“Guten Morgen! Und falls wir uns heute nicht mehr sehen, guten Tag, guten Abend und gute Nacht!”           – Die Truman Show

 

 

 

“Du hast richtig gelesen! Heute erfährst Du, wie Du mit dem richtigen Mindset stinkreich wirst und Dir die Welt zu Füssen liegt. Folge mir auf Instagram und Facebook. Hast Du gewusst, dass immer mehr Deutsche den geheimen Mindset-Trick nutzen um stinkreich und glücklich zu sein? Weil wer reich ist hat einfach null Probleme. Deswegen will es auch jeder sein. Wenn du mir auf Insta, Facebook und YouTube folgst, verrate ich Dir die geheimen Tricks und zeige Dir, welches Leben mir das alles ermöglicht. Ich kann mich vor schnellen Autos, Immobilien und Frauen kaum retten. Ich benutze 500er Scheine für die Toilette, weil ich so viel davon hab.”

 

Keine Sorge, ihr seid noch auf Blackwater.live. Und ich habe kein Instagram und Facebook. Nicht einmal WhatsApp. Aber Aussagen wie die obige hat jeder schon einmal gelesen. Vielleicht waren sie nicht in allen Fällen so grossspurig, sondern eher wie die folgenden.

 

 

Die Instagram-Gesellschaft

“Alles ist so schön und mega-amazing. Mein Leben als Influenzerin ist einfach nur awesome. Alles Mindset based. Ich denke always positive und jeder kann das. Einfach alles positive und spacy-mega!”

 

“Ich danke den Machern von Denke-Dich-reich.de! Mit dem geheimen Bitcoin-System wurden wir voll reich. Du kannst das auch! Mach mit – jetzt!”

(für diese Werbung auf seinem Facebook-Account bekam Serdar C. 5,00 Euro. Seine Freunde und Bekannten verloren kumuliert das 1000-fache durch den heissen Tipp)

 

“Gier Günther verdient in nur einer Woche 5.000,00 Euro mit magischer App!”

 

“Das Erfolgs-Programm von RichRocket hat schon Millionen andere reich gemacht. Das sagt sogar D. Bohlen. Dann muss es also stimmen.” – Arne K. aus H. bei B.

 

Silicon-Gabi, nach ihrer dritten OP: “Seit ich operiert wurde, (Industriesilikon, Anmerkung des Autors) liebt mein Freund Big T. mich noch mehr. Er hat meiner zweiten adoptierten Katze sogar ein Prada-Mäntelchen spendiert. So süüüß. Die Schmerzen lassen langsam nach, alles hat sich gelohnt. Ich kann wieder auf dem Bauch schlafen.”

Na Gabi, bei so viel inneren Werten, klappt es mit der selbstlosen Liebe ganz sicher.

 

“Ich bin schon Mitte 40 und hätte nie gedacht, dass mein Lid-Lifting mir die Jugend zurück geben würde. Sogar meine Ehe ist gerettet. Dank XX-Dorfbank kann ich alles in Raten zahlen. Als nächstes kommen XXXXX und XX dran. Gebt mir Likes!”

 

 

 

Instagram und andere Plattformen könnte man sicherlich sinnvoll nutzen. Das möchte ich gleich vorweg sagen, auch wenn ich kein Freund davon bin. 

Da Menschen immer mehr durch einfache Schlüsselreize “getriggert” werden, werden Plattformen, die über Bilder und Videos arbeiten, immer erfolgreicher. Es kann die perfekte Parallelwelt geschaffen werden, in der nur reiche und schöne Menschen zu sehen sind. Und diesen Menschen folgen tausende, manchmal sogar Millionen von anderen Menschen, die sich davon etwas erhoffen. Das neue Berufsbild des Influenzers wurde geschaffen, eine Berufsbezeichnung, die in Corona-Zeiten noch merkwürdiger als ohnehin schon anmutet. Aber ungeachtet dessen, ob man darüber lächeln mag oder nicht, theoretisch könnte man als Influenzer oder YouTube Star durchaus etwas positives erreichen, denn wenn man schon Millionen von Menschen erreichen kann, dann könnte die Botschaft den Unterschied machen. Nur ist hier zu 95% Fehlanzeige zu verorten. So lautet die Message in den meisten Fällen: Glück erreichst Du durch Reichtum, Produkte kaufen, Schönheits-OPs oder ein spezielles Rich-Mindset.

