“Cat: Where are you going?
Alice: Which way should I go?
Cat: That depends on where you are going.
Alice: I don’t know.
Cat: Then it doesn’t matter which way you go.”

― Lewis Carroll, Alice in Wonderland

Auch im Jahr 2021 stellen viele Menschen sich die Frage, was die beste Geldanlage ist. Im Jahr 2021 hat man Corona-Lockdown bedingt mehr Zeit, aber weniger Möglichkeiten Geld auszugeben. Man kann weniger Essen gehen, weniger konsumieren und auch Auto fahren ergibt plötzlich immer weniger Sinn. Das Homeoffice verändert viel. Und so entsteht ein gewisser Anlagenstau. Die Aktien sind schon wieder weit gestiegen, Immobilien unbezahlbar, bei Gold weiss man auch nicht so genau… ein Teufelskreis. Was nun?

Blackwater.live hat sich für euch einmal umgeschaut. Mit einer Portion Humor wie sich versteht. Wir wollten mal sehen, was man derzeit so alles entdecken kann, von Postsendungen bis hin zu Bekanntenempfehlungen. Von spannenden Newslettern bis hin zu Geheimtipps. Wie legt man sein Geld im Jahr 2021 nun an? Ganz zu Beginn wollen wir aber “ein Kaninchen schon gleich aus dem Sack springen lassen.” Es geht um die sicherste Geldanlage. Die haben wir sofort gefunden und stellen sie euch nun vor.

Die sicherste Geldanlage 2021

DILBERT © Scott Adams. Used By permission of ANDREWS MCMEEL SYNDICATION. All rights reserved.

Geld-
Anlage


„Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit, dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft.” – Jean-Jacques Rousseau

Die sicherste Geldanlage sind zweifellos Zinsen, die man von einem ausfallsicheren Geldinstitut oder einer ähnlichen Einrichtung erhält. Man muss nur eine Institution finden, die einem 5% p.A. bezahlt und dann 190 Jahre warten. Die Anlagesumme wären etwa 100,00 Euro. Daraus wird dann eine Million oder mehr. Jetzt ist das Problem natürlich, dass nicht jeder den gleichen Anlagehorizont hat und nicht jeder 100,00 Euro aufbringen kann. Dazu kommt das Problem, dass einem niemand derzeit 5% p.A. bezahlt. Aber diesem Problem werden wir uns noch später widmen.

Was nicht jedem gleich bei dem Comic von Dilbert.com auffällt ist, dass in dem Comic selbst noch ein anderer Weg präsentiert wird Geld zu vermehren: Indem man Wissen zu Geld macht. Das ist absolut legitim, sollte aber dann etwas sinnenhafter und inhaltsreicher als in dem Comic sein. Freilich wird es kaum so flache Seminare geben, wie das in dem Comic, welche dann auch noch eine Menge Geld kosten. Aber ob die ganzen Erfolgs-Seminare, Bücher, Coachings, MLM-Systeme und mehr wirklich der heilige Gral sind, sei mal dahin gestellt. Der Autor hat so seine Erfahrungen gemacht und wird darüber hin und wieder berichten. Zum Nutzen seiner Leser.

Halten wir also erst einmal fest: Geldanlage ist einfach. Auf den ersten Blick. Es braucht einen reproduzierbaren Multiplikator, Eigenkapital und Zeit. Das wars. Und Zinsen sind sicher, Börse ist Zockerei. Fertig ist die neuste Finanztest Schlagzeile aus dem Jahr, als es noch Zinsen gab. Was also dann jetzt?

Bevor ich meinen Lesern eine solide Lösung vorstelle, möchte ich noch kurz auf die derzeitigen Alternativen eingehen. Es ist fast unmöglich nicht davon zu hören und zu lesen. Da der Autor bedingt durch seinen Bankberuf und lange Berufserfahrung schon viele finanzielle Untergänge miterlebt hat, sollen hier einige Beispiele angeführt werden.

Zu Beginn – man möge mir verzeihen – benutze ich die Volkssuchmaschine mit der sogar das Gesundheitsministerium von dem Ex-Banker Jens Spahn zusammen arbeitet, die Maschine, die bei 80% deutscher Smartphonenutzer installiert ist (auf dem Phone, nicht im Kopf), da google-Android Marktführer in Deutschland ist. (Quelle)

Hier noch die Quelle zum Thema Gesundheitsministerium und google: Link.

Wenn man also nach Geldanlage sucht, findet man zu aller erst bezahlte Werbung von Banken und Versicherungen und den angeblich unabhängigen Vergleichsportalen, die ja mit Affiliate nichts zu tun haben und nur aus Nächstenliebe diese Vergleiche anbieten.

In der Suchzeile ergänzt die Monstersuchmachine (ich empfehle wirklich lieber DuckDuck oder einen Tor-Browser) dann gleich die verwandten Suchanfragen. Und klar, hier findet sich per VPN deutscher Standort dann “Gold kaufen, Bausparvertrag, Festgeldanlage und der Bitcoin Kurs” wieder. Die fehlende Marktbreite beim Thema Geldanlage in Deutschland ist schon lange ein Problem, das war auch zu meinen Bankzeiten so. Entweder Festgeld oder Pennystock, so war oft die Kundensicht. Die Banksicht war nicht immer besser, manchmal wurden Schiffbeteiligungen als Tagesgeldersatz verkauft. Aber gut.

Derzeit gängige Empfehlungen, wie ich sie öfters erhalte um sie meinen Lesern zu empfehlen, sind welche wie diese:

“Das Bitcoin System, welches auch Thomas Gotschalk und Dieter Bohlen nutzt. Innerhalb von 5 Minuten waren sie überzeugt.”

“Reich durch die Kraft des Denkens”

“10 Gewinner Aktien die dich reich machen”

“17 Geheimnisse extrem reicher Menschen – eBook”

Diese Beispiele könnte man noch lange fortführen und jeder kennt sie selbst. Dabei ist natürlich auch immer ein Funken Wahrheit enthalten. Bitcoin ist nicht per se schlecht, durch Denken kann man viele Probleme überwinden und vermögende Menschen (wenn es selbst geschaffener Reichtum ist) haben ein anderes Mindset als ein Arbeitnehmer. Aber wirklich weiter helfen tun diese Spammailings nicht und für das Thema Geldanlage schon dreimal nicht.

Was ist denn der wirklich bewährte Klassiker der Geldanlage? Wie soll ich denn nun mein Geld anlegen? Das möchte ich im Folgenden aufzeigen. Und zwar in der bewährten Blackwater.live Art und Weise. Einfach, verständlich und für jeden. Die Komma- und Erbsenzähler muss ich enttäuschen, wer eine Doktorarbeit braucht um sein Geld anzulegen ist hier auch falsch. Und um Garantien und Steuervorteile geht es hier auch nicht. Wir sezieren hier keine Hühnerleber und es geht auch nicht um 2 g Kaviar, um mal eine bildhafte Sprache zu benutzen. Sondern es geht darum, dass ein Leser “Hunger” hat und einen leckeren, saftigen Burger bekommt. (oder was immer ihr gerne mögt)

Es ist nicht böse gemeint, aber wer sich mit Nachkommastellen und Freistellungsaufträgen beschäftigen will, der muss einfach andere Blogs aufsuchen. Denn wenn dass schon das Problem ist, dann sieht man das grössere Bild (Problem) nicht. Viele junge Anleger brauchen eine richtige “Geldbazooka” um sich ihr Vermögen aufzubauen und später nicht von der Grundsicherung zu leben, deren Nachkommastellen man sich dann in Ruhe immer noch mit dem Rechenschieber ausrechnen und nachprüfen kann.

Nun tendieren wir hier auf Blackwater.live ohnehin dazu, unseren Lesern eher ein Leben ausserhalb von Deutschland anzuempfehlen – zumindest perspektivisch – wenn es Richtung Rente geht. Aber mehr dazu demnächst wieder.

Wie legt man Geld an?

Wie legt man Geld an?

“Es ist kein Verbrechen volkswirtschaftlich ungebildet zu sein, alles in allem ist es ein spezialisiertes Lehrfach und eines, welches die meisten Leute als »schwarze Wissenschaft« ansehen. Aber es ist ganz und gar unverantwortlich eine laute, lärmende Meinung zu ökonomischen Fragen zu haben, während man sich in diesem Zustand der Unwissenheit befindet.”

Murray Rothbard: Egalitarianism as a revolt against nature, and other essays, Mises Institute.

