Im Anfang, (Bereshit), בְּרֵאשִׁית , في البداية

 

„Den Urheber und Vater dieses Weltalls aufzufinden, ist schwer, nachdem man ¨ihn aber auffand, ihn allen zu verkünden, ¨unmöglich.“         – Platon

 

 

 

Bereshit בְּרֵאשִׁית , meint den Anfang einer Sache in Hebräisch. In den eng verwandten semitischen Sprachen Arabisch und Aramäisch heisst es ebenfalls „im Anfang“, في البداية , selbst wenn man nach „am Anfang“ in Wörterbüchern sucht. Sprachwissenschaftler erklären, dass es die Formulierung am Anfang in semitischen Sprachen so nicht gibt, sie ist ein Merkmal lateinischer Sprachen.

 

So erklärt auch Wikipedia richtig zu 1. Mose 1:1:

„Im Christentum wird Bereschit mit „Am Anfang“ fehlübersetzt. „Am Anfang“ impliziert, dass es einen Anfang im Sinne eines Starts gab. Dem gegenüber bedeutet „Im Anfang“, dass der Anfang ein fließender Prozess gewesen ist.“   (…)

 

Genau genommen heisst es also „im Anfang“ und erweitert den Beginn von allem auf etwas größeres, da nur Menschen von Punkt A nach Punkt B denken. Da wir Menschen einen Anfang haben, denken wir in Anfängen. Dass Sprache die wahrgenommene Realität wieder spiegelt, ist nichts Neues. Aber wenn man sich auf eine spirituelle Reise begibt und nach „der Wahrheit“ sucht, dann können falsche Übersetzungen schon ein gewaltiges Problem sein. Ein altes Problem der Bibelwissenschaft, welches wir auf Blackwater.live schon diskutiert haben. Gerade, wenn aber aufgrund von Sprache und Auslegung Dogmen entstehen, dann kann dieser heute erwähnte kleine Punkt schon aufzeigen, wie sehr wir doch als Menschen ungeeignet sind solche Dogmen durch Interpretationen aufzustellen. Interessanterweise warnen die Schriften, sowohl die Torah, die Bibel als Ganzes und auch der Quran davor. Schon zu oft wurden diese mißbraucht um „Politik zu machen“. Bereschit, im Anfang statt am Anfang, ein fliessender Prozess, das entspricht so gar nicht unserem Leben, in dem es meistens nicht nur um Startpunkte geht, sondern auch um Ziele, die es scheinbar immer zu erreichen gilt, für manche Menschen um jeden Preis. Das einfache „ich bin“ ist schwierig zu leben, da wir immer in Eile sind. Unser Leben als einen fliessenden Prozess zu begreifen, als „im Anfang“ und nicht „am Anfang“ (und damit implizit eine geradlinige Reise bis zum Ende) ist manchmal aber eine nötige Tugend. Nur dann können wir zurück treten und Dinge mit Abstand betrachten und sind nicht immer die Getriebenen unseres eigenen Lebens und äußerer Umstände, durch ein immer neues höher, weiter und schneller. Wir verlieren uns nicht selbst, in einer sich immer schneller drehenden Welt.

 

Ich versuche schon länger durch bewusste Ruhe diesen Zustand eines Moments für mich zu greifen und das Leben zu durchdenken und dabei bewusst aufzuschreiben, was ich wirklich weiss und was nur anerzogen ist oder durch die Sozialisation vermittelt wurde. Das wird nie ganz gelingen, das ist mir völlig klar. Aber jedes Mal bevor man eine innere Bewertung vornimmt – was sich nicht ausschalten lässt – zurück zu treten und sich zu fragen, warum denke ich das jetzt wirklich, das ist schon mal ein Anfang. Persönlich glaube ich nicht, dass Gewissen anerzogen ist. Ich glaube auch, dass es grundlegende Werte gibt, die im Inneren eines jeden Menschen veranlagt sind. Im Wesentlichen sind das Werte, die wir in den drei großen Offenbarungsreligionen finden, dem Judentum, dem Christentum und dem Islam. Alles was darüber hinaus geht was dort geschrieben wurde, ist der Beginn der Einflussnahme durch Gesellschaft, Politik und Interessen. Das wird mir persönlich immer klarer. Dort beginnt die Lüge, die Gurus, das Potential zum Schlechten. Überprüfbar ist das leicht: An dem was dabei raus kommt. Wenn man es sehen darf und will – und nicht ignoriert.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf möchte ich euch mit diesem Artikel auf eine Reise mitnehmen, die durch Corona anders verlief als erwartet. Aber durchaus nicht weniger interessant war. Die meisten Leser wissen, ich bin ein gläubiger Mensch und ich schreibe ganz gerne ab und an über meine ganz privaten Gedanken hier auf meinem Blog. Und so möchte ich auch die Reise nach Palästina über Istanbul mit euch teilen. Es wird ein großer Artikel und er hat nichts mit Finanzen zu tun. Aber Blackwater.live ist auch mehr als ein Finanzblog. Über Corona hatte ich schon genug geschrieben und die besten Restauranttips gibt es auf anderen Seiten. Dieser Artikel handelt einfach von meiner ganz persönlichen Sicht und Erfahrung auf manche Aspekte des Lebens. Wie immer offen im Ergebnis, nichts für jedes Gemüt und jeden Seelenzustand. Aber für meine Stammleser gerade gut genug. Risiken und Nebenwirkungen – auf eigene Verantwortung.

 

Blackwater.live - Istanbul
Orte wie diese, scheinen wie aus der Wirklichkeit gerissen zu sein. Sie sind ein Fenster zu einer anderen Welt, die manche für längst vergessen glaubten. Dabei sind sie nur durch den Alltag und Nebensächlichkeiten verdeckt. Beeindruckend wenn man sie nicht nur sieht, sondern auch begreift. Bald sollte ich jedoch etwas viel Größeres erleben.

Quelle: eigen

 

 

Konstantinopel – Byzanz – Istanbul

oder

– die Geschichte einer Suche

 

 

 

„Es gibt zwei Städte auf der Welt. Die eine ist auf der Liebe zu sich selbst, die andere auf der Liebe zu Gott errichtet.“        – Augustinus 

 

Diese Aussage wird Augustinus von Hippo zugeschrieben. Er meinte die Städte Rom und Konstantinopel, das heutige Istanbul. Augustinus lebte im 4. Jahrhundert nach Christus und diese Zeit war von dem Konflikten zwischen (West-)Rom und (Ost-)Rom geprägt. Das bereits christliche Reich spaltete sich auf und daraus wurde theologisch die christlich-katholische und die christlich-ortodoxe Sichtweise auf die Welt. Zwei Grosskirchen. Es war aber auch schon längst die Zeit des sogenannten „Abfalls“ da. Denn mit der Urkirche zu Zeiten des Paulus hatten diese beiden Glaubensrichtungen schon lange nichts mehr zu tun. Bereits 100 n.Chr. war die ursprüngliche Lehre stark verändert, wie man heute anhand vieler Quellen weiss. Es hat auch heute keine Kirche oder christliche Gruppe geschafft, das Rad der Geschichte zurück zu drehen. Alle sind am eigenen Anspruch gescheitert. Ist das nicht problematisch dies zu sagen? Eine kleine Prüfung entschleiert das Ganze sofort. Ich hatte bereits die Substitutionstheologie in anderen Artikeln erwähnt. Oder man kann sich ausgiebig mit den Konzilen zu Nizäa oder Laodicea beschäftigen und den Einflüssen von Konstantin auf die christlichen Glaubensbekenntnisse. Da ist für jeden etwas dabei und eines sei versprochen: Inhalte dieser Konzile sind in jeder christlichen Glaubensrichtung zu finden. Also kein Grund für niemanden sich als etwas Besseres zu fühlen. Dazu auch ein kleine Buchempfehlung von mir: „Die ersten 100 Jahre des Christentums.“ Das räumt mit mancher Vorstellung auf. Man kann das ignorieren und verteufeln oder daran wachsen und seinen Geist dafür öffnen. Und so erklärte auch der von mir geschätzte Augustinus von Hippo einiges zum Thema Wahrheit. Er war durch seine Suche nach der Wahrheit auch von Skeptizismus geprägt. Er räumte mit dem Zweifel über den Zweifel zunächst auf, indem er sagte: „Wird jemand darüber zweifeln, dass er lebt, sich erinnert, Einsichten hat, will, denkt, weiss und urteilt? (…) Mag einer auch sonst zweifeln, über was er will, über diese Zweifel selbst kann er nicht zweifeln.“ (De Trinitate X, 10)

Dem würde ich mich anschliessen wollen. Wahrheit war für ihn immer notwendig und ewig. Als Vorbild dienten ihm die idealen Wahrheiten der Mathematik, da die Sinneswahrnehmungen wegen ihrer Unzuverlässigkeit und der Wandelbarkeit der äußeren Welt diese Eigenschaften nicht aufweisen. Da die Quellen der Wahrheit also nicht dort liegen können, suchte Augustinus sie im menschlichen Geist selbst: „Suche nicht draußen! Kehre in dich selbst zurück! Im Innern des Menschen wohnt die Wahrheit. (…) Der Verstand schafft die Wahrheit nicht, sondern findet sie vor.“ (De Vera religione 30, 72f.)

 

Das man im Inneren, in sich selbst eine Wahrheit findet, sagt auch die Schrift. Das Gesetz ist in uns, durch unser Gewissen. Natürlich kann man das bis zur Unkenntlichkeit auswalzen, aber ab einem gewissen Punkt sucht man ein Geländer und das ist für mich persönlich die Schrift. Für mich persönlich eine der größten Erkenntnisse, die viele von euch kennen, die man aber wirklich einmal komplett durchdacht haben muss, um sie auch zu verstehen ist aus Johannes 8:32 „und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“ Und hier zitiere ich auch heute nochmal Eckhart Tolle, denn es wurde selten besser ausgedrückt:

„Dogmen, ob religiöse, politische oder wissenschaftliche, entspringen der irrigen Überzeugung, Gedanken könnten die Wirklichkeit oder Wahrheit in sich schließen. Dogmen sind kollektive mentale Gefängnisse. Das Unmanifeste befreit dich erst, wenn du bewusst in es eintrittst. Deshalb sagt Jesus nicht: „Die Wahrheit wird dich befreien“, sondern: „Du wirst die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird dich befreien.““

 

 

Blackwater.live - Hagia Sophia, Istanbul 2020
Die Hagia Sophia in Istanbul. Kirche Konstantinopels, des „goldenen Apfels“. Moschee bei den Osmanen, heute Museum. Sie wurde am 27. Dezember 537 n.Chr. unter Kaiser Justinian fertig gestellt. Sie gilt unter Architekten nicht nur als Meisterwerk ihrer Zeit, sie ist aus rein architektonischer Sicht auch weniger verändert worden, als es Basiliken in Rom aus frühchristlicher Zeit wurden. Ihr Name bedeutet „heilige Weisheit.“ Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war das Christentum schon total durch fremde Lehren, Dogmen, Konzile und die Politik korrumpiert worden – mit Folgen bis heute.  Es sollte nochmals 115 Jahre dauern, bis die nächste Weltreligion geboren wurde, um einen „Neustart“ zu beginnen. Religion ist immer auch die Suche der Menschen nach Gott. Istanbul im März 2020. 

Quelle: eigene Aufnahme

 

 

 

„Die Wahrheit wird dich befreien.“ – das müsste selbst erlebbar sein, wenn man bewusst in diese Wahrheit eintritt und die Unwahrheit überwindet. Die Gegenprobe ist, wenn es sich nicht „frei“ anfühlt. Und nachdem man „frei von“ wurde ist die größere Frage: Frei wofür?

Warum kann man sagen, dass die Wahrheit befreit? Für mich persönlich kann man das sagen, weil wenn man die Schrift liest man feststellen wird, dass die Dinge die dort stehen, wenig bis nichts mit dem zu tun haben, was wir heute oft in menschlicher Religion vorfinden. Und wenn man sich mit den Ursprüngen der drei monotheistischen Religion beschäftigt, dann sieht man sowohl bei Judentum, dem Christentum und dem Islam, große Abweichungen zu den Anfängen. Das ist inzwischen durch die Geschichtswissenschaft und unzählige Quellen belegt. Jede dieser Glaubensrichtungen wollte auf dem vorherigen aufbauen und den Glauben auf den ursprünglichen Kern zurück führen und frei machen von den Verwirrungen vorher. Das ist im Christentum sehr gut belegt durch das Handeln von Jesus Christus, der das ganze jüdische Gesetz, die Torah auf zwei Gesetze runter gebrochen hat: Liebe Gott und Deinen Nächsten wie Dich selbst. Zu Paulus Zeiten wurde das bekräftigt, der den ersten Christen ebenfalls nichts anderes auflegen wollte, als das was er von Jesus von Nazareth wusste. Es nützte nichts, bereits kurz nach 100 n.Chr. war die Religion voll mit Mythen, Dogmen und Substituten, einem Ersatz für Gott. Das alte Problem, was auch Israel schon immer hatte: Es reichte nicht ein Verhältnis zu Gott zu haben und davon erfüllt zu sein, es musste immer etwas sichtbares und greifbares sein. Und so machten sie beispielsweise sich ein goldenes Kalb und beteten dieses an. Ganz wie heute, wo Menschen lebloses anbeten wie Bilder und Kreuze oder eine Organisation oder Struktur, von der sie meinen sie wäre „wahr“. Nur lässt sich das mit der Schrift nicht beweisen, ganz im Gegenteil. Die Schrift müsste frei machen von diesen Dingen und tut es auch, wenn man liest, denkt und begreift was dort steht. Der Einzelne kann also durchaus sehr frei sein und für sich selbst auf die Ursprünge monotheistischen Glaubens zurückgreifen, ohne sich von menschlichen Zusatzlehren wieder gefangen nehmen zu lassen. Die Frage „frei wofür“ ist damit auch beantwortet: Frei für das Extrakt dessen, was ursprünglich geschrieben ist und für die Suche nach einem ungeheuchelten und echten persönlichen Glauben.