Aber die harte Wahrheit ist eine andere: Sie ist nicht bequem, sie tut weh, sie erfordert Eigenverantwortung.

Reichtum: Spare so viel wie Du kannst in ETFs, hoffe dass die Dinger auch in den nächsten 30 Jahren 6% p.A. abwerfen und auf ein Corona nicht ein Corona 2-10 folgt. Anders als beim Bier, wird die Welt damit nicht temporär besser. Sei mutig und nimm immer mal wieder etwas Risikokapital in die Hand, für alternative Investments. Bilde Dich permanent weiter.

Produkte kaufen: Macht niemals glücklich. Genauso wie Fastfood essen nicht für immer satt macht, sondern Hunger auf mehr.

Schönheit: Hält kurz an, liegt im Auge des Betrachters (und was die Gesellschaft als schön definiert) und ist Sache der Gene. Die plastische Chirurgie versucht immer wieder das Gegenteil zu beweisen – mit mäßigen Erfolgen.

Mindset: Das ist wirklich ein Schlüsselfaktor zum Glück. Aber nicht in der Form “wie werde ich zum totalen Egoist, skrupellos, herzlos und oberflächlich.” Und nein, Geld ist nicht wichtiger als Menschen.

 

Immer mehr junge Menschen werden durch diese Social-Media Welt unzufrieden. Sogar die Depressionen nehmen bei einigen damit zu, wie neuere Studien zeigen. (Studie/Scientific American)

Und das ist der interessante Punkt: Würde man statt den angeblich reichen und schönen mehr Bilder von leidenden und hungernden Menschen zeigen, würde der einzelne vielleicht begreifen was er oder sie für ein Glück hat, in einem Land wie Deutschland zu leben. Man kann sich hier über vieles aufregen, das geht mir auch immer mal wieder so. Aber wir leben nicht unter Granatbeschuss, haben genug zu essen, fliessendes Wasser und ein halbwegs funktionierendes Gesundheitssystem. Der Vergleich zu anderen Ländern und der Vergleich mit Menschen, die unter anderen Umständen leben, zeigt das. Warum vergleichen aber immer mehr Menschen ihr Leben mit der Fake-Welt aus Instagram, Facebook und Co.? Ist das die Flucht aus dem eigenen Leben? Oder Sensationsgier? Glauben Menschen wirklich, dass die dargestellte Fake-Welt doch irgendwie die Wirklichkeit wieder spiegelt?

Die schönsten Beziehungsbilder haben oft die, deren Beziehung am kaputtesten ist. Die neusten und teuersten Produkte haben oft die, die in Schulden schwimmen. Glück und Glückseligkeit wird oft von denen zur Schau gestellt, die am unglücklichsten sind. So ungewöhnlich ist das alles nicht, denn als Status wird oft der Wunschzustand gepostet, nicht der Ist-Zustand. Leider führt das bei vielen, die sich solche Status anschauen, zu dem Eindruck der “perfekten und heilen Welt”. Alle anderen sind glücklich und reich, nur ich nicht. Der Verstand (wenn vorhanden) sagt, das kann nicht sein. Aber permanente Wiederholung, das ständige Anschauen dieser “Botschaft”, hinterlässt Spuren. Ob man will oder nicht. Das Gift des Neids sickert nach und nach ein. Die Saat der Unzufriedenheit geht auf.

Aber wie sagte es mal jemand so schön: “Warum beschweren sich alle über ihr Aussehen und nicht über ihren Charakter?”

