-Depot gesprochen habe merkte ich, es ist immer noch zu kompliziert. Daher möchte ich es mit diesem Artikel nochmals einfacher gestalten. Und ich bitte um Rückmeldungen im Kommentarbereich, falls etwas unklar ist. Ich schreibe diesen Artikel auch, um darauf verweisen zu können. Denn es kommt immer wieder mal die Frage: „Kannst Du mal helfen, können wir mal schauen, ich muss mal…“ Das endet aber selten in einer Umsetzung. Damit ist es enorm ineffektiv und kostet nur Zeit. Ich denke, es liegt bei vielen auch dem mangelnden Willen wirklich etwas zu ändern, wie so oft im Leben.

Daher will ich kurz jemanden vorstellen, der es geschafft hat, einige wenige Schritte umzusetzen. Und ich darf diese Person als Beispiel anführen. Welche Schritte waren das?

 

 

  1. Die Eröffnung einer Bankverbindung bei der DKB. Schau hier: DKB.
  2. Die Umsetzung des 3-Konten-Modells. Was ist das? Schau hier: 3-Konten-Modell.

 

 

Damit ihr euch diese Person vorstellen könnt: Sie ist 34 Jahre alt, geschieden, eine Tochter, 2 Jobs, wenig Geld übrig. Deutsch ist nicht die Muttersprache. Sie hat kein BWL studiert, Mathe ist nicht ihr Hobby und sie hat kein Bezug zu Wirtschaftsthemen. Aber sie hat das Thema Welt-Depot verstanden und wie man es umsetzt. Was will ich damit sagen: Es kann jeder!

Und das Beste ist: Ein Welt-Depot ist renditestärker, ausbalancierter und besser gestreut als viele Millionendepots aus Private Banking Einheiten von Banken. Das darf ich euch versichern, denn ich habe hunderte dieser Depots gesehen und sehe sie immer noch. Das sieht auf dem Hochglanzausdruck für den Kunden gut aus, aber entspricht eher Kraut und Rüben.

 

 

 

Was ist ein Welt-Depot?

Ganz einfach: Ein Welt-Depot ist ein Depot, welches die ganze Welt sozusagen „abbildet“. Es beinhaltet die größten und wichtigsten ca. 1400 Unternehmen der Welt. Wer also ein Welt-Depot hat, ist an Unternehmen wie Apple, Nestle, BMW, BASF, Siemens, Facebook und Co. beteiligt. Die Liste wäre mindestens 1400 Titel lang. Steigen neue Unternehmen auf, kommen sie dazu. Steigen welche ab, fliegen sie raus. Ganz automatisch. Man ist rund um die Welt investiert, daher spielen Teilmärkte kaum eine Rolle. Da unsere Welt auf einem inflationierten Geldsystem basiert, die Geldmenge also immer weiter ausgeweitet wird, spiegelt sich dies auch in Anlage(Asset)-Preisen wieder, wie eigentlich in so gut allen Preisen. Dementsprechend ist dieses Welt-Depot auch ein guter Inflationsschutz. Natürlich ist dies nicht der einzige Preistreiber, Unternehmen schaffen auch Mehrwerte, werden selbst mehr wert und dieser Fakt spiegelt sich auch in unserem Welt-Depot wieder. Wir bekommen also mit unserem Welt-Depot Erträge, die die Unternehmen weltweit erwirtschaften. Und diese Erträge bewirken auch einen gewissen  Zinseszinseffekt, wenn sie wieder angelegt werden. Das können wir selbst tun oder ganz automatisch machen lassen.

Jetzt kommen wir zu den einfachsten Fragen, die man sich dazu stellen kann. Ich weiss, hier lesen ab und an Menschen mit, die zwei Promotionen haben, Menschen die VWL studiert haben, Banker, Wirtschaftsjuristen und andere gebildete Menschen mit fachlichen Background. Diese Leser sehen es mir heute bitte nach. Das Ziel ist es heute die Message vom Welt-Depot in die Breite zu tragen, es soll jeder verstehen. Daher die einfachen Fragen und einfachen Antworten. Damit jeder die Chance hat, ein Welt-Depot aufzubauen und in Zukunft nicht nur auf Robo-Advisor via App und irgendwelche Verkaufskasper angewiesen ist.

 

 

Blackwater.live - Finanzkonzept und Geduld
Jede Geldanlage benötigt Zeit und Geduld. Wichtig ist es aber, damit anzufangen. Über die Jahre kumulieren sich Zinseszinseffekte. Das bedeutet am Anfang ist es besonders hart Geduld zu haben, nach einiger Zeit lohnt es sich aber umso mehr.

Quelle: gettyimages/istock

 

 

 

Q & A

 

Zu unseren einfachen Fragen:

Du hast geschrieben, es ist ein Welt-Depot, über 1000 Unternehmen sind darin enthalten. Ich könnte von vielen Unternehmen nicht mal eine Aktie kaufen. Wie soll ich das machen?