Mit dem Islam 622 n.Chr. begann eine neue Phase den monotheistischen Glauben auf das zurück zu bringen, was eigentlich zählt: Es gibt den Mensch, Dich und mich und es gibt Gott, den es zu finden gilt. Keine Substitute wie Bilder und Heiligenverehrung, keine Dogmen wie die Dreieinigkeit und andere schwer verständliche Gedankengebäude, die den Blick auf das Wesentliche versperren. Nicht abgelenkt sein von der Liturgie, einer inszenierten Anbetung, Bildern und leblosen Kunstwerken, wie es in der Ostkirche der Fall war. Bis heute hat es keine christliche Kirche oder Organisation hinbekommen den Weg zur Urkirche zurück zu finden, wie ein Abgleich mit den Quellen belegt. Alle sind daran gescheitert und letztlich korrumpiert worden. Genau das wollte Mohammed im noch jungen Islam verhindern.

Hier ist es auch interessant, die ersten schriftlichen muslimischen Glaubensbekenntnisse aus den ältesten syrischen Funden sich anzuschauen. Heute bekannt als der erste Teil der Schahada: „Es gibt gibt keinen Gott außer Gott.“ Das passt exakt zu vielen Texten wie denen aus Markus 12 und 3. Mose in der Bibel. Strenger Monotheismus oder Trinität scheint heute mit zum größten Unterschied zwischen Islam und Christentum geworden zu sein.

Die ältesten Funde über das Glaubensbekenntnis, gefunden bis 59 Jahre nach dem Tode des Propheten Mohammed, enthielten nicht einmal Mohammed. Es ist auch nicht bekannt, dass Mohammed sich selbst jemals erhöht hätte, wie es sonst Menschen gerne mit anderen Menschen oder sich selbst tun. Es gibt viele Quellen dazu die zeigen, dass es hier keine einheitliche Ansicht über das Glaubensbekenntnis gab, ausser das Gott einer ist. Die Rückführung auf einen strengen Monotheismus statt einer Trinität. Der letzte Kirchenvater, Johannes von Damaskus, hat den Islam zu seiner Zeit nicht als neue Religion gesehen, sondern als weitere Häresie des Christentums. Diese Position wird auch von einigen Wissenschaftlern der Islamwissenschaften vertreten. Das Christentum war im ersten Jahr der muslimischen Zeitrechnung (Hidschra, 622 n.Chr.) bereits mit vielen Spaltungen und sich konkurrierenden Lehren durchsetzt, die leider immer mehr den Blick auf das Wesentliche versperrt haben. Man hatte größte Dispute zu bereits genannten Themen wie der Trinitätslehre, aber auch der Heiligenverehrung, wie die Kirche organisiert sein sollte und zu Fragen von Kirche und Staat. Wie sollte man da als einfacher Mensch einen Gott finden der von sich sagt, dass er für jeden der ihn sucht leicht zu finden ist? (Apostelgeschichte 17:22-34) Der junge Islam richtete den Fokus wieder ganz auf die Größe Gottes und vor allem die Erhabenheit. Denn wenn Gott Mensch wurde, wie es die Trinitätslehre besagt, dann erhöht das natürlich die Aussage über Gnade und Nähe zum Menschen, reduziert aber den Aspekt der Erhabenheit und Macht. Es vermenschlicht Gott und folgt der Aussage: „Wenn Kühe Götter hätten, würden diese aussehen wie Kühe“, frei nach Xenophanes. Und darauf lenkte der junge Islam den Fokus sehr deutlich zurück. Ein weiterer Aspekt war die Religion wieder frei von Ablenkungen zu machen: Es ging nur um den Mensch und Gott. Das wiederum hat eine deutliche Verbindung zur Torah und dem ursprünglichen jüdischen Glauben. Ein Gedanke der mir damit unweigerlich in den Sinn kam war: Die Religion Abrahams.

Die Quellen dazu sind recht umfangreich, aber sich damit zu beschäftigen verändert den Blick und das was man bisher zu wissen glaubte für immer. Zu einseitig, unreflektiert und bruchstückhaft sind die allgemein bekannten und vermittelten Informationen zu diesem Thema. Zur Entschuldigung muss man allerdings wirklich sagen, dass es ein Nächte füllendes Thema ist – und das über viele Monate, Jahre, ein ganzes Leben lang.

 

Blackwater.live - Istanbul, Topkapi Saray
Was wissen wir eigentlich wirklich? Und woher stammt dieses Wissen? Wenn man durch manche „Türen“ geht, öffnet sich ein ganz anderer Blick auf die Welt. Topkapı Sarayı, Istanbul,  März 2020.

Quelle: eigene Aufnahme

 

 

Aber auch in dieser jüngsten aller Offenbarungsreligionen kam es später zu Nachfolgekriegen und Spaltungen, zu Uneinigkeit und Abweichungen von der eigenen Schrift, dem Quran. Auch das lässt sich wohl kaum bestreiten, auch wenn bislang noch nicht in gleichem Ausmass, wie in der christlichen Hemisphäre. Vielleicht ist das dem jüngeren Alter dieser Religion geschuldet.

Über die Geschichte dieser drei großen Offenbarungsreligionen sind tausende Bücher mit Quellen und Belegen zu den beschriebenen Vorgängen vorhanden. Wenn es einen nicht wirklich brennend interessiert und man nicht Ewigkeiten mit Nachforschungen verbringen will, dann lässt sich eine Bestandsaufnahme auf einen Punkt bringen: Keine Religion als Ganzes schaffte es am Ende den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, die Tendenz zu Sonderlehren, Zusatzlehren, Spaltungen, Sekten und daraus folgenden Kriegen ist leider der Geschichte inne wohnend. Am Anfang beginnt es so verheissungsvoll – aber das Ende einer Sache ist dann enttäuschend.

Das bedeutet aber nicht, das es für den einzelnen Menschen falsch wäre es nicht zu versuchen, ganz im Gegenteil. Religion ist immer auch die Suche der Menschheit nach Gott. Und gegen eine solche aufrichtige Suche ist nichts einzuwenden, dazu fordern die Schriften allesamt auf. Es gibt – wenn es auch eine Minderheit angesichts von Milliarden von Gläubigen ist – viele Millionen von Menschen weltweit, die sich ihren Glauben nicht haben nehmen lassen und mit ihrem eigenen Leben beweisen, dass ihnen die Suche und Nähe zu Gott das Wichtigste im Leben ist. Diese Spiritualität erfüllt solche Menschen und das gibt in ihrem Leben Sinn und Halt oder wie es meine Mitautorin Safiya immer sagt, das Gefühl „sich beschützt zu fühlen“.

Und dafür braucht es im ersten Schritt keine anderen Menschen oder ein soziales Gefüge. Der bereits erwähnte Abraham, der als „Vater aller Gläubigen“ gilt, ist das Beispiel schlechthin dafür. Wegen seines tiefen Glaubens wurde er als „gerecht“ bezeichnet und ist als Freund Gottes in allen drei Religionen bekannt. So weit in seinem Leben kommen zu dürfen, ist ein laufender Prozess, eine Reise wenn man so will, ein ganzes Menschenleben lang. Sich selbst zu hinterfragen und alles was man durch andere gelernt hat auf einen Prüfstand zu stellen und die Tradition, angelerntes Verhalten und soziale Zwänge hinter sich zu lassen und sich zu ehrlich zu fragen, auf welcher Lebensreise man gerade unterwegs ist, das erfordert Mut. Noch mehr, wenn die ehrliche Antwort anders ausfällt, als man sich das vielleicht wünscht. Aber das ist nichts, was man mit anderen ausmachen muss, man muss es mit sich ausmachen. Dann erst kommt der nächste Schritt.

Um das etwas schärfer zu zeichnen und verständlicher zu machen: Es geht nicht darum, dass der soziale Aspekt von Religion das Problem ist. Denn Gemeinschaft hilft und tut gut, wie wir es gerade in diesen Zeiten sehen. Die Menschen sind füreinander da und helfen sich. Es geht auch nicht um einen den Glauben, der in der Religion ausgelebt wird. Das Problem ist die Verselbstständigung der ganzen Idee dahinter und das man aus den falschen Gründen etwas macht, was die eigentliche Sache nachweislich entwertet, denn sowohl die Torah, die Bibel und auch der Quran haben eine eindeutige Position zum Thema Heuchelei. Die Parallelen in diesen Schriften sind auch bei vielen anderen Kernfragen so ähnlich, dass es verblüffend ist.

 

Blackwater.live -Sultan Ahmed-Moschee
Das Konzept Moschee: Nicht abgelenkt sein von der Liturgie und einer inszenierten Anbetung, Bildern und leblosen Kunstwerken. Fatih Sultan Ahmet Moschee, Istanbul.

Quelle: eigen

 

 

Istanbul

oder

 – die Melancholie einer ganzen Stadt

 

Istanbul ist eine wunderschöne Stadt und ein Drehkreuz, um viele andere Orte des Nahen Ostens anzufliegen. Die Stadt ist an manchen Stellen touristisch geprägt, aber bei weitem nicht so extrem, wie man es von westeuropäischen Metropolen kennt. Durch ihre Lage als Brücke zwischen Asien und Europa ist sie eine einzigartig Mischung von Kulturen und Menschen. Die Geschichte ist an vielen Stelle immer noch erlebbar, auch wenn viele Türken sehr bauwütig sind und nicht immer historischen Plätzen den Respekt erweisen, den sie eigentlich verdient haben. Dabei wäre das eigentlich eine große Chance, denn die Menschen aus dem Ausland kommen nicht nach Istanbul, um nur Souvenirs zu kaufen oder um zu sehen, dass auch diese Stadt Hochhäuser bauen kann. Sie kommen, um einen Hauch des alten osmanischen Reichs einzuatmen und eine Stadt zu erleben, die lange Mittelpunkt der Umma, der muslimischen Gemeinschaft war. Das osmanische Reich war ein Weltreich über Jahrhunderte, über viele Kulturen und Völker und die Verwerfungen dieses Reichs sind im Nahen Osten und auf dem Balkan bis heute spürbar.

Ich hatte wieder einmal das Glück schönes sonniges Wetter zu haben und war in einem kleinen Minihotel in dem Stadtteil Fatih, direkt hinter der Sultan Ahmet Moschee, die auch als die blaue Moschee bekannt ist. Dadurch konnte ich fast alles zu Fuss erreichen und bin durch die ganze Altstadt gelaufen. Der Stadtteil Fatih ist im Prinzip auf einem Hügel gebaut und fällt zu den Seeseiten ab. An der Spitze des Hügels liegt die besagte Sultan Ahmet Moschee in Sichtweite zur Hagia Sophia, die heute ein Museum ist. Ursprünglich war es die größte Kirche der Christenheit und wurde später in eine Moschee umgewandelt. Das Gebäude hinterlässt aber auch ein entsprechend komisches Gefühl, da es architektonisch eine oströmische Kirche mit Minaretten ist und beispielsweise die Eingänge oder auch innere Durchgänge nicht in dem arabisch-osmanischen Baustil gebaut sind, was ja logisch ist. Das Gebäude ist imposant, aber irgendwie nicht Fisch und nicht Fleisch. Die später von Sultan Ahmed I. und 1616 fertig gestellte „Blaue Moschee“ ist ein 100%tiges osmanisch-muslimisches Bauwerk und sehr eindeutiger in ihrer architektonischen Sprache. Es ist wirklich eine wunderschöne Moschee, die aber gerade renoviert wird. Es waren eine Menge Besucher da. Sowohl aus der ganzen Türkei, aber auch aus arabischen Ländern. Auch einige Europäer haben sich dorthin verirrt, allerdings sehr viel weniger als sonst.

Persönlich empfinde ich heute viele Moscheen als sehr viel schöner im Vergleich zu vielen (nicht allen) Kirchen. Durch das Bilderverbot im Islam (im Urchristentum und Judentum ebenfalls) sind Moscheen spirituelle Orte, die wenig Ablenkung bieten. Man zieht seine Schuhe aus und läuft auf Teppichen. Außerdem sollte man so gekleidet sein, dass man dem Ort Respekt erweist. Keine kurzen Hosen, bedeckt und nicht irgendwie anzüglich oder leger. All diese Elemente gab es im Urchristentum auch. Der Gang in eine Moschee ist der Gang zu einem Ort der Stille. Bei durchdachten und architektonisch anspruchsvollen Moscheen wie der Sultan Ahmet Moschee, ist der ganze Lichteinfall von außen wirklich faszinierend zu sehen. Wenn man die Möglichkeit hat sich in Ruhe und Stille dort hinzusetzen, dann kann man die Spiritualität eines solchen Ortes verstehen und warum Menschen sich dorthin zurück ziehen.

 

Blackwater.live - Istandbul - hüzün
„Üzün“, Traurigkeit und Melancholie einer ganzen Stadt.

Quelle: eigen

 

Istanbul hat noch viele andere grosse Moscheen, in denen sich Menschen aus einer sonst extrem umtriebigen Stadt zurück ziehen können um zu beten. Außerhalb solcher Mauern pulsiert das volle Leben einer Großstadt von über 15 Millionen Menschen. Es bleibt offen, ob Augustinus von Hippo wirklich diese Stadt meinte, die aus Liebe zu sich selbst gebaut wurde oder ob er damit Rom meinte. Vielleicht kann das Gefühl Istanbul zu besuchen besser durch den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk beschrieben werden, der in seinem Buch „Istanbul – Erinnerungen an eine Stadt“ die Stadt als zerrissen und in tiefer Melancholie beschreibt. Im Türkischen gibt es das Wort „hüzün“ dafür, was so viel wie „Trübsinn“ bedeutet.

