„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.” 

– Adorno

Einen guten Tag wünsche ich euch, liebe Blackwater Leser und Freunde! Wir schreiben ein neues Jahr und niemand weiss, was so vor uns liegt. Wird es ein gutes Jahr? Ein schlechtes? Was wird uns erwarten? Viel hängt sicher auch von uns ab, aber nein, nur mit der inneren Einstellung kann man nicht die Welt verändern, nicht fliegen, ist nicht unbesiegbar. Es gibt viele äußere Faktoren, die wir nicht steuern können. Das letzte Jahr hat das ganz deutlich gezeigt. Und auch wenn es nicht die ganz grossen Weltereignisse sind, so gibt es die ganz kleinen Dinge im Leben, die unser persönliches Leben auch für immer ändern können. Wir treffen die Traumfrau unseres Lebens, wir gewinnen im Lotto oder bekommen den Job, den wir immer wollten. Zweifellos ändert das unser Leben. Und wir haben auf diese Dinge nicht so viel Einfluss.

Dann gibt es auch Dinge, die einen negativen Impact haben, neudeutsch, eine negative Auswirkung. Eine schwere Krankheit. Oder wir verlieren einen Menschen, der uns viel bedeutet hat. Ich will bei diesem Gedanken heute nicht zu lange verweilen. Nur so lange, um euch mit auf eine Reise für dieses Jahr zu nehmen. Diese Reise will ich Ende des Jahres dann mit euch reflektieren und sehen, wo wir stehen. Jeder kann das für sich tun und das auf das ganze Leben übertragen. Und dieser eine Gedanke ist der, der ungelebten Leben. Dafür müssen wir, um so ein Menschenleben auf einen überschaubaren Zeitraum zu reduzieren, uns mit einem Gedanken beschäftigen. Hier kommt er:

Wir wachen morgen früh auf mit Bauchschmerzen. Diese Bauchschmerzen verschwinden nicht. Wir gehen zum Arzt unseres Vertrauens, der überweist uns an eine Klinik und nach einigen Untersuchungen stellt man fest, wir haben Krebs. Welche Art soll keine Rolle spielen. Wichtig für uns zu wissen wird sein, dass wir noch ein Jahr zu leben haben. Dieses Jahr.

Diesen Gedanken zu nutzen ist nicht neu. Sicher hat jemand anders auch schon diese Idee gehabt, um sich zu motivieren in einem Jahr etwas besonders zu tun oder zu erreichen. Und glücklicherweise werden die aller wenigsten von uns in so eine Situation kommen – bezogen auf nur ein Jahr.

Aber… bezogen auf unsere Leben, sind wir alle schon lange in genau dieser Situation.

“Umschlossen von einer Hand aus Luft” – Die Magie eines Ortes zu spüren und auf sich wirken zu lassen, ist ein wertvolles Geschenk im Leben. Es gibt Orte im Raum, die keine Zeit zu kennen scheinen. “E ho’ omanawa nui” – Zeit fliesst von einer Begebenheit zur anderen.

Orte


Welche Orte wollen wir in unserem Leben sehen? Vielleicht sogar dieses Jahr?

Die Liste – Plan für die Restlebenszeit

„Those who walk alone, have the strongest direction.“ – unbekannt

Die meisten von uns haben noch eine ganze Menge Zeit zu leben vor sich. Selbst wenn wir schon älter sind. Ich bin beispielsweise 39 Jahre alt. Das ist in den Augen mancher Leser schon alt. In den Augen andere jung. Aber ich bin ein Mann. Die leben bekanntlich nicht so lange wie Frauen. Und viele dieser Exemplare sterben zwischen 50-60 bereits an einem Herzinfarkt. Das Risiko ist allgemein deutlich höher als bei Frauen. Wenn ich also davon ausgehe, dass ich noch 10 Jahre zu leben habe, was nicht völlig unrealistisch ist, sowohl das Erleben als auch der Tod, dann ist die Frage, was ich in dieser Zeit tun möchte. Und wie ich auf mein Leben zurück blicke. Und damit meine ich sicherlich nicht das Anhäufen von toter Kaufkraft oder ob ich Fallschirmspringen war. Jeder kann für sich einmal in Ruhe und in aller Tiefe überlegen, was auf der eigenen Liste wäre. Man muss sich dabei nicht gegenseitig übertrumpfen oder immer besonders hohe Ziele haben. Darum geht es nicht. Es geht darum, es ganz ehrlich zu tun und diesen Gedanken nicht zu verdrängen, was in der Natur von uns Menschen liegt. Denn wer will schon an das eigene Ende denken?

Wenn ich für mich heute diese Gedanken mache, dann denke ich daran, dass ich gerne noch einige Länder besuchen würde und einige Menschen kennen lernen möchte, von denen ich heute nicht mal weiss, dass sie existieren. Aber ein Gefühl sagt mir, dass es durchaus noch spannende Begegnungen geben wird. Aber liebe Leser und Freunde, ich will ganz offen sein. Stand heute sieht meine Liste so aus:

(die Reihenfolge ist nicht unbedingt die Priorität)

  1. Ich würde gerne nochmal Hawaii besuchen. Big Island, die wilde Schöne. Die grösste Insel der hawaiianischen Inseln. Sie hat 5 Klimazonen, sie ist schön und mystisch, selten war ich der Schöpfung so nah wie dort. Die ganze Insel liegt unter einer Art Zauber, man kommt sich vor wie in einer anderen Welt, in der die Trennung zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren nur ganz dünn zu sein scheint. Ein wirklich einzigartiger Ort, ohne dass ich dafür jemals die richtigen Worte finden könnte. Die Bilder des Artikels sind alle von mir dort gemacht. Die Weisheiten darunter in Hawaiianisch, sind von den schlauen Polynesiern, denen diese Inseln eigentlich gehören.
  2. Gerne würde ich perfektes Hocharabisch sprechen können. Ich bin nicht besonders sprachbegabt, wenn ich aber noch eine Sprache können wollte, dann diese. Auf Platz zwei wäre Aramäisch/Hebräisch. Aber irgendwann muss man sich entscheiden. Und die Länder die mich faszinieren, sind Arabisch sprachig und auch in Israel kommt man mit Arabisch gut durch.
  3. Länder: Israel, jederzeit wieder! Jordanien, Syrien, Irak, Oman. Die grossen Ausgrabungsstätten der alten Hochkulturen sehen, Menschen dort kennen lernen. In einem Flüchtlingscamp der UN dort helfen, auch wenn ich danach einen Nervenzusammenbruch erleiden werde. Aber irgendwie weiss ich sicher, dass ich das tun muss. In Damaskus mich mit einigen meiner Leser treffen, in Latakia ins Meer springen. In Israel in der Negev übernachten und den Sternenhimmel betrachten. Im Gaza Streifen meine Arabisch Lehrerin Basma treffen. Von Gaza über den Sinai nach Ägypten einreisen. Das ist schon eine ganze Menge und einiges davon ist alles andere als einfach zu schaffen. Die Liste ist nicht ganz vollständig. Aber so in etwa sieht sie aus.
  4. Sterben würde ich – Stand heute – gerne in Griechenland mit dem Blick auf das Meer. Wenn es nicht Griechenland ist, dann ein anderes Land im östlichen Mittelmeer.

Aber solche Pläne sollten meiner Meinung nach auch gewisse spirituelle Komponenten enthalten. Und wie ich weiss, haben manche von euch auch diese auf ihrem “Plan”. Einer will vielleicht nach Tibet, eine andere nach Mekka um zu beten, wieder jemand anders nach Nadschaf oder Isfahan, andere nach Rom oder Jerusalem. Orte können spirituell sein, daran besteht gar kein Zweifel. Und so kann sich dann die Liste fortsetzen und bei mir sieht sie so weiter aus:

5. Mehr beten, mehr Nähe zum Schöpfer suchen in Natur und Schrift. Sich auf mehr Erfahrungen einlassen durch loslassen. Einfach Orte wie die von euch genannten auf mich wirken lassen, denn einige der genannten stehen auch auf meiner Liste. Entweder war ich schon da, will wieder dort hin oder komme so Gott will dahin.