Antwort: Dafür gibt es einen ETF. Es gibt viele ETF’s und diese können alles mögliche enthalten, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Aber ich meine ETF’s, die die Welt „abbilden“. Und man kann diese mit schon 50,00 Euro im Monat besparen. Diese 50,00 Euro werden dann anteilig auf alle Positionen in dem ETF verteilt. Damit sind Deine 50,00 Euro in der ganzen Welt angelegt. Dir gehört ein Stück der Welt im Wert von 50,00 Euro.

 

 

Frage: Was ist ein ETF, wie kann ich mir das vorstellen?

Antwort: Die einfachste Vorstellung von einem ETF ist meiner Erfahrung nach, ein großer Korb, in dem alle Unternehmen der Welt enthalten sind. (Aktien-ETF) Es gibt aber jede erdenkliche Art von ETF’s. Auch solche, die Rohstoffe als Thema haben oder Immobilien. Und viele andere Spezialitäten. Wenn man nach ETF’s sucht, findet man tausende. Aber bei dem Welt-Depot geht es um die ETF’s, die im weitesten Sinn den MSCI World Index als Referenz haben. Es sind Aktien ETF’s, die in den Aktien der Unternehmen investiert sind.

 

Frage: Was ist der Unterschied zu Fonds, die die Banken und Versicherungsverkäufer immer anbieten?

Antwort: Die klassischen ETF’s sind passiv. Ein Fonds hat einen Fondsmanager. Dieser kostet eine Menge Geld und versucht durch aktives Eingreifen in den Markt Rendite zu erwirtschaften. ABER: Nachhaltig klappt es nicht erfolgreicher zu sein, als es ein passiver ETF ist. Das bedeutet: Ein Fonds kann auch sehr gute Jahre haben, aber der ETF ist meistens besser, da er deutlich kostengünstiger ist. Selbst wenn der Fonds mal in einem Jahr besser als der ETF ist, so ist dies eine Ausnahme und nicht reproduzierbar. Das bedeutet, es ist eine Ausnahme. 😉

 

 

Frage: Der Bankmensch hat mir einen Fonds gezeigt, der immer gut ist. Der Versicherungsmensch hat mir eine Versicherung gezeigt, die 6% im Jahr macht. Ist das dann gelogen?

Antwort: Es ist wichtig immer das Richtige zu vergleichen. In der Bank und im Finanzvertrieb im Allgemeinen, werden oft Äpfel mit Birnen verglichen. Teilweise aus Unkenntnis, teilweise weil Vertrieb von vertreiben kommt und nicht von Ehrlichkeit. 🙂

Einen Welt-ETF kann man nur mit einem Welt-Aktienfonds vergleichen. Man muss sich auch verschiedene Zeiträume anschauen, etwas was gerne vergessen wird. In Banken werden sehr gerne Mischfonds verkauft, die einen Aktienanteil um ca. 25-50% haben und in den letzten 10 Jahren sehr gut waren. In den letzten 10 Jahren war aber jede Anlage gut, die auf Aktien basierte. Selbst Pippi Langstrumpf hätte da einen Fonds managen können und dafür 2% im Jahr kassiert, um dann eine Koksparty mit Samsung und Tiffy von der Sesamstrasse zu feiern.

Die Frage ist, wie gut der Mischfonds gewesen wäre, wenn man die enormen Kosten abzieht? Dann bekommt man eine gewisse Vorstellung davon, was hinter den Kulissen läuft. Bei der Versicherung ist es das gleiche. Enorme Kosten. Eine Versicherung die derzeit 6% nach Kosten abwirft, kann nur eine Fonds- oder Indexpolice sein, die einen außergewöhnlich hohen Investitionsgrad aufweist. (Ein Thema für sich, gerne im Kommentarbereich fragen) Hier alternativ den ETF gegen laufen zu lassen zeigt, hier hätte man dann vermutlich 6% + X erhalten. In jedem Fall deutlich mehr. Aber die Fondspolice mit den 6% p.A. würde ich gerne auch erst einmal sehen. Das sollte Seltenheitswert haben.

Daher ein Wort zur Vorsicht: Die letzten 10 Jahre war es ein Kindergarten mit Aktien Geld zu verdienen. Alle Produkte, die daran gebunden sind, dürften weit im Plus stehen. Das sagt aber nichts über die Produktqualität aus. Und vor allem nicht, wieviel man wirklich bekommen hätte, wenn man statt dessen in einem Welt-Depot investiert gewesen wäre. Gerade die noch völlig unerfahrenen Leser möchte ich wirklich warnen: Was wir die letzten Jahre sehen, nennt sich „Asset-Inflation“. Eine Inflation der Vermögenspreise. Aber weder Aktien noch Immobilien steigen nur im Wert. Es kann sehr gefährlich sein, hier aus falschen Beweggründen zu investieren, vor allem wenn es auf Kredit gemacht wird, wie beispielsweise bei Immobilien. Bitte passt auf, ihr könnt euer Leben ruinieren!

 

Frage: Der Bank- oder Versicherungsmensch meint, ich soll eine Riesterrente machen. Ich bekomme einen Amazon Gutschein, staatliche Förderung und sogar Geld zurück. Ist das nicht besser?

