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Religion & Glauben Fasten in der Bibel


Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2185
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Hier noch ein Quelltext einer Seite, auf den ich im Zuge meiner Recherche zu dem Artikel zu Ramadan/Fasten gestossen bin.

Quelle: generationschurch de

 

Die Informationen sind interessant und aus der Bibel soweit korrekt und neutral aufgearbeitet.

ABER ACHTUNG, DIE GEMEINSCHAFT IST MEINES ERACHTENS NICHT ZU EMPFEHLEN! WARUM?

Der Grund ist nicht meine persönliche religiöse Überzeugung sondern, dass es sich hierbei um eine freikirchliche Pfingstgemeinde handelt.

Bei über uns steht: Wir sind Mitglied im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden K.d.ö.R (BFP) sowie in der Deutschen Evangelischen Allianz. Die Elim Leipzig ist unsere Muttergemeinde.

Pfingstgemeinden sind sehr problematisch zu sehen, es gibt viele sektenähnliche Elemente!

https://de.wikipedia.org/wiki/Pfingstbewegung

 

Den Text führe ich nur aus rein fachlichen Gründen an, um meinen Artikel biblisch-erweitert zu untermauern.

 

 

 

Das Judentum kennt nur einen festgelegten Fasten- und Versöhnungstag: Jom Kippur. Hier wird heute von orthodoxen aber auch nicht-religiösen Juden 25 Stunden lang keine Nahrung oder Getränke zu sich genommen. Dieser Feiertag erscheint bereits im 3. Buch Mose 29 und 30:
Dies alles soll am 10. Tag des 7. Monats geschehen. Zusätzlich gelten für diesen Tag noch folgende Ordnungen, die ihr stets einhalten müsst: Ihr sollt fasten und euch vor mir beugen. Ihr dürft keinerlei Arbeit verrichten, weder ihr noch die Ausländer, die bei euch wohnen. Denn an diesem Tag werdet ihr mit mir, dem HERRN, versöhnt und von aller Schuld befreit, die auf euch lastet.

Fasten als Trauerausdruck

Das Fasten wurde im Alten Testament oft als Ausdruck der Trauer und der Totenklage verwendet, wie z.B. in 2. Samuel 1,12: Sie weinten und trauerten um Saul, seinen Sohn Jonatan und um das ganze Volk des HERRN, weil so viele Israeliten in der Schlacht umgekommen waren. Bis zum Abend fasteten sie.
Auch der Psalmist fastet aus Trauer und Klage (Psalm 35,13): Wenn einer von ihnen schwer krank war, zog ich Trauerkleidung an, fastete für ihn und betete mit gesenktem Kopf.
Fasten wird hier als Verstärkung des Trauerakts und der Entrüstung genutzt.
In der Geschichte Jonas’ und der Bevölkerung Ninives verändert das Fasten der Bewohner als äußerer Ausdruck ihrer tiefen inneren Buße und Umkehr sogar die Entscheidung Gottes. Er zerstört die Stadt Ninive nicht, obwohl er dies geplant hatte.

Interessanterweise wird an keiner Stelle im Alten Testament darüber hinaus auf die exakte Dauer oder Art eines Fastens eingegangen. Aus dem Zusammenhang von 2. Sam. 1,12 und Ps. 35,13 lässt sich jedoch erschließen, dass es sich eher um ein kurzfristiges Fasten von einigen Mahlzeiten oder einem Tag gehandelt hat.