Es ist verständlich, wenn man sich für die Geldanlage Hilfe holt. Ein Tippgeber, ein Finanzblog, ein Experte. Wichtig ist aber, dass es niemals
um Produktverkauf geht (keine Banken und Versicherungen), sondern dass die Bezahlung per Honorar erfolgt. Außerdem sollte die helfende Person wirklich ein Experte sein, kein Verkäufer mit 2 Wochen Crashkurs oder eine wohlmeinende Bekannte ohne Ahnung.

Hilfe bei der
Geldanlage


„Wer der Meinung ist, dass man für Geld alles haben kann, gerät leicht in den Verdacht, dass er für Geld alles zu tun bereit ist.” Zweifellos hat Benjamin Franklin damit Recht. Man kann die entscheidenden Dinge des Lebens nicht kaufen, wie Liebe oder Glauben. Aber Geld hilft einem anderen zu helfen und ermöglicht ein gewisses Maß an Freiheit.

Das was ich euch nun schreibe, ist keine Geheimwissenschaft. Es ist der fachliche Konsens der letzten Jahrzehnte. Wer neu ist, kann dazu in unserer Bücherecke vorbei schauen: Hier.

Ganz einfach auf den Punkt gebracht ist es so, dass man eine Geldanlage braucht, die an der Produktivität der Welt partizipiert. Also der Gesamtleistung aller grossen Unternehmen weltweit. Zusätzlich ist es noch so, dass die weltweite Geldmenge permanent ausgeweitet wird, das System ist so aufgebaut. Wenn man sich die Hauptgeldmenge M1 verschiedener Volkswirtschaften anschaut, dann kann man das gut nachvollziehen. Diese steigende Geldmenge führt zur sogenannten Asset-Inflation. Ein Ansteigen der Vermögenspreise, wie wir es derzeit bei Aktien und Immobilien sehen. Die Aktien steigen also nicht nur weil Unternehmen profitabel sind oder wegen irgendwelcher Kennzahlen. Dieses Denken ist teilweise inzwischen überholt. Gleiches gilt für Immobilien.

“Die natürliche Tendenz eines Staates ist Inflation.”

Murray Rothbard: The Case for a 100 Percent Gold Dollar, Essay auf mises.org

Klassische Asset-Inflation in Deutschland.

Wichtig ist es noch, Einzelrisiken auszuschalten. Eine Einzelakztie zu kaufen mag reizvoll sein. Tesla, Apple, Alphabet. Wer mag kann das tun. Aber erst nachdem er sich um die richtige Geldanlage gekümmert hat. Und das ist die Welt-Geldanlage, die überall investiert ist. Das ist etwas so wie bei Kids, die erst mal das frisch gekochte Mittagessen aufessen sollen, danach gibt’s Schokolade.

Dieser Artikel soll eine Hilfe sein, damit JEDER Geld einfach anlegen kann. Daher betone ich nochmal, dass es das alles in fachlich unglaublicher Tiefe in Buchform gibt. Die meisten werden aber keine Zeit und keine Lust dazu haben sich da durchzuarbeiten. Und dann beginnt das Problem: Man tut nichts. Oder man lässt sich bei der Bank, Versicherung oder Mike Müller von der D…G oder ähnlichen Vertriebsvögeln irgend welchen teuren Müll aufschwatzen. Ich verstehe nach vielen Jahren wirklich, warum das passiert. Und eine reine Aufforderung zu mehr Eigenverantwortung hilft vielen nicht. Das haben schon viele Bloggerkollegen getan und auch ich gehörte dazu. Nur hilft das vielen nicht weiter und auch Dir liebe Leserinn, lieber Leser hilft das vielleicht nicht. Denn Du willst eine Antwort, Anleitung und Ansprechpartner.

Also sollst Du das alles bekommen.

Die Anleitung ist dieser Artikel. Die Antworten kommen jetzt. Der Ansprechpartner ist der Blog und seine Leser selbst. Kosten? NULL. Los gehts…

Geldanlage, Fragen & Antworten

Wir können vor der Realität nicht davonlaufen. Die eigene Finanzplanung ist unverzichtbar wichtig.

Finanz-
planung


‘It pays to know where you are on the bigger picture’ 

Dieses kleine Q&A der Geldanlage ist so einfach wie möglich gehalten. Du kannst alles dazu fragen, indem Du in den Kommentarbereich schreibst. Aber was Du hier findest, sollte Dich in die Lage versetzen, endlich Deine Geldanlage in die eigene Hand zu nehmen. Schieb es nicht auf! Hunderte Leserinnen und Leser haben das vor Dir auch geschafft. Es ist ganz einfach!

Wie lege ich Geld an?

Du suchst Du eine Bank mit kostenlosen Depot. Oder einen Online Broker. Du solltest dort ein Welt-ETF kaufen können wie beispielsweise den Vanguard-All World. Neben der Möglichkeit dort einmalig Geld anzulegen, solltest Du diesen Welt-ETF besparen können, jeden Monat.

Eine ganz klassisch gute Bank dafür ist die DKB, egal ob Du in Deutschland lebst oder nicht. Denn auch Auslandsdeutsche können dort ihr Konto und Depot eröffnen. Zur DKB kommst Du, indem Du einfach auf http://www.dkb.de gehst. 😉 Du kannst auch einen älteren Artikel zur DKB von uns hier lesen:

Da immer mehr Leser aber eine Bank außerhalb Deutschland suchen, wir es bald dazu bei uns Neuigkeiten geben. Wenn es aber keine Auslandsbank sein muss, dann bist Du bei der DKB gut aufgehoben.

Was ist überhaupt ein ETF?

Das ist das “Brot und Butter” der Geldanlage. Ein ETF („Exchange Traded Fund”) ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index, wie beispielsweise des DAX, abbildet. Im Kern vereinen ETFs die Vorteile von Aktien und Fonds in einem Produkt. Du investierst in einen “Korb”, in dem viele Unternehmen sind. Mit einem Welt ETF weit über 1400 Unternehmen. ETFs ermöglichen Dir, mit einem Wertpapier kostengünstig in ganze Märkte zu investieren. Neben Aktien können Sie mit ETFs auch in viele andere Anlageklassen investieren. Aufgrund dieser Vielfalt sind ETFs perfekte Bausteine für die private Geldanlage. ETFs bilden einfach eins zu eins einen Marktindex nach und können wie eine Aktie jederzeit an der Börse gehandelt werden. ETFs bieten folgende Vorteile: Sie sind kostengünstig, transparent, breit gestreut, flexibel und liquide.(Du kommst immer an Dein Geld)

Ein ETF kostet nur einen Bruchteil der teuren Bankanlagen (Fonds) oder der unnötigen Fonds- und Indexpolicen von Versicherungen.

Wieviel sollte ich monatlich sparen?

Hier könnte ich mir Dir nun komplexe Vorsorgeberechnungen durchführen, auf die Du vermutlich keine Lust hast. Wir könnten uns mal Deinen Rentenbescheid anschauen, wenn Du in Deutschland lebst. Aber lassen wir das. Die Antwort lautet: Spare so viel wie möglich, aber so, dass Du noch Spass am Leben hast. Wenn Dir ein frugales Leben Spass macht, ist das ok. Aber die meisten Menschen geniessen ab und an mal die Lebensfreude mit ihrem Partner essen zu gehen oder ab und an auch Mal Geld für irgend einen anderen kurzfristigen Genuss auszugeben.

Ich vermute, dass Deine Finanzen vielleicht noch nicht aufgeräumt wurden. Dann mach das zuerst. Mit dem 3-Konten-Modell. Hier ein Artikel dazu unter einem extra Fenster:

Nachdem Du Deine Finanzen aufgeräumt hast und siehst was monatlich übrig bleibt, sparst Du am besten in drei Kategorien:

  1. Kurzfristig (Rücklagen, falls mal etwas kaputt geht) 1-3 J.
  2. Mittelfristig für größere Anschaffungen und Ziele. 3-10 J.
  3. Langfristig für die Altersvorsorge. 30 Jahre und mehr.

Die langfristige Kategorie ist das, was viele als Vermögensaufbau und Altersvorsorge bezeichnen. Lass Dich von den ganzen Begriffen nicht verwirren. Meistens sind damit auch Produktnamen durch die Bankwerbung konditioniert: Riester, Rürup und was noch alles kommt. Lösche das alles aus Deinem Kopf. Unnötig und teuer. Altersvorsorge und Vermögensaufbau, was ist das? Im Kern bedeutet das, Geld zu sparen und durch Erträge langfristig zu vermehren. Und in diesem Artikel geht es um die klassische und einfachste Methode dazu. Du kannst auch Lotto spielen, Model werden, einen reichen Prinzen heiraten. Aber nur für den Fall, dass dies nicht klappt, spare bitte in einen Welt-ETF.

