“In politics, as in womanizing, failure is decisive. It sheds its retrospective gloom on earlier endeavor which at the time seemed full of promise.”

― Malcolm Muggeridge

 

 

 

 

Wie Malcolm Muggeridge ausdrückte, ist das Scheitern im Leben oft entscheidend. Und wenn ich hinzufügen darf, nicht nur in der Politik und beim “Womanizing” (einer Beschäftigung, der ich entwöhnt bin), sondern auch im Leben ganz grundsätzlich. Das Scheitern bringt erst Bewegung in verkrustete Gewohnheiten, Abläufe und Denkstrukturen. Manches, was vielversprechend aussah und mit dem wir uns voller Begeisterung hingegeben haben, fällt wie ein Kartenhaus zusammen. Das sind unsere größten Niederlagen, aber es ist auch der Punkt, an dem wir am meisten dazu lernen können. Es birgt die Gefahr, daran zu zerbrechen, aber auch die Chance weit über uns hinaus zu wachsen. In vielen Bereichen des Lebens, kann der Autor ein Lied davon singen. Heute soll es aber nicht um das Leben im Allgemeinen gehen, sondern um die Situation, die uns alle betrifft: Die Corona-Krise.

Nachdem ich viele Mails zu dem Thema erhalten habe, möchte ich mit diesem Artikel eine Antwort darauf geben. Stand 04/2020 liegen drei mögliche Szenarien vor uns, die so oder in gemischter Variante eintreten werden. Ich bitte meinen Sarkasmus zu entschuldigen, auch wenn dieser leider oft von der Realität noch übertroffen wird. Also schon mal vorab: Sorry. Ich mache den Einfluss von MTV in den 90ern dafür verantwortlich.

 

 

 

Erstes Szenario

Die Kernschmelze. Der Lockdown führt zu der Kernschmelze der Wirtschaft. Je länger er andauert, desto schlimmer wird es. Das Bundeswirtschaftsministerium geht in einer Studie davon aus, dass es bei einem Lockdown bis Jahresende 2020 zu einem BIP Einbruch von 50% kommt. Die Wirtschaft wie wir sie kennen, wird es nicht mehr geben. Es ist eher die Wirtschaft, wie es sich “Friday’s for Arbeitslosigkeit” gewünscht hat. Es kommt zu massiven sozialen Unruhen, durch einen enormen Anstieg der Arbeitslosigkeit. In Folge der ausfallenden Kredite, kommt es zu einer Kettenreaktion auf den Finanzmärkten. Einbrechende Börsenkurse sind noch das geringste Problem. Hypotheken, Konsumkredite und Kreditkartenschulden müssen massiv abgeschrieben werden. Durch die geringe Eigenkapitaldecke der Banken führt dies zu einem reihenweisen Ausfall von Instituten. Es kommt zu einem Bankrun. Der Markt für verbriefte Kreditpapiere trocknet aus, sämtliche Liquidität auf den Rentenmärkten fliesst ab. Die Staaten kaufen alle Wertpapiere frei vom Markt auf, um das System zu retten. Das führt zu einer Hyperinflation. Während Millionen von Arbeitslosen auf der Strasse sitzen, ist das Geld nichts mehr Wert. 1923 – 1929 lässt grüssen. Die Welt geht nicht unter, die Luft ist sauber, weniger CO2 wird produziert. Aber es macht halt nicht mehr so viel Spass. 2021 wird Fridolin Friedchicken Snikers (präsentiert von Mars) Kanzler mit seinem Versprechen: Bundesliga umsonst, Arbeit für alle. Start der ersten europäischen pro-sozialistischen Bananenrepublik.

 

 

Zweites Szenario

Seitwärts-negativ. Der Lockdown bis zum Sommer 2020 hat einige irreparable Schäden an der Wirtschaft hinerlassen. Tausende Jobs wurden vernichtet, die Digitalisierung enorm beschleunigt. Zu einer konjunkturellen Arbeitslosigkeit kommt eine strukturelle Arbeitslosigkeit, da die durch die Digitalisierung vernichteten Jobs logischerweise nicht wieder kommen. Der Immobilienmarkt wird einige Monate zeitverzögert scharf korrigieren, hier kann man laut Experten eine Abwertung von 10-20% erwarten. Durch die Corona-Rettungspakete und die Corona-Bonds der EU wird der Euro deutlich abgewertet, etwa um 10-15%. Die USD Parität ist auf jeden Fall sicher. Dadurch, dass alle Rohstoffe in USD abgerechnet werden, werden Rohstoffimporte teurer und damit auch die Produktion langlebiger Güter. Durch die Euro-Abwertung werden noch mehr Aktien und Unternehmensbeteiligungen in Europa von Chinesen und Saudis erworben, als es bisher schon der Fall war. Die eigene Bevölkerung hat nur noch einen marginalen Anteil am Besitz der eigenen Wirtschaft, sondern wird noch mehr zu einem Volk von Arbeitssklaven. Da Schlüsselindustrien wie die Automobilindustrie bereits strukturelle Probleme vor dem Corona-Virus hatten, wird es keinen richtigen Aufschwung mehr geben. Die Politik wird – das entspricht dem Charakter der meisten heutigen Politiker – alles auf das Corona-Virus schieben. Der Lebensstandard wird auf das Niveau von den frühen 2000er Jahren sinken. Nur noch Innovationsfähigkeit, eine politische und wirtschaftliche Reform der EU und Entbürokratisierung können jetzt für einen großen Aufschwungszyklus sorgen. Theoretisch im Bereich des möglichen, aber nicht mit dem Denken von Vorgestern. Ausgang: offen.

 

 

Drittes Szenario

Alles bene. Die Gelddruckerei der EU hat vieles abgefedert. Durch den Lockdown entsteht ein beispielloser Nachholbedarf an Binnenkonsum, selbst die Autoindustrie freut sich über steigende Nachfrage. Der Trend geht zum Dritt-SUV, für die dominante halbmännliche Ehefrau. Ihr bisheriger Kleinwagen wird mit einer neuen Corona-Abwrackprämie verkauft.

Mutti Merkel ist so beliebt wie noch nie und bekommt ihr tausend…  ähm… 50 jähriges Reich. Die CDU wird die Einheitspartei Deutschlands. Donald Trump holt sich Ratschläge von Frau Merkel. Überall werden nach ihrem Ableben als Führerin in der EU Statuen aufgestellt. Das iPhone 15 kommt im Herbst 2021 auf den Markt. Für 5.000,00 Euro. Es ist ausverkauft. Nach zwei Tagen.