6. Andere Menschen mit gleichen Interessen treffen, sich austauschen und die Verbindungen über die Restlebenszeit halten. Menschen, die solche Interessen haben und mit denen man auch offen darüber sprechen kann, sind etwas ganz besonderes, weil selten.

7. Irgend ein grosses Hilfsprojekt starten oder unterstützen. Hier gibt es natürlich viele Möglichkeiten, von 50 Kinder adoptieren bis hin seine Arbeitskraft für Menschen einzusetzen, denen es nicht so gut geht. Hier weiss ich noch nicht ganz genau, was das Leben parat hält. Mal sehen.

Kann es in so einer Liste auch ganz triviale Sachen geben? Na klar. Es können auch ganz einfach Sachen sein wie: Ein Latte Macchiato in Rom, Humus essen in Jaffo oder ein Mal im Pazifik schwimmen. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

“He ‘onipa’a ka ‘oia ‘i’ o”- Truth is not changeable. Etwas, was ich in meinem Leben lernen und akzeptieren musste, weil mein damalige soziales Umfeld es nicht tat. Es gibt feste und klare Wahrheiten im Leben. Zum Beispiel die Naturgesetze.

Leben


Seine Hoffnungen und Träume auf die falschen Dinge zu setzen, kann das Leben unerträglich machen und unsere Seele krank.

Ungelebte Leben

“Hingehaltene Hoffnung macht das Herz krank; ein erfüllter Wunsch aber ist ein Baum des Lebens.” (Sprüche 13:12, Schlachter 2000)

Ob solche Listen oder Pläne Sinn machen, hängt von ihrem Inhalt ab und wie konsequent wir diese Ziele ansteuern. Und ob diese Ziele realistisch erreichbar sind. Ich werde wohl kaum noch zum Mond fliegen, selbst wenn ich diesem Ziel alles andere unterordne. Diese Listen oder Pläne sollte auch keine “hingehaltenen Hoffnungen” sein, also Dinge die wohl nie eintreten oder unerreichbar sind. Entweder nie in unserem Leben oder überhaupt nie. Denn das macht “das Herz” krank, sprich unsere Psyche. Ich muss immer an den Satz von Ehud Olmert denken, dass “irgendwann im Leben eines Menschen der Moment kommt, in dem er die Wahrheit akzeptieren muss, ob er nun will oder nicht.”

Und die Wahrheit ist, dass wir nicht ewig Zeit haben und es meistens wohl anders kommt und vor allem anders als wir denken. In einer Welt, in der vieles relativ zu sein scheint gibt es doch einige unumstössliche Wahrheiten, die wir nicht ignorieren können. Die Gesetze der Physik und Mathematik, die Tatsache, dass wir vieles nie erfahren werden und dass wir eben nicht alles wissen können. Und auch die bittere Tatsache, dass wir sterben werden. Das Leben ist wie das Buch mit dem Titel “Tod eines Handlungsreisenden”, bei dem der Ausgang des Buches eben schon mit Beginn des Buches klar ist. Es zu lesen lohnt sich trotzdem – auch wenn es mit einem Suizid endet. Wer kommt eigentlich auf unsere Beerdigung? Ein Frage zum Nachdenken.

Und wenn wir jetzt auf unser Leben zurück blicken, was sehen wir da?

Sehen wir die ganzen “hätte, könnte, würde und vielleicht’s? Die ganzen unerfüllten Hoffnungen und Träume? Hätte ich bloss? Warum habe ich nicht?

Ja, warum eigentlich nicht? Die ungelebten Leben sind gefüllt mit Füllwörter und ausgebliebenen Ereignissen, unerfüllten Wünschen und Hoffnungen. Daher ist es vielleicht so, dass wir nicht immer überlegen müssen in welches Boot wir einsteigen um ans Ziel zu kommen, weil es gar kein Boot braucht. Was wir lernen müssen ist, über das Wasser zu gehen und zu sehen, wohin uns das dann führt. Denn Boote gibt es viele, nur fahren sie selten in die richtige Richtung.

Man kann sein ganzes Leben damit verbringen in dem Boot zu sitzen, welches bedeutet, dass berufliche Karriere oder Geld das wichtigste ist. Oder damit, dass man seine ganze Kraft und Hoffnung in von Menschen gemachte Ideen setzt, wie politische oder religiöse Bewegungen. Gerade in der jetzigen Zeit ist es leicht, auf irgend ein Polit-Clown oder menschliche Heilsbringer reinzufallen oder ihren Ideen zu erliegen. Am Ende ist es einfach so, dass wer darauf seine Hoffnungen und sein Vertrauen setzt enttäuscht werden wird: “Verlasst euch nicht auf Fürsten, auf ein Menschenkind, bei dem keine Rettung ist!” (Psalm 146:3, Schlachter 2000)

Wie ich schon schrieb, bin ich 39 Jahre alt oder jung, je nach Perspektive. Meine Leser, die 60 und älter sind – einige gibt es davon – haben nochmal einen ganz anderen Erfahrungsschatz und davor habe ich grössten Respekt. Als ich noch in der Bank arbeitete, hatte ich mit Private Banking Kunden viel zu tun. Das sind die, die meistens viel Geld aber wenig Restlebenszeit haben. Gerade die, die 70 Jahre und älter waren, waren die, von denen ich am meisten für das Leben lernte. Während andere denen gerne Fonds verkauften, nutzte ich doch mehr als 50% der Zeit dafür, nur deren Lebensgeschichten anzuhören und sie zu fragen, was sie tun würden, wenn sie nochmal jung wären. Welchen Rat würden sie mir geben? Neben finanziellen Ratschlägen, wie in Deutschland niemals mehr als eine Immobilie (oder keine) zu besitzen, Deutschland zu verlassen, keine Kinder zu bekommen (meist undankbare Erben), jede Minute des Lebens zu geniessen, gaben sie mir auch viele persönliche Ratschläge. Würden diese Ratschläge dafür sorgen, dass eines Tages die Geister der nicht getanen Taten, unerfüllter Wünsche und nicht gelebten Lebens Grund zur Anklage haben oder eben nicht? Wenn Menschen am Ende ihres Leben etwas anderes sagen, als es die Botschaft der Gesellschaft durch Sozialisierung tut, dann sollte man darüber schon einmal nachdenken. Und das tat ich oft.

“Lawe i ka ma’ale a ku’ono’ omo.” – Take wisdom and make it deep. Wir bekommen die Antworten die wir suchen, in der Qualität mit der wir uns bemühen.

Liebe


Wem wollen wir dieses Jahr unsere Liebe, unsere Kraft und unsere Leidenschaft schenken?

Ein Sack Reis

Mein Leben war bislang so, dass ich mich schon einige Male neu aufgestellt habe, den Reset Knopf gedrückt habe. Drei abgeschlossene Ausbildungen, zwei Studien, viele Jobs. Darüber könnte ich einiges schreiben, vielleicht ein anderes Mal. Geblieben bin ich am Ende Banker. Spirituell dachte ich lange Zeit, dass ich eine Art Ruhekissen gefunden hätte, daher war hier lange Zeit eher Stillstand angesagt. Aber wenn man Zweifel hat oder spürt, dass eine Ansicht nicht die erfüllende ist, unstimmig, widersprüchlich oder eben doch zu menschlich gedacht, dann sticht man doch irgend wann wieder in See, um bei dem Bild von dem Wasser und den Booten zu bleiben. Aber wie gesagt, vielleicht ist das “in See stechen” keine Frage des richtigen Bootes, sondern die Frage des Glaubens und ob ich im übertragenen Sinn auf dem Wasser laufen kann.

