“Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen.”
Henry Ford
(1863-1947, Gründer des Automobilherstellers Ford Motor Company)

Das 3-Konten-Modell. Wir haben es nicht erfunden, sondern die Schweizer. Oder irgend einer, die mit Bücher verkaufen reich wurde (Inhalt der Bücher: reich werden und er wurde es). Ein anderer verkauft die Ideen, welche Konten man denn genau bei welcher Bank machen soll als Seminar. Wieder ein anderer nimmt Affiliate von allen möglichen der hunderten Banken, mit denen man das 3-Konten-Modell umsetzen kann. Das 3-Konten-Modell ist also recht bekannt. Aber was nicht fehlen darf, ist das Prinzip der Rasierklingenverkäufer: Fing alles mit einer Klinge an, wurden schnell drei, vier, fünf und in der Spitze sogar 7 Klingen daraus. Man konnte sich immer besser rasieren. Sogar bei den Damen hat das Einzug gehalten. Insiderinnen erzählten mir von drei Klingen für die sichere Haarentfernung. Mit mehr Klingen also zur glatteren Rasur? Mit mehr Konten dann zu mehr Geld?

Auch das 3-Konten-Modell wurde erweitert. Ich finde vier Konten, fünf Konten, acht Konten in den Weiten des Internets. Ob man mit mehr Konten reicher wird oder die wenigen Euros sich nur auf mehr Konten verteilen, das hängt wohl in den meisten Fällen mit der Situation oder der Ausgangslage der oder des Umsetzenden zusammen. Reich geworden ist auf jeden Fall der Schreiberling, den ich Anfangs nannte. Der könnte aufgrund seiner Bekanntheit auch nach seiner Pleite ein Buch schreiben. “Wie ich pleite ging.” Und wäre dann schnell wieder reich, weil die meisten Menschen Storyselling lieben. Das ist völlig in Ordnung, hat nur mit Reproduzierbarkeit nichts zu tun, schon gar nicht für andere. Das 3-Konten-Modell kann ohne Frage “reich” machen, wenn einige andere Bedingungen stimmen. Aber für die meisten Menschen ist es erst einmal ein Weg aus der Schuldenfalle und hin zu strukturierten Finanzen. Denn natürlich gibt es den Excel-55-jährigen, der seine Finanzen mit nur einem Konto bei einer der angestaubten Uraltbanken im Griff hat. Die Generation vor ihm lacht wiederum über ihn: Was braucht es mehr als Papier und Bleistift? Und die davor? Ach, der Rechenschieber. Und schnell sind wir bei dem Patriarchen Abraham und dem Schafe zählen. Müssig.

Sinnvoll ist dagegen, etwas mit der Zeit zu gehen ohne in die Falle des abnehmenden Grenznutzens zu treten. Und das 3-Konten-Modell lässt sich auch in der real existierenden Moderne umsetzen.

In der Vergangenheit habe ich schon öfter über das 3-Konten-Modell geschrieben. Der Esel nennt sich immer zuerst, auch Safiya schrieb über ihre Umsetzung. Öfters kamen dann Fragen zu den Details, die wir auch beantwortet haben. Dazu muss man sagen, dass das 3-Konten-Modell Raum für die Umsetzung lässt. Es gibt keine starren Regeln bis in das Detail. Aber einige sinnvolle Erkenntnisse der letzten drei Jahre werden in diesem Artikel behandelt. Als kleine Auffrischung und zur Vermehrung der gewonnenen Erkenntnisse in unserer kleinen Blackwater-Community. Legen wir los.

Finanzplanung, 3-Konten-Modell

“Wenn du sie nicht überzeugen kannst, verwirre sie.”
Harry S. Truman
(1884-1972, 33. Präsident der Vereinigten Staaten, 1945-1953)

Finanzen aufräumen?

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Oder lieber so lassen?

Du weisst schon alles, willst nichts ändern, dazu lernen, neue Sichtweisen kennen lernen, die Welt ist böse und überhaupt ist alles schlecht, früher war alles besser und daher möchtest Du einfach Dein Leben wie bisher zu Ende leben und tot umfallen mit netter Beerdigung, Leichenschmaus und tratschenden Gästen? (und Erben)

Finanzplanung ist das A und O beim Thema Geld. Das ist keine Disziplin, die nur für Banker, “Reiche” (wie immer das definiert wird) oder irgendwelche Zahlenfreaks gedacht ist. Ein Großteil der deutschen Bevölkerung ist nicht in der Lage, die Finanzen halbwegs richtig zu planen, viele leben in der Überschuldung. Quellen gibt es genug dazu, wir hatten das Thema ja auch hier bereits in der Vergangenheit.

Die fehlende Finanzkompetenz der Bevölkerung führt zu der Abhängigkeit von Spasskass und anderen Instituten, die mit ihrem Geschäftsgebaren in Ländern mit höherer Finanzbildung wohl kaum eine Überlebenschance hätten, sondern eher als Witz oder Parodie empfunden werden würden. Finanzkompetenz wird auch im Jahr 2021 in Deutschland, einem der (noch) führenden Industriestaaten nicht vermittelt, man entscheidet sich lieber für die ideologisch gefärbten Inhalte der derzeitigen und zukünftigen Staatsdoktrin, beispielsweise zu Themen wie Geschlechteridentitäten. Wer Geschichte mag und sich damit beschäftigt weiss, in 50 Jahren kräht kein Hahn mehr danach, was im Jahr 2021 in Deutschland en vogue war. Das war bisher auch nicht so, was doch ganz erfreulich für die heute lebenden Bewohner ist. Sinnvoller wäre es, man würde Naturwissenschaften, Sprache und in jedem Fall auch Finanzen unterrichten. Das erfordert auch anderes Lehrpersonal, das ist mir klar, soll aber heute nicht Gegenstand des Artikels werden.