Antwort: Schau Dir diese beiden Artikel an. Hier und Hier. Es geht um Riester und Rürup. Stelle Deine Frage bitte im Kommentarbereich. Dann kann ich sie beantworten und sie hilft vielen anderen Menschen auch.

Riesterprodukte haben enorme Kosten, die die Förderung oft weit übersteigen. Sie haben Nachteile in der Art, wie sie investieren können und sind sehr unflexibel. Riester ist ein Produkt, welches aus meiner Sicht entwickelt wurde, um damals die Versichungsindustrie zu subventionieren. Carsten Maschmeyer lässt grüßen.

 

 

Frage: Ok, mein Kopf raucht. Wie geht es weiter?

Antwort: Mit einem ETF, der auf dem MSCI World basiert. Du brauchst eine Bank, die diesen anbietet. Die DKB ist nach wie vor meine Empfehlung. Dort kann man diesen besparen. Monatlich, im Quartal oder jährlich. Egal wie hoch die Sparrate ist, es kostet nur 1,50 Euro pro Ausführung. (Nicht 1,5% wie bei anderen, was deutlich mehr sein kann) Zur DKB kommst Du HIER. Das Depot kostet nichts. Das Konto auch nicht. Ganz nebenbei: Du bekommst viele Zusatzleistungen – kostenlos. Eine Visakarte, mit der Du weltweit an allen Automaten kostenlos Geld abheben kannst und vieles mehr. Blackwater.live ist kein Affilateblog. Ich empfehle nur, was ich selbst nutze und nicht irgendwelchen Schrott. Die DKB mit ihren Leistungen ist meiner Erfahrung als Ex-Banker nach die richtige Bank für 70-90% aller Bankkunden in Deutschland.

Im ersten Schritt also bei der DKB ein Depot eröffnen.

Dann kann man sich dort die Welt-ETF’s im Sucher raussuchen. Es gibt mehrere Anbieter, aber einer der Klassiker schlechthin ist Vanguard. Zu Vanguard kommt ihr hier unter einem extra Fenster, falls ihr euch mit diesem Unternehmen etwas beschäftigen möchtet.

Es gibt von Vanguard zwei All-World ETF’s, den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF als ausschüttende und als thesaurierende Variante. Das bedeutet das exakt gleiche Produkt, aber einer schüttet Erträge (Dividenden) aus, der andere legt sie wieder mit an. Ihr solltet im Falle vom Vermögensaufbau und Altersvorsorge eher den thesaurierenden nehmen, wegen des Zinseszinseffekts. Über die Macht des Zinseszins möchte ich heute mal den Wikipedia Artikel verlinken, er öffnet sich unter einem extra Fenster. Sonst wird der Artikel von mir noch ein Roman. 🙂 Der Zinseszinseffekt.

Nur dieser Vanguard ETF alleine hat ein Volumen von über 900 Millionen USD, er beinhaltet über 1600 Aktien. Diese Aktien sind physisch vorhanden. Ohne jetzt das Thema vertiefen zu wollen: Es gibt ETF’s die die Wertpapiere enthalten, andere bilden diese nur ab, durch sogenannte Swap-Geschäfte. Der Vanguard ETF hält die Aktien in seinem eigenen Bestand bei einer Kostenquote von nur 0,22% p.A. Eure Bankprodukte kosten bis zu dem zehnfachen davon + Ausgabeaufschläge von bis zu 5%.

Das ist ein gewaltiger Unterscheid, wie ihr in diesem Artikel unter einem extra Fenster in Ruhe nachlesen könnt: Hier. Etwas drastisch im Rundumschlag von einer Frau geschrieben, die es wissen muss.

 

Also idealerweise so vorgehen, dann geht es euch immer finanziell gut:

 

 

  1. 3-Konten-Modell einrichten.
  2. Bei der DKB Konto und Depot aufmachen. (hängt mit Punkt 1 zusammen)
  3. Sparplan oder Pläne einrichten. Beispielsweise für verschiedene Ziele: Altersvorsorge, Sparen +10 Jahre usw.
  4. Niemals Konsumentenkredite aufnehmen. Warum? Schau hier.

 

 

 

Liebe Blackwater.live Leser, der Artikel ist heute ein neuer (und nicht der letzte) Versuch wieder mehr Menschen auf den Geschmack des einfachen Investieren’s zu bringen. Bevor es an Spezialthemen, Alpha-Anlagen, Überrendite und anderes geht, solltet ihr unbedingt die Finanzen strukturieren und eure Welt-Depot’s eingerichtet haben. Erst dann kommen weitere Schritte.

Wir leben im Jahr 2019. Noch immer sind 75% aller Deutschen, jung und alt, bei Vertriebsbanken, zahlen enorme Vertriebsprovisionen, oft ohne es zu wissen. Noch immer lacht sich der Vertrieb der Finanzindustrie kaputt über „german stupid money“, zu deutsch: „deutsches dummes Geld“. Frei nach Arthur Schopenhauer:

„Ich lege für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, dass ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören.“

 

Es ist mir rechtlich leider nicht möglich euch das mal zu zeigen. Aber es ist wirklich so, dass man im Finanzvertrieb den Kunden als dummes Schaf sieht, welches man schlachten muss. Für eine erfolgreiche Vertriebswoche, damit die Quartalszahlen stimmen, damit die cholerische 200 Kilo Chefin/Chef einen am Montag nicht in die Mangel nimmt. Manche Berater sind leider selbst Opfer von Führungskräften, die deren junges Alter und das fehlende Wissen ausnutzen.

