“What if I am wrong? Any rational investment plan has to start with that question.”

–Peter Bernstein

Über Vermögensschutz kann man eine ganze Menge im Internet finden. Meistens sind unterschiedliche Dinge gemeint, je nachdem vor welcher Gefahr man sich schützen will. In letzter Zeit geht es meistens um das berechtigte Thema Inflation. Darum ging es bereits in unserem letzten Artikel “Kommt die Inflation?” und auch vor fast drei Jahren habe ich bereits über das Thema Asset Inflation geschrieben gehabt. Damit war ich nicht der erste, einige Freunde die als Analysten tätig sind, griffen das Thema schon 2005 auf und schrieben von der zukünftigen Asset Inflation. Jetzt wurde der Begriff aber durch den Mainstream entdeckt und viele Finanzblogs schreiben dazu. Das ist nicht weiter schlimm, besser spät als nie. 2005 hatten auch kaum Finanzblogs irgendwelche Aktien zum Kauf empfohlen, was aber auch daran liegt, dass viele heutige Finanzblogger zu dem Zeitpunkt noch die Grundschule besuchten. Die Gnade oder das Pech der späten Geburt. Aber kommen wir zu dem Thema Inflation und Vermögensschutz zurück. Dabei lässt sich jetzt schon sagen, dass die Thematik und die daraus abzuleitenden Handlungen für viele deutsche Zeitgenossen ein Widerspruch sind: Vermögensschutz wird gerne im Internet gesucht, er-goo…., aber die Konsequenz die wir gleich besprechen, ist den meisten doch zu “heiss” oder zu unbequem.

In dem verlinkten letzten Artikel “Kommt die Inflation?” ging es im Wesentlichen darum, dass es verschiedene Arten von Inflation gibt. Den meisten Menschen ist aber nur die Inflation “der Strasse” bekannt, also wenn beispielsweise die Lebensmittelpreise steigen oder andere Güter des täglichen Bedarfs. Ein anderer Begriff dafür ist auch “Verbraucherpreisinflation”. Wir haben gesehen, dass diese sehr wahrscheinlich auftritt, wenn zu viel Geld auf zu wenig Angebot trifft, also zu wenig Waren und Dienstleistungen. Das kann man sich gut vorstellen. Wenn nach Corona nun alle Geschäfte und Dienstleistungen wieder “offen” sind und die Menschen einen grossen Nachholbedarf an Reisen und Restaurant Besuchen haben, aber weniger Flugzeuge und weniger Restaurants existieren als vor der Krise, dann werden diese Preise steigen. Das sind nur zwei kleinere Beispiele. Zerstörte Lieferketten bei Autobauern und anderen Branchen lassen hier deutlich mehr Fälle zu – wir werden sehen. Ich hatte geschrieben, dass aus meiner Sicht die Strategie der langsamen Öffnung am Ende der Corona Krise nicht rein oder nur durch das Gesundheitssystem oder durch die Vorsicht ein Inzidenzwerten angewendet wird, sondern dass es hier auch um wirtschaftliche Gründe geht. In dem Fall gehe ich davon aus, dass zumindest in den Beraterstäben der deutschen und europäischen Politik irgendwo noch wirtschaftliche Intelligenz vorhanden ist, auch wenn das sonst schwer vorstellbar scheint und Indizien eher dagegen sprechen. Durch eine eher langsame Öffnung verhindert man, dass zu schnell zu viel Geld auf die Strasse fliesst, was nicht nur die Problematik zu viel Nachfrage trifft auf zu wenig Angebot auslöst, sondern auch die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes erhöht. Die sank über die ganzen letzten beiden Dekaden und ist ein weiterer vermuteter Faktor für erhöhte Verbraucherpreisinflation und wird in dem genannten Fall ansteigen. Ein Kritikpunkt gibt es daran, weshalb die Umlaufgeschwindigkeit alleine mit Vorsicht zu geniessen ist: „Das Hauptproblem des Konzepts der Umlaufgeschwindigkeit ist, dass es nicht bei individuellen Handlungen beginnt, sondern das Problem aus Sicht des gesamten ökonomischen Systems betrachtet. Dieses Konzept selbst ist eine fehlerhafte Art, sich dem Problem der Preise und Kaufkraft zu nähern. Es wird angenommen, dass sich Preise proportional zu der Gesamtgeldmenge verhalten, wenn andere Faktoren gleich bleiben. Das ist nicht wahr.“ – Ludwig von Mises

Quelle: Deutsche Bundesbank

Ein weiterer Aspekt den man unbedingt noch verstehen muss, bevor wir zu Lösungsansätzen kommen, ist folgender: Die Zentralbanken, also auch die europäische EZB strebt eine erhöhte Inflation an und wird sie wohl nun dank des Auswirkungen von Corona auch bekommen, muss aber gleichzeitig verhindert, dass das Vertrauen in das Geld nicht verloren geht. Dazu wird es ab einem gewissen Punkt unvermeidbar werden, die Zinsen anzuheben. Das führt zu teureren Krediten, Kreditausfällen, dem Ende der selbst gezüchteten Immobilienblase (zeitverzögert) und mindestens zu einer Bremse am Aktienmarkt. Gläubiger sollte man übrigens nirgendwo mehr dann sein, weder bei Staatsanleihen noch bei P to P Krediten. Das hat man in der Bloggerei noch nicht so bemerkt. Denn Letzteres auch wegen dem Ausfallrisiko, denn steigende Zinsen führen logischerweise auch zu einem Rückgang wirtschaftlicher Aktivität und zum Anstieg der Arbeitslosenzahlen, die klassische Phillips-Kurve lässt grüßen. Diese stellt einen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und der Veränderung der Inflationsrate her und besagt, dass in einer funktionierenden Wirtschaft eine Gesellschaft immer zwischen Inflation oder Arbeitslosigkeit wählen muss. Freilich kann man sich fragen, ob wir in der EU und ihrem Finanzsozialismus noch in einer funktionierenden Wirtschaft leben. Aber gut. In einer möglichen steigenden Arbeitslosigkeit wegen steigender Zinsen sind die Corona Folgen bzw. die dadurch ausgelöste Arbeitslosigkeit noch nicht mit drinnen enthalten. Das was hier hier schreibe, ist nicht aus den Büchern irgendwelcher Trittbrettfahrer, die an den Ängsten deutscher Anleger Geld verdienen, sondern ist mit den ersten beiden Semester VWL Studium oder einem Basiswerk über VWL aus der Bücherei eurer Wahl nachvollziehbar.

Weiter sei angemerkt, dass viele Reaktionen mit zeitlichen Verzug eintreten werden, beispielsweise am Immobilienmarkt. Und man weiss auch nicht, was die Politik sich noch ausdenkt, um diesen Prozess zu stoppen. Es gibt also auch ganz viele X-Faktoren in diesen Überlegungen. Aber warum schreibe ich dies dann?