Der Wohlstand steigt in unermessliche Höhen. Der Dax steigt auf 50.000 Punkte. Die Finanzblogger, die immer mit 40 in Rente gehen wollten, können dies jetzt schon gleich nach dem Abi tun. VWL-Bücher werden neu geschrieben. Den Bachelor kann man nun in 2 Monaten mit Multiple-Choice machen oder bekommt ihn per Anruf der Ticket Verlosung bei *DSDSS.

(* Ein Anruf kostet 9,99 EUR die Minute und wird an die Dieter Bohlen Stiftung für faltenfreies Leben gespendet)

 

 

 

 

Zonk

Nun lieber Leser, was soll es denn nun sein? Tor 1, Tor 2 oder Tor 3? Der ein oder andere erinnert sich vielleicht noch in klassischer 90er Jahre Nostalgie an die Sendung mit dem Zonk und Jörg Draeger. Der ist etwas älter geworden, lebt aber noch. Draeger trat 2017 bei der deutschen Fernsehsendung Let’s Dance an und belegte den letzten Platz.

Niemand hat eine Glaskugel und niemand kann in die Zukunft schauen. Außer natürlich denen, die Bücher darüber schreiben und wissen wann die Welt untergeht.

 

Als Hintergrund zu dem aktuellen Gesamtszenario muss man natürlich wissen, wie sich unsere Wirtschaft vor allem die letzten 10-20 Jahre verändert hat. Und da kommt man an dem Thema Geldmengenausweitung nicht vorbei. Das ist auch grundsätzlich ein wichtiges Thema, welches ich immer wieder aufgreifen werde, da man nur so versteht, warum Aktien und ETF’s langfristig steigen, zumindest bis der Sozialismus wieder eingeführt wurde oder jemand eine anderweitig kreative Exit-Strategie gefunden hat.

 

 

storm over the fields
Nach einem Gewitter – sei es noch so schwer – scheint danach meistens wieder die Sonne. Irgendwann zumindest. Wie schön wäre es, wenn das auf die heutige Krise auch zutrifft.

Quelle: gettyimages/isockpictures

 

 

Wir haben seit dem Scheitern des Bretton – Woods – Systems (1971) eine expansive globale Geldpolitik. Das ist das Gegenteil von beispielsweise einer Goldpreisbindung an eine Hauptleitwährung (wie dem US-Dollar) und auch das Gegenteil der klassischen volkswirtschaftlichen Theorie, dass die gesamte Geldmenge dem Gegenwert aller Waren und Dienstleistungen entsprechen muss.

Die Theorie wurde um eine expansive Komponente verändert und besagt nun, dass die Geldmenge mit der Gütermenge bzw. dem Bruttoinlandsprodukt Schritt halten muss, aber durchaus auch als Steuerungsinstrument verwendet werden kann. Beispielsweise um die Staatsschulden durch die Inflation langfristig abzuwerten. Dieser Plan ist fast allen Lesern bekannt, die EZB versucht daher ein 2% Inflationsziel p.A. anzustreben. Ist sie niedriger, wird man den nominalen Schuldenstand nicht los. Eine Inflation von 2% bedeutet immerhin eine Halbierung des realen Schuldenwerts! in 30 Jahren.

Ist die Inflation höher als die Zielmarke, besteht die Gefahr des Kontrollverlusts. Das wird zu einer Geldmengeninflation führen. Es ist “zu viel Geld”, d.h. eine zu große Geldmenge, vorhanden. Man kann sich das an einem einfachen Beispiel deutlich machen. Nehmen wir mal, es gibt in einer Volkswirtschaft nur zwei Güter. Zwei Einfamilienhäuser. Steht dem eine Geldmenge von 600.000,00 EUR gegenüber, sind das 300.000,00 EUR je Haus. Wird die Geldmenge auf 900.000,00 EUR erhöht, ohne dass die Gütermenge sich entsprechend erhöht, stehen jedem Haus nun 450.000,00 EUR gegenüber. Die Preise für Immobilien steigen, es kommt zur Inflation. Würde die Gütermenge hingegen um ein drittes Haus erhöht, bliebe es bei 300.000,00 EUR. Ein einfacher Umstand, der in der politischen Elite leider selten verstanden wird. (was möglicherweise an fehlenden fachlichen Hintergrund liegt)

Die Zentralbanken können durch eine restriktive Geldpolitik eine Geldmengeninflation eindämmen, indem sie das Geldangebot reduzieren. Aber derzeit streben sie massiv das Gegenteil an. Die Corona – Rettungspakete sorgen für kurzfristige Linderung des Problems, aber dem stehen keine Gegenwerte gegenüber. Und in Zukunft – durch Produktionsstops –  durchaus noch weniger. Das muss nicht zu einer Inflation bei beispielsweise Nahrungsmitteln führen, aber sehr sicher zu einer weiteren Inflation von Assetpreisen. Zumindest wenn die Arbeitslosigkeit nicht steigt.

 

 

 

Liquidität und Assetinflation

Das Thema Assetinflation ist den meisten Menschen nicht bewusst oder sie haben noch nicht einmal etwas davon gehört. Es ist aber das Phänomen schlechthin, welches wir die letzten Jahre erlebt haben. Während die Ausweitung der globalen Geldmenge M3 nicht dazu führte, dass die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes stieg (notwendig für eine Inflation der Güter des täglichen Bedarfs), stiegen aber die Assetpreise weiter und weiter. Das kann sicher jeder bestätigen. Wenn wir nur die Preisentwicklung bei Immobilien der letzten Jahre betrachten und die Tatsache, dass jeder Samson und jede Tiffy sagte: “Ich kann Aktien, steigt immer alles, ganz einfach”, dann wird klar, von was ich hier schreibe.

Aber ist wirklich der Wert der Immobilien, Aktien und anderer Assets gestiegen, oder nur ihr Preis?

 

Die Geschwindigkeit des Einbruchs beim Corona-März-2020-Crash liefert darauf eine ganz gute Antwort. Aber bevor ich darauf eingehe, möchte ich euch noch mit ein paar Überlegungen zur Asset-Inflation versorgen. Schauen wir uns erst einmal die Geldmengenausweitung M3 in der Eurozone an:

 

 

Blackwater.live - Geldmenge M3 Euro Zone
Geldmengenausweitung M3, Eurozone, 2000 – 2020, in Milliarden.