Die Basis jeglicher Finanzplanung ist das 3-Konten-Modell. Das ist Fakt. Denn bevor man seine monatlichen und jährlichen fixen Zahlungsströme nicht im Griff hat, braucht man erst gar nicht anfangen zu sparen oder zu investieren. Das würde automatisch torpediert werden. Wie kann man also seine Finanzen mit dem 3-Konten-Modell strukturieren?

Das seht ihr gleich. Wir haben auch wieder ein Beispiel aus dem echten Leben. Wichtig ist aber zu wissen, dass ihr Freiheit in der detaillierten Umsetzung habt. Es muss nicht 1 zu 1 bei euch genauso sein. Auch die Wahl der Konten oder Banken kann eine andere sein. Warum und wie andere oder ich es machen, werdet ihr sehen. Dann könnt ihr dem Weg folgen oder auch nicht, nachdem ihr euch Gedanken gemacht habt.

Die Grundidee des 3-Konten-Modells ist es, dass man erst einmal alle seine Einnahmen aufschreibt und diese auf ein Konto laufen. Dies ist aber nicht das einzige Konto, sondern nur die Verteilzentrale für die ganzen Posten. Fixe monatliche Ausgaben sollten alle von diesem Konto gebucht werden. Bei Paaren wird dies oft ein Gemeinschaftskonto sein. Hier ist nur darauf zu achten, dass sehr große Einmalzahlungen NICHT auf dieses Konto eingehen, sonst kann dies je nach Konstellation zu Steuerforderungen durch das Finanzamt kommen. Beträgt euer Gehalt auf 10 Jahre deutlich mehr als 500.000,00 Euro netto auf 10 Jahre und der Ehepartner hat nur ein “normales” oder kein Gehalt, dann ist Vorsicht angebracht. Der Freibetrag der Erbschafts- und Schenkungssteuer beträgt auf 10 Jahre zwischen den Ehegatten derzeit 500.000,00 Euro (Vor der Bundestagswahl 2021) und kann auch durch ein gemeinsam genutztes Konto überschritten werden. Hört sich komisch an, ist aber ein Fall aus dem Private Banking, der mir bekannt ist. Über Gehälter klappt das vielleicht nicht bei jedem, aber durch den Immoverkauf schon. Da stellt sich die Frage, wer war da im Grundbuch eingetragen? Denn (für die Nachwelt aufgeschrieben) im Jahr 2021 ist jede Hundehütte in Deutschland ein Vermögen teuer (nicht wert) und da kann es durchaus zu Problemen kommen.

Aber zurück zu unserem 3-Konten-Modell. Es gibt wie gesagt ein Hauptkonto, über das die Zahlungsströme laufen. Alle Eingänge und die fixen Ausgänge. Für die Sonderposten Urlaub, Shoppen, Freizeit, Rücklagen und Sparen bildet man nun auch fixe Zahlungen. Auf dem Hauptkonto sollte am Ende eine schwarze 0 stehen. Schauen wir uns das mal exemplarisch an:

Eigentlich eine ganz einfache Rechnung, die man auf Papier, einer elektronischen Notiz oder mit Excel durchführen kann. Aber wie ihr seht, steht hinter Ausgaben wie Sparen, Freizeit oder auch Urlaub ein extra Konto. Und das sollte auch eingerichtet werden, damit man das Budget dafür separat aufbaut und dieser Betrag nicht auf dem Konto stehen bleibt. Das ist schon der Moment der Wahrheit, denn mancher wird feststellen: Der Urlaub kann ich mir gar nicht leisten. Oder: Ich kann nicht beim Lafer essen gehen, ich muss mal was für das Alter sparen. Wie man HIER nachlesen kann, braucht es für die Altersvorsorge eben mal schnell pro Person über 300.000,00 Euro, gemessen an heutiger Kaufkraft. Außer jemand denkt, dass der Staat einem in 40 Jahren eine Nettorente von 2000,00 Euro + X nach zukünftiger Kaufkraft zahlt. Also auch wenn auf eurem Rentenbescheid 1.900,00 Euro steht, so beträgt eure Vorsorgelücke nicht 100,00 Euro. Denn von den 1.900,00 Euro gehen die Steuern und Sozialabgaben ab und bei 2% Inflation p.A. betragen 1.900,00 Euro in 30 Jahren eben nur etwa 950,00 Euro an Kaufkraft. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ihr das Doppelte auf dem Wisch stehen haben müsstet. (ohne Sozialabgaben gerechnet) Alleine diese kleine aber extreme Tatsache wird Millionen Menschen in Zukunft in ihr Unglück stürzen. Aber das interessiert Politiker von heute wenig, die arbeiten lieber an ihrer eigenen Altersvorsorge (Corona-Maskendeals und bezahlte Vorträge), statt sich um das blöde Wahlvieh zu kümmern. Das soll kein Bashing von diesen Gestalten ohne Anstand sein. Es ist nur der unsanfte X-te Versuch junge Leser wachzurütteln, damit sie Eigenverantwortung übernehmen. Denn die Volksvertreter werden es nicht tun und das Rausreden kann man jetzt schon gut beobachten.

Das Schöne zwischendurch: Ihr braucht keine teueren Verkäufer und “Beratung” von Versicherungen und Vertrieb. Es reicht das 3-Konten-Modell, ein Weltdepot und dann vielleicht noch ein Quäntchen Glück, bei dem ein oder anderen Zusatzinvestment und ihr habt eure Schäfchen im Trockenen. Wenn ihr Fragen dazu habt, dann stellt sie gerne. Dafür ist dieser Blog da und es kostet euch nichts. Und hier gibt es Fachwissen und Berufserfahrung, nicht nur Kurzzeiterfahrungen einer durchinflationierten Welt.