Orhan Pamuk zufolge ist „Hüzün“ „das Gefühl, mit dem sich im letzten Jahrhundert Istanbul und seine Bewohner auf intensivste Weise infiziert haben“Es handele sich dabei nicht um Schwermut des Einzelnen, sondern um ein von Millionen Menschen zugleich empfundenes „schwarzes Gefühl“, einer ganzen Stadt. Große Moscheen und geschichtsträchtige Bauten osmanischer Glanzzeiten stünden in scharfem Kontrast zum allgemeinen Niedergang der Stadt. Der „heruntergekommene Zustand, in dem sich alles und jedes befindet“, lösten jenen Hüzün aus, der die Stadt in Lethargie versinken ließe. Im wochenlangen Nieselregen der dunklen Jahreszeit sei das Schwarz-Weiß-Gefühl mit Händen zu greifen, so Pamuk.

Ich würde diesen Zustand nicht auf Istanbul beschränken wollen, in einem ähnlichen Zustand befinden sich viele geschichtsträchtige Orte von Griechenland beginnend und weit in den Nahen Osten hinein, was zweifellos ein Erbe des untergegangen osmanischen Reiches ist, das über all diese Gebiete herrschte. In Istanbul lässt sich das überkommende Gefühl aber am wenigsten leugnen. Es ist auch nicht die Art von Melancholie, vor der Menschen weg laufen oder die mit Depression assoziiert werden kann. Daher ist „Hüzün“ auch nicht 1:1 übersetzbar. Es ist eine Traurigkeit, die wie eine Sucht wird. Man will aus dem Licht in die Dunkelheit springen und sich auf das Gefühl einlassen und es spüren. Die meisten Menschen würde so einer Gefühlslage wohl entfliehen wollen, gerade in unseren Breitengraden haben die wenigsten die Stärke, in diesem Zustand zu verweilen. Aber wie ich es im Beginn dieses Artikels geschrieben habe, bedeutet das bewusst erlebte Leben auch auf dieser Reise anzuhalten, auch wenn das Wetter mal trüb und neblig ist und auch diesem Moment seine eigene Schönheit abzugewinnen.

Typische Momente von Melancholie entstehen oft, wenn man auf sein Leben zurück blickt und an vermeintlich bessere Zeiten denkt. Diese Momente sind oft verklärt, Objektivität und Erinnerung sind keine Geschwister. Ein kalter Regenschauer kann so schon einmal zu einem warmen Monsunregen werden. Mit der kollektiven Traurigkeit der Stadt Istanbul ist das nicht anders. In dem langsamen Verfall der Stadt – fast ist es wie wenn sich in Zeitlupe die Geschichte auf den Fassaden widerspiegelt – liegt die Erinnerung an die große Vergangenheit und die Sehnsucht vieler Einwohner an diese Zeiten anzuknüpfen. Aber es ist auch das Gefühl an einem Ort zu sein, an dem die Karavane der Geschichte vorbei gezogen ist. Die Türkei ist nicht mehr das Osmanische Reich und der Staatsgründer Kemal Mustafa Atatürk, hat bei der Gründung der jungen Türkei bewusst Ankara als Hauptstadt gewählt. So wirkt Istanbul wie die verlassene Frau eines Sultans, den es schon lange nicht mehr gibt. Und der einsamen Trauer haben sich die Einwohner mit angeschlossen. Es stimmt, manchmal kann man Traurigkeit nur überwinden, wenn man die Gründe dafür verarbeitet hat. Nur dann kann man abschliessen. Aber Istanbul will nicht abschliessen, Istanbul scheint die Geschichte angehalten zu haben und verweilt darin. Oder die Geschichte hat Istanbul angehalten. Verlässt man diese Stadt, verlässt man eine Trauernde. Und Trauernde alleine zu lassen ist nicht einfach, vor allem wenn man selbst von diesem Gefühl angesteckt wurde.

 

 

Blackwater.live - Istanbul Fatih
Letzter Abend in Instanbul: Verlassen einer Trauernden.

Quelle: eigene Aufnahme

 

 

Von Istanbul ging meine Reise weiter nach Palästina oder Israel. Welches Wort man für das Land wählt, hängt stark damit zusammen, mit welchen Menschen man spricht und ob man Rücksicht auf ihre Gefühle und Geschichte nimmt. Man selbst ist kein Beteiligter dieses Konflikts, nur ein Beobachter. Beide Seiten sind herzlich und familiär und zeichnen sich durch eine für uns Deutsche unbekannte Offenheit und Gastfreundschaft aus.

Wenn man nun also auf der Suche ist, auf den Spuren der großen monotheistischen Religionen, dann kommt man um eine Reise nach Palästina / Israel nicht herum. Es ist einfach eine Reise in das heilige Land und so fühlt es sich auch an. Dort wird auch heute, 2000 Jahre später, alles lebendig was man aus den Schriften kennt. Die Namen, die Orte, die Landschaften. Das Land ist von einer ungeahnten Schönheit geküsst, die mich selber überrascht hat. Es birgt aber auch die Konflikte in sich, die wir manchmal über Wochen in den Nachrichten sehen. Zwei Völker, ein Land, drei Weltreligionen. Menschen mit viel Emotion. Das kann große und ungeahnte Liebe mit sich bringen, aber auch grossen Hass.

Das alles wissend, fest entschlossen, so wenig wie wie möglich mich selbst polarisieren zu lassen – was im Herzen beim Besuch dieses Landes fast eine Unmöglichkeit ist – bin ich von Istanbul nach Tel Aviv geflogen und wusste schon, das wird nicht das einzige Mal sein, dass ich dorthin fliege. Ich habe es als Privileg empfunden, diesen Boden betreten zu dürfen.

 

 

 

 

Galiläa

oder

  – Ein Land das von Milch und Honig fliesst

 

Galiläa ist vielen bekannt durch den See Genezareth, auch Tibrias See genannt. Oder durch den Geburtsort Jesu Christi in der Nähe, Nazareth. Wer schon etwas mehr weiss, denkt vielleicht auch an einen anderen Konflikt der Region, den um die syrischen Golan-Höhen.

Galiläa ist wie ein Garten des Landes. Sehr ertragreich und fruchtbar, hier wird viel Obst und Gemüse angebaut und es gibt hervorragende Weine. Das und die Lebensfreude der Menschen lässt vermuten, dass in der erwähnten Hochzeit zu Kana in der Bibel etwas mehr getrunken wurde, als nur ein Viertel pro Kopf. Da ich von Tel Aviv nach Galiläa gefahren bin und nicht der Küstenlinie folgte, bin ich über das Jordantal von Süden nach Norden gefahren. Immer an der Grenze zu Jordanien entlang, dessen Grenzposten ich sehen konnte. Dann kam er, der See Genezareth. Da der See Genezareth mit 212 Metern unter dem Meeresspiegel der am tiefsten gelegene Süßwassersee der Erde ist, hat man selbst vom südlichen Jordantal aus kommend das Gefühl weiter in ein Tal zu fahren. Wenn sich dann der Blick auf den See öffnet, ist man so überwältigt von seiner Schönheit, dass man schon schwer schlucken muss.

 

Bildquelle: eigene Bilder

Info: Ich habe die Bilder beschrieben, einfach anklicken.

 

 

Der Jordan selbst hat drei Quellflüsse, der Hasbani im Libanon, der Dan im nördlichen Israel und der Banyas in den nördlichen Golanhöhen. Sie entspringen im Gebiet um das Hermongebirge. Sie vereinigen sich in der Gegend um Sede Nehemija zum Jordan, der danach in südlicher Richtung die Huleebene Nordgaliläas durchquert, bevor er bei Bethsaida in den See Genezareth mündet. An genau dieser Stelle in Bethsaida stand ich.

 

Blackwater.live - der Jordan 2
Der Jordan kurz bevor er in den See Genezareth fliesst.

Quelle: eigene Bildaufnahmen

 

 

Unmittelbar am Ufer des Sees liegen eine Reihe von Ortschaften, die größte ist Tiberias im Südwesten. Im Norden befinden sich unter anderem Tabgha, der Berg der Seligpreisungen, Kafarnaum und das erwähnte Bethsaida. Im Osten schließen sich die Golanhöhen mit den Wadis Yehudiya und Meschuschim an. Der syrische Golan ist seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 von Israel besetzt und seitdem ein umstrittenes Gebiet. Auf der Ostseite des Sees liegen mehrere Städte der Dekapolis in der Nähe der heutigen israelisch-jordanischen Grenze. Das Gebiet ist relativ klein, dafür dass es so viele Sehenswürdigkeiten gibt.

 

 

 

Die syrischen Golanhöhen 

 

 

 

Blackwater.live - Gamla

Wenn man von Ein Gev über Ramot Richtung Gamla (nach dem gleichnamigen Wein) die Golanhöhen hochfährt, durchfährt man ein zu dieser Jahreszeit in saftiges grün gefärbten Landschaft. Dabei ist es eine Empfehlung von mir, die Strasse zu nutzen, die am nächsten zur syrischen Grenze verläuft. Das ist die Strasse 98. Die meiste Zeit fährt man dann an der UN-Pufferzone entlang, die sehr schmal ist. Man kann direkt über die Mienenfelder hinweg nach Syrien schauen und sieht auch die syrischen Posten. Der Strasse immer folgend Richtung Berg Hermon, dem verbotenen Ort, auf dem nach der apokryphen Überlieferung die Dämonen die Erde betreten haben, kommt man an der syrischen Geisterstadt Al Quneidra vorbei. Dort kann man auch ein UN-Camp sehen. Am Strassenrand gibt es die Möglichkeit anzuhalten und eine Pause zu machen. Da das Gebiet eigentlich syrisch ist, leben Richtung Hermon viele Syrer, vor allem Drusen. Die Dörfer werden auch arabisch, was man an der Architektur und natürlich den Menschen sieht. Ein arabisches Dorf ist definitiv kein israelisches, nicht nur wegen der Moschee.

 

Bildquelle: eigene Bilder

Info: Ich habe die Bilder beschrieben, einfach anklicken.

 

 

Wiki sagt über die Golanhöhen:

Die Golanhöhen (arabisch هضبة الجولان Hadbat al-Dschaulān, DMG Haḍbat al-Ǧawlān, hebräisch רמת הגולן Ramat haGolan, deutsch [ɡoˈlaːn] ausgesprochen; gräzisiert Γαυλανίτις, Gaulanitis) sind im geographischen Sinne ein dünn besiedelter, hügeliger Landstrich im Nahen Osten. International anerkannt als Teil Syriens, wurden die Golanhöhen im Sechstagekrieg von Israel besetzt und 1981 annektiert. Israel verwaltete die Gebiete als Teil seines Nordbezirks; die Annexion wurde aber von den meisten Staaten nicht anerkannt. Syrien beansprucht das Gebiet nach wie vor komplett und zählt es zu seinem Gouvernement al-Quneitra; eine schmale Pufferzone wird seit 1974 von UNO-Friedenstruppen überwacht (UNDOF). Der Status der Golanhöhen war ein Hindernis für die Friedensverhandlungen zwischen den beiden Staaten. Während des Syrischen Bürgerkriegs wurde die Region wieder zum Brennpunkt mit Raketenangriffen aus Syrien und Israel. Am 25. März 2019 wurden die Golanhöhen von den USA als Teil Israels formell anerkannt.    (…)

 

Für mich persönlich sind die Golanhöhen ein wunderschöner und im Nebel fast etwas mystischer Ort. Die Mienenfelder zu sehen und in der Nähe der Strasse 98 die syrischen Grenzposten, war schon ein etwas beklemmendes Gefühl. Zumal im aktuellen syrischen Konflikt das der Punkt war, zu dem der Islamische Staat (IS) am weitesten vordrang. Je weiter es Richtung Norden ging, desto klarer wurde mir, das ist eigentlich arabischer Boden. Zumal ich von einer Stammleserin weiss, dass ihre Eltern aus der Gegend kommen und Syrer sind. Die Menschen machen diese Konflikte so real und es ist nicht nur irgend ein weiterer Krieg aus den Nachrichten. Das ist einer der Gründe warum ich glaube, wenn Menschen andere Menschen besser kennen lernen und verstehen, dann gäbe es einiges Leid weniger auf diesem Planeten. Aber solange die „anderen“ nur abstrakte Opfer von Konflikten weit weg sind, interessieren sich nur wenige dafür. Leid durch COVID-Viren gibt es beispielsweise in Asien schon seit vielen Jahren, aber interessieren tun wir uns erst dafür, seit dem wir selbst davon betroffen sind.

 

Nachdem ich in Galiläa und dem Golan einige Tage verbracht habe, ging es dann zurück Richtung Tel Aviv und von dort nach Jerusalem.

 

IMG_1133
Jerusalem, eine heilige Stadt für Milliarden von Menschen weltweit. Alleine das ist ein Grund die Stadt zu besuchen und sich offen darauf einzulassen und zu fragen, warum das so ist.

Quelle: eigene Bilder von Andaleeb B. /Ost-Jerusalem

 

 

 

Jerusalem – die Heilige – Königreich der Himmel

 

Jerusalem (hebräisch ירושלים ; أورشليم القدس, DMG Ūršalīm al-Quds ‚Jerusalem das Heiligtum‘, bekannter unter der Kurzform القدس, DMG al-Quds ‚das Heiligtum‘; altgriechisch Ἱεροσόλυμα Hierosólyma [n. pl.], oder ἸερουσαλήμIerousalḗm [f., indecl.]; lateinisch Hierosolyma [n. pl. oder f. sg.], Hierosolymae [f. pl.], Hierusalem oder Jerusalem [n., indecl.])

