“Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.”

Ralph Waldo Emerson

Wie gründet man einen erfolgreichen (Finanz)blog? Das ist eine Frage, mit der sich so mancher beschäftigt, der das Internet durchstöbert, auf der Suche nach einer Nebenerwerbsquelle.

Um es gleich vorweg zu nehmen: dieser Artikel ist eine Art Reengineering. Aber auf eine andere Art. Ich werde aufzeigen, wie man es nicht macht. Wenn Du diesen Artikel also liest und selbst einen Finanzblog oder irgend eine Art anderen kommerziellen Blog gründen willst und damit erfolgreich werden willst, dann solltest die folgenden Gedanken unbedingt verinnerlichen und umsetzen. Erst musst Du Dir aber noch klar werden, welche Art von Mensch Du sein möchtest.

So wird dieser Artikel Dir einen Mehrwert liefern und gleichzeitig ein echter Blackwater sein. Heute mal kurz – aber wie immer authentisch.

Wenn der eigene Weg ein anderes Ziel als reine Prostitution sein soll, dann starte besser keinen (Finanz)blog. Er wird nie erfolgreich sein.

Die Intention oder Absicht

Die Absicht einen Blog zu schreiben ohne klares Ziel ist eine Reise der Seele. Man entwickelt sich mit dem Schreiben. Erst entwickelt sich das Schreiben selbst weiter, man gewinnt an Fähigkeit Gedanken auszuformulieren. Die Bilder des Geistes auf Papier zu bringen ist ein permanenter Lernprozess. Das trifft vor allem auf die Artikel zu, die nicht sachlicher Natur sind. Wenn es um Tiefe geht, um das Leben, die Unerklärlichkeiten und Rätsel unseres Daseins.

Es ist einfach einen Artikel über so etwas phantasieloses und einfältiges wie eine Bank zu schreiben. Oder einen ETF Sparplan. Oder die Konditionen eines Fintechs. Das ist das langweiligste, lebloseste, seelenloseste was es gibt. Man kommt sich dabei verkauft vor, dass man ein Stück seiner selbst für so ein kommerzielles “Ding” hergegeben hat. Aber keine Frage, für einen Artikel über billiges Freibier gibt es auch mehr Klickzahlen als für ein Essay über Goethe und seine Liebe zu den Frauen.

Wenn die Absicht also ist, sich selbst innerlich weiter zu entwickeln, Tiefe zu gewinnen, eine Reise mit seiner Seele zu starten und das zu Papier zu bringen, dann wird das kommerzielle Ziel eines Blogs nicht erreicht.

Immer daran denken, die Kunstgalerie verdient nicht das Geld der Familie. Die Zigarettenfirma schon.

Menschen

Welche Menschen man mit einem Blog ansprechen will und wird, auch das ist ein entscheidendes Erfolgskriterium. Das ist reines Zielgruppenmarketing. Das muss definiert und konsequent verfolgt werden.

Im Fall eines Finanzblogs sollten es Menschen mit Geld sein. Denn die sollen schliesslich die Produkte kaufen, die auf dem Blog beworben werden. Es geht nicht nur um Klickzahlen, sondern diese Klicks müssen in Euro umgewandelt werden. Wenn man also die falsche Zielgruppe bewusst oder unbewusst ansteuert, dann wird das ein Reinfall.

Die falsche Zielgruppe, das wären beispielsweise mittellose Studentinnen, Muslime oder überhaupt die meisten Menschen mit Migrationshintergrund (wenn es nicht gerade dänische Professoren sind). Menschen mit religiösen Interesse und Wissen haben meistens auch kein Geld und sind damit ungeeignet als Zielgruppe eines Finanzblogs. Wobei, “haben kein Geld” ist eigentlich falsch. Sie legen keinen Wert darauf. Aber es läuft faktisch im Resultat auf das Gleiche hinaus.

Auf die richtige Zielgruppe kommt es stets an.

Bei einem Finanzblog muss es beispielsweise das Ziel sein, möglichst Menschen anzusprechen, die (1) Geld haben und zwar in ausreichender Menge und/oder (2) bei denen Geld auch eine entsprechend grosse Rolle im Leben spielt.

Der Autor weiss aus Erfahrung, dass es hier erhebliche Unterschiede gibt. Denn es gibt beispielsweise auch Menschen mit sehr hoher Liquidität, aber wenig Interesse daran. Einfach weil der Begriff “Werte” nicht nur aus dem Vokabular einer Marketingagentur entnommen wurde, sondern definitiv eine über das eigene Leben hinaus gehende Bedeutung hat. Eben die Bedeutung, die Werte für Menschen hatten, bevor Social Media, Materialismus und Liberalismus über den Planeten hinwegfegten.