Fasten als Akt der eigenen Buße

Das Alte Testament beschreibt das Fasten auch als Akt der Buße (Joel 2,12-13a): So spricht der HERR: »Auch jetzt noch könnt ihr zu mir umkehren! Tut es von ganzem Herzen, fastet, weint und klagt! Ja, zerreißt eure Herzen vor Trauer und nicht bloß eure Kleider!
Der Prophet ruft das Volk zur Umkehr auf. Als Zeichen der kollektiven Reue und Buße soll es von ganzem Herzen fasten, weinen und klagen. Auch hier wird wieder getrauert. Diesmal jedoch nicht um einen anderen Menschen oder das Volk als solches, sondern um die eigene Verfehlung und Entfernung von Gott.
Wichtig ist hier: Es geht nicht um die Einhaltung eines starren Fastengesetzes, sondern um ein echtes Zerbrochen-Sein des Fastenden vor Gott. Es kommt von Herzen und findet seinen sichtbaren Ausruck in Weinen, Klagen und Fasten. Gefastet wird also nicht als Akt der Buße, sondern begleitet sie als äußerlich sichtbarer Ausdruck. Der Verzicht auf Speisen und Getränke ist somit nicht integraler Bestandteil der Buße die von Herzen kommt, sondern ihr sekundäres Merkmal.
Diese Art des Fastens strahlt bereits ins Neue Testament hinüber und wird dort an vielen Stellen wieder aufgegriffen.

Zweimal einzigartiges Fasten im Neuen Testament

Lukas 4,1-2: Erfüllt vom Heiligen Geist verließ Jesus die Gegend am Jordan. Der Geist Gottes führte ihn in die Wüste, wo er sich vierzig Tage lang aufhielt. Dort war er den Versuchungen des Teufels ausgesetzt. Jesus aß nichts während dieser ganzen Zeit, und schließlich war er sehr hungrig.
Nachdem Jesus von Johannes getauft wurde, verließ er das Jordantal und wurde vom Heiligen Geist in die Wüste geführt. Während seiner Zeit in der Wüste aß er nichts. Sein Fasten geschah jedoch nicht aus einer Buße heraus. Anscheinend verzichtete er auf Nahrung, weil er sich in der Gegenwart Gottes befand, denn der „Geist Gottes führte ihn durch die Wüste.“
Jesus’ Ringen mit dem Teufel und dessen Versuchungen erfolgte jedoch erst zum Ende seiner Fastenzeit. Auch wenn er physisch hungrig war, ist davon auszugehen, dass  Jesus durch sein Fasten und Gottes Nähe geistlich sehr gestärkt war, um diesen Versuchungen zu widerstehen.
Einen ähnlichen Bezug gibt es im Alten Testament im 2. Mose, 34,28: Vierzig Tage und Nächte blieb Mose auf dem Berg in der Gegenwart des HERRN. Während dieser Zeit aß und trank er nichts. Er schrieb auf die Steintafeln die Zehn Gebote, auf die sich Gottes Bund mit den Israeliten gründete.
Auch bei Mose ging es nicht um ein Buß-Fasten, sondern um ein Verzicht auf Nahrung, weil er sich in der intensiven Nähe Gottes befand. Somit war er anscheinend allen weltlichen Bedürfnissen entzogen.
Beide 40-Tages-Fastenzeiten waren weder von Mose noch von Jesus entschieden worden, sondern von Gottes Geist bestimmt und geleitet. Damit unterscheiden sie sich damit grundlegend von unseren selbstbestimmten Fastenzeiten.
Dies schon mal als Vorab-Erklärung, warum es für uns wahrscheinlich nicht klug wäre, aus selbstgefasstem Entschluss 40 Tage und Nächte Essen und Trinken zu fasten.