 

Für Milliarden von Menschen, die zum Judentum, Christentum oder zum Islam gehören ist die Suche nach Gott ein fester Teil ihres Lebens. Manche haben sich dem sogar ganz gewidmet. Und für diese Mehrheit der Weltbevölkerung, ist Jerusalem eine heilige Stadt. Die Stadt Gottes, wie man über Jahrhunderte sagte. Die Heilige. Selbst Menschen die sich als nicht gläubig bezeichnen, sind von dieser Stadt berührt. Es ist wirklich so, dass wenn man an den heiligen Stätten steht, man von einem flauen und berührenden inneren Gefühl überkommen wird und innerlich sagt, „hier war es also“. Hier fing das alles an. Ich habe persönlich in meinem Leben nur ein Mal dieses Gefühl gehabt, wenn auch nur in einer ähnlichen Weise. Wenn man sich aufzulösen scheint und alles um sich herum vergisst, umschlossen von einer unsichtbaren Hand aus Luft. Das war damals auf Big Island Hawaii, ein Ort, den ich als wilde Schönheit der Natur bezeichnen würde, aber der an vielen Stellen heiliger Boden ist und auch so von den Hawaiianern gesehen wird. Rückblickend war das einer der Orte, in denen ich anfing aufzuwachen, denn kein Mensch könnte mir geben, was ich dort fühlte. Das war mein Bereshit בְּרֵאשִׁית, mein persönlicher innerlicher Anfang. Und es ist ein Prozess, in dem man sich ab da findet. Ich habe das damals in meinem Artikel „Was ist Wahrheit?“ beschrieben.

 

Bildquelle: eigene Bilder

Info: Ich habe die Bilder beschrieben, einfach anklicken.

 

Solche heiligen Orte werden dazu, wenn wir es zulassen. Man muss sich darauf bewusst einlassen und bewusst diese Schwelle der gefühllosen Rationalität in diese andere Wirklichkeit überschreiten. Es gleicht der Formulierung von Salaman Rushdie in einem seiner Werke, „eine Stadt, sichtbar aber ungeschaut.“ Die Landkarte ist nicht das Gebiet. Was wir sehen, ist nicht alles was existiert und was wir nicht sehen, ist eben oft nur verborgen. Das sind die Gedanken, die ich mit Reise meine. Es ist eine Reise durch das Leben, die viel größer als Materielles ist. Und ich möchte jedem empfehlen, sich das nicht von anderen Menschen nehmen zu lassen, weder durch seelenloses rein rationales Denken noch durch Menschen, die nicht glauben und Religion nur nutzen um andere zu manipulieren. Es ist sonst nur ein halbes Leben, was man lebt. Es ist, wie wenn man sich von anderen etwas vorenthalten lässt oder ablehnt, nur weil diese es mißbrauchen oder damit nicht umgehen können. Heute würde ich rückblickend auf die letzten Jahre sagen, dass man in diesen sensiblen Bereichen des Lebens niemals unreflektiert und unkritisch Ansichten anderer übernehmen sollte. Es gibt keinen anderen Weg als selbst laufen, tasten, fühlen und sehen zu lernen. Andere Menschen oder Institutionen werden einen immer enttäuschen können. Aber Werte, Spiritualität und Glauben sind, wenn sie nicht auf Menschen bauen, unumstösslich. Das kann einem niemand nehmen.

Das waren auch in Jerusalem meine Gedanken, als ich am 14. März, einem Sabbat die Jaffa Street entlang gelaufen bin. Wie an Sabbat üblich, waren die Geschäfte alle geschlossen, keine Bahnen fuhren, fast keine Menschen waren auf der Strasse. Es nieselte leicht. Ich bin von meinem Airbnb etwa 40 Minuten gelaufen, bis ich am Jaffa Tor der Altstadt angekommen war. Im Nachhinein berührt es mich, dass ich noch durchlaufen konnte, denn inzwischen ist es erstmals seit 1967 geschlossen. Von dort aus bin ich relativ gerade auf Al Aksa, den Tempelberg zugelaufen. Es sind viele verwinkelte Gässchen mit kleinen Geschäften und Läden, die aber von Muslimen geführt werden und daher an Sabbat offen haben. Aber es war auch hier nicht viel los, die Krise hatte die Stadt schon erfasst. Ich hatte nur dieses Bild im Kopf von der Tempelmauer und der Al Aksa Moschee auf dem Berg und habe fast alles andere ignoriert auf meinem Weg durch die Gassen. Al Aksa war zu dem Zeitpunkt schon gesperrt, aber die Tempelmauer – auch als Klagemauer bekannt – war noch frei zugänglich.

 

Old city of Jerusalem in twilight
Leere Gassen der Jerusalemer Altstadt. Wer alles auf diesen Wegen lief? Der Gedanke birgt seine ganz eigene Anziehung in sich.

 

 

Jeder Schritt näher zu diesem Ort war wie auf den Spuren all derer zu laufen, die für diese Stadt im Laufe der Jahrhunderte ihr Leben verschrieben haben. Nachdem ich durch eine letzte Sperranlage und Kontrolle durchgegangen bin stand ich an diesem Ort, den ich seit ich denken kann aus den Nachrichten und aus Dokumentationen kannte. Das war er also, der Tempelberg und die Mauer des zweiten Tempels, der von König David erbaut wurde.

Es gibt wirklich keine Worte die beschreiben könnten, wie es sich anfühlt dort zu stehen, die Steine zu sehen und zu berühren. Ich glaube an diesem Ort wird einem endgültig bewusst, dass man nur ein kleines Sandkorn in der menschlichen Geschichte ist und das der große Plan hinter allem – wenn man gläubig ist – weit über alles hinaus geht, was wir erfassen können und viel größer ist als das, was Menschen denken. Es ist ein Ort, den die absolute Mehrheit der Weltbevölkerung kennt und damit etwas in ihrem religiösen Geschichtsbewusstsein verbindet. Es ist ein Ort, der das Schöne, das Große und das Erhabene von tiefen und echten Glauben repräsentiert. Zugleich ist es ein Ort, der auch die tiefe Tragik menschlichen Strebens nach der einen Wahrheit und der Suche nach Gott widerspiegelt. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile – wie sehr spürt man das auf diesem heiligen Boden. Jeder Schritt fühlt sich dort schwer an, weil man sich wie schuldbeladen fragt, was man bisher eigentlich glaubte zu wissen. Der Ort braucht niemanden, der ihn weiter erklärt oder rechtfertigt. Der Mensch spürt und weiss es einfach selbst, wenn er dort steht. Aus einem zuvor auch manchmal diffusen Gefühl wird sicheres Wissen. Dort gewesen zu sein fühlt sich an, wie einen fehlenden Teil von sich selbst wieder zurück bekommen zu haben. Dieser Ort spricht nicht in einer menschlichen Sprache zu einem, weder in Hebräisch, Arabisch noch in einer anderen Sprache, aber er gibt einem eine Antwort. Die Fragen, die sich vorher stellten sind einfach beantwortet. Gott ist größer – größer als unser Herz, unsere Fragen, unsere Suche und unser Denken. Ich habe mich an dieser Stelle nicht als Jude, Christ oder Muslim gefühlt, nicht zugehörig zu irgend etwas, sondern einfach als Glaubender. Das ganze Gebiet um die Klagemauer und Al Aksa polarisiert aus meiner Sicht nur, wenn man vorher schon polarisiert dort hin geht. Wenn man offen und frei ist sich darauf einzulassen und vor allem unvoreingenommen, dann fühlt man sich einfach an einem heiligen Ort anwesend.

Ich würde bei einem Besuch dieser Stadt empfehlen, sich auch ausreichend Zeit für sich selbst zu nehmen und sich nicht nur mit Erklärungen von anderen oder von einer Reisegruppe zu quatschen zu lassen. Sonst wird aus dem Besuch von heiligen Boden nur ein Trip zu Sehenswürdigkeiten und für Fotos. Es ist kein Instagram-Ort, kein Platz um seine „must seen“ Lebens-Checkliste abzuarbeiten. Wie man es schon auf Hawaii sagte: Wenn Du diesen Ort deswegen besuchst, dann hast Du es nicht verstanden und das Wesentliche bleibt Dir verborgen. Ich habe dort kaum Fotos gemacht – ich habe es schlicht vergessen. Diese Stadt zu besuchen verändert einen, ungeachtet was man vorher dachte oder geglaubt hat.

Wenn man die heiligen Plätze der Jerusalemer Altstadt verlässt fühlt es sich an, wie wenn einem etwas genommen wurde um etwas größeres zu erhalten. Wie als wenn man ausgetretene Pfade verlässt und für sich als Hausaufgabe mitnimmt, dass man das Leben nochmal durchdenken muss. Dass man einen zu eingeschränkten Blickwinkel darauf hatte.

 

IMG_1137
Al-Aksa, Treppe zum Felsendom.

Quelle: eigene Bilder von Andaleeb B. /Ost-Jerusalem

 

 

 

Jaffa – the old Yafo يَافَا

– ein kleiner Ort ist Symbol eines großen Konflikts

 

Tel Aviv-Jaffa (hebräisch: תֵּל־אָבִיב-יָפוֹ, arabisch: ‏تَلْ أَبِيبْ يَافَا‎; zu deutsch „Frühlingshügel“ ist die Stadt, die aus dem kleinen Örtchen Jaffa oder Jaffo erwachsen ist. Jaffa ist das biblische Joppe. Ein Ort, der die ganze Tragik der menschlichen Geschichte in der Region zeigt.

Jaffa, the old Jaffo, wirkt an sich wie ein unbeschwerter Ort in diesem geschichtsträchtigen Land. Aber der Eindruck trügt. Wer den ganzen Artikel mal bei Wikipedia liest merkt, das mit diesem Ort die Geschichte Tel-Avivs beginnt. Und Jaffa war, bevor das passierte, arabisch-palästinensisch und wird von den Palästinensern natürlich als ihre Stadt gesehen. Die Vertreibung von über 50.000 Arabern 1948 im Zuge der „Nakba“ lässt sich nicht negieren.

In Israel steht man irgendwie immer auf dem Boden von zwei Ländern. Beide Seiten können ihre Position überzeugend erklären, wechselseitig gibt es bis heute Täter und Opfer in diesem Konflikt. Und mal ist jeder Täter, mal ist jeder Opfer. Wenn man sich mit beiden Seiten beschäftigt, bleibt ein gebrochenes Herz zurück. Es ist für den Aussenstehenden unmöglich, sich mit einer einseitigen Position zu dem Thema wohl zu fühlen – höchstens mit viel Ignoranz. Jaffa spiegelt das für mich am besten wieder. Es ist ein wunderschöner Ort, eine malerische Kulisse. Die Architektur ist oft arabisch geprägt. Und man findet dort auch noch Araber, aber es kommt einem vor, wie wenn diese dort fremd wären. Wenn man sie anspricht, sind sie für arabische Menschen ungewöhnlich zurückhaltend bis ängstlich, so war mein Eindruck. Vielleicht sind solche Begegnungen schon zu oft von Enttäuschung geprägt gewesen.

Die jüdische Geschichte hingegen, mit ihren dramatischen Verfolgungen, unter anderen ausgelöst durch die sogenannte christliche Substitutionstheologie, die final im Holocaust gipfelte, hat natürlich ein gefühlt unumstössliches moralisches Bollwerk aufgebaut. Es ist zu jeder Zeit in Israel gut, wenn man die Frage wem das Land gehört, nicht beantworten muss. Die Frage kann auf vielen Ebenen gestellt werden, von historisch bis theologisch-moralisch. Und sie lässt sich nicht mit einer Antwort beantworten. So wie die jüdische Geschichte aus jahrhundertelangem Leid und Vertreibung besteht, so hat sich das für die Palästinenser in den letzten 140 Jahren auch zugetragen. Leid kann man nicht gegen Leid aufrechnen. Bis die Juden wieder in ihr Land zurück kehren konnten, was Ihnen in dem Bibelbuch Jesaja versprochen wurde, sind fast 2000 Jahre vergangen. Wie lange das bei den Palästinensern dauern wird, vermag niemand zu sagen.

Die Palästinenser gedenken der „Nakba“, der großen Katastrophe,  jährlich am 15. Mai. Es ist der Tag nach der israelischen Unabhängigkeitserklärung, die in Israel und in vielen jüdischen Gemeinden der Diaspora nach dem jüdischen Kalender als „Jom haAtzma’ut“, als Nationalfeiertag Israels, gefeiert wird. Heute, am 14. Mai 2020, ist der große Tag Israels und der Israelis, morgen der große Trauertag der Palästinenser. Heute sind genau 72 Jahre seit dem vergangen. Ein ganzes Menschenleben. Wenn man Freunde auf beiden Seiten hat, zwei verstörende Tage. Einerseits freut man sich für ein Volk, dass nach Jahrhunderten langer Verfolgung in Europa und anderswo endlich eine Heimat hat, andererseits tut es um den Preis weh, den die Palästinenser dafür zahlen mussten. Manche Historiker haben die Feststellung gemacht, dass die Palästinenser den Preis für den Holocaust mit bezahlt haben. Man kann sich Dokumentationen von beiden Seiten ansehen und weiss, es war wohl so. Die Frage nach der Gerechtigkeit und vor allem nach einer Lösung lässt sich nur für die beantworten, die diesen Konflikt nur einseitig kennen oder eben gar nicht. Oder kein Empfinden für historische Zusammenhänge und Gefühle von Menschen haben. Es gibt sowohl auf der israelisch-jüdischen als auch auf der arabisch-muslimischen Seite Verbrecher, Terroristen, Radikale und Fanatiker. Manche in Terrorgruppen organisiert, manche in Parteien. Und auch untereinander herrscht keine Einheit. Politiker und wie so oft Geistliche, spalten und hetzen Menschen gegeneinander auf.

Aber es gibt auch Väter, Mütter und Kinder. Es gibt Familien. Unschuldige. Die Mehrheit auf beiden Seiten ist heute, im Jahr 2020, unschuldig an all dem Leid. Und der nahe Osten ist ein Spielball von größeren Mächten. Das war er gestern, ist es heute und wird es auch morgen sein. Die meisten Einzelschicksale geraten zwischen die Mühlen der Geschichte. Hört man sich ihre Erlebnisse an, fühlt man mit. Aber niemand kann das Rad der Geschichte zurück drehen. Heute kann man nur versuchen aus den Fehlern zu lernen und gerade mit dem Wissen um die Vergangenheit, sich nicht erneut spalten lassen. Den die Mechanismen wie „Teile und Herrsche“, Minderheiten zu Sündenböcken zu machen oder sich gegenüber anderen Menschen überlegen zu fühlen, sind heute noch so wirksam wie damals. Überall auf der Welt.