Quelle: Statistisches Bundesamt

 

 

Teilweise ist es sehr schwer Zahlen zu bekommen, wenn es um Wirtschaftsräume ausserhalb Europas geht. Bei allem Europa-Bashing muss ich an dieser Stelle einen Stab für die EU brechen, denn die USA veröffentlichen bereits seit März 2006 die Geldmenge M3 erst gar nicht mehr. Auch über die globale Geldmenge ist es schwer an konkrete Zahlen zu kommen, aber alles deutet auf eine extreme Ausweitung dieser Geldmenge hin, weit über das reale Welt-BIP Wachstum hinaus.

 

 

Blackwater.live - Geldmenge M3 USA
Seit März 2006 veröffentlich die USA die Geldmenge M3 nicht mehr. Warum?

Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis

 

 

Wenn man diesen Anstieg der Geldmenge im Hinterkopf behält und nun mit der Entwicklung der globalen Aktienindizes vergleicht, so wird einem die Korrelation sofort klar. Noch klarer wird sie, wenn man die Operationen der Zentralbanken der letzten Jahre sieht. Es gab durchaus immer mal wieder Versuche aus den QE (Quantitative Easing) Massnahmen auszusteigen, die aber stets mit Kursrückgängen vom Gesamtmarkt begleitet waren.

Das bringt mich an den Punkt, den ich schon öfters erklärt habe. Unter Bankern nennt man DAX, STOXX und MSCI nicht Aktienindizes, sondern Liquiditätsindices. Und das ist nicht nur eine Wortspielerei, sonders es vergegenwärtigt exakt den Charakter der Situation. Während also Tiffy und Samson glauben, dass die Aktien nur steigen weil Unternehmen so tolle Mehrwerte generieren, steigen sie in Wirklichkeit wegen der Geldmengenausweitung. Exogene Schocks wie die Corona-Krise entziehen dem Markt so schnell Liquidität wie nie zuvor. Deswegen ist so mancher Neuanleger auf so manchen Finanzblog dann völlig fassungslos. Aber die Welt ist eben nicht mehr die von vorgestern und heute gelten andere Regeln. Es wird Zeit das zu realisieren, bevor es weh tut.

Nun schauen wir uns man den Euro-Stoxx und den MSCI-World an und behalten die Ausweitung der Geldmenge M3 im Sinn, achten aber zugleich auf die Dynamik des Einbruchs. Daher habe ich den Candlestick-Chart gewählt. Liniencharts sind für Tiffy und Samson. Ein Candlestick-Chart gibt es für so gut wie jede Zeiteinheit, von 1 Minute bis zu Wochen, Monate und Jahren. Dabei zeigt ein Candlestick-Chart nicht nur die Bewegungsrichtung (rot/grün bzw. schwarz/weiss) an, sondern hat auch einen “Docht” der ober- und/oder unterhalb der Kerze (Candle) zu finden ist. Dieser illustriert die Ablehnung des Marktes gegenüber dem jeweiligen Unterstützungs- oder Widerstandslevel. Sehen wir beispielsweise einen langen Docht nach einem anhaltenden Abwärts- oder Aufwärtstrend, so bedeutet dies, dass sich der Trend erschöpft hat und der zuvor noch dominante Angebot- oder Nachfrage-Überschuss bereits schwindet. Sehen wir zum Beispiel einen langen Docht oder Schatten oberhalb eines Kerzenkörpers nach einem konsistenten Aufwärtstrend, bedeutet dies, dass die Nachfrage nachlässt und das Angebot an Stärke gewinnt. Um so länger dieser Docht, desto wichtiger ist es, dessen Länge mit der Größe des Kerzenkörpers zu vergleichen, da hier sichtbar wird, wie stark der Kursumschwung ablaufen könnte. Ein Candlestick, der einer Reißzwecknadel ähnlich sieht (kurzer Kerzenkörper, langer Schatten), gibt hierbei ein sehr starkes Signal für eine Umkehr wieder. Bei dem März-Corona-Crash-2020 ist das sehr deutlich zu sehen. Und genau so ist es – ganz nebenbei erwähnt – auch abgelaufen. Nach dem Crash gab es eine zügige Gegenbewegung. Es wäre aber sehr optimistisch, diese als Erholung zu betrachten, ich sehe hier eher eine Bullenfalle. Neue Tiefstkurse halte ich für Stand 04/2020 für sehr wahrscheinlich. Und auch an dieser Stelle sage ich, ich hoffe das ich daneben liege. Denn wünschen tu ich das niemanden.

Das als kleiner Exkurs, bleiben wir bei der Geldmengenausweitung M3 und der Asset-Inflation. Wenn man sich den Euro-Stroxx als auch den MSCI-World über die letzte Dekade betrachtet, so ist es geradezu absurd anzunehmen, dass diese Anstiege durch einen gleich großen Anstieg des BIP der Euro-Zone oder des Welt-BIP ausgelöst worden sind. Das Welt BIP 2010 betrug beispielsweise 66,7 Billionen USD und stieg bis vor er Corona Krise prognostiziert auf ca. 90,52 Billionen USD. (Lt. Statista) Das ist ein Anstieg um ca. 35% in 10 Jahren.

Der MSCI World hatte am 04.01.2010 einen Stand von 1.189,39 Punkten und hatte am 02.01.2020 (logischerweise vor Corona) einen Stand von 2.375,39 Punkten. Das dies einer Verdoppelung entspricht, sieht jeder sofort. Wer mag hier denken, dieser Anstieg ist alleine einer Ausweitung der Produktion oder einem Wachstum des globalen Dienstleistungssektors geschuldet?

 

Blackwater.live - Euro Stoxx
Euro-Stoxx 2010 – 2020. Quelle: eigen.

 

 

Blackwater.live - MSCI World
MSCI-World 2010 – 2020. Quelle: eigen.