Fasten als Zeichen der Umkehr

Im Alten wie im Neuen Testament wird an unterschiedlichen Stellen immer wieder die Wichtigkeit des Fastens, dass vom Herzen motiviert ist, hervorgehoben.
Jes. 58, 3: Warum siehst du es nicht, wenn wir fasten?‹, werfen sie mir vor. ›Wir plagen uns, aber du scheinst es nicht einmal zu merken!‹ Darauf antworte ich: Wie verbringt ihr denn eure Fastentage? Ihr geht wie gewöhnlich euren Geschäften nach und treibt eure Arbeiter genauso an wie sonst auch.
Jer. 14,11-12: Aber der HERR antwortete mir: »Dieses Volk liebt es, mir davonzulaufen, sie wollen einfach nicht bei mir bleiben... Wenn sie auch fasten und mich um Gnade anflehen, werde ich sie doch nicht erhören.
Lukas 18,11-12: Selbstsicher stand der Pharisäer dort und betete: ›… Ich faste zwei Tage in der Woche und gebe von allen meinen Einkünften den zehnten Teil für dich.‹
In allen Beschreibungen wird deutlich, dass ein Fasten, ohne das eigene Leben und seine Gewohnheiten zu ändern, vor Gott nichts bringt und ihn auch nicht beeindruckt. Mit dem Fasten des guten Scheins wegen, lässt sich also kein Blumentopf gewinnen.
Es braucht eine innere Demut und die Erkenntnis mit einem zerbrochenen Herzen vor Gott zu stehen.

Was versteht Jesus unter biblischem Fasten?

Jesus rollt das Thema von hinten auf und erklärt überraschenderweise erst einmal, wer aus welchem Grund nicht fasten muss.
Grund sind die Jünger des Johannes, die wissen wollen, warum Jesu’ Jünger im Gegensatz zu allen anderen Religiösen nicht fasten. Markus 2,19: Jesus antwortete ihnen: »Sollen die Hochzeitsgäste etwa fasten, solange der Bräutigam noch bei ihnen ist? Nein, sie werden feiern, solange er da ist! Die Zeit kommt früh genug, dass der Bräutigam ihnen genommen wird. Dann werden sie fasten.
Solange Jesus also auf der Erde mit seinen Jüngern unterwegs war, sah er für sie keinen Grund zum Fasten. Es liegt nahe, dass er die alttestamentliche Auffassung des Fastens als Teil des Trauerakts verstand. Als Jesus mit seinen Nachfolgern unterwegs war, war dies aber ein Grund zum Feiern. Warum also fasten?
Interessant ist nun deine eigene Auffassung von Matthäus 18,20. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, bin ich in ihrer Mitte.
Ist Jesus damit noch genauso unter uns, wie zur Zeit seiner Jünger und leben wir damit weiterhin in einer Zeit der Hochzeit und des Feierns? Oder galt Jesu’ Erklärung nur für die Zeit seiner physischen Anwesenheit bis zu seiner Kreuzigung?

In der Bergpredigt gibt Jesus eine praktische Anweisung, mit welcher Herzenshaltung wir fasten sollen. Matthäus 6,16-18:
Wenn ihr fastet, dann schaut nicht so drein wie die Heuchler! Sie setzen eine wehleidige Miene auf und vernachlässigen ihr Aussehen, damit jeder merkt, dass sie fasten. Ich versichere euch: Diese Leute haben ihren Lohn schon erhalten! Bei dir soll es anders sein: Wenn du fastest, dann pflege dein Äußeres so, dass keiner etwas von deinem Verzicht merkt – außer deinem Vater im Himmel. Denn er ist auch da, wo niemand zuschaut. Und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen.«

Jesus macht klar, worauf es Gott ankommt: Nicht auf Äußerlichkeiten oder einen bestimmten Akt. Für ihn ist das Fasten etwas sehr Persönliches, etwas Intimes zwischen einem selbst und Gott.

Einzig in Matthäus 17,21, einem Vers der in einigen Handschriften nicht auftaucht, erklärt Jesus, dass Fasten auch einen anderen Grund haben kann, als den der Buße: „solche Dämonen (können) nur durch Fasten und beten ausgetrieben werden“. Hier wird das Fasten also als Begleitwerkzeug zum Beten verwendet. Diese Stelle kann als Brückenschlag zu anderen Stellen in der Apostelgeschichte verstanden werden, in der das Fasten genutzt wird, um sich Gott zu nähern und seine Weisung zu empfangen.

