“Wo alle das selbe denken, denkt niemand besonders viel.”

Walter Lippmann, amerikanischer Journalist und Publizist
23.09.1889, † 14.12.1974

Obiges Zitat von Walter Lippmann ist in dieser oder abgewandelter Form bereits oft in verschiedenen Zusammenhängen zitiert worden. In ihm steckt eine Wahrheit, die jedem bei tieferen Nachdenken bewusst ist, die aber in unserer Alltagspsychologie schlicht weg durch unsere Gefühle, die Sozialisierung und andere Effekte überstimmt wird. Im Prinzip betrifft das alle Bereiche unseres menschlichen Lebens und selbstverständlich auch die Finanzen. Heute machen wir eine kleine Reise durch Mehrheitsdenken, Gustave le Bon und die Massenpsychologie und unser eigenes Verhalten.

Mehrheit und Norm

Es war im Jahr 1942 als Albert Einstein an der Oxford Universität lehrte. Er gab ein Physik Seminar für eine Klasse von Physik Studenten in höheren Semestern. Er lief über den Campus mit seinem Assistenten und plötzlich schaute sein Assistent ihn an und fragte: “Dr. Einstein, das Seminar was Sie ihren Physik Studenten geben werden, ist es das exakt gleiche Seminar wie in dem Jahr zuvor?” Einstein sagte: “Ja, es ist exakt das gleiche Seminar wie vor einem Jahr.” Der Assistent sagte erstaunt: “Aber Dr. Einstein, wieso wieder genau das gleiche Seminar?”

Ein paar Sekunden vergingen und Einstein sagte: “Nun, die Antworten haben sich geändert.”

Die Antworten haben sich geändert. Wir leben in einer Welt, in der die Fragen die gleichen sind, aber die Antworten haben sich geändert.

Im Englischen führte das zu der häufig ausgesprochenen Aussage: “If you want to have results that you never had before, you need to start doing things you’ve never done before.” Diese Aussage wird auf Heissluftgebläse Veranstaltungen aka 5TEUR Motivationscoachings und Schulungen gerne zitiert und rein auf schnödes, phantasieloses Geld verdienen angewendet. Aber die Wahrheit ist, dass es um viel mehr wie Geld geht. In einer Welt, die Erfolg nur an Geld festmacht, mag das zwar genügen Trivialschlüsse zu ziehen, aber die Anwendung auf Sinn, Glück und Erfüllung geht weit darüber hinaus. Und darum geht es ja schliesslich hier. Also stellt sich für uns die Frage – wenn wir dazu bereit sind – gibt es einen Weg in unserem Leben deutlich andere Ergebnisse zu erzielen, andere Ziele zu stecken und zu erreichen und ein erfüllteres Leben zu führen?

Die theoretisch einfache Antwort ist “ja”. Das liegt an der Wahrheit, die sich in dem zu Anfangs zitierten Satz befindet. Wenn man sich das Leben von außergewöhnlichen Menschen anschaut wird einem klar, dass die Mehrheit der anderen Menschen im Vergleich immer falsch liegt. Und das kann man letztlich für sich nutzen. Im Bereich der Finanzen würde man das als antizyklisches Verhalten bezeichnen. Aber bevor wir dazu kommen, ein paar weiterführende Gedanken.

Eine interessante Tatsache ist, dass wann immer Individuen, Gruppen von Menschen oder Organisationen auf einen Widerstand treffen, sie zu zwei Dingen tendieren: Die einen tun mehr von der selben Sache, werden also vehementer in ihrem bisherigen Agieren, die anderen tun weniger der selben Sache, lassen also in der Intensität ihres Agierens nach. Was man selten bis nie sieht ist, dass sie eine neue Herangehensweise wählen oder einen neuen Weg gehen. Soziologen schätzen die Zahl der Menschen, die ihr Verhalten bei Misserfolg deutlich ändern auf ca. 3% ein. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass 97% im gedanklichen Sinne weiter mit dem Kopf durch die Wand gehen wollen. An der Stelle muss man sich nun eine Frage stellen: Was ist der Zweck des Denkens?

Etwas humorvoll erklärt: Wenn man die Frage “was ist der Zweck des Denkens” einem Hirnforscher stellt, bekommt man die Antwort: Der Zweck des Denkens ist aufzuhören zu denken. Aber was ist damit gemeint? Denken ist eine Aktivität, die sehr viel Energie verbraucht. Wann immer wir also denken (müssen), tun wir das so kurz wie möglich und kehren dann sozusagen zum Autopiloten zurück. 95% unserer Lebenszeit ist von automatischen Prozessen bestimmt, Alltagspsychologie, Sozialisierung, kognitiver Automatisation. Jeder weiss das, wenn wir beispielsweise an das Autofahren denken. Vielleicht sind wir 30 Minuten zur Arbeit gefahren. Wir haben das nicht bewusst erlebt, das fahren, schalten, bremsen, abbiegen und was sonst noch für Handlungen auf dem Weg zur Arbeit statt fanden.