Jetzt schauen wir uns mal ein praktisches Beispiel an, bevor wir zu dem Punkt Umsetzung mit den Banken und Konten kommen. Meine Leserin, Kundin und Freundin Tugba Özbek darf ich heute als Beispiel nehmen. Durch verschiedene Schicksalschläge im Leben hat sie es privat nicht einfach gehabt, ist aber finanziell abgesichert. Das ist besonders für ihre beiden kleinen Töchter sehr gut. Das würde sich aber schnell ändern, wenn sie mit beiden Händen das Geld zum Fenster rauswerfen würde. Aus diesem Grund nutzt sie das 3-Konten-Modell und hat es an ihre Bedürfnisse angepasst.

Tugba hat auf den Monat runter gebrochene Einnahmen aus Kapital, zahlt privat die Krankenversicherung, da sie nicht arbeitet. Sie hat die für die meisten üblichen Ausgaben, ein kleines Vermögen als Sicherheit, spart aber trotzdem noch. Warum eigentlich?

Tugba: Das sind meine Rücklagen für Notfälle, ich will mein Depot dafür nicht angreifen. Ich lebe von den Erträgen daraus. Wenn bei mir die Waschmaschine oder das Auto kaputt geht, zahle ich es lieber von meinem Sparkonto.

Blackwater: Du hast zwei Töchter, warum hast Du das Kindergeld nicht in der Rechnung?

Tugba: Das Kindergeld spare ich für meine Töchter direkt in Sparpläne bis sie 18 sind.

Blackwater: Spannend dürfte sein, was sich bei Dir bei dem Spasskonto verbirgt. Für was legst Du dort Geld zurück?

Tugba: Wenn ich mal eine Freundin zum Kaffee einlade oder ins Kino gehe. Vor Corona bin ich öfters ins Kino gegangen. Draussen essen gehen gehört auch dazu. Es kommt nicht oft vor, aber wenn dann soll es schön sein.

Blackwater: Du hast jetzt beispielsweise kein Urlaubskonto. Wieso hast Du Dich dagegen entschieden?

Tugba: Urlaub ist mit Kindern nicht ganz billig und wenn dann gehen wir in die Türkei zu den Verwandten. Aber es ist für uns kein muss, wir müssen nicht unbedingt weg fahren. Wenn meine Töchter grösser sind, ändert sich das. Dann werde ich es anpassen.

Blackwater: Ohne Vorurteile zu kultivieren, manche Leserin wird sich fragen, wo das Zalandokonto ist. Oder gibt es das bei Dir nicht?

Tugba: (lacht) Es ist so, dass ich keine Zalando Kundin bin, auch wenn du es nicht glaubst. Meine Klamotten bezahle ich von dem Konto Persönliches, manchmal aber auch von dem Spasskonto. Das habe ich nicht festgelegt.

Blackwater.live: Wo hast du denn deine Sparkonten und dein Depot?

Tugba: Das weisst nur du. Aber ich gebe allen den Tipp, hier eine extra Bank auszusuchen. Außer man ist sehr diszipliniert. Und nicht reinschauen. Ein mal im Jahr reicht oder wenn man Besuch von seinem Coach bekommt.

Blackwater.live: Das ist ein guter Hinweis, den ich bekanntlich auch immer gebe. Man merkt doch die Sprunghaftigkeit derer, die das ignorieren. Würdest Du mehr Geld ausgeben, wenn Du nochmal deutlich mehr davon zur Verfügung hättest?

Tugba: Weisst du, eigentlich nicht. Ich habe erlebt wie es mit wenig ist und weiss, dass meine jetzige finanzielle Situation schon Luxus im Vergleich zu anderen ist. Mehr Geld bedeutet mehr Sicherheit und als Mutter denke ich vor allem an meine Kinder. Ich hätte mit mehr Geld einfach mehr Rücklagen.

Blackwater.live: Also keine besonderen Wünsche, die Du Dir mal gönnen willst?

Tugba: Derzeit nicht und wenn, dann spare ich sie mir zusammen.

Das war ein kleiner Ausschnitt aus einem Gespräch von letzten Jahr mit Tugba. Wie ihr seht, muss man nicht alles festlegen. Interessant ist auch, welchen Stellenwert Geld für Tugba hat. Das wusste ich natürlich schon vor unserem Treffen, aber damit ist sie ein gutes Beispiel für andere. Wichtig für das 3-Konten-Modell ist, dass man für die Ein- und Ausgabenrechnung macht und alle jährlichen Kosten auf monatliche Beträge runterbricht. Das erste Konto sollte die “Verteilzentrale” des Geldes sein. Weitere Konten des 3-Konten-Modells sind dann das Konto für Sparen, Freizeit, Urlaub und so weiter, aber es hängt von euren persönlichen Präferenzen ab. Manche haben auch mehrere Sparkonten oder ein Hobbykonto und so weiter. Als Bank bietet sich definitiv bunq an, mit seinen 25 IBAN Konten. Es macht die Budgetierung perfekt. Aber es ist kein muss. Man kann auch die DKB nutzen und mit mehreren Visa-Kartenkonten arbeiten. Wichtig ist nur das Schema, das ich nochmal nach alter Schule mit Papier und Stift aufgeschrieben habe, also reine Handarbeit:

Jetzt kann man sich natürlich fragen, mit welchen Konten man das umsetzen will? Auch das ist eine persönliche Geschmacksache. Aus meiner Sicht am leichtesten geht es wie gesagt mit bunq, da man hier 25 IBAN Konten mit weiteren Budgetierungsfunktionen und der sehr guten Möglichkeit bekommt, alles im Detail auszuwerten. Eingehenden Zahlungsströme lassen sich über die Daueraufträge hinaus auch prozentual nach Regeln verteilen. So kann auch ein einmaliger Zahlungseingang wie Weihnachtsgeld oder ein Bonus immer gleich gewichtet aufgeteilt werden.

