“Den Schlüssel zum Erfolg kenne ich nicht. Der Schlüssel zum Scheitern ist der Versuch, es allen recht zu machen.”


   Bill Cosby, US-amerikanischer Schauspieler 

Unsere Blackwater.live Community gibt es bald schon zwei Jahre. In dieser Zeit hat sich so einiges verändert, so dass ich einen kleinen Blogpost über die Community schreiben will. Im Wesentlichen soll es um den Grund für die Existenz der Community gehen, welche Ziele dahinter stehen und wer zu uns passt.

Spätestens seit der Übernahme von Twitter durch Elon Musk im Jahr 2022 sollte jedem klar sein, dass Internet Communitys eine gewisse Prägung haben, auch wenn sie Millionen von Mitgliedern haben und als Social Media bezeichnet werden. Mit der Twitter Übernahme kamen die Twitter Files ans Tageslicht. In den eher linksgrünen deutschen Medien ist das keine grosse Sache, global gesehen sieht das schon anders aus. Denn es wurde offenbar, dass in Social Media massiv zensiert wurde (und wird) und missliebige Informationen (nein, nicht alles ist Fake News und “Nazi”) unterdrückt wurden. Jeder denkende Mensch weiss aber auch, dass das nicht nur auf Twitter so ist. Nun gehört Twitter seit der Übernahme von Elon Musk eben nicht mehr zum grün-linken-woken Lager, was einer der Hauptgründe für die Hetze gegen Twitter ist. Die woke Szene versucht lautstark zu Mastodon umzuziehen. Mit Twitter haben sie ihre Wohlfühlblase verloren.

Nun ist Twitter natürlich nicht ab jetzt neutral oder “besser”, nur anders. Es wird eben eine Plattform für das was aktuell (Zeitgeist) als “rechts” gilt oder “Nazi” ist. Und fragt man sehr junge Menschen einer bestimmten Szene in Deutschland, dann ist alles “Nazi” was nicht deren Meinung entspricht. Aber hier soll es nicht um Twitter gehen. Worauf ich hinaus will ist das Thema Community, Bubble und Foren. Denn die Übernahme von Twitter zeigt auch eines: ein digitales Zuhause kann morgen schon weg sein. Daher glaube ich im Qualitätssegment von Communities an eine Zukunft von Internet Foren. Das soll heissen, dass Hetzer aller politischen Lager und ihre primitiven Follower immer Social Media bevorzugen werden und Selfi-Hedonisten und Poser sowieso, aber der (1) nachhaltige, (2) gepflegte und (3) niveauvolle Austausch hat sein Zuhause in Foren. Und so feiern diese derzeit zumindest im englischen Internet ein Comeback. In Deutschland wird man noch sehen, ob an intellektueller Masse genug Potential für die Wiederbelebung von Foren da ist. Ich bin ja optimistisch, auch wenn die deutsche “Elite”, die Medien- und Politszene, ihre Statements lieber auf Twitter als auf Pressekonferenzen kund tut. Das kann aber auch an dem zunehmend bildungsfernen Hintergrund der Protagonisten liegen. Tipp: warum noch schreiben? Bilder und Shorts sollten reichen.

Foren haben auf jeden Fall den Vorteil, dass die Diskussionen und der Austausch nachhaltiger sind und der ganze Verlauf eines digitalen Gesprächs besser nachzuvollziehen ist. Es macht auch mehr Sinn ausführliche Statements zu schreiben, wie wir auch in unserer Community sehen. Auch fachliche Fragen oder allgemein Fragestellungen, die man nicht mit 280 Zeichen beantworten kann sind in Foren besser aufgehoben.

Allgemein kann man also in Foren besser diskutieren und die Chance etwas dazu zu lernen ist größer als im öffentlichen digitalen Raum, wo man sofort mit dümmlichen Kommentaren belegt wird oder der aggressive Pöbel einen niederbrüllt, wenn man nicht seiner Meinung ist. Das schreibe ich nicht in Bezug auf Linke oder Rechte. Beide Seiten zeigen ein sehr ähnliches Verhalten. Wenn man einen Sachverhalt differenziert betrachtet wird man entweder von der einen Seite oder von der anderen Seite angegriffen. Die Narrative in den jeweiligen Lagern sind gesetzt, auch wenn sich alle für aufgeklärte Individualisten halten.