Weil das Thema Vermögensschutz grundsätzlich und immer ein Thema ist. Denn es geht ja nicht nur um die Gefahren der Inflation. Wie sieht es denn mit den Gefahren des deutschen Politzirkusses aus, der heute so denkt und morgen ganz anders und an Inkompetenz und Selbstbedienungsmentalität bald libanesisches Niveau erreicht? Oder mit der massiven Verschwendung von Steuergeldern? Oder politischer Ideen, die aus dem Bauch entschieden werden, um dann Jahre später zu merken, das war doch nicht so schlau? Beispiele gibt es ohne Ende, ich will hier nicht zu sehr darauf eingehen. Selbst konservativste und pro-deutsche Politik geprägte Menschen, wie ein guter Freund von mir, äußern sich inzwischen so: “Denke, dass wir jetzt auf das Niveau von Südeuropa gekommen sind. Nur zu den Preisen (Steuern und Abgaben von Nordeuropa). Ist ein ziemlicher Schock für die Deutschen, dass der extrem gut gefütterte Staat genauso wenig funktioniert wie im Süden. Nur mit dem Unterschied, dass es dort Absicht ist.” (Danke Michael)

All die Skandale und das Fehlverhalten auf Kosten des Steuerzahlers bleibt ohne Konsequenzen, im Jahr 2021 hat man es nicht mal mehr nötig zurück zu treten oder mal Entschuldigung bei den Steuerzahlern zu sagen. Allerdings scheint es diesen auch zunehmend egal zu sein, wie sie betrogen werden. Und man soll es kaum glauben, nicht wenige glauben immer noch an Riester und andere staatlichen Versprechungen von Leuten, die nach 10 Jahren Bundestag mit netter Pension nicht mehr greifbar sind. In Verantwortung standen sie scheinbar eh noch nie. Ändern kann man es nicht, also sollte man sich mehr auf Lösungen wie auf das Jammern konzentrieren. Und das wollen wir nun tun, bevor mir wieder das Etikett des Tauben fütternden Rentners angehaftet wird, der nur rumblökt.

Wie schütze ich also mein Vermögen ganz legal vor:

  • Inflation
  • Politischen Fehlentscheidungen
  • Dem Zugriff durch den Staat (zukünftige Zwangsabgaben)

Vermögensschutz für alle

“It pays to know where you are on the bigger picture”

Der Wert des Geldes

Der Wert des Geldes ist immer auch eine Währungsfrage. Zunächst stellt sich aber auch in der Währung des eigenen Wirtschaftsraumes die Frage, wo dieses Geld “geparkt” und angelegt wird.

Auslandskonten

Einer der klassischen Ansätze sind natürlich die Auslandskonten. Schon zu dunkelsten deutschen Zeiten waren Auslandskonten ein Weg sich abzusichern. Nur war es beispielsweise zur Zeit des Dritten Reiches nur für sehr vermögende Menschen möglich, Geld auf Auslandskonten zu deponieren. Man musste physisch mit einem Koffer Geld ins Ausland fahren und das Geld dort einzahlen. Die Schweiz war auch Jahrzehnte nach dem Krieg ein beliebtes Ziel.

Über Auslandskonten gibt es heute viele Mythen und leider auch Falschaussagen. Diese will ich heute kurz “aufräumen”. Ich werde das so einfach wie möglich halten, um euch nicht mit hunderten internationalen Richtlinien zu konfrontieren. Es ist übrigens eine deutsche Perspektive, die ich nun einnehme. Also aus der Sicht eines deutschen Steuerzahlers. Andere Fälle müsste man separat betrachten.

Erst einmal ist es wichtig zu wissen, dass Auslandskonten völlig legal sind! Steuerhinterziehung ist es nur, wenn man dort Erträge erhält und diese nicht in der eigenen Steuererklärung angibt. Dadurch, dass es keine Zinsen mehr auf solchen Konten gibt, kann einem das eigentlich nicht mehr passieren. Ein möglicher Fall wäre nur, wenn ihr ein Auslandsdepot habt und dort Erträge anfallen und ihr diese nicht angebt. Also wir halten kurz fest: Ihr könnt legal überall auf der Welt Konten eröffnen und dort Geld “parken”. In jeder beliebigen Währung. Ihr müsst diese Konten nicht angeben, es sei denn dort fallen Erträge an. Aber: Das Finanzamt wird in vielen Fällen dank OECD Datenaustausch ein Mal im Jahr eure Daten von dort erhalten. Dazu zählen Name, Geburtsdatum, Anschrift und Steuer-ID (die muss man meist eh überall bei Kontoeröffnung angeben) und Saldo des Kontos zum Stichtag Jahresende.

Warum sollte man dann ein solches Konto eröffnen?

Weil euer Geld dort vor staatlichen Zugriff sicher ist. Anders als in Deutschland und unter erschwerten Bedingungen in der EU, gibt es keinen Zugriff durch einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss. Und auch zukünftige noch auszudenkende Zwangsmassnahmen (wer weiss) sind nicht automatisiert durchführbar. Wenn ihr in Deutschland ein Konto habt, kann jeder x-belibige Erfüllungsgehilfe des Staatsapparats per Knopfdruck eure Kontodaten abfragen. Denkt ihr, das passiert selten oder nur in berechtigten Fällen? Lustig. Schaut hier: Quelle und Quelle.

Da jammert man über Datenschutz und google und dann das. Aber grotesk sind diese kruden Gewichtungen bei dem Thema ja schon lange.

Ein Auslandskonto verschafft euch unglaubliche gefühlte Freiheit im ersten Schritt. So muss es sich für viele Menschen angefühlt haben, die aus Deutschland vor über 70 Jahren flüchten mussten und wussten, wir haben sicheres Vermögen im Ausland. Denn man weiss nie was noch alles kommen kann. Sag niemals nie. Und wann sollte man solche Konten eröffnen? Gegenfrage: Wann baute Noah seine Arche? Vor der Sintflut.

Wenn ihr Empfehlungen dafür sucht, dann schaut einfach auf unserer neu angelegten Empfehlungsseite vorbei. Diese wird laufend ergänzt und es kommen im Laufe der Zeit immer mehr Empfehlungen hinzu. Die sind handverlesen und die Links kosten euch keinen Cent! (KEIN Affiliate)

Bestimmte “Banken” mit sogenannten eMoney Lizenzen wie Transferwise (jetzt nur noch Wise) fallen übrigens nicht unter den Datenaustausch. 🙂 Und auch bestimmte Länder der Welt auch nicht, wie Puerto Rico und selbst die USA, wenn ihr dort beispielsweise ein Geschäftskonto habt. Die USA haben ihr eigenes System (FACTA) um überall weltweit die Daten ihrer Bürger einzusammeln (Besteuerung nach Staatsangehörigkeit), aber sie lassen wenig bis keine Daten anderer Staatsbürger an Drittstaaten heraus und haben ihre eigenen Steueroasen. (Delaware mal nur als prominentes Beispiel) Der OECD Datenaustausch funktioniert auch bei weitem nicht so, wie euch das manche EU-Bonzen weissmachen wollen. Das liegt alleine daran, dass viele Länder zwar sagen sie machen mit, in Wirklichkeit aber gar kein Interesse haben das konsequent durchzuführen. Man steht im Wettbewerb, auch in der globalen Steuerpolitik. Das schreibe ich ganz bewusst nicht um jemand zur Steuerhinterziehung anzustiften! Sondern, um die Angst aus dem Thema zu nehmen. Die Angst selbst ist ein Teil des Systems.

