“Es gibt kein richtiges Leben im falschen.”

Adorno

Das Leben ist wohl das wertvollste, was wir Menschen besitzen. Eng damit verbunden ist unsere Zeit, unsere ganz persönliche Lebenszeit. Wenn man sehr jung ist, dann fühlt es sich oft an, als wenn man ewig viel davon hätte. Die Zeit scheint – so war mein Eindruck – in den ersten 30 Jahren des Lebens sehr langsam zu laufen. Dann beginnt langsam ein Jahr nach dem anderen zu zerrinnen. Mich erinnert das an Sanduhren, von denen es ja verschiedene Varianten gibt. Bei manchen rinnt der Sand sehr schnell durch das Glas der Uhr, bei anderen langsamer.

Das Leben ist etwas, was bis heute noch nicht ganz verstanden wird. Wissenschaftler verschiedener Disziplinen ringen um eine Definition. Man kann das Leben aus einer rein medizinischen-physischen Sicht sehen, aus einer psychologischen (Bewusstsein) oder auch aus einer spirituell-religiösen. Und sicher gibt es noch viele weitere Betrachtungsweisen.

Vor einige Jahren hatte ich einen Autounfall mit Wild im Wald. Es war ein junges kleines Rehböcken, welches einem Reh hinterhersprang. Unter Menschen eine romantische Szene, bei Wild einfach der Zweck der Vermehrung. Ich bremste noch und es schien, als wenn das kleine Böckchen dem Auto entkam. Aber die letzten Sprünge gingen dann direkt vor die Haube. Ich fuhr einige Meter weiter, bis ich komplett anhalten konnte und die Polizei verständigte. Es sollte etwa eine Stunde dauern, bis diese kam. In dieser Zeit stieg ich aus dem Auto aus und lief zu dem angefahrenen Böckchen. Es war sofort tot, aber ich konnte keine äußeren Verletzungen erkennen. Ich dachte für mich, selbst wenn man alle inneren Verletzungen finden und sozusagen reparieren könnte, den Blutkreislauf in Gang bringen und definitiv alles an diesem Körper funktionieren würde, so ist es nicht das, was das Leben ausmacht. Denn noch niemand hat einen toten Körper zum Leben erwecken können, selbst wenn dieser an sich intakt ist. “Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen,” so sagte es schon Arthur Schoppenhauer.

Was macht also den Unterschied zwischen Leben und Tod aus? Ganz nüchtern könnte man sagen, es sind die Hirnfunktionen und zwar so weit, dass ein Bewusstsein vorhanden ist. Religiös könnte man mit dem Begriff der Seele argumentieren. Darüber wird gerne in religiösen Kreisen disputiert, ob der Körper eine Seele ist oder eine hat und so weiter. Aber wenn man offen darüber nachdenkt, also über das Leben und das Bewusstsein, dann merkt man, dass das Seelenkonzept nicht das schlechteste ist um Leben zu erklären. Am Nachdenken scheitert es ja meistens, aber sicher nicht bei den Freunden dieses Blogs.

Leben ist mehr als nur die Funktionen unseres Körpers und unsere pure Existenz. Niemand würde behaupten, dass ein Angehöriger im Koma der im Krankenhaus liegt oder gar ein klinisch Toter voll “im Leben” ist. Und Freude macht diese Situation erst Recht nicht. Aber wann ist ein Mensch eigentlich tot?

Die meisten betroffenen Angehörigen fragen sich, ob es Hoffnung bei einem Hirntod gibt. Im Unterschied zum klinischen Tod verneint die Medizin diese Frage. Es ist so gesehen nicht möglich, dass ein Mensch einen Hirntod überlebt. Falls Patienten nach einem diagnostizierten Hirntod wieder aufwachen sollten, war der ärztliche Befund nicht korrekt.

Wann ist ein Mensch verstorben? Nach wie vor entfacht die Frage erhebliche Diskussionen, denn hirntote Menschen wirken für Außenstehende nicht tot. (…) Für die meisten Mediziner gilt der Hirntod als sicheres Todeszeichen, da der Mensch nicht mehr ins Leben zurückgeholt werden kann. (…) Der Hirntod hat eine exakte Bedeutung: Alle Hirnfunktionen sind erloschen. (…) (Quelle und medizinische Erklärungen: Hier)

Denken wir nochmal an das Seelenkonzept ohne uns in Zusatzinterpretationen zu verfangen, ganz wie immer ohne Dogmatismus. Offenbar ist es nicht ganz so abwegig wie manche glauben, es ist ziemlich exakt die Definition, die wir mit anderem Terminus heute aus der Medizin über das Leben und das Bewusstsein erhalten. Das Seelenkonzept wird eigentlich nur abgelehnt, weil daran oft andere religiöse Denkweisen angeknüpft sind, die abgelehnt werden und oft auch durch Traditionen entwickelt wurden.

Unser Körper kann jedenfalls leben, ohne dass wir noch leben. Und das ist wohl eine Aussage der Medizin, die kein Zweifel mehr daran lässt, dass unser Leben mehr als unser Körper ist. Wenn wir den Hirntod erleiden, ist alles was unser Leben ausmacht gelöscht. Wie eine Festplatte eines Computers. Wir sind nur noch eine Erinnerung bei unseren liebsten Angehörigen und Freunden und zweifellos bei unserem Schöpfer wenn er eine Rolle in unserem Leben spielte – so verspricht es uns die Schrift.

Warum aber dieser kleine Vorlauf an Erklärung zu dem Thema eine kostbare Perle? Das erfahrt ihr, wenn ihr weiter lest. Einfach der Schrift entnommen für eigenes Nachdenken und für eine ganz persönliche Spiritualität.

Sozialisierung – Problem und Lösung

Unsere Sozialisierung ist ganz entscheidend dafür, wie wir über Glauben und Spiritualität denken, vor allem wenn es um die Konsequenzen daraus geht. Wir sind durch unsere Erziehung und das Umfeld in dem wir aufgewachsen sind geprägt. Auf Grundlage dessen, was wir anerzogen bekommen haben, bewerten wir bestimmte Handlungen als falsch oder richtig, vor allem sobald es in die Details geht.

Die wenigsten Menschen, die die Bibel halbwegs kennen, würden sagen, dass beispielsweise das Fasten ein Teil des Glaubens sein kann. Oder dass man sich niederwirft (niederbeugt) um zu beten. Aber das alles steht so in der Bibel. In den letzten Jahren habe ich daher dieses Buch viel aufmerksamer gelesen und versucht jegliche anerzogenen und sozialisierten Grundannahmen abzulegen. Man kann die Bibel aus einer jüdischen, christlichen und muslimischen Perspektive lesen. Nur sind die wenigsten Menschen dazu bereit – zu eng sind die Mauern der Vorurteile und der Sozialisierung. Das kann man akzeptieren, aber es hat dann mit Wahrheitssuche nicht zu tun und man ist schon fast im Lager der Dogmatiker.

Die Sozialisierung wirft auch andere spannende Fragen auf: Denken wir, wir würden alles, was wir heute als Mensch glauben und für richtig halten genauso sehen, wenn wir in Saudi Arabien geboren wären? Oder in Israel? Oder im Iran? Alleine die “Verteilung” der grossen Weltreligionen wirft doch interessante Fragen auf. Jedenfalls ist es wohl sicher absurd zu denken, dass alle aus reiner Überzeugung, Logik und durch Wissen zu einer bestimmten Religion gekommen sind. Konvertiert wird heute viel, aber dennoch ist die absolute Zahl verschwindend gering zu dem Thema “reingeboren”…

Das Thema Glauben und Religion ist sehr viel komplexer, als es auf den ersten Blick aussieht.

Was ist Deine Sozialisierung?

Gleichnis von der kostbaren Perle

Wenn wir die Bibel zur Hand nehmen (oder Bibelserver.com) und dort nach dem Evangelium nach Matthäus suchen, dann finden wir im Kapitel 13 das Gleichnis von der kostbaren Perle. Dieses Gleichnis wird nur in Matthäus berichtet und nicht in den anderen Evangelien (Markus, Lukas und Johannes) Vor dieser Erzählung gibt es noch ein Gleichnis, welches sich ähnlich anhört, das Gleichnis von dem Schatz im Acker, welches ebenfalls nur in Matthäus berichtet wird.

Ohne heute zu sehr auf das Thema Evangelien einzugehen muss man aber wissen, dass die Evangelien zu unterschiedlichen Zeiten geschrieben wurden und wer sie vertikal liest merkt, dass nicht alle Berichte in allen vorkommen und es auch Widersprüche gibt. Da ist oft unterschiedlichen Perspektiven geschuldet, liegt aber auch teilweise an den Abschreibern und fehlenden Originalen. Daher halte ich persönlich es immer für sehr wichtig, dass man den Kontext beachtet und diese Schriften als Ganzes liest und vergleicht. Das ist ein enormer Schatz an Wissen und Weisheit und schützt vor kruden, eigennützigen Fehlinterpretationen durch Textpickereien, wie man es von vielen Religionen kennt, die damit ihren Missbrauch betreiben.

Ein kleiner Einschub für unsere neuen Leserinnen und Leser:

Wenn wir in unserer Bibel oder auf Bibelserver.com Matthäus 13 lesen, fällt uns einiges auf, was im Widerspruch zu vielen Religionen steht. Gerade für neue Leser von Blackwater.live dürfte das sehr interessant sein, da die Bibel oft aus Gründen abgelehnt wird, die die Religion zu verantworten hat, nicht die Bibel selbst ist der Grund, so meine Erfahrung. So werdet ihr bei den Aussagen von Jesus von Nazareth nicht finden, dass dieser eine Religion gründete oder eine irgendwie geartete Kirche oder Organisation, sondern er vermittelte tiefe Weisheiten für das Leben und die Suche nach dem Schöpfer von Himmel und Erde. Das ist etwas anderes, als eine Mitgliedschaft irgendwo. Mehr dazu findet ihr in anderen Artikeln hier auf dem Blog oder in der Bücherecke.

Aber nun zu Matthäus 13 zurück. Dieses Kapitel behandelt die Suche von Menschen nach dem Königreich der Himmel. Der Ort, von dem Menschen die letzten 2000 Jahre und bis heute träumen, der Ort zu dem man als selbst (Seele) nach dem Tod kommen kann. Im Grunde genommen also die Hoffnung schlechthin. Jesus von Nazareth war in Galiläa, das ist im Norden von Israel, am See Genezareth oder Tiberias, wie die Araber ihn nennen. Viele Menschen hörten ihm zu, als er über das Königreich der Himmel sprach. Es gab den Menschen Hoffnung, denn das Leben war damals besonders hart unter der römischen Besatzung und oft in bitterer Armut. Dazu kam das religiöse System, was auf dem Judentum aufgebaut war. Ich formuliere das extra so und schreibe nicht, dass das Judentum die Menschen unterdrückte. Denn meist ist erst das auf dem Glauben aufgebaute menschliche System und die Traditionen das, was die Menschen versklavt. Durch die Lehren Jesu wird das sehr deutlich.

Jesus spricht von Vers 3 bis zu unserem Gleichnis von der kostbaren Perle ab Vers 45 davon, dass viele Menschen Probleme haben werden, das Königreich der Himmel zu finden oder zu erlangen und erklärt dann, welche Eigenschaften das Königreich der Himmel hätte. Alles ist in Erzählungen und Gleichnissen formuliert, wie man es heute noch im Nahen Osten kennt. In einer oft im Original blumigen Sprache mit sehr vielen Details. Das trifft nicht nur auf Arabisch zu, sondern auch auf das von Jesus gesprochene Aramäisch, eine verwandte semitische Sprache. Das ist so viel Stoff zum Nachdenken und Schreiben, dass man damit einen ganzen Blog füllen kann. Nunja, ich habe ja so Gott will noch ein Paar Jahre vor mir.

Dann kommen diese zwei Sätze im Vers 45 und 46 des Kapitels 13:

“Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.
46 Als er eine kostbare Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.”

Wie würdet ihr diesen Satz verstehen und welche Gedanken kommen euch dazu in den Sinn?

Man könnte ganz neutral sagen, dass es sich um eine klare Aussage zur Setzung von Prioritäten handelt. Jemand hat dieses eine Ziel und ordnet alles andere dem unter. Eine zielstrebige Person. Aber was würde eine Person dazu bringen alles was sie hat aufzugeben und nur diese eine Perle zu kaufen? Das muss man sich wirklich einmal vorstellen, was hier so kurz geschrieben ist. Waren die anderen Dinge, die dieser Kaufmann besass nicht wertvoll? Als Kaufmann war man damals schon eher in der Mittel- bis Oberschicht, wenn man es schlau anstellte. Denn die Mehrheit der Bevölkerung lebte von der Agrarwirtschaft. Dieser Kaufmann hatte sicher wertvolle andere Dinge, zumindest waren Dritte bereit diese ihm abzukaufen, damit er die Perle erwerben konnte. An diesen anderen Dingen hingen vielleicht auf Gefühle und Erinnerungen. Jeder kann das nachvollziehen, man muss nur über einen Gegenstand oder eine Sache nachdenken, an den heute unser Herz hängt. Bei meinen Leserinnen vielleicht ein schönes Paar Schuhe, ein besonderes Kleid oder Oberteil. Oder vielleicht schöner Schmuck. Bei meinen Lesern vielleicht ein Auto, ein Computer. Oder bei euch ganz allgemein, ein Haus? Verzeiht mir, dass ich geschlechtsspezifisch unterscheide, ich empfinde diese Unterschiede als sehr schön und oft – aber nicht immer – typisch. Viele verschiedene und auch Geschlechts spezifische Denkweisen bereichern ungemein das Leben.