Wenn man in Jaffa die Sonne untergehen sieht und sich der ganzen Geschichte um diesen Ort und das Land bewusst ist, dann ändert das nichts an dem Konflikt und der wechselhaften Vergangenheit. Innerlich möchte man am liebsten eine Antwort haben, zumindest für sich selbst. Eine Stellung beziehen können und damit seinen Frieden mit diesem Thema zu finden. Aber nach einer gewissen Zeit schliesst man mit diesen Gedanken innerlich ab, man lernt innerlichen Frieden zu finden, ohne dass es ihn äußerlich je geben wird und beobachtet nur noch die Schönheit der untergehenden Sonne im Meer vor Jaffa. Diesen Anblick hatten 2000 v. Chr. schon die Kanaaniter und Ägypter. Später kamen Phönizier, Makkabäer und Römer, als der Ort noch Joppe hiess. Der Apostel Petrus traf hier auf den römischen Offizier Cornelius. (Apostelgeschichte 10) Der Ort wurde byzantinisch, arabisch und türkisch. (Seldschuken, 1071). Im Jahr 1099 kamen die ersten Kreuzritter. 1191 eroberte der berühmte Richard Löwenherz den Ort, nachdem er den ebenfalls historisch herausragenden Sultan Saladin besiegte. Im Wechsel wurde der Ort von Arabern und Kreuzrittern mehrfach erobert und wieder verloren. Später waren es dann die Osmanen, die das Gebiet beherrschten (1516). Jahrhunderte später war Napoleon Bonaparte hier, der von Ägypten über Gaza hier durchzog, einige Zeit danach fiel der Ort wieder an die Osmanen zurück. Später an die Engländer und 1948 an den jungen Staat Israel.

Sie alle dachten, der Ort wird für immer ihnen gehören. Doch das Rad der Geschichte drehte sich weiter. Was aber bleibt?

Es bleibt ein atemberaubender Sonnenuntergang am Ende einer langen Geschichte und eines langen Tages, den Wunsch die Zeit anhalten zu wollen, obwohl es nicht geht. Man kann Orte, das Leben und die Zeit nicht besitzen. Man kann nur neben und mit ihnen existieren und eine Weile seinen Weg zusammen gehen. Bis sich unsere Wege trennen, so wie der Sonnenuntergang den Tag beendet.

 

Blackwater.live - Old Jaffa
Sonnenuntergang vor Tel Aviv-Jaffa (hebräisch: תֵּל־אָבִיב-יָפוֹ, arabisch: ‏تَلْ أَبِيبْ يَافَا‎; ) Ein Ort der für die wechselvolle menschliche Geschichte steht. Man befindet sich in bester Gesellschaft: Viele Völker und Menschen haben an dieser Stelle die Sonne im Meer untergehen sehen.

Quelle: eigene Bildaufnahmen

 

 

 

Epi·log

/Epilóg/

Substantiv, maskulin [der]

LITERATURWISSENSCHAFT
  1. 1.
    Schlussrede, Nachspiel im Drama
  2. 2.
    abschließendes Nachwort

 

 

Israel und Palästina, ein kleines Gebiet auf unserer schönen Erde, bei der für archäologische Grabungen schon eine Zahnbürste zu grob wäre, wie manche Archäologen sagen. Für die meisten Menschen wird eine Reise dorthin, eine Reise in ihre eigene Vergangenheit sein, obwohl sie vielleicht noch nie vorher dort waren. Wenn sie landen, wird es sich vertraut anfühlen. Wenn sie Ortsnamen lesen, wie ein Dejavu. Das liegt daran, dass die Mehrheit der Menschen auf dieser Erde, durch eine der drei Offenbarungsreligionen geprägt wurde oder davon zumindest sozialisiert wurde. Die Geschichten der Bibel kennt – wenn auch noch so diffus – so gut wie jeder. In Israel merkt man dann, es ist mehr als nur eine Geschichte. Es ist Vergangenheit und Identität. Es ist der Ort wo alles begann.

Die letzten Monate habe ich mich viel mit Glauben und Religion beschäftigt und ich weiss, für dieses Thema reicht die Dauer vieler Menschenleben nicht aus. Natürlich ist das Thema für viele Menschen auch eine Suche, die vermutlich nie ein Ende nehmen wird. Das liegt aus meiner ganz bescheidenen Sicht daran, dass wir eine Wahrheit erwarten, wo sie niemals sein kann, da die Wahrheit größer ist, als wir es erfassen können. Denn wenn die Wahrheit „Gott“ ist, so heisst es über diesen selbst, dass er größer als unser Herz und Verstand ist und wir nie alles über ihn in Erfahrung bringen werden. Schrifttexte reiche ich gerne bei Interesse nach.

Viele Kommentare auf diesem Blog zeugen davon, dass es auch in Deutschland noch Menschen gibt, denen diese Fragen etwas bedeuten und einiges von den Inhalten dieser Kommentare habe ich auch in diesen Artikel einfliessen lassen. Nicht einfach so, sondern weil die Aussagen zutreffend und aus meiner Sicht richtig waren. Und in vielen Fällen auch beeindruckend fundiert und offen. Alleine das zeugt bereits davon, dass die Glaubenswelt doch etwas komplexer und größer ist, als man es sonst vermuten würde.

Wir alle sind durch einen Glauben sozialisiert worden und sei es nur der Glaube, dass Glaube sinnlos ist und Gott nicht existiert. Auch das ist ein Glaube. Man kann nicht nichts glauben, vielleicht aber kann man nichts denken, was den Hirntod bedeuten würde. Warum sollte man sein Vermögen zu denken also nicht gebrauchen?

Viele Menschen haben – und das soll keineswegs ein Urteil sein – eine Religion oder einen Glauben, weil sie in einem bestimmten Teil der Welt geboren wurden. Oder weil sie in einer bestimmten Familie aufgewachsen sind. Je nachdem wie stark diese externen Einflüsse waren, haben sie sich dann noch unabhängig davon eine Meinung bilden können oder aber eine Echokammer aufgebaut. Das führt dann dazu, dass man aufhört zu forschen und zu denken, sondern nur noch Informationen akzeptiert, die in das eigene Weltbild passen. Oder die Quelle einer Nachforschung ist im Vorfeld nur das, von dem man weiss, es bestätigt die eigene Position. Dieser Effekt kann so stark sein, dass man Freundschaften abbricht oder Kontakte so wählt, dass diese Echokammer immer aufrecht erhalten bleibt. Das kann aber niemals zu einer neuen Erkenntnis führen und ist nicht die Botschaft eines intelligenten Schöpfers, der uns mit Sinn und Verstand ausgestattet hat und in Torah, Bibel und Quran – je nach Leserin oder Leser habe ich alle drei erwähnt – zum denken und suchen auffordert. Welchen Sinn ergibt das? Unter anderem aus diesem Grund, habe ich mich aus diesem geistigen Gefängnis befreit. Eine Gefängnismauer ist keine Schutzmauer – auch nicht wenn man das in Nordkorea behauptet. Und auch wenn es vielleicht Millionen indoktrinierte Nordkoreaner glauben.

Wir versuchen einen menschlichen Maßstab aus unserer Welt des Sichtbaren an etwas anzulegen, dass nicht sichtbar ist. Wir wollen immer etwas Greifbares haben, wie schon einst das alte Volk Israel, als es nicht reichte Gottesnähe zu spüren. Dann machten sie sich ein goldenes Kalb, um dieses anzubeten. Jeder Leser wird ungeachtet seines Glaubens mir zustimmen, dass dies genau das Problem ist. Als wollte man den Wind greifbar machen und weil das nicht geht, baut man sich einen Papierdrachen und dankt diesem für den Wind. Es klingt absurd, aber Menschen gehen oft so weit, indem sie dann selbst geschaffenen „goldenen Kälbern“ diese Heiligkeit zusprechen, seien es Kirchen, Organisationen oder Einzelpersonen. Dabei wird oft überlesen, was schon die Schriften an vielen verschiedenen Stellen immer wieder sagten. Ich zitiere heute nur Jeremia 17:5 „Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut (…)“

Ich denke das brauche ich nicht weiter zu erklären, alleine die letzten 1900 Jahre zeigen sehr deutlich wohin es führt, wenn man sich seinen Glauben von anderen diktieren lässt, als wenn man ein Vollkornbrot durch McDonalds ersetzen könnte. Aufrichtiger Glaube wird zu Leichtgläubigkeit reduziert. Je mehr der Glaube an Gott zu einem Glauben an Menschen wird, umso verheerender die Folgen. Und die Geschichte hat sich immer wiederholt und wird es auch heute tun.

 

Blackwater.live
„Was ist Wahrheit?“ fragte der römische Stadthalter Pontius Pilatus Jesus von Nazareth. (Joh. 18:38) Historisch betrachtet war dieser ein palästinensischer Wanderprediger. In den Augen von Muslimen, war er einer der größten Menschen auf Erden und ein Prophet. Aus christlicher Sicht sogar Sohn Gottes. Für die Mehrheit der Christen heute sogar Gott selbst. Ungeachtet wie man dazu steht, war die Antwort Jesu in den Evangelien immer, dass die Schrift (hebräischer Teil der Bibel, der Rest existierte noch nicht!) und sein Wort Wahrheit sind und das er diese Worte von dem hat, der ihn ausgesandt hat. (wer hat ihn ausgesandt?) Dabei geht es stets um die Gebote, insbesondere um die beiden größten. (Markus 12:32-34 vgl. 3.Mose 19:18) Wenn das die Wahrheit ist, was sind dann Kirchen, Organisationen und die institutionalisierte Religion als solches? Diese Frage muss im Einzelfall jeder für sich selbst beantworten. Hilfe zum Glauben oder „goldenes Kalb?“

Quelle: Nikolai Ge, Was ist Wahrheit?, 1890, Wikipedia

 

 

Aber wieso kommt es immer wieder dazu? Zu all den falschen Aussagen, der Politisierung von Religion, falschen Vorhersagen und Menschen die behaupten, zu wissen was Gott denkt?

 

J.W. Brown der 1960 verstarb, hat es einmal sehr gut erklärt. Es ist mit die überzeugendste Erklärung für das eigentliche Problem:

„Ob es sich um eine politische, religiöse oder soziale Organisation handelt spielt hier keine Rolle. Der entscheidende Punkt ist: Wenn die Idee als Organisation Gestalt angenommen hat, dann wird die Organisation die Idee, der sie ihr Dasein verdankt, langsam, aber sicher zunichte machen…(…) Handelt es sich um eine religiöse Organisation, wird ihre Botschaft als Glaubensbekenntnis Form annehmen. Über kurz oder lang besteht das Hauptinteresse als Kirche dann darin, sich selbst als Organisation am Leben zu erhalten. Zu diesem Zweck muss sie jedem Abweichen vom Glaubenbekenntnis mit Widerspruch begegnen; nötigenfalls muss sie es als Ketzerei zu Schweigen bringen. Was einmal als Bühne für eine neuere, höhere Wahrheit gedacht war, ist innerhalb von ein paar Dutzend oder auch oder auch einigen hundert Jahren zum Gefängnis für den menschlichen Geist geworden. Hat die Idee einmal die Organisation hervor gebracht, entwickelt diese ein Eigenleben, das keine Verbindung zur eigentlichen Idee mehr hat und ihr zu schaden beginnt. Was diesen Abweichungsprozess ablaufen lässt, so das die Organisation schliesslich das Gegenteil der ursprünglichen Idee repräsentiert, ist die menschliche Neigung, sich in Organisationsdenken zu verfangen, statt dem Geiste zu dienen … Die Organisation wird weniger zur Bühne für die Idee als vielmehr zu einem Kanal, mittels dessen man bestimmten Interessen zu dienen hat.“

 

Je mehr der Glaube sich um ein menschliches System dreht, umso mehr lässt der Gläubige in seinem Streben nach geistigen und spirituellen Dingen nach, so konnte ich es die letzten Jahre oft beobachten. Solch ein Mensch ist sehr religiös, doch im Grunde genommen „ungeistig“, er ist ein organisationsgläubiger. Er hängt mehr an den von Menschen gemachten Regeln, Riten und Kulten und sieht mehr die Symbolik als die wirkliche Bedeutungen dahinter. Gott aber ist ein Geist und wer ihn anbetet, muss ihn im Geist und in Wahrheit anbeten, so sagt es die Schrift. (Johannes 4:24)

 

Als ich Israel Ende März verlasse und nach Europa zurück kehre ist es wie die Unterbrechung einer Reise. Und es ist wie der Flug zwischen zwei Welten. Dem Nahen Osten, in dem der Glauben und Gott eine große Rolle im Leben der Menschen spielt und Europa, dass diesen Glauben in vielen Fällen schon hinter sich gelassen oder ersetzt hat. Die zu dieser Zeit aufkommende Corona-Krise und die daraus resultierenden Folgen werden die nächsten Wochen manche Menschen dazu bewegen, das nochmal zu überdenken. Ob sie sich dann echter Spiritualität zuwenden oder wieder Substitute dafür suchen bleibt abzuwarten.

Aber ist das ein angemessener Grund, so eine entscheidende Lebensfrage zu überdenken? Oder ist es nicht einfach nur Hysterie und Weltuntergangspanik? Es kann bestenfalls ein Beginn sein, denn die Welt dreht sich morgen weiter und dann wird wieder kurzweiliges Vergnügen im Vordergrund stehen. So wie es immer schon war.