Dem Aussehen könnte man noch Status und Wohlstand hinzu fügen. Die Mehrheit setzt sich Ziele in Bezug auf Geld, Besitz, Status und Aussehen. Heute hört man selten davon dass jemand sagt, er möchte an seinem Charakter arbeiten. Ich habe mir mal den Spass gemacht aus Instagram ein paar Beispiele heraus zu ziehen. Dazu habe ich mich überwunden und einen Account angelegt – und danach wieder gelöscht. Die Quellen der Bilder sind die jeweiligen Accounts – alles öffentliche Profile. Die Bilder sind noch harmlos, es gab noch deutlich extreme Versionen.

 

So sieht also die wunderbare Märchenwelt von Socialmedia sehr oft aus:

 

 

Welche Werte werden hier vermittelt? Werden Menschen glücklicher durch solche Vorbilder? Wird die Welt zu einem besseren Ort, wenn alle Menschen diese Ziele im Leben anstreben? Sind das die “Werte” der berühmten westlichen Wertegemeinschaft? Und man könnte noch vor dem Hintergrund der Zuwanderung fragen: Wird an diesen Vorbildern die Integrationsfähigkeit gemessen?

 

Und so sieht die Wirklichkeit aus. Findet man auch in Social Media, aber bekommt nicht so viele Likes, weil es nicht so schön aussieht. Und wer will schon sein süsses happy Life durch verstörende Bilder unterbrechen lassen?

 

 

Natürlich passt die Wirklichkeit, die Realität, in der die meisten Menschen auf der Welt leben, nicht in diese “TeleTubbie alles ist ja so schön und ich denke nur positiv Welt” hinein. Positives Denken ist an sich auch nichts Verkehrtes. Aber mir scheint, positives Denken wird mit Dummheit und egoistischer Ignoranz sehr gerne verwechselt. Denn was unterscheidet den Mensch von einem Tier? Vor kurzem habe ich eine Erzählung gehört, die das ganz gut in ein Gedankenbild gebracht hat:

Stell Dir vor, Du schläfst abends ein. Du wachst auf – in einem Flugzeug. Ein kleiner Privatjet mit Concierge. Du bekommst das feinste Essen serviert, aber vorher eine gute und ausgiebige Massage. Total entspannt startet das Mehrgängemenü hoch über den Wolken. Würdest Du das voll geniessen können? Dich voll auf diesen Luxus einlassen können? Oder würdest Du Dich fragen, wie das alles passieren konnte? Wie bin ich hierher gekommen? Warum bin ich hier? Gestern bin ich doch noch in meinem Ikea-Bett eingeschlafen und heute hier??

 

Es gibt keinen Zweifel, ein Schimpanse würde einfach das Essen auffressen und danach ein Häufchen legen. Wenn ein Weibchen dabei wäre, würde er sich noch paaren.

Ein Mensch ist normalerweise mit Verstand ausgestattet, so dass er hinterfragt. Warum hinterfragen heute immer weniger Menschen? Warum lassen sich immer mehr einfach auf das Gängemenü ein ohne nur einen Gedanken an das “warum”?

Keine Frage, die “Teletubbie-Welt” ist die angenehmere, die schönere wo alles schön bunt und farbig ist, man kann sich alles so kombinieren, dass es schön, toll, nett und einfach mega-amazing ist. Bringt die Buntstifte her, wir malen die Welt wie sie uns gefällt.

Im Prinzip lebt man das Leben von Truman aus dem Film “Truman-Show.”

 

 

Opfer geworden?

 

Wann wurde man ein Opfer von Instagram und den Teletubbies?

Es gibt verschiedene Ebenen davon.

Eine Ebene ist es, wenn man jeden Tag Stunden mit Social Media verbringt, sensationsgeil dort das vermeintlich schöne Leben von anderen Menschen verfolgt. Einer der sichersten Wege die eigene Lebenszeit zu verschwenden und das für einige mit einem direkten Ticket in die spätere Depression. Denn die Schere zwischen dem was man vorgespielt bekommt und dem eigenen Leben wird in 99,99 % aller Fälle immer weiter auseinander gehen.