Fasten, um Gottes Nähe und Weisung zu suchen

In zwei Stellen in der Apostelgeschichte (Apg 13,2 und Apg. 14,23) tritt eine neue, bisher unbekannte Grundmotivation für das Fasten auf. Es geht weder um das Fasten, dass Buße und Umkehr unterstreicht, noch als Ausdruck der Trauer.
In der Zeit nach Jesus’ Tod und Auferstehung, kombinieren die Apostel das Fasten stattdessen mit einer Zeit des Gebets und der Suche nach der Weisheit und Weisung Gottes. Einmal ging es um die Aussendung der Apostel. Das andere Mal um die Einsetzung der Gemeindeleiter.
In Berichten des Apostels Paulus im Korintherbrief (2. Kor. 6,5 und 11,27) geht es dagegen um ein Zwangsfasten. Ihm wurde aufgrund seiner Gefangennahme Essen verwehrt, so dass hier die geistliche Motivation in den Hintergrund tritt.

Welche Fastenvorschriften gibt es?

Auffallend ist, dass es weder im Alten noch im Neuen Testament eine klare gesetzliche Vorschrift zum Fasten gibt, sondern nur Berichte, wer fastete. Einzige Ausnahme bietet 3. Mose 16,29, in dem es um den großen Gedenktag Job Kippur geht, als Teil besonderer Anordnungen zur Demütigung vor Gott für diesen Tag.
In der Zeit nach der israelischen Gefangenschaft werden einzelne Erinnerungstage ausgerufen, dem ein Fasten vorausgeht. Hier geht allerdings das Fasten in Feiern über, da sich das Erinnern an die Leiden der Vergangenheit in die Freude auf eine bessere Zukunft verwandelt.

Wie faste ich bibelgemäß richtig?

Willst du entsprechend der Bibel fasten, gibt es mindestens drei Schwerpunkte:

  1. Umkehr und Buße: Das Fasten kommt aus einem Drang, zu Gott umkehren zu wollen. Daraus entsteht der eigene Wunsch, Buße zu tun. Es geht darum, sich in Demut Gott zu nähern und ihn wieder zum Zentrum deines Lebens zu machen.
  2. Die 3 W Gottes: Fasten begleitet das bewusste Beten und Suchen von Gottes Willen, seinem Wirken und seiner Weisheit. Ein Fasten ohne, dass es in deinem Herzen eine auslösende Entscheidung gegeben hat, sich Gott wieder oder stärker zu nähern, ist ein bloßes Weglassen von Nahrung.
    Bibelgemäßes Fasten geht jedoch noch viel weiter:
  3. Fasten und Handeln für Gerechtigkeit: In Jesaja 58,6-7 wird erklärt, wie ein Fasten aussieht, dass Gott gefällt. Es wird erläutert, wovon unser Herz fasten sollte und wie sehr sich unser Verhalten durch Umkehr und Fasten verändern sollte: Ein Fasten, das mir gefällt, sieht anders aus: Löst die Fesseln der Menschen, die man zu Unrecht gefangen hält, befreit sie vom drückenden Joch der Sklaverei und gebt ihnen ihre Freiheit wieder! Schafft jede Art von Unterdrückung ab! Teilt euer Brot mit den Hungrigen, nehmt Obdachlose bei euch auf, und wenn ihr einem begegnet, der in Lumpen herumläuft, gebt ihm Kleider! Helft, wo ihr könnt, und verschließt eure Augen nicht vor den Nöten eurer Mitmenschen!

Wie du siehst, geht es um mehr, als ein paar ausgelassene Speisen und ein gesprochenes Gebet. Es geht vielmehr darum, dass Gott während der Fastenzeit dein Herz erreicht und es spürbar für dich und alle anderen verändert.
Es ist dabei gar nicht nötig, dass alle Menschen in deinem Umkreis mitbekommen, dass du fastest, wie Jesus in Matthäus 6,16-17 klar stellt. Dass es ein „äußeres Zeichen deiner inneren Umkehr ist“, bedeutet, dass du durch deinen Verzicht auf Nahrung Gott zeigst, wie wichtig Er dir ist.