Wenn unser Gehirn auf “Autopilot” ist, wird das von Hirnforschern in der englischen Sprache “mental myopie” genannt. In der deutschen Sprache haben wir dafür den Begriff “Tunnelblick”. Der Vorteil ist, unser Gehirn verbraucht weniger Energie in diesem Modus. Der Nachteil ist, dass unser Leben wie die Autofahrt zur Arbeit ist. Es ist für die meisten wie auf Autopilot, man sieht nicht nach rechts und links, nicht die Landschaften, andere Möglichkeiten abzubiegen oder eine andere Strasse zu nehmen. Statt der schönen Küstenstrasse, fährt man durch die Stadt, wo alle durch fahren und im Stau stehen. Das ist eigentlich genau das: Thinking inside the box. Die Grenzen einer “Box” sind deutlich und klar definiert. Und innerhalb dieser Grenzen denken wir. Diese Grenzen in denen wir denken, sind beispielsweise die Grenzen die Gesetze uns setzen, also durchaus sinnvolle Grenzen, wenn wir nicht gerade in einem Unrechtsstaat leben. Andere Grenzen sind physische Grenzen, technologische Grenzen und auch moralische Grenzen. Das ist alles “inside the box”. Wenn wir denn denken, wenn…

Denn die Realität ist, dass unsere persönliche Box oft noch viel kleiner ist. Um ein kleines Beispiel zu wählen welches möglichst unverfänglich ist, nehmen wir mal an, wir haben Hunger und wollen etwas essen. Was können wir also tun? Wir könnten eine Pizza bestellen. Oder in ein Restaurant gehen. Oder daheim etwas leckeres kochen. Es gibt viele interessante Möglichkeiten. Die wenigsten würden aber wohl sagen, lass uns in den Wald gehen und ein paar Tiere erlegen und einen leckeren Braten machen. Oder lass uns ein paar tote Tiere am Strassenrand einer Schnellstrasse sammeln und daraus ein schmackhaftes Abendessen zubereiten. Fakt ist aber, dass das für die meisten Menschen der Welt ein völlig normaler Vorgang wäre. Es wäre nichts falsch daran, so zu denken und zu handeln und würde akzeptiert werden.

Unser heutiges westliches Leben ist von lauter Standards definiert. Beispielsweise denke ich an mein altes Leben als Banker zurück. Es war völlig normal, dass jemand zu mir kam und mir Geld gab und ich gab dieses Geld jemand anders. Das ist das Geschäft und im Wesentlichen eine einfache Jobbeschreibung für das Banking. In anderen Teilen der Welt würde ich dafür umgebracht werden. Die Standards, die wir im Leben haben, werden als “Norm” bezeichnet, was eine Abkürzung von “normal” ist. Man kann also sagen: Wenn wir tun was alle tun, was also “normal” ist, dann werden wir die Ergebnisse und Erfahrungen in unserem Leben machen, die alle machen. Und mit alle meine ich, in unserem jeweiligen Kulturkreis. Das ist normal, es sind normale Erfahrungen und Ergebnisse. Aber die Frage, die sich viele Menschen stellen ist, wie kann ich andere, intensivere und erfüllendere Ergebnisse und Erfahrungen bekommen und aus meinem Leben etwas besonderes machen? Wie komme ich aus der Box raus?

Und die einfache Antwort, die aber eine außerordentliche Herausforderung für uns sein wird ist, dass wir die gesellschaftlichen und anerzogenen Normen brechen müssen, wenn wir beispielsweise mehr Tiefe im Leben wollen. Aber wollen wir das wirklich? Denn die meisten der 97% sind zufrieden mit der Norm und wollen so leben. Wenn uns das aber nicht reicht, dann müssen wir zu den 3% gehören. Also den Menschen, die wissen wollen was hinter der Grenze ist. Es gibt viele Bereiche des Lebens, in denen das sehr interessant sein kann und wir wollen uns einmal ein paar im Laufe der Zeit hier auf dem Blog gemeinsam anschauen.

Gesellschaft: Wieso ist es “normal” nicht denkender Konsument zu sein, seine begrenzte Lebenszeit in unbegrenzt reproduzierbares Geld zu tauschen und das Geld in ein Überangebot von Waren? Und wer will, dass dieser Vorgang allgemein als normal und erstrebenswert akzeptiert wird?

Normen und Liebe: War unsere Hochzeit wie wir es uns wünschten, oder war es eine Mischung gesellschaftlicher und anerzogener sozialisierter Normen?

Definition von Erfolg: Reich, schön und berühmt. Ist das die glücklich machende Erfolgsformel? Und wenn nachweisslich nicht, warum strebt die Mehrheit danach oder…
…vergöttert Menschen die das sind? Menschen zu folgen war schon immer der Weg in das sichere Unglück. Trotzdem werden die Effekte, die dazu führen, nie überwunden. Nur die Vorzeichen ändern sich.

Zeitgeist – im Wandel der Zeit

Die Massen urteilen gar nicht oder falsch. Die Urteile, die die Massen annehmen, sind nur aufgedrängt, niemals geprüfte Urteile.”

Gustave le Bon, Philosoph, Arzt, Sozialwissenschafter

Eine Reise durch die Zeit zeigt sehr deutlich wie Normen sich dauernd änderten und wie auf einer Bühne immer neue Bühnenbilder, Statisten und Schauspieler auftreten, die die Massen zu begeistern wussten. Das kann man durch den Sog von Massenpsychologie, Begeisterung und Ängsten erreichen. Und dabei reicht es schon, sich auf nur ein Land zu konzentrieren, beispielsweise Deutschland. Behalten wir im Hinterkopf, dass nur die Vorzeichen sich ändern, der Kollektivismus ist immer der gleiche und damit die sanfte Diktatur der Norm. Wenn man sich einfach Zeitungsartikel und deren Überschriften aus Deutschland der letzten 120 Jahre zu Gemüte führt, wird das klar. Manche Verlage waren übrigens bei fast allen Epochen dabei. Als Mitarbeiter der das alles miterlebt hat, muss man wohl nahe einer selbst induzierten multiplen Persönlichkeitsstörung gewesen sein.

“Es lebe der Kaiser! Wir leben und sterben für den Kaiser!”