 

 

Für die Euro-Zone ist die Rechnung wegen Brexit-Verwerfungen und da der Stoxx nicht ganz die Marktbreite wie der MSCI hat etwas schwieriger, aber wer nachforschen mag wird auf ein ähnliches Ergebnis kommen. Der heutige Artikel soll kein Mammutaufsatz werden, zumal über diese Themen Promotionen und andere Veröffentlichungen in großer Zahl geschrieben wurden. Die bisherigen Ausführungen sollten dem ein oder anderen jungen Anleger schon klarmachen, dass Börsenbücher aus den 1980er oder 1990er Jahren heute wenig hilfreich sind. Ich habe auf Blackwater.live die letzten Jahre immer wieder auf diese Zusammenhänge hingewiesen und es dürfte auch mehr und mehr Menschen bewusst werden, dass die Assetpreise von dem inneren Wert der Anlagen sowohl bei Aktien als auch bei Immobilien weit entfernt waren bzw. sind. Einige Korrekturen stehen in Zukunft definitiv noch aus, gerade wenn wir an Immobilien denken. Es glaubt doch niemand ernsthaft, dass wenn Hinz und Kunz mit minimalen Eigenkapital in die “eigene” Hütte einziehen, dass dieses ganze Kreditgeld der letzten Jahre keinen Einfluss auf die Immobilienpreise gehabt hätte?

 

 

Häuserpreisindex Deutschland bis 2018:

Blackwater.live - Hauspreisentwicklung
Die Immobilienpreise sind in den vergangenen Jahren bundesweit gestiegen. Dies zeigt auch der vorliegende Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamtes, welcher ausgehend vom Jahr 2015 (Index = 100) in 2018 bei etwa 116,3 Punkten lag. Somit haben die Preise gegenüber dem Basisjahr 2015 um 16,3 Prozent zugenommen.

Quelle: Statistisches Bundesamt

 

 

Blackwater.live - Immobilienpreisentwicklung
Entwicklung der Immobilienpreise (alle Baujahre) in Deutschland im Zeitraum von 2004 bis zum 4. Quartal 2019. Abgebildet wird ein Preisindex basierend auf einem gewichteten Mittel aus Kauf- und Mietpreisen. Der Immobilienindex zeigt die Entwicklung für Deutschland insgesamt sowie für Wachstums-, Schrumpfungs- und Stagnationsregionen* in Deutschland.
Ausgehend vom 1. Quartal 2004 (Index = 100) lag der Immobilienindex für deutsche Wachstumsregionen im 4. Quartal des Jahres 2019 bei etwa 168 Punkten.

Quelle: Statistisches Bundesamt

 

 

Es gilt immer noch der Grundsatz: Preis ist was Du zahlst, Wert ist was Du bekommst. Und die Preise werden durch die Liquidität getrieben. Auffällig ist bei der Entwicklung der Immobilienpreise vor allem, das auch Stagnations- und Schrumpfungsregionen mitgezogen werden. Wenn das “Haus in der Pampa” an Wert steigt, einem sonst eher weniger liquiden Markt, dann sind wir definitiv am Ende eines Boom-Zyklus und im Beginn einer Blase.

 

 

 

Exkurs von mir zu Leserfragen: Was ist ein “Schuldenhaus” bzw. was meine ich damit genau? Ist es grundsätzlich falsch, Immobilien auf Kredit zu kaufen?

Was ist ein Schuldenhaus? – der Leser wende Unterscheidungsvermögen an! In den letzten 10 Jahren sind Häuser gebaut worden, bei denen minimal Eigenkapital eingesetzt wurde, weil schlicht weg keines vorhanden war. (Es gab auch Ausnahmen, wie immer) Ich kenne solche Finanzierungen direkt, da ich in den letzten 10 Jahren bei zwei Banken damit konfrontiert war und eine dieser Banken ganz kreativ bei der Bereinigung
ihrer Bilanz von diesen Krediten war. Wie sagten die Kollegen in FFM immer: Wenn die Bombe hochgeht, dann woanders.

Ein Schuldenhaus ist ein Haus, bei dem das Eigenkapital gerade mal die Erwerbsnebenkosten deckt und teilweise selbst aus Kredit besteht. Beispielsweise verliehen durch die Eltern. Hier sind keine Reserven für eine Abwertung der Immobilie vorhanden. Diese Abwertungen werden aber kommen, wenn aufgrund eines Markteinbruchs eine Unterdeckung entsteht. Das passiert, wenn der Wert der Immobilie (gefallen) nicht mehr im richtigen Verhältnis zum Kredit steht. (zu wenig EK)

Folge: Die Bank verlangt (1) mehr Zinsen oder (2) mehr Sicherheiten. Viele Spass! Für die Banken wird das natürlich auch nicht lustig. Denn um die wegbrechende Zinsmarge der letzten Jahre aufzufangen, waren immer höhere Kreditvolumina notwendig, um den gleichen Ertrag zu erzielen. Und es wurden an verantwortlichen Stellen Kredite “durchgewunken”, die man früher nicht mal mit der Kneifzange angefasst hätte. Aber man muss ja seinen Bonus sichern – als Managing Director.

 

Ein taktisch kluger Kauf einer Immobilie findet idealerweise auf einem Markt statt, bei dem das Angebot gross ist, bei einem Angebotsüberhang. Das ist in Hochzinsphasen der Fall. Wenn man dann als Käufer mit viel Eigenkapital auftritt, hat man trotz höherer Zinsen eine niedrigere Liquiditätsbelastung, aber freie Auswahl an Objekten.

Das billige Geld ist KEIN Grund eine Immobilie zu kaufen, auch wenn das überall so erzählt wird. Es ist nur ein Grund Kredit aufzunehmen. Da man den Vorgang vom Kauf der Immobilie aber nicht trennen kann, ist es eigentlich sinnlos. Der richtige Zeitpunkt Immobilien zu kaufen ist, bei einem Angebotsüberhang und den damit verbundenen niedrigeren Preisen. Und dieser Zeitpunkt ist niemals wenn die Zinsen niedrig oder bei 0 sind.

Wenn das zu Anfang des Artikels beschriebene Szenario 1 eintritt, dann werden nächstes Jahr viele Zwangsversteigerungen statt finden und der Markt wird trotz dem billigen Geld einen Angebotsüberhang aufweisen, da es viele Arbeitslose geben wird. Die können weder ihre Raten bezahlen noch einen Kredit aufnehmen, selbst wenn es Minuszinsen gibt. Das wäre dann ein Zeitpunkt für einen Immobilienkauf. Diese Aussage soll nicht herzlos klingen und ich tue mich schwer das gerade zu schreiben. Aber ich möchte diese Überlegung auch niemanden vorenthalten.