Auch aus diesem Blickwinkel macht es meines Erachtens viel mehr Sinn eine eigene Internet Community aufzubauen. Also zusammengefasst die Vorteile auf einen Blick:

(1) Mehr Qualität, (2) mehr Tiefe, mehr (3) Nachhaltigkeit, (4) keine Zensur, (5) keine Abhängigkeit von Plattformen, (6) eine geschützte Atmossphäre. Natürlich ist es aber so, dass eine eigene Bubble entsteht. Anders kann es kaum sein. Und ein Learning aus den letzten fast zwei Jahren ist, dass eben nicht alle Menschen zusammen passen. Der Rahmen ist viel weiter gesteckt als man es vermuten würde, viel weiter als auf Social Media. Aber grenzenlos ist er nicht. Es gibt Grenzen und die muss man klar benennen, sobald man sie erkannt hat. Damit will ich sagen, dass das zu Beginn vielleicht noch nicht wirklich klar ist. Einerseits will man eine Community für alle schaffen, aber das geht eben nicht ohne Rücksichtnahme. Und im nächsten Schritt heisst es, dass “alle” eben 80% bedeutet. Die anderen passen nicht dazu. Oder man entscheidet sich für die 20% und verliert die 80%. Das hängt auch von persönlichen Präferenzen ab, keine Frage.

Es gibt viele Kombinationen von leckeren Speisen. Aber bestimmte Dinge passen nicht dazu. Fleischkäsebrötchen für 1,20 Euro wäre bei dieser arabischen Mezze beispielsweise fehl am Platz.

Warum wir mit der Finanzblogszene nichts zu tun haben

Die Finanzblogszene wird im Wesentlichen durch das Affiliate Geschäft getrieben. Es geht nicht um Aufklärung, sondern um den Produktverkauf. Damit ist man eben auch nicht unabhängig, auch wenn man das dauernd postuliert.

Das eigene finanzielle Vorankommen wird in den Mittelpunkt gestellt, bei einigen auch ganz offen durch die Veröffentlichung der erzielten Einnahmen. Um erfolgreich zu sein verkauft man Seminare und Coachings für zig tausende Euro an Menschen, die das Geld besser gleich für sich selbst anlegen sollten. Skin in the game? Fehlanzeige. Heisse Luft ohne Verantwortung.

Wir teilen diese Werte nicht.

Wir wurden eine Zeit lang in Forenverzeichnissen verlinkt. Einige dieser Verzeichnisse haben uns entfernt, nachdem wir offen geschrieben haben was wir von mancher Praxis halten. Andere taten dies, nachdem wir angeschwärzt wurden. In beiden Fällen ist das gut. Die Zeit ist reif, es soll so sein. 😉

Wer passt zu uns und wen suchen wir?

“A different point of view is simply the view from a place where you’re not.”

Wir sind seit Ende 2022 eine Gated Community. Einfach aus der Realität heraus, dass nicht alle Menschen zu uns passen. Anmelden kann sich bei uns nach wie vor jeder, wir behalten uns aber die Freischaltung vor. Alle Vorteile der Community erfährt man sowieso nur, wenn man sich vorstellt, ab und an mal einbringt und damit einen Mehrwert für alle schafft. Dazu muss man nicht jede Woche etwas posten, darum geht es nicht. Einige Mitglieder schreiben nur einige Male im Jahr etwas, sind aber trotzdem für die Gemeinschaft wertvoll.

Welche Menschen zu uns passen, kann man an dem Bild mit den “Orientteppichen” gut festmachen.

In der westlichen Welt würde man nun vermuten, dass der Satz “a different point of view is simply the view from a place where you’re not” impliziert, dass alles einfach relativ ist. Und zwar relativ zu dem eigenen Standpunkt. Und damit letztlich aber auch oft wertlos weil beliebig. Das meine ich damit aber nicht, denn es gibt absolute Wahrheiten in dieser Welt, wie beispielsweise die Naturgesetze. Darum soll es jetzt nicht gehen. Den Satz “a different point of view is simply the view from a place where you’re not” finde ich bemerkenswert dahingehend, dass man einmal durch Studium und Forschung erkannte Fakten nicht aufgibt aber anerkennt, dass jemand anders eine andere Kultur und somit Sozialisierung erfahren hat. Und sich daraus andere Standpunkte ergeben. Selbst wenn man sich über Kernfakten einig ist. Es heisst damit auch, dass es nicht um Gleichmacherei geht. Alles gleich zu machen ist heute wieder politisch “en vogue”. Gemeinsam in der Vielfalt ist aber die Königsklasse. Und mit Vielfalt meine ich sicher nicht die faschistoide sexualisierende Regenbogenideologie. Sondern Vielfalt in den Kulturen. Wenn ihr also den Begriff Vielfalt in einem alten Wörterbuch nachschlagt, dann dürftet ihr richtig liegen.