Ende 2019 hatte ich einen Punkt in meinem Leben erreicht, der mal nicht mit einem Ort oder einer drastischen Erfahrung zu tun hatte. Ich fuhr mit einem Bekannten durch ein Kaff in Westdeutschland und wir unterhielten uns. Mein Bekannter war einige Jahre älter, hatte Familie mit Kindern, Haus, das übliche Leben. Wir unterhielten uns über verschiedene Dinge, was so die letzten Jahre in unserem teilweise gemeinsamen Umfeld alles passiert war. Wie das Leben so spielte, heiraten, scheiden, Kinder, Katzen, Haus und VW Golf. Menschen, die im Leben kamen und gingen. Ich benutzte bis dahin nie die Rede von dem “Sack Reis in China”, die wohl jeder kennt. Aber dann dachte ich nur für mich und sagte es leise, “wie ein Sack Reis… .” Alles was passierte, alles was aufregte, was in den erlebten Momenten der vergangenen Jahren so wichtig erschien, alles das war wie ein Sack Reis, der in China umfiel. Unbedeutend, unwichtig und klein. Das war ein Moment, in dem mir klar wurde, auch der jetzige Moment würde in 10 Jahren so sein. Möglicherweise, aber doch sehr wahrscheinlich. Und dann dachte ich mir, Martin, wenn Du es jetzt nicht kapierst, dann kapierst Du es nie, Du bist nicht so wach wie Du denkst. Andere Momente und Erlebnisse hatte mich an diesen Punkt geführt, zweifellos. Aber ich war immer noch nicht ganz wach, so wie wenn man morgens im Bett aufwacht, sich aber aber dann doch nochmal umdreht und in einen kurzen weiteren Schlaf verfällt. Manchmal sogar noch mit einem neuen kurzen Traum, der aber eben genau das ist: Nur ein Traum. Richtig aufwachen tut man erst, wenn man die Decke beiseite schlägt, die Füsse den kalten Boden berühren und man den Rolladen hochzieht. Die Sonne scheint, mitten ins Gesicht. Jetzt, jetzt ist man wach.

Wenn ich jetzt zurück blicke, dann war das schon einiges an ungelebten Leben in meinem eignen Leben. Klar, es hätte schlimmer kommen können. Die ein oder andere Leserin, der ein oder andere Leser mag sicher denken, interessante Ansichten. Oder auch nicht. Aber egal wie man dazu steht, unsere Erfahrungen sind wir. Unsere Vergangenheit sind wir. Auch unser ungelebtes Leben sind wir. Die Frage ist nur, klagt es uns irgendwann an? Was wäre wenn?

Was wäre, wenn ich einen anderen Beruf gewählt hätte? Was wäre, wenn ich eine andere Frau geheiratet hätte? Was wäre, wenn ich mit 20 ausgewandert wäre? Was wäre, wenn ich zum Judentum konvertiert wäre? Was wäre, wenn ich auf irgend etwas nicht verzichtet hätte? Was wäre, wenn ich bescheidener oder egoistischer gewesen wäre? Solche Fragen kann man sich viele stellen und die aufgezählten Antworten oder möglichen anderen Lebensverläufe werfen ein Licht auf unser ungelebtes Leben, die nicht beschrittenen Wege, die nicht genutzten Situationen und das verlorene Potential. Leben hat eine Eigenschaft an sich, die sehr unangenehm sein kann, wenn man sie ignoriert und unterdrückt: Es will gelebt werden. Es will erfahren werden. Und das bedeutet viel mehr, als diesem unserem Leben die “Klappe” zu stopfen, indem man sich ablenkt, es mit Substituten füllt oder sich einredet, das wird schon werden. Es wird schon klappen. Denn das ist nicht so, definitiv nicht. Wenn man so passiv ist und denkt, dann wird man den “Sack Reis” in China kennen lernen. Das eigene Leben wird so sein. Nicht nur aus der Perspektive der anderen, was zu verschmerzen wäre. Sondern aus der eignen Perspektive. Die Lebenszeit zu verschwenden, ist eine der bitterlichsten Erfahrungen, die man machen kann.

“O ke pono ke hana ‘ia a iho mai na lani.” – Continue to live righteously until the heavens recognize you. Um unseren Schöpfer zu finden, müssen wir nicht irgendwo eintreten, wir müssen Glauben haben. Tiefe Spiritualität vervollständigt unser Sein und gibt Halt.

Sein


Das bloße Sein erfordert Mut, um sich diesem zu stellen. Wieviele Minuten und Stunden dieses Jahr werden nur uns und unserem Schöpfer gehören?

Ein gutes Jahr

Vieles haben wir nicht in der Hand. Wird 2021 ein gutes Jahr? Und in welcher Hinsicht gut? Weniger Corona, mehr Geld, steigende Aktienkurse, viele nette Restaurantbesuche, ein neues Auto, Eintritt in die Rente?

Aber wechseln wir den Blickwinkel: Was wäre, wenn dieses Jahr nicht wie jedes andere ist, weil es nur noch eines gäbe? Was würden wir mit diesem Jahr machen? Am 11.01.2021 ist es noch genug Zeit darüber nachzudenken. Vielleicht diese Woche. Und es ist angemessen darüber nachzudenken und auch etwas zu investieren. Beispielsweise könnten wir uns krank melden, das Telefon ausschalten, unerreichbar sein. Wir könnten die ganze Woche verwenden um zu planen und zu denken, was wir mit diesem Jahr tun wollen. Die Wahrheit ist, dass die meisten Menschen das ihr ganzes Leben lang nicht tun, selbst wenn sie die Zeit dazu hätten. Und wir können uns auch für dieses Jahr eine Liste wie die Eingangs des Artikels machen: Welche Erfahrungen möchten wir machen, welche Menschen möchten wir treffen, welche Bücher lesen? Oder welche spirituelle Erfahrung möchten wir machen? Welche Lebensfragen wollen wir zumindest versuchen zu beantworten?

Vielleicht gibt es sogar eine ganz große Baustelle im Leben, die wir endlich mal angehen wollen: Unsere Ehe verbessern, sofern verheiratet. Aus der Kirche austreten oder eintreten, weil es für uns persönlich das richtige ist. Mal eine andere Religionsgemeinschaft erforschen? Ganz andere Menschen kennen lernen. Man kann sich selbst das zum Ziel setzen, warum auch nicht? Andere wollen 2021 ein neuen Fernseher kaufen, wir können durchaus auch sagen: Ich möchte 2021 wertvolle und interessante Menschen kennen lernen! Oder ich möchte die Geschichte des Christentums verstehen können. Oder: Wie denken Juden oder Muslime eigentlich über Gott? Genau das wird uns in Erstaunen versetzen, der Himmel voller neuer Blickwinkel wird sich öffnen und wir werden erkennen, dass alles anders ist, als wir dachten. Es wird alles sein, nur kein “Sack Reis in China”, wenn das Jahr zu Ende ist. Versetzen wir uns doch kurz mal innerlich an das Jahresende. Man kann am Jahresende zusammen sitzen und sagen, es gab diese oder jene steuerliche Änderung, schon wieder sind die Müllgebühren gestiegen, die Müllers waren in Spanien im Urlaub. Und die Schmidts erst, er ist jetzt Teamleiter in Callcenter der Versicherung. Und die Merkel, die will jetzt bis 2059 Kanzlerin bleiben. Ist ja auch toll. Besser als Trump.