ETFs & Depot

Aber wie sieht es mit der Dauerempfehlung ETFs zu kaufen aus?

Hier haben wir doch zwei Probleme: Bei anziehender Inflation und steigenden Zinsen werden Aktien uninteressanter und wenn das Depot bei einer Inlandsbank liegt, habe ich das Problem dem Staat ausgeliefert zu sein. Richtig?

Ja und nein. Die Empfehlung für das Welt Depot (HIER) sind langfristige Empfehlungen. Man kann natürlich auf vielen Blogs lesen, dass man die Gewinner Aktien kaufen muss, wenn es zum Anstieg der Zinsen kommt. Meistens sind das Werte wie Nestle, die letztlich von Dingen abhängen, die die Leute immer brauchen. Aber wer weiss denn bitte genau, welche Aktien “Gewinneraktien” und welche “Verlierer” Aktien sind? Natürlich niemand außer die Typen mit dem Börsenbrief. Gegen ein breit aufgestelltes Welt Depot gibt es nie etwas einzuwenden. Man schliesst Einzelrisiken aus. Natürlich wird es auch mal negative Jahre geben, auch wenn viele Neuanleger gar nicht mehr wissen, was das ist. Aber wer für die Altersvorsorge oder einfach allgemein für einen Zeitraum über 10 Jahre hinaus Geld anlegt, macht mit einem Welt Depot nichts falsch, wenn es zu der eigenen Risikoneigung und Finanzplanung passt. Was natürlich zu bedenken ist (siehe Frage oben), ob man dieses im Inland führen will oder im Ausland. Im Ausland ein Welt Depot zu führen ist nicht wirklich kompliziert (im Gegensatz zu oft typischen deutschen Auslandsdepots mit 100 Einzeltiteln), aber es kostet mehr Geld. Im Ausland zahlt man bei Banken meistens mehr Gebühren für Orders und andere Dienstleistungen. Und so muss man abwägen, was einem mehr wert ist.

Am Ende wird es eine Frage der persönlichen Mentalität sein, ob für mich Sicherheit bedeutet, dass ich jederzeit abhauen kann oder Sicherheit bedeutet, dass ich mich auf den deutschen Staat verlasse. Oder man versucht einen Mittelweg zu finden und wählt eine Vermögensstruktur dazwischen. Aber: Sich völlig dem deutschen System auszuliefern halte ich gelinde gesagt für dumm. Und das muss auch nicht wirklich sein, so einfach wie man heute Absicherungsstrategien fahren kann.

Also: Ein Welt-Depot für die langfristige Geldanlage ist nie verkehrt. Es wird auch Schwankungen und schwierige Phasen geben, aber am Ende wird damit immer gutes Geld verdient, weil es immer grosse Unternehmen geben wird, die in den Hauptwährungen langfristig Geld verdienen werden. Derzeit ist dies nach wie vor meistens der USD.

Fremdwährungen

Viele Asset Klassen, nur eine Währung?

Das halte ich ab einer gewissen Vermögensgrösse für einen grossen Fehler. Dabei kann man schon von Anfang an Vermögen in Fremdwährungen aufbauen.

Nun kommen wir zu dem etwas spezielleren Thema Währungen. Ich hatte ja bereits geschrieben, dass dieser Artikel so geschrieben ist, dass er die deutsche Perspektive berücksichtigt, also den deutschen Steuerzahler. Das ist natürlich eine Euro Perspektive, da alle wesentlichen Transaktionen in Euro statt finden. Uns so lange wir alle in der EU leben (ich auch), kommen wir um den Euro nicht herum. Die Währung hat sich bislang ja recht stabil gehalten, obwohl die machtpolitischen und Macroökonomischen Zahlen mehr und mehr gegen ihn sprechen. Hier gibt es Unmengen an Studien, die zu unterschiedlichsten Meinungen führen und man kann den Artikel damit sicher auf 100.000 Wörter und Millionen Grafiken ausweiten. Nur bringt das dann niemanden etwas. Zudem wurde ich nach dem letzten Artikel explizit nach Lösungen gefragt. Daher kurz meine Sicht der Dinge:

Die EU wird immer zerstrittener, hat die zweitgröße Wirtschaftsmacht GB verloren und den enorm wichtigen Finanzmarktplatz London. Das habe ich von Anfang an anders als deutsche Politmedien gesehen, nämlich schlecht. Damit wird eine Art Flugzeugträger direkt vor der EU aufgebaut. Mit spannenden Offshore Diensten und vielen neuen Wegen, um sie der EU zu entziehen. Grossbritannien hat über 450 Jahre Erfahrung als Handelsmacht und Weltmacht, die kann die EU nicht schnell aufholen. Grossbritannien schliesst derzeit ganz neue Handelsverträge ab und richtet seinen Blick auf die Pazifikanreiner. Außerdem werden alte Commonwealth Verbindungen wieder gestärkt. Ich glaube, Grossbritannien wird in zukünftigen bilateralen Verträgen mit der EU partizipieren, aber mehr als es die EU von Grossbritannien tut. Und Großbritannien wird nicht der letzte Staat sein, der die EU verlässt. Ich bin sicher andere werden basierend auf nationaler Politik erst alles “rausholen” und dann gehen. Am Ende wird das marode Frankreich mit Deutschland im Kern alleine bleiben. Und auf diesem Weg wird die Politik immer rigider und drakonischer werden. Auch wenn man das nicht so sieht ist doch eines klar: Die EU verliert international Macht und wird zunehmend unbedeutender. Sie hat weniger Einfluss weltweit. Andere Wirtschaftsmächte streben auf. Damit ist es langfristig nicht sinnvoll nur in Euro investiert zu sein. Aber was sind die Alternativen?

US-Dollar (USD) und Schweizer Franken (CHF)

Wer das Welt Depot besitzt, partizipiert schon an Fremdwährungen, allen voran dem USD. Denn die größten Firmen darin sind Aktienunternehmen der Aktien in USD dotiert sind. Der USD ist auch eine Währung, die seit ihrem Bestehen inflationiert wurde und insbesondere nach dem Scheitern des Bretton-Woods-Systems, was erst zu der Wachstumswirtschaft führte, wie wir sie heute kennen. Aber der USD hat eine ganz andere Substanz als der Euro. Nicht nur die schiere Größe des ganzen Wirtschaftsraumes und der Wert, Umsatz und Gewinn amerikanischer Unternehmen, sondern auch die Tatsache, dass alle Rohstoffe dieser Welt in USD abgerechnet werden, ist eine enorme Stütze für das System. Der Dollar wurde schon oft totgesagt, aber es ist fast etwas wie mit der Apple Aktie: Tot gesagte leben länger. Vor allem muss man sich immer eines fragen: Wer “sagt einen Wert für tot” und wie sind die Interessen dahinter. Im Falle der Apple Aktien sind es meistens Schreiberlinge der Journaille mit abgebrochenen Studium (oder irgendwas mit Medien) und Android-Klotz, die das iPhone für veraltet halten. Kann sein, Geld macht es trotzdem. Und darum geht es, nicht um das Klugscheissen. Und wer sagt den Dollar dauern tot? Achtet mal darauf.