Eine weitere Ebene ist die aus unserer kleinen Flugzeug-Geschichte aus dem Artikel. Man hört auf zu hinterfragen, hört auf hungrig nach Sinnfragen zu sein, man interessiert sich nicht mehr für das Leid seiner Mitmenschen, nur noch für Celebrities, wie sich Bulemie-Betty den Finger in den Hals steckt und schlank bleibt oder RickyRich seine X-te Million verdient hat. Damit gleicht man mehr und mehr dem erwähnten Chimpansen im Flugzeug. Der Höhepunkt im Leben ist die Paarung. Die eigene oder die von anderen auf der Browser-Startseite.

Ein typisches Opfersymptom von Social Media ist, dass man nicht das eigene Leben lebt, sondern das von anderen. Und oft lebt man dieses Leben mit dem Geld von anderen: Auf Pump. Die nächsten Monate werden auch in Deutschland zeigen, wie sehr das bei Konsumkrediten, Hypotheken und Kreditkartenschulden der Fall war. Der Rich-Mindset Lifestyle ist für die meisten mit einer Explosion der Haushaltsrechnung verbunden, falls man denn eine gemacht hat. Die Ausnutzung des Dispos auf dem Konto steigt. Und für alles was man sich sonst nicht leisten kann, gibt es dann Post. Von wem?

Natürlich von den Banken. Wer wäre ein besserer Freund und Gefährte in solchen Zeiten, der völlig selbstlos Hilfe anbietet um die Träume der Kunden zu erfüllen. Toll, wenn man bei einer solchen Bank Kunde ist oder neudeutsch: Mega-amazing. Schaut mal her, was meiner geheimnisvollen Mitbewohnerin dieser Tage wieder ins Haus geflattert ist:

 

Blackwater.live - Barclaycard-Kredit
Schritt in die Freiheit? Warum ist die Bank so nett und möchte bei der Verwirklichung meiner Ideen helfen? Ist das mega-amazing oder eine weitere Fussfessel?

Bildquelle: Briefpost

 

Inzwischen ist der Risiko gewichtete Zins bei unter 3% p.A. und das bei absoluten Trash-Krediten: Den unbesicherten Konsumentenkrediten. Was das über die derzeitigen Finanzmärkte aussagt ist eine Sache, dass Banken in der beginnenden Rezession solche Angebote raushauen vermag zu schockieren. Denn normalerweise wird der Geldhahn in solchen Phasen zugedreht und die Kreditpost für Privathaushalte nimmt ab. Aber ohne das wirklich letzte Geschäft noch an Bord zu holen, kann die Mehrheit der phantasielosen Bankmanager ihre Boni nicht mehr bekommen oder muss die Preise für papierhafte Kontoauszüge um 300% erhöhen. Oder die Oma am Schalter zahlt eben fünf Euro für die Papierüberweisung. Ich muss an dieser Stelle sagen, dass Barclaycard zwar sehr teuer ist, aber einen hervorragten Kundenservice hat und nicht die Wasserkopf – Strukturen deutscher Filialbanken aufweist. Daher ist das Schreiben als exemplarisch zu betrachten. Und nein, ich betreibe kein Affiliate für Barclays.

Selbstverständlich wird rein technisch (Haushaltsrechnung) die Bonität vor der Kreditvergabe geprüft und bekommt der Kreditnehmer das Siegel “kreditwürdig”, dann ist morgen das Geld auf dem Konto. Aber wie sieht es mit der persönlichen Reife aus, die Folgen solcher Entscheidungen absehen zu können? Fünf Jahre jeden Monat 300,00 Euro abzudrücken kann recht schmerzhaft werden, wenn es nur für Urlaub, Party, Handy, Flachbildfernseher oder Auto ist. Und nein, ich plädiere nicht dafür, dass man Banken verbietet Kredite zu vergeben. Sondern der Ansatz ist definitiv das Thema Mindset und Werte im Leben. Nicht das Mindset von RickyRich und ErinaErfolg aus Instagram, sondern das von Menschen, die idealerweise finanzielle Allgemeinbildung in der Schule schon vermittelt bekommen haben und wissen, dass Glück im Leben nicht von materiellen Dingen und Party machen kommt.