Zielgruppenmarketing ist für ein erfolgreiches Internetprojekt unerlässlich und sollte niemals vernachlässigt werden.

Was passiert aber, wenn man die falsche Zielgruppe anspricht?

Nunja, es kann sein, dass man Menschen kennen lernt, die erst den eigenen Blickwinkel auf die Welt ändern und dann ändert sich fast von alleine das ganze eigene Leben. Unbezahlbar. In keiner Währung.

Kooperationen eingehen

Kooperationen einzugehen ist unerlässlich für den Start einen Blogs, vielleicht noch mehr für den Start eines Finanzblogs. Man muss die anderen kennen, auf Messen Sektchen miteinander trinken und gemeinsame Fotos machen. Man sollte sich auch unbedingt auf Prostitutionsawards wie dem namenhafter Banken bewerben, die zwar einerseits ihre Kunden mit Provisionsprodukten über den Tisch ziehen, sich aber auch die Finanzbloggerei warm halten. Moral ist flexibel und Interessenvertretung keine Charakterfrage. Das lernt man schon im Jurastudium. Im Marketing kommt das als fertig ausformulierter Satz ins Skript. Dann kann man es sich leichter merken und es ist so schön griffig.

Inhalte

Eines sei gleich vorweg gesagt. Inhalte werden völlig überbewertet. Wichtig ist die Suchmaschinenoptimierung mit Schlüsselbegriffen. Und dass alles woke klingt. Wichtig ist auch, dass man bloss keine komplexen Themen anspricht. Wer also auf die Idee kommt so etwas wie Religion in seinen Blog einzubauen oder so dumme unbedeutende Fragen wie “was ist der Sinn des Leben” oder “was kommt danach?”, der ist völlig falsch mit seinem Blog unterwegs. Weil diese Fragen doch eh niemanden betreffen, blendet man sie lieber aus. Es ist also besser hippe-woke Begriffe zu verwenden. Welche wären das zum Beispiel? Wollen wir mal bei Dr. Google schauen. Wir haben ja nichts zu verbergen, also kann man da auch suchen.

“Woke” heisst also dass Menschen sich sozialer und politischer Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen bewusst sind? “Woke” oder “Wokeness” heisst, dass man “aufgewacht” ist.

Gerade den Nachmittags Cappuccino verschüttet, Moment… “aufgewacht”? Wäre dies das Verb im Partizip II., welches wir für diese Personengruppe nutzen würden?

Jetzt will ich es genauer wissen. Was sind denn woke Begriffe, die in die Bloginhalte unbedingt eingebaut werden müssen?

Ich werde bei der FAZ (klick) fündig: “Ally, alte weisse Männer, Blackfacing, CIS, Deadname, FLINTER, gender-nonkonform, nicht binär, intersektional, PoC, BPoC, BIPoC”… ok, das reicht. Dieser Artikel müsste in gooooogle sehr weit oben ranken.

Als binärer weisser Mann, bin ich natürlich schwer vorbelastet. Aber ich hoffe meine Migrantenfrau und der Besuch in Terrormoscheen und die Vernetzung mit “Salafisten” gleichen das aus. Oder ist das kulturelle Aneignung von “radikalisierten” Aladin’s und Yasmin’s? Ich schweife ab. Klar ist, dass es auf Inhalte ankommt, wenn die Haltung stimmt, Schlagworte fallen und Tiefgründiges nicht vorkommt. Die Ausnahme wäre eine Abhandlung sexueller Identitäten. Aber ist das tiefgründig? Wir sind doch nur verbesserte Affen. Insofern würde das doch in die Kategorie Zoobedarf fallen?!

Wichtig ist es auch keine zu langen Texte zu schreiben. Das liest sowieso keiner. Wo kämen wir denn da hin? Dann müsste man vielleicht auch noch nachdenken. Es lässt sich leicht erklären: anstatt einen langen und komplexen Blogartikel ein Mal alle vier Wochen zu veröffentlichen, ist es besser jede Woche irgendwelchen zusammenkopierten Kram mit Schlüsselwörtern zu wiederholen. Bloss keine grosse Mühe machen. Warum soll man seine Lebenszeit verschwenden, wenn man die Lebenszeit von anderen mit recycelter Heissluft verschwenden kann?