Der Spruch „It’s our currency, but it’s your problem.“ ist aus der Zeit von Richard Nixon und stammt von Schatzamtsminister John Connally. Damals wie heute hat der Ausspruch seine Gültigkeit bewahrt. Bei Zweifeln einfach die Türkei fragen, so bitter wie das klingt. Wenn auch nicht offiziell, so ist der USD eine Weltwährung. Die USA machen 10% des Welthandels und 15% des BIP’s aus, nur das Gewicht des USD liegt weit über diesen Quoten. 89 Länder der Erde sind mit ihren Währungen daran gekoppelt. Sieben davon verwenden ihn sogar als Landeswährung. Es ist schon grotesk wenn geschmierte Brüsseler Politpuppen mit Lehramtsstudium dann meinen, dass die Zeit des USD bald vorbei ist. Vielleicht sollte man sich auch lieber mal mit Impfstoffen beschäftigen, anstatt von Währung zu schwadronieren. Der USD ist und bleibt eine sehr gute Wahl als langfristige Position gegen den Euro.

Für mich ganz persönlich ist auch nach wie vor der Schweizer Franken eine gute Cashwährung für Notfälle, das sei noch angemerkt. Die Schweizer Nachbarn wurden auch immer wieder totgesagt, aber bisher ist weder ihr Staat so überschuldet wie die meisten EU Staaten, noch wird in dem Ausmass die ganze Geldmenge erhöht, wie es die EU macht. Die Schweiz hat derzeit ein Schuldenniveau von 48% zum BIP. Wer gerne bisschen nachlesen will: Quelle. Die Wirtschaft der Schweiz ist breit diversifiziert und hat auch trotz enger Verbindung zu den europäischen Nachbarn selbst in allen Krisen der letzten 70 Jahre die ökonomische Stabilität bewahrt. Und die Schweiz hat viele gesellschaftliche Probleme nicht, die Deutschland hat. Hier will ich nicht näher darauf eingehen. Der Schweizer Franken ist ein sicherer Hafen und das durch zwei Weltkriege hindurch und viele Krisen in den Jahren danach. Eingeführt wurde er 1850. Von 1865 bis 1927 war die Schweiz Mitglied der Lateinischen Münzunion, was bedeutete, dass Gold- und Silbermünzen aus Frankreich, Belgien, Italien und Griechenland in der Schweiz als offizielle Zahlungsmittel zirkulierten. Die Bestimmungen der Münzunion legten fest, dass die Einheit der jeweiligen Landeswährung 4,5 Gramm Silber oder 0,290322 Gramm Gold entsprach. Sogar nachdem die Union in den 1910er Jahren bedeutungslos geworden war und 1927 offiziell endete, blieb die Goldparität für den Schweizer Franken erhalten, bis dieser 1936 als Folge der Weltwirtschaftskrise um 30 Prozent abgewertet werden musste. Von 1945 bis zum Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1973 war der Schweizer Franken an den US-Dollar gekoppelt. Der Kurs betrug von 1945 bis 1949 4,30521 Franken pro Dollar, von 1949 bis 1973 4,375 Franken pro Dollar bzw. 0,203125 g Gold pro Franken. Seither verlor der Dollar stets an Wert. Historisch und bis zum heutigen Tag ist der Schweizer Franken der sichere Hafen schlechthin.

Man kann sich durchaus noch mit Währungen die dem japanischen Yen beschäftigen. Die Währung eines Staates mit hoher Verschuldung im Verhältnis zum BIP, aber diese Schulden alle praktischerweise bei der eigenen Bevölkerung. Oder der zukünftigen Entwicklung des britischen Pfund, welche ich beobachte und auch große Erwartungen darin habe. Aber mit dem USD als Investitionswährung und dem CHF als Sicherungswährung ist man ganz gut aufgestellt.

Und wie komme ich an USD und CHF?

Entspannter leben…

…tut man definitiv wenn man sich nicht nur auf den Staat verlässt und den Währungsraum in dem man lebt. Man kann und sollte sich auch als private Person internationalisieren und anfangen, in Fremdwährungen Geld zu verdienen und zur Seite zu legen. Heute ist das überhaupt erst möglich und einfacher als viele denken.

Manches von dem was ich bisher geschrieben habe, habt ihr sicher auch wo anders schon gelesen, je nach Positionierung. Mancher rennt zur Bank und tauscht ein paar Euro in Dollar oder in Franken. Oder eröffnet ein Fremdwährungskonto. Aber sichert das einen wirklich gegen den Euro ab?

Naja, wie ihr gesehen habt, ist es aus meiner Sicht besser selbst Euro eher im Ausland zu haben wie in Deutschland, insofern ist das Fremdwährungskonto bei einer deutschen Bank wenig sinnvoll und zudem viel zu teuer und zu träge von den Funktionen. Langjährige Leser wissen das.

Wenn man in der komfortablen Position ist über mehr als 100.000,00 Euro an Cash zu verfügen, was doch viele meiner Leser sind, dann kann man ab da sich dann Gedanken über das Thema machen, die über die USD Thematik des Welt-Depot hinaus gehen. Also nochmal: Wer ein Welt-Depot aufbaut, sichert sich bereits bis zu einem gewissen Grad ab. Aber und das will ich ganz klar kommunizieren, am Ende führt nichts an einer Internationalisierung vorbei. Und das bedeutet, dass man Einnahmen in Fremdwährungen benötigt. Man braucht also Lohn, Gehalt, Erträge, Gewinne, wie auch immer, in USD und CHF. (und weiteren Währungen) Sinn macht das erst, wenn man über eine gewisse Kapitalbasis hinweg ist, aber man kann durchaus auch schon klein damit anfangen und dafür ein Gefühl entwickeln.

Unmittelbar sehe ich hier zwei Dinge, die ich heute empfehle und in Zukunft auch weiter darauf eingehe. Der heutige Artikel kann das maximal auch nur anreissen. Das Thema ist sehr vielfältig und spannend.

  1. FX Trading mit Fremdwährung als Basis. (wir machen in Kürze wieder auf, bei Interesse einfach Ende April vorbeischauen )
  2. Ein Internetbusiness mit beispielsweise USD, CHF etc. als Zahlwährung.

Bei unserem FX Trading kann man kostenlos sichere Auslandkonten eröffnen und als Basiswährung einfach USD, CHF, JPY, GBP und viele andere auswählen. Dann werden alle Trades von uns exakt wie bisher umgesetzt, aber eben mit einer anderen Basiswährung. Alle Erträge sind dann eben nicht mehr in Euro. Das macht schon Sinn, sobald man auf dem Euro-FX Konto 5.000,00 Euro hat. Dann macht man das nächste auf und wählt seine erste Fremdwährung. Dank dem Copytrading hat man quasi 0 Aufwand mit X-Konten den Hauptkonto zu folgen.