Als Tipp für Nebenkosten wie Strom, Müll oder Heizung bietet sich übrigens auch an, hier die Rücklage prozentual immer etwas aufzustocken. Gerade in Deutschland wird Strom sicher in den nächsten Jahren weiter im Preis steigen. Man sollte also nie auf “Kante” nähen, sondern immer einen Puffer mit einplanen.

Geld: Sklaverei oder Werkzeug?

“Ein Budget sagt uns, was wir uns nicht leisten können.
Aber es kann uns nicht davon abhalten,
es dennoch zu kaufen.”

William Feather
(1889-1981, amerikanischer Verleger und Autor)

Konsum oder Freiheit ist ein Zielkonflikt.

Selbst sehr vermögende Menschen kommen in diesen Konflikt, sobald sie dem Materialismus einen Platz in ihrem Leben geben. Man hat zwar genug Geld um all das Zeug zu kaufen, was unser Leben dann füllt, aber Lebenszeit hat man auch als Milliardär nicht mehr als arme Menschen. So mancher der weniger hat, wird deutlich glücklicher sein können. Die Grundbedürfnisse müssen natürlich abgedeckt sein.

Konsum oder Freiheit?

Das 3-Konten-Modell bewahrt einen vor Schulden und bremst den Konsum. Es zeigt unmissverständlich auf, was ich mir leisten kann und was nicht. Manche oder Mancher wird merken, mir bleibt gar kein Geld für ein Urlaubskonto. Oder zum Sparen. Das ist definitiv der Moment der Wahrheit. Dann gilt es Ausgaben zu senken und Einnahmen zu erhöhen. In so einem Fall macht es Sinn, wenn man das 3-Konten-Modell noch deutlich detaillierter gestaltet. Ich halte es ja recht allgemein und bei Tugba war das auch so. Aber wenn es um die Optimierung der Finanzen geht, dann sollte man Mobilfunk, Internetanbieter, Netflix und Abos alle detailliert auflisten und sogar in extra Konten führen. Mann kann bestimmte Posten zu bestimmten Budgets zusammenführen und so besser kontrollieren.

Und man muss sich ehrlich fragen: Brauche ich das alles wirklich? Das ist zugegebener Weise inzwischen nicht so einfach, da in Europa allgemein ein sehr hoher Lebensstandard herrscht. In Deutschland in den meisten Fällen auch, wenn es um den Konsum geht. Zwei Autos, ein eigenes Haus, zwei Fernseher, mehrere Computer, Tabletts und und und… Viele halten das für selbstverständlich und haben sich daran gewöhnt. Dabei ist dieser Lebensstandard erst die letzten Jahre so sehr gestiegen. Wenn man sich mal daran erinnert, wie man noch vor 20 Jahren lebte, der merkt schon einen deutlichen Unterschied. Glücklicher wird man dadurch allerdings nicht, was ein anderes Thema ist. Aber dieser ganze Konsum ist das, was man die Lifestyleinflation nennt. Und die ist deutlich extremer als die offizielle EU-Inflation. Immer größere Mengen an Geld werden aufgewendet, um die ganzen Gadgets zu kaufen. Von dem Zeiteinsatz einmal ganz abgesehen. Das Leben hat sich natürlich auch verändert und manches braucht man wirklich, was es vor 20 Jahren noch nicht einmal gab. Aber dennoch sollte man das immer wieder mal hinterfragen.

Wenn man seine Finanzen mit dem 3-Konten-Modell regelt, hat man mehr Zeit für die Dinge im Leben, die wirklich wichtig sind. Denn dann lebt man nicht in dauernden finanziellen Engpässen, spart automatisch jeden Monat und muss auch keine Angst vor unerwarteten Ereignissen wie der kaputten Waschmaschine haben. Vor allem muss man dann keine Kredite mehr dafür aufnehmen.

Jetzt kann man sich ja nochmal zum Schluss fragen, mit welchen Konten man dieses System umsetzen will. Dass bunq für das Hauptkonto gut geeignet ist, hatte ich ja bereits geschrieben. Aber nach Belieben kann man das auch mit einer anderen Bank machen.

Nur das oder die (wenn es mehrere sind) Sparkonten sollte man nicht unter dem gleichen Dach wie das Hauptkonto haben, weil einfach die Versuchung zu gross ist, dass man hier ran geht. Nach den letzten Artikeln auf Blackwater.live hatten einige die Idee, dass man die Offshorekonten als Sparkonten nutzen kann. Je nach Bank, ist das eine sehr gute Idee. Meist wird die Versuchung dann an das Geld ran zu gehen erschwert werden. Bei der Flow Bank kann man bis zu 10 Multiwährungskonten und das Depot führen und sie ist vermutlich der günstigste und einfachste Einstieg in das Schweizer Offshore Banking. Auch für Newbies, da anders als bei anderen Banken in der Schweiz, keine Quartalskosten und oder Mindesteinlagen notwendig sind. Die Flow Bank ist noch recht jung und an der App gibt es noch viel zu tun, aber das Online Banking zeigt sich doch sehr aufgeräumt und angenehm. Wer mag, kann einfach nochmal bei den Empfehlungen vorbei schauen. Immer wenn ich etwas neues entdecke und getestet habe, werde ich das dort für euch ergänzen. Wie immer gilt: Das sind keine bezahlten Links zu den Banken. Es sind einfach persönliche Empfehlungen. Ob das für euch passt, müsst ihr dann individuell entscheiden.