Klar, kann das der Inhalt eines Jahres sein. Muss es aber nicht.

Man kann beliebiges einsetzen, aber das Jahr könnte auch diese Qualität haben: Ich war in Alaska und habe Wale an der Küste gesehen, in Island Fisch gefangen, ich war in einer Kirche, Moschee, Synagoge und habe meine Fragen gestellt und mich mal unvoreingenommen informiert. Wir haben zusammen ein Rezept aus Palästina gekocht und es war total lecker. Wir haben über das Internet eine Familie aus Ägypten kennen gelernt und angefangen ihre Sprache zu lernen. Ich habe im Internet einen Blog begonnen, weil ich schon immer mal schreiben wollte. Und nächstes Jahr, ja, da werden die Müllgebühren erhöht. Aber wir fliegen nach Kasachstan und werden dort in der Steppe übernachten. Und wenn wir wollen, wandern wir einfach aus. Und wer in Deutschland Kanzler wird? Ein Ex-Banker namens Spahn? Wer im Fussball vorne ist? Ob Greta vegan is(s)t? Ist das denn wirklich wichtig? Wenn dass das Wichtigste in unserem Leben ist, dann brauchen wir heute Abend die Türen unserer Wohnung nicht mehr abschliessen. Denn das Wertvollste was wir besitzen, hat man uns schon gestohlen: Unser Leben.

Für uns alle wünsche ich dieses Jahr ein Jahr voller Erfahrungen, Erkenntnisse, voller Leidenschaft für Neues und Unbekanntes. InsahAllah, so Gott will, wird es ein gutes Jahr. Wir werden jedenfalls alles getan haben, was wir tun können, damit es so wird. Und wenn wir dann in See stechen, auf zu neuen Ufern und neuen Erfahrungen, dann wird der ein oder andere merken, dass er über das Wasser gehen kann. “Es gibt kein richtiges Leben im falschen”, das schrieb einst Adorno. Wie recht er hatte. Wenn ich an meine “Sack Reis Erfahrung” denke, wird mir klar, wie viele Dinge nur Substitute und ein Ersatz sind in unserer überregulierten, versicherten und mit fünf Sicherheitspolstern abgesicherten Welt, in der uns Nachrichten sagen was wir zu denken und zu fühlen haben, in der wir uns allzu oft unsere kleine Echokammer schaffen, um uns immer bestätigen zu lassen, was wir eh schon dachten. Manche nennen das Struktur. Manche nennen es Sicherheit. Mag sein, dass es Struktur ist. Aber es ist keine Sicherheit, denn die gibt es nicht. Und eines ist es ganz sicher nicht: Leben.

“You enter the forest at the darkest point, where there is no path. Where there is a way or path, it is someone else’s path. You are not on your own path. If you follow someone else’s way, you are not going to realize you potential.”

– John Campbell

41 Kommentare zu „Ungelebte Leben

  1. Artikel wie dieser sind es, warum ich Blackwater.live lese. Die Finanzartikel sind für mich – bitte nicht falsch verstehen – etwas, was ich nebenher lesen kann. Aber ich freue mich jedes Mal, wenn ich schon am Titel eines Artikels erkenne, heute wird es wieder tief und nachdenklich stimmend.

  2. Aloha! Schöne Bilder von Hawaii, ich war 2014 mit meiner Partnerin dort und wir haben uns einen Lebenstraum damit erfüllt. Ein Mal im Leben Hawaii. Ich kann es jedem nur empfehlen. Um Aloha-Feeling zu tanken aber bitte kein stressiges Insel-Hopping betreiben. Je nach Dauer (minimum 2 Wochen, besser 4 und mehr) eine oder maximal zwei Inseln und dann in den Spirit eintauchen. Man sagt, niemand verlässt die Inseln als Atheist. Und ich denke, es stimmt. Danke für die Bilder!

  3. Hallo! Eure Startseite ist überarbeitet. Ich finde das toll! An der Stelle auch mal ein Lob für die Auswahl der sehr gelungenen Bilder!

    Was ich aber auf eurer Seite entdeckt habe und was der eigentliche Grund ist warum ich mich melde ist das:

    Unser Blog zeichnet sich durch eine echte und bodenständige Spiritualität und Sicht auf das Leben aus. Keine Esoterik, keine Mitgliedschaften in Kirchen, Sekten, Organisationen oder sonstige Erfindungen von Menschen, sondern das Original: Von der Suche und dem Finden unseres Schöpfers und dem Sinn im Leben. Das ist bei uns kein Produkt und keine Masche, sondern ein Thema des Herzens, welches wir gerne mit euch teilen.

    Damit berührt ihr mein Herz, es spricht mich sehr an. Ich las auch die älteren Artikel zu dem Thema Spiritualität und Sinn und sehe darin bestätigt, dass ihr es aufrichtig meint. Danke, wirklich Danke! Ich freue mich auf alles was von euch dazu kommt!

  4. In deutscher Sprache kenne ich nicht mal ansatzweise einen Blog, der wie eurer ist! Suchterzeugend. Ich verstehe wenn ihr für google & co mal Bankartikel posten müsst. Aber die eigentlich geilen Artikel sind welche wie dieser. Nicht das überall gleiche Flachzangengerede oder Angewerbe für einen Glauben. Echt losgelöst von dem ganzen was es sonst überall gibt, seid ihr echt anders. Der Autor könnte ruhig bekannter sein für diese Inhalte. Mitreißen kann er. Wahnsinn.

    1. Der Autor bedankt sich herzlich, aber verweist darauf, dass es gut ist wie es ist. Denn der Autor möchte bleiben wie er ist und wachsende Bekanntheit stellt auch eine Gefahr da.

      Angeworben für irgend etwas – außer für das Original – wird hier niemand. Und das Orignal braucht keine “Kirche”(und alle Derivate davon). Menschen brauchen Gemeinschaft, aber das ist etwas anderes.

      Unsere Finanzartikel sind auch mit Leidenschaft geschrieben. 😉

  5. Hallo von den norddeutschen Inseln!

    Ich habe 10 Anmerkungen zu diesem und den anderen Artikeln. Meine Motivation das zu schreiben ist meine Suche nach Begriffen wie “Sinn des Lebens” per # oder im google.
    Über 50 Mio Treffer. Meistens Motivationsseiten und Trainer. Oder schlimmeres. haha.

    1. Schön gestalteter Blog, in letzter Zeit mit mehr Farbe. Sehr gut!
    2. Ihr verbiegt euch nicht, haut einfach eure Message raus. Sehr gut!
    3. Es ist keine Werbung für ein Coaching, Training, Church oder Sekte. Super gut!
    4. Es kostet nichts zu lesen und das Wissen aufzusaugen! Super!
    5. Ihr seid anders. Eine gesunde Mischung male-female und christlich-muslimisch. Glaube ich zumindest. Super!
    6. Kein BS Gequake wie auf den Motivationsseiten von Coaches und Trainern!
    7. Man muss kein Buch kaufen. Top!
    8. Es gibt keine Werbung. Sehr sehr gut!
    9. Finanzkram ist einfach erklärt, kein Studentengelaber. Top!

    10. Es gibt kein YouTube Kanal von euch. SCHLECHT! Denn den würde ich mir jeden Tag reinziehen. Verbessungsidee für euch.

    Blond, aus dem Norden, #Sinnsuche, gebildet durch Abi und Uni, (XXX) weiblich

  6. Auch wenn du den Monotheismus bevorzugst, ich bin gerne Buddhist wegen der Naturverbundenheit. Die Hawaii-Bilder sind ein Traum, das wäre genau mein DIng um meinen Glauben zu leben. Und der Strand erst. In diesem Sinne, Aloha!