“Es lebe die Republik Weimar!”

“Heil unserem Führer Adolf Hitler!”

“Lang lebe der Sozialismus!”

“Lang lebe die Demokratie!”

“Wir wollen Sozialismus!”

“Wir kämpfen für sexuelle Freiheit und Selbstbestimmung für alle!”

“Es braucht eine Klimaregierung ohne Kompromisse und radikal!”

Man könnte das beliebig fortsetzen und in die Details gehen und würde nie fertig werden. Was mit diesen Headlines an Zeitgeistern und Normen verbunden war und ist, weiss jeder. Und noch heute würde sich mancher nach Luft schnappend echauffieren, würde diese Reihenfolge in einer deutschen Tageszeitung so abgedruckt werden. Der (Klein)Geist jeder dieser Zeitepochen hält sich für den richtigen und überlegenen. Würden Außerirdische das beobachten, so würden sie das deutsche Volk für ein höchst inkonsistent handelndes und leicht manipulierbares Volk halten, was mit jedem neuen Lüftchen die Nasen in die Höhe hebt, um möglichst vorauseilend die neue Windrichtung zu bestimmen und das dem Nachbarn dann auch gleich mitteilen und verordnen zu können. Natürlich sind das Phänomene, die man auch in anderen Ländern beobachten kann. Aber Mehrheitsnormen sind durchaus etwas, was gerade in Deutschland besonders gut studierbar ist, vermutlich auch deshalb, weil die deutsche Geschichte regelmäßig in Abgründe führt und es erst nach dem Aufprall auf die Wand zu einer Änderung kommt. Ob es vor dem Hintergrund deutscher Geschichte vernünftig ist, jeder “neuen Sau die durchs Dorf getrieben wird” gleich hinterher zu rennen – es darf bezweifelt werden. Das Hinterherrennen ist freilich leichter als selbst zu denken. Autopilot lässt grüssen. Leider hatte auch in Bezug auf das Lernen aus der Vergangenheit Gustave le Bon immer wieder Recht: “Die von einer Generation gesammelten Erfahrungen sind im Allgemeinen für die folgende nutzlos, darum hat es keinen Zweck, geschichtliche Beweise als Ereignisse anzuführen.”

Ein ein paar Stunden dauernder Ausfall der Facebook Dienstleistungen sorgt für mehr Aufschrei, als das Aussetzen der Grundrechte für 2 Jahre. Und wichtige und weitreichende Entscheidungen werden am besten während der Fussball WM getroffen. Mehr möchte ich dazu nicht anmerken.

Deutschland hat gemessen an seiner Vergangenheit natürlich auch schon deutlich schlechtere Phasen erlebt und doch gilt es zu lernen. Die in der Vergangenheit gesellschaftlich durch die absolute Mehrheit akzeptierte Norm, Menschen wegen ihrer Rasse zu verraten, damit sie in einem Konzentrationslager vergast werden, ist nicht gleichzusetzen mit der Forderung nach einer radikalen Umsetzung von Ideen aus der Klimaproblematik oder ähnlichen. Und dennoch sollte man aufhorchen, wenn Wörter wie “radikal” oder “kompromisslos” verwendet werden und es zu Grundrechtseingriffen kommt. Darauf hinzuweisen führt heute mitunter schon zum sozialen Pranger – das ist gerade in Deutschland grotesk.

Der Zeitgeist ist nur eine Rahmenbedingung, die eine Norm in unserem Leben schafft und meistens war es keine gute. Kurzfristig ist es angenehm das Armband oder den Sticker mit den Farben der Norm zu tragen, Farben die sich dauernd wandeln, aber es ist eben mehr als nur eine Farbe. Vielleicht ist es sinnvoller jeglichen Kollektivismus hinter sich zu lassen – auf dem Schutthaufen gescheiterter Ideen und der Weltgeschichte. Gerade diese lehrt uns, “nein”, es ist dieses Mal nicht anders als davor. Wenn man aus der Geschichte nicht lernt, wiederholt sie sich, insbesondere die der gescheiterten Sozialexperimente.

Sozialisierung – was ist “unsere” Wahrheit?

Während das Feld des Zeitgeistes durch uns nicht veränderbar ist, ist es die Sozialisierung schon. Allgemein natürlich um so schwerer, je älter man wird. Die Sozialisierung ist sozusagen das Dateisystem und die Fragmentierung, mit denen die Festplatte, unser Gehirn beschrieben wird, bevor die Daten der Erfahrungen, des gelebten Lebens hinzu kommen. Besonders fatal ist eigentlich, dass viele Erfahrungen auch danach bewertet werden, inwieweit sie zu den Vorgaben der Sozialisierung passen. Was also gut oder schlecht ist, ist in vielen Fällen kein allgemein gültiger Massstab, sondern etwas, was antrainiert wurde. Das muss nicht immer schlecht sein. Wir können uns beispielsweise Elemente der 10 Gebote anschauen, die heute in so gut wie allen juristischen und sozialen Systemen der Welt gültig sind.

1. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

2. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen.

3. Du sollst den Feiertag heiligen. (Anmerkung: Hier ist eigentlich der jüdische Sabbat gemeint und nicht irgendwelche Feiertage. Das ist bei uns Samstag. Kaiser Konstantin änderte das.)

4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

5. Du sollst nicht töten.

6. Du sollst nicht ehebrechen.

7. Du sollst nicht stehlen.

8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.

Quelle: Evangelische Kirche Deutschland.

Das Übertreten der Gebote 5, 7 ,8 würden auch in Deutschland zu schweren Konsequenzen führen. Das Übertreten der Gebote 6, 9 und 10 führt zu sozialen Problemen und sicher zu keinem angenehmen Leben.