Unser Kaufmann in Matthäus 45 brachte sozusagen ein Opfer. Diese Formulierung kommt übrigens genau aus dieser Gesellschaft und Zeit. Habt ihr mal darüber nachgedacht? Um seine Fehler vor Gott zu bereuen, brachte man ein Opfer in Jerusalem im Tempel da. Dieses Opfer war nach Zweck und auch nach eigenen finanziellen Möglichkeiten ausgewählt. Aber – und das ist die erste schwere Diskrepanz zu vielen Religionen heute – es war für das eigene Verhältnis zum Schöpfer und zur Vergebung gedacht, nicht zur Bereicherung für ein System. Ein Opfer bringen bedeutet auch heute, dass man auf etwas verzichtet um etwas anderes zu erlangen. Manchmal auch den Frieden mit Mitmenschen, ihre Liebe und Wertschätzung. Oder eben, für viele Millionen von Menschen, den Frieden mit ihrem Schöpfer. Man verspricht seinem Schöpfer vielleicht ganz individuell etwas. Es gilt dann nicht für andere, sondern ist ein persönliches Versprechen, welches man auch halten sollte.

Jesus von Nazareth wollte mit dieser Aussage nicht sagen, dass eine einzige buchstäbliche Perle so wertvoll sei, dass man alles für sie geben sollte. Das geht aus dem Kontext des Kapitels hervor. Er sprach immer in Gleichnissen, so sagt es die Schrift. Es war die Sprache, die die Menschen verstanden und die ihr Herz berührte. Und nach meinen Erfahrungen mit meinen Freunden aus dem östlichen Mittelmeerraum, ist das noch heute so. Es ist eine Frage der Kultur und der Mentalität. Jesus von Nazareth war kein Deutscher. Daher muss man die Gedanken auch immer etwas übertragen. Es hat nicht nur eine sprachliche Komponente, die schon bei dem Übertrag aus dem Aramäischen in das Griechische zum tragen kommt, sondern eben auch diese kulturelle. Deswegen sind Diskussionen über bestimmte Punkte in den Evangelien auch müßig und zeigen einfach, dass man den sprachlich-kulturellen Hintergrund nicht berücksichtigt. Aber die Grundlehren daraus, können in jeder Sprache der Welt verstanden werden, wenn man den Kontext beachtet und die Texte im Zusammenhang liest.

Die Frage, die sich hier nun stellt, ist die nach dem Königreich der Himmel. Denn wenn ihr das ganze Kapitel 13 lest und darüber nachdenkt, was etwa 15-30 Minuten eures Lebens im ersten Durchgang kosten wird, (es ist Stoff für ein Menschenleben, aber das merkt man erst wenn man davon er mal “probiert” hat) dann fällt euch das auf. Was ist denn das Königreich der Himmel?

Die allgemeinen Erklärungen dazu, wie das zu verstehen sei, sind diese:

Die erste Variante ist die unter Christen sicher am weitesten verbreitete, weswegen manche Interpretationen sagen, Jesus selbst wäre diese Perle. Das Königreich der Himmel ist Erlösung von Sünde und Tod durch den Tod von Jesus Christus. Ich persönlich denke das nicht, da Jesus nicht direkt davon sprach und diese Schlussfolgerungen erst später bei Paulus in der Bibel getroffen werden. Die zweite Variante ist schon interessanter:

Sowohl die Bibel als auch muslimische Quellen sprechen von einem buchstäblichen späteren Reich, in dem Jesus eine Hauptrolle spielt. Er selbst sprach immer wieder von diesem kommenden Reich. Da er ein Teil davon ist, war es einerseits zwar schon “unter ihnen”, aber die ganzen detaillierten Beschreibungen in der Bibel sind nichts, was damals schon Zustand war.

Das Himmelreich (etwas zukünftiges) dem jetzigen Leben voranzustellen (hier und jetzt, Prioritäten, das “echte” Leben, vergl. Hebräer 11) und die Aussage: (1) Liebe zu Gott und zum (2) Nächsten, die laut Jesus größten Gebote, in denen sich das ganze Gesetz erfüllt.

Jesus beschrieb sehr deutlich was dazu nötig sei, um in das Königreich der Himmel einzugehen und es gibt für mich persönlich keinen Grund für die Annahme, dass diese Aussage ungültig oder aufgehoben worden wäre. (u.a. in Markus 10, Matthäus 19, Lukas 18) Das echte Leben fest zu ergreifen ist eine klare Fokussierung auf etwas, was größer als das Jetzt ist.

Und was verstanden die Menschen damals darunter? Heute wissen wir grob, dass viele Menschen bei dem Königreich von dem Jesus erzählte daran dachten, dass es ein rein irdisches sein würde, um jetzt das jüdische Volk von der Fremdherrschaft der Römer zu Befreiern. Selbst seine Jünger dachten das, denn sie fragten immer wieder, “Herr, stellst du in dieser Zeit Königtum für Israel wieder her”? (Apostelgeschichte 1:6) Die Vorstellung von einem Leben nach dem Tod war im alten Judentum schon fest verankert. Im Buch Daniel, das von manchen als das jüngste Buch des Tanach angesehen wird, findet sich die Lehre über ein „ewiges Leben“ bei Gott: „Viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande“ (Daniel 12:2, weitere Hinweise in 5.Mose 32:39 und 1. Samuel 2:6). Der jüdische Gelehrte Moses Maimonides erklärt in seinen 13 Glaubenssätzen, die von hoher Bedeutung für das orthodoxe Judentum sind, dass die Gerechten nach der Auferstehung der Toten mit der kommenden Welt belohnt und die Ungerechten mit der Vernichtung ihrer Seelen bestraft würden. Diese Aussagen sollte man unbedingt auch mal mit dem Qur’an vergleichen. 🙂

Ungeachtet, wie wir diese Erzählung bewerten würden, selbst wenn wir das als eine intellektuelle Trockenübung sehen, weil wir nicht religiös sind, eines ist sie sicher nicht: Eine Vorlage um Menschen in eine erfundene Religion zu versklaven und das Königreich der Himmel durch ein von Menschen geschaffenes System zu ersetzen. Leider aber ist es genau das, was in vielen religiösen Organisationen heute passiert.

Bei den Gleichnissen von Jesus ging es immer um Wahrhaftigkeit, Echtheit, Tiefe, den Beweggrund, warum Menschen etwas tun. Es ging um die Suche nach dem Schöpfer. Viele Menschen suchten verzweifelt, wurden aber vom damaligen religiösen System ausgebeutet. Sowohl ihre Arbeitskraft, ihre Zeit und ihr Geld wurden regelrecht geraubt. Aber – und wen wundert es – es erfüllte sie nicht. Sie blieben innerlich leer und auf der Suche. Wohl auch deswegen sagte Jesus an anderer Stelle, “als er die vielen Menschen sah, ergriff ihn tiefes Mitgefühl, denn sie waren hilflos und erschöpft wie Schafe ohne Hirten.” (Matthäus 9:46, Neue Evangelistische Übersetzung)

Everybody worships

Religion ist mitnichten etwas, was überwunden ist oder überwunden werden wird. Auch nicht in der westlichen Welt. Nur die Vorzeichen wurden ersetzt. Ein altes Prinzip der Menschheit – bekannt schon aus der Erzählung vom “goldenen Kalb” aus der Bibel. Das “goldene Kalb” war freilich ein billiger Ersatz zu dem Original mit dem Mose in Kontakt stand, während das Volk es kaum erwarten konnte, eine selbst gemachten Figur anzubeten und ihr Gold (Vermögen) dafür einschmelzen zu lassen. Heutiger Kult ist auch auch selbst geschaffen. Um Menschen, Dinge, Geld oder sich selbst.

Wer sichtbares dem unsichtbaren vorzieht, dem bleibt die andere Welt verschlossen. Weil man nur mit den Augen sieht, nicht mit dem Herz.

Was ist Deine Religion?

Gibt es einen Unterschied zwischen Religion oder Kult und echtem Glauben?

Gemeinschaft kann schön sein und gehört zum Leben dazu. Sie kann aber auch wie eine Fata Morgana in der Wüste sein, aber am Ende eben nicht echt. Die Oase in der Ferne zu sehen mag sich gut anfühlen, aber am Ende laufen wir hinter etwas her, was uns nie glücklich machen wird.

Gerade in Krisenzeiten wie diesen, gibt es Heils- und Glücksversprechen wie auf einem Wühltisch. Und Rattenfänger sind damit unterwegs. Interessanterweise, wurde das auch in der Schrift vorher gesagt. (Lukas 21) Wer da so mit Details beschrieben wurde, kann man in Ruhe selbst erkunden.

Das Leben – es ist einfach etwas unerklärbares. Wir können uns von verschiedenen Seiten der Frage nach einer Definition des Lebens nähern. Wir können es wissenschaftlich definieren, indem wie uns mit dem Thema Hirntod beschäftigen. Alleine darüber nachzudenken, dass unser Körper noch “leben” kann, aber wir nicht mehr da sind, sozusagen “ausgezogen”, zeigt mir, dass das Konzept Seele nicht so abwegig ist, wie es manche glauben. Oft streitet man über einen Terminus und Details, ohne sich mal einfach auf eine klare und logische Konsequenz zu einigen. Gerade wenn es aber um einen religiösen Terminus geht, zwischen den Religionen oder zwischen Religion und Wissenschaft, dann merkt man, weit sind die Positionen nicht auseinander. Oder sie können nicht näher bestimmt werden.

Unser Leben findet so lange statt, wie wir eine Seele sind. Ob wir das nur in unserem Körper sind oder nicht, diese Frage wird eines Tages jeder beantworten können – oder auch nicht.

Auch die rationalsten, abgeklärtesten Menschen werden an diesen Punkt in ihrem Leben kommen, frei nach dem Spruch über diese Welt: “Keiner kommt hier lebend raus.”

Unser Leben sind die Informationen, die wir in unserem Gehirn speichern. Wir füllen es mit Informationen. Jeden Tag. Wir lesen Bücher und Blogs, sehen Videos und Filme. Wir reden mit anderen Menschen. Und wir verarbeiten alle diese Eindrücke. Sehr oft in unserem Unterbewusstsein im Schlaf, in unseren Träumen, in denen uns manchmal Flügel wachsen und alles möglich ist. In Träumen leben wir ewig, sind an unerreichten Orten, unsterblich und wir schlafen nie. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, dass ich im Schlaf geschlafen hätte und dort einen Traum im Traum gehabt hätte. Warum eigentlich nicht?

Das wertvollste was wir besitzen ist unser Leben, darüber besteht kein Zweifel. Genauer gesagt ist es unsere Lebenszeit. Und wir können dieses Leben mit allem füllen was wir wollen, das ist unsere Willensfreiheit. Wie schon einst Nietzsche sagte, wenn es keine Finsternis gäbe, wer wüsste dann noch was Licht ist? Wenn man keine Wahl mehr hat gut oder schlecht zu handeln, dann kann man nicht mehr gut oder schlecht sein. Man ist unfrei, ein Programm, ein Roboter. Aber gerade das sind wir nicht. Wir haben eine Wahl mit was wir unser Leben füllen und mit was wir unsere Zeit verbringen. Ich tue mich an dieser Stelle etwas schwer weiter zu schreiben, weil ich eigentlich niemanden verurteilen möchte. Aber ohne das genauer zu erklären was ich meine, kann ich den entscheidenden Punkt nicht herausarbeiten. Also versteht meine Worte nicht als Urteil darüber, wie Menschen ihr Leben leben und niemand von uns ist besser als der andere:

Viele Menschen füllen ihr Leben mit einem gewissen Maß an Bildung an, durch Schule, Studium und Ausbildung, gründen eine Familie oder leben zumindest mit einer weiteren Person zusammen, verdienen Geld. Dieses stecken sie in materielle Dinge. Bis zu einem gewissen Grad macht das jeder von uns. Dann kommt aber schon frei nach der Maslow Pyramide der Punkt, der sich Transzendenz oder Geistiges nennt, je nach Interpretation. Wenn die Grundbedürfnisse gestillt sind, spätestens dann, greift das Konzept “everybody worships”, jeder betet an. Ihr könnt das einmal gezielt bei den Mitmenschen beobachten. Es gibt keinen, der nicht in völliger Leidenschaft irgendwo aufgeht und voller Hingabe eine Sache verfolgt. Anbetung heisst Unterwerfung. Wenn ich meine Zeit, meine Liebe und Aufmerksamkeit vorrangig vor allem anderen einer Sache, Person oder Idee gebe, unterwerfe ich mich logischerweise dieser Sache. Ich opfere Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit dieser, das ist schon durch das Opportunitätskostenprinzip so. Das ist die Definition von Anbetung auch nach Wörterbüchern. Selbst in der deutschen Sprache gibt es entsprechen Formulierungen, die das zeigen. “Hallo Martin, wie geht es denn Deiner Angebeteten?“, um mal ein Beispiel zu nennen.