    1. Der Buddhismus gefällt mir auch, weil er sehr friedliebend ist und die Natur mit einbezieht. Spiritualität für Herz und Sinn. Ich war vor einigen Jahren in Thailand und seit dem ist das mein Way of Life. Aber ich respektiere auch andere Wege. Jedem seins.

      Den Blog finde ich sehr gelungen, ich lese schon einige Monate mit. Vielleicht schreibt ihr auch mal etwas über Fernöstliche Religionen??

  7. ” weil mein damalige soziales Umfeld es nicht tat. Es gibt feste und klare Wahrheiten im Leben.” Was immer das für Deppen waren, wir als Internet-Blackwater-Gemeinde sind happy, dass wir dich dadurch gewonnen haben. hihihi

  8. Wow, ein echter Blackwater zum Jahresstart! Stoff zum Nachdenken. Mehr sage ich dazu öffentlich nicht, da wird eine Email fällig. Aber die verspätete Gelegenheit für gute Wünsche nutze ich: Alles gute zum neuen!

  9. Hi, euer süsser Blog ist mir empfohlen worden. Auf der Arbeit in der Mipa. Und dann habe ich den ganzen Nachmittag gelesen. Und „Überstunden“ gemacht. Ist ja anonym hier.😂 Und dann konnte ich Abends nicht schlafen und habe weiter gelesen. Und jetzt frage ich mich ob ich blau machen soll wie ihr/du empfehlt. Aber bevor ich mir das überlege, habe ich eine Frage: Woher wisst ihr oder du, dass es richtig ist was du glaubst? Es gibt so viele Aussagen und Widerspruch. Ich habe mich auch schon damit beschäftigt. Aber woher soll man es wissen? Und es kommt jetzt voll blöd aber: es wäre schon schön wenn man das mal genauer erklärt bekommen würde. Ich weiss nicht wie, macht euch mal Gedanken. Ich finde das Thema literally mega groß und wichtig. Nur eben auch überfordernd.

    1. Hallo dilekkayaa, zu “Woher wisst ihr oder du, dass es richtig ist was du glaubst?”

      https://www.bibleserver.com/ELB/Hebr%C3%A4er11
      “Der Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.”

      – Glauben ist immer subjektiv (also persoenlich) nicht objektiv (Gottes-Beweis fuer mich, muss keiner fuer Dich sein)
      – Ich glaube an Gott den Vater, Jesus Christus seinen Sohn meinen Erloeser und den Heiligen Geist (feine Stimme Gottes, der zu meinem Herzen spricht, wenn ich darauf achte, ihn zu hoeren)
      – Fuer mich ist Gott in der Schoepfung sichtbar (ich kann mit meiner Bildung und meinem Verstand nicht erkennen, dass alles aus Zufall entstanden ist/sein koennte).
      – Gott ist in seinem Volk sichtbar (die juedische Geschichte ist zu unwahrscheinlich; keine Kulturgruppe sonst ueberlebte zerstreut in die ganze Welt und sammelte sich wieder, wie es in den Schriften – altes Testament – vorhergesagt wurde)
      – Das schwierigste im Leben eines Menschen ist Veraenderung, nur extreme Ereignisse (Schmerzen, Unfall, Krankheiten, Not, Beziehungskrisen) fuehren bei Erwachsenen manchmal zur Veraenderung. Ich habe aber an mir und an anderen die befreiende Beziehung zu Christus (meine Bekehrung, Umkehr, Erleuchtung) erlebt und Veraenderung in meinem und ihrem Leben beobachtet (= messbar). Das ist ein Wunder. Genauso gibt es Heilung von koerperlichen und seelischen Krankheiten.
      – also kommt es irgendwann zur Entscheidung der gesamten Kausal-Kette rund um Gott zu glauben: Wenn das alles (ueberwiegend) stimmt, glaube ich an alles (Bibel, Gebet, Gemeinschaft mit anderen Christen).

      Entscheidend ist aber nicht das “Fuer-wahr-halten” sondern die staendige Interaktion im Alltag mit dem hoeheren Wesen, dass dich geschaffen hat: Gott.
      Rede einfach mit Gott (einfache, ehrlich gemeinte Worte), wie es dir natuerlich erscheint. Er hoert dich, er liebt dich und er sucht die Beziehung mit Dir.

      Wenn es ihn wirklich gibt und es stimmt, dass er dich mag/liebt/die Beziehung zu dir sucht, wird er dir so antworten, dass du es auch verstehst.

      Vorsicht, moegliche Nebenwirkungen:
      – froehlicher, friedvoller, gluecklicher, weniger aengstlich
      – du dich geliebt und verstanden fuehlst
      – du merkst, was du vielleicht aendern koenntest/solltest, weil es nicht zur Beziehung mit Gott passt
      – du dich mehr mit heiligen Schriften beschaeftigen moechtest
      – du Gleichgesinnte suchst
      – deine Seele gehoert jetzt Ihm, weil du dein Leben fortan mit Ihm, nicht mehr ohne Ihn fuehren moechtest

      LG und viel Erfolg mit der Suche-nach-Gott
      Joerg

      1. Wer legt denn das richtige Verständnis des Glaubens und der Bibel fest? Die Katholiken, Prostestanten, Mormonen oder welche der rd. über 2000 christlichen Bekenntnisse?

        Und wer legt es bei den Muslimen fest? Suniten (Hanfi, Hanbali, Maliki, Shafi’i) Shiiten(Ismaili, Jafari, Zaidi und andere), Ibadi, Aleviten, etcetc?

        Sehe ich schon als irgendwie schwer an… kompliziert oder?

      2. @ gute Frage? zu wer hat die Wahrheit fuer sich gepachtet?

        als Laie (nicht studierter Theologe) erklaere ich es so: es gibt so etwas wie verschiedene Kreise um die Realitaet/Wahrheit.

        Der Kern ist Gott. Er weiss, was richtig waere. Er ist die Wahrheit.

        In der pers. Beziehung zu Ihm (Beten und Hoeren) entsteht der erste Kreis um den Kern unter Einsetzung des eigenen Verstandes, des Kontextes (Zusammenhang der Bibelstelle, Kapitel Buch Evangelium, Gesamtheit). Weil Juenger Jesu den Heiligen Geist als Helfer und Beistand empfangen, nennt man diese geist-geleitete pers. Auslegung Hermeneutik. Du vertraust darauf, dass Gott dir direkt hilft beim Verstaendnis, bzw hilf zu verstehen, was gemeint ist. Alles was dich interessiert recherchierst Du so tief, wie es dich interessiert.

        Der zweite Kreis ist dann “das was andere Leute” (meist auch Glaubende, auf dem Weg befindliche) dazu meinen. (Christen sollte man an den Taten nicht nur an Worten erkennen).
        Hier sind dann schon Unterschiede zu erwarten und der Kreis franst ziemlich aus 😉
        Es ist aber wichtig als korrektiv, damit man sich nicht isoliert was zusammenreimt oder voellig auf den Holzweg geraet, falls man doch mal den Geist Gottes “ueberhoert (RhabarberRhabarberRhabarber)”, oder sich in etwas versteigt. Aehnlich wie in Demokratien (im Ideal, Augen-roll) rechter und linker Rand als korrektiv dienen, um eine zu einseitige Sichtweise zu verhindern.

        Entgegen weiter Zeitabschnitte in der Kirchengeschichte, ist das Christentum eine individuelle Religion direkt zwischen DIR und GOTT mit den Glaubensgeschwistern auf dem Weg (Gemeinschaft) und kein Frontalunterricht.

        Es steht die Beziehung im Vordergrund, nicht Schlaumeiertum … ich kann da bestimmt als schlechtes Bsp dienen, also nix fuer ungut 😉

        Macht das Sinn fuer Dich?