 

 

 

 

 

Con·clu·sio

/Conclúsio/

Asset-Inflation und ein einfaches Erklärungsmodell…

 

…ist ein Stausee. Jeder kann sich das gut vorstellen. Und so wurde es mir vor über 12 Jahren als jungen Banker bei einer globalen Investmentbank erklärt. Die Bank erklärte die Strategie für die Zeit nach der Finanzmarktkrise und was passieren wird. Die Zahlen und Studien der Erklärung werden viele der damaligen Zuhörer nur noch dunkel in Erinnerung haben, einschliesslich meiner selbst. Aber das Beispiel mit dem Stausee blieb in dauerhafter Erinnerung.

Stellen wir uns einen Stausee vor. Jetzt kommen verschiedene Personen und werfen nach und nach immer mehr Müll in den See. Kanister, alte Reifen, Plastiktüten. Der Stausee wird mehr und mehr verschmutzt. Nach einiger Zeit kommt jemand und leitet Frischwasser in den See. Mehr und mehr. Was passiert? Der Wasserspiegel steigt und mit dem steigenden Wasserspiegel der Müll auf dem See. Selbst die Kanister und Plastiktüten treiben oben auf dem Wasserspiegel.

Wieder einige Zeit später, bohrt jemand den Damm an und lässt das Wasser ab. Erst fliesst nun das Frischwasser ab, der Müll bleibt zurück.

So der Plan dieser und anderer Banken: Die guten Assets werden gesichert, Cash bzw. wertige und schnell liquidierbare Assets sozusagen vorher “abgezogen”. Der Müll wie die Kreditverbriefungen von unbesicherten Konsumentenkrediten und Kreditkartenschulden, CCC Ratings, Suprime und sonstiger Schrott wird an die Allgemeinheit übertragen. (Verstaatlichungen, Rettungspakete) Der ganze Dreck landet also beim Steuerzahler und der EZB. Kommt uns das bekannt vor?

 

Blackwater.live - Gebirgssee
Was passiert mit Müll auf der Wasseroberfläche dieses Sees, wenn man kontinuierlich Wasser hinzufügen würde? Und was würde in dem See übrig bleiben, wenn man das Frischwasser ablässt?

Quelle: gettyimages/isockpictures

 

 

Lö·sung

/Lö́sung/
Substantiv, feminin [die]
  1. 1a.
    das Lösen (3a), Bewältigen einer [schwierigen] Aufgabe
    “eine Lösung des Problems versuchen”
  2. 1b.
    Auflösung; Ergebnis des Nachdenkens darüber, wie etwas Schwieriges zu bewältigen ist “das ist des Rätsels Lösung”

 

 

 

Lösungen sind zu dieser Zeit gefragt. Die Lösung hängt aber davon ab, ob wir Szenario 1, 2 oder 3 erleben. Und nochmal: Das weiss niemand. Oder anders gesagt: Die Antwort hängt davon ab, wen wir fragen. Viele Köche verderben den Brei. Persönlich würde ich mir wünschen, dass die ganze Krise nochmal glimpflich endet und wir Zeit gewinnen. Und das scheint auch das derzeitige politische Ziel zu sein. Wie bei einem Krebskranken, jede Woche die man weiter leben kann, wird dankbar angenommen. Noch besser wäre allerdings, der Krebs würde in Remission gehen.

Wenn die wirtschaftliche Kernschmelze kommt, wie von manchen Buchautoren und Crashfondsverkäufern beschrieben (Dirk Müller lässt grüßen), dann nützt es nichts dessen Fonds gekauft zu haben oder deren Bücher gelesen zu haben. Ich empfehle in dem Fall eher Bücher über Selbstversorgung, den Einsatz von Schusswaffen im bewohnten Gebiet und einen Exkurs in die Notfallmedizin. Ich glaube aber nicht, dass die Crashpropheten selber an den Crash glauben. Denn sonst wären sie mit ihren Besitztümern nicht mehr in der EU.

Wenden wir uns also den anderen beiden Szenarien zu:

Wir können davon ausgehen, dass niemand den Supergau will. Auch in Tschernobyl wollte das keiner, mag mancher einwenden. Und das stimmt. Aber es ist doch klar, dass hinter all dem niemand steht der ernsthaft möchte, dass das Wirtschaftssystem dahin schmilzt. Selbst der dümmste Politiker steht dann nämlich auf der Verliererseite. Es ist das Paradoxon alter James-Bond Filme: Der Bösewicht bekommt alles Geld der Welt oder die Weltherrschaft selbst, aber die Welt ist zerstört. Das ergibt wenig Sinn.

Wenn also Szenario 2 oder 3 eintritt (oder eine Mischung davon), dann geht das Leben weiter. Und wir werden dankbar sein. Dann ist aber auch die Zeit gekommen, die eigene Lebensführung zu überdenken und seine Hausaufgaben zu machen. Darüber habe ich in den letzten Jahren oft geschrieben.

 

 

 

  1. Alle unnötigen Ausgaben reduzieren, Schulden so schnell wie möglich abbauen.
  2. Anfangen kurzfristig (Cash), mittelfristig (MSCI) und langfristig/Altersvorsorge (MSCI) zu sparen. In den MSCI über physische ETFs zu sparen ist der bestmögliche Inflationsschutz. Alles was darüber hinaus geht, ist nicht absicherbar.
  3. Sich mit der Internationalisierung beschäftigen: Ortsunabhängig arbeiten, ein eigenes Geschäft aufbauen, Geld über das Internet verdienen. Kann ich Deutschland verlassen, um meine Steuerlast/Lebenshaltungskosten zu senken? Mit einem kleinen Vermögen als Rentner oder einem ortsunabhängigen Einkommen ist das möglich. Dazu bald mehr auf Blackwater.live. Für den ein oder anderen ist Phoenix FX© auch interessant. Das Modell ist risikoarm und so einfach wie es bei FX nur möglich ist, diesen Monat stehen wir schon bei 6% im Plus – bei der Variante mit moderatem Risiko.
  4. Und zu guter letzt, was mir eigentlich am meisten am Herzen liegt und worüber ich sonst auch am liebsten schreibe: Das Leben. Wenn wir die Basics abgedeckt haben, dann raus in die Welt ziehen. Egal ob es der Nachbarort oder das Ende der Welt ist. Öffnen wir unsere Augen für Neues. Andere Menschen, Kulturen, Denkweisen und Glaubensansätze. Lernen wir unsere Mitmenschen verstehen. Das ist – es hört sich derzeit komisch an – aufgrund von Politikern, den Medien und einer reisserischen, polemischen und aggressiven Berichterstattung über die letzten Jahre hinweg der vielleicht schwierigste Punkt. Aber auch der, in dem am meisten Glückspotential steckt.