Ein ganz anderes Thema ist das eigene Internet Business. Ich hatte mich bei meinem letzten Artikel schon dafür ausgesprochen und ich werde in Zukunft mehr dazu schreiben, denn das Thema ist wichtig und ich möchte euch dazu auch motivieren: Baut ein Internet Business auf. Es würde jetzt zu weit führen, hier alles zu erklären. Aber fangt an darüber nachzudenken. Was könntet ihr im Internet verkaufen? Vor allem Dinge die gut digitalisierbar sind kommen hier in Frage, da man das Business skalieren kann. Welches Fachwissen habt ihr, welches anderen Menschen helfen kann? Könnt ihr andere coachen? Oder als Lebensberater online tätig sein? Oder einen Beauty-Channel eröffnen? Es gibt so viele spannende Möglichkeiten, wie man tätig werden kann. Entscheidend ist, dass ihr eure eigene Marke entwickelt und seid und (1) den Mut dazu habt (2) euch niemals von anderen das kleinreden lasst (3) Geduld und viel Ausdauer mitbringt (4) niemals euren Optimismus verliert. Wie schon geschrieben, werde ich das Thema bei anderer Gelegenheit wieder aufgreifen. Es ist ein Thema für jung und alt, aber gerade die vielen jüngeren Leser sollten sich nicht auf ein Leben mit angezogener Handbremse und Sozialstaatssessel einstellen. Die meisten konsumieren das Internet nur, anstatt selber einen Wert damit zu schaffen. Für andere und für sich selbst. Die Vorstufe davon ist ein unmotivierter Angestellter zu sein, der einfach nur seine Zeit absitzt. Nach meiner Erfahrung machen das leider viele Menschen, obwohl sie so viel Kreativität, Geschmack und Talent in sich haben. Eine Verschwendung ist das, die in Euro kaum zu bemessen ist. Aber von dem wollen wir ja weg. 🙂

Wenn ihr ein Internetbusiness aufbaut, könnt ihr euch mit den üblichen Zahlungsanbietern von Stripe bis PayPal auch in beispielsweise USD bezahlen lassen. Das ist derzeit für Euro Kunden günstiger, langfristig für euch strategisch aber besser. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Wenn das Business international ausgerichtet ist (auch von der Sprache der Webseite), eröffnen sich nochmal ganz andere Möglichkeiten. Das mag sich jetzt nach einem Berg von einer Herausforderung anhören. Aber wenn Du gerade als junger Mensch das liest, dann hast Du 30, 40 oder 50 Jahre Leben auf dieser Erde vor Dir. Warum also nicht?

Das ist übrigens eine ganz grundsätzlich gute Einstellung: Warum nicht? Leben ist mehr als die bloße Existenz abzufristen. Das merkt man vor allem dann, wenn man etwas neues ausprobiert. Die Zukunft wird nach Corona noch digitaler als jemals zuvor. Auch wenn wir sanft landen und nochmal Zeit gewinnen, dann ist das der Startschuss schlechthin. Es kann durchaus auch eine Phase grossen Nachholbedarfs geben mit einer dynamischen Entwicklung, die aber die genannten Probleme nicht löst. Darin liegt auch die Gefahr: Nicht wieder abtauchen in das Leben davor, sich ablenken und die Zeit verschwenden. Sondern die Handbremse lösen und auf den Themen die diesen Blog ausmachen Gas geben.

“The real voyage of discovery consists not in seeking new landscapes, but in having new eyes.”

­­-Marcel Proust

30 Kommentare zu „Vermögensschutz

  1. Eine Anmerkung für in Deutschland steuerpflichtige zum Thema FX Basiswährung. Wenn die Basiswährung nicht Euro ist. Dann muss für die Steuererklärung jeder Trade auf Euro umgerechnet werden und zwar mit dem zum jeweiligen Zeitpunkt des Trades gültigen Umrechnungskurs. Wenn das Finanzamt bei Copytrading die Jahressalden akzeptieren würde wäre das ja nicht das Problem. Wenn das FA aber jeden Trade sehen will wird es aufwändig. Nur mal so zur Info.
    Da ich hier bisher nichts geschrieben habe, auf diesem Wege eine dickes Lob an Blackwater für die vielen tiefgründigen und fundierten Artikel. Macht weiter so!

    1. Hallo mart, wir wissen bis jetzt noch nicht wie das FA sich dazu verhalten wird. Es gibt über bekannte Plattformen zig tausende Copy Trading Kunden in Deutschland mit den wildesten Konstruktionen. Sollte die bisherige Gesetzgebung nicht gekippt werden, dann werden die Finanzämter einen GIGANTISCHEN Aufwand haben, so oder so. Das wurde von Seiten der Finanzverwaltung auch so gegenüber der Politik geäußert und davor gewarnt. Denkbar wäre noch, dass man das zurückstellt und die Bescheide als “vorläufig” ausstellt. Aber wie gesagt, derzeit kann man nur abwarten. Und dann haben wir noch die Wahl im Herbst. Ich rate mal: Abgeltungssteuer wird gestrichen, dann darf jeder auf Kapitalerträge in der Spitze bis zu 48% Steuern zahlen. Finanztransaktionssteuer: Damit auch ja keiner mehr Aktien kauft. Ausgenommen wird der Riester. 🙂 Es wird ganz toll.

      1. Hört, hört, ich werde definitiv Grün wählen um dieses CDU Debakel zu beenden. Und was die Steuererhöhungen angeht, sehe ich keine Alternative. Wir müssen die Schulden nunmal irgendwie zurück zahlen. Sonst tragen noch Generationen nach uns diese ab. Die 48% resultieren aus der Erhöhung des Spitzensteuersatzes. Das ist m.E. immer noch im Rahmen, denn hier sind erst Menschen betroffen, die mehr als 100.000 Euro im Jahr verdienen. Und die Finanztransaktionssteuer beteiligt den Finanzsektor an der Krise. Das hätte schon 2008 passieren müssen. Wenn man für Werte eintritt wie das hier oft passiert, dann muss man auch die Solidargemeinschaft akzeptieren. Sonst misst man mit zweierlei Maß.

      2. @Anonymous

        Du kannst Grün wählen, ist dein gutes Recht. Allerdings solltest du dir die Spitzenpolitiker bei den Grünen etwas genauer anschauen, nur mal so als Tipp.

        Zweitens: Diese Schulden zahlen wir NIEMALS zurück. Kannst du dich schon von verabschieden. Selbst vor Corona war es utopisch, jetzt sowieso nicht mehr. Es wird irgendwann ein Lastenausgleich und/oder eine neue Währung geben. Inflation noch vergessen. Aber Schulden abbezahlen? Niemals.