Danach, als Sahnehäubchen, kommen später noch Möglichkeiten wie Trading oder ein eigenes Unternehmen gründen dazu. Beides ist wahrscheinlich auch realistischer, als das mit dem Model oder dem Lotto, auch wenn Du bildschön bist und viel Glück hast.

Man kann nicht nur von Luft, Liebe und Schokolade leben. Es braucht auch eine solide und gesunde Ernährung. So ist es auch bei der Geldanlage/Altersvorsorge: Erst die Basis, dann die Spezialitäten, wenn man möchte.

Was kommt dabei heraus, wenn ich spare?

Dazu meine lieber Leserin, lieber Leser, habe ich einen Link zu einem Zinsrechner. Es geht natürlich nicht um Zinsen, denn die gibt es nicht mehr im Guthabenbereich. Sondern es geht um jährliche Erträge. Die Verlinkung geht in einem extra Fenster direkt zum Fondsrechner. Das ist aber nur ein Rechner, er hat nicht wirklich etwas mit Fonds zu tun. Du kannst einfach selbst ausrechnen, was bei welchem Sparszenario heraus kommt:

Die Finanzwissenschaft ist sich einig, dass man 6% p.A. langfristig mit einer Welt-Aufstellung des Depots erreichen kann. Diese Annahme kommt dadurch, dass man sich die Marktbreite in Form von Indices anschaut und errechnet, wie sehr diese in beispielsweise 30 Jahren wachsen. So wie es den DAX für Deutschland gibt, gibt es Welt-Indices wie den MSCI-Word, in dem weltweit alle entscheidenden Unternehmen vertreten sind. Den Hauptanteil macht bisher noch die USA aus. Daher nehmen manche auch den S&P 500 Index. Derzeit kommt man auf eine Rendite von mehr als 6% p.A., aber wir gehen im 30 Jahres Schnitt von dem eher konservativeren Wert aus. Es gibt viele Schwankungen in dieser Zeit, aber im Durchschnitt wurde die benannte Rendite erzielt. Passiv, einfach kaufen und liegen lassen. Und so machen wir es auch mit dem ETF.

Drei Beispiele:

Du kannst mit dem “Rechner” auf Zinsen-berechnen selbst etwas rumspielen. Verändere die Laufzeit und den Betrag, um die Macht des Zinseszinseffekts kennen zu lernen. Du wirst sehen, Hebel Nummer 1 ist die Zeit, Hebel Nummer 2 ist Deine Sparrate.

Der Zinseszinseffekt gilt auch insgeheim als 8.Weltwunder. Dazu gibt es eine eindrucksvolle Geschichte: Die Geschichte des Josephspfennig. Die passt ganz gut zu unserem Blog. Hier ist sie in verkürzter Form:

Wir stellen uns vor, dass ein überglücklicher Josef nach der Geburt von Jesus überlegte, wie er Geld für Jesus anlegen kann. Josef ging zur Bank, wo ihm eine Verzinsung von 4 % im Jahr angeboten wurde. Er eröffnete ein Sparkonto und zahlte sogleich einen Pfennig ein. 2000 Jahre später haben wir das Ergebnis:

Der Josephspfennig wird verzinst und die Zinsen werden verzinst

Wie viel Geld hätte Jesus heute, wenn er zur Bank ginge? Es ist ein beeindruckendes Ergebnis. Hätte Josef im Jahr 0 einen Cent zu einer jährlichen Verzinsung von 4 % angelegt, wäre nach 2012 Jahren ein Betrag von 186.671.780.195.916.000.000.000.000.000.000 Euro zustande gekommen. Das Beispiel ist schon sehr alt, zeigt aber die Macht des Zinseszinseffekts.

3 Beispiele für eine langfristige Geldanlage

100,00 Euro im Monat zu 6% p.A. für 30 Jahre Anlagedauer und 0,2% Kosten p.A.

100,00 Euro im Monat zu 6% p.A. für 40 Jahre Anlagedauer und 0,2% Kosten p.A.

300,00 Euro im Monat zu 6% p.A. für 40 Jahre Anlagedauer und 0,2% Kosten p.A.

An diesen Rechenbeispielen siehst Du ganz leicht, wie Vermögensaufbau geht. Wir reden von Sparraten von monatlich 100,00 Euro bis 300,00 Euro über einen Zeitraum von 30-40 Jahren zu 6% p.A. Die Kosten von 0,2% p.A. sind die Kosten eines guten ETFs und ein Bruchteil der Kosten eines Fonds oder einer Versicherung, die Dir von Banken und Versicherungen sowie irgendwelchen “Vertriebsheinis” verkauft wird. Dazu findest Du einiges mehr an Informationen in unseren älteren Blogartikeln.

Worauf wartest Du also noch, starte Deinen Vermögensaufbau!

Soll ich einen Riestervertrag abschliessen?

Nein. Zu teuer, zu intransparent, 100% Versteuerung in Deutschland. Riester ist wie auch Rürup ein Konstrukt, welches die Politik vor einigen Jahren mit der Versicherungsindustrie entwickelt hat. Daran haben sich viele Banken und der Vertrieb allgemein eine goldene Nase verdient. Alle Steuervorteile werden zu meist von den enormen Kosten aufgefressen und die nachgelagerte Besteuerung erfordert volles Vertrauen in die Zuverlässigkeit politischer Aussagen. Dass die Steuern die nächsten Jahre in Deutschland sinken werden, wird wohl kaum jemand noch glauben.

Kurze Frage: Vertraust Du der Politik? Damit dürfte sich das Thema erledigt haben. Du solltest – und das ist mein Ernst – in Gott vertrauen (wenn Du gläubig bist), auf Deine Kreativität und Arbeitsleistung und auf den Zinseszinseffekt.

Falls Du der Politik doch vertraust, so empfehle ich Dir Dokumentationen über die Bonner Republik auf Phoenix anzuschauen oder die Historie politischer Gesetzgebung der letzten 30 Jahre in diesem Land. Nicht alles an der Politik ist schlecht, aber Dein ganz persönliches Schicksal würde ich davon nicht abhängig machen.

Zuletzt hier noch zwei ältere Artikel von uns zu dem Thema Riester:

Soll ich einen Rürup Vertrag abschliessen?

Nein. Teuer, intransparent, niedrige Investitionsquote, nachgelagerte Besteuerung und damit Vertrauen in politische Versprechungen.

Soll ich eine Fondspolice abschliessen?

Nein. Teuer, intransparent, niedrige Investitionsquote und/oder Kosten auf Fondsebene (nicht Ausgabeaufschläge, aber jährliche Management-Fee) und Kosten auf Versicherungsebene. Lieber Finanzvertrieb: Fondspolicen sind kein “kostenloses Zweitdepot”, wie manche Leuchten von euch den Kunden erzählen, sie sind Kapitalvernichter und verlieren gegen jeden Welt-ETF. Es gibt keinen Grund solch ein Konstrukt abzuschliessen.

Soll ich eine Indexpolice abschliessen?

Nein, siehe Fondspolice. Indexpolicen investieren übrigens immer seltener wirklich in den MSCI oder DAX, sondern in eigenen von den Versicherungen konstruierte Indices. Warum wohl?

Geldanlage kann unglaublich überfordern – muss es aber nicht! 3-Konten-Modell, Welt-Depot, dann nach Vorliebe ein paar Extras. Fertig.

3-Konten
Modell


„Mit dem 3-Konten-Modell kann man seine Finanzen einfach und gründlich aufräumen, es ist einfach umzusetzen und macht wirklich Spass. Je schneller man das macht, desto größer werden die Folgen sein. Das kann später den Unterschied zwischen einem Millionär oder jemanden ausmachen, der in der Grundsicherung in Deutschland lebt. Denn mit strukturierten Finanzen kommt man schneller zum Sparen und spart auch viel mehr Geld als andere. Wer dann den Zinseszinseffekt verstanden hat, ist auf dem finanziellen Siegertreppchen. Ganz ohne teuere Ratgeber und präpubertäres “klatsche- klatsche” Erfolgsseminar.

Soll ich mich bei der Bank oder bei der Versicherung beraten lassen?

Nein. Du sollst ein kostenloses Depot (am besten online) eröffnen und beginnen einen Welt-ETF zu besparen.