 

 

 

Vielleicht setzen wir uns ein solch immaterielles Ziel für die Zeit nach der Krise. Denken wir uns in das Jahr 2021 oder 2022. Für den einen mag es reizvoll sein Tibet zu besuchen, ein anderer war noch nie in Japan. Und wieder jemand anderes würde gerne im Oman morgens von der Sonne geweckt werden. Was denkt ihr, wie sich das anfühlt, wenn die Krise und die Existenzängste vorbei sind? Der größte Fehler ist die Rückkehr zur Normalität. Wirtschaftlich gerne, aber nicht mental. Machen wir unsere Hausaufgaben und hören wir auf “normal” zu sein. Es gibt noch so viel auf dieser Welt zu entdecken, wenn wir den ersten Schritt machen. Daher möchte ich mit diesem Artikel zum Schluss den Gedanken vermitteln, dass wenn diese Krise vorbei ist, es für uns ein Warnschuss sein kann:

Live your life, don’t follow idiots!

 

 

Rules of the System

Quelle: gettyimages/isockpictures

 

 

 

“The most difficult thing in markets is knowing how to wait for a big move that you know is going to come.”

– Woody Dorsey

24 Kommentare zu „Aktiencrash, Systemcrash, was jetzt?

  1. Aus der NZZ. Nebenbei angemerkt: danke für die Empfehlung eben dieser. Eine sehr gute Zeitung und keine Hofberichterstattung.

    „ «Bei Ebbe sieht man, wer ohne Badehose im Wasser steht», pflegt der amerikanische Grossinvestor Warren Buffett zu sagen. Im angeblich so «reichen Deutschland» sieht man nun viel Nacktheit: Von zig Tausenden Solo-Selbständigen über den Kleinunternehmer bis zum Grosskonzern hat ein Run auf staatliche Hilfsgelder und Kredite ohne Bonitätsprüfung eingesetzt. Wenn die selbsterklärten Existenznöte berechtigt sind, so zeigt dies vor allem, wie dünn der Firnis des Wohlstands zwischen Flensburg und Konstanz in Wahrheit ist. Zwei Wochen Umsatzeinbruch und drohender Verdienstausfall genügen, schon schnellt die Zahl der Anträge auf «unbürokratische Soforthilfen», Kurzarbeiter- und Arbeitslosengeld nach oben.“

    Deine etwas düstere Zeichnung der Lage halte ich für nicht so abwegig. Nur werden eben wieder alle gerettet. Und weiter gehts.

  2. Hallo zusammen,
    ein klasse Artikel wie ich finde. Meiner Meinung nach wird nicht genau Szenario 1, 2 oder 3 eintreten, sondern meistens eine Mischung daraus. Verursacht durch politische Intervention etc.
    Das Thema mit der Abwertung, und “Preis-Steigerung” der Immobilien spukt mir schon länger im Kopf herum. Wenn ich so etwas im näheren Bekanntenkreis anspreche, kann keiner damit etwas anfangen. Es herrscht die dogmatische Auffassung “Bauen ist ein muss…”.
    Aber wie verhält es sich mit einer Abwertung der Immobilie? Das kann mir als Hausbesitzer doch erst einmal egal sein. So lange ich meinen über 5, 10, oder 20 Jahre laufenden Kredit bediene ist doch alles gut. Kritisch wird es doch erst bei der Anschlussfinanzierung oder?

    Zum Thema Immobilienblase: Ganz so leichtfertig wie in den USA damals werden Immobilienkredite hier meiner Meinung nach “noch” nicht vergeben. Auch wenn es hier schon einige wahnwitzige Finanzierungen gibt. Des weiteren hört und liest man oft vom “Deutschen Sparer”. Alles Geld aufs Tagesgeldkonto. Vielleicht schlummern hier noch einige Summen die erst dann verwendet werden zur Tilgung des Kredites, wenn es nicht mehr anders geht? Bis dahin wird lieber munter ein Kredit aufgenommen für 1,x% Zinsen. Somit lässt sich die Immobilienblase vielleicht auch noch vermeiden oder verzögern?

    Meiner Meinung nach wird es richtig kritisch, wenn die Leute reihenweise ihre Jobs verlieren. Dann bricht das Kartenhaus unweigerlich zusammen. Aber da wird die Politik mal wieder versuchen alles mit Steuergeldern zu retten. Koste es was es wolle.

    Und zu guter letzt.
    Ein super Blog, spannende Themen und ein Top Service im FX-Tradig. Weiter so Martin, ich glaube ich gehöre schon zur Stammleserschaft ;).

    1. “Aber wie verhält es sich mit einer Abwertung der Immobilie? Das kann mir als Hausbesitzer doch erst einmal egal sein. So lange ich meinen über 5, 10, oder 20 Jahre laufenden Kredit bediene ist doch alles gut. Kritisch wird es doch erst bei der Anschlussfinanzierung oder?”

      Nein!
      Blackwater hat in seinem Beitrag erklärt, weshalb es eben NICHT egal ist.

      Zumindesst nicht bei einer Beleihung von 100%. Auch nicht bei 80%.
      Selbst bei 60% ist man nicht aus dem Schneider. Erst bei deutlich weniger als 50% kann man sich langsam sicher fühlen.
      Beispiel: alter Hauswert 100k€ => mit 60% Beleihung kann man 60k€ zu guten Konditionen aufnehmen. Dann Rezession, neuer Hauswert 70k => bei 60% Beleihung dürfen es nur noch 42k sein. Hat man noch 60k Schulden, dann will die Bank entweder 18k zum Schuldentilgen oder ab dann zahlt man den höheren Zinssatz für eine Beleihung zu 85%.

      1. Die Abwertung der Immobilie ist alles andere als egal. Absolut treffend kommentiert und gut erklärt, danke! Und es wird spannend wer seine Raten alles bald nicht mehr zahlt. An verschiedenen Ecken hört man, dass es bei manchen Banken jetzt schon 10% der Kreditnehmer sind, die die Raten aussetzen müssen. Dürfte auch für die Banken bald spannend werden.