Der Finanzvertrieb weiss, dass die meisten Deutschen sich mit rechnen schwer tun, wie eine Forsa Studie belegt. Hier der Link dazu. Der Artikel ist aus dem Jahr 2013, bekanntlich ist es nicht besser geworden.

Der Finanzvertrieb weiss auch, das man in Deutschland kein Geld für Wissen bezahlt, sondern nur für Produkte. Dabei gibt es nachweislich nichts einfacheres, stressfreieres, günstigeres und effektiveres wie ein Welt-Depot. Wer nun seinen „Bankberater“ vermisst, der kann für ein Bruchteil der eingesparten Kosten auch ins Theater gehen. Das ist amüsant, hat aber keine negative Auswirkungen auf die Geldanlage.

Aber für die Altersvorsorge, für das Millionen-Depot, für A wie Antonella bis Z wie Zeynep und natürlich auch für A wie Alf bis Z wie Zacharias, egal wie sie alle heissen**, für mich und für Dich: Die richtige langfristige, stressfreie und breit gestreute Geldanlage ist das Welt-Depot.

 

 

**Ein Link für Menschen, die außergewöhnliche Kindernamen suchen.

Blackwater.live
Viele Entscheidungen in unserem Leben wirken sich nicht gleich auf uns aus, später dafür aber umso mehr: Essen und Sport genauso wie Geld und Sparen.

Quelle: gettyimages/istock

 

 

 

“There are only two days of the year when you can’t do anything – yesterday and tomorrow”.

– unbekannt

59 Kommentare zu „Eine Welt, ein Depot, ein ETF.

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  1. Jetzt krieg ich aber Schnappatmung!

    Koksparty

    Kohokspaartiieh …

    Koksparty mit Samsung und Tiffy

    Mein lieber Herr Gesangsverein, gibt es hier nur Jungspunde ohne klassische Bildung?
    Der nette, kuschlige Herr mit dem schwarzen Fleck auf der Nase heißt Samson!
    Und nicht Samsung. Frag ruhig Lilo oder Herrn von Bödefeld

    Scheixx Autovervollständigung, oder? :-q

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    1. Ja, so ist es😂 Autovervollxxx. Ich mochte Samson immer, daher weiss ich wie er geschrieben wird. Nur Tiffy war immer so eine blöde und selbstgerechte Kuh, die immer alles besser wusste. Das mit dem Jungspund nehme ich auch gerne an, tut meiner Seele gut und spart mir das Dr. Sommer Team. Danke für den Hinweis und die Reise in die Sesamstrasse. 😉

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      1. Samson😂 Ist diese Figur eigentlich jemals tiefenpsychologisch untersucht worden? Auswirkungen auf Kinder und ihre Entwicklung?

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      2. Samson? und Tiffy? Heute würden sie sicher Samsung und Apple heissen, vielleicht auch Rezzo und Greta. 😂😂 Habe keine klassische Bildung, bin erst 21. Un jetzt?

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      3. Dr. Sommer von der Bravo? Das Team von denen hat doch immer die Pupertät erklärt?😅😃 Manchmal ist es lustig zurück zu denken. Heute sind die mit 13 an X Stellen gepierct, hatte schon paar mal xxx und erklären der Mutter Fachbegriffe aus dem ähm Internet. Nur die Jungs haben etwas von der Verträumtheit behalten, so mein Eindruck. Schönen Nikolaus und ich freue mich auf den 16.12!!!

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      4. Gehört es in Deutschland zur klassischen Bildung zu wissen, wie die Figuren aus einer Tv-Sendung für Kleinkinder geschrieben werden? 😂😂 Hat sich viel verändert hier, bitte jetzt nicht auf die Ausländer schieben. Wir schauen keine Sesamstrasse. Bei uns würde das eher Üüüü und öööö’s süper tv show heissen.😂😉

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  2. Leute ich finde euren Blog obere Spitzenklasse. Nicht nur wegen den sehr gut geschriebenen Artikeln über das Leben, auch und für mich vor allem, weil immer mehr eintritt was ihr gesagt habt. Banken, auch und vor allem die Sparkassen sind pure Abzocke.

    Der Wesir hat einen Artikel verlinkt mit Leak-Informationen, wie die Sparkassen Fonds verkaufen: https://www.finanzwesir.com/blog/wochenueberblick-kw48-2019

    Da kann einem nur speiübel werden. Ich bin als Kunde ein beeinflussbarer Kontakt, einfach nur zum melken gut und tendenziell dumm? In einer Verkaufsbroschüre steht:Diese Information ist zur Verwendung gegenüber Kunden weder geeignet noch bestimmt. Eine Weitergabe an bzw. Verwendung gegenüber Kunden ist nicht gestattet. Die Sparkasse gibt sich immer seriös und dann so etwas. Habe euren Bankpodcast mit dem Wesir gehört und dachte nur, es stimmt wirklich.