Banken, Versicherer, Mike Mikeymaus, die D…G, Bauspar-Betsy, die nette Dame von der XY-Versicherung, der braungebrannte Brummer aus dem Finanzbüro, sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind teuer. Ihre “Beratung” ist Verkauf und kostet Dich ein VERMÖGEN an Gebühren und Performance Deiner Geldanlage. Du hast gesehen, wie stark der Zinseszinseffekt ist. Rechne mal monatlich die Kosten raus, die diese ganzen Schlauberger des Finanzvertriebs haben. Jeder Euro den die jetzt kosten, kostet Dich tausende Euro später an Ablaufleistung deiner Altersvorsorge.

Wie lege ich einmalig Geld an? – Teil 1.

Bislang ging es um das monatliche Sparen und den Vermögensaufbau. Was aber, wenn Du einmalig Geld anlegen willst?

Nehmen wir mal an, Du hast bereits 10.000,00 Euro gespart. Was nun?

Die Anlage selbst ist die gleiche: Ein Welt ETF. Aber natürlich hängt das Ganze noch von einigen anderen Faktoren ab. Wie lange kannst Du das Geld anlegen? Wie alt bist Du? Welche Risikoneigung hast Du? Dazu haben wir mal etwas vorbereitet, ganz wie es damals Johann Lafer in seinen alten Kochsendungen sagte. Mit dem Modell Blackfolio kannst Du selbst festlegen, wie viel Risiko Du verträgst.

Beim monatlichen Sparen wird das erst mal nicht so ins Gewicht fallen, bei der Einmalanlage ist es aber schon anders, wenn aus den 10.000,00 Euro auch Mal 6.000,00 Euro werden um dann einige Jahre später bei 15.000,00 Euro zu stehen. Das erfordert etwas Nervenstärke und Erfahrung. Für den ein oder anderen wird es NICHT sinnvoll sein, die 10.000,00 Euro sofort anzulegen, sondern einen Sparplan zu machen wie beschrieben und die 10.000,00 Euro erst mal als Cash-Reserve zu halten. Die Psychologie geht immer vor.

Wie lege ich einmalig Geld an? – Teil 2.

Leserfrage:

“Liebes Team Blackwater, ich bin schon älter und habe ein gewisses Vermögen. Eure Artikel richten sich oft an jüngere Menschen. Wie lege ich als älterer Mensch mit Vermögen mein Geld an?”

Das hängt von vielen Faktoren ab: Persönliche Risikoneigung, wie lange kann das Geld angelegt werden, wie sieht die Haushaltsrechnung aus? Das Blackfolio© kann hier schon mal deutlich weiter helfen.

Ist die Geldanlage denn noch essentiell wichtig oder ist es nur ein Hobby? Das frage ich, weil manche unserer Leser auf einem Nettovermögen von +500 TEUR (ohne Immobilie) “sitzen” und bei unserem FX mitmachen (als Hobby), aber eigentlich kein Anlagebedarf mehr haben. Was meine ich damit?

Wer eine Restlebenserwartung von 20 Jahren hat (oder weniger), bis zu seinem Lebensende genug Pension oder Rente bekommt, kostenfrei wohnt (Hütte ist bezahlt, nur Nebenkosten) und dann noch Vermögen besitzt, der oder die braucht eigentlich kein Geld mehr anzulegen, es sei denn es ist ohne Risiko. Es gibt keinen Grund sein Altersgrundstock zu gefährden. Bei unserem Trading mitzumachen mit Spielgeld (Risikokapital) oder sich ein paar Bitcoin zu kaufen steht jedem frei, aber wer genug Geld hat, sollte einfach dankbar und zufrieden sein und eine andere Rendite suchen: Die Rendite anderen zu helfen und das gute Gefühl geniessen, wenn man seinen armen Mitmenschen etwas Gutes tun kann. Das ist unbezahlbar.

Wie lege ich einmalig Geld an? – Teil 3.

Leserfrage:

“BWM, wenn ich Model werde oder Schauspielerin und superreich, dann wirst du mein Manager. Versprochen. Wie legst du dann mein Geld an?”

Diese Frage einer treuen Kundin und Leserin durfte ich zitieren. Sie hat mich fast den Kaffee morgens verschlucken lassen, weil ich lachen musste. Aber gleichzeitig danke ich auch für das Vertrauen! Zitiert habe ich sie allerdings deshalb, weil auch das eine berechtigte Frage ist: Wie legt man Millionen an?

Eigentlich ist diese Frage einfach zu beantworten, wirklich komplexer wird sie durch die Variablen wie die Entwicklung des Lebensstils. Dadurch kann man die Haushaltsrechnung nicht statisch planen, sondern muss öfters nachjustieren. Aber es gibt Grenzen, sonst ist das Geld schnell weg. Hier wäre also festzulegen, wie viel man denn gedenkt monatlich auszugeben? Und das wird bei den Berufen Model oder Schauspielerin leider oft vom sozialen Umfeld abhängen. Hier würde ich definitiv eine Lebensplanung zuerst vorziehen, bevor man über die Geldanlage spricht.

Nehmen wir an, jemand gewinnt im Lotto…

Wie lege ich einmalig Geld an? – Teil 4. Lotto.

“Ich habe im Lotto gewonnen.”

Wie lege ich das Geld an?

Wenn des nur 100,00 Euro sind: ETF. Ist es ein Millionenbetrag, beispielsweise die 90 Millionen, die mal wieder in NRW an eine Tippgemeinschaft gingen, dann sollte man sofort mehrere Konten bei Online-Banken aufmachen und auf gar keinen Fall den Gewinn auf das lokale Voba- oder Spasskass Konto überweisen lassen. Denn dann ist mal im Kuhdorf schnell bekannt und wird erstaunt sein, was das Bankgeheimnis noch wert ist. Das Geld sollte man nicht anrühren und mit niemanden darüber reden. Am besten nimmt sich eine Auszeit vom Job für ein Jahr. Aufhören zu arbeiten sollte man auf keinen Fall, wegen der Struktur, die wir als Menschen im Leben brauchen. Ich kenne über drei Ecken einen Millionär, dem sein ganzer Lebensinhalt darin besteht mit seinem 150TEUR Auto zwischen einer Bratwurstbude und einem Verein hin und her zu fahren. Aus Langeweile kauft er sich Uhren, die so viel wie ein Kleinwagen kosten. Natürlich kann jeder leben wie er will, aber ich denke der ein oder andere Leser hat einen höheren Anspruch an sich und das Leben.

Schlagartig zu so viel Geld zu kommen, wird eine enorme psychische Belastung werden und viele verdrängte Lebensfragen, werden schlagartig präsent. Ich würde empfehlen, eine Weltreise zu machen um herauszufinden, was man wirklich im Leben will. Man muss sich unbedingt erst darüber klar werden was der eigene Platz auf dieser Welt ist. Sonst ist das Geld so schnell weg wie bei vielen Lottomillionären zuvor schon. Lebensplanung kommt immer vor der Finanzplanung.

Und was die Finanzplanung angeht: Selbst mit einem überdurchschnittlichen Lebensstil von sagen wir pro Kopf 5.000,00 Euro im Monat in Deutschland, reichen drei Millionen Euro für 50 Jahre. Der durchschnittliche Cashflow eines Menschenleben in Deutschland sind etwas über eine Million Euro – so gab es mal eine Versicherung in den frühen 2000er Jahren an.

Was sagt eigentlich Statista zu dem Thema Durchschnittsgehalt in Deutschland?

“Das monatliche Durchschnittsgehalt eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers in Deutschland lag im Jahr 2019 bei ca. 3.994 Euro brutto. Betrachtet man alle Arbeitnehmer in Deutschland, also auch alle Arbeitnehmer in Teilzeit oder in geringfügiger Beschäftigung, lag das Durchschnittsgehalt im gleichen Jahr bei rund 3.099 Euro im Monat. Das Durchschnittseinkommen aller Arbeitnehmer betrug monatlich 2.079 Euro netto.”

2079,00 Euro netto ist laut Statista das Durchschnittsgehalt in Deutschland. Nun kann man lange über Durchschnitt und Median diskutieren. Aber mal Hand aufs Herz: Klingt das nach grossen Sprüngen? Nach den Träumen, die Du vielleicht als junger Mensch jetzt hast? Klingt das danach, dass Du später mal eine ausreichende Altersvorsorge haben wirst?

