“Success consists of going from failure to failure without losing enthusiasm”

– Sir Winston Churchill

 

 

 

 

Risiko. Für viele ein beängstigendes Wort. Ein Begriff mit dem man Verluste in Verbindung bringt. Gerade wir Deutschen verbinden mit diesem Begriff nur Negativität und selten Chancen. Ob das an dem oft fehlenden fachlichen Wissen was Finanzen angeht liegt – wie in meinem letzten Artikel erklärt – oder durch ein kollektives Geschichtsbewusstsein aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts verursacht wurde, das wird nie ganz zu klären sein.

Durch meine Zeit als Banker kann ich auf jeden Fall bestätigen, dass die Mehrheit der Anlagekunden eigentlich “Zinskunden” waren, die nur im für sie falschen Jahrhundert angekommen sind. Heute liest man, Dividenden sind die neuen Zinsen, Aktien sind alternativlos und wer nichts risikiert, der bekommt heute nichts mehr. Nur werden durch diese markigen Sprüche Menschen in Anlagen getrieben, die für sie nicht geeignet sind. Und hier meine ich nicht fachlich nicht geeignet. Denn kurz etwas zu Aktien, ETFs oder FX erklären ist nicht das Problem. Das war selbst in der Drückerwelt der Banken und Versicherung ein leichtes und damals setzen viele Kunden dann ihre Unterschrift unter verschiedene Papiere die bestätigten: Ja, ich habe es verstanden.

Aber was oft unbeachtet bleibt ist die persönliche Risikobereitschaft. Die eigene innere Einstellung zu dem Thema Risiko ist etwas, was eng mit der Persönlichkeit und Psyche verbunden ist. Was haben wir bereits erlebt oder wie risikobereit oder risikoscheu waren unsere Eltern. Waren die Eltern Beamte oder Unternehmer? Ausnahmen gib es immer, aber ich denke es ist klar, dass hier zwei Welten aufeinander prallen. Und unsere Vergangenheit und unsere Prägungen können wir nicht so schnell abstreifen, wie eine Jacke im Sommer.

Da es aber unbedingt notwendig ist Risiken einzugehen ist die Frage, wie man sich an Risiko gewöhnen kann? Wie kann man seine eigene Risikobereitschaft ausloten und optimieren?

Im Prinzip ist dieser Artikel für jeden unter 80 Jahren geeignet. Aber es ist natürlich klar, dass man grundsätzlich mit höherem Alter seine Risiken senken sollte. Dagegen ist es in jungen Jahren unbedingt notwendig gezielt, bewusst und diversifiziert Risiken einzugehen. Und das nicht erst, seit es keine risikolosen Zinsen mehr gibt. Zu allen Zeiten waren chancenreiche Geldanlagen ein Teil der Anlagestrategie. Selbst ein einjähriges Festgeldkonto mit 5% p.A. zu besten Zeiten war nur ein Parkplatz und keine Geldanlage.

 

 

 

Blackwater.live - DAX30
Angesichts immer volatiler werdender Finanzmärkte muss sich jeder Anleger mit Risiken beschäftigen – sonst bleibt nur das Tagesgeld und die Einlagensicherung übrig.

Quelle: Bloomberg

 

 

 

Ein Klassiker – mit einer Option

 

Blackwater.live - magisches Dreieck

Der Klassiker zu dem Thema Risiko in der Vermögensanlage ist zweifellos das magische Dreieck. Es zeigt den Zielkonflikt zwischen Rentabilität/Rendite, Sicherheit und Liquidität (Verfügbarkeit) auf. Jeder Banker kennt es, ein absolutes Basic. Nach der aktuellen BaFin Studie und aufgrund eigener Erfahrungen würde ich aber klar sagen, dass das magische Dreieck zwar zur finanziellen Allgemeinbildung gehört, aber die Allgemeinheit mit dieser Information noch nicht “gebildet” wurde. Wäre es so und würde mancher Anleger länger über diesen Zielkonflikt nachdenken, dann gäbe es etwas weniger Beschwerden bei der Geldanlage im Allgemeinen.

Das magische Dreieck ist wichtig um die eigene persönliche Risikobereitschaft fest zu legen. Und die ist durch die Faktoren Erfahrung, Erziehung und Umfeld geprägt. Aber sie verändert sich für gewöhnlich auch mit dem Alter. Wenn ich als Anleger mein ganzes Vermögen betrachte und von allen Anlagen eine realistische fachliche Einschätzung habe, dann kann erst der nächste Schritt gemacht werden. Hier sind natürlich schon die ersten Fallstricke zu finden.