        LG Joerg

    2. ich frage nur, weil mich deine Sozialisierung interessiert. Vom Namen türkisch-muslimisch rate ich mal. Im Islam gibt es die Antworten woher, warum, wieso, wie geht es weiter, wer ist Gott? Aber wenn deine Familie damit nicht so viel zu tun hatte, dann verstehe ich warum du suchst LG Amina

      1. Es gibt eine große Religion, in deren Namen Menschen gefoltert, geschlagen und verbrannt wurden. Millionen von Menschen. Diese Religion hat außerdem hunderttausende von Frauen erniedrigt, gequält, sexuell missbraucht, öffentlich verbrannt. Sie schickten tausende von Soldaten in fremde Länder und töteten, rauben und zerstörten was ihnen in die Hände fiel. Diese Religion hatte schon öfters in der Geschichte einen Gottesstaat und hat ihn noch heute. Perversion ist noch heute beliebt und wird vertuscht. Das Symbol dieser Religion ist das Kreuz.

      2. Alle „heiligen“ Bücher, also auch der Bibel, der Koran sind mit Vorsicht zu geniessen. Ich sage das aus einem bestimmten Grund. Alle diese Bücher wurden von Menschen geschrieben. Diese Menschen empfanden sich als Werkzeug ihres Gottes und das was sie als Gottes Wahrheit empfanden brachten sie zu Papier. Da ist nichts Schlechtes daran, aber man muss sich stets im klaren darüber sein, dass Menschen irren können. Und man muss die Bücher im Kontext der Zeit sehen. Diese Bücher müssen immer wieder hinterfragt und manchmal auch an neue Erkenntnis angepasst werden. Der Mensch wird Gottes Wahrheit niemals vollständig erfassen können. Daher wird auch kein „heiliges“ Buch jemals tatsächlich Gottes reine Wahrheit enthalten. Die Vorstellung des Glaubenszwangs alleine finde ich beispielsweise unsäglich. Glauben kommt aus einem Menschen heraus, er kann nicht einfach verordnet werden. Ein Mensch der zum Glauben gezwungen wird, kann allenfalls so tun, als würde er glauben. Diese Glaubenszwang entsteht heute oft durch die Gemeinschaft, in die man reingeboren wurde. Genau aus diesem Grund ist es für mich als gläubiger Mensch folgerichtig, ein strikter Religionsgegner zu sein.
        Glaube ist Liebe, zu unseren Mitmenschen, zur Schöpfung und zum höheren Wesen; Religion ist Macht und Unterdrückung. Ich verstehe noch nicht ganz die Blackwater Position, aber sie scheint ähnlich?!

    3. Oh, sehr interessant. Sinnsuche. Sinn ist seine innere Mitte zu finden, ausgeglichen zu sein. Die Suche nach dem Sinn ist schon ein Sinn. Religionen sind von Menschen erfunden um eine Erklärung zu geben. Aber ob dir das als Sinn reicht, hängt von dir ab. Ich finde transzendente Ansichten spannend und denke wirklich die Sinnfrage kommt zwar aus uns, aber erst ab einem gewissen Wohlstand/Freiheit. Hast du dich schon mit fernöstlicher Weisheit beschäftigt?

    4. Sicher sein kann man sich sehr wohl. Auf wen trifft das heute zu?

      Johannes 13:35
      An eurer Liebe zueinander wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid.

      Dann:

      Johannes 6:47 “Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben.

      Johannes 17:3: “dies ist das ewige Leben, dass sie Gott und den Christus fortgesetzt erkennen“.

      Markus 10:28-30 Predigtauftrag + Matthäus 24:14

      Es gibt also klare Merkmale.
      Mit freundlichen Grüßen

      KEIN Geschwurbel

      1. Aha. Ok, ich Versuche es mal zu verstehen mit meiner bisherigen Kenntnis der Bibel. Dank Martin habe ich eine Schlachter Studierbibel, die nun aber aus 50% Druckpapier und 50% Posteds besteht.😂

        Kleine Anmerkungen zu den Texten:☝🏽☝🏽

        Johannes 13:35: Daran kann man Menschen erkennen, dass sie Jesus Jünger (Nachfolger/ihn anerkennen sind)? In bitte welcher Kirche soll das auf alle zutreffen? Das ist doch totaler Quatsch. Wer die Aussagen von Jesus (für uns Isa) versteht, verhält sich so zu anderen Menschen.

        Wer anerkennt Jesus? Muslime und Christen. Wer verhält sich so wie in dem Text: Die Menschen, die es verstanden☝🏽haben und in ihrem Leben umsetzen. (Armen helfen(Zakat), für andere da sein, Liebe zeigen)

        Johannes 6:47: Wer an IHN glaubt. Das tun Muslime und Christen allgemein. Dass Jesus real war und auf die Erde kam, weil gesandt von Gott. Ich nehmen den christlichen Terminus.☝🏽

        Johannes 17:3: Gott erkennen, Christus (Messias/Gesandter) erkennen und anerkennen. Machen Muslime und Christen.

        Predigtauftrag? Die Botschaft des Incil also des Evangeliums wurde über die ganze Welt verbreitet in den letzten 2000 Jahren. Wer kennt nicht Jesus und die hauptsächlichen Aussagen??

        Markus 10:28-30: Kontext lesen!! ☝🏽☝🏽Jesus erklärt seinen Jüngern damit, dass wir eben nicht aufgrund von Leistungen errettet werden. Petrus fragt: “Wer kann dann überhaupt errettet werden?” Allah ist der Allerbarmer, der Barmherzige. Aufgrund seines Willens wird man „gerettet“. Aber er freut sich, wenn wir tun was er will. Also nix mit Predigtauftrag und dann happy Rettung.

        Klare Merkmale? Ich könnte hier jetzt vieles schreiben, aber diese „Merkmale“ treffen auf GAR KEINE „Kirche“(Religion) als Ganzes zu. Denn überall handeln Menschen falsch und sündigen gegen Allah.

        Gegenfrage: Was sind denn die Gebote von Isa rsp Jesus die man halten soll?

        Gegenfrage: Mal geschaut wann das Johannes Evangelium geschrieben wurde?

        Gegenfrage: Kennen Sie die Exaltation der Figur Jesus Christus?

        Gegenfrage: Was bedeutet Jesus Christus? Und anerkennen? Was steht im Urtext? (GR) Und im Original? Oh, gibt es ja nicht.

        Das mal zum Warmwerden….

        Mit freundlichen Grüssen

        Muslima mit Basisbibelkenntnissen (ich lerne gerne dazu, geben Sie ihre Quellen an und die Bibelübersetzungen. Wir können auch Urtext forschen. )

        Ergänzung zu Exaltation und Probleme mit dem Johannes Evangelium

        Buchtipp. Nix Geschwurbel, 1056 Bewertungen 4,5 Sterne aber auf Englisch: Misquoting Jesus: The Story Behind Who Changed the Bible and Why

        +

        How Jesus Became God: The Exaltation of a Jewish Preacher from Galilee (802 Bewertungen, 4,5 Sterne)

        auf Amazon zu finden.

        @Chef: Bücherecke?

      2. Liebe Wuestenrose91, fiktive Geschichte:

        es war einmal ein Kind, das ist durch eine Verkettung von Umstaenden in eine andere Familie geraten und nach den Regeln und Werten dieser Pflegefamilie aufgewachsen.
        Es war nicht ungluecklich und stets neugierig sowie interessiert. Manchmal war da immer mal wieder das leise, dumpfe Empfinden: Was, wenn ich eigentlich zu einer anderen Familie gehoere?