 

Das wird im Jahr 2020 in Deutschland leider ein frommer Wunsch bleiben. Und solange das so bleibt, ist der nächste Status auf Instagram dann dieser:

 

Instagram Star

 

Quellen: Inscope21 /Instagram , auf den Bildern genannte öffentliche Instagram-Accounts.

Weiterführender Link: Jeder dritte hat am Monatsende mein Geld mehr.

Weiterführender Link: Die meisten Deutschen können ihre Ausgaben nicht beziffern/Umfrage Teambank-Forsa.

 

 

 

“Money is a public good; as such, it lends itself to private exploitation.”

― Charles P. Kindleberger

13 Kommentare zu „Kredit, Instagram, Rich-Mindset

  1. Die sind doch kostenlos. Aber man könnte sicher gut Klangschalen oder anderes “Gerät” dazu verkaufen. Oder Premium-Meditation. Aufregende Bilder fehlen noch, das übliche: Durchschnittsbürger werden durch das Hören dieser Sounds zu Erfolgstypen – über Nacht.

    1. Vermeintlich kostenlos, dies sind ja nur die Beispieldateien, die durch den Up- und Download selbstverständlich entstehenden Unschärfen, mindern selbstverständlich den Erfolg. Lies dich mal schlau auf der Homepage von Denen. Nur die Originale sind gegen Entgelt in der versprochenem Qualität.

  2. Gleich nach dem Glauben kommt dann schon „Silent Subliminals„
    Besonders berührt hat mich diese hier:
    https://youtu.be/j0aW9mc46iQ
    oder dieses
    https://youtu.be/wkKqbtdeg14

    Hört einfach mal rein und genießt die Stille und nein ich verrate nicht was sie bewirken sollen. Ich glaube, nichts. Wer daran glaubt, glaubt auch an die unbefleckte Empfängnis.

    Womit nicht alles Geld gemacht wird, unglaublich aber dieses Mal wahr.

    Viele Grüße
    Jörg

    Und bitte nicht ganz ernst nehmen, nicht dass da noch einer was kauft und Blackwater eine Affilität vorgeworfen wird.
    Nach dem „nicht“ hören ist euer Konto zu klein. Erst kosten die richtig Guten einmal Geld. Aber was nichts kostet, ist auch nichts.

  3. Ekelhaft und kaum zu erklären. Und ich hörte eine Stimme in der Nacht die sagte: “verzweifele nicht und sei glücklich, denn es hätte schlimmer kommen können”. Und ich verzweifelte nicht und war glücklich…und es kam schlimmer! Die nächste Stufe sind wohl Bilder von Geschlechtsteilen im Status, Prostitution als Sportart (analog Pole-Dance) und Pop-Sex-Parties vor der Hochzeit. Bin ich nur christlich-konservativ und damit extrem, während alles anderen diesen Sexismus normal empfinden??? Wohin das noch alles führt? Ich sehe die Zukunft in einer verschuldeten und völlig degenerierten Gesellschaft. Schockierend. Der Zusammenhang zwischen dieser “Art” zu leben und Kredit ist klar. Alles sofort, und immer ich will, ich will, ich will.

  4. m.E. ist das Rich-Mindset von unterbelichteten Marketingjüngern mißbraucht wurden, jeder steigt auf diesen Coaching-Zug auf und will ein Mindset verkaufen, welches man in irgendwelchen modernen Dreigroschenromanen gelesen hat. Mit der aufkommenden Krise werden viele von denen wieder arbeiten gehen müssen, wenn sie eine Arbeit finden. Das Wertesystem dieser Seite basiert immerhin auf fundierten theologischen Grundlagen und nicht auf Bodo Schäfer.😂

