„Glück ist im Grunde der Zustand der Seele.“

Aristoteles, 384 bis 322 v. Chr. 

Tsatsiki. Wer kennt es nicht? Ob auf einer griechischen Vorspeisenplatte, als Solo-Gericht, mit frischen Weissbrot oder im Gyros. Griechenland is(s)t Tsatsiki und darf niemals fehlen. Vor allem nicht in einem griechischen Haushalt wie unserem. Im Laufe meines erfüllten Lebens als Ehemann einer Griechin, habe ich tausende Male Tsatsiki hergestellt, verfeinert und gegessen. Die einzige Art von Evolution die ich anerkenne, ist die Mikroevolution und die sanfte Optimierung des Tsatsikis.

Die Kunst des Tsatsiki besteht wie bei allen einfachen Gerichten darin, nur beste Zutaten zu verwenden und auf einer regelbasierten Herstellung. Das ist exakt das Prinzip, was wir auf die Finanzen übertragen können. Und genau das wollen wir aus aktuellen Anlass tun.

Griechenland. Ein Lebensgefühl. Lebe keinen Traum, lebe das Leben. Das ist ein Unterschied, weil es darum geht dankbar für wenig zu sein, statt nur fernen Zielen hinterher zu laufen.

Tsatsiki – die Kunst der Einfachheit

Tsatsiki ist kein französisches Huhn.

Tsatsiki zeichnet sich durch bodenständige Einfachheit aus. Es braucht nur wenige Zutaten, es kennt nur leichte Variationen von Region zu Region. Ein klassisches Rezept benötigt frischen griechischen Sahnejoghurt, eine Gurke, Meersalz, frischen Dill, frischen Knoblauch (besser als getrockneter), bestes griechisches Olivenöl und Rotweinsessig. Es gibt wie gesagt manchmal Variationen, aber Tsatsiki kann jeder herstellen. Wichtig ist nur, dass die Zutaten gut sind. Hier sollte man nicht sparen. Und doch ist es so, dass jeder griechische Haushalt diese Dinge immer vorrätig hat und sie in Griechenland kleines Geld kosten.

Man muss also keine größeren Summen in Fleisch investieren. Und es ist auch nicht schwer zu verstehen. Tsatsiki kann einfach so gegessen werden, mit warmen Brot schmeckt es allerdings noch besser. Dazu noch der Blick auf das Meer vom kleinen Dorfhafen aus, die Sonne im Gesicht, die Meeresluft in der Nase, das ist Griechenland. So schön, und so einfach.

Was kann man daraus lernen?

Es braucht keine komplizierten Finanzprodukte, keine sündhaft teuren Coachings, niemand muss das Rad neu erfinden. Alles was es braucht, ist eine einfache, klar strukturierte Finanzplanung mit unserem 3-Konten-Modell, dann die Umsetzung des Welt-Depots. Dazu reicht ein einziger ETF aus, der weltweit investiert und maximal diversifiziert ist. Kostenpunkt, weniger als 0,3% im Jahr.

Einmal die Finanzplanung richtig aufgesetzt braucht man nur das, wovon es in Griechenland schon seit 5000 Jahren mehr als genug gibt. Zeit.

Tag aus, Tag ein kommen die Fischer von der See wieder, wenn die Sonne langsam über der Ägäis untergeht und das Leben einen weiteren Tag weiter gezogen ist. Abends kehren manche von ihnen in eine Taverne ein, tanzen bei griechischer Musik, essen ihr Tsatsiki mit frischen Brot und der ein oder andere geniesst einen Ouzo. Das ist Leben. Am nächsten Tag werden sie wieder auf das Meer fahren. Das Leben ist schön, weil es unkompliziert ist. Und es ist schön, weil es authentisch ist. Es gibt seit den Philosophen keine höheren Ziele, das Sein ist das Ziel und der Selbstzweck griechischen Lebens. Das kann man sich von einem Fischer erklären lassen, oder von Aristoteles:

„Glück ist der Sinn und Zweck des Lebens, sein Ziel und das Ende der menschlichen Existenz.“

Jetzt weiss jeder, dass ich dem nicht vollumfänglich zustimme und manche Leserin und mancher Leser auch nicht, aber dennoch steckt eine große Wahrheit darin, die diese Aussage zitierungswürdig macht. Das ständige Streben und Verlangen nach mehr Komplexität verbessert das Leben nicht wirklich. Selbstoptimierung kann zum Selbstzweck werden, abnehmender Grenznutzen zu sorgsam aufgestellten und gut gemeinten Falle.