Eine kleine Übersicht zu den empfohlenen Banken: (Stand 04.2021)

In der obigen Tabelle seht ihr die Banken, die derzeit zu empfehlen sind. Diese Liste werde ich immer weiter erweitern und ergänzen. Im Prinzip nutzt man innerhalb DE/EU eine Bank um den Zahlungsverkehr günstig und einfach zu gestalten, aber sollte dort zumindest nach meiner Auffassung wenig Cash parken. Dafür sind Offshore Institute mit hoher Kapitaldecke zu empfehlen. Das muss nicht immer weit weg sein, die Schweiz bietet sich hier wirklich an und wird für viele von euch eine sympathische Lösung sein.

Es gibt verschiedene Punkte zu beachten: Der Zahlungsverkehr ist bei “ordentlichen Banken” – damit meine ich Banken mit hohen EK-Quoten und nicht diese EU-Schuldenbuden – deutlich teurer. Denn diese Banken leben von Gebühren und nicht vom Verkauf von Kundendaten und exzessiven Kreditgeschäft und sie hängen auch nicht am Tropf der EZB. Positiv bemerken muss ich hier übrigens auch bunq. Aber auch bunq ist eher ungeeignet für große Geldsummen, da diese schnell blockiert werden können, wenn man mal den Strafzettel vergessen hat zu bezahlen. (EU-Pfändungs- und Überweisungsbeschluss) Derzeit suche und teste ich weiter für euch, aber die bisher genannten Banken kenne ich alle und habe sie selbst oder mit Lesern zusammen getestet. Es wird darüber auch in Zukunft extra Artikel geben. Auch das Thema Multiwährungskonten wird bei Offshore-Banken sehr gut gespielt, diese Konten sind im Preis inkludiert. Damit sind diese Banken übrigens nicht mehr ganz so teuer im Vergleich mit der VR-Klitsche vor Ort.

Eine reine Wette auf die Einlagensicherung bei den Pleitebanken in der EU würde ich persönlich nicht mehr empfehlen. Die Schweiz hat auch eine Einlagensicherung, falls das ein Kriterium für den ein oder anderen ist. Besser ist es allerdings, man muss nicht darauf hoffen, weil die Bank einfach sauber arbeitet. Mit der Schweiz haben wir ein Finanzstandort vor der Tür, der für uns zugänglich ist. Und das sogar oftmals mit Remote-Eröffnung. Die Qualität der Banken ist nur noch in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Singapur höher, aber dort kann man nicht ohne weiteres Kunde werden.

Die Kombination des 3-Konten-Modells mit dem Aspekt “Offshore” macht das Ganze nochmal spannender. Auch für Einsteiger. Denn man hat den psychologischen Anreiz sein Geld in einen sicheren “Safe” zu bringen und nicht zu einem Fass ohne Boden. Wenn man jetzt noch an unser Lieblingsthema Fremdwährungen denkt, dann macht das richtig Freude. Und vielleicht startet ja mit diesem kleinen 3-Konten-Modell Update Artikel wieder der oder die ein oder andere und fängt an die eigenen Finanzen aufzuräumen und zu strukturieren.

Denn nicht der Nanny-Staat oder korrupte Politiker sind für unsere finanzielle Zukunft verantwortlich, sondern wir selbst!

Zwanzig Jahre von jetzt wirst du mehr über die Dinge enttäuscht sein,
die du nicht getan hast, als diejenigen, die du getan hast.”
Mark Twain
(1835-1910, amerikanischer Schriftsteller und Humorist)

32 Kommentare zu „3-Konten-Modell

  1. Auch hier, es stimmt. Nachdem mir mein Konto gepfändet wurde obwohl die scheinbar unbezahlte Rechnung meiner Stadt schon 7 Monate bezahlt worden war, werde ich meine deutschen Konten nach und nach abbauen. Wer ein mal von diesem Staat, der sonst nichts auf die Reihe bekommt, komplett blockiert war, wird danach verstehen. Thema Sperrung deutscher Konten: Die werden auch wegen paar Kröten gesperrt, selbst wenn man paar hunderT darauf hat. Und schon ist man nicht mehr handlungsfähig. Daher: Deutsche Konten, nein Danke!

    1. Mich hat einmal ein eBay-Käufer per Paypal bezahlt. Der Betrag war banal, irgend etwas um die 30€ für einen gebrauchten Artikel. Die Lieferung dauerte ihm aber zu lange und er hat bei Paypal reklamiert. Die haben sofort mein Paypal-Konto komplett gesperrt. Da war auch einiges an Guthaben drauf. Das hat 4 Wochen gedauert, bis die das wieder freigegeben haben.

      1. Paypal= schwierig und in gewisser Weise vergleichbar mit der Konten Problematik in Deutschland. Aber hier geht es um echte Konten bei Banken im Ausland, nicht um E-Institute. Da sieht es schon etwas anders aus und es ist durchaus ein hoher Standard zu erwarten. Nur kostet es auch mehr.

  2. Das ist ja mal ein süsser Blog. ich muss mich durchwühlen und erst mal überlegen wie ich das alles bei mir ändere. Aber ich will auf jeden Fall es so machen wie ihr schreibt. Ich hab schon voll viel Gutes von euch gehört und ihr seid mir empfohlen worden.😍😍

  3. Ich bin Freiberufler und mache meine Umsatzsteuer- und Einkommenssteuererklärung mit Lexware Finananzmanager. Die Umsatzdaten hole ich mir über FinTS von der comdirect. Ich würde gerne zur DKB wechseln sowieso zu Revolut. Aber wie mache ich dann meine Buchhaltung?