Wenn Du jetzt ins Grübeln kommst, dann ist das gut so. Denn darüber solltest Du wirklich nachdenken. Wir schreiben auf Blackwater.live oft über Menschen, denen es noch schlechter geht und denen wir helfen wollen. Aber eines muss man auch klar sehen: Mit den Zahlen von Statista kommt bei den hohen Lebenshaltungskosten in Deutschland auf Dauer auch keine Freude auf. Die Staatsquote steigt und steigt und viele Menschen finden das auch gut. Aber einen Staat der irgendwann selbst Hauptkonsument, Hauptarbeitgeber und einziger Träger von Verantwortung ist, das hatten wir doch schon mal und wissen wohin das führt. Menschen zu helfen, die sich selbst nicht helfen können, das tun wir gerne. Das ist unser Mindset auf Blackwater.live. Aber Menschen, die selbst ihr Leben und ihr Geld in die Hand nehmen können in einem “Nanny-Staat” zu maximaler Staatsgläubigkeit zu erziehen, das ist etwas völlig anderes.

Die beste Geldanlage – für Dich

“Eigenverantwortung ist die einzige Art von Verantwortung, auf die du dich verlassen kannst.” – von unbekannt

“Ich denk nochmal drüber nach” – in den allermeisten Fällen passiert nichts. Mit “mal schauen” erreicht man nichts. Warum nicht das
Leben in die Hand nehmen und etwas aktiv verändern? Du wirst es nicht bereuen.

Warten?


Manche Menschen verschieben alles immer in die Zukunft. Mal schauen, mal sehen, mal überlegen, vielleicht. Eines lässt sich leider über diese Denkweise klar sagen: Damit ist man immer auf der Schattenseite des Lebens. Denn niemand weiss, wie lange man lebt, gesund ist, Dinge selbst tun kann. Niemand weiss was morgen ist. Und auch was das Thema Geld und Sparen angeht: Ruck-Zuck ist man 50, 60 Jahre alt und im Herbst des Lebens angekommen. Mal schauen und vielleicht – das sichere Rezept für ein Verliererdasein.

Die beste Geldanlage 2021 – viele googeln danach. Ja, ich weiss. Google. Die Blackwater Community ist auf anderen Suchmaschinen unterwegs. Aber bei 80% der mobilen Suchanfragen in Deutschland ist es eben google.

Die beste Geldanlage als “Brot und Butter” Geldanlage ist ein Welt-Depot oder Welt-ETF. Egal ob einmalig oder monatlich bespart. Alles andere kommt erst danach. Für alle die, die also zum Ende dieses Artikels gescrollt haben um zu einem schnellen Ergebnis zu kommen: Du setzt (1) das 3-Konten-Modell um, (2) Du startest mit Deinem ETF-Depot, (3) überlegst Dir, wo die Reise im Leben hingehen soll. Neben Zielen wie Model oder Fussballspieler könntest Du Dir auch ein viel realistischeres Ziel setzten, was auch mit Eigentverantwortung zu tun hat: Ein eigenes Unternehmen gründen. Komischerweise passiert das in Deutschland nicht so oft. Lieber verlassen sich die Verlassenen weiter auf politische Versprechungen, die sowieso gebrochen werden. Und jeder weiss das, aber Riester und Rente ist sicher? Eine absurde Vorstellung. Wieder andere lassen sich lieber ablenken und denken, alles wird schon gut. Und wurde es das denn jemals von alleine?

Das alles – so deprimierend es klingt – ist kein Grund sich runterziehen zu lassen. Denn wenn man mal auf den Geschmack der eigenen Verantwortung gekommen ist, der Eigenverantwortung, dann entdeckt man eine bessere Version von sich selbst. Und das macht wirklich Spass und hilft auch anderen Menschen weiter, die vielleicht wirklich eingeschränkte Möglichkeiten haben.

In jedem Fall solltest Du jetzt damit anfangen Deine Finanzen zu regeln und es nicht weiter aufschieben. Das Thema ist viel zu wichtig um es aufzuschieben. Dieser Artikel soll Dich liebe Leserin und lieber Leser dazu motivieren, jetzt etwas zu tun. Daher ist er auch ganz bewusst klar, deutlich und einfach gehalten. Wenn Du Fragen hast oder weiteren Input brauchst, dann schreib doch in den Kommentarbereich. Das alles kostet Dich nichts, wird Dir aber weiter helfen und anderen neuen Lesern hier auch. Wir freuen uns auf Deinen Kommentar!

Eingeleitet hatte ich mit diesem Dialog aus Alice im Wunderland. Warum?

“Cat: Where are you going?
Alice: Which way should I go?
Cat: That depends on where you are going.
Alice: I don’t know.
Cat: Then it doesn’t matter which way you go.”

Wenn ich über die Jahre als Banker nachdenke und die Gespräche über die Vermögen der Kunden und ihre Frage nach der richtigen Geldanlage, dann wollten diese immer ein konkretes Produkt empfohlen haben. Zu der Zeit, als es noch Zinsen gab, war das einfach. Später ging es eher um Strategien. Aber auch das war eigentlich der falsche Ansatz. Das ist mir heute bewusst. Denn ja, man muss schon wissen, wie lange ein Kunde das Geld anlegen kann, welche Risikoneigung er hat, wie seine Haushaltsrechnung aussieht. Aber die Fragen die hinter all dem stehen, sind das größere Bild. Vielleicht hätte ich folgenden Fragen stellen müssen:

Wollen Sie Ihrer Frau treu bleiben? Wie lange soll ihre Liaison mit der Kleinen gehen, die auch über das Kartenkonto bucht? Wer von den Damen soll später das Ferienhaus in Spanien bekommen? Haben sie vor sich mit ihren Kinder zu vertragen, oder sollen wir anfangen das Vermögen wegen dem Erbrecht zu verschleiern?

Das ist nur ein Beispiel aus dem Bereich von vermögenden Kunden. Aber was ich meine ist, dass die ganzen Geldfragen zweitrangig sind, wenn nicht klar ist, wohin das Leben eigentlich führen soll. Unsere Zahlungsströme sind nur das Spiegelbild unseres Lebens und zeigen manchmal mehr Wahrheit über uns selbst, als es uns vielleicht lieb ist. Lebensplanung geht über Finanzplanung, Lebensplanung IST Finanzplanung.

43 Kommentare zu „Die beste Geldanlage

  1. Danke für die Antworten. Habe auch bei Dr. Kommer interessante Gedanken gefunden betreffend der verschiedenen Phasen. Kommt halt sehr auf die persönlichen Umstände an . If you have won the game, stop playing.

  2. OK, sparen mittels ETF um Vermögen für die Rente aufzubauen. Was aber dann bei Renteneintritt? Umschichten auf einen Dividenden ETF? Oder den world ETF (mit geringerer Dividende) weiterlaufen lassen? Was empfiehlt der Profi?

    1. Die Frage kann man nicht sinnvoll allgemein beantworten. Es hängt sehr viel mit den eigenen Umständen und auch der Risikoneigung zusammen.

      Beispielsweise gibt es Entnahmestrategien wie die 4% Regel. Viele folgen diesen Modellen, weil sie die letzten Jahre sehr populär auf Blogs angepriesen wurden. Aber dennoch besteht die Gefahr, dass sich so am Anfang der Rente das Vermögen sogar halbiert. Hält man das als Rentner dann aus und sagt, in spätestens 10 Jahren habe ich mein Geld ja wieder? Das bezweifle ich sehr.

      Dieses Szenario gilt sowohl für Dividendenwerte als auch für eine Performance lastige Struktur. Früher war es möglich zu Lasten dieser Performance das Depot dann abzusichern mit Optionen. Im Private Banking hat man das auch getan. Das war dann die Ausfallversicherung. Dank Herrn Scholz ist das nicht mehr möglich. (Begrenzung Verlustvortrag auf 20K)

      Eine individuelle Lösung heute ist aus meine Sicht die, dass man Risiken reduziert und nach dem Blackfolio Modell die Aktienquote zugunsten schwankungsärmerer Anlagen senkt. Meine Erfahrung zeigt mir einfach, dass für die meisten Menschen dies der bessere Weg sein wird. Dafür werde ich derzeit teilweise belächelt, da fallende Aktienkurse etwas sind, was viele Nachwuchsanleger nur aus Dokumentationen kennen.

    2. Es gibt noch weitere unbekannte Faktoren. Das was aus heutiger Sicht z.B. gegen eine Umschichtung spricht ist die steuerliche Auswirkung einer selbigen: Der Verkauf würde Gewinne realisieren die man versteuern muß. Das wäre ein teurer Spass nur um von thesaurierend auf ausschüttend (dividendenorientiert) umzuschichten.