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Joerg
(@joerg)
Half Bread Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
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Sehr schoene, fundierte Zusammenfassung zum biblischen Fasten, Martin!

Warum nicht im freien Bereich posten? Da gaebe es noch mehr Leser/Reichweite? Ich wuerde es begruessen!

Besonders gefiel mir deine "Werbung" fuer die Geschwister in der BFP Elim-Gemeinde Leipzig 😉

Herzliche Gruesse nach Leipzig!
Was verboten wird, ist doch immer besonders reizvoll, oder?

Und unsere wackeren "larsundsophia" sind mit wenig Bibel-Vorwissen aber gesundem Menschenverstand nicht mal Zeugen Jehovas Mitglieder geworden!

Vielleicht unterschaetzt Du deine Leser?

LG Joerg


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2185
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@joerg Das ist doch im freien Bereich und auch von außen zugänglich (sogar ohne Anmeldung).

Was Pfingstgemeinden angeht, so kann man sich auch hier bei den hiesigen Sektenberatungsstellen informieren. Und auch sonst gibt es genug Erfahrungsberichte dazu zu finden. Wenn ich selbst etwas poste finde ich es aber wichtig, einen Warnhinweis zu geben.

Ansonsten habe ich keine Zweifel, dass jemand der die Bibel insgesamt und im Licht des historischen Kontexts betrachtet, eine kluge Wahl trifft.

In die Fänge von Sondergemeinschaften gerät man - wie schon gesagt - durch Geburt oder weil diese Gruppen einen gerade in einem Tief des Lebens erwischt haben. In solchen Tiefs kann der Mensch empfänglich für "Love Bombing" sein und einfache Antworten sind dann besonders verlockend.

Hier ein Video einer durchaus intelligenten promovierten Frau, die bei Freikirchen und Pfingstlern war:

 

 


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 5 Jahren
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Themenstarter  
Veröffentlicht von: @joerg

Vielleicht unterschaetzt Du deine Leser?

Nein, das glaube ich nicht. Ganz im Gegenteil. Aber wie schon gesagt, jeder ist mal schwach.


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2185
Themenstarter  

Hier ein interessanter Leserkommentar unter dem YouTube Video:

Anne S. schrieb:

Vielen Dank für das Interview! Andrea hat sehr gut auf den Punkt gebracht, wie es mir selbst mit meinem Ausstieg ging und was das Problematische am Glaubenssystem der Freikirchen ist. Die Unterschiede sind in den Freikirchen groß und regional unterschiedlich. In Bremen, wo ich zehn Jahre in verschiedenen Freikirchen war, gibt es aufgrund einer Sonderregelung der evangelischen Kirchen sehr stark evangelikal-strukturierte evangelische Gemeinden sowie ein sehr enges Netzwerk der Freikirchen und daraus resultierend einiger evangelischer Gemeinden. Trotz alledem ist es, wie Andrea sagt, in jeder evangelikalen Gemeinde der Grundsatz, dass die Gläubigen die Erretten sind und der Rest kommt in die Hölle. Das erzeugt enormen psychischen Druck. Ich bin sehr froh, dass ihr das thematisiert und toll auch, dass es die Studie gibt. Es sollte vielmehr an die Öffentlichkeit und Netzwerke für Aussteiger*innen müssten mehr etabliert werden.

 

 

Wenn man dem christlichen Glauben anhängt (Jesus IST Gott, Dreieinigkeit) und man sucht eine Gemeinde, dann gibt es zwischen diesen Freikirchen riesige Unterschiede. Grundsätzlich sind Freikirchen aber eben etwas anders als eine Großkirche, die die Elemente von Sozialkontrolle etc. nicht hat. Dort kann man seinem persönlichen Glauben "unbehelligt" nachgehen.