    1. Vielleicht schaust Du Dir mal bunq an. Dort gibt es gerade für Selbstständige/Freiberufler modernere IT Lösungen. Revolut als Hauptkonto würde ich eher nicht empfehlen. Die DKB als deutsche Lösung ok, aber zunehmend ändert sich der Markt hier zum Negativen. Derzeit bist Du doch bei der comdirect nicht ganz so schlecht unterwegs, solange es nur um Durchlaufposten geht.

  4. 3-Konten schön und gut. Aber, das Problem ist, das viele Banken nur ein Konto gewähren und dann noch mit einem Mindesteingang an Geld. Zudem wird man ja sicher auch drauf achten müssen was diese Konten kosten und an Zinsertrag bringen. Wenn ich drei Girokonten eröffne bringt es mir gar nichts, da die Kontoführungsgebühren höher sind wie die zu erhaltenen Zinsen, ebenso sieht es bei dem Sparbuch aus. Zinsen fast Null! Also muss statt einem dritten Konto ein Anlagemodell stehen, auf dem man auch jederzeit Zugriff hat und Gewinn erhält. Aber drei Konten die nur Kosten und nichts abwerfen sind sinnfrei. Nur meine Meinung

    1. Also bei der Postbank habe ich ein Girokonto, ein Tagesgeldkonto, ein Spar?card?konto und ein Anlagekonto fürs Depot. Alles in einem Banking vereint.
      Je ein Giro- und Tagesgeldkonto sollte eigentlich Standardausstattung bei allen Banken sein. Notfalls eröffnet man bei Rabodirect ein Tagesgeldkonto. Die zahlen zwar auch kaum noch Zinsen, aber noch bieten sie ihre Konten an. Sparkonto bei einer anderen Bank hat den Nicht-Verführungs-Vorteil, dass einem die Kohle nicht penetrant vor die Nase gehalten wird – aus den Augen, aus dem Sinn – spart sich entspannter so.

      Mein Konto bei der Postbank kostet regulär 10€ im Monat. Schiebe ich aber 3.000 Steine monatlich zur DKB (Konto ist auch kostenfrei) und wieder zurück, ist PB auf einmal kostenfrei für mich. Ich zeige dort genau die Freibiergesichtigkeit, die Martin uns Deutschen vorwirft: nicht bereit für etwas zu zahlen, das man auch kostenfrei kriegen kann.
      Kostenfreie Girokonten sollte es noch genügend geben. Für jemanden, der eh spart, sollte es auch kein Problem sein einen monatlichen Mindestkontoeingang rumherzuüberweisen. Bei Fidor bin ich weil, das bequem war um auf bitcoin.de einzukaufen. Als das Konto dort kostenpflichtig wurde, habe ich einen Kapitalbrief zu 100€ gezeichnet und damit war es wieder kostenfrei. Ja, ich weiss die 100€ unterliegen nicht der Einlagensicherung – das Risiko gehe ich ein. Hätt ich die Monatsgebühr zahlen müssen, wären die 100€ darüber weg.

      PS: Wünsch dir keine Zinsen, die sind stark im kommen. Nennt sich aber Verwahrentgelt und ist nicht das, was Du willst 🙁

  5. In dem Kurzartikel zu FX habt ihr geschrieben, ihr fokussiert euch auf die Emirate. Was heisst das konkret für mich, wenn ich meinen Wohnsitz in Deutschland habe?

    LG

    1. Hallo Maximilian, das hat gar keine Auswirkungen. Nach wie vor haben wir viele Leser aus Deutschland und nicht nur Expats und wir haben auch Kunden aus Deutschland. Nur werden wir uns nicht auf Deutschland fokussieren, sondern den Auslandsansatz verstärken. Dazu wird es Teile der Seite auf arabisch und englisch geben. Immer mehr junge Menschen studieren eh im Ausland, vor Corona gab es bereits knapp 200.000 Deutsche die pro Jahr ausgewandert sind und nach der Krise wird sich das vermutlich noch verstärken. (und nach der Bundestagswahl im Herbst)

      Die typisch deutschen Themen sind meistens Umverteilungsfragen, welche steuerliche Förderungen es gibt und ob ich ein Haus in der Pampa kaufen soll und dazu den Bausparvertrag kündigen muss. Diese Themen bedienen wir einfach nicht. Wir sind eher Weltbürger. 🙂

    1. Ja jetzt komm mal, Feminismus hier da und dort. Diskriminierung? Es gibt einfach Unterschiede zwischen Geschlechtern und es ist doch schön so. Oder willst du plötzlich drei Beinchen haben? *lol* Oder ich will einen Mann sehen, der vorne gepolstert ist. Geschlechter sind körperlich nicht gleich und auch nicht seelisch/mental. Und ich oute mich pro-Zalando. Wie alle meine Freundinnen auch. So what!? Die nach Feminismus rufen sehen meist unfeminin aus. 😂

      1. Manche Männer hätten das vielleicht schon gerne. 😂 😂 Aber bevor ich wegmoderiert werde, sorry….

        Was anderes: TEAM BLACKWATER!!!! EINFACH NUR FETTES MEGADANKE FÜR ALLE EURE ARBEIT!!!!!!!!!!!!!!! FÜR PROBLEME LÖSEN, ZUHÖREN, FINANZEN UND EINFACH ALLES!