Liebe ist freiwillige Abhängigkeit. Unterwerfung bedeutet, dass ich ein Sklave von etwas oder jemanden bin. Sklave hat heute einen negativen Touch, aber es gibt eben auch diese freiwillige Sklaverei. Und die gab es auch schon vor 2000 Jahren. Im römischen Reich konnte man, nachdem man aus der Sklaverei entlassen wurde auch freiwillig bei seinem Herrn und Meister bleiben und nicht wenige taten das, um ein Zuhause und Schutz zu erhalten. Mit dieser Unterwerfung waren also auch Vorteile verbunden. Aber auch Liebe?

In unserem Teil der Welt ist diese freiwillige Sklaverei oft ein fliessender Übergang, wenn wir beispielsweise an das Berufsleben denken. Das kann durchaus eine sozialversicherungspflichtige Sklaverei sein. Aber im Bereich unserer Freizeit ist sie in jedem Fall von Freiwilligkeit geprägt. Wenn ich das Thema Ernährung, Abnehmen und Sport zu meinem Lebensmittelpunkt mache, unterwerfe ich mich dem und es wird mein Gott. Wenn ich mein Auto zu meinem Lebensmittelpunkt mache und des jeden Sonntag zärtlich wasche und pflege, dann ist es mein Gott. Wenn ich das Geld zu meinem Lebenmittelpunkt mache, alles dem Geld unterordne um mehr zu bekommen und mich nur noch damit beschäftige, dann ist es mein Gott. Wenn ich Spass und Party zu meinem Lebenmittelpunkt mache, das Vergnügen über alles liebe und mein Leben darauf ausrichte, dann ist es mein Gott. Wenn meine Arbeit oder Firma der Mittelpunkt meines Lebens ist und ich dem alles unterordne und ich mich dem versklave, dann ist es mein Gott. Wenn ich einem oder mehreren Menschen folge und mich denen unterwerfe und alles mache was sie sagen, dann sind sie mein Gott. Wenn ich mich einer religiösen Organisation unterwerfe und diese meine Zeit, mein Geld und meine volle Aufmerksamkeit beansprucht, ist diese mein Gott.

Manchmal führt das zu geradezu grotesken Erfahrungen. Ein Bekannter von mir lehnte das Thema Glauben und Gott stets ab, fand es geradezu lächerlich. Sein Lebensinhalt bestand aus Sport- und Meditationsübungen, um mit dem Universum ins Reine zu kommen und sein Leben zu verlängern. Auch die Ernährung war ein exzessiv verfolgtes Thema und Theorien aus der Steinzeit dazu. Die Wohnung war mit Zen-Inhalten ausgestaltet.

Aber, er fand Glauben und Gott lächerlich…

Ja, “everybody worships.”

Und dann erzählen mir manche Menschen heute, dass Anbetung und Gott ein überholtes Konzept ist?

Oft wird hier Religion und Glauben miteinander vermischt und manche Religionen und Menschen verstehen es sehr clever, das für sich auszunutzen.

Aber den Schöpfer zu suchen und sich überhaupt mal mit seiner Existenz zu beschäftigen, zu beten, vielleicht auch ganz anders als gewohnt, schafft eine tiefere innere Zufriedenheit. Und es befreit einen auch von all den exemplarisch gewählten Arten von Anbetung in dem Absatz oben. Sich darauf bewusst einzulassen und diese vielleicht für uns neue Erfahrung zu machen wird uns überraschen weil wir merken, dass es Antworten gibt. Zuerst mag es vielleicht wie ein klarer weiter Sternenhimmel sein zu dem wir sprechen und denken, wer soll mir da schon antworten? Vielleicht denken wir auch, dass wir ja nicht wissen was wir sagen sollen. Man muss vielleicht lernen, sein Herz sprechen zu lassen. Oder wir denken, dass ist ja naiv und kindisch, was denken denn andere dann? Aber angesichts der Größe, Macht und Perfektion der ganzen Schöpfung, ist es da wirklich kindisch nach dem Schöpfer der Welt zu suchen? Und was ist schon die Meinung von anderen, wenn wir es mit dem Erbauer des Universums zu tun haben.

Es ist wichtig sich von den Gedanken von Menschen zu lösen und ihren Erwartungen, was diese Dinge angeht. Es ist eine Reise in unser Innerstes, zu unseren tiefsten Beweggründen. Ich sage nicht, dass es einfach ist, je nachdem wie lange wir uns selbst schon abgelenkt haben oder wie tief wir sozialisiert wurden. Ablenkungen und Sozialisierung hat unsere biologische Festplatte Namens Gehirn beschrieben. Aber man kann es auch neu beschreiben und neue Glaubenssätze verankern. Wenn es dabei um echte reine Spiritualität geht, den Monotheismus, also den Glauben an den EINEN Gott, dann ist das weitaus mächtiger als irgendwelcher Hokuspokus von Motivationsschreiberlingen im Internet, die sich auch zu Nutze machen, dass man sein Leben ändern kann. Das gute an denen ist, dass sie definitiv recht haben mit der Fähigkeit zu Änderung bei Menschen. Das wars dann aber schon.

Aber wie kann man für sich Spiritualität entdecken? Und was ist der Unterschied zwischen Religion, Kult und persönlicher Anbetung?

Der Übergang von Religion zu Kult und persönlicher Spiritualität und Anbetung ist leider oft fliessend, über Terminologien und Details wird gestritten. Und leider liegt auch das an der oft erwähnten Sozialisierung von uns allen, was es oft schwer macht. Grundsätzlich ist echter und tiefer Glauben etwas ganz persönliches. Dieser Glaube muss nicht anderen Menschen bewiesen werden, wozu auch? Es ist eine Sache zwischen uns unserem Gott. So ein Glaube hängt nicht an einer Mitgliedschaft, Kirche oder religiösen Organisation. Aber vor allem hängt er nicht an der Führung durch Menschen, die behaupten besonders privilegiert zu sein und für Gott zu sprechen, wie beispielsweise ein Papst oder Ähnliches. Religiöse Kulte versuchen immer Sonderlehren zu verbreiten, die über die Schriften (Tora, Bibel, Qur’an) hinaus gehen und mit Zusatzlehren und eigenen Interpretationen Menschen zu manipulieren. Wie schon zur Zeit Jesu, legen sie den Menschen schwere Lasten auf und quälen diese mit vielen Regeln und Ängsten. Letztlich führt das dazu, dass wir heute ein Heer von Atheisten haben, die mit Gott für immer abgeschlossen haben. Das ist so bitter und schade. Denn ein persönlicher Glaube macht das Leben so unvergleichlich schöner und tiefer. Darin liegt das ganze Lebensglück, was man heute haben kann. Und vielen wäre das auch bewusst, wenn nicht so viel Schlechtigkeit durch organisierte Religion passiert wäre und noch passiert.

Der andalusische Gelehrte Ibn Arabi (1165-1240) sagte einst: “Gott zu finden ist leicht, aber Menschen zu finden die Gott gefunden haben ist schwer”. Warum ist das leider wahr? Einige Punkte haben wir bereits angesprochen. Ein anderer ist nach meinen Erfahrungen und Erlebnissen der, der wohl mal in einer New Yorker Bar so beschrieben wurde: “Die Wahrheit ist wie Poesie. Und die meisten Menschen hassen Poesie.” Poesie zählt zu den schönen Künsten und wer sie beherrscht hat ein Schatz, den nur wenige Menschen haben. Und er oder sie ist eher einsam damit. Heute sagen Menschen schnell, dass sie die Wahrheit lieben. Lieben sie sie auch so sehr, dass sie dafür ihr Leben ändern würden? Seien wir offen, die wenigsten Menschen ändern ihr Leben, weil sie es einfach nicht wollen. Das ist schon bei einfachsten Dingen so. Gewohnheiten, Bequemlichkeiten und anderes sind einfach zu stark. Vor kurzem erfuhr ich von jemanden, der ein ganz typisches westliches Leben lebte. Konsum, Geld, Spass. Durch die Arbeit bei einer Hilfsorganisation kam er nach Jordanien. Zwei Jahre lang. Er lernte Armut kennen. Und einen anderen Blick auf das Leben. Nach diesen zwei Jahren war er ein anderer Mensch, vom Materialismus weg zu einem tief gläubigen Menschen, der über die Fragen des Lebens nachdenkt und Gott sucht. Orte und Umstände können uns ändern, wenn sie uns dazu bringen unsere Komfortzone zu verlassen und wir uns nicht in alte Gewohnheiten flüchten können.

Es gibt nur ein Original – Monotheismus

Der Glaube an den einen Schöpfer ist etwas sehr persönliches und nichts, was wir Sinn füllend mit anderen Dingen ersetzen können.

Jeder Ersatz wird immer nur ein billiges Substitut sein, was uns leer, unbefriedigt und weiter suchend zurück lässt. Wenn wir nicht glücklich in unserem Leben sind, warum versuchen wir es nicht mal mit dem Original und sehen was passiert?

Was ist Deine Perle?

Klingt unlogisch – ist aber so.

Verzichten um zu bekommen

Als er eine kostbare Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.”

In dieser Aussage stecken Kosten. Kosten für die Perle, aber auch oft vergessene Opportunitätskosten. Zuerst musste der Kaufmann in dem Gleichnis alles verkaufen was er hatte um Geld zu bekommen, also Liquidität, dann musste er die Perle mit diesem Geld erwerben. Die Kosten sind nicht nur die Summe der Liquidität, sondern auch die Dinge, die er mit den verkauften Dingen nicht mehr tun konnte. Vielleicht hatte er einen Esel und einen Lastkarren, auf dem er umher fuhr. Nun müsste er laufen. Vielleicht hatte er ein wertvolles Gewand an, was ihm Ansehen unter seinen Zeitgenossen brachte, von nun an hatte er nur noch einen einfachen Oberwurf an. Opportunitätskosten können materielle und immaterielle Dinge sein. Weniger Ertrag aus einem Wirtschaftsgut, aber auch weniger Ansehen, einen geringeren sozialen Status, weniger Bequemlichkeit.

Wenn man freiwillig verzichtet oder sich sogar erniedrigt, dann muss der Grund dafür größer sein.

Es gab Menschen wie Jesus von Nazareth, die auf so gut wie jede Annehmlichkeit im Leben verzichtet haben. Jesus von Nazareth hätte mit seinen Fähigkeiten in der damaligem Zeit sehr viele persönliche Vorteile haben können. Seit seiner Zeit waren viele andere da, die diesem Weg gefolgt sind. Menschen in den letzten 2000 Jahren verzichteten auf Wohlstand und Ansehen, tausende wurden gefoltert und getötet, teilweise lebendig verbrannt, weil sie beispielsweise an die Aussagen glaubten, die ihr in diesem Artikel zitiert findet und diese Aussagen höher bewerteten als Menschen und Traditionen zu folgen. Und damit meine ich die Bibel und den Qur’an.

Warum taten Menschen das? Warum haben Menschen, die in ihrer Zeit gebildet und belesen waren sich für diese Bücher töten lassen? Sie hätten doch ein schönes Leben führen können und wenigstens etwas mehr im Hedonismus schweifen können und ein paar kleine Kompromisse hier und da eingehen können.

Diese Menschen waren wie der Kaufmann, der alles verkaufte für diese eine Perle. Sie gingen sogar noch weiter, in dem sie ihr Leben “verkauften” für einen Schatz, der bei den meisten Menschen heute verschmäht in einem Regal steht. Diese Menschen wussten, dass diese Bücher mehr sind als das Papier und der geschriebene Text, dass zwischen den Zeilen eine tiefere Wahrheit liegt. Wie der intrinsische Wert einer Perle. Sie ist nicht nur kostbar, sie ist auch schön. Aber die Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters.

In unserer heutigen Zeit des Sofortgenusses und des Hedonismus sind die letzten gut bekannten und dokumentierten etwa 3500 Jahre Menschheitsgeschichte schwer zu begreifen. Was Menschen bewegte auf der Suche nach der Wahrheit, lässt sich oft nur erahnen und doch erstaunt es tief, versteht zu faszinieren. Was diese Menschen von uns unterscheidet, ist die Aufklärung. Aufklärung hat aus meiner Sicht viel Missbrauch der Religion offen gelegt, aber sie hat nicht wirklich Antworten auf die großen Fragen des Lebens geliefert. Aber nicht die Aufklärung hat Menschen zu Atheisten werden lassen, es war der Wohlstand und soziologische Gründe, wie es schon Ludwig von Bertalanffy sagte. Das ganze Leben auf das hier und jetzt ausgerichtet, überflutet mit Konsumgütern und dem ständigen Wollen nach mehr. Eine innewohnende Undankbarkeit, die sich in einem extremen Anspruchsdenken zeigt.

“(…) … und du wirst die Mehrzahl von ihnen undankbar finden” Sura 7,16

Man kann dieses Denken in sich selbst nur überwinden, indem man es bricht. Man muss sich selbst überwinden und bezwingen. Seinen Körper sozusagen zum Sklaven machen, wie es die Bibel einst beschrieb. (1.Kor. 9:27) Das ist ein harter, ein langer Weg zurück zu sich selbst. Zurück zu Selbstbeherrschung und einem anderen Fokus auf das Leben.

Fasten, Ramadan 2021

Als ich diesen Artikel anfing zu schreiben, war es Anfang März 2021. Wie so oft, wollte ich mir einige Dinge von der Seele schreiben und meine Gedanken reflektieren. Wie meine Stammleser wissen, lese ich viel und gerne und dabei sind auch immer die hebräischen und griechischen Schriften der Bibel und auch der Qur’an. Schon vor einiger Zeit stolperte ich immer wieder über die Texte, in denen es um das Fasten ging. Also um einen bewussten Verzicht.

In der Bibel selbst wird das Thema Fasten entwickelt. Es gab Zeiten der Not, die auch immer eine Zeit der Läuterung und Klärung waren. Später entstand daraus ein freiwilliger Verzicht und den eigenen Fokus von irdischen Dingen auf geistige Dinge zu lenken.

1. Mose 7,4-24 |  Die vierzig Tage der Sintflut
2. Mose 24,18 und 34,28 | Die vierzig Tage von Mose auf dem Berg Sinai
Josua 5,6 | Die vierzig Jahre des Volkes Israel durch die Wüste
1. Könige 19,8 | Elias Wanderung von vierzig Tagen
Jona 3,4  | Vierzig Tage Frist zur Umkehr für die Stadt Ninive
Markus 1,13; Matthäus 4,2; Lukas 4,1-2 | Jesus fastet vierzig Tage in der Wüste

Lukas 2,37 Die alte Prophetin Hanna dient Gott am Tempel Tag und Nacht mit Fasten und Beten.

Sowohl bei Matthäus 17,20, in Markus 9,29, in Apg 10,30 und in 1.Kor 7,5 finden sich in der handschriftlichen Überlieferung weitere Einfügungen von Fasten. In der Apostelgeschichte findet man aus dem Stand zehn Stellen über das Fasten.

Interessant fand ich vor allem das Fasten von Jesus von Nazareth, der ja für alle Christen und Muslime ein mehr als großes Vorbild mit seinem Leben ist. Wir haben also in der jüdisch-christlichen Kultur eine enorme Verankerung des Themas, was vielen heute wohl kaum bewusst sein dürfte oder was auf reines Brauchtum in der light Variante reduziert ist.

Heute bringt man das Thema Fasten eher mit dem muslimischen Ramadan in Verbindung. Der heilige Monat, in dem nach der Überlieferung die Offenbarung zur Erde herab gesandt wurde. Es ist recht interessant, dass kurz nach Ende des Ramadans 2021, genau drei Tage später, die Kinder Israels den Empfang der Tora auf dem Berg Sinai feiern. Diese vielen vielen Verbindungen sind es, die mich immer wieder erstaunen lassen, aber das ist Stoff für einen anderen Artikel.

Ich selbst habe in meinem ganzen Leben noch nicht gefastet, obwohl ich eine christliche Sozialisierung erfahren habe. Aber wie so oft ist es eine Sache zu denken, man lebt “christlich” und damit sozusagen in den Fußstapfen Jesu, aber eine ganz andere, es wirklich zu tun. Dazu muss man erst einmal das ganze Leben von Jesus erfassen, indem man die Evangelien als Ganzes liest und sich nicht nur rauspickt, was eh alle schon zu wissen glauben. Wie schon in anderen Artikeln beschrieben, sagte Jesus von Nazareth bei gleich mehreren Gelegenheiten was der Weg in das Königreich der Himmel wäre. Darin enthalten war immer (1) der Monotheismus (höre oh Israel, Dein Gott ist EINER) (2) die Nächstenliebe, welche sich in den 10 Geboten wiederspiegelt. In den 10 Geboten enthalten ist der Sabbat, ein Tag der Woche, in dem man auf alles verzichten soll, was nicht mit spirituellen Dingen zu tun hat. Ein Tag des Nachdenkens und der Anbetung. Also 6 Tage für unsere Interessen, ein Tag für den Schöpfer, so bekamen es die Kinder Israels einst gesagt. (Ex. 20,8 ff)

Bei den oben genannten Bibeltexten aus den Evangelien (Incil) findet man auch die Aussagen Jesu an seine Nachfolger, dass man Kraft durch Beten und durch Fasten erlangt.

Nachdem ich bekanntlich schon lange über diese Aussagen nachgedacht habe, habe ich mich dann entschlossen es erstmalig in meinem Leben zu versuchen. Ohne den Anspruch zu haben, dass es gleich funktionieren würde. Aber praktisch war, dass am 13. April 2021 der Ramadan startete und ich wusste, viele meiner Freunde und Leser sind im gleichen “Modus”.

Ramadan 2021

Das Bewusstsein zu schaffen, dass es mehr gibt als nur uns und das was wir sehen und hören können, dazu kann Fasten enorm helfen.

Ich habe gar keinen Zweifel daran, dass unsere Welt deutlich komplexer und vielschichtiger ist, als es auf den ersten Blick aussieht.

Der heilige Fastenmonat Ramadan ist heute bei vielen Menschen natürlich auch verändert zu dem, wie er mal war. Es gibt viel “Außenrum” und eine zunehmende Kommerzialisierung. Bei manchen erinnert es wirklich schon an Weihnachten.

Im Kern geht es aber darum, dass man in diesem Monat Enthaltsamkeit übt und für die Armen spendet. (2:184/185) Durch diesen bewussten Verzicht erreicht man, dass der Verstand sich von materiellen Dingen (Nahrung, Vergnügen) sich auf Geistiges richtetet. Es gibt viele begründete Ausnahmen, warum man das Fasten vorzeitig brechen kann oder erst gar nicht damit anfängt, die aus dem Qur’an und seiner Auslegung abgeleitet sind.

Damit wäre es ohne weiteres für so gut wie jeden möglich, aus einer begründeten Ausnahme eine Ausrede zu finden und nicht zu fasten. Aber wer das ernst nimmt, betrügt sich nicht selbst. Und da im muslimischen wie schon zu den Zeiten der Kinder Israels der Beweggrund vor Gott die entscheidende Rolle spielt, erübrigen sich diese “Schlupflöcher”. Entweder will man es, oder man will es nicht.

Mrs Blackwater und ich haben uns also auf vier Wochen vorbereitet. Morgens früh ein letztes Frühstück und dann bis zum Sonnenuntergang kein Essen. Abends dann oft Suppe oder sehr leichtes Essen. Die Idee war in diesem Monat nicht einfach an etwas teilzunehmen, sondern die Zeit ganz bewusst zu bremsen. Die Abläufe eines Tages werden mit dem Verzicht deutlich langsamer. Die ersten Tage waren die härtesten um die Gewohnheiten zu brechen, die man sonst hat. Zwischendurch etwas schnell essen, das mussten wir erst unterdrücken und dann ganz bewusst nein zu uns selbst sagen. Die letzten 2 Stunden waren oft die härtesten, in denen es dann darum ging, seine Gedanken in den Griff zu bekommen und nicht an das Essen zu denken.

Was waren die Vorteile des Fastens?

  • man ist nach etwa 3-4 Tagen enorm fokussiert, wie wenn man glasklar alles vor sich sieht. Eine echte Nüchternheit stellt sich ein.
  • Zeitersparnis bei der Nahrungszubereitung.
  • Meist nur ohne Corona: Zu Ramadan ist man je nach Vernetzung nicht alleine und kann sich mit der muslimischen Community in Moscheen treffen um über Gott und die Welt zu reden. 🙂
  • Geldersparnis durch weniger Einkäufe von Nahrungsmitteln.
  • Man nimmt ab.
  • Besserer Schlaf.
  • Die spirituelle Komponente, die aber natürlich eine individuelle ist.

Und die Nachteile?

Das ist gar nicht so einfach nun zu sagen. Und das ist gut so. Denn wenn man den Verzicht lernt, wird dieser nachher zum Gewinn.

Wir haben in der Retrospektive keine Nachteile darin gesehen und würden das einfach direkt wieder machen. Außerdem sind wir noch keine Profis. Wir haben also nicht immer bis auf die Minute die Zeiten eingehalten und vor allem das mit dem Verzicht auf Trinken, hat bei uns nicht so geklappt. Aber gut, für das erste Mal sind wir erstaunt, zufrieden und überrascht. Es ist definitiv ein Gewinn gewesen, weil man einfach viel dankbarer wird und der Effekt hält an. Fasten ist eine Möglichkeit, wie man relativ schnell einen klaren und fokussierten Zustand herstellen kann. Vor allem wenn man sich verliert, aus der Spur kommt, zu sehr abgelenkt ist. Zu sehr abgelenkt von dem, was im Leben wirklich zählt.

Zurück zur Perle…

Unser Leben hier ist heute gefüllt mit viel Ablenkung und Zerstreuung. Je nachdem, wo wir auf dieser Welt leben, auch mit Leid und Schmerzen. Aber spätestens wenn wir älter werden, ereilt uns alle das gleiche Schicksal. Niemand kommt hier lebend raus und dieser Weg ist auch noch mit spitzen Steinen, Stacheln und Dornen gepflastert. Warum das so ist, ist es wert ein anderes Mal betrachtet zu werden.

“(…) und der Tag des Todes [ist besser] als der Tag der Geburt.” Prediger 7:1, Schlachter 2000 Bibel

“Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.Psalmen 90:12

“Jede Seele wird den Tod kosten.” Sure 3:185, Qur’an

Wir können noch so reich, so schön und so klug sein oder uns für klug halten. Wir können noch so weit davor weglaufen und uns ablenken mit Materialismus und von Menschen gemachten Ersatzreligionen. Der Tag kommt, an dem wir die Aussagen der alten Schriften an uns selbst erfahren werden. Das ist so sicher, wie dass morgen die Sonne aufgeht. Alles, was wir an vermeintlicher Macht oder Überheblichkeit hatten, jedes Lachen über die großen Fragen des Lebens wird schwinden, wenn wir unser Leben verlassen und unser Körper als Häufchen zusammengekrümmt auf dem Sterbebett liegt.

Wie oft haben sich Menschen am Ende ihres Lebens gewünscht, dass sie den Fokus ihres Handelns auf etwas anderes gelegt hätten. Die Lebensjahre vergehen und man beerdigt Verwandte und Freunde, die aus dem Leben treten. Es ist wie in einem grossen Theaterstück, bei dem wir alle eine Rolle auf der Bühne spielen. Immer neue Szenen spielen sich ab und Protagonisten kommen und gehen. Dann sind wir dran. An den Beginn können wir uns meist nicht erinnern, aber ich verrate euch was: Wir wurden als Baby auf die Bühne gebracht. Unsere erste Rolle war die eines Kleinkindes der Menschen, die wir unsere Eltern nennen. Später war die oder der ein oder andere ein schwieriger Teenie. Vielleicht der exzessive Michael, oder die schöne Laura, die allen den Kopf verdrehte. Wir wurden in diesem Bühnenstück älter, ein Studium oder eine Ausbildung definierte, welche Rolle wir als nächstes spielen würden. Wer wir sein würden im Leben anderer Menschen und wer diese in unserem Leben sind. Vielleicht brachten wir selbst ein Leben auf diese Bühne, vielleicht auch nicht. Ein Blick in den Spiegel verriet uns eines Tages, auch unsere Zeit ist angezählt. Es ist Halbzeit. Bald wird auch bei uns der vorletzte Akt eingeläutet. Bis dahin spielen wir eine Rolle im letzten unserer Eltern. Eigentlich sollte es ab jetzt kein stoisches weiter so mehr geben, denn der ein oder andere Wink am Bühnenrand sagt uns schon, wir werden bald abtreten und die Mühe freimachen für andere. Die letzten Schritte sind holpriger, jedes Jahr ein Klammern und Hoffen für ein weiteres, aber die Krankheiten und Schmerzen nehmen zu. Zeit unseren Frieden zu machen, vielleicht die Weisheiten aus einem kurzen Leben doch an andere weiter zu geben, die es einfach nicht glauben wollen. Wir wollen es ja selbst oft nicht. Aber dann ist unser Auftritt auf der Bühne des Lebens beendet.

Und nach unserem Auftritt wird man uns sagen, wie gut wir gespielt haben. Es ist schon wie eine Prüfung gewesen. Was war uns am wichtigsten im Leben? Wen liebten wir am meisten? Unseren Taten wurden bewertet, es war nicht alles egal. Denn sie sind die Folgen dessen gewesen, was in unserem Herzen ist.

Wie grotesk, klein und unbedeutend manche Dinge in unserem Leben wirken, wenn wir erst erkannt haben, dass es nur eine kurzweilige Bühne ist und hinter dem Vorhang sich eine größere Wahrheit verbirgt.

Was ist also Deine Perle im Leben? Was wäre, wenn das wirkliche Leben erst danach kommt, wie es die Schriften es sagen? (u.a. Hebräer 11, Qur’an an unzähligen Stellen)

Die Frage des Schöpfers nach dem “Spiel” an uns ist übereinstimmend nicht die, welche Mitgliedschaft Du irgendwo hattest. Sie ist auch nicht die, was Du im Leben aufgebaut hast, welchen Beruf Du hattest, welches Auto Du gefahren bist oder in welchem Land Du gelebt hast oder wie viel Geld Du gemacht hast. Das sind eigentlich geradezu lächerliche Dinge und Inhalte auf einer Bühne, die nicht unsere ist.

Die Fragen nach dem Spiel sind – und das sagen alle Schriften aus – diese: Warum hast Du Dich nicht um Deine Brüder und Schwestern gekümmert? Warum hast Du Dich nie gefragt, warum Du existierst? Warum hast Du Dich nie gefragt, wer das Universum machte? Warum hast Du Dich nie gefragt, woher die Wunder in der Natur kommen? Warum hast Du Dich nie gefragt, warum es präzise physikalische Gesetze gibt? Warum hast Du Deine Verantwortung an andere abgegeben, die meinen für mich zu sprechen? Ich habe Dir unzählige unerklärbare Zeichen und Wunder gegeben, wie konntest Du das ignorieren? Warum spielte ich keine Rolle in Deinem Leben? Und wenn Du doch trotz allem dachtest, dass es mich nicht gibt…

…warum hast Du nie nach mir gesucht?

“Denn sein unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es wahrnimmt, ersehen an seinen Werken, sodass sie keine Entschuldigung haben.” Römer 1:20

“Der Narr spricht in seinem Herzen: »Es gibt keinen Gott!« “ Psalm 53:2

Die Suche nach der Wahrheit ist wertvoller als deren Besitz.” Albert Einstein (1879-1955)

37 Kommentare zu „Eine wertvolle Perle

  1. Lukas 24 Vers 15 ist einfach der Hammer. Es wird nach der Kreuzigung erzählt, also nachdem sie überzeugt waren, Jesus sei gekreuzigt und Tod. Dann sprachen sie mit Jesus ohne ihn zu erkennen “Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn(den Jesus) nicht kannten” … es erschien ihnen ein anderer/sie sahen etwas anderes, einen Fremden/Unbekannten, obwohl das Jesus selbst war. Nun, es kann auch so gewesen sein, dass auch Kreuzigung ihnen nur erschien ist (wie im Koran zu lesen: “während sie ihn doch weder erschlagen noch gekreuzigt hatten” / es erschien ihnen nur so…). Schließlich war er nach der Kreuzigung lebendig aufgetaucht und sprach mit ihnen und tat so, als hätte es keine Kreuzigung gegeben, den er ist lebendig und sprach mit ihnen danach. Der Kleophas fragte ihn “Bist du (Jesus) allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darin geschehen ist? Und er(Jesus) sprach zu ihnen: Was?/Welches? Die Evangelien widersprechen sich genau an dieser stelle, nämlich, die einen sahen eine Erscheinung von Engeln an seinem Grab und die anderen etwas anderes. Laut Matthäus 28, sahen sie nicht Engeln (wie in Lukas 24 zu lesen ), sondern erlebten ein gewaltiges Erdbeben und sahen EIN Engel…Oder laut Markus 16 sahen sie einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Laut Johannes 20 sahen sie einen Gärtner (es war aber Jesus) und erlebten kein Erdbeben und EIN Engel, sondern, zwei Engel “in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte”…. Als sich Jesus dann lebendig zu erkennen gab, sprach er zu Ihnen: Friede sei mit euch! 🙂 Friede sei mit euch,jaaaa und was heisst das? Salam Aleykum! 😉 Ach ach ach Mancher will Wahrheit rausfinden und denkt wie ihr das macht, so sieht es aus, andere sind lieber in Tradition und neinneinnein ich bleib katholisch. nochmal: danke für dieses schöne Blog und wie nett es hier zugeht!

    1. @LaDaNa

      Wenn du Zeugen-Berichte anschaust (egal von welchem Ereignis, zB Kriminalfaelle, Verkehrsunfaelle) ist es gerade menschlich, dass die Berichte der Zeugen sich leicht unterscheiden (manchmal sogar erheblich). Das macht Authentizitaet aus! Wenn alles exakt gleich waere, koennte man Absprache/Faelschung/Gleichschaltung vermuten?
      Wenn alles ein nachtraeglich geschoentes Maerchen von Kirchenoberen gewesen sein sollte, wieso waren sie so dumm, diese kleinen Unterschiede der “Zeugenberichte” nicht allmaehlich auszumerzen ueber die Jahrtausende?

      Dagegen sind EIN Bericht/EINE Geschichte von jemandem ueber etwas, das sehr lange vorbei ist, dann wirklich glaubwuerdiger? Ist da nicht der Wunsch Vater des Gedankens? Ueberlege selbst!

      Wenn es viele Quellen gibt, entscheidet die Gesamtheit ueber die bestmoegliche Einschaetzung was tatsaechlich war (vgl. alle Aussagen zum Tod/Auferstehung Jesu im Neuen Testament und ausser biblischen Quellen der damaligen Zeit). Beim historischen Jesus gibt es da wenig Unsicherheit! Er hat gelebt, ist hingerichtet worden unter Pontius Pilatus und (so glauben Christen) auferstanden, aufgefahren in den Himmel und sitzt zur rechten Gottes, des Allmaechtigen. Er wird wiederkommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

      Die biblische Sicht auf das Leben Jesu mit Zeitzeugen-Quellen ist viel, viel besser belegt als die “Geschichte” von jemandem, der ein paar hundert Jahre spaeter aufgeschrieben hat, was ihm plausibel erschien (oder – von mir aus – dachte, was ihm von Gott gesagt wurde)?!

      Entscheidend ist die Beziehung zu Jesus Christus jetzt. Wenn ER wirklich auferstanden und lebendig ist, dich liebt und sich fuer dich interessiert, kannst du das auch fuer dich herausfinden: “HErr, wenn es dich gibt, dann zeige es mir so, dass ich es verstehen kann”?

      LG Joerg

  2. Schönes Blog mit schöne Themen. Hier was interessantes: Im Koran steht
    “und wegen ihrer Rede: “”Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Gottes, getötet””, während sie ihn doch weder erschlagen noch gekreuzigt hatten, sondern dies wurde ihnen nur vorgetäuscht (es erschien ihnen nur so); und jene, die in dieser Sache uneins sind, sind wahrlich im Zweifel darüber; sie haben keine Kenntnis davon, sondern folgen nur einer Vermutung; und sie haben ihn nicht mit Gewißheit getötet…. Und laut Lukas 24:15 ist doch ähnlich zu lesen (nach der Kreuzigung) “Ihre Augen wurden gehalten” daß sie ihn(den Jesus) nicht kannten? : Und es geschah, da sie so redeten und befragten sich miteinander, nahte sich Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn(den Jesus) nicht kannten. Er (Jesus) sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden( ? ), die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seid traurig? Da antwortete einer mit Namen Kleophas und sprach zu ihm: Bist du (Jesus) allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darin geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches?…. Man sieht schon was hier los ist. Ich meine ich war nicht dabei. aber es zeigt es ist nicht so sicher wie es manche sagen.

  3. Hallo! Deinen Blog habe ich gestern entdeckt. Die Trinität kam mir schon seit Beginn meines Glaubenslebens merkwürdig vor, besonders natürlich die schwammigen Aussagen der Theologen darüber, wie beispielsweise “die Trinität ist ein großes Mysterium Gottes, das wir nicht verstehen können, das wir aber glaubend annehmen sollten.” Gruselig, aber damit war es für mich klar. Jesus Christus hat doch immer den Willen dessen getan der ihn gesandt hat – somit ist er doch nicht der Vater. Ich hatte deine Artikel bisher auch so verstanden und denke das ist?? vermutlich auch der Grund dass auch viele Muslime hier sind?

    1. Wir Christen glauben an unseren HERRN JESUS CHRISTUS, der »wahrer Gott und wahrer Mensch« ist! Der vor seiner Menschwerdung schon immer und ewig prä-existierend (Sprüche 8,22f./ Micha 5,1) »bei Gott« (Joh.1,1b) und »Gott selbst« (Joh.1,1c/ Phil.2,6) war! Dies – und nur dies – ist die biblische Wahrheit! Wer nicht Jesus Christus bekennt, wie er den Vater bekennt (1.Joh.2,22/ 1.Joh.4,3), der ist ein Antichrist! Somit denkst du antichristlich und kannst dich gerne dem muslimischen Lager zuordnen. Bereits im AT, das den Monotheismus lehrt (als Gegenbewegung gegen den Polytheismus der Heidenvölker und Nachbarn Israels!) zeigt uns die Bibel, dass die eine ewige Gottheit – auf Hebräisch JAHWEH ELOHIM* aus mehr als einer Person – nämlich aus 3 göttlichen Personen bestehen muss. Dass Jesus Christus selbst der Jahwe des AT ist, belegt klipp und klar Jesaja 9,5 wo „der Sohn” (also Jesus Christus!) als „Ewig-Vater” genannt wird! Jesus selbst bestätigt das als er laut Joh.14,9 gesagt hatte: „Wer mich sieht, der sieht den Vater!”; und der Apostel Thomas bekennt nach der Auferstehung des Herrn, „Mein Herr (griech. = KYRIOS – auf hebr. = JAHWE!) und mein Gott!” (Joh.20,28). Auch Paulus greift dies auf in 2. Korinther 5,19 wo er sagt, „dass Gott in Christus war”! Fazit: Der Blogbetreiber ist sicher kein Christ und du auch nicht. Sehr wahrscheinlich seid ihr direkt dem “Gehörnten” aufgesessen. Möge euch der Christus befreien! Amen!

      PS: Wird mein Kommentar nicht freigeschaltet akzeptiere ich das. Die Wahrheit verträgt nicht jeder. Amen.

      1. @nachdenkender Christ
        “ELOHIM” der Plural im hebraeischen. Die Interpretation, dass es sich um drei handelt (Vater/Sohn/Heiliger Geist) ist eine naheliegende Interpretation (die mir auch gut gefaellt). Vielleicht sind es aber auch nur zwei oder gar mehr als drei?
        Deshalb ist die Einstellung, dass es “mit der Dreieinigkeit ein Mysterium ist”, nicht so gemeint, dass es schwammiges Wischiwaschi waere, sondern, dass aus Demut vor der Groesse Gottes unser Wissen nur Stueckwerk ist (und wir uns dessen bewusst sind, dass es Stueckwerk ist. 1.Kor.13,12). Fuer mich ist die Trinitaetslehre ein (interessantes, plausibles) theologisches Konstrukt, das versucht ein stimmiges Bild von Gott aus der Bibel zu erhalten. Aber im Glaubensalltag ist mein Verstehen davon ziemlich irrelevant. Die Beziehung zu Gott ist relevant!

        @echter Christ
        Ich finde gut, dass du die biblischen Grundlagen darstellst.
        Ich finde nicht gut, dass du wertest, wer christlich oder antichristlich ist. Das sollten wir Gott ueberlassen?
        Gott nimmt Wissen/Fakten/Worte und erzeugt u.an. damit im Gegenueber Glauben durch seinen Geist.
        Lieblose Belehrungen bewirken jedoch eher das Gegenteil?
        Beim Fazit schiesst du m.E. weit ueber das Ziel hinaus, du kennst vermutlich 1.Kor.13,1? oder Matth 5,22?
        Wie koennte eine liebevollere/achtendere Umsetzung deines Bibelwissens (das ist hier willkommen) aussehen?
        Haerte und Strenge mag gerechtfertigt sein, wenn vorsaetzlich und in boeser Absicht etwas verdreht oder manipulativ verwendet wird (oder beim Missbrauch Schutzbefohlener). Das kann ich hier aber nirgends erkennen?!

        @all
        Mir gefaellt gut das Bild mit den Eisenspaenen (Individuen), die sich auf den Magneten (Christus) ausrichten lassen:
        Egal, ob du “Eisenspan” nun ganz nahe auf dem Magneten bei Christus bist (zB wiedergeborener, bekennender, in Gedanken/Reden/Werken christusaehnlicher Glaubender) oder noch ziemlich entfernt, an der Peripherie das Magnetfeld gerade so verspuerst und vielleicht viele Defizite hast, noch kaum das Evangelium verstehst, an Trinitaet zweifelst aber trotzdem Christus erkannt hast und so oder aehnlich bekennst:

        Lukas 23
        “39 Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen [am Kreuz], verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Christus? Dann rette dich selbst und auch uns!
        40 Der andere [Verbrecher] aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.
        41 Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
        42 Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!
        43 Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.”

        Es ist wichtig sich nach Christus auszurichten, stets immer wieder neu. Was die anderen Eisenspaene machen ist zweitrangig, es geht um DEIN Herz, um DICH.

        LG Joerg

      2. oh, ganz zu Hochform aufgelaufen. Viele dieser Argumente wurden schon lange zerlegt im Kommentarbereich anderer Artikel. Vielleicht magst du dich im Forum anmelden. Dort diskutieren wir solche Aussagen gerne. Sonst muss ich immer alles wiederholen was ich schon schrieb und auch wenn ich eure Bibel gerne benutze um alles zu widerlegen, ist das auf Dauer etwas anstrengend. 😉

      3. Hallo “echter Christ”, wo Menschen, die sich als zu Jesus zugehörig bezeichnen, einander den Glauben absprechen und streiten, da freut sich der Satan. Nur Gott sieht in das Herz eines Menschen und weiß, ob er/sie rettenden Glauben hat, wir sind nicht zu Richtern berufen.

        Ja, wenn falsche Lehren verbreitet werden, sollen wir ihnen mit der Schrift entgegentreten, wie Jesus es selbst auch getan hat. Aber es muss mit Liebe geschehen, mit dem Ziel, dem anderen aufzuhelfen. Streitigkeiten, Neid, Zorn, Zänkereien, Verleumdungen, Ohrenbläsereien, Aufgeblasenheit, Unordnungen (2. Korinther 12,20) – das sind die Dinge, die in der ecclesia nicht vorkommen sollen.

        Jesus sagte von sich “ich bin sanftmütig und von Herzen demütig”. Wir sollen ihm nacheifern, da hat ein “ich bin ein wahrer Christ und Du bist ein vom Satan Verführter und es geschieht Dir ganz Recht so!” überhaupt keinen Platz. Demut und Barmherzigkeit, zwei absolut wichtige und grundlegende Tugenden, denen wir nachjagen sollen.

  4. Danke für diesen Artikel und den ungewöhnlichen Blog. Ich bin als katholische Christin in einem konservativ katholischen Haus aufgewachsen und habe das alles mein Leben lang so im guten Glauben mitgemacht, bis ich eines Tages stutzig geworden bin. Das ist nun schon so 13 Jahre her. Ich habe angefangen zu recherchieren und bin für mich persönlichen zu Erkenntnissen gekommen, die mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin – eine freie Gläubige. Und ich habe mit der Zeit herausgefunden, dass ich nicht die Einzige bin, die so denkt. Hinter jeder organisierten Religion stehen Interessen, sei es Macht (und die kann vielfältige Züge haben), Einfluss oder Geld. Denn keine Organisation, sei sie nun weltlich oder religiös, funktioniert ohne diese drei Faktoren. Da ist dann Korruption vorgezeichnet und ich frage, wo bleibt dann Jesu Botschaft an die Menschheit? Sie bleibt auf der Strecke und wird pervertiert. Wer Ohren hat, der höre und wer Augen hat, der sehe. Ein Trauerspiel, seit es Menschen gibt. Aber die letzten 2000 Jahre war es besonders schlimm.

    1. @eineChristin
      Das klingt interessant! Darf ich dir ein paar weiterfuehrende Fragen stellen?

      Was genau meinst du mit:
      – “katholische Christin”?
      – “konservativ katholischen [Eltern?]Haus aufgewachsen”? Was bedeutet das?
      – “das alles mein Leben lang so in gutem Glauben mitgemacht”? Was genau mitgemacht, was bereust du jetzt?
      – welche “persoenlichen Erkenntnisse” hattest du inzwischen, dass du weiter bist?

      Wie wuerdest Du Religion [besser, korruptionsaermer] organisieren?

      Was genau ist “Jesu Botschaft an die Menschheit”, deiner Meinung nach?

      Wie lebst du jetzt deinen Glauben konkret als “freie Glaeubige” (nur fuer Dich? alleine im Verborgenen?)?

      LG Joerg

      1. Katholische Christin = Katholikin, Katechismus, katholische Dogmen. Und davon war auch mein Elternhaus geprägt. Vieles davon stimmt aber nicht. Es gibt einiges an Büchern zu dem Thema, es fängt schon bei der Übersetzung der Bibel an. Diesen Gedanken hat wohl auch der Autor dieses Blogs, so verstehe ich es. Und wer sich ein bißchen umschaut merkt, es stimmt.

        Mitgemacht? Nun, blind oder weil die Eltern es tun einem Glauben zu folgen, ist sicher nicht die Botschaft von Jesus. Seine Botschaft war die der Liebe zum Nächsten und der Liebe zu Gott. So lese ich es ganz frei in den Evangelien. Den Zirkus aussen rum brauche ich nicht. (Messe, Katechismus etc) Meine Feststellung ist, dass es viele Christen gibt die zwar sagen die Bibel ist Gottes Wort, wirklich lesen tun sie allerdings wenige. Das merkte ich aber erst, als ich konkret mal nachfragte. Stutzig wurde ich auch bei Aussagen zur Jesus, die er nie sagte. So viel mal zu mir.

        An den Autor: Nochmal danke für deine Arbeit hier!

    2. Oh, mal was anderes. Bibel, Glauben und ohne Kirche. Das sagt mir sehr zu, denn ich bin nur sehr begrenzt bereit, Theologie als Wissenschaft zu akzeptieren, da ihre Protagonisten zu allermeist bereits auf der Basis ihres Glaubens und damit ihrer Vorurteile argumentieren. Sicherlich gibt es hier aber auch viele positive Beispiele von Theologen, die ernsthaft um historisch korrekte Darstellungen bemüht sind und zum Beispiel anerkennen, dass keiner der Evangelisten jemals Jesus selbst hat sehen und hören können, von dem späteren Paulus ganz zu schweigen. Gerne werde ich mich auch mal bei eurem Forum anmelden, wenn es dort ähnlich offen zugeht.

      1. @G.Caspar zu “dass keiner der Evangelisten jemals Jesus selbst hat sehen und hören können, von dem späteren Paulus ganz zu schweigen”

        Vorab kleiner Exkurs/Quiz:
        Wer koennte am besten ein Buch ueber den historischen Hitler schreiben?
        a) Menschen, die Hitler noch selber kannten
        b) Menschen, die zwar Hitler nicht mehr selbst kannten, aber Zeitzeugen befragen konnten
        c) Menschen, die lange Zeit nach Hitlers Tod und seinen Zeitzeugen sich aus allen Schriften die es ueber Hitler gibt und vom Hoerensagen etwas zusammenschreiben?

        Das NT wurde von a) (zB Johannes-Evangelium, Offenbarung des Johannes) oder b) geschrieben.

        Aussagen zu Jesus im Koran (und alle theologischen oder populaeren “Jesus”-Buecher) gehoeren historisch-kritisch gesehen in Kategorie c)

        Paulus hatte (den auferstandenen, aufgefahrenenen) Jesus uebrigens “quasi-persoenlich” kennengelernt. Lese selbst:
        https://www.bibleserver.com/ELB.LUT/Apostelgeschichte9%2C7

        LG Joerg

      2. Hallo Joerg, lange nicht mehr gelesen. 😉

        das ist eine steile These heute von dir. 😉 Die Schreiber der Evangelien sind unbekannt, einzig bei Lukas scheint es möglich. Die Kirche hat auf einem ihrer Konzile die Urheberschaft quasi verordnet. Neuere Forschungen in der Theologie gehen auch nicht davon aus, dass Johannes der Schreiber der Johannesbriefe und der Offenbarung ist. Ich habe Wikipedia verlinkt, die Quellen sind alle der christlichen Theologie entstammend.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelium_nach_Matth%C3%A4us#Verfasser,_Entstehungszeit_und_-ort

        https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelium_nach_Markus

        https://de.wikipedia.org/wiki/Lukas_(Evangelist)

        https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_(Evangelist)

        Paulus hat Jesus nie getroffen. Dass er selbst eine Story von einer Erscheinung erzählt, man kann es glauben oder nicht. Wenn man sich legitimieren will, macht man es so. In der Schlachterstudienbibel finde ich auch die Erklärung, dass Paulus in der nabatäischen Wüste inspiriert worden sein soll. Na gut, gleiches gilt aber dann bitte auch für andere Propheten. Und da sind wir dann schon bei Mohammed saw. Was er erfahren hatte ist kein Hörensagen von Jesus, Frieden und Segen auf ihm, sondern ganz neue Details. Auch zu anderen Dingen übrigens, in denen die Bibel nicht so genau war. Schau mal hier:

        https://www.youtube.com/c/ManyProphetsOneMessage/videos

        Also ich möchte hier nichts schlecht reden, aber da musst du schon mal fair bleiben. Glauben kannst du was du magst, aber die Beweislast ist hier sehr erdrückend und spricht nicht für Augenzeugenberichte, möglicherweise nur bei Lukas. Aber auf gar keinen Fall bei Johannes. Und das finde ich sehr interessant und du weisst auch sicher schon warum. 😉

        Wir haben das Thema auch bereits im Forum andiskutiert. 😉

        @G Caspar: Ja, jeder ist konfessionell vorgeprägt. Wer Theologie studiert, hat auch ein gewisses intrinsisches Interesse an dem Thema. Ich empfinde es als Herausforderung auch neuere Erkenntnisse mit dem bisherigen Wissen zu verbinden. Und das ist erstaunlich oft möglich. Was aber definitiv gar nicht geht ist, dass eine Sache untersucht wird und das Ergebnis vorher schon feststeht.

      3. @Hallo, liebe Wuestenrose,

        also ich war frueher nicht dabei, deshalb kann ich dir nicht sicher sagen, wie es damals genau war mit den Evangelien 😉 Vielleicht liege ich falsch!

        Ich habe mal den Wiki zu Johannes gelesen und fand das jetzt nicht beunruhigend fuer die These, dass der Juenger Jesu Johannes der Verfasser des Johannes-Evangeliums war? Gelehrtere Leute wie zB C.S.Lewis glaubten das wohl auch.

        Das ist das Wesen unserer Welt, dass es immer ja/nein/vielleicht zu so gut wie jeder Frage gibt.
        Deshalb hat Glauben auch mit Entscheidung zu tun, sich darauf einlassen, einen Weg in Beziehung zu Gott zu gehen.
        Vom Aussen-darum-herumtanzen kommt man irgendwann nicht mehr weiter – pflegt hoechstens sein Ego oder die Unterlassungs-Ausreden es auszuprobieren 😉

        Die Bekehrungsgeschichte von Saulus (zum Paulus) finde ich krass. Genau das erlebe ich heute an mir und anderen Glaeubigen: Jesus veraendert!

        Zum FORUM (und warum ich dort noch nicht bin): Ich bin der Meinung, dass “freie Rede” (free speech) ein elementar-wichtiges Gut (fuer mich) ist. Dazu gehoert auch Barriere-Armut/-Freiheit. Ich meine auch, keinen “geschuetzen” Raum zu brauchen, weil meine Identitaet in Jesus begruendet liegt, nicht in Weisheit, Gelehrtheit, Eloquenz oder Rhetorik. Ich kann und darf mich oeffentlich irren & blamieren. Ich brauche auch nicht fuer meinen Gott zu streiten oder ihm argumentativ zum Sieg verhelfen. Das kann ER viel besser. Der haut dich ggfs vom Pferd gewuerzt mit temporaerer Blindheit, damit da kein Zweifel aufkommt.
        Bei Verfolgung um des Glaubens willen, finde ich Foren/Kanaele (ja schlimmstenfalls Solo-Glauben) aus der Not heraus ggfs OK (vgl Nord Korea, Iran, Saudi Arabien), da man sonst sofort extreme Repressionen fuerchten muss.

        In einer freien Gesellschaft finde ich Foren langweilig, ausser, man moechte Argumente/Meinungen unter Seinesgleichen feiern/sich beschwichtigen (Filterblase) oder bei Spezialwissen – welches ein (lebens-irrelevantes) Orchideenthema ist? Aber bei Glauben? Wie will man da weiterkommen? Wie will man die Wahrheit pruefen/wiegen/abklopfen ohne die Argumente der Andersdenkenden? Welche/wieviele Andersdenkenden melden sich tatsaechlich im Forum an (Eintrittsbarriere)? – wohl viel weniger, als sich im freien Bereich zu Wort melden?
        Ich finde eine Diskussion hier auf der Blog-Oberflaeche besser. Allerdings ahne ich vermutlich nur in Ansaetzen, wie hoch der Preis dafuer ist, nur freizuschalten, was gewisse Netiquette-Regeln erfuellt? (Vielen Dank & grosses Lob an Euch!!!)

        Bei Saulus/Paulus finde ich stimmig/glaubwuerdig, dass er sein Leben vom Christen-Verfolger (juedischer Grossinquisitor) zum Fuer-Christus-Brennenden bis in den Maertyrer-Tod hinein gelebt hat. Das fehlt mir bei anderen Groessen, die “goettliche Offenbarungen” niedergeschrieben haben …
        Generell ein gutes Prinzip: Sieh auf ihr Leben(Handeln! vom Anfang bis zum Ende) und was du davon stimmig oder nicht-stimmig findest – hilft schon mal bei der Einschaetzung von vielen Gurus/Geistlichen/Theologen/Politikern/Sternchen/Sonstigen Groessen. Ein Glaube ohne Werke ist tot. Werke ohne Glauben vermutlich auch?

        LG Joerg

      4. Ich zitiere dich:
        In einer freien Gesellschaft finde ich Foren langweilig, ausser, man moechte Argumente/Meinungen unter Seinesgleichen feiern/sich beschwichtigen (Filterblase) oder bei Spezialwissen – welches ein (lebens-irrelevantes) Orchideenthema ist? Aber bei Glauben? Wie will man da weiterkommen?

        Hallo lieber Jörg, da stimme ich dir zu. Weiter kommen tun wir nicht. Aber interessant ist es.

        Ich zitiere dich:
        Generell ein gutes Prinzip: Sieh auf ihr Leben(Handeln! vom Anfang bis zum Ende) und was du davon stimmig oder nicht-stimmig findest – hilft schon mal bei der Einschaetzung von vielen

        Das stimmt, kann aber zu Problemen der Subjektivität führen. Oder denkst du, Christen würden heute Mose folgen? Oder Elia? Absolut friedlich war nur Jesus, Frieden und Segen auf ihm.

        Ich zitiere dich:

        Bei Saulus/Paulus finde ich stimmig/glaubwuerdig, dass er sein Leben vom Christen-Verfolger (juedischer Grossinquisitor) zum Fuer-Christus-Brennenden bis in den Maertyrer-Tod hinein gelebt hat. Das fehlt mir bei anderen Groessen, die “goettliche Offenbarungen” niedergeschrieben haben …

        Ich möchte Paulus nichts schlechtes unterstellen. Aber er wäre ein Prophet nach Jesus. Das finde ich im christlichen Kontext schon sehr interessant. Denkst du nicht, dass man nicht auch für die falsche Sache brennend sein kein?

        Übrigens: Zum Glück leben wir nicht in Saudi-Arabien.😉 Ich passe dort nicht so gut hin, wie du vielleicht vermutest.

      5. Moin @Wuestenrose

        “Denkst du nicht, dass man nicht auch für die falsche Sache brennend sein kein?”

        Ja, klar, gibt viele Bsp dazu (Verblendung, Wahn, Verranntsein in etwas).
        Ernaehrung, Fitness, Geld-Anhaeufen, Traden, Spielen, Hobby, Beruf, politische Ideen, (oder meintest du die “Sekte” der Christen?) fast alles hat die Moeglichkeit einen Menschen so extrem zu fesseln (Sucht/Wahn), dass er sich selbst zerstoert und damit auch seine Beziehungen. Deshalb brauchen wir den Anker in Gott(als Beziehung) unser Umfeld(Gemeinschaft/Beziehung zu Menschen) und Schriften(Selbstreflektion an dem DU, nicht allein am Ich). Schon allein aus Selbstschutz/Seelen-Hygiene.

        Bei der Suche nach Wahrheit: Was ist also zu extrem, wo faengt es an ungesund zu werden? Auch hier hilft es fast immer auf das praktische Leben dieser Menschen zu schauen (zB am Spiegel der 10 Gebote). Bzw. dein direktes Umfeld: wenn es dich liebende Menschen darin gibt, sagen sie dir vielleicht, wo du “ueber die Straenge schlaegst”.
        Nur, auf sie zu hoeren ist nicht immer leicht (denke gerade an die “Verbesserungsvorschlaege” meiner Frau fuer mich ;-))

        “Übrigens: Zum Glück leben wir nicht in Saudi-Arabien.😉 Ich passe dort nicht so gut hin, wie du vielleicht vermutest.”

        Das habe ich NIE vermutet. Von dem Wenigen was ich ueber S-A weiss, passt du da gewiss nicht hin, bzw waerest von dort abgehauen, oder in den Untergrund gegangen (zumindest innerlich)? Obwohl, vielleicht wuerde es der Gesellschaft dort helfen freiheitlicher zu werden? Hast du keine “FREE S.-A.”-Ambitionen? So einen anonymen arabischen Wuestenrosen-Blog gruenden?

        LG Joerg

  5. Mit dem Artikel musst du aufpassen, dass du keine “Perlen vor die Säue” wirfst. Kommt das nicht auch aus der Bibel? Mal im Ernst, die meisten blicken diese Themen doch vorne und hinten nicht. Mutig, dass du trotzdem solche Artikel schreibst.

  6. Woa Mr.Blackwater, das dauert eine Stunde um zu lesen…wtf. ALso ist schon dein Ding, diese Themen. Finde ich auch spannend und so, aber schweres Zeug ohne theologisches Wissen.

  7. Guten Morgen!

    Ein schöner, komplizierter und irgendwie auch krasser Artikel. Also positiv krass. !!

    Das mit der Seele finde ich sehr gut erklärt. Vor allem, weil man es zwar nicht 100%ig beweisen kann, aber der medizinische Fakt mit dem Hirntod bringt zum Nachdenken. Ich glaube an ein Leben “danach”. Das ist doch in der Menschheitsgeschichte schon immer bekannt und verankert gewesen. Die Vorstellung waren oft etwas unfundiert. Aber die Bibel sagt doch, dass es danach eine Art Gericht gibt.

    Mir gefällt, dass ihr das von dem Religionsthema trennt und es auf das Handeln des einzelnen abstellt. Für mich hat das schon immer mehr Sinn ergeben, als dieses “Mitglied und gerettet Ding.”

    Eure/deine Herangehensweise an das Thema finde ich sehr logisch für so etwas eher kompliziertes. Danke dafür!

    PS: Wie kann man mehr über die Hintergründe lernen?

    1. Durch lesen und durch Nachdenken über das Gelesene. Du kannst zum Start auch schon mal in der Bücherecke vorbei schauen. Das liefert eine sehr solide Substanz.

      Das “Mitglied-Ding” ist übrigens nicht unbedingt ein Thema heutiger Kirchen, sondern eher im Bereich Sekten/Freikirchen zu finden. Das führt natürlich die christliche Lehre vom Erlösertod Christi ad absurdum.

      Wenn (!) ich daran glaube, dass mit Jesus Tod alle Sünden bezahlt wurden, dann ist es schon ein perfider Widerspruch, wenn christliche Sekten behaupten, “ja das ist so, aber Du musst doch dies das und jenes tun was wir sagen um gerettet zu werden”. Diese Aussagen liegen meist auch im Bereich der wilden “Texthüpferei” in der Bibel und Auslegungen von irgendwelchen selbst ernannten Gurus. Da sollte man SEHR aufpassen!

      Ein anderer Gedankengang ist der, dass nicht alle Sünden bezahlt sind, jeder eben seine eigene Last trägt bzw. mit dem Tod alle Sünden bezahlt sind. Ein spannendes biblisches Thema, welches in den muslimischen Bereich übergeht.

      Also im Prinzip eine Weichenstellung. Aber der von Dir erwähnte “Rettung durch Mitgliedschaft” Punkt, ist typisch für Sekten.

      1. Gut zusammengefasst, Martin.

        Es gibt den (christlichen?) Spruch: “Gott hat nur Kinder, keine Enkel” damit ist gemeint, nicht die Familienzugehoerigkeit, die kulturelle DNA, weder Kirchensteuern, %Spendenvolumen, Fasten, Pilgern, noch Taufe machen dich zu einem Kind Gottes, sondern es gehoert deine eigene, bewusste Entscheidung dazu (SEIN Sklave sein zu wollen).
        Als Christ: fuer eine Beziehung zu Gott durch Jesus Christus, im Heiligen Geist.

        Als Muslim (oder auch andere gesetzl. Religionsgemeinschaften): – schoen von Martin herausgearbeitet – Was kann ich Beitragen, um einen gnaedigen Gott zu bekommen(Schuldfrage)?: Durch eigenes Bemuehen, stets etwas in Unklar-/Unsicherheit, wie es Gott mal bei der Endabrechnung halten wird … hat es wirklich gereicht? Etwas mehr Engagement waere doch noch gegangen, oder? Prinzip Hoffnung.
        Das, was wir als Christen (falsche)”Werkgerechtigkeit” nennen: zB 10x Vaterunser oder Rosenkraenze beten, Pilgern, Fasten, Spenden, regelm. Kirchgaenge … das wird DICH nicht retten.

        Gott schaut auf unser Herz und ob wir es IHM geben (unsere Haltung zu Ihm, Wuestenrose91s rote Faeden …).

        Wir koennen keinem in den Kopf gucken – und urteilen, wer “richtig” glaubt – das kann nur Gott allein.

        LG Joerg

      2. @Joerg.
        “Wir koennen keinem in den Kopf gucken – und urteilen, wer “richtig” glaubt – das kann nur Gott allein.”

        Jein. Wir können nicht in die Herzen schauen, das kann nur Gott. Und richten sollen wir auch nicht, auch das wird Gott eines Tages tun und wir werden große Augen machen, das wird sehr viele Überraschungen geben!
        Aber: Ich kann sehen, ob jemand in der Nachfolge lebt. Ob der Geist Früchte in dessen Leben bewirkt. Und wenn da gar nix ist, dann darf und soll ich ermutigen und auch ermahnen (nicht als Oberlehrer, sondern als Bruder/Schwester). Das ist doch der Grund, weshalb die Gemeinschaft der Gläubigen so unabdingbar ist. Damit man sich gegenseitig hilft, korrigiert, stärkt und mitfreut und jeder seine Gaben einbringt.

  8. Hallo, ich hatte bei euch mal dieses Zitat von einem Theologen gesehen über die Religion. Irgendwie so, wie die Feuerwehr ist gleichzeitig der Brandstifter? Finde es aber nicht mehr. Wisst ihr welches ich meine?

    1. Hallo Lars, es gibt verschiedene. Vielleicht meinst Du dieses hier:

      “Man kann in dieser Kirche längst nichts mehr retten, sondern nur sich noch und andere vor ihr! Denn Kirche, das ist eine Praxis, die blind macht, um führen, die krank macht, um heilen zu können; die in Nöten hilft, die man ohne sie gar nicht hätte; das Gängeln derer, die noch immer glauben, durch jene, die es nicht mehr tun.” (Karl-Heinz Deschner, Historiker)

      Nach dem was ich über und von Karl-Heinz Deschner gelesen habe geht es hier nicht um eine pauschale Kritik am Glauben, sondern um eine Kritik der Institution. Also nicht Hauskreise sind das Problem – sondern – sagen wir es aktuell: Köln ist das Problem.

      Es ist sehr wichtig, immer genau zu differenzieren damit auch klar ist, was gemeint ist.

  9. Ja Leute, da seid ihr wieder….

    Nicht mein Fachgebiet, aber sehr gut geschrieben und erklärt. Auch die praktischen Beispiele sind nachvollziehbar.

    Ist sicher viel Aufwand einen Artikel wie den zu schreiben. Vielen Dank für das Teilen!

  10. Na wie schööön ist das denn, endlich mal wieder so ein Artikel von dir mrtn🥰 Hab mich schon gefragt wann du mal wieder schreibst.

    بارك الله فيك يا أخي

  11. Damit hast du, Häuptling Schwarzwasser, deinem Ruf wieder alle Ehre gemacht. Diese theologische Abhandlung muss erst einmal verdaut werden. (Kräuterschnäpschen) Mir fehlt teilweise trotz vorgerückteren Alter die Bibelkenntnis und ich bekenne, sie steht im Bücherregal. Zwei davon sogar. Dieser Artikel ist durchaus mehr als eine Übung um das Hirn frisch zu halten, gerade der Schluß konnte mich doch berühren. Und ich gebe dies als alter Knochen noch zu. Das ist meine Form der Anerkennung! Wenn der alte Herr im Himmel das sieht, wovon du ausgehst, dann wird er ein paar Sonnenstahlen mehr schicken.

    PS: Was die junge Generation der Konsumenten angeht: Du hast nicht ernsthaft die Erwartung, dass dieser Artikel “GE-LICKED” wird?

  12. Ich spalte den Part zur Perle mal in einen eigenen Faden ab:

    “Unser Kaufmann in Matthäus [13,]45 brachte sozusagen ein Opfer. …. Jesus selbst wäre diese Perle. Das Königreich der Himmel ist Erlösung von Sünde und Tod durch den Tod von Jesus Christus. Ich [Martin] persönlich denke das nicht,”

    Fuer mich ist das Zentrale: Es ging im Gleichnis darum sein Leben/alles/sich selbst aufzugeben zum Erlangen des “Reiches der Himmel”. Damals ein durchaus verbreitetes Ziel, in das Reich der Himmel zu gelangen?