Social Media

Machen! Unbedingt! Das ist Teil der Prostitution. Ohne Werbung an “der Strasse” läuft es doch einfach nicht. Also müssen Bildchen raus mit schlauen Sprüchen. Am besten immer entsprechend schauen. Mal betroffen, mal nachdenklich, mal mit dem Lächeln des Erfolgs. Es soll sogar Finanzblogger geben, die sich als erfolgreich im Leben vermarkten, obwohl die Kinder nicht mal wissen wer Papa ist und die Hütte weggepfändet wird. Was lernen wir daraus? Es kommt nicht darauf an wer Du bist, es kommt darauf darauf an wer Du sein willst. Und da ist Social Media unverzichtbar. Alle Plattformen müssen mit der nicht-binären multiplen Persönlichkeit bespielt werden.

Conclusio

Wenn man auf den genannten Kernfeldern das Richtige tut, ist man auf der Strasse des Erfolgs. Erfolg wie er heute zumeist gesehen und definiert wird.

Habe ich es jemals bereut keinen “erfolgreichen” (Finanz)blog gegründet zu haben? Nicht eine Sekunde. Die nicht-monetären Werte, die durch unseren Blog und die Menschen die mit ihm verbunden sind entstanden sind, sie sind unbezahlbar. Ein authentisches Leben ist ebenso unbezahlbar und manchmal auch etwas Privatsphäre. Und für alles andere lässt sich stets sagen: ein Gentleman schweigt und geniesst.

“Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, doch vielen bleibt es erspart.”

Goethe

17 Kommentare zu „Wie starte ich einen erfolgreichen Finanzblog?

  1. Das Thema Finanzblog starten ist aus meiner Sicht 2022 erledigt. Alles wichtige ist gesagt, es gibt viel zu viele und die Felle sind verteilt. Wer hat schon Bock auf den 100.000 Finanzblog mit ETF sparen? Viele werden sowieso eingestampft wenn die Aktienmärkte erst mal nicht mehr liefern. Und dann das Thema YouTube. Wie schon richtig von euch erkannt glotzen die Leute lieber Videos statt zu lesen.

  2. Hallo Blackwater, danke für diesen großartigen Artikel! Man merkt, dieses Gender-Thema stört dich auch gewaltig. Ich kann nur sagen, hoffentlich wird dieser Gendermainstream in den nächsten Jahren ersatzlos eingestampft. Ich ertrage diese Entwicklung als Vater von zwei Töchtern nicht mehr. Eine der beiden ist 13 und ihr Kommentar zu diesem ganzen Gendergedöns war:,, die sind doch total beknackt!” Damit war dieses Thema bei uns durch. Trotz dass in der Schule versucht wird die Kinder umzuerziehen, hat sich der gesunde Menschenverstand durchgesetzt. Das macht Hoffnung!

  3. Hallo zusammen! Ich finde es mutig heute so klar Stellung zu beziehen gehen diesen ganzen Schwachsinn. Die Gesellschaft wird an diesem Schwachsinn noch untergehen. Für mich als Frau hat das Gender Thema und die Auswirkungen nochmal eine speziellere Konsequenz. Denn mich als junge Frau macht mich das wirklich fassungslos. Beispiel Schwimmbad. Ein Ort, der ausschliesslich für Frauen gedacht ist, sollte auch nur für biologische Frauen bestimmt sein. Bei uns in Zürich bin ich manchmal in der Frauenbadi, ein Schwimmbad am Fluss nur für Frauen: Viele fühlen sich dort sehr wohl und sind nur mit Bikiniunterteil. Man ist unter sich, man fühlt sich sicher, man wird mit Blicken nicht bewertet. Dieses vertraute Gefühl wäre für mich definitiv weg, wenn auf einmal ein biologischer Mann in diesem Schwimmbad wäre. Ja auch mit Operationen würde ich dies erkennen. Manche würden auch die Badi verlassen, zum Beispiel Muslima (die dort ohne Burkini schwimmen können). Wenn eine weisse Person zur einer schwarzen Person sagt, sie fühle sich aber schwarz und malt sich schwarz an, würde sich die schwarze Person zurecht offended fühlen. Eine Hautfarbe ist kein Kostüm und macht dich mir nicht ähnlicher. Genau so fühle ich mich als Frau, wenn jemand behauptet eine Frau zu sein. Nein du bist keine Frau und hast auch nicht das Recht dich so zu nennen. Wir sind nicht gleich. Du kannst keine Kinder bekommen, du blutest nicht jeden Monat, du hast andere Hormone, einen anderen Körperbau, hast andere Erfahrungen gemacht. Wie kann du es wagen den Begriff „Frau“ für sich zu beanspruchen? Gibt es Frauen, die es ähnlich sehen? Dieser ganze Gender LGBT Kram ist nur noch krank. Danke für den Mut und die offenen Worte!