Aber losgelöst von diesen sinnvollen Vorgaben, ohne die Anarchie herrschen würde, gibt es Normen, die richtig und falsch definieren, obwohl das Leben dadurch nicht besser oder schlechter wird, sondern einfach anders. Zumindest wäre besser und schlechter nur durch unser eigenes Empfinden definiert. Würden wir die Grenzen dieser Normen übertreten, wäre das kein Verstoss gegen Gesetze, aber man würde komisch schauen, unser Freundeskreis würde sich ändern, unser Blickwinkel auf das Leben würde sich ändern, wir würden Lebensfragen anders beantworten (oder überhaupt beantworten können) und – je nach persönlicher Voraussetzung- würden wir glücklicher und erfolgreicher werden. Wir sind nicht gezwungen das zu tun, aber wenn wir neugierig sind oder unglücklich oder einfach leer im Leben, dann sollten wir das tun. Dann sollten wir den Mut aufbringen für diese Veränderungen. Ich kann hier nur eigene Beispiele anbringen, es gibt ein enorm weites Feld weiterer Möglichkeiten. Freiheit bedeutet nicht nur Abends den Fernsehkanal frei wählen zu können oder den Pizzabelag, es ist die Freiheit sein Leben anders zu gestalten und zu sehen was passiert. Ob andere Wege und Antworten die besseren sind, finden wir nur heraus, in dem wir springen. Und es muss nicht immer kaltes Wasser sein, lauwarmes geht auch. Schritt für Schritt.

Sich einfach mal zu reflektieren, warum wir bestimmte Neigungen haben, bestimmte Vorlieben und welche, warum wir Christ, Muslim oder Atheist sind, ohne Angst vor einer offenen Antwort. Wir stehen niemand Rede und Antwort, nur uns selbst. Dass die jeweiligen Gruppen – und man könnte viele mehr nennen – so extrem unterschiedlich stark oder schwach in verschiedenen Ländern und Regionen der Erde ausfallen, lässt doch sehr deutlich den Schluss zu, dass wir hier von Sozialisierung reden. Nicht in jedem Fall, aber in den meisten. Und diese Sozialisierung überschreibt das, was wir eigentlich im Inneren waren und sind. Am Anfang unseres Lebens sind wir noch recht unbeschrieben, ein unbeschriebenes Blatt, wie man so schön sagt. Und dann beginnt die Sozialisierung schon. Unsere Eltern “schreiben” ihre Werte in unser Herz, später machen das schulische Einrichtungen und andere Institutionen. Aber haben wir uns mal gefragt, was aus uns geworden wäre, wenn wir in Vietnam geboren worden wären, in Texas, in Brasilien oder im Irak? Glauben wir noch immer, dass es eine bewusste Wahl war, dass wir heute diesen oder jenen Glauben haben? Dieses oder jenes für die Norm halten, diese oder jene Vorliebe haben? Diese Gedanken sind nicht dazu geeignet unsere Vorurteile und das Selbstverständnis unserer Existenz zu bestätigen, sie holen uns schon ein Stück weit auf den Boden der Tatsachen zurück und dieser ist eher weich und sumpfig und nicht aus dem Granit scheinbar fest stehender Annahmen.

Das Leben ist eine Reise. Und reisen ist nicht das gleiche wie Fernsehen schauen. Und niemand kann das für uns tun. Wir müssen schon selbst ins Flugzeug steigen.
Vieles, was wir über andere Orte und Menschen zu wissen glauben, entstammt nur der Filterblase von anderen Menschen und Institutionen. Soziale Steuerung mag die Welt stabil halten, aber die meisten Menschen bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Individuelles Glück und Erfüllung spielt bei dem Konzept sozialer Steuerung überhaupt keine Rolle und soll möglichst mit Konsum und Beschäftigung befriedigt – nicht erfüllt – werden.
Woher wissen wir, wie Datteln schmecken? Weil wir sie probiert haben. Es ist vielleicht keine schlechte Idee, auch mal anderen Standpunkte, Menschen, Kulturen und Denkweisen kennen zu lernen.
Die berühmte Al-Mutanabbi-Straße in Bagdad. Bevor es Social Media gab, war das ein Ort, um die politische Stimmungslage der Iraker zu erfahren. Ein Mikrokosmos, der sich zunehmend in das www verlagert hat.

Die eigene Bubble

“Ich glaube nicht was ich sehe, weil ich sehe was ich glaube.”

– unbekannt

Die eigene “Bubble”, zu deutsch Blase, ist eine Formulierung, die in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Vor allem in Verbindung mit dem Begriff “Echokammer”.

Wikipedia sagt: “Die Echokammer ist in der analogen Tontechnik ein architektonischer Bestandteil vieler Tonstudios und dient der Erzeugung oder Verstärkung des Halls.” Dieser Begriff aus der Tontechnik wurde in jüngerer Zeit mehr und mehr genutzt, um psychosoziale Effekte zu beschreiben: Der Begriff der Echokammer (engl. ,echo chamber’) verweist auf einen metaphorischen Raum, in dem Aussagen verstärkt und Störgeräusche, etwa anders lautende Meinungen, geschluckt werden. Einzug in die Kommunikationswissenschaft hielt der Begriff bereits 2001 durch einen Essay des US-Rechtswissenschaftlers Cass Sunstein (Sunstein 2001); breitere Berücksichtigung fand er indes erst durch das 2007 erschienene Buch Republic.com 2.0 Sunsteins. (Quelle: Journalistikon)

Jetzt muss man erst einmal festhalten, dass wir alle in einer Blase leben. Die unseres sozialen Umfelds. Unser soziales Umfeld ist nur ein Teil der Wirklichkeit der menschlichen Gesellschaft und nicht unbedingt repräsentativ. Vielleicht leben wir im reichen Hamburger Stadtteil Eppendorf und sind nur von vermögenden Ärzten und Akademikern umgeben. Oder wir leben in einer Sozialwohnung und unsere Umgebung ist geprägt von Menschen, die wenig finanzielle Mittel haben und möglicherweise auch ein niedrigeres Bildungsniveau. Es ist klar, dass das zwei unterschiedliche Blasen sind, die uns jeweils ein völlig anderes Bild der Welt vermitteln würden, solange wir uns nur in ihnen befinden können, ohne einen Weg nach draussen.