      2. Schließe mich Aylin an, einfach ein großes Danke für die tolle Arbeit und das unermüdliche Aufklären! Meine Frau und ich konnten schon viel von euch profitieren und freuen uns auf jeden Artikel von euch. Auch die schwerer verdaulichen zum Thema Religionen.

    2. @Bodenseetussi: Also ich mag, liebe und schätze Frauen, Feminismus ist aber eher eine politische Agenda. Da bin ich raus – Ideologien sind nicht meine Welt. Ich glaube an einen Schöpfer und denke es hat Gründe warum es Mann und Frau gibt. Ich hoffe das hilft als Erklärung. 🙂

  6. Guter Blog, schön aufgeräumt und ohne Schnörkel und vor allem ohne Werbung! Ich werde ab und an vorbei schauen. Die Themen die hier scheinen mir sehr zeitgemäß, woanders redet man meist immer das Gleiche in der eigenen Filterblase.

    Peter

  7. Wie gewohnt gut und spritzig erklärt, vielen Dank für deinen unermüdlichen Einsatz für die privaten Finanzen!

  8. Über die Beispiele musste ich schon schmunzeln. Mit 2.500 Euro netto bin ich schon deutlich bessergestellt als ein normaler AN.

    Wichtig ist tatsächlich immer ein aktives Finanzmanagement. Die Kosten steigen sonst exponentiell zu den Einnahmen.

    Ich stelle mir häufig die Frage: “würde mich in meinem Job jemand dafür bezahlen?”

    “Würde mich jemand dafür bezahlen, gelegentlich eine Leistung zu erbringen?”
    (Versicherungen)

    “Würde mich jemand dafür bezahlen, nur weil ich es bin?”
    (Markenartikel)

    “Würde mich jemand dafür (voll) bezahlen, wenn er meine Fähigkeiten nur teilweise braucht?” (Überdimensionierte Handy-Tarife)

    Ansonsten hilft auch eine Kosten- / Nutzen- Überlegung.

    Der Rest ist das Glück, dass Humankapital durch sinnvolle Fortbildungen steigern zu können (nach einer 40 Stunden Woche). Das war in meinem Leben der größte Hebel, aber ich habe dafür eine Menge geflucht, geheult und gelitten und ob es gereicht hat, wird sich erst noch zeigen, wenn ich mir meinen Lebenstraum erfülle. (Eine Familie gründen und mit ihr ein Leben ohne existenzielle Sorgen verbringen).

    Ich habe das 3 Konten Modell für mich so interpretiert:

    Hauptkonto = Gehaltseingang – Ausgaben
    Spaßkonto = 10% vom Netto (Überziehung erlaube ich mir auch manchmal 😉 )
    Vermögenskonto = Depot + RK 1 (Konto eins Minus Konto zwei)

    Ich drücke denen, die Ihren Weg dorthin noch suchen, die Daumen!

    P.S. “würde mich jemand dafür bezahlen?” darf prinzipell niemals in Konkurrenz zu sozialen und ethischen Fragen stehen.

    1. Das monatliche Durchschnittsgehalt eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers in Deutschland lag im Jahr 2019 bei ca. 3.994 Euro brutto. Betrachtet man alle Arbeitnehmer in Deutschland, also auch alle Arbeitnehmer in Teilzeit oder in geringfügiger Beschäftigung, lag das Durchschnittsgehalt im gleichen Jahr bei rund 3.099 Euro im Monat. Das Durchschnittseinkommen aller Arbeitnehmer betrug monatlich 2.079 Euro netto.

      Quelle: Statista

      Irgendwie schockierend, oder geht das nur mir so? 2079 netto, das endet doch ohne Zweifel in der Altersarmut.

    2. Das gewählte Beispiel ist ein Sonderfall, die Dame erklärte durch die Blume wie es zu dieser Situation kam. Tauschen möchte ich da nicht. Blackwater hatte aber letztes Jahr auch Beispiele von Geringverdienern aufgezeigt. Finanzplanung sollte wirklich jeder durchführen, nicht nur Reiche.

  9. Die Dame in dem Beispiel hat eine Sparrate von 6000 Euro im Jahr. Das ist wohl kaum geeignet, um anderen das 3-Konten-Modell zu vermitteln. Wenn ich das schon lese. Wie soll man denn bitte mit 2000 Euro im Monat das Modell umsetzen? Das passt nicht zur Realität und ist nur etwas für Besserverdiener.

    1. Das ist totaler Quatsch, ich weiss wie es es jeden Euro umdrehen zu müssen, denn das jetzige Polster habe ich nur durch ein Unglück in meinem Leben und ich hätte gerne getauscht, denn alles Geld der Welt ist es nicht Wert Menschen zu verlieren die man liebt. Ich weiss sehr wohl wie es mit 2 kleinen Kindern und ohne Geld ist, denn das war mein Leben lange Zeit. Auch mit 2000 Euro im Monat kann man und muss man seine Ausgabe planen. Das bedeutet viel Verzicht und mit Kindern Verzicht für die Kinder. Anders geht es nicht. Aber dafür hatte ich mich ja als Frau entschieden. Ich verstehe das Gejammer mancher Menschen wirklich nicht.

    2. Mit 2 TEUR Gehalt im Monat muss man die Finanzen nicht planen, mit beispielsweise 4,5 TEUR schon? Na, diese Logik müssen Sie mal erklären. Finanzplanung nur für Vermögende? Das hört sich ganz nach der Denkweise an, die weniger Vermögende zu dem machen was sie sind. Sicher trifft das nicht auf alle zu, aber auch nicht auf niemanden. Konsumentendenkweise in Reinform.