      Obwohl Andreas Beck das nirgends geschrieben hat, könnte ich mir vorstellen, dass seine Portfoliorichtlinie hilfreich ist. Er unterscheidet die Zustände Normal, Krise und eskalierte Krise anhand einfacher Kriterien und gibt dazu die passenden Aktien (ETF) Quoten. Diese Zustände könnte man als Richtwert ansehen, wann ein guter Zeitpunkt ist um einen Teil seiner ETF in Cash umzuwandeln und wann es besser ist das nicht zu tun. Man muss ja nicht alles verkaufen, sondern es reicht hoffentlich die Aktienquote zu verringern wie Martin es beispielhaft vorgeschlagen hat und beispielsweise auf 50-60-70% zu steuern. So blieben dann 50-30% Cash, die man dann über die Jahre als Zubrot verzehrt.
      Das E-Book (ohne Danksagung weniger als 40 Seiten) zu seinem Portfoliomanagement kann man kostenfrei herunterladen https://globalportfolio-one.com/
      Man muss seine email-Adresse da lassen, aber bisher habe ich keinerlei Werbung von A.B. erhalten.

  3. Spannend. Guter Artikel. Das ganze Papiergeldexperiment wird uns innerhalb der nächsten 5 bis 10 Jahre um die Ohren fliegen. Die Staatsschulden werden sowieso nie mehr zurück gezahlt werden können, was entweder zum Staatsbankrott oder einer Hyperinflation führen wird. Es ist halt immer sinnvoll sein Geld diversifiziert anzulegen. Kryptowährungen gehören inzwischen auch zur Strategie. Was aber auch nicht vergessen werden darf ist die soziale Ungleichheit. Viele haben gar kein Geld zum Anlegen.

  4. das is mal ein cooler Blog, literally einfach hammer. Eure Kombination ist absolut einmalig. Ja ich brauche Wochen alles zu lesen und darüber nachzudenken, aber ich melde mich nochmal bei euch! Das wollte ich schon mal loswerden.

    1. Eine Mutter steht den ganzen Tag in der Küche und kocht für ihre Kinder. Dann kommt ein frecher Rotzlöffel, spuckt das Essen aus und sagt es schmeckt nicht. Ungefähr der gleiche Fall.

    2. @Silvester Das kann man so sehen und Martin ist etwas textlastig. Mir gefällt das sehr gut. Aber auch wenn es nicht so wäre, wüsste ich mich zu benehmen und würde die Arbeit nicht in einer frechen, muffigen Aussage runter machen. Ich verstehe, Corona schlägt alles auf das Gemüt. Aber wir haben deshalb noch nicht alle die gute Kinderstube verlernt.

    3. Irgendwann kennt man seinen Pappenheimer und liest quer.
      Wer gerne sowas liest, der freut sich. Wer ZDF sucht, der muss sich die Essenz halt raussuchen …

      1. ich stehe auf beides + Green Mindset. Also bin ich zufrieden. Aber es stimmt, Silvester weiss sich nicht zu benehmen. Ist das nicht der Name der Katze meines Nachbarn? Nein, die(er) heisst Sylvester.

  5. Hallo Blackwater,

    ein Freund hat mir deine Seite gezeigt, ist cool und auch viel Text, ich stöbere seit Tagen hier 😉

    Ich bin Studentin, bekomme Bafög und das Kindergeld von meinen Eltern. Meine Eltern bezahlen auch meine Versicherungen.

    Meine WG Miete schluckt die Hälfte meines Geldes (450 €/mtl) trotzdem spare ich jeden Monat in zwei Sparpläne: 40€ in ein ETF (Europa mit Dividendenausschüttung),
    60€ auf mein Depot, davon kaufe ich zweimal jährlich einzelne Aktien für meinen Geldaufbau. Ich kaufe langweilige Aktien mit hoher Dividende, da ich jedes Jahr meinen Freistellungsauftrag komplett nutzen.

    Mein Ziel ist es zum Ende meines Studiums mein Bafög komplett mit einmal zurückzahlen zu können (wenn man es auf einmal zurückzahlt wird die Hälfte der Schulden erlassen).

    Vor Corona konnte ich etwas jobben, das ist nun leider vorbei und damit fehlt mir etwas Zusatzeinkommen, was ich für mich ausgeben konnte.

    Ich möchte andere Studentinnen und Azubis ermuntern gleich mit dem sparen anzufangen, auch kleines Geld bekommt mit der Zeit viele kleine Kinder (hat mein Vater gesagt, als mir das mit Dividende erklärt hat). Das hilft beim Start später, hoffe ich, oder wie bei mir die Schulden zurückzuzahlen.

    Dein Blog hat viele Seiten, kirchliche, was mit Geld, Telegramm Werbung, Kontomodell, ist nicht alles meins, doch ich lese gern und viel und werde noch Wochen brauchen bis ich durch bin, aber es interessant und ich lerne viel hier.

    Damit wollte ich sagen: Danke das du das alles schreibst und damit Menschen helfen kannst, ich hoffe viele nehmen deine Hilfe an!

    LG Ines

    1. Ein sehr guter Start in das Leben. So trainiert Frau sich gleich die richtigen Verhaltensweisen in Bezug auf Geld an. Kein parasitäres Luxusgeschöpf, wie es hier mal jemand schrieb.😉 Und Väter die ihren Töchter die Dividende erklären, das ist toll!

    2. Hallo Ines, willkommen hier bei uns! Freut mich zu lesen, dass Du den Blog ganz interessant findest.

      Es gibt schon immer mehr Leute, die hier bei uns mitlesen und einen Mehrwert davon haben, auch wenn wir natürlich eine etwas eigenwillig-spezielle Seite sind. 🙂 Aber alles für was wir einstehen hat seinen Grund. Bei Telegram beispielsweise schon aus Prinzip, das Kontomodell ist ein sehr guter Start in das (finanzielle)Leben und das was Du als “kirchlich” beschreibst, würde ich etwas anders formulieren: Glauben an einen Schöpfer. Mit der institutionellen Religion in dem Sinne, haben wir nichts zu tun und wollen das auch nicht.

      Dass Du so viel sparst bezogen auf Dein Gehalt ist absolut spitze und ein sehr gutes Training in Sachen Selbstbeherrschung. Wenn Du Fragen hast, schreib einfach.

  6. Hi, ich war bisher bei der Moneypenny. Ich weiss nicht ob ihr die kennt. Aber sie schrieb auf ihrer Seite, dass man mit dem MSCI sehr wohl etwas falsch machen kann. Jetzt bin ich verunsichert. Wie seht ihr das?

    1. Hallo und willkommen Lisa! Zu anderen Bloggern im Speziellen kann ich wenig sagen und will es auch vermeiden. Dem Konzept des passiven Anlegens nach Kommer & Co. folgend, kannst Du allgemein nichts mit dem MSCI falsch machen. Wenn man das anders sieht ok, jeder hat seine Meinung. Aber als Banker sage ich, dass das Konzept von einem passiven und marktbreiten Investment eben der MSCI ist. Wenn man es anders macht, bewegt man sich ein Stück weit davon weg und ist in dem Bereich einzelne Märkte beurteilen und prognostizieren zu wollen. Der Aufwand und die Kosten steigen. Oder man kauft sich mehrere ETFs um Teilmärkte abzudecken, dann kann man aber auch gleich bei dem MSCI ETF bleiben. Mit dem Vanguard All-World hat man eigentlich eine sehr breite Aufstellung inklusive Schwellenländer.

      Individuell kann ein passives Investment aber durchaus falsch sein und ein paar Beispiele findest Du ja auch in dem Artikel. Es kann durchaus richtig sein liquide zu bleiben und nicht zu investieren. Es kann auch besser sein aktiv zu investieren. Die Liste kann man fortsetzen. Es gibt neben der allgemeinen Beurteilung eben auch eine individuelle. Dafür brauchst Du aber keine Coachings für mehrere Tausende Euro, das will ich Dir schon mit auf den Weg geben. 🙂 Die schönsten Dinge im Leben gibt’s umsonst.

    2. MSCI ist nur ein Dienstleister, der Kriterien für verschiedene Indizes herausgibt (FTSE ist ein anderer Anbieter, der ähnliches anbietet).
      Da sollte es auch einen Index in Richtung Nebenwerte in Südostasien (oder wie der Finanzwesir sagte “vietnamesischer Wasserbüffelfond”).

      Wahrscheinlich meint die Frau Moneypenny aber einen ETF nach dem Strickmuster des MSCI World. Da kann man als Risiko sehen, dass der sehr USA-lastig ist, Schwellenländer und kleine Firmen werden nicht berücksichtigt. Sowas bildet nicht die Weltwirtschaft ab, sondern nur einen Teil davon. Das kann man durchaus als falsch oder zumindest als risikoreich ansehen. Ich maße mir nicht an zu beurteilen, inwieweit das dann ausreichend risikogestreut ist.
      Als probates Mittel dagegen wird oft die Aufteilung MSCI World (70%) und MSCI EM (30%) genannt.