Die Studien und Beispiele zu dem Begriff “echo chamber” oder trivial eigene Bubble meinen in neuerer Zeit allerdings bewusst gewählte und Bewusstseins verändernde Blasen mit Mechanismen, wie wir sie nur von Sekten kennen. Heute ist Sekte aber nicht zwingen auf Religion beschränkt, es können auch politische Bewegungen sein, wenn wir zum Beispiel an fanatisierte Trump Anhänger denken. Aber bevor man den Gedanken so weit führt muss man festhalten, was auch beim Journalistikon gesagt wird: “Echokammern beschreiben in der Kommunikationswissenschaft eine Hypothese (vgl. Rau/Stier 2019): Sie besagt zunächst, dass sich die öffentliche Kommunikation in voneinander isolierte ,Kammern‘ verlagert – ein Prozess, der als Fragmentierung bezeichnet wird. Eine solche Fragmentierung verläuft dabei nicht zufällig, sondern entlang von Einstellungen und Meinungen: Auf der Mikroebene geht die Echokammer-Hypothese also davon aus, dass sich Menschen mit ähnlichen Ansichten zunehmend in geschützten Räumen austauschen. Eine solche Fragmentierung ist dabei nicht per se als negativ zu beurteilen, im Gegenteil: Meinungsvielfalt gilt als vitales Merkmal einer funktionierenden Demokratie und die sichtbare Ausdifferenzierung politischer Ansichten ist mitunter imstande, die politische Beteiligung Einzelner zu stärken.”

Per se ist die eigene Bubble also erst einmal nicht schlecht, aber dann heisst es weiter: “Die Echokammer-Hypothese geht allerdings von einer übermäßigen und für andere weitestgehend unsichtbaren Fragmentierung aus, in der einseitige Perspektiven gegenseitig verstärkt werden, anders lautende Meinungen immer weniger Beachtung finden und sogar Misstrauen schüren. Entsprechend gehe die Fragmentierung auf der Mikroebene dabei einher mit einer verstärkten Polarisierung der Öffentlichkeit auf der Makroebene. Eine solche Polarisierung ist für die Gesellschaft wenig wünschenswert, insofern eine funktionierende Öffentlichkeit als zentraler Bestandteil moderner Demokratien betrachtet wird. Echokammern, so die Befürchtung, gefährden eine gemeinsame Öffentlichkeit, den gesellschaftlichen Diskurs, die Möglichkeit einer Konsensfindung, soziale Integration und damit letztlich die Demokratie (Aelst u. a. 2017).”

In einer eigenen Bubble oder Echokammer lässt sich selbstverständlich viel mehr als nur Konsens zu Hobbys finden. Es geht um ganze Weltanschauungen, um die Kernfragen des Lebens. Wenn man nur umgeben ist von Menschen, die das eigene Weltbild bestätigen bedeutet das, dass alle externen Informationen vorab als “wahr” oder “falsch” bewertet werden und ein allgemeiner Konsens in der eigenen Echokammer darüber herrscht. Ein Abweichen von diesem Konsens führt zu sozialen Konsequenzen – meistens zum Zerbrechen sozialer Bindungen. Das ist eine mächtige Waffe um Menschen unter Kontrolle zu halten. Bei selbst gewählten Echokammern, wie wir es heute mehr und mehr erleben, ist dieser Effekt noch viel stärker. Gemeinsam haben aus meiner Sicht übrigens alle, dass sie missionieren. Von radikalisierten Trump-Anhängern bis zum Vegan-Lager, von religiösen Sekten bis zu Corona Leugnern. Moralische Überlegenheit nimmt jeder für sich in Anspruch, denn jeder hat die eine Wahrheit, manche sehen sich sogar in der Wahrheit. Wie grotesk das eigentlich ist sieht man daran, dass dafür jede objektive Grundlage fehlt. Aus Sicht der Anhänger natürlich nicht – Nachdenken über anders lautende Informationen ist ausschliesslich nicht gewünscht, nicht passende Fakten werden als Lüge diffamiert.

Echokammerfeeling? Exklusiver Wahrheitsanspruch mit der bewussten Ausblendung aller anderen Informationen – ein gefährlicher Weg für das Individuum. Jeder Mensch hat sicher ein Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf die eigenen Fakten.
Das BITE-Modell: Ein hervorragendes neutrales Instrument um festzustellen, ob man selbst in einer politisch-, weltanschaulich-, oder religiösen Sondergemeinschaft gefangen ist. Allerdings auch gut, um sich mal so selbst zu überprüfen. Denn nicht immer geht die Gedanken- und Verhaltenskontrolle von anderen aus. Selbstzenzur ist immer noch die stärkste Form von Zensur.

Natürlich ist eine klassische Sekte das deutlichste Beispiel um zu zeigen, welche Folgen der Echokammer Effekt haben kann. Und auch wenn wir selbst davon nicht betroffen sind, kann man daraus doch viel lernen.