      2. Hallo Presskoppweck,
        vielen Dank für deine Stellungsnahme. Ich habe Blackwater schon richtig verstanden, war aber der felsenfesten Überzeugung, dass die Abwertung während eines laufenden Kredites keine Rolle spielt.
        Aber dem ist ja tatsächlich nicht so. Da habe ich wieder etwas gelernt. Am we habe ich mal drei hochverschuldete priv. Immobilienbesitzer gefragt ob ihnen dieser Sachverhalt klar ist. Ergebnis: Keiner konnte damit etwas anfangen. Ich muss mal recherchieren ob und wann es in der Geschichte so etwas mal gab. Ich denke, bis es soweit kommt geht der Staat mit unserem Steuergeld “All-in” und holt sich das später wieder. Traurig aber wahr.

  3. Schaut mal liebe Leser und Freunde, das habe ich gerade beim Finanzwesir gefunden, er hat es von Tim Schäfer aus verlinkt: https://timschaefermedia.com/ray-dalio-und-bill-ackman-wenn-die-gurus-vor-dem-desaster-warnen-verfolgen-sie-vielleicht-eigene-interessen/

    “Hedgefondsmanager Bill Ackman spricht fast weinend sprach mit dem führenden Börsensender CNBC, um vor der schweren Krise zu warnen. Als er mit dem Sender sprach, crashten die Kurse so stark, dass es kein Halten mehr an der Wall Street gab. Es wird vermutet, dass Ackman den Kurssturz verstärkt hat. Zur gleichen Zeit hatte Ackman Shortwetten laufen. Er soll damit 10.000 Prozent Rendite gemacht haben.”

    Das ist genau die Situation, wie sie bei Goldman Sachs 2008 war. Und aus diesem Grund bin ich auch immer sehr kritisch, was die Crash Schreiberlinge angeht. Nicht weil sie über den Crash schreiben, das mache ich auch ab und an, sondern weil sie auf der Gegenposition sitzen. Und sei es nur mit Bücherverkäufen und eigenen Fonds. Solange die ihre Häuser und ihren Wohlstand noch in Deutschland haben, würde ich die Aussagen nicht so ernst nehmen.;)

    1. Hi,

      ein besonders tolles Beispiel ist hier der “Friedrich und Weik Sachwertefonds”. Beide propagieren seit Jahren die “Kernschmelze” und den “Zusammenbruch der EU” sowie das “Jahrzehnt der Sachwerte”.

      Und was bilden Sie in ihrem Fonds ab? Etwas physisches Gold & Silber, ein Bitcoin-Zertifikat (also nichtmal echte Bitcoin), einen ganzen Haufen Minenaktien und EU-Industrieaktien. Dazu hält der Fonds 90% seines Kapitals in €, wo dieser doch bald “nicht mehr existens” sein wird.

      Keine Spur von Ackerland, Whisky und Diamanten, was von den beiden doch immer so gerne propagiert wird.

      Der “Max Otte Vermögensbildungsfonds”, welcher ja nur auf “Qualitätsaktien” setzt, ist übrigens deutlich tiefer abgestürzt als jeder MSCI World ETF.

      Ich bin der festen überzeugung, dass kein Privatanleger mehr braucht als einen weltweiten Indexfonds um seine Aktienanlage zu erschlagen. Dazu noch ausreichend Cash, etwas physisches Gold&Silber (wenn man denn welches möchte) und ansonsten einen gesunden Geist und einen gesunden Körper und vorallem Zeit für- und mit der Familie.

      Gruß
      Sebastian

  4. Hallo Black, ich bin froh wenn wir wieder zum Tagesgeschäft über gehen können. Corona ist genug ausgewalzt, jetzt heisst es warten. An dieser Stelle will ich mich für deinen Spitzensupport bedanken, die vielen guten Tipps und Tricks und Anleitungen. Selten so einen guten Service erlebt. Schönes Wochenende schon heute!

    1. gleichfalls, ich liebe den Blog und den Service! Kritikpunkte wären jetzt Jammern auf hohem Niveau oder Geschmacksache. Ich freue mich auf die nächsten Monate mit euch und hoffe es geht weiter wie bisher. Eigentlich kann es nur so sein, nach allem was ich gesehen habe.

  5. Also ich habe einfach auch Glück weil du alle Welten so miteinander verbindest und am liebsten lese ich deine anderen Artikel.🥰 Aber ich habe auch viel gelernt und gemacht wie du es mir erklärt hast. Und meine Apple Watch und bunq erinnert mich auch jeden Tag an deinen Blog. Ich mach mir jetzt nicht so viele Sorgen über das alles, aber das hat andere Gründe. Ich glaub das weisst du. Am Anfang dieser ganzen Coronakrise habe ich mir um meine Familie Sorgen gemacht, da gebe ich zu. Aber jetzt geht es wieder. MArtin ich freue mich wenn dein Artikel über deine Reise fertig ist. Da bin ich schon gespannt ohne Ende. Lass mich nicht zu lange warten.😂😂😂

  6. Großartiger Blog!

    Eine Sache wollte ich kurz nachhaken, oder hast Du das schon “woanders” beschrieben? Du betonst, dass die ETF *physisch* abbilden sollten. Siehst Du in der Tat ein größeres Risiko bei den synthetisch abbildenden ETF?

    1. Danke Dir! Ja, die Swap-Geschäfte die für synthetische ETFs notwendig sind täuschen eine Liquidität vor, die im echten Crash-Fall und Ausfall der Counterparty dann nicht vorhanden ist. 2008 hat beispielsweise die Deutsche Bank nur überlebt, weil die US Regierung AIG gerettet hat. Hier lag genau diese Konstellation vor. Am besten fährt man mit einem klassischen Produkt wie dem Vanguard All-World, so meine konservative persönliche Meinung. Manche halten die Aktienleihe dagegen, aber ich halte Swaps für deutlich problematischer.

      In langen Aufschwungsphasen kann man mit synthetischen ETFs nochmal die Kosten drücken und hat eine bessere Abbildung. Aber was die Kosten angeht sind wie eh inzwischen bei fast nur noch 0,2% p.A. angekommen, das fällt bei Anlegern unter ner Mio kaum noch ins Gewicht.

      1. Ich sehe das genauso. Alles unter 0,5% TER bedarf eigentlich wirklich keiner Optimierung mehr, das ist schon Penautbanking. 😉

        Zur unterschiedlichen Handhabung der WP-Leihe der “klassischen” ETF-Anbieter generell:

        Vanguard verleiht maximal 10% seiner Werte gegen 105% Sicherheit.
        iShares, StateStreet, Lyxor und UBS verleihen teils bis zu 100% ihrer Assets (iShares).