    1. “Gibt es Frauen, die es ähnlich sehen?”

      In ein Halal Schwimmbad kommt so “etwas” garantiert nicht rein. Aber in Deutschland müssen wir uns als Frauen in Zukunft mehr schützen wenn es immer schlimmer wird.

  4. Mir ist völlig klar dass dein Artikel bewusst etwas überzogen und sarkastisch ist :O)

    Aber ich find ihn geil. Und wie unerfolgreich Blackwater.live ist hat man die letzten Monate gesehen. Ich will nicht wissen wie viele versuchen was von euch zu kopieren. Aber Original ist Original.

  5. Jetzt muss ich doch auch mal kommentieren. Der ganze Genderwahnsinn wird auch enden – irgendwann. Ich lebe seit 3 Jahren nicht mehr in Buntland und bin froh darüber (no offence an die netten Damen hier auf dem Blog, es gibt durchaus Unterschiede). Es scheint sich viel verändert zu haben in so kurzer Zeit. Die fortschreitende ideologische Verblödung läßt einen fassungslos zurück. Die Gesellschaft hat den Abgrund bereits überschritten. Mit deinem coolen Blog schenkst du ihr einen guten Nachruf. Gruss Fabs

  6. “CIS, Deadname, FLINTER, gender-nonkonform, nicht binär, intersektional, PoC, BPoC, BIPoC”…”

    So viel Schwachsinn kann man sich kaum ausdenken, 50 Geschlechter + X. Ich fühle mich als Frau und freue mich auf den ersten Besuch im Schwimmbad in der Damen-Dusche, es würde mich interessieren wie weit die Solidarität dort geht? Bekanntlich reicht die Solidarität nur so lange, bis man selber von betroffen ist 😉 Stösschen auf eine nicht-binäre Welt. Kann man auch mal im irren deutschen Herbst testen. Es gibt nicht nur geimpft oder ungeimpft. Das wäre doch binär und nicht woke.

    Adrian

  7. لقّيني ولا اتغدّيني

    Das ist ein Sprichwort bei uns und es heisst besser herzliches willkommen statt eine Essen Einladung. Also ehrlicher.

  8. hahahahahahaha

    “Als binärer weisser Mann, bin ich natürlich schwer vorbelastet. ”

    auf jeden Fall!!!! 😂😂😂

    Als Integrationsbeauftragte kann ich aber bescheinigen und stempeln, alles ist gut geworden 😂

  9. das hast du mal so süüüss geschrieben omg😱😱

    Nunja, es kann sein, dass man Menschen kennen lernt, die erst den eigenen Blickwinkel auf die Welt ändern und dann ändert sich fast von alleine das ganze eigene Leben. Unbezahlbar. In keiner Währung.

    Also wurdest du arabisiert😂
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  10. Dein Humor ist manchmal aggressiv und ich kann es sowas von 100prozentig verstehen in dieser Fakewelt in der wir alle leben. Die Menschen wissen selbst nicht mehr was sie sagen und können sich keinen fünf Minuten konzentrieren ohne auf ihr Handy zu schauen.

    Ich habe auch schon überlegt einen Blog zu schreiben aber ehrlich gesagt fehlt mir einfach die Zeit dazu. Und wenn es dann keiner liest ist es auch schade. Also du hast ja uns als Fanclub aber wir waren auch nicht von Anfang da. Ob das heute nochmal so geht wenn man ein neuen Blog macht glaube ich einfach eher nicht. Und nochwas, also ich finde es gut dass alle anderen von deinem Blog abgeschreckt werden. Nicht uneigennützig, dann haben wir hier unsere Ecke und Ruhe. *lol*

  11. Schwarzwasser, der Artikel sagt mir sehr zu. Mit der Finanzblogwelt ist es doch das Gleiche wie im realen Leben. Die Tendenz zum Weichspülen und der Konformität ist ganz deutlich erkennbar. Das liegt m.E. aber an monetären Gründen. Die müssen alle ihren Schnitt machen. Da wären kontroverse Themen und Ansichten nur im Weg. Daher wird die Wokeness sich ihren Weg bahnen. Angefangen hat alles mit der Berliner Marketingzicke, die sich angeblich für Frauenrechte einsetzt, sie dann aber finanziell vierstellig bluten lässt. Ich warte auf den ersten LGBTQ+ Finanzblog. Sicher mit Perversenaufschlag auf alle vermittelten Produkte.

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