      Als Nächstes fangen wir mit der Neiddebatte an, warum die Dame aus dem Beispiel nur Geld bekommen konnte? Vermutlich wegen einer Risikolebensversicherung. Und sogar “Arme” können die abschliessen. Unglaublich oder ungerecht?

    3. Die Zahlen in den Beispielen sind Beispiele. Wer wegen seinem geringen Einkommen nur 100€ sparen kann, der kann halt nur 100€ sparen. Da man sich nach der Decke strecken soll, fände ich es unpassend die 100€ als leuchtendes Beispiel rauszustellen. Folgt man dem reichsten Mann von Babylon, dann spart man ein Zehntel seines Einkommens. Für dein 2.000€ Beispiel wären das 200€. Vielleicht sollte man auch nicht “sparen” sagen. Bodo Schäfer hat das “bezahle dich selbst” getauft, das finde ich viel besser, das ergibt eine andere Moitivation um zu sparen, ähm sich selbst zu bezahlen. Auch das Zehntel kann man variieren: Ein Zehntel vom Netto oder ein Zehntel vom Brutto sparen. Das halberwachsene Jungtier im Hotel Mama (500€ Vollpension), sollte vielleicht 30% sparen. Und wer gerade intensive Brutpflege betreibt, der schafft nur 5%.

      Das Einkommen ist nicht für immer in Stein gemeißelt, diesbezüglich hat “SollanHaben” oben das Passende geschrieben: das eigene Humankapital entwickeln. Das braucht nicht im Nachholen eines Studienabschlusses zu enden; Ob man selbst gestaltete Teetassendeckel auf etsy verkauft oder Zigeunermusik in der Fußgänerzone fidelt, das fällt alles in die Kategorie Humankapital. Das Heben des eigenen Potentials hat nicht viel mit dem 3-Konten-Modell zu tun, das wäre mindestens einen eigenen Artikel wert.

  10. Mag sein, dass ihr nicht das 3-Konten-Modell erfunden habt, aber ihr habt es in den letzten Jahren am besten erklärt und leidenschaftlich vermittelt. Für die anderen scheint das mehr ein Marketing-Gag zu sein oder sie sind einfach auf den Zug aufgesprungen. Danke für den tollen Blog an der Stelle!

  11. Martin, Asalamu Aleikum wa rahmatullahi wa barakatuh ich wollte mich nochmals herzlich bedanken für die ganzen Ideen, Tipps, Hilfe und alles hier! Das ist so super und auch wie geduldig du alles immer wieder erklärt hast.

  12. Das 3-Konten-Modell: Ein Zuchtmeister, den man sich ins Genick setzt und der einem bei akut mangelnder Selbstdispziplin das Kärtchen “Budget überschritten” vor die Nase hält. Wie das halt so ist mit Offensichtlichem, man kann das auch ignorieren. Ohne Kärtchen ist es nur Fahrlässigkeit, mit ist es Vorsatz. Ich halte die Auswirkungen der fehlenden Selbstdisziplin für schlimmer als die der fehlenden Finanzbildung.

    PS: Ich hoffe, dass Tugba ein Synonym ist. Andernfalls schwirrt bald eine Schaar von Verehrern um sie, die alle nur ihr Bestes wollen. Bzw. sie drum bringen wollen.

    1. Dem kann ich beipflichten. Die Disziplin wird den entscheidenden Unterschied machen. Die Identität der Dame kennt nur Häuptling Schwarzwasser und wird sie mit schamanischen Methoden beschützen, daran besteht kein Zweifel. Im Internet weiss man sich noch abzusichern. Nur unsere Kundendaten bei der Coba, da mache ich mir Sorgen:

      https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/digitalisierung-commerzbank-und-google-wollen-im-cloud-bereich-noch-enger-zusammenarbeiten/27046696.html?ticket=ST-2787463-XYNyWg2LtM3lAciduztg-ap3

      Google weiss alles, dann kann Google auch die Kreditentscheidung treffen.

      1. Meine Entscheidung steht: Ich werde bei den gelben alles abziehen. Depots und Konten der ganzen Familie, zusammen deutlich 7-stellig. Diese Zusammenarbeit empfinde ich als Hohn und Unverschämtheit gegenüber den Kunden. Die Comdirect ist damit für mich gestorben. Sollte dieser Trend anhalten, zahle ich gerne 90CHF im Quartal bei CIM (@Blackwater: DANKE für die Empfehlung) und folge den Empfehlungen zu Offshore-Banking völlig. Man stelle sich einmal vor, da werden doch ohne Zweifel Internetdaten der Kunden mit den Finanzdaten verknüpft. Wo sind da die ganzen Zeitgenossen, die nach Datenschutz rufen? Zunehmend verkommt das Land zum Irrenhaus. Und ja, noch vor zwei Jahren hätte ich Blackwater belächelt. Aber man lernt dazu, auch als älteres Semester.

      2. Die SCHUFA hat schon mehrfach den Vorstoß unternommen eine generelle Berechtigung zur Einsicht in die vollständigen Kontodaten aller Bürger zu bekommen (aktuell läuft meines Wissens wieder so eine Aktion). Wenn zukünftig Bewilligungsprozesse nur noch softwaregesteuert ablaufen, heißt das, die Bank arbeitet mit Google zusammen und kennt damit unsere sämtlichen Social-Media Aktivitäten, bzw. bekommt eine Wertung darüber. Zusätzlich fragt sie automatisiert die Bonität über die Schufa ab. Fehlen nur noch die Krankenakten, auf die ja schon länger die ganzen Versicherungen schielen. Wie viel weniger Datenschutz ist eigentlich noch möglich? Man kommt aus dem Staunen oder besser dem Entsetzen kaum noch raus!

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