 

 

“Klaus C. denkt Immobilien sind grundsätzlich sicher. Daher hat er sein ganzes Geld in geschlossene Immobilienfonds investiert.”

“Luisa-Marie-K. hat von ihrer Freundin erfahren, dass Dividendenaktien eine tolle Sache sind. Damit kann man kein Geld verlieren, da es immer Dividendenzahlungen gibt.”

“Lukas T. glaubt Bitcoin ist die Zukunft. Er hat noch nie Geld angelegt. Aber die Sache klingt sicher und logisch. Er investiert sein ganzes Erspartes.”

 

Das sind heute nur zwei kleine Beispiele, die ich immer wieder als Banker erlebt habe und auch heute höre ich des öfteren von solchen Geschichten. Hier mangelt es erst einmal an der richtigen Einschätzung der Geldanlage. Damit kann der Abgleich mit der persönlichen Risikoklasse natürlich nicht funktionieren.

Im ersten Schritt muss ich wissen welches Risiko in der Geldanlage selbst verborgen ist. Wie gross sind die Schwankungen? Wie hoch ist das Risiko des Totalverlustes? Wie liquide ist die Anlage, sprich komme ich morgen an mein Geld, wenn ich es brauche? Das wäre beispielsweise bei einem geschlossenen Fonds nicht ganz einfach. Wenn ich alle Informationen zu der Geldanlage habe, dann kann ich erst sehen, ob das Produkt überhaupt zu mir passt. Und Klaus C. stellt fest, mit seinen 70 Jahren ist ihm persönlich Liquidität sehr wichtig, aber seine Fonds sind alles andere als liquide. Da nützt es ihm auch nichts, wenn diese 8% p.A. abwerfen –  wenn sie es tun. Aus meiner heutigen Sicht würde ich sagen, dass eine Beratung – uns selbst wenn es eine echte qualifizierte Beratung wäre – nicht ausreicht, um dieses Problem zu lösen. Der Anleger muss sich unbedingt mit sich selbst auseinander setzen und einige Nächte darüber schlafen.

 

 

Die Option

Nachdem man für sich selbst ausgelotet hat welcher Anlegertyp man ist, kann man seine Anlagen entsprechend zusammen stellen. Mit allen Konsequenzen. Das bedeutet, wenn mir Liquidität das Wichtigste ist und ich keine Kompromisse eingehen will, dann gehört das Geld auf das Tagesgeldkonto. Ohne wenn und aber. Wer hier nochmal zu Seite schielt, der hat es noch nicht verstanden. Es kann aber auch von den Lebensumständen abhängen, wie ich das Geld anlege. Habe ich 100.000,00 EUR zur Verfügung, muss aber in 6 Monaten eine Rechnung über 90.000,00 EUR bezahlen, dann ist es keine gute Idee das Geld anzulegen, sondern auch in dem Fall würde es auf dem Tagesgeldkonto verbleiben. Aber was ist mit den 10.000,00 EUR. Hier kommen wir zur Option. Den losgelöst von der persönlichen Risikobereitschaft und den Umständen kann es sein, dass man eine gemischte Strategie fährt.

So ist man beispielsweise ein risikoscheuer Anleger und legt den Großteil seiner Vermögens risikoscheu an, sagt aber dann, mit dem Betrag X bin ich bereit doch ein höheres Risiko einzugehen. Ich hätte also ein magisches Dreieck A für meine gesamten Anlagen und ein magisches Dreieck B für eine einzelne Anlage, bei der andere Maßstäbe in Punkto Risikobewertung gelten sollen. Ich brauche das Geld nicht und es macht mir auch nichts aus, wenn es weniger wird. DAS SOLLTE ABER WIRKLICH SO SEIN! In der Praxis habe ich immer wieder erlebt, dass man sich dann bei einer negativen Wertentwicklung doch nicht mehr ganz sicher war. Ein Tipp zu dem ich später nochmal komme ist, sich seine Entscheidungen und seine Emotionen aufzuschreiben. Denn Erinnerungen sind immer sehr subjektiv und im Nachhinein verzerrt.

 

Blackwater.live - Mobile Banking
Anlage-Kücken? Bei uns darf man auch einfache Fragen stellen. Wir freuen uns immer euch weiter zu helfen! 