        Wir haben schon mit eine der höchsten Steuern (direkt + indirekt). Frag dich mal wohin das ganze Geld fließt, wir hatten doch Steuerüberschüsse nach Steuerüberschüsse. Es fließt zum großen Teil nicht in Kanäle der Bevölkerung 😉

        Die Finanztransaktionssteuer trifft eher den kleinen Privatmann als den großen Finanzsektor. Das war eigentlich ein Werbegag den kaum jemand verstanden hat.

        Solange die Politik sich und den Konzernen die Taschen voll macht, braucht man mir und uns nicht mit Solidargemeinschaft kommen. Und auch wenn ich keine Parteidiskussion führen will und werden: Die Grünen sind da faustdick mit drin.

        Ein Tipp von mir: Bitte mal etwas hinter den Vorhang schauen, das bedeutet Arbeit und Schweiß, aber es lohnt sich.

      3. Politisch soll jeder gerne wählen, was er für richtig hält. Allerdings habe ich Zweifel daran, ob irgendjemand ernsthaft vorhat, irgendwelche Schulden zurückzuzahlen.

    2. Mal ausgeholt: Basiswährung ist das was vorne steht, z.B. beim Währungspaar EUR/USD der Euro. Geht man da long, dann benötigt man $ umd damit € zu kaufen. Der Broker regelt das für einen, egal in welcher Währung man sein Trading/Anlagekonto führt. Läuft das Tradingkonto auf € ist das auch steuerlich kein Problem, die Abrechnung für jeden Trade läuft automatisch in €. Es gibt dann keine weiteren Währungsgewinne/verluste, die für das Finanzamt relevant sind.

      Läuft das Tradingkonto jedoch auf $ (oder eine andere Währung), dann wird es aufwändig, sehr aufwändig.
      Ein fieses Sahnehäubchen vorweg: man muß dann zwei verschiedenen Dingen unterscheiden: einmal den Trade an sich, der unterliegt der KESt und dann das Währungsgeschäft wenn ich Geld aus meinem Tradingkonto wieder zurück in € tausche. Letzteres unterliegt der normalen EkSt und wird nicht in der Anlage KAP sondern in SO deklariert.
      Einfache Beispiele:
      – Fremdwährungskonto: Ich trade nicht und wechsel auch nichts in Euro zurück. Dann habe ich auch nichts zu versteuern.
      – Fremdwährungskonto: Ich trade nichts, wechsel aber zurück in Euro und mache damit Gewinn. Dann muss ich selbigen über SO versteuern. Ausnahme wäre nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr.
      – Fremdwährungskonto: Ich mache einen Trade. Wie läuft das ab, wenn ich z.B. einen GBP/CHF kaufe: Von meinem $-Konto wird Geld in CHF gewechselt und damit der GBP/CHF (das ist in Wirklichkeit ein CFD/Derivat) gekauft.
      Nun schließe ich den GBP/CHF und mache Gewinn mit dem Derivat (KAP).
      Um die Steuer darauf zu bemessen, will das Finanzamt aber keine Gewinne in Dollar sondern in Euro. Also Gewinn des Trades zu dem am Verkaufstag gültigen Umrechnungskurs Dollarkurs für das Finanzamt notieren. Und nun machen wir 3 – 7 Trades pro Tag an 200 Arbeitstagen im Jahr. Ergibt 600 – 1400 Einträge in der Tabelle fürs Finanzamt.
      Ich vermute, dass Du (mart) eigentlich das gemeint hast.

      Kurzer Lesestoff mit Verweis auf ein entsprechendes BFH-Urteil http://blog.handelsblatt.com/steuerboard/2014/09/12/fallstricke-bei-privaten-konten-in-fremder-wahrung/

      Wink mit dem Zaunpfahl, bzw. Begründung weshalb die Hoeneß’sche Selbstanzeige unvollständig war: “Man hat nur eine Chance auf diese Selbstanzeige, und bei der muss nach deutschem Recht jedes Handelsgeschäft mit den Daten für Ankauf und Verkauf sowie dem jeweiligen Ertrag aufgeschlüsselt sein. Das haben Hoeneß und seine Berater in der Kürze der Zeit nicht hinbekommen.”
      Quelle: https://rp-online.de/sport/fussball/bayern-muenchen/warum-die-selbstanzeige-bei-uli-hoeness-nicht-funktionierte_aid-20341993
      Meine Vermutung: sein Tradingkonto nominierte nicht in Euro

      Fremdwährungskonto: meinetwegen.
      Aber wenn ihr in D steuerpflichtig seid, dann tut euch selbst den Gefallen und lasst das Tradingkonto in Euro.

      1. Sehr gut, kleine Ergänzung: Man kann natürlich in Euro Konten aufbauen und dann in Fremdwährung wechseln, wenn man ganz sicher sein will hier keine Probleme zu bekommen. Wie gesagt, mal sehen wie sich die Situation entwickelt, denn es ist für die Finanzämter ein absoluter Wahnsinn die politischen Beschlüsse richtig umzusetzen. Am Ende kann man Bescheide mit Vorläufigkeit ausstellen und hoffen, dass internationale Broker irgendwann mal Statements für Deutschland erstellen. (machen sie eh nicht, nach September gibts in Deutschland nur noch Riester und Sparbuch)

  2. Vielen Dank Martin! Wird Zeit das Zenus seine Pforten aufmacht. Ich bin auf Platz 797 auf der Warteliste. 😀
    Schön auch anhand einiger Kommentare hier zu lesen, dass sich die Spreu vom Weizen trennt.

    Weiter so!

  3. Na, hört sich ja schon mal etwas neutraler an als bei den Sales Marketern von Goodbyematrix und Co. Gut soweit. Zu meinen Bedenken: Ein Auslandskonto eröffnen, wo man die Sprache nicht kennt finde ich schwierig. Wo landet mein Geld? Was passiert wenn es im Land der Bank Probleme gibt. Wie kann ich dort klagen und an wen wende ich mich? Um mal nur ein paar Punkte zu nennen.

    1. Die Jungs der ganzen Aussteigerseiten leben eben von Affiliate und Vermittlungen. Ist ja auch ok, aber nicht unser Business.

      Ob man die Sprache bei dem Thema Auslandskonto nicht kennt, hängt auch von dem jeweiligen Land und der Bank ab. Meistens wird auch Englisch gesprochen. Wo das Geld landet, weiss man auch kaum bei deutschen Banken!! (siehe Greensill) Probleme gibt es auch bei deutschen Banken!! (siehe Greensill – und das war nicht die letzte Bank) Klagen? Wenn solche Fragen im Vordergrund stehen, sehe ich ganz andere Probleme. Aber es gibt selbstverständlich auch Menschen, für die sind Auslandskonten nicht geeignet. Meistens liegt es aber eher an der eigenen Komfortzone.

      Wenn man sich hier mit Spasskass und Co. wohl fühlt und Deutschland ganz ganz toll findet, muss man selbstverständlich nichts tun. Das schreibe ich auch immer. 🙂

  4. Was soll denn so ein Auslandskonto bringen? Wenn ich zB meine GEZ nicht bezahle, bringt mir das Konto gar nichts, da eine Pfändung direkt vom Lohn, bevor es aufs Konto geht, gepfändet wird. So ist es bei anderen Sachen auch. Also was bringt es??