So können Menschen durchaus glauben, dass sie alleine “in der Wahrheit” sind und die Chronologie und Forschung ignorierend irgendwelche Bibel/Qur’an Texte nutzen, um einen Exklusivglauben aufzubauen der dazu führt, dass sie kein eigenes Leben mehr leben und ihre Zeit und ihr Geld menschlichen Führern oder einer Organisation geben in dem Glauben, es wäre Gottes Wille. Man fragt sich als Aussenstehender dann, wie kann es so weit kommen? Und genau das beantwortet das BITE Modell und die Echokammer-These. Und man lernt, in die Falle kann jeder tappen. Jeder hat mal einen schwachen Moment im Leben, in dem er oder sie für einfache Antworten anfällig ist, die natürlich genau “passend” sind. Es muss keine religiöse Sekte sein, es gibt heute auch genug politische Sekten und eine Menge sehr spezieller Weltanschauungsgemeinschaften.

Wie extrem das Ganze wird, ist eine Fragestellung. Aber selbst wenn es eine Bubble wäre, in der sich alles um Fussball, Schnitzel, Autos und Bier dreht, so birgt auch das eine Gefahr in sich: Dass man das echte Leben schlicht weg verpasst. So manchen Zeitgenossen stört das nicht, jeder muss also für sich selbst entscheiden, was er von diesem Leben lernen will und ob der Horizont beispielsweise schon an der Wohnungstür endet oder eben am Ende der Welt und darüber hinaus.

Soziale Bewährtheit

“Richtig und falsch unterscheiden sich nicht dadurch, ob es alle machen.”

– von unbekannt

Soziale Bewährtheit beschreibt die grundlegende Neigung des Menschen, anderen nachzueifern und ähnlich zu handeln. Das Verhalten nach der sozialen Bewährtheit kommt vor allen bei unklaren Situationen zum Tragen. Bei Unsicherheit wird das Verhalten anderer Menschen für die eigene Entscheidung heran gezogen. Und umso mehr, wenn diese aus dem eigenen Sozialgefüge oder der eigenen Bubble sind. Dass das Konzept von “die Mehrheit” hat Recht falsch ist, hat die Geschichte schon unzählige Male auf bitterste und grausamste Art und Weise belegt. Aber es müssen nicht immer diese großen Katastrophen sein. Auch im Internet lässt sich wirklich jeder Mist verkaufen, wenn nur 98% aller anderen Käufer ihr Like dazu gegeben haben. Mal ganz losgelöst von der Frage ob diese Bewertungen echt sind – käuflich sind sie in jedem Fall – wäre doch die Frage, ob die anderen zufrieden handelnden Personen mit uns in Bezug auf Wissen, Erfahrung und Anwendungsprofil zumindest ähnlich sind? Ein Klassiker ist der Gammeldönerladen, der mit 99% Kundenzufriedenheit bewertet wird, weil die Dorfbevölkerung vielleicht vorher nur Currywurst kannte.

Wohl gemerkt, hier geht es nur um Konsum oder Fastfood. Wie viel weniger ist soziale Bewährtheit ein sinnvolles Kriterium für politische Entscheidungen (Freibier für alle) oder eine religiöse Weltanschauung (Mitgliedschaft und Spenden führen ins Paradies)?

Soziale Bewährtheit ist in jedem Fall ein Konzept im Vertrieb und es funktioniert, weil eine Mehrheit von Menschen ungefähr so handelt wie Rhesusäffchen, wenn man eine Banane in ihr Gehege wirft. Deswegen sind das noch lange nicht unsere Verwandten, denn auch andere Tierarten handeln so, aber die haben im Unterschied zu uns keinen Verstand. Nur Instinkte. Aber darauf reduzieren sich nun leider auch mehr und mehr Menschen selbst.

Raue See? Ungewissheit? Das Leben ist voller Risiken. Aber das größte Lebensrisiko besteht darin nicht gelebt zu haben und seine Zeit mit den Ideen und Ideologien anderer verschwendet zu haben. Das trifft in jedem Fall zu, egal ob wir gläubige Menschen sind oder agnostisch-atheistisch denkende Menschen.
Das Spiel mit der Angst: Sie nimmt Menschen die Würde und treibt sie wie eine Schafherde hin und her. Wer profitiert von all diesen Ängsten? Eines ist sicher: Wir selbst sind es nicht. Da niemand weiss, ob er den morgigen Tag erleben wird, macht es wohl kaum Sinn heute davor Angst zu haben.

Conclusio

“What would life be if we had no courage to attempt anything?”

– Vincent van Gogh

Im Prinzip – und das kann bestenfalls ein kurzer Abriss sein – sehen wir an wenigen Punkten schon, warum die Mehrheit oder Masse immer falsch liegt. Der Mensch ist ein “Herdentier”, Gefühle, Ansichten und Weltbilder übertragen sich fast so schnell wie ein Virus.

  1. Mehrheit und Norm – wer definiert was normal ist?
  2. Zeitgeist – jede Zeit hat ihre Wahrheit.
  3. Sozialisierung – jede Gesellschaft hat ihre Wahrheit.
  4. Die eigene Bubble – ich mach die Welt wie sie mir gefällt (oder andere machen das für mich)
  5. Soziale Bewährtheit.