 

Wer bis hierhin gelesen hat denkt vielleicht, das ist doch Gaga. Das weiss doch jeder. Aber hier kann ich beruhigen: Nein, das weiss weder jeder und schon gar nicht die Mehrheit der Anleger. Weder gestern noch heute. Da auf Blackwater.live viele junge und jung gebliebene Anleger mitlesen, werde ich immer mal wieder auch Basics aufgreifen.

Und damit sich hier niemand für ungebildet hält oder sich nicht traut Fragen zu stellen, will ich an dieser Stellen nochmal etwas klar sagen. In den letzten 15 Jahren als Banker bei Genobanken und bei Privatbanken in der Vermögensanlage bis hin zum Private Banking, habe ich eher selten gut informierte Anleger kenne gelernt. Auch wenn manche von denen meinten schon alles zu wissen und das Geld die Verlängerung des Egos war. Es ist leider eine schlechte Eigenschaft von vielen Menschen: Die Selbstüberschätzung. Und Geld ist leider für viele Menschen, die keine oder wenig Selbstbeherrschung haben, wie ein Treibsatz in den Größenwahn.

 

 

 

Wie kann ich mit Risiken umgehen?

Zu erst einmal muss ich mir natürlich des Risikos bewusst sein und wissen welche Risiken meine Geldanlage oder mein Investment hat. Es ist immer besser vom worst-case Szenario auszugehen, als sich das schön zu reden.

Und hier kommen wir jetzt zu meinem erwähnten Tipp: Es ist sehr gut, wenn man sich diese Überlegungen aufschreibt. Und auch die Gefühle, die damit verbunden sind. Wenn ich mein Geld beispielsweise so angelegt habe, dass der Hauptteil risikoscheu ist, aber ich mit mit 10% Aktien ETFs kaufe und mit den anderen 10% am FX Trading teilnehme, dann bringt es enorm viel, die Gründe dafür sich aufzuschreiben. Wie fühle ich mich damit zu Anfangs? Bin ich bereit das Geld abzuschreiben? Am besten auch das dazu schreiben: Dieses Geld ist Risikokapital. Ich benötige es nicht. Das Geld wird risikobereit angelegt. Entweder kommt irgendwann etwas dabei heraus oder es ist weg.

Hört sich das krass an? Dann ist es gut so. Wenn man Dinge aufschreibt ist es nochmal etwas ganz anderes, wie wenn man es nur in einem Moment denkt und morgen, übermorgen oder in einem Jahr vergessen hat und ganz andere Gefühle auftreten. Auch wenn es nicht gut läuft, das Depot oder die Anlagen im Minus sind, dann bitte aufschreiben. Welche Gefühle habe ich jetzt damit? Bin ich aufgewühlt, traurig oder zornig? Auch mit Datum festhalten. Mancher mag lächeln, aber das ist ein uralter Tipp aus der Profiliga. Von Tradern bis zu alten Investoren. Denn der größte Gegner ist die eigene Emotion. Wenn man die Emotionen aufschreibt, lernt man sich selbst besser kennen. Sonst vergisst man die Momente wieder und hat keinen Mehrwert daraus.

 

Eine zweite Möglichkeit ist es, seine Psyche langsam an das Risiko zu gewöhnen, indem man es langsam steigert. Wenn ich beispielsweise ganz sicher bereit wäre 10.000,00 EUR zu investieren, dann ist es am Besten die Summe zu halbieren. Oder sogar zu dritteln und dann damit zu beginnen. Auf dem Papier ist es immer etwas anderes -50% stehen zu haben als von Betrag X -50% auf dem Depot oder Handelskonto zu sehen. An dieser Stelle muss ich auch wieder anmerken, dass es prozentuell das Gleiche ist von 100.000,00 EUR oder von 10.000,00 EUR nur 2% zu riskieren, aber es in der Realität einen riesigen Unterschied macht, da man für gewöhnlich bei Gewinnen und Verlusten anfängt doch in Geld zu rechen. Und dann wird ausgerechnet, was man mit dem Euro Gewinn oder Verlust alles kaufen kann oder hätte kaufen können. Einen echten Homo Oeconomicus ohne Emotionen gibt es nicht. Und wenn, dann wäre diese Mensch wohl ein Soziopath, kaum in der Lage Gefühle zu empfinden. Aus diesem Grund ist es wichtig mit den eigenen Gefühlen umgehen zu lernen. Gier und Angst sind Triebfeder bei jeder Geldanlage, deren Dynamik von den meisten Menschen völlig unterschätzt wird.

 

 

Blackwater.live - Rich Mindset
Rich Mindset? Das war wohl nicht damit gemeint. Geld ist an sich neutral, aber es legt bei manchen Menschen unschöne Eigenschaften offen. Was Angst und Gier angeht, so sind wir alle betroffen, wenn wir nicht Selbstbeherrschung lernen.