      Ein richtiges Problem erhält man erst, wenn man sagt (wieder der FW. Damals noch bezüglich Donald, aber der neue scheint da ja auch nicht problemfrei gewesen zu sein): ich will keinen Pussygrabber im Depot, also USA-freies Depot. Einem solchen Depot würde quasi die Hälfte der Weltwirtschaft (falsch des weltweiten Aktienwertes) fehlen.
      Bewertung: keine Ahnung, mag jeder selbst entscheiden

    3. Hallo Lisa,
      ich bin auch ein Ex Banker, kann aber mit Blackwater wissenstechnisch nicht mithalten.
      Dennoch hier meine Meinung: Wenn Du es einfach machen willst, dann nimm einen Welt ETF wie z.B. den Vanguard FTSE All World. Das ist OK und funktioniert auch… langfristig, also mindestens 10 Jahre Anlagedauer.
      Mir persönlich ist da zu viel USA drin und zu China habe ich wenig Vertrauen. Deshalb habe ich zusätzlich zum Welt ETF noch den Vanguard Developed Asia Pacific ex Japan. Keiner kann Dir sagen, ob das besser ist, man weiss es erst im Nachhinein.

  7. Jo, wieder ei. toller Beitrag von dir! Wie wirken sich die Kaufkosten bei einem Sparplan aus? Bin bei Flatex und die haben momentan keinen kostenlosen Welt-ETF. Was soll ich tun?

    1. DKB 1,50 Euro pro Ausführung statt prozentual wie bei den anderen. Ich lasse vierteljährlich ausführen. Das senkt die Kosten nochmals auf ca. 0,15% pro Rate bei mir. DKB ist hier bisher auch die Empfehlung gewesen aus u.a. diesem Grund.

      1. Also rechnen wir mal: 1,50€ pro Monat = 18€ pro Jahr oder 180€ pro Jahrzehnt. Ein geradliniges Erwerbsleben (40 Jahre) lang ergeben insgesamt 720€ an Kaufkosten.
        Reduzieren wir das auf quartalsweise / ein Drittel sind wir bei 240€.
        Wir haben binnen 40 Jahren somit 480€ gespart. Hört sich viel an, aber isses das wirklich?
        Da muss man jetzt gegenrechnen, was man an Performance verliert, weil man im Schnitt anderthalb Monate später investiert als bei monatlichem Investment. Ich habe keinen Taschenrechner dabei, also muss ich bei der genauen Rechnung passen. Das erübrigt mir auch darüber zu philosophieren, ob man 50€, 300€ oder 1.500€ pro Monat investiert und wie groß die Wertsteigerung des Vehikels sein wird. Je höher diese Werte sind, desto mehr fällt der Nachteil der anderthalbmonatigen Verzögerung ins Gewicht. Eigentlich sollte sowas doch schon irgendwer ausgerechnet haben. Irgendwo muss es doch schlaue Leute geben, die ihren Taschenrechner nicht verlegt haben.

        Hab ich einen pauschalen Rat zur Quadratur des Kreises?
        Sicher doch: investiere zu je einem Drittel in den MSCI World, MSCI EM und GBTC. Im Januar in den World, im Februar in den EM, im März in den GBTC und im April sparplant man vorne weiter.

        PS: Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass ihr bei Renteneintritt eure direkt gehaltenen BTC noch steuerfrei verkaufen könnt? Also wird es nicht steuerschädicher sein, die über einen Fonds zu halten.

        PPS: nehmt den letzten Teil nicht zu ernst

    2. Dem was Franky sagte stimme ich zu. Damit kann man die Sparplan Kosten fast eliminieren. Und die vierteljährliche Ausführung ist absolut ausreichend. Schau mal bei der DKB vorbei.

    3. Alternative: einen separaten Broker nehmen. Beispiel: Trade Republic oder Scalable Capital. Bei TR gibt es nur iShares ETF. Dafür aber sind alle Sparpläne (ETF und Aktien) dauerhaft kostenlos. Das Depot sowieso.
      Bei SC gibt es 600 ETF kostenlos zum besparen. In Summe gibt es 1300 ? ETF’s. SC zieht Sparpläne per Lastschrift vom Giro ein, nicht vom Verechnungskonto. Der Free Broker ist ebenfalls kostenlos.
      Beide Anbieter haben eine (gute) App. SC sogar zusätzlich einen Webzugang. Normale Trades kosten je 1€ bei TR oder 0,99€ bei SC.

  8. Danke – sehr wertvoll – wird weitergeleitet.
    Was ich fragen wollte – was sind den empfehlenswerte Suchmaschinen jenseits der Google-Horizonts ?

  9. Ich weiß, dass Immobilien auf diesem Blog auf wenig Gegenliebe stoßen: unflexibel, Klumpenrisiko und die in jüngster Vergangenheit von links verstärkte öffentliche Hetze gegen Vermieter nebst Androhungen von Enteignung oder Erschießen.

    Für Angestellte und ganz besonders Beamte können vermietete Immobiien jedoch eine gute zweite “sichere” Anlageform neben dem ETF darstellen, und zwar aus dem Grund, dass man für Aktienanlagen schwerlich einen Kredit bekommt, für Immobilien aber sehr wohl.

    Daher bietet sich meines Erachtens folgendes Modell an: 80 % (oder wie viel auch immer) des für die Geldanlage vorgesehenen Eigenkapitals in ETFs investieren, den Rest in Risikoanlagen, falls gewünscht (Trading, Einzelaktien, Krypto etc.).

    Dann einen Kredit aufnehmen und eine Immobilie (am besten Mehrfamilienhaus, keine Wohnung, da man sich dann nicht mit Wohneigentümergemeinschaften herumärgern muss) komplett mit dem geliehenen Fremdkapital finanzieren. Damit das möglich ist, muss man natürlich zunächst die Investition gut durchrechnen und ein geeignetes Objekt finden, was allerdings auch heutzutage noch problemlos möglich ist, wenn man sich mit der Materie etwas beschäftigt.

    Auf diese Weise vergrößert man seinen Investment-Hebel deutlich, ohne zusätzliches Geld von seinen laufenden Einnahmen investieren zu müssen. Das heißt: Die Investition in die Immobilie geht nicht zu Lasten der Investition in den ETF, sondern kommt quasi “gratis” oben drauf.

    Diese Methode wird von mehreren Personen aus meinem engen Umfeld z. T. seit Jahrzehnten sehr erfolgreich umgesetzt. Alles normale Leute, keine Finanzprofis. Sobald die erste Immobilie ganz oder zum großen Teil abbezahlt ist, wird die nächste gekauft. Da kommt ganz schön was zusammen über die Zeit.

    Ich persönlich fand Immobilien früher auch unsexy und spießig, aber die Erfolge sprechen für sich. Wer diese Anlageform (Achtung: unter Einsatz von Fremdkapital, nicht Eigenkapital) außer Acht lässt, lässt meiner Meinung nach Geld auf dem Tisch liegen.

    1. Ich mach mal weiter bei den Nachteilen.
      Es wird nicht bei Hetze gegen Vermieter bleiben, bzw. es ist jetzt schon nicht dabei geblieben. Es ist noch nicht lange her da erhielt ein Vertreter eines Wohnungsunternehmens einen Hausbesuch samt körperlichem Übergriff. Öffentlicher Aufschrei? Eher nicht.
      Es gibt Bestrebungen, Teile der Heizkosten nicht mehr auf die Mieter umlegen zu dürfen. Selbiges bei der Grundsteuer. Das kombinieren wir mit coronabdingtem Kündigungsausschluss, Mietobergrenzen wie in Berlin, Zwangsaustausch von Heizungen, Pflichten zu energetischen Sanierungen …
      Wartet mal ab, wenn sich der kalte Februar im nächsten Jahr bei der Heizkostenabrechnung zeigt. Dann wird das Geschrei in der Presse erst so richtig anschwellen.

      Ein weiterer Aspekt ist, dass der Immobilienmarkt seit langem haussiert. In so einer Zeit ist es einfacher Geld zu machen, als wenn die Hauspreise sinken. Wir haben keinerlei Garantie, dass dies so weiter geht, siehe politische/gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Der Zitelmann hat z.B. erläutert, dass er seine Wohnungen verkauft hat. Für Newcommer finde ich es ziemlich riskant, jetzt mit Immoinvests zu beginnen.