Im Anfang, nicht am Anfang. Ein laufender Prozess. Denn wirklich eintauchen kann man in diese Gedankenwelt nur, wenn man sich darauf ohne Not und mit einem offenen Herzen einlässt. Nicht in der Erwartung etwas Sichtbares zu finden, nur in der Erwartung etwas Unsichtbares zu spüren. Wer sich selbst ein „goldenes Kalb“ macht oder ein fertiges von anderen übernimmt, dem bleibt echte Spiritualität verschlossen. So wie unser Auge nur ein Prozent des vorhandenen Lichtspektrums wahrnimmt und neunundneunzig Prozent unsichtbar bleiben.

Aber die meisten von uns wissen, dass im Leben gerade die Dinge interessant, spannend und von Bedeutung sind, die wir nicht wissen. Oder noch nicht wissen. Wäre das nicht so, wären wir alle bestenfalls auf dem kognitiven Stand von Kleinkindern.

 

 

Eine doppelte Botschaft

Bereshit בְּרֵאשִׁית , meint den Anfang einer Sache in Hebräisch. In den eng verwandten semitischen Sprachen Arabisch und Aramäisch heisst es ebenfalls „im Anfang“, في البداية , selbst wenn man nach „am Anfang“ in Wörterbüchern sucht. Es gibt in den biblischen Ursprachen des alten Testaments Hebräisch und Aramäisch kein „am Anfang.“ Es gibt „im Anfang“, einen fliessenden Prozess. Der, der dahinter steht, hat keinen Anfang, was der nahe liegende Grund dafür ist.

Zeit ist für uns ein schon immer schwer zu begreifendes Thema gewesen, gerade wenn es um die Unendlichkeit geht. Fest steht nur, dass wir als Menschen nur eine gewisse Zeit haben, die dann mehr oder weniger plötzlich abläuft. Was wir mit dieser Zeit machen, bleibt uns überlassen. Man kann diese Zeit immer mit irgend etwas füllen und seine eigene Verantwortung für sein Leben damit abgeben. Das neuste iPhone, der schönste Urlaub, das neuste Auto. Oder man sucht sich irgendwelche von Menschen gemachte Inhalte. Man kann in seiner Arbeit, seiner Firma oder seinem Sportverein aufgehen. Es gibt viele Ablenkungen und Möglichkeiten. Jeder dient, jeder betet etwas an.

Aber nichts dieser Dinge wird uns mehr wichtig sein, wenn wir den letzten Sand durch die Sanduhr unseres Lebens rieseln sehen. Auch eine nur für andere gelebte Religion wird in Sekunden zusammen fallen, ein Glauben ohne Substanz sich auflösen. Ein Haus auf Sand gebaut. In diesem Moment werden wir entweder festhalten wollen was nicht zu halten ist, oder aber wir werden entspannt loslassen und uns fühlen wie ein Fisch, der in den Ozean entschwimmt. Der Fisch weiss nicht, was ihn im Detail erwarten wird, wie tief und groß der Ozean ist, wohin diese Reise ihn genau führen wird. Er weiss nur:

Er ist frei. Denn die Wahrheit macht frei.

 

 

Blackwater.live - Sinnfragen
Keine Esoterik oder diffuses Gefühl: Das Universum ist echt. Ein stiller Zeuge für eine Wahrheit, die größer ist als wir. Aber was ist Wahrheit?

 

 

„infinitum non capax infiniti“ („das Endliche ist nicht fähig, das Unendliche zu erfassen“)

– Immanuel Kant, 1724-1804

39 Kommentare zu „Im Anfang, (Bereshit), בְּרֵאשִׁית , في البداية

Gib deinen ab

  1. Den Artikel habe ich fünf Mal gelesen. Bei ersten Mal nur nebenher. Beim zweiten Mal konzentriert. Beim dritten Mal angefangen nachzudenken. Beim vierten Mal mit Tränen in den Augen. Beim fünften Mal habe ich danach gebetet ob es einen Gott wirklich gibt, weil ich das irgendwie doch glaube und ich ihn finden will. Ich möchte wie du auch nach Israel und hoffe es klappt nächstes Jahr!! Danke, Danke, Danke für dieses Meisterwerk aus deinem Urlaub. Das kam genau im richtigen Moment für mich!

    Liken

  2. Jesus war nie Mitglied einer Glaubensgemeinschaft, er war Jude. Er ist da auch nicht irgendwie ausgetreten oder konvertiert. Seine Nachfolger auch nicht. Die ersten Christen nannte man den “Weg”. Jesus sagte, sie werden um seines Namens Willen verfolgt werden. Was auch so geschah, noch bevor “der Weg” zu Christen in Antiochia wurde. Die ersten Christen waren Israeliten, die bereits Probleme im Umgang mit Unbeschnittenen hatten, siehe Jerusalemer Beschluss. Jesus hat vor 2000 Jahren hier auf der Erde gewirkt. Und doch meinen alle christlichen Kirchen und Gruppen sein Erbe angetreten zu haben. Wenn einer aber von denen behauptet Nachfolger Jesu zu sein, dann müsste man sich an die Aussagen der Bibel halten, was keine der Kirchen und Gruppen insgesamt macht. Wenn Jesus ein xzy/was-auch-immer-wäre, dann hätte er genausogut ein Mormone, ein Adentist, ein Neuapostole oder ein Protestant oder Kathole sein können, denn all diese Sekten und Splittergruppen beanspruchen ihn als ihren obersten Führer und einen der ihren. Ja selbst die Moslems tun das, indem sie Jesus als einen ihrer großen Propheten einreihen. Jesus kann auch ein Moslem sein und “gute” Moslems behaupten genau dies.Deshalb noch einmal zur Wiederholung: Jesus war KEIN “was-auch-immer-ihr-hier-einsetzen-wollt.” Laut eigenen Aussage war er ein “Zeuge seiner selbst”, seiner Mission, nachlesbar hier: Joh 8,18a. Laut Joh 18,37 war er ein “Zeuge der Wahrheit”. Er war -das spricht für Moslems- ein Gesandter (seine Mission) und dem Willen seines Vaters ergeben. (also sich selbst? – Trinität gute Nacht) Es wird doch mehr und mehr klar: Entweder man setzt sich mit den Basics auseinander, oder man kann sich seine Religion nach dem Baukastensystem selbst zusammen bauen.

    Liken

    1. Glaube an Jesus bedeutet nicht Mitgliedschaft in einer bestimmten Kirche oder Konfession oder Gemeinschaft – sonst hätte man ja Glauben durch Mitgliedschaft😂😂😂

      Liken

  3. Glaube ist für die meisten Menschen auf der Erde wichtig und richtig, er gibt Hoffnung und macht Mut. Aber er wird regelmässig von herrschsüchtigen und ichbezogenen Menschen missbraucht. Gift kann man meist nur mit Gegengift behandeln. Der Wahrheitsbegriff mag diskutabel sein, unter gläubigen Menschen der beiden grossen Religionen (+ Judentum) kann das nur die Schrift in Form der Hauptbücher sein. Blackwater hat m.E. gut erklärt wie diese Bücher die Verlogenheit entlarven. Wohl auch einer der Gründe warum man Bibel und die Übersetzer verbrannt hat oder neue verfälschte Übersetzungen rausgibt, wie schon vor 400 Jahren in England. Und nicht böse sein – wer kann der Koran in arabisch lesen und verstehen? Wohl nicht die Mehrheit der Moslems. Aufwachen ist hier dringend notwendig! Wie die Weltgeschichte zeigt, haben immer wieder religiöse Menschen über ihre Anvertrauten geherrscht. Es wurde diesen genau erklärt, was richtig und falsch ist und was Gott angeblich will. Gott will, dass ihr Geld zahlt und spendet. Alles für die gute Sache. Gott will diesen Krieg. Gott will, dass ihr euch uns unterordnet, wir wissen was gut für euch ist. Steht nicht in der Bibel? Kein Problem, wir sind Gottes Weg euch Zusatzinfos zu geben. Auffallend auch: das „falsche Prophetentum“ führt dabei meistens Regie, toll in den letzten 200 Jahren erkenntbar wie in einem anderen Blackwater Artikel gezeigt. (Weltuntergang auf Wiedervorlage) Was ein geiler Blog, den sollten tausende lesen in der Hoffnung, das Hirn startet das Denken wieder!!

    Liken

  4. Tolle Bilder, ein beeindruckender Artikel, danke! Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber für ein Thema wie dieses mit dem Anspruch auf Tiefe, wirst du im normalen Leben aka Alltag selten Menschen finden die a) in der Lage sind mitzureden b) es wollen und c) so viel Offenheit ertragen. Da gehört schon sehr viel dazu, weil es bedeutet über Grundannahmen hinweg zu blicken und bei dem ein oder anderen an den Grundfesten eigener Blickwinkel und Überzeugungen rütteln wird. Aber wer die Wahrheit sucht…

    Gerne mehr davon, wenn es sich mal wieder ergibt und passt.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo „SDR“, danke für Deinen Kommentar! Die von Dir beschriebene Erfahrung habe ich schon länger gemacht. Das ist eine Zeit lang frustrierend, aber dann sucht man sich eben die Menschen, mit denen man so offen sprechen kann und die die gleichen Interessen haben. Und die gibt es auch. Nur habe ich an der falschen Stelle gesucht. 🙂

      Liken

  5. Glaube und Unglaube sind ein etwas paradoxes Thema, denn Atheismus ist ebenso ein Glaube. Der Glaube an die Evolution auch. Denn wäre sie zweifellos bewiesen, gäbe es wohl eine Menge weniger Gläubige auf dieser Erde. Und es ist definitiv nicht so, dass gläubige Menschen dumme Menschen sind. (Die Dummen gibt es auch, das versteht sich von selbst.) C. S. Lewis schrieb in einem seiner Bücher:

    “Angenommen, es gäbe keine Intelligenz hinter dem Universum, keinen schöpferischen Plan. In dem Fall hätte niemand mein Gehirn zum schöpferischen Denken geschaffen. Die Atome in meinem Gehirn würden sich – aus physikalischen oder chemischen Gründen – einfach so bewegen und arrangieren, dass es mir als Nebenprodukt das Gefühl gibt, das ich Gedanken nenne. Aber warum kann ich dann meinem eigenen Denken vertrauen, dass es wahr ist? Das ist so, als wenn man einen Kessel Milch ausschüttet und hofft, dass sie einem eine Karte von London gibt. Aber wenn ich meinem eigenen Denken nicht trauen kann, kann ich natürlich auch den Argumenten nicht trauen, die zum Atheismus führen. Darum habe ich keinen Grund, Atheist oder sonstwas zu sein. Wenn ich nicht an Gott glaube, kann ich meinem Denken nicht trauen. Darum kann ich nie das Denken benutzen, um Unglauben zu beweisen.”

    Es ist perfekt erklärt. C. S. Lewis war selbst Atheist, sagte aber schlussendlich diesen berühmten Satz: “Ich glaube an Christus, so wie ich glaube, dass die Sonne aufgegangen ist, nicht nur, weil ich sie sehe, sondern weil ich durch sie alles andere sehen kann.”

    Liken

  6. Uns Menschen reicht das Vorstellungsvermögen nicht aus, um die wahre Grösse Gottes auch nur Ansatzweise in Gedanken vorstellen zu können. Ich selber erahne ein Teil dieser unvorstellbaren Grösse, wenn ich mir eine Dokumentation über unser Universum ansehe. Wie klein und wie unbedeutend man dann selbst ist und überwältigend das es doch ist. Umso absurder ist es dann anzunehmen, dass von Menschen geschaffene Religionen von Gott sind. Mir geht es da ähnlich wie dir, ich beschäftige mich mit der “Urform”, der Entstehung dieser Religionen und sehe darin viel Gutes. Dann sehe ich die Welt heute und was aus all dem wurde und es wird mir klar, da ist viel falsch gelaufen. Der Gedanke an die Figur Abrahams ist sicher für jeden gläubigen Mensch interessant. Die “Urform” einer Beziehung von Mensch zu Gott.

    Liebe Grüsse MM

    Liken

  7. Lieber Martin, erst einmal vielen Dank für deinen Artikel und die Mühe, die du dir mit solchen Artikeln machst und – das muss an dieser Stelle auch sein – vieken Dank für deinen tollen Service! Also zu dem Artikel: Du bist dir bestimmt im Klaren, dass dich nach dem obenstehenden Artikel viel Kritik erwartet. Ich muss zugeben, auch ich musste an manchen Stellen schlucken. Ich glaube zu 90 Prozent nicht mehr an einen Gott. Und doch beneide ich die so sehr, die es noch können. Aber ich bin mir noch nicht sicher, ob die Menschheit mit oder ohne Gott besser dran ist. Einerseits geschehen in seinem Namen schreckliche Dinge. Andererseits spornt er zur Nächstenliebe an. Im Moment weiß ich nur eins: Dass ich gar nichts weiß. Artikel wie deiner zeigen mir, dass man an einen Gott glauben kann der alles gemacht hat ohne sich diesen Glauben durch die ganzen Religionen und Sekten kaputt machen zu lassen. (die oft thematisierten Punkte: Manipulation, Lügen, Kindesmissbrauch, Geld etc.) Das macht mir Mut mit einem neuen Ansatz nochmal an die Sache heran zu gehen und dafür danke ich dir.