Sich über diese Effekte im Klaren zu sein und sie bewusst wahr zu nehmen und sich zu reflektieren ist ein Schritt, den die meisten Menschen nicht gehen werden. Erst recht werden sie nicht die Folgen der genannten Punkte in Frage stellen. Die Menschen, die es aber tun sind die außergewöhnlichen Menschen, die die unsichtbaren Grenzen überschritten haben und außergewöhnliches erreicht haben, weil sie nicht der Norm entsprachen. Hierbei geht es nicht um Geld oder Erfolg, es geht in vielen Fällen schlicht weg um Erfüllung und ein intensives Leben und Erleben.

Wenn heute dieses Wissen benutzt wird um Menschen finanziell erfolgreich zu machen oder zu Unternehmern, so wird Erfolg in vielen Gesellschaften definiert, dann ist das eigentlich ein Witz. Aber ein sehr schlechter. Denn 99% der Möglichkeiten die sich einem erschliessen, wenn man diese Grenzen überwindet, haben schlicht weg nicht mit der menschlichen Definition von Erfolg zu tun. Es geht darum Grenzen zu überwinden und Erfahrungen zu machen, die Welt und die Menschen, Kulturen und das Leben mit anderen Augen zu sehen. Outside the Box, wer immer uns diese Box verordnet hat, wir selbst oder andere.

Geld hilft nicht die eigenen Grenzen zu überwinden. Wir können viel Geld haben und doch Gefangene unserer eigenen Gedanken und Ängste sein. Wir können auf Millionen sitzen und das Dorf nicht verlassen. Freiheit ist schlicht weg etwas, bei dem man den Umgang damit erlernen muss. Die wichtigste Frage danach wird nicht sein “frei wovon”, sondern “frei wofür?”

Diese Frage kann sich nur jeder selbst beantworten und dann selbst auf die Suche gehen. Denn ist die “Decke” der Begrenzungen, Ängste und Sorgen über unserem Kopf frei, dann sehen wir den Himmel und die Sterne. Wir können von Westen nach Osten schauen, von Norden nach Süden. Und dort werden wir sicher nicht die “passenden” Antworten finden, sondern die richtigen. Und wer sich auf diese Reise begibt wird schnell merken, das ist ein gewaltiger Unterschied.

„The language of God is silence, all else is poor translation“

Rumi

21 Kommentare zu „Warum die Mehrheit immer falsch liegt

  1. Hi Martin,

    grundsätzlich guter Artikel, wie alle anderen aus dieser Reihe. Ich lese Deine Beiträge gerne, weil sie es erlauben sich gedanklich weiterzuentwickeln und die eigene Box immer wieder ein Stückchen größer zu machen.

    Was mir in dem aktuellen Beitrag missfällt ist, dass Du die vegan lebenden Menschen in die selbe Schublade steckst wie die Verrückten, die tatsächlich keine objektiven Grundlagen für Ansichten haben.

    Die allermeisten Veganer missionieren nämlich in keinster Weise und halten sich darüber hinaus aus nicht für moralisch überlegen. Man kommt mit diesen natürlich in der eigenen Blase nicht in Kontakt, sondern nur mit den exemplaren, die lauthals alles andere verteufeln und sich über alle anderen erheben. Leider meinen es diese Individuen nur gut, was – wie wir alle wissen – das Gegenteil von gut gemacht ist, und schaden damit der Bewegung mehr als sie helfen.

    Ich kann Dir versichern, dass ich nach kritischer Auseinandersetzung mit meinem Konsumverhalten und der Überprüfung der wissenschaftlichen Datenlage zum Thema daraus jederzeit einwandfrei eine objektive Grundlage für mein Handeln ableiten kann – und das hat rein garnichts mit den Spinnern zu tun, die einer religiösen Sekte angehören, Corona leugnen, oder sonstigen Schwachsinn als ihr Weltbild bezeichnen.

    Von daher wäre ich Dir dankbar, die Eingruppierung der Veganer nochmal zu überdenken, auch wenn das Ergebnis vielleicht nicht ganz deinem Weltbild entsprechen sollte…

    Viele Grüße und passt auf euch auf
    Chris

    1. Ja schade, erst klang es noch vernünftig, dann kam “das hat rein garnichts mit den Spinnern zu tun, die einer religiösen Sekte angehören, Corona leugnen, oder sonstigen Schwachsinn als ihr Weltbild bezeichnen.” und schon war klar, dass Martin die Veganer richtig eingeordnet hat … Wenn das keine moralische Überlegenheitsdemonstration war, weiß ich auch nicht.

  2. Deine Artikel gefallen mir, vor allem die spirituellen und die über das Leben. Namaste. Deine Arbeit und Kraft dahinter ist unbeschreiblich!!! 💕💕

  3. Schöner Artikel. Ich würde mir mehr christliche statt muslimischer Einflüsse wünschen. Ganz allgemein, nicht nur wegen den Artikeln über Sinn und Zweck des Lebens. Mir geht die Rettungsbotschaft Christi zu sehr verloren. Ich hoffe das wird nicht falsch verstanden und als konstruktive Kritik auf- und angenommen.

    1. Wo sehen Sie denn bei Häuptling Schwarzwasser zu viel muslimische Einflüsse? Ich bin kein Erbsenzähler, aber ich meine die Bibel wird deutlich öfters als der Koran zitiert. Nur Kirche und Gefolge scheint er nicht zu mögen. Den Muslimen scheint das zu gefallen und die scheinen oft tolaranter zu sein als vermutet.

      Nichts für ungut, aber meine Rettung für heute ist nun ein gepflegtes Gläschen.