        Schliesslich wie der Zufall so spielt, traf sie ihre eigentliche Familie im Urlaub ohne es zu merken. Irgendwie fuehlte sie sich hingezogen aber sie hatte auch Angst, weil sie etwas taten, was in ihrer Pflegefamilie gar nicht ging: Sie beteten zu Jesus Christus (also wie zu Gott), sangen Loblieder, die ihn wie Gott verehrten. Sie sagten auch viel zu haeufig “Jesus” anstatt “Gott” fuer ihren Geschmack.

        Nun entbrannte ein innerer Kampf: das geht doch nicht, Gott ist doch nur EINER, das muss eine falsche Lehre sein, die alten Schriften geben das nicht her, die Kirche ist schuld, vermutlich alles gefaelscht, das ist Suende.
        Sie forschte, diskutierte und disputierte bis der Kopf rauchte – aber es ging nicht vorwaerts und nicht rueckwaerts.

        Merke: Wir brauchen experimentelle Erfahrungen, wenn man mit Umkreisung von Argumenten (und Halbwissen, denn wir alle waren frueher nicht dabei) nicht naeher zum Kern kommt!

        Irgendwann betete das Kind: “Herr Jesus (Isa), wenn du auch lebendiger Gott bist (obwohl ich nicht verstehen kann, wie das sein kann – wo doch Gott nur EINER ist), dann zeige es mir, so dass ich es verstehen kann.”

        Optionaler Maerchen-Schluss:

        a) Da nix passiert ist, lebte das Kind gluecklich und zufrieden bei seiner Pflegefamilie bis an sein Lebensende …

        b) Jesus meldete sich beim Kind in einer Art und Weise, die das Kind nicht mehr als Zufall sehen konnte. Es entstand eine lebendige Beziehung zu Jesus und es lebte in einer anderen Familie gluecklich und zufrieden bis an sein Lebensende 😉

        LG Joerg

        Sehe gerade, dass Martin auch geantwortet hat: Im Prinzip bleibt das Argument: Wissen allein nuetzt nix. Irgendwann muss man ausprobieren. Auch im Glauben. Wenn Gott lebt, meldet er sich! Sonst ist er halt fuer dich tot (dann hast du es ja ehrlich versucht).

      3. @Frau Wüstenrose

        Lukas 10:21

        An Ihrer Erklärung sieht man, warum er es vor den Weisen und Verständigen verborgen hat und Unmündigen geoffenbart hat

      4. Natürlich. Ich bin auch eine Königin. Cleopatra vielleicht? (Nach Vers 24 müsste ich das sein, denn das war die Kontrastgruppe zu dem Vers)

        Ich merke, Sie lesen nie den Kontext.☝🏽 In Lukas 10 geht es darum, dass die Jünger sich freuten (17) über die Vollmachten, die sie erhielten. Und Jesus war darüber auch bewegt.(18)

        Er pries (Alhamdulillah) Allah in Gedanken, weil Allah ihnen Erkenntnis und Macht gab. (23)

        Nach Ihrer Logik müsste die Erkenntnis in der Sonderschule zu finden sein. Und mit dem Argument hätte man auch sogleich ein Argument jegliches Expertenwissen in Frage zu stellen. Ganz wie es beliebt.

        ☝🏽☝🏽Ab Vers 25 können Sie dann lesen, was Sie tun müssen um gerettet zu werden. Ist sicher etwas anderes, als es ihnen Ihre Kirche sagt.

        Lesen Sie lieber die Bibel. Und das sagt Ihnen eine Muslima.

      5. poaa ich hoffe ich habe auch mal so viel Fakts wie Safiya im Kopf. Ich interessiere mich für Reli, aber es überfordert mich auch was man erst mal alles wissen muss und im Kopf behalten.

      6. Lieber Jörg,

        das ist doch eine sehr schöne Geschichte. Aber anders herum kann ich die doch genau so erzählen.😉 Will ich aber nicht. Ich schreibe etwas:

        „Wenn Gott lebt, meldet er sich! Sonst ist er halt fuer dich tot“ – ich denke nicht du meinst dies überheblich. Aber darin steckt die Intention auszudrücken, dass es als Muslim keine Bindung, keinen Austausch oder um diese Wort zu nutzen (es ist nicht ganz geeignet) keine Beziehung mit Gott gäbe. Und genau hier liegst du falsch. Gerade im Islam mit dem direkten Weg Gott anzubeten ist diese Bindung sehr eng. Jetzt kannst du viele Beispiele anführen, wo etwas anderes ausgesagt wird. Weil nicht alle 1,6 Milliarden Muslime praktizierend, aufrichtige und verständige Muslime sind. Aber gleiches kann ich auch mit den über 2 Milliarden Christen machen. Das vorweg, ich rede von den Menschen die ich kenne. Und wenn es nur sagen wir 20-30 sind, von denen ich ganz sicher weiss, dass Allah für sie im Mittelpunkt ihres Leben steht und sie Antworten und inneren Frieden bekommen, dann sind es 20-30 die zeigen dass man Gott direkt anbeten kann und er (be-)antwortet.

        Warum probierst du nicht mal aus in eine Moschee zu gehen und Menschen kennen zu lernen und offen zu sein? Was wäre, wenn deine Gebete dort auch Antworten bekämen?

      7. Danke, Safiya,

        so machen wir es, ich komme mal mit zu Euch und Du kommst mal mit zu uns in die Gemeinde?

        Martin hat meine Email. Sobald es wieder geht, machen wir etwas aus?

        LG
        Joerg

      8. @Frau Wüstenrose:

        Vielleicht beten Sie auch Satan an, den Gott dieser Welt vor dem uns Gott in seinem Wort warnte. Gerettet wird man durch den Predigtauftrag den Jesus seinen Jüngern gab. In seine Fussstapfen sollen wir treten. Sonst lädt man Blutschuld auf sich. Rettung umsonst gibt es sicher nicht.

      9. Na klar, ich gehe immer auf den dunklen Friedhof zum beten. Darf ich mal fragen, wo Sie in die Fussstapfen von Jesus treten? Halten Sie den jüdischen Sabbat oder das Gesetz Mose, wie er es tat? Fasten Sie wie er es tat? Der „Predigtauftrag“ wie Sie es nennen war ausschliesslich für die Kinder Israels. Nach Matthäus 10- 5,6. Und die spätere Wegsendung in der Bibel ging um das Incil, also Evangelium. Und das kennt heute fast jeder. Was genau „predigen“ Sie denn?? Sie schreiben, es gibt keine Rettung umsonst. Das sage ich auch nicht. In Ihrer Bibel in Lukas 10 ab Vers 25 steht was zu tun ist. Wenn Sie nicht fundierter antworten und Ihre Argumentation nicht belegen, dann antworte ich darauf auch nicht mehr. Seien Sie mir nicht böse. Es gibt hier schon einen Austausch der zumindest fundierter ist, auch wenn ich Muslima bin und nicht Christin. Aber es werden wenigstens Bibeltexte als Quellen angegeben. Jetzt benutze ich schon extra christliche Terminologie und lasse meine Religion ganz raus, aber dann erwarte ich auch eine saubere Argumentationskette.

      10. Lieber Jörg,

        ich war hier einige Male in der koptischen Kirche und hatte keine Probleme mir das anzuschauen und zu diskutieren. Eigentlich hatte ich den Eindruck, anders herum ist es eher ein Problem. Ich sehe selten Christen, die sich mit dem Islam als solches einmal beschäftigen und deshalb auch meine Aussage. Ich weiss, dass nicht jeder als Mensch die gleiche Offenheit hat. Und ich meine damit nicht Liberalität, ich bin aus westlicher Sicht nicht liberal. Aber auch nicht ignorant-fanatisch. Für deinen Vorschlag müsste ich erst einmal wieder in Deutschland sein.