    Liken

  8. Ein sehr schöner Blog, gefällt mir richtig gut. Auch die Erklärungen. Zu dem Thema Paradigmenwechsel AT zu NT möchte ich etwas kommentieren und hoffe es ist nicht zu lang oder unpassend, wenn nicht, einfach löschen. Die hebräischen Texte der Bibel richteten sich stets an Israel. Mit dem neuen Testament änderte sich vieles, auch die Art des Erlösungsweges. Jesus war in erster Linie zu den Angehörigen des Volkes Israel gesandt worden, „des Hauses Israel“ (Mat. 15:24). Sie standen unter dem mosaischen Bund. Diejenigen Juden, die Jesus als Messias annahmen, wurden seine „Schafe“. Sie vertrauten und folgten ihm (Joh. 10:14). Sie anerkannten Jesus als den Mittler des neuen Bundes (Heb. 8:6; 9:15; 12:24).Auch der neue Bund wurde mit Israel geschlossen, so wie es vor langer Zeit verheißen worden war (Heb. 8:8-10; Jer. 31:31-34). Würden daher Nichtisraeliten weiterhin nicht in eine direkte Bundesbeziehung mit Gott gelangen können? Jesu Worte: „Ich habe andere Schafe, die nicht aus dieser Hürde sind; auch diese muss ich bringen, und sie werden auf meine Stimme hören, und sie werden eine Herde werden unter einem Hirten“ ließen auf mehr hoffen (Joh. 10:16). Wann sollte der neue Bund in Kraft treten? Als Jesus mit seinen Aposteln das letzte Passah feierte, setzte er im Anschluss eine Gedenkfeier – das Abendmahl des Herrn – ein. Bei dieser Gelegenheit sagte er: „Dieser Becher bedeutet den neuen Bund kraft meines Blutes, das zu euren Gunsten vergossen werden wird“ (Luk. 22:20; 1. Kor. 11:25). Damit wurde klar: Mit dem Tod Christi beginnt der neue Bund mit Israel (Heb. 10:9). Beim alten Bund kamen die menschlichen Bundesbeteiligten üblicherweise automatisch durch Geburt unter den Bund zu stehen – alle natürlichen oder ethnischen Israeliten. Sie wurden nicht gefragt. Beim neuen Bund war es von Seiten der menschlichen Bundesbeteiligten insofern etwas anders, als hier Jesus Christus, der Mittler des neuen Bundes, bewusst anerkannt werden musste. Wurde ein Jude ein getaufter Nachfolger Jesu, so stand dieser Jude unter dem neuen Bund und gehörte damit zum Volk Gottes. Juden, die den Messias ablehnten, kamen nicht unter den neuen Bund. Die Mehrheit der Juden ließ sich diese Gelegenheit entgehen (Rö. 9:27-33; 11:5)Es zeigte sich, dass Gott von da an Menschen aus allen Völkern die Gelegenheit gab, in den neuen Bund aufgenommen zu werden. Mit dem Beginn der christlichen Ära war die Zeit gekommen, dass Jesus seine ,anderen Schafe brachte’ (Joh. 10:16; vgl. Lukas 14:16-24). Bald wurde das Evangelium – zum Beispiel durch die Apostel Petrus und Paulus und andere judenchristliche Jünger – auch den Heiden verkündet, von denen es viele freudig annahmen. Und sie empfingen wie die Judenchristen und nach ihnen die Christen aus den Samaritern ebenso den Heiligen Geist (Apg. 8:5, 12, 14-17; 10:24, 44-48). Auf diese Weise wurden Heiden von Gott in das Bundesvolk „Israel“, bestehend aus christlichen Israeliten, sozusagen „eingepfropft“ (Rö. 11:17-23). Dadurch wurden Heidenchristen zu vollwertigen Bundesbeteiligten mit Judenchristen — mit derselben Hoffnung (Rö. 9:6, 24-26; Eph. 2:11-19; 3:6; Gal. 3:27-29). Sie wurden also eindeutig vereint und nicht in zwei oder mehr Klassen aufgeteilt. Das muss man verstehen, denn: Gerade mit diesen Texten wird von evangelikalen Gruppen, Freikirchen und Sekten viel Schindluder betrieben, um eine eigene Sonderstellung zu begründen. Wenn jemand aufrichtig die Bibel liest, kann derjenige das ganze aber leicht durchschauen. Ich stimme dir/euch also zu: Der beste Schutz ist Aufklärung und Wissen über solche Themen.

    Liken

  9. Ich darf mich Meryem anschliessen. Ich bin Muslima und habe viele Freunde die sich Christen nennen. In jeder Religion gibt es Heuchler. In jeder Religion gibt es Fanatiker. In jeder Religion sind Leute die es ernst nehmen und Gott suchen. Man muss zurück zum alten Kern gehen. Ich denke so habe ich deinen Artikel verstanden. Welche Religion hatte Abraham? Diese Frage muss man sich heute stellen, damals aber nicht. Wie wurde Abraham, Moses oder Nu (Noa?) durch Isa gerettet? Kann Gott nicht retten und zum Paradies bringen wen er will? Ist Gott nicht gross das alles zu tun?

    Du aber solltest weiter schreiben, weil du es sehr gut erklärst und deine Gedanken auf dem richtigen Weg sind. Möge Allah dich segnen!

    Gefällt 1 Person

  10. Ok, jetzt oute ich mich mal. Ich mag die Spiderman-Filme und habe als Kind manchmal die Zeichentrickversion gesehen. In dem modernen Spidermanfilm gibt es einen Satz, den ich gut finde. “Auf grosse Macht folgt grosse Verantwortung.” Man könnte das auch auf Wissen beziehen.😉 Wenn jemand Artikel und Kommentare hier liest, kann er einen erheblichen Wissensvorsprung erzielen. Vielleicht sollten wir mal eine virtuelle Bücherecke einrichten? Mit Buchempfehlungen und Ideen. Hat jemand Interesse?

    Gefällt 2 Personen

    1. Das habe ich auf dem Plan, nachdem immer wieder Fragen und Mails dazu auftauchen. An der Stelle an alle Stammleser: Ich versuche alle zu beantworten, bei Mails mit mehr als einer DIN A4 Seite dauert es etwas. 🙂 Safiya’s Idee wird demnächst hier kommen…

      Gefällt 2 Personen

      1. Das fände ich sehr interessant. Ich habe keine Zweifel, dass der Autor sein Herz auf dem richtigen Fleck hat und lese sehr gerne mit. Das Wissen was hier vermittelt wird – dabei ist es ein FinBlog? – hat eine solche Tiefe und Vielseitigkeit, dass mich die Buchauswahl dazu interessieren würde.

        Liken

      2. Das mit der Bücherempfehlung würde mir auch sehr gefallen. Also na ja, ich will jetzt hier in der Öffentlichkeit keinen Seelenstripdease machen, aber vieles was du auf Blackwater schreibst stimmt, z.B. wegen der Nächstenliebe. Ich werde selbst weiter forschen….aber eins muss ich noch loswerden, deswegen auch der erste Satz: Bei diesem Artikel habe ich echt Rotz und Wasser geheult, weil es mich sehr bewegt hat. Es gäbe noch viel zu erzählen. Aber ich glaube, das ist hier muss meine Therapeutin halt dran glauben. Ich will jetzt hier nicht rumschleimen, aber ohne diese Seite, wäre die deutsche Bloggerwelt einiges ärmer, inbs. die Finanzblogwelt. Danke!

        Liken

  11. Ich habe dir schon geschrieben, diese Reise hat sich gelohnt und ich denke, du wirst sie nie vergessen. Bei manchen Schritten im Leben gibt es kein zurück mehr, weil man es nicht vergessen kann.

    Liken

  12. Ich habe noch nicht viele Bücher gelesen und halte mich jetzt nicht für superschlau. Bin auch jung.😂Aber ich habe noch nie etwas so schönes und tiefsinniges wie deinen Artikel gelesen. Wie eine Liebeserklärung. Du solltest nie aufhören zu schreiben, denn das kannst du!

    Liken

  13. Das Thema Missbrauch von Macht in Religion und Politik ist so alt wie die Menschheit selbst. Bei Religion empfinde ich es aber schlimmer, denn Menschen richten ihr ganzes Leben danach aus. Wenn man dann sein Leben nach den Ansichten von selbst ernannten Päpsten ausgerichtet und gelebt hat und der Herbst des Lebens kommt, dann ist es bitter wenn man erkennt, es war ein Fake. Der Schaden den Religion anrichten kann wenn sie missbraucht wird ist erheblich. Ich habe deinen Corona-Weltuntergangs Artikel schon gelesen und fand ihn sehr gut. Aber bei diesem Artikel wollte ich doch mal auch meinen Senf dazu geben. Was das angeht, schon Jesus warnte davor das falsche Christusse erscheinen werden: Matthäus 24:23-26 : “Wenn dann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist der Christus, oder dort! so glaubt es nicht! Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen. Siehe, ich habe es euch vorhergesagt. Wenn sie nun zu euch sagen: Siehe, er ist in der Wüste!, so geht nicht hinaus! Siehe, in den Kammern!, so glaubt es nicht!” Auch Paulus warnte die Christen hinsichtlich falscher Apostel, die von einem Jesus predigen würden, der nicht der wirkliche Jesus der Bibel ist. 2 Korinther 11:3,4: “Ich fürchte aber, dass, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, so vielleicht euer Sinn von der Einfalt und Lauterkeit Christus gegenüber abgewandt und verdorben wird. Denn wenn der, welcher kommt, einen anderen Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen anderen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht gut.” Ich war in verschiedenen christlichen Gruppen und Kirchen, aber bin aus allem raus. Die Bibel hatte eben doch recht. Und die Bibel ist die grösste Waffe gegen diese Vereine. Wenn sie mal gelesen würde. Aber das vermittelst du auf deinem Blog ganz gut. 😉👍

    Liken

    1. Moin V-Pec,

      „ich bin raus, nur noch Gott und ICH“
      Ist das nicht zu einfach? Hat Gott uns als Einzelwesen gemacht/gedacht?

      Ist es nicht ein bisschen wie mit demokratischer Buergerpflicht? Wenn jeder sich raushaelt/wegguckt, gibt’s erst recht kein Korrektiv, kein Weiterkommen?
      Wie waere es, wenn du den „dummen Schafen“ hilfst ein bisschen weniger dumm und selbstaendiger zu werden (auch wenn es einer Sisyphos-Aufgabe gleicht)?

      Die Gleichgueltigkeit ist der Feind der Liebe!?

      Ich war in versch. christlichen Kirchen (ev., div. Freikirchen) und es gibt keine Allgemeinplaetze. Es haengt v.a. von den Rahmenbedingungen und den oertlichen Leitern ab: Glaubens-Leben muss auch Spass machen und dazu gibt’s ja versch. Gemeinschaften, so dass auch eine weniger-schlimme fuer die allermeisten dabei ist?

      Wir sind so viele Menschen, da findet auch der „komischste Kauz“ ein paar Gleichgesinnte?

      Manchmal mag auch gelten: „wenn alle anderen – in deiner Wahrnehmung – Axxxlxxcher/Deppen sind, bist vielleicht du das Axxx/der Depp?“

      Die Liebe ist groesser als Gleichgueltigkeit.

      LG Joerg

      Liken

  14. Black, du bist echt aussergewöhnlich in der Finanzblogger Szene. Weiter so! Die Schönwetter-Instagram-Finanzblogger-Bubis, die derzeit überall aus dem Boden schießen, stehen in 99% der Fälle für puren Hedonismus und Selbstverwirklichung. Da ist es angenehm anders deinen Blog zu lesen, der weit über den Tellerand blickt und auch echte Werte vermittelt.

    Liken

  15. Hallo Blackwater! Als eine, die hier regelmäßig, still mitliest und genießt und sich ansonsten nicht äußert, muss ich nun aber doch zum Äußersten greifen und dich hier mit einem Kommentar zu deinem Artikel beschenken. Also lass uns plaudern: Also ich mag Tiere, besonders Affen. Kennst du das Gefühl, wenn du in einem Zoo bist und du stehst vor einem Affengehege und beobachtest diese wunderbaren Tierchen. Wie sie springen und spielen und klettern, sich bewegen, sich jagen, akrobatisch sind. Sie tragen ihre tollpatschigen Babys, sie lausen sich gegenseitig und manchmal stecken sie sich einen Finger in den ??? und richen dann dran…Das zaubert doch jedem Beobachter ein Grinsen aufs Gesicht. Ich denk mir: “Ach wie die sich zum Affen machen…” Wenn du das Gefühl kennst, dann weißt du wie es mir geht, wenn ich die Leute sehe die sich von Religion vera… sorry, lassen. Ich teile nicht alle deine Ansichten aus dem Artikel, aber ich respektiere Spiritualität und kann sie auch ernst nehmen. Wenn ich nur einen Augenblick mal annehme, dass der Quran und die Bibel von Gott sind, dann wäre völlig klar, das was ich daraus lerne und was dort steht ist die Wahrheit. Das erklärst du sehr gut. Soweit ok. Dann kommen die ganzen Päpste, Führer, was auch immer und stellen sich davor und sagen “nein, Moment mal. Wir legen das anders aus und sind von Gott geleitet. Spendet bitte, macht dies und das, Gott will es so.” Das ist ungefähr die Stelle, wo die Äffchen sich den Finger in den Pxxxx stecken. Ich meine, das ist Verarsche pur. Sorry. Du hast eines bei mir erreicht: Bibel und Quran ist bestellt. Ich möchte es wirklich wissen. Nicht das ich deinen Ausführungen nicht glaube, aber es hat mich angefixxt. Schönen Samstag!

    Gefällt 1 Person

  16. Was ich noch bemerken wollte: du hast den Kern des Problems sehr gut erkannt/beschrieben. Auch das Zitat von Brown ist vom feinsten. Die Verherrlichung einer Kirche oder Organisation ist eine Art Marienkult. Manche beten Bilder und Figuren an, andere den Papst und wieder andere ihre Gruppe/Kirche wie auch immer man es nennt. Es ist immer das gleiche, man muss nur bestimmte Wörter austauschen. Was für denkende Menschen echt komisch ist, dass es keiner merkt. Ich gehe davon aus, es gibt auch ein paar denkende Leute in solchen Glaubensgruppen und kirchen. Dein Ansatz den eigenen Glauben komplett davon zu trennen finde ich sehr gut. Kein Jude, Christ, Moslem, ein Gläubiger. Gefällt mir sehr gut! Jetzt hab ichs glaube😂

    Liken

  17. Oder auch Matthäus 23;10: Auch sollt ihr euch nicht Meister nennen lassen; denn einer ist euer Meister, der Christus. 11 Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.