Natürlich ist zu dem Thema Finanzen schon alles geschrieben worden. Nur wie es so oft heisst, nicht von jedem.

Und doch bekommen wir als kleiner Blog in den Weiten des Internets immer wieder Mails, die zu überraschen verstehen. Manche Dame möchte gerne tausende Euros für ein Coaching ausgeben, mancher will in komplizierte und teure Bankprodukte investieren, wieder andere eine komplexe Indexpolice abschliessen. Wie kann so etwas passieren?

Tsatsiki ist Teil der Kultur Griechenlands. In ähnlichen Varianten findet sich diese leckere Speise in der Türkei und in den Ländern des Nahen Ostens wieder.

Französisches Huhn

“Werbung ist die Kunst, auf den Kopf zu zielen und die Brieftasche zu treffen. Kommunikation ist die Kunst, auf das Herz zu zielen, um den Kopf zu treffen.“

– Vance Packard

So manche oder mancher denkt, das französische Huhn ist doch das bessere Essen. Wie es goldgelb leuchtet, so schön fett durch die Maisfütterung, angepriesen von anderen Hühnerzüchtern, die es wissen müssen (und sich alle auch noch gegenseitig kennen).

Und dann kommen diese ganzen Erfahrungsberichte.

“Och, die schmeckte so gut, die knusprige Haut und das fettige Fleisch”

“Erst dachte ich nein, aber dann war dieses fette Huhn ein Wohlgenuss”

“Ich war so begeistert von der Veranstaltung für Hühner”

“Ich fühlte mich gleich verstanden.”

“Die tollen Hochglanzprospekte gefielen mir so gut”

Was man weniger liest ist, wie mancher dieser Hühnerfreunde vollgefressen mit Bauchschmerzen auf dem Sofa liegt. Oder dass diese Art tierische Fette für uns Menschen total ungesund sind, vor allem für Leber und Galle.

Aber im Gegensatz zum Tsatsiki hat das französische Huhn eine Lobby, die Tag aus Tag ein die Vorzüge des Huhns anpreist und viele positive Berichte im Internet verbreitet, ob sie nun echt sind oder nicht. 🙂 Das französische Huhn – viele verdienen an ihm, viele Taschen müssen gefüllt werden. Und so bleibt es dabei, dass es als Vorzüglichkeit angepriesen wird, obwohl es schlichtweg eine Vernichtung Ressourcen ist, von der Aufzucht bis zum Speiseteller.

Vor Jahren war der Autor einmalig auf einer Veranstaltung von Hühnerzüchtern. Und er stellte fest, dass sich die Hühnerzüchter selbst nur in einer großen Blase heisser Luft bewegen und selten selbst das im Leben umsetzen, was sie anderen empfehlen. Ja noch schlimmer, sie selbst essen gar keine französischen Hühner. Zu fettig, zu teuer.

Von der Vergeblichkeit des Seins

Ver·geb·lich·keit

/Vergéblichkeit/

Substantiv, feminin [die]

  1. 1.das Vergeblichsein “die Vergeblichkeit seiner Bemühungen einsehen”

Das Leben ist schön. Das muss man manchmal einfach nur akzeptieren, ohne sich dauernd optimieren zu wollen.

Nach vielen Versuchen hat man irgendwann auch sein persönliches, perfektes und abgerundetes Tsatsiki Rezept herausgefunden. Manche mögen noch etwas Zitronensaft darin, eine andere mag kein Dill, jemand anders mehr Olivenöl. Persönlich kann ich empfehlen, auch mal Olivenöl aus Syrien oder Palästina zu verwenden.

Aber wie immer man sein Tsatsiki mag, Tsatsiki ist einfach. Tsatsiki ist leicht verständlich. Tsatsiki ist günstig für jedermann. Und Tsatsiki wird immer Tsatsiki sein, was sonst.

So sollte das Leben sein und so sollte auch das Thema Finanzen sein.