    Kurz: Ich werde die Konten von meiner Familie und das gut siebenstellige Vermögen der Eltern, um die ich mich kümmern muss, komplett abziehen. Für mich bringen diese Informationen das Fass zum überlaufen. Ich danke euch für euren Blog, die stets guten Informationen wie es in Banken abläuft und vor allem wie man selbst alles umsetzen kann.

    Beste Grüsse

    Gernot

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    1. Hallo Gernot, über Sparkassen bekomme ich genug Mails, um mal einen eigenen Artikel darüber zu schreiben. Es stimmt, manche Leute glauben die Sparkassen wären seriös und es gäbe dort „Beratung“. Aber die Realität zeigt etwas anderes. Man kann auch einfach googeln und erhält auch entsprechenden Input. Das Problem hat aber nicht die Sparkasse oder XY Bank alleine, das Problem wird immer der Finanzvertrieb sein mit seinen Interessenkonflikten. Und der „Markt“ ist da, die Mehrheit will lieber teure Produkte verkauft bekommen, statt Honorarberatung…

      Danke Dir für Dein Lob und Deine Unterstützung!

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  3. Hi, weiss einer was am Donnerstag bei bunq kommt? Die Mail hab ich bekommen:

    Hast du schon die News gehört, dass an diesem #GreenThursday etwas Großartiges kommt? 🥳

    Wir können die Details noch nicht enthüllen, aber was wir bereits sagen können, ist: Behalte uns um Mitternacht im Auge (es wird großartig!).

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      1. Jaaaa, ich bin aber leider fast durchgedreht. Ich gebe es zu.🙄 Ich wollte unbedingt diese Karte haben und konnte erst Mittags bestellen. Ich glaube ich bin ein bunq Opfer, weil ich nachts bis 3 Uhr wach war wegen dieser Ankündigung von denen. 🙄🙄 Erst dachte ich noch nöööö, das Geld wegen einer Karte. Aber das mit den Bäumen fand ich gut und die Karte, omg omg die sieht halt nur geil aus. Sorry aber ich gebs zu. Das macht bunq fast perfekt für mich. Jeder hat seine Ticks, ich hab mehrere…😂😂😂

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      2. Hab sie auch bestellt. Für das Geld deutlich besser als N26 mit seiner Metallmitgliedschaft auf einer Werbeplattform (deren Schrottapp) Jetzt heisst es gespannt auf die Karte warten.

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      3. Seda😂😂😂, ich finde die Karte auch schön und die Idee mit den Bäumen ist gut, aber es ist bißchen teuer finde ich. Meine Metallkarte ist meine Uhr. Ich oute mich als Apple-Uhr Fan😂 Die war eines der wenigen Sachen bei dem ich beide Augen zugedrückt habe und mir dachte, komm Saliha du bist sonst immer sparsam, jetzt mach es mal. Aber ich bin zufrieden damit. Und es gibt schöne Armbänder dazu.

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      4. Es gibt einiges an Kritik wegen der Kosten der Greencard/Metall bei bunq. Aber: Die Greencard kostet 99Euro/12, also 8,25 Euro im Monat. bunq Premium kostet im Pack 5 Euro im Monat, also 13,25 Euro im Monat. Eine echte Bank mit 25 IBAN Konten, 3 Karten, 5 virtuellen Karten und der grünen Metallkarte, das ist mehr für weniger Geld als bei N26 und Revolut Metal. Die ganzen anderen Features wie Transferwise mal ganz aussen vor… Ich finde es nicht teuer, man muss es nur mal durchrechnen.

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  4. Hey Blackwaters, danke für eure Ideen und immer guten Artikel. Motivieren mich sehr meine Geldgeschichten selbst zu regeln, aber es bringt mich auch persönlich weiter. Habe schon viel durch eure Artikel dazu gelernt. Fetter Dank! Ich freue mich schon sehr auf eure Beiträge im nächsten Jahr. Lg Aleks

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  5. Hallo Zusammen,

    was macht denn der „Beispiel Marcus“ aus diesem Artikel, wenn er eine Aufteilung von 50% Risikoreich und 50% Risikoarm wählt mit dem risikoarmen Teil?
    5 Tagesgeldkonten mit je max 100K € oder doch kurz laufende deutsche Staatsanleihen via ETF?
    Wie legt Ihr euren risikoarmen Portfolio Anteil an?

    Grüsse
    Bobby

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    1. Mit dem ETF auf deutsche Staatsanleihen wäre man aus dem Bankencrash-Thema raus. Wenn allerdings fünf verschiedene Banken untergehen, dürfe es für den deutschen Staat auch nicht gut aussehen. Hier sehe ich dann schon ein systemisches Problem. Daher ist nach wie vor die Schweiz interessant. Fremdwährungskonten in CHF und USD bei schweizer Banken. Das ist ganz legal, auch wenn die Bild das Gegenteil behauptet. Und klar, die Bearbeitung der Steuererklärung bei Amt dauert länger. Aber noch haben wir keine Kapitalverkehrskontrollen.