    1. Es geht nicht darum sich vor der GEZ zu “schützen”. Geld was auf einem Auslandskonto außerhalb der EU ist, ist wie ein kleiner “Safe” zu sehen. Voraussetzung ist natürlich die richtige Bank. Die GEZ sollte man schon bezahlen. Arte – GEZ finanziert – macht gute Dokumentationen. 🙂

  5. Finden Sie es nicht dreisst zum Eröffnen von Offshore Konten aufzurufen und sich zum Erfüllungsgehilfen von asozialen Steuerbetrug zu machen? Mir gefiel der Blog bisher – nun entfolge ich hiermit. Mfg K.

    1. Warum soll es dreist sein Menschen zu empfehlen, ihr eigenes Geld über Auslandskonten zu diversifizieren? Bitte nochmal den Artikel lesen! Es geht nicht um Steuerhinterziehung! Es geht darum, das EIGENE Geld auf Konten zu parken. Erträge (es gibt eh keine) wären anzugeben. Und das steht auch so in dem Artikel. Ich weiss, es gibt viele Reizthemen in dem Deutschland von 2021. Aber jeder hat wohl noch die Freiheit, über sein eigenes verdientes Geld zu entscheiden.

    2. Es geht ja nicht (nur) um möglichen Steuerbetrug, wenn man sein EIGENES Geld offshore in Sicherheit bringen will. Das ist auch die charmante Lösung für die netten Zeitgenossen, die ihr EIGENES Geld vor den berechtigten Forderungen, wie beispielsweise im Falle einer Scheidung, Alimenten, Lohnforderungen ihrer Angestellten, Lieferanten-/Handwerker-Rechnungen usw. “pfändungssicher” in einem kleinen “Safe” in Sicherheit bringen möchten. Und das hat jetzt mit den “Reizthemen” in Deutschland aber so gar nichts zu tun 😉

      1. Werden Autotests bezüglich der Marke FORD eingestellt, weil ein Fiesta als Bankräuber-Fluchtfahrzeug dienen könnte?

      2. Gewährt die Nutzung eines Ford Fiesta als Bankräuber-Fluchtfahrzeug denn Straffreiheit?

      3. Sofern man mit dem Fiesta der Polizei entkommt, bleibt man erstmal straffrei.

    3. Ich glaube kaum, dass potenzielle Steuerbetrüger und Zechpreller gerade über diesen Blog ihre Informationen beziehen, zumal das Eröffnen eines Offshore-Kontos alleine für beide Zwecke heutzutage kaum mehr geeignet sein dürfte. Der internationale Datenaustausch wird immer dichter, Steuerbetrug immer aufwändiger. Wenn Sie da mit Klarnamen irgendwo ein Konto eröffnen und meinen, Sie seien nun vor dem Fiskus oder den Forderungen des Ex-Partners sicher, wird Ihnen der schöne Plan eher früher als später um die Ohren fliegen.Nix mit Straffreiheit, ganz abgesehen davon, dass es meines Erachtens sehr deutlich ist, dass es in diesem Artikel um nichts dergleichen geht.

      1. Blackwater; warum “Offshore”-Konten: “Weil euer Geld dort vor staatlichen Zugriff sicher ist. Anders als in Deutschland und unter erschwerten Bedingungen in der EU, gibt es keinen Zugriff durch einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss.”

        AS: “Wenn Sie da mit Klarnamen irgendwo ein Konto eröffnen und meinen, Sie seien nun vor dem Fiskus oder den Forderungen des Ex-Partners sicher, wird Ihnen der schöne Plan eher früher als später um die Ohren fliegen.”

        Ja, was denn jetzt? Was stimmt denn jetzt? Kann das mal bitte jemand – im Idealfall Blackwater – aufklären?

      2. Hallo Georg,

        ich selbst habe vor einigen Wochen ein Konto in Australien eröffnet. Unter meinem Namen (Perso-Kopie hochgeladen). Ich bin steuerehrlich und werde Erträge, wenn sie denn anfallen, in meiner Steuererklärung angeben.

        Es war SO wohltuend, mal eine Kontoeröffnung ganz unkompliziert zu erleben! Nicht vom deutschen Staat bevormundet, entmündigt und überreguliert zu werden, sondern als volljähriger Mensch (mit diversen Finanzabschlüssen übrigens, aber behandelt wird man wie jemand, der nicht Prozentrechnen kann) eine aufgeklärte Entscheidung treffen zu dürfen.

        Diese Bürokratiekosten muss mir ein deutsch/europäisch reguliertes Institut übrigens auch noch aufbürden. Die spar ich mir. Ganz ohne böse Steuerhinterziehungsgedanken.

        Und: Ohne Abzug von Abgeltungssteuer direkt bei jeder Position kann man, so man ein Konto außerhalb Deutschlands hat (dazu genügt übrigens auch schon ein EU-Nachbarland), auch den Zinseszinseffekt nutzen und die Erträge oder Verluste erst in der Steuererklärung im Folgejahr angeben. Völlig legal.

        Lege nie alle Eier in einen Korb, eine alte Weisheit. Lege nie alles Geld nur in einem Land an. Ein Sicherheitsgedanke (Diversifizierung), der nicht nur legal, sondern auch legitim ist und nichts mit einem Aufruf zur Steuerhinterziehung oder sonstigen kriminellen Machenschaften zu tun hat. Ich kann nicht verstehen, warum man nur dann ein guter Bürger sein soll, wenn man ausschließlich in Deutschland seinen – in Deutschland versteuerten – Spargroschen verwahren lässt.

        BTW: Deutschland ist DAS Land für Geldwäsche, denn hier wird so viel mit Bargeld gezahlt wie sonst nirgends auf der Welt.

      3. @Georg

        Man muss hier – wie so oft – etwas differenzieren.

        Die Kontenabfrage per CRS/Finanzamt ist etwas anderes als der Zugriff von Gläubigern bzw. die Suche nach Konten durch diese.