    5. Hallo Dilek, sorry für die etwas verspätete Antwort. Deine Frage hat es in sich, ist absolut berechtigt und eine Antwort ist gar nicht so einfach, weil sie nicht nach den üblichen menschlichen Kriterien zu geben ist. Die Frage nach dem Ergebnis von 1+1 ist klar zu beantworten und für die meisten Fragen zu uns Menschen bekannten Dingen wird es auch Antworten dieser Art geben. Eine Antwort auf etwas, was wir Menschen nicht kennen und was außerhalb unserer Vorstellungskraft liegt, ist schon sehr viel schwerer bis unmöglich zu geben.

      Zweifellos gibt es dazu Antworten von Menschen, von denen aber wohl die meisten auf typisch menschliches Denken abzielen. Werde hier Mitglied, lebe Dein Leben, habe Spass, erfundene Religionen und vieles mehr.

      Dass es vielleicht schon etwas komplizierter ist liegt in der Natur der Sache. Erkläre einem Blinden die Farbe blau. Oder grün. Erkäre die Unendlichkeit. Oder selbst unser Bewusstsein. Was ist Leben überhaupt?

      Joerg hat vieles geschrieben, was ich so unterstreichen würde. Ich sehe es nicht aus einer christlichen Perspektive (damit meine ich, was man heute unter Christentum versteht) und auch nicht aus einer muslimischen Perspektive (damit meine ich, was man heute unter Islam versteht) und auch nicht aus einer jüdischen Perspektive (… Du weisst was jetzt hier steht…)

      Eine der hebräisch-biblisch-koranischen Figuren, die einem am meisten Aufschluss geben kann zu Deinen Fragen, ist Abraham. Er gilt als Vater aller Glaubenden in dem Sinne, dass er keine Religion in heutigen Sinne hatte. Er ist die einzige Person, die sogar als Freund Gottes bezeichnet wurde. Für ihn war Gott real. Nun zog er umher, oft in Halbwüsten und Wüsten, die Sterne buchstäblich zu greifen nah (denke an den Wüstenmond, die Sterne dort einer glasklaren Nacht) und in dieser Umgebung erlebte er Gott/Allah/JHWH als absolut real. Das ist in unserer Welt voller Ablenkungen sehr schwer, nicht umsonst gibt es den Tipp viel in die Natur zu gehen, die Stille bewusst zu erleben oder bestimmte Orte auf sich wirken zu lassen. Wenn man sein Herz ganz öffnet und betet erlebt in der Tat, dass es einen Hörer des Gebets gibt. Im Verborgenen, wie es die Schriften auch beschreiben. Aber das Gebet hat Auswirkungen und hunderte Millionen von Menschen auf der Erde werden das bestätigen. Ich würde es nicht zu spezifisch Anfangs sehen, es kommt auf eine reine Absicht an und auf Glauben.

      Wir Menschen wollen immer alles bewerten können und versuchen oft mit reiner Logik und dem was wir kennen Dinge zu beurteilen. Davon solltest Du Dich lösen, was dieses Thema angeht. Gott ist grösser als alles was wir kennen und vor allem grösser als unser Herz. Daher nicht zu viele Fragen “wie soll ich nur?”, sondern reine Absicht, fester Wunsch zu finden und Glauben. Und dann einfach mal Dein erstes Gebet. Schau was es mit Dir macht und wohin es Dich führt. Lass Dich überraschen.

      Und noch etwas kleines: Verurteile nie, wirklich nie, andere Menschen, weil sie es anders machen oder weil Dein Weg nicht ihrer ist. Dein Weg mit Gott ist Deiner und sehr wahrscheinlich im Detail so individuell wie ein Fingerabdruck. Alles andere überschreitet die Kompetenz von uns Menschen. Ich habe die letzten Jahre vieles mit angeschaut und miterlebt und lass Dir eines gesagt sein: Die Glaubenswelt ist ein komplexes Thema – aber Gott erhört Gebete von jedem der ihn aufrichtig sucht und anbetet. Und darin liegt das “richtig und falsch”, nicht in den vielen Details über die man lange streiten kann. Bei vielen überlieferten Szenen waren wir einfach nicht dabei, um uns ein Urteil bis zum kleinen Punkt erlauben zu können.

      Hab ein bißchen Mut Dilek. Mut es anders zu machen, als viele es in unserem Teil der Welt tun.

      Hinweis zu den Kommentaren wegen Fernost-Religionen:

      Das liegt außerhalb dessen, was ich persönlich für die Wahrheit halte. Ich bin Freund der Schriftreligionen, dem Judentum, Christentum und dem Islam und beschäftige mich damit. Dem historischen Ursprung und den vielen damaligen Gemeinsamkeiten. Darin ist für mich der Ewige erklärt und diese Erfahrungen mache ich auch immer wieder persönlich.

      Fernöstliche Religionen sehe ich mit Respekt und Achtung. Aber es ist nicht mein Glaube. Daher kann ich darüber auch nicht schreiben.

  10. BWM😂😂😂, also einfache Sachen wie weniger Nutella essen sind auf der Liste, du kennst mich. Aber ohne lachen und Spass jetzt, ich bin berührt von dem Schreiben. Ich will dieses Jahr meine Oma besuchen in TR und hoffe es geht überhaupt. Ich schäme mich, weil ich sie etwas selten gesehen habe, aber ich liebe sie sehr. Und man weiss nie was es nicht mehr geht. Du weisst schon genau was du alles noch so willst, ich noch nicht. Aber was ich weiss ist, ich will später auch am Meer leben und ganz einfach. Jetzt zieht es mich noch etwas in die Stadt, aber mein Sedaherz weiss wo es hin gehört. Sehr schöne Bilder aus Hawai. Auch ein Traum es mal zu sehen. Wie wäre es mit einem Blackwater Ausflug mit uns allen?😂😂 😂j

  11. Mr. Blackwater, also 39 ist ja mal nicht so alt. Bei Männern schon gar nicht. Da wird es doch erst interessant. Die Bubies von heute bringen mit 30 so einen Artikel sicher nicht auf einen Blog. Lebenserfahrung ist sexy.😂 Werd mal nicht zu sehr Renter, Tauben füttern kannste später immer noch *lol*

  12. Einen euphorisch-wunderbaren Start in das neue Jahr wünsche ich dem Team Blackwater an dieser Stelle, sofern noch nicht geschehen.

    Ich gehöre zu den älteren Leseren des Blogs. Aber ich bin durchaus geistig jung geblieben. Und so finde ich die Kommentare der jüngeren Leserschaft sehr interessant, denn die Blackwater Seite versteht zu sinnvoll zu inspirieren und ist damit eine absolut pädagogisch wertvolle Seite.

    Wenn man älter wird, also nochmal älter als 39, dann läuft die Zeit immer schneller ab. Jahre vergehen wie im Flug. Und andere Dinge zählen, die Prioritäten ändern sich. Auf ein Leben zurück zu blicken und dies mit Reue zu tun, ist sicher bitterlich. Dies kann ich nun nicht behaupten, aber es gibt viele Menschen, bei denen dass so ist. Dieser Artikel trifft den Punkt ganz gut und wenn dadurch einige zum Nachdenken gebracht werden, ist schon viel erreicht. Wie immer, besten Dank für die Gedanken und die Arbeit!

  13. Hiiii, ich bin neu hier. Also schön der Blog. Aber viel zu lesen. Ich lese eig n so gerne. Aber bisher macht es mir Spass. Und ich lerne viel. Was ich mit meinem Leben anfangen soll weiss ich noch nicht ganz. Bin erst 17. Aber deine Artikel haben mich schon direkt mal dankbarer gemacht. Weil machmal wäre ich schon gerne 25. Und jetzt denke ich nööö. 17 ist auch schön.

    Lg Lia

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