    2. @WS
      Vielleicht schreibst du hier in den Kommentaren etwas ueber dich? Wie sieht dein Glaube aus? Wie betest Du? Gehst du in eine Kirche? Was bedeutet das fuer Dich? Wie lebst du Glaube und Gemeinschaft?
      Oder so … Ich faende das interessant!
      LG Joerg

      1. Hallo. Es ist ganz einfach: Im Anfang war der Plan (der Erlösung) und der Plan war bei Gott und was Gott war (Liebe, Gnade, Barmherzigkeit), das war der Plan. Durch diesen Plan ist alles entstanden und ohne diesen Plan ist auch nicht eine Sache entstanden, von dem was entstanden ist. Dieser Plan wurde Fleisch und wohnte unter uns. Das alles ist Fakt durch das Johannes Evangelium aus Gottes Wort.

      2. Und noch was dazu: Wenn Jesus gemäss Johannes 1,3 nicht der Schöpfer wäre, wie ist dann Kolosser 1,15-16 zu verstehen? ” Er ist das Bild Gottes, des Unsichtbaren, der Erstgeborene aller Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen, was im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, ob Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten: alles ist durch ihn und auf ihn hin erschaffen.” Das geht sogar noch einen Schritt weiter. Jesus ist nicht nur der Schöpfer sondern auch Eigentümer all dessen, was erschaffen wurde. Demut und Gott. Was du denkst und glaubst ist neben Sache, was Gott sagt und uns durch den Geist zeigt ist Hauptsache. ,,Liebe Brüder, traut nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgezogen‘‘ 1. Joh 4,1 Das zeig dass du und die Moslems dieser Seite falsche Propheten sind. Schämt euch!

      3. Was für eine schöne Seite und ein guter Artikel, er hat mein Herz berührt, hätten Alle Menschen deine Einstellung, dann hätten wir dass Paradies.

        @jesus lovesUS du hast wohl gar nichts verstanden!

  4. Jetzt endlich mal ein Kommentar von mir, nachdem ich schon lange mitlese. Die Gedanken sind wert, dass man darüber mehr als ein paar Minuten nachdenkt. Insofern schon einmal danke für den Artikel! Auch wenn ich nicht allen Aussagen zustimmen kann, bringt dein Blog mich so gut wie immer zu einer Verbesserung, weil ich mich mit den Argumenten auseinander setzen muss. Vielen Dank dafür, weil ich profitiere und es Spass macht zu lesen.

  5. Wieder ein Artikel von dir, der mich sehr nachdenklich stimmt und mir sind viele weitere Beispiele eingefallen, bei denen die Mehrheit sich falsch verhält. Zum Beispiel bei Ernährung. Ich habe das in der Community auch geschrieben.

  6. Moment mal, höre ich da einen Corona-Leugner heraus??

    “Ein ein paar Stunden dauernder Ausfall der Facebook Dienstleistungen sorgt für mehr Aufschrei, als das Aussetzen der Grundrechte für 2 Jahre. Und wichtige und weitreichende Entscheidungen werden am besten während der Fussball WM getroffen. Mehr möchte ich dazu nicht anmerken.”

    Das wäre ein Grund mich als Leser hier zu verabschieden.

    1. Erstaunlich, Sie haben für Häuptling-Schwarzwassers These gleich den Beweis geliefert. Zu viel (öffentlich-rechtliches) Fernsehen schadet. Deswegen hören sich auch immer mehr Menschen wie Sie an. Unfähig zu differenzieren. Hier geht es nicht um Corona Leugnung, sondern um berechtigte verfassungsrechtliche Bedenken. Menschen deshalb an den Pranger zu stellen, wie ihresgleichen es tut, ist ein Verhalten aus der dunkelsten Mottenkiste der Geschichte. Denken Sie bitte ernsthaft einmal (besser zwei Mal) darüber nach!

    2. Alter, die typischen Almans drehen gleich wieder durch wegen Corona. Das ist nur noch krass.🙄🙄 Wenn dir das hier nicht gefällt, dann geh einfach. Warum müsst ihr das immer noch kommentieren?? Das ist wie dieser dummspruch “ich grüsse dich”. Entweder grüsst du aka einfach machen, oder net. Man muss das nicht kommentieren. Labbervolk, sorry.

  7. meine 5ct: Endlich wieder ein echter Blackwater! Motivierend aber auch was, wo man erst mal das Hirn anwerfen muss. Hast wieder deutliche Worte für’s Volk gefunden. hehe

  8. Interessant, gewagt und mutig. Aber nicht für jeden ein gangbarer Weg. Die meisten Menschen brauchen ihr kleines TV, Pizza, Fussball Gefängnis, ihr normales Leben. Sie richten sich nach dieser Norm aus und vergleichen sich mit anderen permanent. Ich weiss was du ansprechen willst: Offen für neues sein, andere Lebensweisen kennen lernen. Das ist zwar ein gutes Ziel, aber für die meisten Menschen bedeutet das, dass sie ihre Komfortzone verlassen müssen. Und dann wird es eher heissen: “Tschö mit ööö, ich bleibe auf dem Sofa.” Die 3% bleiben unter sich und die 97% auf dem Sofa.

  9. Diesen Artikel finde ich nicht besonders gelungen. Warum soll man denn gesellchaftliche Regeln brechen um ein besseres Leben zu führen? Viele Regeln sind doch auch gut, sonst gäbe es kein friedliches Miteinander. Lebt die Mehrheit in Deutschland denn so falsch? Und warum?

    1. Das habe ich auch nicht bestritten und sogar explizit aufgegriffen. Ich habe aber auch im Artikel erklärt, wann es durchaus Sinn macht die Normen zu brechen. Der Gedanke des Artikels richtet sich an Individuen, die den Horizont etwas erweitern möchten. WENN man das möchte, dann ist das Folgen des Mainstreams eher eine schlechte Idee. Aber es bleibt wie immer jedem selbst überlassen.

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