        Meinen Artikel habe ich nicht geschrieben, um irgendwelche illegalen Aktivitäten auszuführen. Ein Offshore Konto ist nicht illegal. Natürlich kann man damit Mist treiben, wie mit einem Küchenmesser auch. Nun zu der Klarstellung fachlich:

        Vor privaten Gläubigern, Ehepartnern etc. ein Offshore Konto zu verstecken ist leicht. Je nachdem in welcher Jurisdiktion sich dieses befindet, ist es unmöglich es aufzuspüren und an das Geld ranzukommen. Beispiel: Ein bunq Konto ist noch recht einfach aufzuspüren, da es auch einen EU Pfändungsbefehlen- und Überweisungsbeschluss gibt. Wegen einem 20 Euro Knöllchen, 500 Euro Schulden oder der Scheidung von zwei Hartz4 Empfängern, wird aber wohl kaum danach gefahndet. Das kann ich aus alter Bankpraxis so bestätigen. Werden dagegen 50.000 EUR veruntreut oder eine Steuerhinterziehung mit einem Steuerschaden in 5-stelligen Bereich begangen oder es gibt eine Scheidung mit 6-stelligen Streitwert, wird man das Konto definitiv ermitteln. Das sind keine festen Richtwerte, aber in etwa die Größenordnungen nach meiner Erfahrung. Für kleine Beträge macht man den Aufwand oft nicht. (Es geht oft nach Aufwand)

        Kommen wir zu zwei anderen Fällen. (dazwischen gibt es Bandbreiten). Ein Offshore Konto in Australien. CRS Datenaustausch wird vorgenommen, Australien ist da dabei.(in der Praxis ist das nicht so lückenlos wie vermutet) Um dieses Konto zu ermitteln und rechtliche Massnahmen zu ergreifen, braucht es schon einen internationalen Haftbefehl. Wegen paar Tausender Gläubigerschulden wird hier nichts passieren. Und die Ehefrau kommt da auch nicht ran. (Ausnahme natürlich: Es gibt Zugriff auf die Unterlagen etc.) Der CRS Datenaustausch bezieht sich nur auf die Finanzbehörden. Damit die Strafverfolgung das nutzen kann, muss schon ein Kapitalverbrechen begangen werden.

        Und der letzte Fall: Ein Offshore Konto in einer Jurisdiktion, die nicht am CRS teilnimmt. Hier gilt: KEINE CHANCE. Selbst bei schwersten Verbrechen, internationalen Haftbefehl etc. Kleine Frage: Was denkt ihr wie die Wirecard Typen die 2 Mrd. transferiert haben? 🙂 Es gibt keine Chance da ran zu kommen. Es gibt nur eins was noch sein könnte: Jemand hat es sich mit einer Macht wie den USA oder Russland vergeigt. Dann gibt es sicher noch Mittel und Wege… Aber Deutschland ist völlig machtlos.

        Man muss also CRS und das Thema private Gläubiger und Strafverfolgung (je nach Ausmaß) unterscheiden. Herr Mehmet Göker, der immerhin mehrere Millionen veruntreut hat und gegen den ein internationaler Haftbefehl ausgestellt war, konnte sich beispielsweise in der Türkei frei bewegen und es gab keinen EU Zugriff auf seine Konten. Den Kassler Staatsanwalt hat das nicht so gefreut, aber er konnte nichts machen. Gleiches galt für den Fiskus.

        In einer internationalen Welt endet die Macht für so gut wie jede Partei irgendwo und irgendwann, und sei es an einer Grenze. Was darüber hinaus geht sind russische Methoden.

      4. Fakt ist, dass ein reines Konto im Ausland insbesondere zum Hinterziehen von Steuern (gehört ja zu den schwersten Verbrechen überhaupt), von Jahr zu Jahr ineffektiver wird. Es gibt sicher noch eine Handvoll von Ländern, die sich dem CRS entziehen, aber sie werden immer weniger und das Banking dort wird immer aufwändiger. Selbst wenn man heute dort ein Bankkonto eröffnen würde, müsste man davon ausgehen, dass nächstes Jahr oder in drei oder fünf Jahren die Anonymität aufgehoben wird.

        Klar, wer irgendwelche kleinen Summen verstecken will, kann das natürlich machen, weil das niemanden kümmert. Der Wirecard-CEO und Herr Göker hatten ja auch nicht nur Auslandskonten (höchstwahrscheinlich nicht mit Klarnamen eröffnet, sondern mit sogenannten “Darks”, also gefälschten Dokumenten), sondern haben sich zudem auch physisch dem Zugriff der Behörden entzogen.

        Wer sich dafür interessiert, was für Aufwand heutzutage betrieben werden muss, um Gelder effektiv vor dem Staat zu verstecken, findet mit dementsprechenden Suchanfragen schnell einschlägige Foren. Gerade im Laufe der letzten Jahre wurden die Daumenschrauben von staatlicher Seite da richtig angezogen.

        Ich bleibe also dabei, dieser Artikel hier ist nicht geeignet, irgendwen bei illegalen Aktivitäten zu unterstützen. Die Nutzung von Auslandskonten in Blackwaters Sinne hängen wohl eher mit der Flaggentheorie (diversifizieren, anstatt alles auf eine Karte zu setzen) und einem generellen Misstrauen gegenüber dem Staat und der zukünftigen Entwicklung hier in Deutschland zusammen (Pläne zur stärkeren Besteuerung oder Enteignung Vermögender etc.).

      5. Nur zur Richtigstellung, ganz unabhängig von “Offshore”-Konten: Steuerhinterziehung gehört in Deutschland NICHT zu den “schwersten Verbrechen überhaupt”. Das genaue Gegenteil ist richtig. Steuerhinterziehung ist die einzige Straftat in Deutschland, bei der man grundsätzlich straffrei bleibt, wenn man sich selbst stellt. Auch Uli Hoeneß mußte nur ins Gefängnis, weil er und seine Anwälte die Selbstanzeige vermasselt haben.

      6. Vollkommen richtig, das war sarkastisch gemeint. Davon abgesehen möchte ich auch nicht den Anschein erwecken, dass Steuerhinterziehung in Ordnung sei. Wenn man sich dafür entscheidet, in einem Land zu leben, soll man da bitte auch seine Steuern zahlen. Wem die Höhe nicht passt, der kann ja wegziehen (und das ist dann auch in Ordnung).

      7. Danke für eure Kommentare hier, ich werde noch einen Artikel zu dem Thema veröffentlichen, dann ist das Thema etwas abgerundeter.

        Natürlich ging es nicht um Steuerhinterziehung und ähnliche Straftaten, das steht ja auch in dem Artikel ganz klar. Aber ihr merkt selbst, wie man sofort ein Auslandskonto damit in Verbindung bringt. In den heutigen Zeiten (wie auch AS ansprach) ist es eigentlich eh dämlich Steuern zu hinterziehen, wenn man das Problem auch juristisch legal lösen kann. In Deutschland gibt es das Konzept der “Spardosen-GmbH”, Influenzerinnen gehen nach Dubai (kam sogar im deutschen ZDF/Auslandsjournal) und haben dort ihr Business, andere leben nach dem Staatenlos-Konzept oder wandern einfach aus. Es gibt heute so viele legale Möglichkeiten sich als Unternehmer steuerlich zu optimieren, dass Steuerhinterziehung und die damit verbundenen Risiken unnötig sind.

        Ein Offshore Konto dient heute in erster Linie der Vermögenssicherung und entspricht dem Bedürfnis nach Privatsphäre. Und so ist es von mir ja auch erklärt worden.

  6. Hallo Martin, das sind ja in abgekürzter Version (vermutlich weil öffentlich) die Tipps die du auch persönlich gibst. Finde ich gut auch mal darüber zu schreiben. Mir gefällt auch die Ermutigung zum eigenen Business. Das können sich sicher die wenigsten vorstellen. Was mir zu Inflation noch eingefallen ist und wir hatten uns mal darüber unterhalten ist die Lifestyle Inflation. Immer mehr Ansprüche bei mehr Gehalt oder Geld.

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