Es gibt immer individuelle Ausnahmen, auch bei unseren Bestandsmitgliedern. Aber heute nach fast zwei Jahren kann ich sagen, welche Menschen zu unserer Community passen:

  1. Tendenziell eher wertkonservative Menschen (Neusprech “Nazis”😂). Nein, im Ernst. Menschen die konservative Werte haben sind bei uns einfach eher zuhause. Echte Nazis selbstverständlich nicht, das ergibt sich schon aus dem nächsten Punkt.
  2. Muslime. Wir haben viele Muslime bei uns (mal ganz abgesehen vom Hausherrn). Allgemein gibt es hier eine große Schnittmenge an geteilten Werten und Ansichten.
  3. Weltoffene Menschen. Viele unserer Mitglieder sind auf der Welt schon rumgekommen und haben entsprechende Erfahrungen mit anderen Kulturen und Ländern gesammelt.
  4. Lernbereite Menschen. Leider eine Seltenheit. Aber wir alle bemühen uns dazu zu lernen und unsere Standpunkte auch mal zu hinterfragen. Dieser Typus Mensch ist in der Öffentlichkeit inzwischen nahezu ausgestorben.

Nun kann man das Ganze umdrehen und auch festhalten, wer nicht zu uns passt.

  1. Menschen mit verbohrten Ideologien und sektenartigen Verhalten. Ob politisch oder religiös spielt dabei keine Rolle. Ob rechts oder links auch nicht.
  2. Menschen, die schon alles zu wissen glauben und unreflektiert durchs Leben gehen.
  3. Echte Nazis. Von braun bis grün. Das was als echter Faschismus mal definiert wurde, hat bei uns keinen Platz. Egal mit welchem Farbanstrich. Jede Art von Menschen kann Rassismus erfahren, durchaus auch weisse Menschen.
  4. Wer in der Mainstreambubble lebt und alles glaubt was er hört, wird bei uns auch Probleme haben.

Fähnchen nach dem Wind? Passt eher nicht zu uns.

Unsere Ziele

„Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel.“

– Friedrich Nietzsche

Unser Ziel ist es eine kleine, gemütliche Internetcommunity zu sein. Mit dem ein oder anderen nichtmonetären und monetären Mehrwert. 😉

Unsere Themen sind vielfältig und reichen von Kochrezepten bis zu Finanzen. Von Dokumentationen, Reiseimpressionen bis zu Musik. Auch wenn wir bestimmte Schwerpunkte haben, so muss nicht jeder der bei uns mitmacht diese teilen oder sich dafür begeistern. Gerade spezielle Themen wie Religion oder Philosophie interessieren nicht alle Mitglieder. Aber die Vielfalt der Themen ist inzwischen so gross, dass für jeden etwas dabei ist. Und es kommen immer neue Themen hinzu.

Nachdem wir nun Anfang 2023 bei allen Empfehlungen anderer Blogs und Blogverzeichnisse rausgeflogen sind, macht es erst so richtig Spass. Uns ist es völlig Wurst was andere außerhalb unserer Community über uns denken. Die richtigen Menschen haben die letzten Jahre seit es Blackwater.live gibt zu uns gefunden und werden es weiterhin tun. Und für genau diese Menschen gibt es die Community.

“It pays to know where you are on the bigger picture” – unbekannt

    5 Kommentare zu „Community 2023

    1. Dann also die indirekte Empfehlung: Ein neuer Finanz-Blog whitedust, der enthusiastische Berichte über deutsche Finanzblogs bringt und vor blackwater warnt. Wie lange es wohl dauern würde, bis whitedust empfohlen würde und die ersten Neugierigen zu blackwater weiter navigieren werden? 😀

    2. Wer vergibt den Finanzblog Award? Die Commerzbank (Comdirect). Keine weiteren Fragen😂 Die meisten Finanzblogger/innen sind auch nur Huren der Finanzindustrie.

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