Quelle: gettyimages/istock

 

 

 

Ri·si·ko

/Rísiko/
Substantiv, Neutrum [das]
  1. mit einem Vorhaben o. Ä. verbundenes Wagnis, möglicher negativer Ausgang bei einer Unternehmung, Möglichkeit des Verlustes, Misserfolges
    “ein großes Risiko”

 

 

Risiko ist eine Hassliebe. Man kann nicht mit und nicht ohne. Aber das ganze Leben ist ein Risiko und endet mit dem Tod. Jeden Tag wenn wir aufstehen sind wir zu 100% im Risiko. Das Risiko des Totalausfalls. Wir können einfach tot umfallen, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen. Und eines Tages wird es auch so sein. Wer im eigenen Bettchen stirbt, hat es noch recht angenehm.

Ich finde es wichtig, sich das bewusst zu machen und kein Leben auf Risikovermeidung zu führen, da der Ausgang – wie erwähnt – bekannt ist. Wir leben hier und heute in einer Wohlstandsgesellschaft. Das kann sehr angenehm sein. Aber es führt dazu, dass selbst junge Menschen es sich bequem einrichten und viel weniger Selbstdisziplin und Biss zeigen, als es Menschen ihres Alters normalerweise tun würden. Natürlich sind das die üblichen Begleiterscheinungen, die in “entwickelten” Gesellschaften in ihrer Spätphase auftreten und darüber wurden bereits viele Bücher geschrieben. Aber angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona die nächsten Monate und Jahre, stecken riesige Chancen in der jetzigen Zeit. Nicht nur in der Geldanlage.

Denzel Washington hielt 2019 in den USA vor einer Abschlussklasse einen Vortrag, der folgende Passage enthielt:

 

“I found that nothing in life is worthwhile unless you take risks. Nothing. Every Student here has the training and the talent to succeed, but do you have the guts to fail? To get something you never had, you have to do something you never did.”

Sinngemäß übersetzt heisst das:

“Ich habe für mich festgestellt, dass sich nichts im Leben lohnt, wenn man kein Risiko eingeht. Nichts. Jeder Student hier hat die Ausbildung und das Talent erfolgreich zu sein, aber hast Du auch den Mut zu scheitern? Um etwas zu bekommen was Du niemals hattest musst Du etwas tun, was Du noch nie getan hast.”

 

Angesichts des kurzen Lebens was wir haben, ist vermutlich das größte Risiko, gar kein Risiko einzugehen. Risiken einzugehen erfordert Mut. Aber Mut ist kein Leichtsinn.

Daher ist echt wichtig über sich selbst und die eigene Risikobereitschaft nachzudenken und für sich selbst zu erkennen, welcher Risikotyp bin ich. Und wenn man das getan hat und sich seiner Geldanlage oder seinen Investments zuwendet, dann sollte man diese richtig einschätzen und so umstrukturieren, dass es wirklich zu einem passt. Und dann bitte aufschreiben. Notiere was die Gründe und Überlegungen für diese Entscheidung war. Und final ist es sinnvoll eine Art Tagebuch darüber zu führen, wie man sich von Zeit zu Zeit mit den getroffenen Entscheidungen fühlt. Nur so lernt man über sich selbst und seine Gefühle dazu und wird nicht von der subjektiven Erinnerung getäuscht. Risiken einzugehen und eigene Ängste zu überwinden ist eine Kernkompetenz des Lebens.

 

 

 

“Everything you want is on the other side of fear.”

– Jack Canfield

31 Kommentare zu „Gefürchtet und geliebt – Das Risiko (1)

  1. @Tobias Nein, brauchst du nicht. Sweet16 ist nur die damalige Startgruppe von BW, als die Seite noch am Anfang stand. Phoenix ist auch für absolute Beginner und kinderleicht.

  2. Danke für den Blog und die damit verbundene Arbeit. Ich bin von eurer Mission und der Umsetzung absolut beeindruckt. Ihr macht einen riesen Job!
    Ich bin an FX als zusätzliche Assetklasse interessiert und würde gerne wissen, ob es vor der Nutzung von PhoenixFX notwendig ist am Sweet16-Programm teilzunehmen. Ich habe keinerlei Vorwissen bei FX.

    Viele Grüße und weiter so!!!!