    Meister oder Führer oder Papst oder Guru oder Leiter oder, oder, oder, beliebig austauschbar. Damit hat man schon mal eine Antwort aus der Bibel und kann sagen, wer alles unbiblisch ist… ähm eigentlich alle. Ich bin aber ganz bei dir, einzelne Personen können einen positiven Impact leisten. Und das tust du zB auch!! Super!!!

    Liken

  18. »Macht verdirbt, und absolute Macht verdirbt absolut.« John Emerich Edward Acton-Dalberg

    Daher:  Dies alles habe ich gesehen und mein Herz all dem Treiben gewidmet, das geschieht unter der Sonne, in einer Zeit, da ein Mensch über den anderen herrscht zu seinem Schaden. (Prediger 8;9)

    Liken

  19. Bemerkenswert. Viele spannende Gedankengänge. Mir gefällt, dass du trotz fehlender Popularität solcher Themen, sie trotzdem angehst. So wie ich es sehe, verlierst du dadurch auch immer einige Leser. Es spricht sehr für dich und den Blog, nicht mit dem Wind zu gehen. Vielen Dank für den Artikel, hat sicher einige Stunden gedauert ihn zu verfassen.

    Liken

  20. Du warst da!!! Du warst daaaa!!!❤️😃 Ich freu mich voll für dich und schau was es mit dir gemacht hat.😉 Die Diskussionen die manchmal hier entstehen sind sehr interessant, weil man sonst selten so offene Gedanken lesen kann. Das alles auszudiskutieren überlasse ich lieber meiner Schwester, die kennt sich besser aus. Ich folge dir einfach und lese gerne mit.😊

    Liken

  21. Abstossend ist in der Religion, was man dort immer wieder und zu allen Zeiten findet. Menschen, Gurus, Führer, Leiter oder ein Gremium, was sich über alle anderen erhebt: Sie verlangen alles von ihren Schäfchen und nehmen für sich selbst eine Sonderrolle ein, genau so wie es Jesus in Mat 23,4 erklärte: “Sie binden schwere Lasten und legen sie auf die Schultern der Menschen, ABER SIE WOLLEN SIE NICHT MIT IHREM FINGER BEWEGEN.” Ihr anderen da unten: Bitte malochen, bitte spenden, bitte dies das und jenes, alles für Gott natürlich und mit vollem Einsatz. Aber was wir hier oben tun, geht euch einen feuchten Dreck an. Seid gefälligst demütig! DAS nenne ich “zweckdienliche Heuchelei”. Als Christ sehe ich Jesus und jeder kann sich selbst fragen, was er mit solchen religiösen Führern und Heuchlern heute tun würde.

    Was ich bei diesem neuerlichen Aufsatz gut finde ist, dass du deine alten Aussagen verbessert hast. Religion ist nicht grundsätzlich schlecht, der einzelne kann den Unterschied machen mit Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit. Was den Islam angeht, bin ich beeindruckt. Was du schreibst war mir bisher nicht bekannt. Hier merke ich, es fehlt mir zu viel Information. An die Muslime die ab und an hier mitlesen, wie seht ihr das? Ich könnte mir vorstellen, dass es eine spannende Diskussion gibt.

    Gruß, M.

    Liken

  22. Ich muss mich erst mal reinlesen… regnet es am Wochenende? 😂😂😂😂😂 Das ist genug Lesetext für zwei Liter Tee.😂😂 Freu miiich.🥰 Und die Bilder erst…

    Liken

    1. Das ist der längste Artikel von dir und da stecken dieses Mal so viele Richtungen drinnen…ich weiss gar nicht wo ich da anfangen soll. Ich schreibe jetzt was und hebe mir das andere für ein anderes Mal auf. Deine schöne Reise hat dich wieder weiter gebracht, man merkt es gleich wie du schreibst. Und ich hab mich sehr gefreut als ich gesehen habe wo du warst🥰, Zuhause.🥰 Wäre die Grenze offen, hättest du einfach weiter fahren können. Meine Familie kennt auch noch alles, wie es vor 1967 war. Das ist ein sehr trauriges Thema. 🥺🙄 Alles traurige Geschichten Martin. Aber Heimat bleibt immer im Herz und Olivenbäume erinnern auch. Ich schau mir manchmal die alten Fotos an und kann es dann gar nicht glauben. Jetzt ist schon so viel Zeit vergangen wie du auch schreibst, es wird nicht mehr so werden wie es mal war. In deiner Reise steckt auch was du wieder alles gelesen und erforscht hast, sehr sehr spannend. Und die Moscheen haben dir gefallen😂 Ich freue mich immer wenn eine Mail kommt, neuer Artikel auf Blackwater.live. Meistens mache ich es mir nachmittags gemütlich mit Tee und so und lese dann in Ruhe. Das geht derzeit nicht ganz so einfach ….weil ohne Tee. Aus diesem Grund habe ich jetzt mal spät abends weiter gelesen, aber mir fallen auch die Augen zu und die Nacht ist kurz… Ich zähle die Tage… bis Id al-Fitr Gute Naaaacht!

      Liken

  23. Und ich dachte immer es ist impossible in webblogs die Logik eines von der Existenz Gottes ausgehenden Weltbildes erklären zu wollen.😂

    Liken

  24. Jeremia 10:23: “Ich weiß, HERR, dass des Menschen Tun nicht in seiner Gewalt steht, und es liegt in niemandes Macht, wie er wandle oder seinen Gang richte.”

    Der Text passt perfekt dazu. Danke zum Wochenausklang.

    Liken

  25. Der Glaube an etwas göttliches, an die Schöpfung, eine Sinnhaftigkeit in der Natur, ist eine wichtige Frage. Mich aber den Gesetzen und Regeln einer Religion zu unterwerfen, die nach meiner Ansicht keinen göttlichen, sondern menschlichen Ursprung hat, kommt für mich nicht in Frage. Viele religiöse Gebote sind durchaus sinnvoll zu befürworten oder gar zu verteidigen. Das Problem ist aber die Möglichkeit der Auslegung und des Missbrauchs und hier insbesondere der Missbrauch und die Anwendung durch Machthaber, seien sie religiös oder politisch. Zusätzlich gibt es zahlreiche völlig überholte Vorschriften oder Ansichten, die unmenschlich oder nicht mehr zeitgemäß sind, zitierbar aus Bibel und Koran. Auch habe ich so meine Probleme mit der Prinzipienreiterei und dogmatisch-fanatisierten Anhängern von Religion. Die einen werden zu Terroristen, andere missbrauchen Kinder, bei anderen geht dauernd die Welt unter. Wenn es einen Gott gibt, wird er (bei seiner eigenen Beschreibung – Gott=Liebe) kaum so etwas gut finden. Die Art wie du das erklärst ist meine erste Wahl! Keine Bevormundung, keine Betriebsblindheit für nur eine Seite, offene Nachforschung und Denken. Wie kann man für sich eigentlich so ein Studienprojekt starten? Wo fängt man an und wo hört man auf? Es wäre hier spannend zu erfahren, was Du dazu sagst. Grüße, Marco

    Liken

    1. Hallo Marco, diese Frage wurde mir auch per Mail /Telegram ein paar mal gestellt. An sich ist das sehr einfach. Aber vorab muss natürlich klar sein, wo man bisher steht. Also kennt man die Bibel bereits in Grundzügen? Das ist für Europäer immer ein ganz guter Startpunkt. Die Kernaussage der Bibel zu kennen und den Paradigmenwechsel, der dort zu finden ist. Es ist wichtig das neutral betrachten zu können. Die Bibel besteht grob aus zwei Teilen. Hebräische Schriften = Rettung durch JHWH und und über ein Volk(Israel), christlich-griechische Schriften= Rettung durch Jesus (Johannes 14:6) (aus muslimischer Sicht solange bis Mohammed kam der Weg, nicht das Ziel) Ab hier wird es schon spannend, denn während die hebräischen Schriften durch die ältesten Funde von Schriftrollen am toten Meer sehr gut belegt und dokumentiert sind (250 v.Chr. https://de.wikipedia.org/wiki/Schriftrollen_vom_Toten_Meer) sieht es bei den Evangelien und den anderen chr-gr Bibelbüchern schwierig aus. Hier ist auch das Problem der vielen abweichenden Funde, was immer angeführt wird. Alle Aufzeichnungen sind auch viele Jahre nach Jesu Tod erst gemacht worden. Darin steckt ein Problem der modernen Bibelwissenschaft. Aussagen wie die “ganze Schrift ist von Gott inspiriert”(2.Tim 3:16) können sich nicht auf die Evangelien bezogen haben, da diese zu dem Zeitpunkt noch gar nicht existierten. Und wenn Jesus die Schriften ansprach, meinte er logischerweise immer die hebräischen Schriften. Dazu kommen sprachliche Verwerfungen. Jesus sprach aramäisch und konnte mindestens hebräisch lesen (Synagoge), aber die Evangelien sind in griechisch geschrieben. Der Unterschied zwischen einer semitischen Sprache und griechisch ist riesig.

      Ohne jetzt hier zu weit auszuholen, eine der entscheidenden Figuren ist der biblische Abraham. Dieser ist ein Fixpunkt in allen drei Religionen und zeigt am klarsten, worum es eigentlich geht. Auf ihm basieren Texte wie aus Maleachi (was gibt es grösseres als Gott zu dienen und Gutes zu tun) oder die von Jesus oft zitierten wichtigesten beiden Gebote. Daher auch die Erwähnung von Abraham in meinem Artikel. Er musste sich nicht die Frage stellen, welche Religion er hat. 😉

      Liken

  26. Hallo Martin, ich finde deine Arbeit großartig. Und heute meine ich nicht den FXService, ich meine Artikel wie diese. Sie kosten dich viel Zeit und Mühe, aber man spürt sehr wie du es meinst. Ich bin nicht in allem der gleichen Meinung, das ist bei diesen komplizierten Themen auch kaum möglich. Aber ich kann mich gut in deine Erfahrungen und Beschreibungen hinein versetzen. Vom Sinn finde ich es auchnsehr klar: Suche nach Gott/Spiritualität ja, aber nein zur politischen Religion oder Erfindungen. Ich habe keine 100% ig sichere Meinung darüber ob der Koran oder die Bibel von Gott kommt. Aber ich stimme dir zu, wenn es so ist, dann darf sich eine echte Religion nicht wiedersprechen oder Zusätze zu diesen Büchern machen. Dann kann man es auch gleich bleiben lassen. Schön erklärt finde ich von dir, wie diese drei Religionen immer gut begannen, dann aber alles aus dem Ruder lief. Darüber gibt es wohl kaum Zweifel. Jetzt kann man 1984 zitieren und sagen: „Unwissenheit ist Stärke!“ Und das werden alle tun, die lieber unter der bequemen Käseglocke leben wollen oder lieber Traditionen dienen. Oder man begreift diese Suche als Reise wie du es machst. Ich schreibe NIE Kommentare im Internet. Das ist mein erster. Ich konnte nicht anders. Weiter so mit deinem Blog! Bleib gesund!

    Gefällt 1 Person

  27. Ein beeindruckendes Plädoyer für den Glauben an den Schöpfer. Der Mensch im Westen ist aufgeklärt und sieht die Welt durch die Brille der Wissenschaft. Er hat scheinbar grenzenlose Möglichkeiten, um zu reisen, zu forschen und zu leben. Ein Nachdenken über Glauben gilt als rückständig und wird belächelt. Doch als Menschen müssen wir Grenzerfahrungen machen. Unsere Technologie stößt an Grenzen. Die Natur kann nicht kontrolliert und gebändigt werden. Politik scheitert. Kriege auf der Welt werden nicht eingedämmt, sondern breiten sich immer wieder neu aus. Und Hass, Gefühlskälte und Neid bestimmen Menschen sogar in den reichsten Regionen der Welt. Wenn wir intensiv über diese Dinge nachdenken, bemerken wir unsere Ohnmacht und merken, wie sehr wir uns nach einer perfekten Welt sehnen, in der kein Krieg, kein Neid, kein Hass und kein Leid mehr existiert. Nach einem Ort, wo wir Erfüllung erfahren. Menschen suchen diesen Ort krampfhaft in den unterschiedlichsten Formen wie in Sex, Alkohol, Arbeitswahn, Reichtum und Anerkennung. Für die erfahrbaren Dinge ist die Wissenschaft zuständig. Die Wissenschaft kann beschreiben, wie etwas entstanden ist, doch niemals, warum es da ist. Vor allem kann sie nicht sagen, weshalb es Leben gibt. Das ganze Leben und Existieren ist ein Rätsel und ich stimme dir uneingeschränkt zu, Religion ist die Suche nach Gott. Zugleich steckt in ihr auch die Gefahr abgelenkt zu werden. Oder sogar verführt zu werden. Deine Reise hat sich gelohnt, danke für’s “Sharing”. Ein Plädoyer wie dieses habe ich so noch nirgendwo gelesen, es fällt schwer sich nicht auf diese Gedanken einzulassen. Danke!

    Liken

  28. Wahnsinn Black, bald kannst du Bücher schreiben.😂 Für den Artikel wärst du im Mittelalter wohl verbrannt worden. Nicht falsch verstehen.

    Liken

  29. Liebe Leserinnen und Leser von Blackwater.live, heute bin ich mit meinem bisher längsten und umfangreichsten Artikel fertig geworden. Und musste nach meiner Reise im März erst einmal meine Gedanken zu diesen Themen sammeln. Das ist im Alltag natürlich nicht immer leicht. Für mich schliesst das auch einige Gedanken ab, die ich schon länger hatte und für mich erst einmal verarbeiten musste.

    Artikel wie diese, schreibt man nicht aus der lockeren Hand, das ist wie eine OP am offenen Herzen, wie mal jemand richtigerweise schrieb. Und solche Artikel sind auch nicht jedermanns Sache, daher sei auch nochmal der Hinweis gestattet: Der Besuch von blackwater.live ist freiwillig. 😉

    Nächste Woche widme ich mich u.a. dem FX Short-Term Trading mit einem Artikel. Außerdem habe ich Post bekommen. Lasst euch überraschen. 🙂

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: