«Infantile Liebe folgt dem Prinzip: ‹Ich liebe, weil ich geliebt werde.› Reife Liebe folgt dem Prinzip: ‹Ich werde geliebt, weil ich liebe.› Unreife Liebe sagt: ‹Ich liebe dich, weil ich dich brauche.› Reife Liebe sagt: ‹Ich brauche dich, weil ich dich liebe.›»

Erich Fromm

Ver·geb·lich·keit

/Vergéblichkeit/Substantiv, feminin [die]

  1. 1.das Vergeblichsein“die Vergeblichkeit seiner Bemühungen einsehen”

Ich bin in meiner Geburtsstadt Heidelberg und habe mir vorgenommen, dort etwas Zeit zu verbringen. Einer der schönsten Orte neben der Altstadt ist das Heidelberger Schloss, die “berühmteste Ruine” der Welt und Inbegriff deutscher Romantik.

Heidelberg ist eine Stadt, die die wechselvolle Geschichte menschlichen Handelns gut dokumentiert. Viele Male erobert und zerstört. Von fremden und eigenen Heeren. Die Stadt hat man immer wieder aufgebaut, das Schloss wurde nach mehreren Versuchen und späteren zweifachen Blitzschlag im Jahr 1764 nicht mehr aufgebaut und es wurde für Dichter und die deutsche Romantik zu einem schier magischen Ort. Aber auch andere waren fasziniert. So beschrieb Mark Twain 1878 in seinem Buch Bummel durch Europa (A Tramp Abroad) das Heidelberger Schloss wie folgt:

“Um gut zu wirken, muss eine Ruine den richtigen Standort haben. Diese hier hätte nicht günstiger gelegen sein können. Sie steht auf einer die Umgebung beherrschenden Höhe, sie ist in grünen Wäldern verborgen, um sie herum gibt es keinen ebenen Grund, sondern im Gegenteil bewaldete Terrassen, man blickt durch glänzende Blätter in tiefe Klüfte und Abgründe hinab, wo Dämmer herrscht und die Sonne nicht eindringen kann. Die Natur versteht es, eine Ruine zu schmücken, um die beste Wirkung zu erzielen.”

Wohl wahr. “Wo Dämmer herrscht und die Sonne nicht eindringen kann”, solche Orte können einen bizarren und kühlen Reiz ausüben, eine unerklärliche Faszination, wie sie sonst nur durch längst vergangene Zeiten ausgelöst wird, deren Geist in alten Gemäuern unsichtbar und doch gegenwärtig eingefangen wird. Die Ruine des Heidelberger Schlosses hat gut fünf Jahrhunderte wechselvolle Geschichte hinter sich, Menschen, Systeme, Denkweisen und Lebensarten kamen und gingen. Das relativiert bei tiefer Selbstreflektion so manchen von Menschen gemachten Wahrheitsabsolutismus. Mit etwas Phantasie und Geschichtswissen, an einem ruhigen Ort des Schlossgartens, kann man die Augen schliessen und Stimmen reden hören. Von wahr und falsch, von Norm und Verstoss, von Anspruch und Scheitern, von Glauben und Unglauben, von Liebe und Hass. Von Gleichgültigkeit. Von Menschen mit hohen Ambitionen und begrenzten Wirken, alles im Lichte einer anderen, längst vergangenen Zeit. Rabbi Israel Ben Eliezer sagte einst den berühmten Ausspruch, den man auf vieles anwenden kann: „Vergessen verlängert das Exil, in der Erinnerung liegt das Geheimnis der Erlösung.“

In der Erinnerung liegt das Geheimnis der Erlösung – und so manche Selbsterkenntnis. Erinnern spart Zeitverschwendung auf sinnlosen Lebenswegen, durch Erinnern kann man aus Fehlern von anderen lernen. Und aus den eigenen.

Wechselvolle Geschichte – wechselhafte Standpunkte

Unsere Sozialisierung ist ganz entscheidend dafür, wie wir über andere Menschen und über deren Ansichten denken, aber auch was wir für die Wahrheit über die grossen Fragen des Lebens halten. Unsere Sozialisation ist immer eine Tochter ihrer Zeit. Wenn wir 1000 Jahre an einem Ort gelebt hätten, so hätten wir viele verschiedene Sozialisationen erfahren. Absurd anzunehmen, dass wir immer die eine Wahrheit über das Leben gewusst hätten. Warum denken wir heute, wir wüssten sie? Wenn man es schafft einen Schritt aus seinem eigenen Sein hinaus zu machen und selten durchdachte Fakten auf sich wirken zu lassen, dann kann man das als eine Facette der Selbstreflexion sehen. In unserer lauten und schrillen Welt von heute, ist die Selbstreflexion eine seltene Schönheit. Nur wenige Menschen finden die Stille, die zu diesem inneren Paradiesgarten der Gelassenheit führt und wenn es einmal gelingt, dann auch nicht immer wieder.

“…glücklich liebend und geliebt” Wie viele Menschen können dieses Glück in sich verspüren?

Wer bin ich?

Exis·tenz

/Existénz/Substantiv, feminin [die]

  1. 1b.[Plural selten](menschliches) Dasein, Leben “die menschliche Existenz”

Woher wissen wir eigentlich, dass wir existieren?

Alles was wir fühlen, spüren, sehen, riechen und ertasten sind letztlich Informationen, die in unserem Gehirn verarbeitet werden. Hingeleitet durch die Nervenbahnen unsers Körpers. Schon kleine Veränderungen in biochemischen Prozessen unseres Gehirns führen dazu, dass wir Depressionen haben oder wechselhaft glücklich und unglücklich sind, genannt mahnisch-depressiv. Genauso können solche Veränderungen aber auch dazu führen, dass wir Dinge sehen, die nicht existieren, mit Menschen reden, die es gar nicht gibt. Eine ganz dünne Wand ist zwischen dem was Menschen für normal, echt und die Wirklichkeit halten und dem, was die meisten als Wahnsinn definieren würden. Ein bemerkenswert fragiler Zustand, den wir als Bewusstsein bezeichnen. Und dieses Bewusstsein ist es, was uns zurückspiegelt, dass wir existieren. Wir sind. Wir könnten zumindest in den Augen unserer Mitmenschen aber auch existieren ohne zu sein, beispielsweise wenn wir keine Hirnaktivität mehr zeigen würden und damit unsere Persönlichkeit faktisch nicht mehr anwesend wäre. Vermutlich kommt das emotional gesehen unserem Tod in den Augen derer gleich, die uns lieben.

Die, die uns lieben, sind massgeblich eine Rückmeldung für unsere Existenz. Geliebt zu werden für das was wir sind – bedingungslos. Bedingungslose Liebe, frei von einem Hintergedanken ist etwas, was wir brauchen. Wir blühen auf und die Sonne scheint, selbst wenn es regnet. Die Erinnerungen, die diese Momente von Liebe in die Bahnen unseres Herzens schreiben, diese begleiten uns ein Leben lang und geben uns Kraft und Hoffnung. Erspürte und erlebte Liebe ist für uns nicht nur ein Beweis unserer Existenz, sie ist die Nahrung unseres Herzens. Sie ist der Stoff aus dem die Träume sind und zwar die, die überdauern. Die, die es wert sind geträumt und gelebt zu werden. Niemand kann uns das nehmen, ausser wir selbst.

Als Goethe im Herbst des Jahres 1815 Marianne von Willemer in Heidelberg traf, genau gesagt auf dem herzensschwer romantischen Heidelberger Schloss, muss das der Höhepunkt einer geheimen tiefen Liebe gewesen sein. Niemals hätte sie sonst geschrieben, dass sie hier glücklich war, “weil sie liebend und geliebt war.” Und ja, wer geliebt werden will, der muss lieben. Liebe ist keine Einbahnstrasse. Wir brauchen sie, aber wir können sie nicht fordern. Vielleicht auch deswegen ist sie so komplex, weil sie so gar nicht den Gesetzen unseres heutigen Handelns und Denkens entspricht.

Die Freundschaft von Goethe zu Marianne von Willemer ist eine der intensivsten Liebesgeschichten der deutschen Romantik, die Eingang in die Weltliteratur fanden. Gerade auch, weil die Tiefe und Intensität von beiden Seiten kam. Marianne von Willemer, Gefangene ihrer Gedanken. Goethe, gefangen in ihrer Liebe und das bis zum Lebensende. Wer kennt das literarische Meisterwerk deutscher Romantik, den West-östlichen Diwan von Goethe nicht? Sehnsucht und Liebe in Zeilen, von Fernweh, von west-östlichen Träumen, von einer kulturellen Verbindung, die Goethe sogar dazu brachte, sich mit der monotheistischen Religion des Nahen Ostens zu beschäftigen.

Dieses Werk fasziniert aber auch vor allem durch die Gedichte, die Marianne und Goethe als Suleika und Hatem einander in tiefer Zuneigung und Bewunderung schrieben. Man gab sich arabische Namen, um diese verbotene Liebe zu tarnen. Im Heidelberger Schlossgarten trafen sich die beiden, verweilten in den Gärten mit Blick auf die verfallene Ruine. Die Frankfurterin Marianne von Willemer war die letzte große Liebe eines Mannes, der so viel Freigeist und Liebe in sich trug, dass ein Leben und ein Mensch dafür nicht ausreichte und manchmal die Flucht ins Metaphysische der Ausweg schien. Frei nach der altbekannten Weisheit, dass man viele Menschen lieben, aber nur mit einem zusammen leben kann, lebte Goethe sein ambivalentes Leben. Immer auf der Suche nach mehr Tiefe, mehr Romantik und letztlich sogar nach Gott, was vielen weniger bekannt sein dürfte.

Die junge Marianne von Willemer muss er jedenfalls tief beeindruckt haben. Das wird spätestens klar, wenn man eines ihrer Meisterwerke von Gedichten auf sich wirken lässt.

Das Heidelberger Schloss

Euch grüß ich weite, lichtumfloßne Räume, 

Dich alten reichbekränzten Fürstenbau, 

Euch grüß ich hohe, dichtumlaubte Bäume, 

Und über euch des Himmels tiefes Blau.

Wohin den Blick das Auge forschend wendet 

In diesem blütenreichen Friedensraum, 

Wird mir ein leiser Liebesgruß gesendet 

Aus meines Lebens freudevollstem Traum. 

An der Terrasse hohem Berggeländer 

War eine Zeit sein Kommen und sein Gehn, 

Die Zeichen, treuer Neigung Unterpfänder, 

Sie sucht ich, und ich kann sie nicht erspähn.

Dort jenes Baumsblatt, das aus fernem Osten 

Dem westöstlichen Garten anvertraut, 

Gibt mir geheimnisvollen Sinn zu kosten 

Woran sich fromm die Liebende erbaut.

Durch jene Halle trat der hohe Norden 

Bedrohlich unserm friedlichen Geschick; 

Die rauhe Nähe kriegerischer Horden 

Betrog uns um den flüchtgen Augenblick.

Dem kühlen Brunnen, wo die klare Quelle 

Um grünbekränzte Marmorstufen rauscht, 

Entquillt nicht leiser, rascher, Well auf Welle, 

Als Blick um Blick, und Wort um Wort sich tauscht.

O schließt euch nun ihr müden Augenlider. 

Im Dämmerlichte jener schönen Zeit 

Umtönen mich des Freundes hohe Lieder, 

Zur Gegenwart wird die Vergangenheit.

Aus Sonnenstrahlen webt ihr Abendlüfte 

Ein goldnes Netz um diesen Zauberort, 

Berauscht mich, nehmt mich hin ihr Blumendüfte, 

Gebannt durch eure Macht kann ich nicht fort.

Schließt euch um mich ihr unsichtbaren Schranken 

Im Zauberkreis der magisch mich umgibt, 

Versenkt euch willig Sinne und Gedanken, 

Hier war ich glücklich, liebend und geliebt. 

In ihren Aufzeichnungen erzählt Marianne, das Treffen mit Goethe habe unter dem Ginkgo-Baum im Schlossgarten stattgefunden. Goethe schenkte Marianne im Frühjahr 1815 in Frankfurt ein Ginkgo-Blatt als Zeichen seiner Zuneigung und auch sein Gedicht Ginkgo Biloba ist Marianne gewidmet. Der Ginkgo, der im West-östlichen Divan ein Sinnbild für die Vereinigung von zwei Menschen ist und dessen Herkunft aus den östlichen Regionen der Erde schon immer als Zeichen von Frieden und Versöhnung zwischen den Kulturen stand – Goethe beschreibt ihn in einem Gedicht.

Er beschreibt wie zwei unabhängige Wesen miteinander verschmelzen, aber trotzdem nie klar wird, ob das, was aus der Begegnung entsteht Eins oder Zwei ist. In der Form der Ginkgo-Blätter ist beides zu erkennen: zwei Teile, die sich zu einer Form zusammenschließen, ohne vollständig ineinander aufzugehen. Es ist wohl eine der schönsten Beschreibungen von Liebe und Nähe, die es gibt.

Liebe – das unersetzliche Original.

Liebe ist wie Gott etwas, was man nicht ersetzen, nicht substituieren kann. Egal was man auch versucht, es ist höchstens der Schatten eines Antlitzes davon, der verzweifelte Versuch sein Herz mit etwas zu füllen, was niemals so gut wie das Original sein wird. Man wird immer Hunger leiden, nie satt werden, ewig auf der Suche sein, niemals glücklich, niemals rastend, niemals ankommend, niemals zuhause sein. Bis man sie erkannt hat, bis man sie gefunden hat: Die Liebe.

In einer Welt, in der sich alles um Ersatzbefriedigung dreht, deren Motto man mit Wörtern wie Fastfood und Shortcut beschreiben könnte, werden längst vergangene Zeiten und ihre Erkenntnisse oft nicht verstanden. Und in einer Gesellschaft, in der sich alles um Ersatzbefriedigung dreht, gibt es auch zwangsläufig weniger Erkenntnis, die dem Lebenstrieb dienen kann.

Goethe: “Glücklich allein ist die Seele, die liebt.”
Marianne von Willemer, “eine Gefangene ihrer Gedanken”
“… herzensschwer romantischer Ort aus einer anderen Zeit.” Das Heidelberger Schloss.

Was ist Liebe?

Sein

sein1/za͜in,seín/unregelmäßiges Verb

  1. 1a. sich in einem bestimmten Zustand, in einer bestimmten Lage befinden; sich bestimmten Umständen ausgesetzt sehen

Sein, Dasein, Gegebensein bezeichnet den Grundbegriff der Philosophie und Metaphysik. Das Verb sein, zu dem Sein den substantivierten Infinitiv bildet, kann nicht eindeutig definiert werden (…)

Bis heute kann das Sein nicht klar definiert werden, bleibt ein Begriff aus dem Reich der Metaphysik, ein Gegenstand der Philosophie. Wir können Existenz reflektieren, wir selbst werden reflektiert durch die Liebe in unserem Leben, wie ein Spiegelbild im Wasser. Aber sein? Es wird eine ewige Suche bleiben, da der Ursprung und Grund, der Anfang der Kausalkette schon ein grosses Rätsel für uns ist, das uns tiefen Respekt abverlangt.

Was sich aber sagen lässt ist, dass wir vielleicht gerade deswegen unser Sein mit Sinn ausfüllen sollten. Und in vielen Momenten unseres Lebens, wird das der bewusste Moment sein. Er muss nicht immer gross und spektakulär sein, denn gerade in der Stille und im Verweilen liegt unglaubliche Kraft. Der Augenblick eines Wimpernschlags kann schon so bewusst erfahren werden, das es scheint, man hätte die Zeit angehalten. Eine der bewusstesten Erfahrungen unseres Lebens wird aber stets die Liebe sein. Die Momente, in denen wir lieben und geliebt werden, die Momente, in denen wir mit unserer Liebe andere glücklich machen und selbst glücklich sind. Die Liebe ist die größte Eigenschaft, die wir geschenkt bekommen haben und sie ist zum teilen da. Und ob wir es wahr haben wollen oder nicht, das ist unsere Natur, unsere Seele, der Weg und unser Ziel. Und als gläubiger Mensch darf ich euch sagen, es ist so gewollt. Wer liebt, wird geliebt werden. Wer Liebe teilt, bekommt noch mehr. Und wer liebt wird nie vergessen werden. Liebe ist die Essenz unseres Lebens.

Und was wurde eigentlich aus der Liebe zwischen Johann Wolfgang von Goethe und Marianne von Willemer? Wie ging es mit ihrer Liebe weiter?

Der 27. September 1815 war der letzte Tag, an dem sich die beiden trafen, sie sahen sich danach nie wieder. Für Goethe war es das einzige Mal in seinem Leben und Werk, dass eine Frau Mitschöpferin seiner Dichtung wurde. Marianne von Willemer war nicht nur das Vorbild der Suleika, viele Gedichte im West-Östlichen Divan waren von ihr.

Und doch verzehrten sich die Liebenden eine Zeitlang auf Papier. Sie schrieben einander bis zu Goethes Tod im Jahre 1832 Briefe voller Zartheit und Sehnsucht, voller Vertrautheit. Vom Heidelberger Schlosspark sprach Marianne noch als Greisin unter Tränen. Hier, heißt es, hatte sie Goethe geküsst.

Goethe starb am 22. März 1832. Marianne sagte dazu, nachdem ihr die Nachricht überbracht worden war: „Gott hat mir diese Freundschaft gegeben. Er hat sie mir genommen.”

Die Liebe, so scheint es, scheint eine Überlebende der Zeit zu sein. Sie überdauert Jahrhunderte wie Jahreszeiten.

Sehnsucht ist wohl das, was kaum ein anderer Ort so sehr wie die Heidelberger Schlossruine ausstrahlt, wie als wenn die Gefühle dieser aussergewöhnlichen Freundschaft dort zurück geblieben wären. Im Herbst 1815 wie heute verkündet diese Ruine doch von längst vergangenen Tagen, von der Vergeblichkeit ihres Wiederaufbaus, der nie statt fand, von der Romantik des Verflossenen, dem bittersüssen Reiz des Endlichen, von der Größe einer anderen Zeit. Wenn abendlich die westlich untergehende Sonne den Schlosspark diffus beleuchtet, der von Osten kommende Neckar vorbeifliesst, dann findet man im Nachsinnen die ganze Sehnsucht und Tiefe, die dieser Ort in sich birgt. Man kann nicht einmal in Worte kleiden, welche Gedanken einen durchströmen, es ist schwer diese greifen zu wollen und auf dem Papier zu fesseln. Aber warum sollte man das auch? Vielleicht sollte man einfach loslassen, sich nicht dem Diktat des müssen’s hingeben, einfach beschreibend statt definierend ein Leben akzeptieren, dessen Grundlagen so fragil wie abfallende Blätter im langsam aufkommenden Spätsommerwind sind.

Sein ist mehr als Existieren. Sein ist Sehnsucht, aber auch Loslassen. Manchmal auch sich selbst. In jedem Fall ist aber das, was uns Menschen am meisten ausmacht, die Essenz und der Grund warum wir existieren, die Liebe. Lassen wir uns unsere Liebe niemals nehmen.

“Doch überwiegt das Leben alles, wenn die Liebe in der Schale liegt.”

Johann Wolfgang von Goethe, 1749 – 1832.

9 Kommentare zu „Heidelberg, 1815 – 2021

  1. Sehr sehr schön und berührend. Goethe war sehr interessiert am Islam.

    “Schon Goethe begeisterte sich für die arabische Kalligrafie, die Muslime Gottes Schönheit in der Schrift spüren lässt und zum Charakteristikum islamischer Kultur und Spiritualität gehört. Durch eigene Schreibübungen in der Schrift des Koran hat Goethe selber sich bemüht nachzuvollziehen: «In keiner Sprache ist Wort, Geist und Schrift so uranfänglich zusammengekörpert wie in der arabischen Sprache.”

    Zitat von hier: https://www.feinschwarz.net/im-islam-leben-und-sterben-wir-alle-goethe-und-der-koran/

    Empfehlenswert ist auch das Buch “Goethe und der Islam”.

    Ich kann mir vorstellen, warum es dir alles sehr gefallen hat und dieses besondere Schönheit auf dem Schloss in Heidelberg. Sehr vergängliches macht sehr nachdenklich.

  2. “Und ja, wer geliebt werden will, der muss lieben. Liebe ist keine Einbahnstrasse.”

    Und doch kann ein Mensch auch einen anderen lieben und nicht zurückgeliebt werden. Auch eine solche Liebe kann Jahrzehnte überdauern, selbst wenn nie ein Kuss stattfand.

    Wie Shakespeare schon wusste:
    Lieb ist kein Narr der Zeit;
    dem Rosenmunde, der blühend Wange droht der Sense Schlag.
    Sie aber wechselt nicht mit Woch und Stunde,
    sie harret aus, bis an den letzten Tag.

  3. Du hast in diesem Artikel geschrieben, dass das Sein bis heute nicht klar definiert werden kann. Auch ich möchte es an dieser Stelle überhaupt nicht versuchen. Ich bin einfach nur dankbar, ein kleiner Teil Deiner Leserschaft SEIN zu dürfen.

  4. Dieser schöne Mix aus philosophischen Artikeln und solidem Finanzwissen macht diesen Blog zu einer aussergewöhnlichen Adresse. Angenehm anders und werbefrei.

    Persönlich gefällt mir auch, dass hier kein hedonistischer geldgeiler Mindset verbreitet wird wie sonst in der Szene üblich. Ich empfehle euch gerne weiter.

  5. Ich liebe dich, weil in den letzten 500000 Jahren nur die Menschen ihre Gene weitergeben konnten, die sich mit einem Partner zusammen getan haben.

  6. Hmmm, vielleicht solltest du ein Buch schreiben und Geldanlage mit Romantik kombinieren. Eines ist sicher, sollte ich nochmal heiraten, lasse ich mir auf dem Heidelberger Schloss den Antrag machen😂 Und wenn das nix wird, soll es nicht sein. Aber ganz im Ernst, es ist ein wunderschöner Ort und dein Artikel zeigt das sehr schön.

    1. Wie kommen Sie darauf? Schwarzwasser behauptet nirgendwo, dass sein Blog ein reiner Finanzblog wäre. Sie sollten den Finanzwesir besuchen und sich Alpha-Anlagen andrehen lassen. *räusper

      1. Ich hatte die Frage eher so gelesen ob das noch ein schnöder Finanzblog ist, wo doch hier ein Philosoph seine Gedanken teilt. Also anerkennend.

        PS:
        Ich selbst habe aber die Intention, die Du dem Anonymen unterstellst. Ich lese hier nur ein paar Zeilen, scrolle grob drüber, kratze mich am Kopf und denke mir “nicht meine Wellenlänge, der Häuptling hat wilde Kräuter geraucht und Pilze geschnupft. Gut, wenn ihm das Erleuchtung bringt, dann soll er halt … ich bleibe trotzdem beim Sahnebonbon”

Was denkst Du darüber?