    1. Hallo Tobias, danke für Deinen Kommentar. Wie Franky schon schrieb, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Sweet16 hat eher historische Gründe bzw. daraus soll in dem Bereich Community etwas werden. Das ist eines der Projekte, an denen ich gerade arbeite. Phoenix FX braucht keinerlei Vorwissen.

  3. Erstmal ein mega fettes Danke für deinen Blog! Ich habe schon sehr viel gelernt und freue mich über alle weiteren Inhalte. Eine spannende Reise ist das mit dir!

  4. Der für mich prägendste Satz ist: Um etwas zu bekommen, was du niemals hattest, musst du etwas tun, was du noch nie getan hast!
    Und danke für den tollen Blog.
    FR

  5. Deutschland hat eben eher eine Beamtenmentailität beim Risiko. Es gibt sicher auf fähige Beamte. Aber eben auch viele, bei denen ein leistungsloses Einkommen angestrebt wird. Das hat Folgen. Wie soll denn ein verbeamteter Lehrer zu einer Karriere als Startupgründer raten? Wir brauchen mehr innovative Quereinsteiger, ein paar würden ja schon reichen, wenn sie online die ganze Republik unterrichten und motivieren würden. Aber auch das ist ja aus verschiedensten Gründen nicht gewünscht oder es heisst braucht man nicht, Deutschland ist so toll. Allgemein fühlt man sich hier viel zu sicher.

  6. Danke für deinen mega Support, die Geduld, deine Zeit, die Erklärungen und Mails und natürlich Artikel wie diese, damit man auch nichts vergisst! Einfach nur suuuuper!

  7. @cc Das ist mir beim Wesir auch heute gleich aufgefallen. Es gibt kein Copyright über die Bibel zu schreiben, ich denke dass der Blackwaterblog schon den ein oder anderen Einfluss ausübt, auch wenn Black das inzwischen total Wurst ist, was andere machen. Im Grundsatz ist ein Thema wie die Bibel gut, ich selbst habe sehr viel durch die Artikel hier lernen können. Mich mit irgendwelchen fanatisierten brainwashed Kirchenleuten zu unterhalten wäre sicher nicht was ich wollte. Aber die Bibel neutral mal zu lesen halte ich für wichtig. Früher galt das als Allgemeinbildung.

    Zum Thema Risiko: Ja, alles bekannt. Aber verinnerlicht? Ein ständiger Prozess. Merke ich bei den Signalen. Gestern auch wieder. Emotionen muss man überwinden können.

  8. Etwas off-topic: Black, du hast die Bibel etabliert. Der Finanzwesir hat’s verlinkt.

    https://der-finanzfisch.de/10-biblische-weisheiten-uber-geld-und-finanzen/

    Damit hast du wohl – bewusst oder unbewusst – etwas unmögliches geschafft. Ich bin kein praktizierender Christ, aber die Bibel halte ich für ein wertvolles Buch voller Weisheiten. Sicher gut, wenn es auch jüngere Menschen lesen. Der Autor obigen Artikels hat sicher nicht deine Erfahrung oder die von Safiya, aber ich finde er hat das gut gemacht. Schaut es euch mal an.

  9. Guten Abend zusammen! Noch vor einigen Jahren hätte ich diesem Artikel/ dieser Idee nicht zugestimmt. Für viele Menschen ist die persönliche Bindung an einen Berater in einer Bank mit Filialen wichtig. Gerade bei Rückfragen oder wenn schnell und unkompliziert Dinge zu klären sind. Nachdem diese Berater aber immer mehr zu knallharten Verkäufern wurden, kaum noch Zeit für ein Gespräch ohne Verkäufe ist und Menschen offensichtlich mit grosser Regelmässigkeit zu ihrem Nachteil „beraten“ werden, sind diese ursprünglichen Vorteile aus meiner Sicht weg gefallen. Daher ist es für mich sehr wichtig Informationen wie diese hier zu erhalten und selbst entscheiden zu können.

  10. Okay, meine erste blöde Frage: Soll ich Riester machen oder Eft Sparplan? Bei Riester gibt es Zulagen und es kann nix verloren werden. Daher weiss ich nicht so genau.

    1. Die Frage klingt wie: soll ich Äpfel oder Birnen essen?
      Auf jeden Fall nicht beides kombiniert, das geht in die Grütze (siehe fairr).

    2. @Kücken
      Es gibt einen (zeitweiligen) Vorteil beim Riestersparen in Fonds, wenn du ein niedriges Einkommen und mindestens 2 Kinder hast, dann ist dein Eigenbeitrag niedrig und du bekommst rel. viel Geld als Zulagen. Später wenn du mehr verdienst und die Kinder erwachsen sind, wäre der Sparanteil für die max. Zulage beim Riester viel zu hoch.