    Das Reich der Himmel ist fuer mich die barrierefreie, ewige Gemeinschaft mit Gott (durch die Annahme des Opfertodes von Jesus Christus zur Wegnahme aller Barrieren zwischen mir und Gott).

    Kein menschliches Opfer/Fastenuebung kann das sonst erwirken/leisten. Kein aktiver Weg/Glaubens-Kunststueck/Praktische Uebungen/Erkenntnis, der von mir zu Gott geht; sondern nur die dankbare Annahme des geschenkten Weges, den Gott in Jesus Christus fuer mich bereitet hat, funktioniert letztendlich (im Sinne einer Beziehung, nicht eines nur “fuer wahr halten”)?!

    Nein, Jesus ist nicht die “Perle”. Die “Perle” ist die ewige Gemeinschaft mit Gott, die mit dem Tausch “Alles, mit Haut und Haaren” gegen die Perle [Selbstaufgabe des eigenen Egos; Annahme des Weges mit Jesus] umittelbar beginnt?!

    LG Joerg

    1. “Kein menschliches Opfer/Fastenuebung kann das sonst erwirken/leisten.”

      Also alles egal, Hauptsache gerettet?

      Wieso soll Gott so ein Blutopfer von jemand erzwingen und wenn es sein Sohn war wie du sagst, wie grausam ist das denn wenn man das eigene Kind tötet? Und hat Gott sich jetzt selbst getötet und wo war er dann bis er wieder da war?

      1. Hallo Salihaalmawardi,

        nein, nicht alles egal. Die Rettung kann man nur als Geschenk annehmen, man kann nichts selbst tun, um sie irgendwie zu verdienen. ABER: Das Geschenk annehmen und dann so falsch weitermachen wie bisher, das geht auch nicht. Aus der Dankbarkeit und der Befreiung soll ein Leben folgen, in dem man den Willen Gottes tut. Dass wir freigekauft wurden, muss Auswirkungen haben. Die Bibel nennt es Heiligung. (Hebräer 12,14. Matth. 7,21).

        Gott hat das Blutopfer nicht von seinem Sohn erzwungen, dieser hat das Opfer freiwillig gebracht. Er war vor Grundlegung der Welt beim Vater und wusste von diesem Plan. Beide, Gott Vater und Gott Sohn haben es aus Liebe getan.

  13. Danke, Martin, fuer den mal wieder ziemlich langen Post.

    zu:
    “Die Sozialisierung wirft auch andere spannende Fragen auf: Denken wir, wir würden alles, was wir heute als Mensch glauben und für richtig halten genauso sehen, wenn wir in Saudi Arabien geboren wären? Oder in Israel? Oder im Iran?”

    Ist das nicht zu platt? Es gibt “kulturelle Sozialisierung”(massive Zwaenge) ausserhalb des Glaubens (oder der Glaubenslehre), die hier maechtig reinwirken.
    In vielen Kulturen (Saudi Arabien, Iran, etc) hat man nicht mal die Freiheit sich allgemein FUER etwas anderes und/oder GEGEN Gewohntes zu entscheiden, oder?
    Da wo die Freiheit besteht (zB in westlichen Gesellschaften?), koennte dagegen spaetestens in zweiter oder dritter Generation eine kulturell-unabhaengige Wahl statt finden (“kulturelles Freischwimmen”)?

    Letztendlich ist – finde ich – immer wieder der Wahrheitsbegriff das entscheidende: WENN es EINE goettliche Wahrheit/Realitaet gibt, dann kann auch nur eine WAHRHEIT richtig sein? VIELE/beliebige/alternative “Wahrheiten” geht dann nicht?!

    Wie koennte man messen, wer wieviel Wahrheit/das weniger schlechte/das kulturell-befreitere Konzept hat?

    Vielleicht durch die Religions-Wechselrate in freiheitlichen Gesellschaften?

    Also wieviele “echte Glaeubige” (in %) wechseln von
    Christ -> Muslime/Jude;
    Muslim -> Jude/Christ;
    Jude -> Christ/Muslim?

    Also ich weiss von vielen Muslimen und Juden, die Christen/messianische Juden geworden sind (standardisierte Daten sind schwer zu finden, wiki List of converts to Christianity) Aber ehrlich gesagt kaum relevanten Anzahlen von Juden die Muslime (List_of_converts_to_Islam_from_Judaism) oder Muslime, die Juden geworden sind (List_of_converts_to_Judaism_from_Islam)? Ob das ein Indiz fuer Wahrheitsgehalt/kulturelle Befreitheit ist? Wer kulturell keine Wahl hat, kann eher nicht wechseln, selbst wenn er wollte? Bzw viel schwerwiegender: erfaehrt erst gar nicht von Alternativen bzw wird bedroht bei Infragestellung.

    Historisch war es nicht/kaum moeglich vom Islam zu konvertieren. Ganze Gesellschaften wurden mit Waffengewalt erobert und hierarchisch zwangs-islamisiert, oder? Wieviele mehrheitlich-islamische Laender gibt/gab es, die echte Religionsfreiheit (oder wenigstens dtsch Niveau) praktizieren? Ich kenne keines.

    LG Joerg

    1. Hallo Jörg, natürlich gibt es Wahrheiten, die allgemein gültig sind und wovon es eben nur die eine gibt. Zum Beispiel die Naturgesetze.

      Bei der einen Wahrheit in Bezug auf das Thema Religion/Glauben, gibt es auch eine gewisse Kontinuität durch die drei Buchreligionen hindurch. Und das sind Aspekte, die sich nie verändert haben. Beispiel: Der Beweggrund ist wichtiger als die Tat. Eine Tat kann völlig wertlos sein, wenn sie aus dem falschen Beweggrund getan wird.

      Schwierig wird es aus meiner Sicht immer da, wo später historisch nachweislich Dinge verändert wurden und Einflüsse (z.B. Traditionen) ihren Abdruck hinterlassen haben. Die Person Jesus von Nazareth ist historisch als Fakt ja nun wenig umstritten. Aber zwischen seinen Aussagen und späteren Interpretationen davon liegt für mich schon ein sehr deutlicher Unterschied. Daher orientiere ich mich an den Dingen, die eben lange vor Jesu auftreten auch schon allgemeingültig waren und die er wiederholte.

      Die Ausbreitung des Islams aber auch des Christentums hatte verschiedene Phasen. Dazu ist die Arte Doku mit Quellen (unter Empfehlungen) beim Islam ganz interessant. Weder in der einen noch in der anderen Religion wurde immer nur und ständig mit Gewalt eine Verbreitung erzeugt. Das Chirstentum hatte einen friedlichen Start, und später enorm viel Gewalt in der Ausbreitung. Beim Islam gab es in den Anfängen viel Gewalt, aber auch durchaus (wenn auch wenigen bekannt, aber alles dokumentiert) sehr friedliche Phasen.

      Aber beide haben sich sicher nicht mit Ruhm bekleckert. Bis heute erzeugt das aus meiner Sicht mehr Atheisten, als viele andere Faktoren es tun.

      Aber was sind beide Religionen heute? Die Wahrheit?? Das halte ich für zu komplex um es einfach pauschal zu sagen. Es muss genau klar sein was mit dem Christentum und dem Islam gemeint ist. Und da muss man wirklich ganz offen und ehrlich mit historischen Veränderungen und Fakten umgehen. Und je mehr man forscht umso mehr merkt man, es gibt keine einfachen Antworten. (und da wo es sie gibt, gibt es selten echten Austausch über Argumente)

      Für sich selbst kann man aber daran arbeiten (das ist eine andere Ebene) seinen Weg mit der Religion zu entwickeln. Es wird auch immer um Kompromisse im Leben gehen, das ist ganz klar. Eine “Wahrheit von der Stange”, eine fertige Art McDonalds Religion wo alles richtig ist, die gibt es nicht. Aber es gibt aufrichtige Menschen, die nach besten Wissen und Gewissen forschen und Religion als die Verbindung zu Gott begreifen. Das waren doch die Menschen, die auch Jesus so sehr liebte. Weil sie aufrichtig waren.

      1. — Eine “Wahrheit von der Stange”, eine fertige Art McDonalds Religion wo alles richtig ist, die gibt es nicht. —

        Und darum ging es auch nie, es ging immer darum den einen anzubeten und keine anderen. Roter Faden Nr. 1. Alle Ehre der Anbetung ihm zu geben und keinen anderen. Roter Faden Nr. 2. Seine Gebote zu halten. Roter Faden Nr.3. Um Vergebung zu bitten, Buße, Reue. Roter Faden Nr. 4.

        Ich könnte das fortsetzen. Das ist die immer gleiche Botschaft aller Propheten und auch die von Jesus.

        Wenn ich die 1 nehme: Wie wahrscheinlich es, dass Gott seine Meinung nach 1500 Jahren änderte? Also es war immer das gleiche Problem: Der Götzendienst bei den Kindern Israels. Tausende starben, immer wurden Propheten geschickt und Urteile verkündet, wegen ihrem Verhalten. Sie sollten bereuen und umkehren um gesegnet zu werden. Irgendwann kapierten sie es. Als Jesus kam war es kein Thema mehr. Jesus wiederholte aber die Gebote und erklärte sie genauer. Wenn dann ein solcher Paradigmenwechsel kommen sollte, hätte das Jesus doch sicher mal erklärt, erwähnt, paar Hinweise gegeben. Nichts davon, statt dessen die mehrfache Wiederholung des bekannten. Spätestens 300-400 Jahre nach seinem Tod: Götzendienst ist in der christlichen STaatsreligion und die Aussage die Juden haben Jesus umgebracht und ihre Lehren (No.1) ist eine Irrlehre. Die ganzen Dogmen und heute bekannten Gedanken dazu sind aus den Konzilen. Gäbe es eine christliche Bewegung heute mit vorkonzilischer Handlungsweise, wäre das sehr interessant. Gibt es aber nicht. Ich weiss das, denn ich habe mich damit sehr intensiv beschäftigt.

        Islam ist ein Oberbegriff für Anbetung. Anbetung ist Unterwerfung, auch im Wörterbuch. “gekommen deinen Willen zu tun, dein Wille geschehe, nicht meiner” Unterwerfung hat heute wegen Mißbrauch einen sehr negativen Geschmack. Aber Unterwerfung unter Gott bedeutet mich dem zu unterwerfen, der alles gemacht hat und das beste für mich will (und weiss was das ist.) Ich bin diese sozusagen eine freiwillige Sklavin, weil mein Chef der beste der Welt ist. Und er sagt mir auch, dass ich dieses Verhältnis nicht auf einen Meschen übertragen darf. Damit ist Mißbrauch ausgeschlossen – wenn man es kapiert. (tun viele nicht) Auch wenn Muslime wegen dem Terminus manches anders sehen würden oder es Wissensdefizite gibt, 2 Milliarden Menschen sind nicht in der wahren Religion, außer sie verhalten sich so. Machen sie das??? Islam ist eine Art sein Leben zu leben und selbst die größte Dumpfbacke muss zugeben, dass nicht 2 Milliarden Menschen richtig handeln. Ich lasse gerne das Gegenteil mir sagen oder zeigen.

        Ausbreitung der Religionen…., also Jörg ich laste das dem historischen Christentum eigentlich nicht pauschal an, aber darüber brauchen wir keine Vergleiche zu machen.

        Religion ist auf verschiedenen Ebenen verschiedenes in der Bedeutung. Auf der persönlichsten Ebene ist es meine Anbetung für meinen Gott. Es hat auch gemeinschaftliche Aspekte wie zusammen beten. Aber wenn es nicht geht weil alle “spinnen”, dann ist es eben nur die erste Ebene. Auch ok. Auch die alten Propheten (alle) waren lange Zeit oder die ganze Zeit alleine, wenn es nicht anders ging.

        Ich sehe in Jesus wie er lebte und was er sagte mehr muslimische Gedanken als christliche. Nach ihm kommt das, was in die Geschichtsbücher als Kirche eingehen sollte. Und das ist keine ruhmreiche Geschichte von den ersten wenigen Jahren abgesehen. Ich vergleiche das nicht mit Islam, weil der Vergleich von Dingen die historisch belegbar falsch waren, weil Menschen falsch gehandelt haben mein Verhältnis zu Gott nicht, sagen wir weiter bringt. Für mich sind die Lehren entscheidend und im Studium kann man die sehr gut ausarbeiten und befreien von historischen Irrtümern. Dafür gibt es auch kritische Forschungsdisziplinen.

  14. In eigener Sache: Artikel wie dieser kosten uns immer Leser. Inzwischen ist das eine Art Running-Gag bei uns. Eigentlich steht ja bereits auf unserer Startseite, was für ein Blog das hier ist. Bei uns geht es um Finanzen und mehr. Und dieses “mehr” gehört dazu. Weil das Denken und Reflektieren des eigenen Seins für uns mehr Leben ist, als der Depotauszug.

    Natürlich schreiben wir auch weiterhin über Geld. Meist im Verhältnis 3:1. Butterbrot und Sahnetorte.

Was denkst Du darüber?