      Das Vermieterdasein ist kein passives Investment wie die Anlage in einem ETF, Mietwohnungen machen Arbeit!
      Ich habe nur eine Wohnung, die keine/kaum Arbeit macht. Das ist mein Apartment in einer fernen Stadt (ich war mal Wochenendpendler). Da zahle ich aber nicht nur die “normale” Haus/Eigentümerverwaltung, sondern zusätzlich auch Mietverwaltung.
      Wenn mich jemand auf das Vermieterdasein anspricht, dann würde ich eine ETW in einer ordentlichen Wohnanlage empfehlen. Auch vor dem Hintergrund, dass man sowas finanziell leichter stemmen kann. Mein 26qm-Apartment hat mich 20.000€ gekostet.
      Das war im Jahr 2008, selbst wenn das heute 60k sind, kann man sowas leichter aus Eigenmitteln stemmen, bzw. nur zur Hälfte finanzieren. Mehrfamilienhaus? Bei welchem Preis wollen wir da starten? Halbe oder dreiviertel Mio, oder schaffen wir siebenstellig?
      Ich bin kein Freund von Schulden und froh mittlerweile schuldenfrei zu sein … debt ist the money of slaves
      Wenn ich mich recht entsinne, gab es hier auch schon Beispiele, wie sich sinkende Immopreise auf die Beleihungsgrenzen auswirken, Stichwort Margincall.

      Will ich jemanden das Mietshaus ausreden?
      Ich beziehe mein bescheidenes Einkommen ja großteils aus Vermietung, daher nein. Aber man sollte sich vorher mit allen, wirklich allen Risiken und Nebenwirkungen befassen.

      1. Ich stimme zu, dass vermietete Immobilien keine wirklich passiven Investments sind, da man sich zunächst im Vorfeld gut informieren muss und später selbst dann Arbeit hat, wenn man die Verwaltung an eine Firma übergibt, denn der muss man schließlich auf die Finger schauen. Wer diese Arbeit scheut, sollte sich tatsächlich von Immobilien fernhalten.

        Auch gibt es gewisse Zukunftsrisiken, so wie bei jeder anderen Geldanlage auch. Gerade kürzlich hat die Regierung erst ein Gesetz erlassen, das den Forex-Ambitionen des einen oder anderen Blackwater-Kunden einen gewissen Dämpfer verpasst haben dürfte. Derartiges lässt sich nie ausschließen, ich sehe das Szenario in Bezug auf Immobilien jedoch etwas optimistischer als du.

        Zur Hausse auf dem Immobilienmarkt: Auch richtig, aber in meinem Beitrag ging es nicht um die Spekulation auf Wertsteigerungen, sondern um Generierung von Mieteinkünften.

        Bei den Preisen für Immos kommt es stark auf die Region an. Mehrfamilienhäuser sind ja auch alles ab zwei Wohnparteien. Die Personen aus meinem Umfeld haben Immos mit 3-5 Parteien, und die bekommt man auch heutzutage in einigen ländlichen Regionen noch zu unter oder um 500.000 € (wobei man dann nicht selten eine höhere Rendite erzielt als mit einer Stadt-Immo). Ein junger Berufsanfänger sollte sicherlich erst einmal kleiner starten, sofern er nicht Beamter ist, wobei ein Mittzwanziger letztens ein Haus in dem Preisbereich finanziert hat.

        Wohnungen in Anlagen sind in Städten für die meisten wahrscheinlich die einzige Option aufgrund der absurden Preise heutzutage, aber man sollte den Ärger nicht unterschätzen, den man mit einer Wohneigentümervereinigung haben kann. Ich würde mir so etwas nicht ans Bein binden, sondern stattdessen ländliche Immobilien kaufen (natürlich nicht in schrumpfenden Regionen).

        Ich habe nichts gegen Schulden, solange das Geld investiert und nicht konsumiert wird. Ohne Schulden hat man einen deutlich geringeren Hebel, auch beim Forex-Trading leiht man sich schließlich üblicherweise Geld. In der heutigen Situation mit sehr hohen Preisen und sehr niedrigen Zinsen ergibt es meines Erachtens keinen Sinn, Eigenkapital in Immos zu investieren, da man dieses genauso gut in Aktien stecken kann, Kredite erhält man aber vorwiegend nur für Immos.

        Man muss also abwägen, ob einem der signifikant größere Investment-Hebel den zusätzlichen Aufwand für Recherche und Verwaltung bzw. Überwachung der Verwaltung sowie die Tatsache, dass man auf einem großen Schuldenberg sitzt, welcher sich allerdings Stück für Stück selbst abträgt, wert ist.

        Jede Anlageform muss natürlich zum Anleger passen. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass die grundsätzliche Ablehnung von Immobilieninvestments, die hier bei unserem geschätzten Blackwater ab und an durchscheint, vielleicht etwas einseitig ist 🙂

      2. @AS
        “Ich wollte nur darauf hinweisen, dass die grundsätzliche Ablehnung von Immobilieninvestments, die hier bei unserem geschätzten Blackwater ab und an durchscheint, vielleicht etwas einseitig ist”

        Als Vermieter bin ich ein somewhere.
        Für einen anywhere wie Blackwater ist das “an die Scholle gebunden sein” natürlich ein Graus 🙂

      3. Ich glaube nicht, dass Blackwater grundsätzlich und immer gegen Immobilien ist, es hängt eher mit der Reisefreudigkeit und erstrebten Flexibilität zusammen. Bei dem was auf Deutschland zukommt, ist allerdings schon etwas Vorsicht angebracht. Die Lastenverteilung wird Immobilienbesitzer sicher nicht verschonen. Das bietet sich geradezu an.

        “Aber man sollte sich vorher mit allen, wirklich allen Risiken und Nebenwirkungen befassen.”

        Daran mangelt es meist.

  10. Hallo zusammen, ein paar Anmerkungen von mir: Man kann mit einem Artikel nie alles abdecken, sonst wird er noch länger. Als nächstes werde ich ein Tutorial für den ETF Kauf euch einstellen, als kürzerer Artikel. Dann schauen wir uns die ethische/halal Version davon an. Das werden also zwei Artikel mit konkreten Umsetzungen.

    Es würde mich sehr freuen, wenn ihr Artikel wie diesen hier “teilt”, neudeutsch: “shared”. Dann erreichen wir viele (junge) Menschen, die sonst “Opfer” des Finanzvertriebs werden oder gar nichts in Richtig Vorsorge tun. So einen Artikel zu schreiben ist eine Menge Arbeit, es wäre schade wenn das einfach in dieser kurzlebigen Instagram-Welt untergeht.

  11. Frau B aus N benutzt seit vor der Jahrtausendwende Metager. Google zensiert, manchmal sogar ganz krass offensichtlich.

      1. Schööön lustig geschrieben mrtn🥰 Es gibt halal ETF. Was halal ist weiss ich mein Leben lang aber musste erst hier auf die Unterschiede achten, ETF kenne ich erst durch dich. Eltern und anderen habe ich das immer mit einem Korb mit frischen Eiern erklärt, die du es mal sagtest.😂 Aber für viele ist Sparen nur für Haus kaufen und Gold da. Also selbst wenn der ETF halal ist, kommt es ihnen komisch vor.

  12. Ich würde mich freuen, wenn du auch wieder mehr auf Nachhaltigkeit eingehen könntest. Eines der großen Themen unserer Zeit, vielleicht das größte. Das kam etwas zu kurz.

  13. Der Vergleich mit dem griechischen Salat als solide Mahlzeit gefällt mir- der Salat und Zaziki, dann Schokolade. Erst Etfs und Absicherung, dann Crypto und dein FX. Das nenne ich solide Aufklärung. Du solltest das Thema weiter verfolgen, eine Art Kauftutorial würde manchen helfen.

  14. Wie immer besten Dank für die Aufklärung, der Artikel wird altmodisch per Email weiter geleitet an das junge Volk. Er sollte verständlich sein.

    Ein Erbsenzähler

  15. Hallooo, ich wollte mich einfach wieder nur für den megamässigen guten Blog bedanken und die ganzen Posts mit den Tips für das Leben und so aber jetzt auch sparen. mir hilft das voll und ich lese immer gerne mit, weil ich manchmal nicht weiter weiss und irgendwie tut mir das dann gut. Bin erst 19, da ist man noch nicht so das Brain mit Lebensexpirience und so. Also fettes *aufgeregtes* danke! Und jajajaja ich mach das auch was ihr schreibt. Ich spare jeden Monat 200 und schon fast ein Jahr.

  16. Hey also für dieses „manage mein Geld wenn ich Model werde Dings“ melde ich mich hiermit auch noch an. *lol* Was du vergisst ist, dass viele Newbies keine Kohle haben und auf Krediten aus dem Studium sitzen. Dazu müsstest du mal was schreiben Mr. Blackwater.

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