      Es spricht also fast alles für ein oder zwei ETFs, zwar ohne Zulagen, aber dafür frei und flexibel, ABER du brauchst auch Disziplin das ETF-Sparen durchzuhalten =>> das ist das größte Problem: dein Geld ist nicht gebunden und dann geht die Waschmaschine kaputt, oder das Auto, oder ….

      Bei Riestervertrag kommst du nicht ran, aber bei dem ETF schon und wenn du nicht eiserne Disziplin hast fängst du im besten Fall immer wieder von vorn an zu sparen, weil es immer Dinge gab wofür gerade Geld gebraucht wurde.

      Riester = Verpflichtung ohne nachdenken & Basisversorgung
      ETF = mit Disziplin (viel) mehr Ertrag

      Am besten die Zulagen mitnehmen mit 10€/mtl. und zusätzlich mehr Geld in ETFs 😉

      1. “ Am besten die Zulagen mitnehmen mit 10€/mtl. und zusätzlich mehr Geld in ETFs”

        Wäre auch meine Empfehlung. Das Desaster bei fairr Riester hätte man sich sparen können. Blackwater hatte bereits einen nahezu epischen Artikel dazu geschrieben: https://blackwater.live/2019/02/19/du-wirst-gefoerdert/

        Den Artikel bitte durchlesen. Das sagt alles.

    3. OMGOMG, ich hoffe du warst nicht bei der Bank. Ich sag dir mal schnell meine Story: Ich kann nicht sicher sagen ob ich immer in Deutschland oder der EU leben werde. Habe ich bei der Bank auch gesagt, sie meinten trotzdem Riester ist perfekt für mich.😡😡 Ich sollte unterschreiben und es wäre ganz toll Geld vom Staat und so. Was später ist kann man immer noch überlegen. Und im Ausland bekommt man dann auch die Rente. Sie verkaufen es einfach nur und fertig. Ich kam mir nur noch verarscht vor, überleg dir das gut. Besser lies hier oder schick BWM ne Mail. Dauert paar Tage, Antwort hilft aber sehr weiter. Was die anderen geschrieben haben stimmt auch soweit ich es weiss. Besser selbst kümmern als reingelegt werden.

      1. Doch ich war erst bei der Bank. Und bei einem Versicherungsmensch. Aber ichnhab schon gemerkt die müssen verkaufen. Riester scheint immer das erste zu sein was sie anbieten sollen. Und mit geschenktem Geld wird auch geworben. Dumm wenn man es nicht nimmt bla bla.

    4. okay, ich habe den Artikel über Riester gelesen. Teuer und sehr unflexibel. Beim Etf Sparplan brauche ich mehr Disziplin. Meine Schwäche. Vielleicht hat je,and Ideen was man tun kann, damit man da dann nicht rangeht?

      1. @Kücken
        Eine mögliche Strategie wenn du wenig Disziplin hast:

        Nimm das Geld was du sparen möchtest, zum Bsp.: 100€ im Monat,
        100 €
        -10€ in Riester wg den Zulagen
        =90€ Rest
        :2
        =1x 45€ in ETF sparen (einige Anbieter wollen mind. 50€)
        = 1x 45€ vom Giro per Dauerauftrag auf ein anderes Konto umbuchen (wenn ETF 50 braucht, dann hier nur 40€)

        Warum?
        Du sparst mit wenig Disziplin in ETFs und hast ein Reserve-Cash-Konto immer für den Fall wenn du doch Geld brauchst. Dann gehst du dort ran statt an den ETF-Sparplan.

        Im Idealfall wäre es gut wenn du wenigstens 1-2 Jahre das sparen schaffst, dann ist schon etwas “Puffer” für Entnahmen und Ausgaben.

        Im Super Idealfall, hast du dich an die monatlichen Abzüge so gewähnt, dass du in 2 Jahren Luft hast noch mehr zu sparen, dann teilst du deine Sparrate wieder durch 2 und dein Guthaben wächst an beiden Fronten. Wenn du dann mal Cash brauchst ist schon etwas mehr verfügbar ohne das du an deinen ETF musst.

        Für das Extra-Sparkonto recherchier mal, viele Banken bieten ein Begrüßungsgeld oder eine Werbeprämie in Cash 40-50€ (manchmal 70-200). Wenn du die mit nimmst hast du in deinem Cash-Konto einen schönen Start 😉 Dabei natürlich auf Gratis-Kontoführung achten, damit deine Einlagen nicht von Gebühren gemindert werden!