  5. OMG+OMG glaube ich bin schon etwas Opfer. 😂😂 Aber ich kämpfe dagegen. Insta und Whatsapp sind wegen Neugier so beliebt. Jeder stalkt jeden auch wenn es keiner zugibt. Manche posten nie was sind aber überall angemeldet—-schlimmste Stalker ever. Ich hab bei Telegram mit deinem Post und massiver Bombardierung von Fakten 30 Leute rein bekommen. Aber von Whatsapp geht keiner weg. Ich denke es liegt an den Videos im Status. Von Insta fang ich erst nicht an. Wenn irgend welche Tussen Videos an der Stange oder fast nackt reinposten gibt es auch Leute die das anschauen. Die brauchen das, beide meine ich. Perverse gibts genug. Das ist das Insta-Geheimnis. Leute wollen auch angeglotzt werden. Aber man kann sich auch es so zusammen stellen, dass man nix davon mitbekommt. Uff. Ich muss noch so viel lernen. 😔Aber ich gebe nicht auf!👍 BW-M ich bin happy für immer neue Motivation! Immerhin hab ich meine Finanzen unter Kontrolle bekommen.😂 Tschüüüüüss mit vielen mit vielen üüüüüüüüü ‘s 😘

  6. Ein Reizthema. Inzwischen müssten die meisten Social-Media-Menschen eigentlich kapiert haben, dass das nur ein nettes Streicheln der Firmen dahinter ist um so zu tun, als wäre die Meinung der einzelnen Nutzer wirklich etwas Wichtiges. Zwischen Like und Shitstorm gibt es gefühlt nichts im Reaktionsspektrum von SocialMedia. Die Demokratie wird davon auch immer weiter untergraben. 2030 wird der Bundestag wohl per Likes gewählt. Furchtbar!

  7. Ich hasse Social Media, obwohl ich voll zur Zielgruppe gehöre. Meine Mutter liegt nur noch mit dem Handy auf dem Sofa, meine Freundinen hören nicht mehr richtig zu, keinen Kaffee ohne ständig auf die scheiss Phones zu glotzen. Die Idee von Insta und Co. ist die Leute dazu zu bringen immer krasseres Zeug zu posten. Und mehr, damit noch mehr persönliche Daten gesammelt werden können. Jeder Like, jeder Klick, ALLES wird gesammelt. Damit werden Algorytmen gefüttert, damit die Nutzer noch mehr manipuliert und kontrolliert werden können.Die verdienen ihre Kohle indem sie privaten Daten verkaufen. Insta handelt gegen eure Interessen, okay? Ihr werdet gleichgültig, gefangen von dem Schrott und genau das ist das Ziel! Mein ganzes soziales Umfeld sind wie Zombies. Ich komme mir alleine vor. Ich hasse Social Media!!!

  8. Humor hast du. Soziale Medien müssen nicht schlecht sein, da stimme ich dir zu. Aber ich nutze nichts davon, ausser Telegram zum verabreden und das kannte ich vor dir noch nicht. Davor habe ich noch sms geschrieben. Der Grund warum ich diese Dinge nicht nutze ist der aus deinem Artikel. Ich denke wenn ich es nutzen würde, dann würde ich zu viel Zeit verschwenden. In Deutschland wird man oft verführt um schlechte Dinge zu tun. Kredite ohne Not aufnehmen um dann später in Not zu kommen. Es ist wichtig sich selbst im Griff zu haben, sonst haben es andere. Und Soziale Medien schwächen bei guten Vorsätzen.

  9. Wenn ich diesen ganzen Sternchen sehe, fällt mir immer wieder der Spruch ein, den mein Vater in seinen ersten Lehrjahren zum Holzkaufmann von seinem Lehrherren vermittelt bekommen hat: „Jeden Tag steht ein neuer Dummer auf“ und nein, diesen Stapel Bretter schieben wir noch nicht in den Ofen.

    Ob es hier nun der Dumme als Absender oder Empfänger der Botschaften in den sozialen Medien ist, lasse ich mal dahingestellt.
    „Ich brauch Gelt“ ist wahrscheinlich Satire. Es sei den Gelt ist die Abkürzung für Geltung.

    Das kommt mir alles wie Tupperparty 2.0 vor. Die Reichweite ist enorm, der soziale Druck scheint ja durchaus vorhanden zu sein.