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      1. Guten Morgen zusammen! Wie bildet man den risikoscheuen Teil ab, das war die Ausgangsfrage. Ganz pauschal kann man es in der heutigen Zeit aufgrund der Risiken nicht sagen, es hängt schon von der Grösse des Vermögens ab und es ist und bleibt auch eine persönliche Fragestellung. Lutz hat es ganz gut erklärt, bei einer Vermögensgrösse wie aus den Beispiel „Marcus“ machen Fremdwährungskonten Sinn und das Geld sollte nicht nur auf EU-Banken liegen. Tendenziell würde ich das Risiko auch eher über die Institute streuen und nicht auf den Staat direkt verlagern. (Anleihen) Aber das ist nur meine persönliche Sicht auf das Problem. Ich sage nicht, der Euro geht morgen unter, aber es gibt systemische Risiken und die sollte man auch nicht komplett ignorieren, gerade bei grösseren Vermögen. Wenn ich hier in Deutschland lebe, ein Angestelltengehalt habe und paar Tausender auf der hohen Kante, gibt es kaum eine Chance sich dem Problem zu entziehen. Wer es ernst meint: Auswanderung planen, Fremdwährung über Revolut oder einen Broker an Bord holen. Ich werde das Thema 2020 stärker hier auf dem Blog aufgreifen.

        Auswandern ist für mehr als 100.000 Deutsche jedes Jahr ein Thema, sehr viele Qualifizierte und Vermögende sind darunter, aber auch ganz einfache Leute. Warum auch nicht. Die Option ist real.

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    2. Hallo Zusammen,
      vielen Dank für eure Rückmeldungen. Ich finde den risikoarmen Teil anzulegen, ist aktuell anspruchsvoller als den risikoreichen.
      Ich frage mich – inwieweit es sinnvoll ist, im risikoarmen Teil Wechselkursrisiken einzugehen?
      Bei der Frage, ob man über Staaten oder Institutionen diversifiziert – finde ich die Argumentation von Kommer in diesem Beitrag für mich ganz schlüssig – https://www.gerd-kommer-invest.de/konzept-der-sovereign-ceiling/
      Wenn man der aktuellen Presse glauben möchte, dann überlegen ja inzwischen mehr Banken ab 2020 negativ Zinsen für Privatanleger einzuführen – wie z.B. hier erwähnt: https://www.faz.net/aktuell/finanzen/frankfurter-volksbank-plant-wegen-geldpolitik-der-ezb-negativzins-16505305.html.
      Und wenn Tagesgeld und kurzlaufende Staatsanleihe ähnliche Renditen haben, dann ist für mich die kurzlaufende AAA Staatsanleihe die erste Wahl.
      So wird bei mir der risikoarme Portfolioanteil eine Mischung aus kurz laufenden Staatsanleihen und Euro Tagesgeld sein. Als Ergänzung ggf. Tagesgeld (in €) in einem nicht EU Land wie z.B. der Schweiz. Eine Frage an die Ex-Banker – was passiert eigentlich im Worstcase mit einem Eurokonto in der Schweiz, wenn der Euro abgeschafft werden würde?

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      1. “Eine Frage an die Ex-Banker – was passiert eigentlich im Worstcase mit einem Eurokonto in der Schweiz, wenn der Euro abgeschafft werden würde?”

        Wenn der Euro abgeschafft wird, wird er in eine andere Währung konvertiert werden, 1 Euro = 0,25 Neueuro. Das wird auf den Konten digital umgesetzt. Oder das Vermögen wird einfach gecuttet wie vor paar Jahren auf Zypern. Denn sind über Nacht einfach nur Betrag X noch auf dem Konto. Ein Auslands-Eurokonto ist aber ein wichtiger Schutz für alle staatlichen Massnahmen bevor der Worstcase eintritt. Fängt schon mit Kontoabfragen und Pfändungen an.🙄

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      2. @Bobby: Im Worstcase wird ausgebucht, ein komplett digitaler Vorgang. Wenn ein WP wertlos ist(Beispiel: ausgefallene Anleihe) passiert das gleiche. Erst Nullposition, dann irgendwann Ausbuchung.

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      3. Es stimmt, es ist so wie die anderen schon geschrieben haben, in so einem Fall wird ausgebucht bzw. höchstwahrscheinlich wird einfach in die Folgewährung zu dem entsprechenden Umrechnungsverhältnis konvertiert. Die Auslandskonten in EUR sind sinnvoll, um Massnahmen auf den Ebenen davor abzuwehren und den direkten Kontozugriff zu unterbinden. Dieser ist in Deutschland direkt möglich und es kann auch gleich durchgepfändet werden. Per Mausklick ausser Gefecht…

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  6. Habe alles verstanden✅ und dein Podcast gehört ✅ und bei der dkb die Seite besucht ✅ und deinen Blog abonniert ✅ aber Zeynep ist kein komischer Name😤. Lenox, Kevin und andere Harz4 Namen oder Lenita, Momoko ok, die sind komisch. Aber Zeynep ist ein Klassiker. Meine Tochter heisst so❤️. Neee ich versteh was du meinst aber Zeynep gehört nicht zu komisch.😂

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  7. Guten Morgen! Erst einmal ein großes Kompliment für deinen Blog und deine Aufklärung! Ich habe auch dein Podcast gehört. Ich möchte an dieser Stelle aber etwas anmerken. Du hast geschrieben, dass du mit den Banken deinen Frieden gemacht hast, weil es Kunden gibt die darauf „stehen“. Was aber dabei fehlt – und das solltest du als Ex gerade wissen – ist der Umgang mit den Mitarbeitern.