      2. Zusätzlich zu dem Rat von Gold-oder-Aktien könnte man das restliche Geld auf ein Konto legen, über das man nicht täglich vergügen kann. Bei Rabodirect kann man z.B. ein “Tagesgeldkonto” mit 30 oder 90 Tagen Kündigungsfrist führen.

        Ein genereller Motivator: lies mal die Artikel zum 3-Konten-Modell durch, z.B. https://blackwater.live/2018/06/19/die-dkb-und-das-3-konten-modell/
        Auch der olle Bodo Schäfer hat ein motivierendes YT-Video dazu.

        Ein Baustein des 3-Konten-Modells ist meist das Spasskonto, wo monatlch ein Anteil des Monatseinkommens zum “verbraten” vorgehalten wird. Das ist das Zuckerbrot.
        Die Peitsche mußt Du selber schwingen. Immer wenn das Spasskonto alle ist, musst Du bis zum nächsten Monat warten. Aber Du hast die Gewissheit, dass der nächste Monat bald da ist und man die Zeit bis dahin auch rumkriegt ohne an das Sparkonto zu gehen.

        Ein anderer Tip: schreibe vorher auf unter welchen Voraussetzungen Du auf das Sparkonto zugreifen “darfst” und deponiere die Zugangsdaten zum Sparkonto in einem versiegelten Umschlag. Wenn Du Dir gar nicht traust, dann deponier den Umschlag bei den Eltern.

      3. och🥺 wenn du gar keine Kontrolle über dich hast, dann musst du das 3 Kontenmodell machen. Alles zum Sparen auf eine andere Bank weg überweisen ohne Karten dazu zu haben. Oder Eltern geben, ich glaube du bist in meinem Alter. Da ist das gar kein Problem. Wir sind ausserdem Töchter.😂

      4. Sehr interessant, daran sieht man, dass bei dem muslimischen Damen noch ein traditionelles Rollenbild vorherrscht. Mir gefällt das.

        Was Frau “Kücken” angeht: Es führt kein Weg an der Selbstdisziplin vorbei. In jedem Bereich des Lebens. Das Gegenteil bedeutet Kontrollverlust. Mit dem Blackwater 3-Konten Modell kann man sich ganz gut zügeln. Ich empfehle dies unbedingt umzusetzen.

      5. Schau dir unbedingt das Dreikontenmodell hier auf der Seite an. Das hat mir sehr geholfen. Du musst es wirklich wollen.

  11. Servus,

    ein schöner Artikel, der absolut der Wahrheit entspricht. In meiner Zeit bei der Sparkasse war das auch immer so. Man hat versucht den Kunden, durch gezielte Fragen, in eine höhere Risikoklasse zu bugsieren, damit man die auch die “besseren” Produkte für die Anlage nutzen konnte. Ich frage mich heute noch wer auf diese bescheuerten Risikoklassen in der Geeignetheitserklärung (vormals Beratungsprotokoll) gekommen ist. Durch die behavioral finance wissen wir doch schon lange, dass der Kunde verschiedene Risikoneigungen inne hat. Wie du richtig sagst, der Kunde bewegt sich mit seiner Anlage zwischen vielen Dreiecken hin und her.

    Bei meinen aktuellen Gesprächen (Privatpersonen zwischen Retail bis Wealth) weise ich auch immer darauf hin, dass man sich selbst zwingend mit den Problemen der Geldanlage beschäftigen müssen. Man muss sich eine eigene Meinung machen können. Der Berater hat hier mehr die Funktion eines Coaches. Das zeigt sich dann auch immer in den volatilen Märkten, wer das verstanden hat, und wer sich im Risiko übernommen hat.

    Da sind wir wieder bei dem alten Problem der finanziellen Bildung….

    Ich hoffe das sich das irgendwann mal gibt.

    VG

  12. Schoener Auftakt-Artikel, Martin, zu “Wie geschieht Veraenderung”?

    “… Aktien sind alternativlos und wer nichts risikiert, der bekommt heute nichts mehr. Nur werden durch diese markigen Sprüche Menschen in Anlagen getrieben, die für sie nicht geeignet sind.”

    Fuer die wenigsten sind Aktien geeignet? Also nur fuer 10-15% der Menschen in D scheint es/sagt die Statistik?

    Was ist mit sich aendern? Keine Option? Fuer immer “Stark-Raucher”, “Zuviel-Esser”, “Zuwenig-Beweger”, “Versicherungs-Sparer”, “Noch-Nicht-Glaeubiger” 😉 etc bleiben?