Bemühungen die darüber hinaus gehen, münden oft in einer schmerzhaften Vergeblichkeit mit manchmal weitreichenden Folgen. Wenn Du also auf der Suche nach Hilfe in Finanzfragen suchst, der ein oder anderen Lebensidee oder einem guten und leckeren Tsatsiki Rezept, dann komm in unsere Community. Ein Ort im deutschen Internet wie kein anderer. Das kostet Dich weniger als ein gutes Tsatsiki. Nämlich nichts.

*Der Button für Leserinnen kostet auch kein Geld. Ganz ungewöhnlich in der Szene, wo man für einen rosa Anstrich extra zur Kasse gebeten wird.

Ein echtes griechisches Tsatsiki Rezept gibt es gleich….HIER (klick)

„Wir sind das was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.“

Aristoteles

11 Kommentare zu „Tsatsiki Finanzen

  1. Danke für das wunderbare Tsatsiki/Zaziki – Rezept. Wurde von meiner Frau zubereitet und es war tatsächlich besser wie bei unserem Stammgriechen. Wir gehen gerne essen und finden eine Kombination von Finanzen und Speisen durchaus interessant. Vielleicht ist das eine Anregung für euch mehr Inhalte dieser Art zu machen. Aber so oder so, ein ganz toller Blog!

  2. aaaarrrrg meine Anmeldung geht nicht. Dann so. Ich wollt bei dem Geburtstagartikel noch schreiben. Was ich doof finde ist, der ganze Kommentarbereich wurde für andere Themen vollgepostet. Finde ich nicht nett so jetzt allgemein gesprochen. Das ist wie wenn man auf eine Geburtstagsparty von jemand geht und dort Sachen von sich selbst verkaufen will und alle Gäste ablenkt. Das denke ich dazu, musste mal jetzt raus. Achso ich bins die Aysel, also das Original. Komme nur nicht rein, muss PW zurücksetzen.

    1. Nach 30 Tagen schliesst der Kommentarbereich automatisch. Wie ich heute festgestellt habe, sogar auf die Sekunde genau.

      Also Aysel, danke für den Vergleich. So ernst nehme ich das mit dem Geburtstag ja nicht, also von da aus kein Problem. Aber lieb von Dir, dass Du das verteidigt hast. Die Kommentarbereiche unter den Artikeln nicht öfters offtopic, das klappt im Forum dafür schon besser. Ist aber halb so wild. Das ist hier ja keine Supportplattform eines Unternehmens 🙂

  3. Toller Artikel Mavre,

    die Kombi Finanzen mit Tzatziki und Antike,wirklich gut gedacht.

  4. Dankeeee für den schönen und lustigen Artikel. Du hast immer sehr gute Ideen. Tsatsiki (oder Zaziki??) mag ich auch sehr.

  5. ” *Der Button für Leserinnen kostet auch kein Geld. Ganz ungewöhnlich in der Szene, wo man für einen rosa Anstrich extra zur Kasse gebeten wird.”

    Wie beispielsweise bei ETF’s für Frauen, Coaching für den weiblichen ETF Sparplan oder Femanzen und sonstiger Schwachsinn?😂

  6. So gefällt mir das Häuptling Schwarzwasser. Rezepte für den mediterranen Genuss, die Einfachheit griechischen Lebens und die Geldanlage. Leider habe ich mein Passwort für die Community verlegt, werde also in Kürze einen Reset machen.

  7. Wirklich schön geschrieben😃

    Unterschiede zum türkischen Cacik:

    https://www.sonachgefuehl.de/gurkenjoghurt-cacik/

    Auf dem Bild ist eher Cacik würde ich sagen.

    Finanzen für Frauen? Ich bin bei dir. Es bekommen Männer und Frauen doch die gleichen Empfehlungen😂 Den teuren Preis von “weiblichen Empfehlungen” spende ich lieber.

  8. Diesen Satz fand ich herausragend:

    “Im Laufe meines erfüllten Lebens als Ehemann einer Griechin, habe ich tausende Male Tsatsiki hergestellt, verfeinert und gegessen. Die einzige Art von Evolution die ich anerkenne, ist die Mikroevolution und die sanfte Optimierung des Tsatsikis.”

    Auch sonst ein unaufgeregt genüsslicher Artikel, passend zur Einstimmung in das Wochenende. Vielen Dank für das Teilen der Gedanken!

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