        Ich persönlich sehe bei da bei Vanguard überhaupt kein Problem. Selbst wenn die Counterparty ausfällt und die 10% der Assets somit “weg” sind, kann solch ein Defizit durch die Fondsgesellschaft selbst ausgeglichen werden, ohne das ETF-Käufer davon groß etwas mitbekommt.

  7. Kleiner Hinweis: Hyperinflation in Deutschland war 1923, während der großen Depression 1929 gabs keine Hyperinflation, im Gegenteil. Ist wichtig sich zu vergegenwärtigen, da oft gerade in Deutschland suggeriert wird, alle großen Wirtschaftskrisen, insbesondere 1929, gingen mit Hyperinflation einher, was aber nicht der Fall ist. Daher vielleicht oft die deutsche Inflationsangst….

    1. Ja das stimmt, die Krise war 1929, die Hyperinflation 1923. Lernen kann man aus Krisen sicher immer, auf die ein oder andere Art und Weise. Trotzdem ist jede anders. Wir haben beispielsweise damals eine hohe Umlaufgeschwindigkeit des Geldes gehabt, das gedruckte Geld ging “an die Strasse” und nicht nur in Bilanzen wie 2008 und in den Jahren danach. Daher sind die Auswirkungen auch andere und die allgemein erwartete Inflation ist nach 2008 nicht eingetreten. Die jetzige Situation kann wieder eine andere werden, da wir bei ansteigender Arbeitslosigkeit und Wachstumseinbruch bei gleichzeitiger Ausweitung der Geldmenge eine Stagflation bekommen können. Asset Preise steigen wieder und noch weiter, trotz höherer Arbeitslosigkeit. Das hebelt die klassische Philipps-Kurve aus, die suggeriert ein System kann nur zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation wählen. Es bleibt spannend. Aber auch an dieser Stelle möchte ich sagen: Am besten ist es, wenn dieser Kelch an uns vorüber geht.

  8. Liebe Leserinnen und Leser, euch geht es sicher wie mir: Corona ist ernst, aber es hängt einem zum Hals raus. Irgendwann reicht es einfach. Es gibt einen gewissen Informationsbedarf dazu, aber dann ist es auch gut. Das ist das gleiche Thema, was wir mit den Geldanlagen bei Welt-ETFs haben und was man auch auf grossen Seiten wie dem Finanz-Weser sehen kann: Eigentlich ist alles dazu gesagt, erklärt und beschrieben. Depot, Welt-ETF und fertig ist die Kiste. Aber dann kommen die Fragen nur Nachkommastelle, den alternativen Anlagen, der Einzelaktie und Co. … Für sowas gibt es hier doch noch FX Trading. 🙂 Das hält munter und macht Spass. Aber ganz im Ernst, ab und an greife ich natürlich laufende Probleme auf, aber das Thema “Corona” ist jetzt erst mal “abgefrühstückt”. Zu praktischen Fragen zu Nachkäufen etc. kommt einfach in den Telegram-Kanal von mir. Der ist dazu gemacht. Dort werdet ihr nicht zugespamt, aber es gibt ein vernünftiges Maß an Finanzpornographie. 🙂

    Daher werden wir uns nächste Woche wieder anderen Themen widmen, “unseren” Themen.

  9. Ein geiler Artikel, wie immer eigentlich. Seit ich deine politisch-unkorrekte frische Art und Weise und den bissigen Zynismus verstehe, gefallen die Artikel mir noch besser. Vorher dachte ich immer du gehörst irgend einer politischen Seite an. Mit jedem neuen Artikel konnte ich diese Seite aber nicht mehr klar bestimmen bis ich merkte, dir ist Politik eigentlich völlig egal. Aber Menschen nicht. Das gefällt mir! Danke auch für den „fachlichen“ Part, ich lerne gerne dazu, auch oder weil ich wirtschaftsfremd bin. Meine ETF Sparpläne habe ich dank deines Blogs alle neu geordnet und die Sparraten erhöht. Phoenix startet auch gleich mal richtig gut, freu mich mega! Danke!

    1. Danke Dir! Ich glaube es geht manchen neuen Lesern ähnlich wie Dir, dass sehe ich immer an den neuen Lesern und denen die abspringen. Man versucht diesen Blog in irgend eine der vorhandenen Schubladen einzuordnen und merkt dann, es passt nicht. Ist dieser Blog “rechts”, weil ich mal eine Spitze gegen Merkel oder GEZ Medien schreibe? Ist er grün, weil ich arabisch lerne und Safiya hier mit mir schreibt? Oder ist er links, weil ich mal den Kapitalismus kritisiere? Oder neuliberal, wegen FX Trading? Ich stehe auf keiner politischen Seite. Daher kann ich von jeder Seite Punkte aufgreifen die ich gut finde oder die ich schlecht finde, werde aber dennoch zu keiner Partei gehören. Gestern habe ich mir beispielsweise den ARD Film “die Getriebenen” angeschaut, in dem die Kanzlerin sehr positiv weg kam. Selbst aus dem ihr wohl gesonnen Lager wurde das so bewertet. Andererseits machte der Film nochmal klar, wie extrem die Situation mit der Flüchtlingskrise 2015 war. Da kann man sich selbst fragen, wie hätte man selbst entschieden und hätte man die Verantwortung dafür getragen. Es ist immer leicht zu urteilen. Ich schaue sonst auch keine ARD und schon gar nicht passiv. Wenn dann muss man sich bewusst solche Sendungen anschauen und auch gegensätzliche Positionen durchdenken. Das was man “politische Kultur” nennt, ist in diesem Land leider weitestgehend verloren gegangen. Aber die Menschen sind wichtig!

  10. Also ich verstehe ja nicht alles. Hab nicht studiert.😂 Ich weiss nur ich meine Sparpläne in die Welt (ETF) und zum Glück kein Riester mehr. Und ich muss nicht alles wissen, aber ein paar Sachen richtig machen. Das hätte ich ohne deinen Blog nicht alleine geschafft. Aber ich hoffe auch es wird alles nicht so schlimm und mein erstes Ziel wenn ich wieder fliegen kann ist auch Israel. Ich will das auch unbedingt sehen. Btw wann kommst dein Artikel dazu? Freu mich schon! Gute Naaaacht….Bleib gesund! LG Seda

  11. Als ein großer Freund der philosophischen Artikel freue ich mich heute sehr, einen fachlichen Artikel zu lesen. Wunderbar! Vielen Dank!

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