    Warum nicht graduell lernen?
    Skifahren, Skateboarden, Surfen … am Anfang ist man unsicher, faellt oefters hin, macht sich zum Aeffchen, das gehoert dazu.

    Wie geht das Erlernen? Vorausgesetzt, man will es ueberhaupt: Basics/Wissen aneignen Anfangen -> dann: Ueben, ueben, ueben (ggfls m. Interessensgruppe, Coach)?

    [Also Level_1-Ziel ist aus meiner Sicht fuer sehr viele Menschen erstmal Weltportfolio-ETF-Sparer/Buy&Holder zu werden fuer die Altersvorsorge (nicht etwa Trader)]

    Bin gespannt auf weitere Artikel, “wie Veraenderung geschieht”. Vom Erkennen des “Wollens” hin zum “Koennen”.

    LG Joerg

  13. Bücherecke klingt richtig gut, bin gespannt was da kommt und bin gespannt ob es hier und da Überschneidungen mit meiner Bibliothek gibt 😉 Ein Thema auf das ich mich wirklich freue.

    RISIKO, ja Deutschland und diese komische Sichtweise, immer das Negative …
    Umgang mit Risiko, das ist etwas was wir wirklich von den Amerikanern lernen können. Wobei nein, stimmt gar nicht!

    Von den Amerikanern können wir lernen wie man Chancen sieht, diese ergreift, wie man Chancen nutzt und auch wie man scheitert und wieder aufsteht, es noch einmal versucht und wenn es sein muss ein drittes Mal und wenn es dann gut läuft, egal ob Geldanlage oder Business … ?

    In Amerika: great = man bekommt Glückwünsche und Anerkennung und macht (hoffentlich) Gewinne
    In Deutschland: ah, da kommt der Gescheiterte, hat dieses Mal wohl Glück gehabt, na ja wird nicht lange anhalten

    Wir reden hier in Deutschland viel zu wenig von Chancen, immer nur von Risiken, egal was es betrifft, Beispiele:

    1. es wird sich versichert gegen fast alles was es gibt, die Durchschnittsfamilie hat über 20 Versicherungen ?!
    2. Je mehr Einkommen da ist umso mehr wird sich abgesichert

    3. Je mehr Einkommen da ist, umso weniger wird gespart (vor allem ÖD und Beamte haben am wenigsten Rücklagen)

    4. Existenzgründung mit der Chance auf einen 16 Stundentag, aber auch auf ein gutes Einkommen, oder lieber doch nicht? Klappt bestimmt nicht und was sagen dann die Leute?! Welche Leute, warum ist das wichtig? ist es nicht!

    5. Geldanlage und sparen, Sparraten und Sparziele aufteilen und danach die Instrumente bestimmen und einsetzen

    6. Coronakrise ist echt schlimm, gerade wenn man persönlich betroffen ist, doch sie bringt auch neue Chancen, warum nicht etwas wagen, ausprobieren, jetzt beginnt gerade wieder eine “Goldgräberzeit” mit viel Potential und das nicht nur bei finanziellen, sondern gerade auch bei zwischenmenschlichen und sozialen Themen.

    Man kann kalkulierte Risiken eingehen, klar tut es im Ernstfall etwas weh, aber ein kalkuliertes Risiko (ist bei jedem anders zu gewichten) bringt einen nicht in Existenznöte.

    Chancen sehen und die Risiken nicht ausblenden, aber dabei vom Positiven leiten lassen, das ist doch ein Weg.

    P.S.: dieses “Chance-Risiko-Entscheidungs-Tagebuch” mit dem “warum?” ist ein wirklich guter Ratschlag, etwas was wirklich hilft, macht das mal und schaut Ende 2021 und 2022 wie ihr jetzt die Welt gesehen habt, was eure Entscheidungen waren, warum ihr diese getroffen habt und ob es eine gute Idee war.

    Wer weiß, vielleicht entsteht 2022 daraus bei jemand ein Buch und es wird eine neue Chance für etwas Neues 😉

  14. Das ist der erste Teil einer Artikelserie. Nächste Woche schiebe ich aber die lang erwartete “Bücherecke” ein. Diese werde ich laufend ergänzen mit den besten Büchern zu Geld, Trading, Leben etc. Natürlich nehme ich an keinem Amazon-Affiliate teil, die Empfehlungen sind völlig ohne Interessenkonflikt, wie ihr es gewohnt seid.

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