    Ich arbeite in einer dieser namenhaften Banken. Vermutlich nicht mehr lange, da ich schon in psychologischer Betreuung bin und Medikamente nehme. Mein Krankenstand ist inzwischen hoch. Als ich etwas jünger war, war der Leistungsdruck kein Problem. Jetzt halte ich es kaum aus. Dazu die Gängeleien. Jeden Morgen antreten und die Teamleitung will wissen, was für Gespräche geführt werden. Inzwischen wird sogar die Kleidung geprüft, wie als wenn wir Kleinkinder wären. Jeden Tag melden, was man verkauft, was man vor hat morgen zu verkaufen, mit welchen Kunden, welches Volumen, wie man aufholen will, was bisher nicht klappte. Wie als wenn man Schulden bei der Bank hätte. „Wie wollen Sie das einholen, ich warte nun schon vier Wochen?“

    Jahresendspurt. Dann wieder der beste Start in das Jahr aller Zeiten. Dann wieder: Kampf gegen das Sommerloch. So geht es Jahr für Jahr weiter. Wer es nicht schafft, wird gemobbt. Mitarbeitergespräche jede Woche. Kurz vor dem Wochenende oder dem Urlaub eine Einladung zum Personalgespräch am ersten Tag nach dem Urlaub. In dem Gespräch dann zwei Vorgesetzte. Einer schaut zornig in sein Notizbuch und schreibt mit. Danach soll man wieder eine Mail mit dem Inhalt des Gesprächs schreiben und an den Vorgesetzten schicken. Zur Überprüfung – ob man es denn auch verstanden hat.

    Wir müssen jeden kleinen Scheiss protokollieren. Wegen der Bafin. Ich frage mich manchmal wo die Bafin ist, wenn es um diesen Druck geht? Ich habe kein Verständnis mehr für Menschen, die das schön reden. Vielleicht sind das noch jüngere, die noch motiviert sind und keine Ahnung von den Produkte haben und was da für Kosten dahinter stecken. Wir sprechen uns in 10 Jahren wieder…

    Jedenfalls solltest du NICHT deinen Frieden mit dem Finanzvertrieb machen, auch wenn es Kunden gibt, die sich davon verarschen lassen. Du solltest weiter aufklären. Und ich werde mir einen neuen Job suchen. Vielleicht darf ich auch mal bei dir schreiben, was ich alles erlebt habe…

    Ich möchte anonym bleiben.

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  8. Da weiss ich einfach warum ich euch so mag. Vorher Finanznix, null Plan und es hat mich auch nicht interessiert. Hätte ich euch früher gekannt, hätte ich mir viel Probleme erspart. Bleibt wie ihr seid. Abwechslungsreich und anders.

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  9. Gut erklärt und aufgeklärt. Ich hoffe viele Menschen können davon profitieren und ihre Finanzen mit diesen Informationen regeln. Machen Sie weiter so mit Ihrem Blog!

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  10. Die Möglichkeiten heute sind einfach super. Überlegt mal, vor Jahren hat man als kleiner Anleger keine Chance gehabt so zu investieren. Oder wäre auf die teuren Bankprodukte angewiesen gewesen. Ich bin in Geldsachen nicht gerade Expertin, aber das habe sogar ich kapiert und selbst geschafft einen Sparplan einzurichten — allerdings schon länger her bei einem deiner anderen Artikel.😊💰

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    1. Seit der Investmentsteuerreform 2018 werden Erträge ähnlich besteuert. Bei den ausschüttenden ETF zum Ausschüttungszeitpunkt, bei den thesaurierenden ein ähnlicher Betrag basierend auf der Vorabpauschale vom Konto, da ja kein Cash zufliesst. Da beides über den Freibetrag läuft, ist es also fast egal.

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  11. Das hätte ich mal vor ein paar Jahren wissen müssen. In Heidelberg versuchte erst MLP (vor meiner Zeit) und dann die Apo Bank angehenden Medizinern Fondsversicherungen zu vertickern. Die Experten😂 Eine einzige Show, vom Berater bis zur Bank. Für Akademiker, für Ärzte, aber inhaltlich pure Abzocke. Ich habe deine Seite schon ein paar Mal weiter empfohlen.

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  12. Hallo zusammen!

    Was hälst du, bzw. was haltet ihr von dem folgenden ETF auf den MSCI World: FR0010315770? Dieser ist im Vergleich zum Vanguard synthetisch mit einer vergleichbaren Kostenquote.