    Diese Mentalität, lebe jetzt, zahle später ist aber nicht neu. Bereits in den 70er Jahren, da waren es eben die Quelle, Neckermann oder Otto Kataloge, die im Haushalt gleich neben der Bibel im Regal stand (Verzeih mir den Vergleich). Und wenn die Augen wieder größer als der Geldbeutel war wurde eben auf Raten gekauft. Der effektive Zinssatz war damals mindesten 2stellig vor dem Komma.

    Dann gab es da noch so eine Bank KKB, Citi usw. die großzügig mit Dispokrediten um sich warfen um sie dann in Ratenkredite umzuwandeln.
    Das müssen bombensichere Geschäfte gewesen sein, auch wenn ein Kredit mal ausfiel. Das war aber in den 80ern ein Tabu, eine Insolvenz war da mal eben nicht mit 6 Jahren Wohlverhaltens erledigt. Da galt mehr, was sagt nur die Nachbarschaft dazu, wenn ich jetzt Pleite bin und alle erfahren das.

    Da war der soziale Druck eben auch enorm, es ändert sich wenig, nur die Informationen verbreiten sich eben jetzt weltweit und bleiben nicht im Viertel.

    Die andere Seite der Medaille sind die FIRE Typen, die mit 40 in Rente gehen, um dann was zu machen?

    Ist ein wenig länger geworden, war mir ein Bedürfnis.

    Jörg

    1. Hallo Jörg,
      was meinst du denn mit der anderen Seite der Medaille? 🙂

      Ich bin letztes Jahr “etwas” früher in Rente gegangen. Einen Plan hatte ich damals gezielt noch nicht; der Plan war, ihn in den Folgemonaten und Jahren intrinsisch herausfinden. Die Alternative (sehr gut bezahlter Job in der Industrie) wäre gewesen, in 40 Jahren auf nem Batzen Geld zu sitzen und mich DANN zu fragen, wofür möchte ich leben (gearbeitet haben).

      Die ersten Monate habe ich mich sozialen Projekten im Dorf gewidmet (als Leseonkel, in der Bücherei, Mittagessen austeilen bei der Tafel (bis Corona kam …) etc.), parallel habe ich das Programmieren für mich entdeckt; vielleicht habe ich ja mal Bedürfnis nach etwas Taschengeld in der Richtung. Alles kann, nichts muss.

      Mein höchstes Gut ist neben der Gesundheit die Freiheit auf Zeit. (Da ich weiß, wie viel Zeit ich früher auf und mit ICQ verwendet habe, nutze ich ebenfalls kein WhatsApp, Instragramm und Co.) Die Freunde haben die Telefonnummer, also ein Anruf oder halt die gute alte SMS. schönen Nebeneffekt: Es kommen nur die wichtigen Infos an, da sich bereits der Absender Gedanken machen muss wie wichtig ihm die Info ist).

      Thomas

      1. Hallo Thomas,

        dann hast Du für Dich Deine Bestimmung gefunden. Ich kann jetzt zwar den Zusammenhang zwischen „etwas“ früher … und in 40 Jahren nicht ganz auflösen.

        Entweder Du bist mit 27 ausgestiegen oder wolltest nicht auf ein Alter wie Methusalem warten.

        Ich habe im letzen Jahr auch erfahren, wie schnell ein Leben enden kann ohne Vorwarnung innerhalb einer Woche ist Schluss.

        Dieses Ereignis hat mich auch zum Nachdenken angeregt, was ist mir wichtig? Ich plane meinen Ausstieg in mehreren kleinen Schritten. Ich habe die 40 längst weit überschritten, konnte mir zu dem Zeitpunkt aber nicht vorstellen auszusteigen. Das war eher der Zeitpunkt beruflich noch einmal etwas neues anzufangen, dafür hat es einfach zu viel Spaß gemacht.

        Ich wünsche Dir, dass Dein Lebensplan aufgeht.

        Viele Grüße
        Jörg

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