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      1. Sehe ich genauso. Warum einen synthetischen kaufen wenn man für nur 0,22 den physischen bekommt? Bis vor einiger Zeit haben die physischen noch das doppelte gekostet.

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    1. Ich halte nichts von synthetischen Papieren, auch nicht von Synthetischen ETF. Wenn es denn einer sein muss (..was bei „Brot&Butter“ Indices nicht so ist), würde ich mir genau das Basisdepot des ETF angucken.

      Generell würde ich aber sagen: Sowohl Aktien als auch Anleihe Indexfonds sollte die Papiere physisch (oder wenigstens optimiert) halten, welche sich im Index befinden.

      Der Vanguard ist eine gute Wahl für den Aktienanteil, IShares & Co. sind auch nicht verkehr.

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  13. Die Ter für die FTSE All World sind 0.22% und nicht 0,29%. Dazu kommen noch Gebühren für Käufe und Verkäufe im ETF. Erträge aus Wertpapierleihe kommen noch hinzu. So war der Vanguard Fonds besser als der Index die letzen Jahre.

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    1. Gut, damit ist Vanguard nach dieser Kostensenkung noch interessanter. Ich meine auch er hätter früher 0,29% p.A. gekostet. Aber es stimmt, laut deren Webseite sind es nur noch 0,22% p.A. Nur mal im Vergleich: Die VR Bank wollte mir früher einen Uni Global verkaufen. 5% Ausgabe, fast 2% jährliche Kosten. Performance: Wenn die Aktien laufen ok, aber dann besser gleich den MSCI kaufen. Also: Daumen hoch!

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  14. Moin! Kompliment zu dem Text – besser kann man es kaum auf den Punkt bringen und ich denke (und hoffe) das wird vielen Menschen sehr bei ihren Entscheidungen helfen. Nur eine Anmerkung möchte ich loswerden: Ich hoffe, das wirkt nicht kleinkariert, aber der Vorname von Herrn Dr. Kommer wird mit d (also Gerd) geschrieben. Viele Grüße und ein weiter so von einem dankbaren Stammleser 😉

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  15. Hervorragend, wie eigentlich immer. Danke! Vanguard schätze ich sehr. Ich nutze aber den ausschüttenden. In meinem Alter und mit etwas Vermögen muss man entsparen.😉

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  16. Vor allem das in rot geschriebene ist wichtig, denn mit der Nullzinspolitik werden die Europäer in alle möglichen Finanzprodukte getrieben werden. Um dann am Ende mit leeren Handen dazustehen!

    Klären Sie bitte weiter auf!!!!!!

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    1. Besser als Provisionsprodukte mit hohen einmaligen und laufenden jährlichen Kosten. Dem Kunden soll doch geholfen werden und nicht der Bank.😉 Die persönliche Risikogewichtung muß man natürlich für sich festlegen.

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      1. So ist es. Heute habe ich einige Mails bekommen. Es ging um Reaktionen auf diesen Artikel. Wie soll ich mein Geld anlegen und ähnliche Fragen.

        In Deutschland ist die Anlageberatung streng reguliert. Daher kann ich solche Empfehlungen nicht aussprechen. Ein Finanzblog (was Blackwater.live teilweise ist) kann nur eines leisten:

        Zum Überlegen anregen, Menschen inspirieren und motivieren. Nicht aber eine konkrete Empfehlung für den Einzelnen abgeben.

        Ich bin aber überzeugt, dass eine durchdachte und fundierte Entscheidung günstiger und besser ist, als das Denken dem Bankverkäufer oder einem wie auch immer genannten Provisionsverkäufer zu überlassen, sofern diese überhaupt dazu willens und in der Lage sind.

        Was also die drei Beispiele aus dem Intro angeht, so lasse ich mal offen, was deren finale und konkrete Entscheidung war. Nur sind sie sicher nicht mehr beim Provisionsvertrieb Kunden.

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    2. Warum auch nicht? Die 1400 globalen Top-Unternehmen des MSCI, global gestreut, nur 0,29% p.A. Kosten. Im muss mir nur überlegen, wie viel ich von meiner Anlagesumme investiere und wie viel die Sicherheitskomponente (Tagesgeld) ausmachen soll. Eine bessere standardisierte Anlage gibt es wohl kaum, schon gar nicht zu 0,29%.😎😎

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    3. Die “Ex” hat es gut gesagt. Die Probleme aus dem Intro lassen sich damit durchaus lösen, wenn die anderen genannten Punkte erfüllt sind/passen.

      Welche Banken wollen Sie eigentlich retten? Black rettet die Dkb und bunq und Sie die anderen?

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  17. Super Artikel! Schön ruhig das Wesentliche auf den Punkt gebracht.

    Es ist auch meine Erfahrung: Die Leute wollen weder selber denken noch selber verantwortlich sein. Sogar wenn sie im Verlustfall die Konsequenzen tragen müssen (eben den Verlust), tröstet es sie, sagen zu können: Der Bankberater hat aber gesagt, dass das gut ist!

    Dazu kommt, dass viele Leute nicht wissen, dass Aktien etwas für 15 Jahre plus X sind. Sie glauben, dass zwei Jahre optimal sind (gabs mal ne Studie).

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