Mein persönlicher Eindruck ist aber, dass genau diese Art christlichen Glaubens für die meisten Menschen nur noch abstossend ist. Die ganze Bandbreite missionierender Sondergemeinschaften hat mehr Schaden angerichtet als Nutzen gestiftet. "Dass Gott in Deutschland tot ist", haben diese Gruppen m.E. mit zu verantworten.


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Presskoppweck
(@presskoppweck)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
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Veröffentlicht von: @deepblackforest

Trotz alledem ist es, wie Andrea sagt, in jeder evangelikalen Gemeinde der Grundsatz, dass die Gläubigen die Erretten sind und der Rest kommt in die Hölle.

Bei welchen Glaubensgemeinschaften ist das anders?
 

Das erzeugt enormen psychischen Druck.

Ich spare mir meine zehn Pfennig Mitleid auf.
In manchen Ländern wird Apostasie strafrechtlich verfolgt, sogar die Todesstrafe ist nicht ausgeschlossen.


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Großmeister Blackwater Stammleser
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Veröffentlicht von: @presskoppweck

Bei welchen Glaubensgemeinschaften ist das anders?

Bei… allen nicht-Buch-Religionen?

Dem Unsichtbaren Rosafarbenen Einhorn ist es komplett egal, ob jemand an es glaubt oder nicht. 😏 Und auch Ganesha und die Geister im Shintō stehen ziemlich drüber.


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Presskoppweck
(@presskoppweck)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 529
 

@ikigaimondai 
Auch im Buddhismus und Hinduismus ist es so, dass man bei "Fehlverhalten" als Tier, Dämonenwesen oder in einer Hölle wiedergeboren wird. Ich sehe da keinen Unterschied zu anderen Glaubensgemeinschaften.
Jede Religion/Glaubensgemeinschaft beansprucht für sich die Wahrheit und hat irgendeinen drohenden Buhmann mit dem man die Gläubigen auf Linie hält. Weil Du das Unsichtbare Rosafarbene Einhorn anführst: das bestraft Ungläubige mit Stichen seines Hornes
qed


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Großmeister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1247
 

@presskoppweck Na dann ist der Weg doch klar!


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Soziologin
(@soziologin)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser Rose
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 134
 

Das ist eine Frage der Perspektive. Religion ist nichts, was man sich aussucht wie seine Kleidung. Und auch keine Laune wie bestimmte Vorlieben. Aber klar, mit dem westlich-atheistisch orientierten Weltbild ist es eben nur ein Einhorn.

 


wuestenrose91 gefällt das
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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2185
Themenstarter  
Veröffentlicht von: @soziologin

Das ist eine Frage der Perspektive.

Immer. Perspektive und Sozialisierung. Ein sogenannter westlich-"aufgeklärter" Mensch wird immer fragen, was bringt es mir?

Aus theologischer Sicht geht es aber um etwas ganz anderes. Die beiden Welten sind nicht oder nur schwer vereinbar.

Daher bin ich auch kein Freund von Missionierung. Wer Interesse hat, mit dem kann man sich austauschen. Ansonsten sollte man die Leute in Ruhe lassen.


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himself63
(@himself63)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 577
 
Veröffentlicht von: @deepblackforest

Daher bin ich auch kein Freund von Missionierung

Wenn man sieht, welches Elend und wieviele gebrochene Seelen die Missionierung im Laufe der Geschichte über die Menschheit gebracht  kann man auch kein Freund davon sein.....niemals.


wuestenrose88, wuestenrose91, Soziologin und 2 weiteren Personen gefällt das
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Soziologin
(@soziologin)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser Rose
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 134
 
Veröffentlicht von: @deepblackforest

Daher bin ich auch kein Freund von Missionierung. Wer Interesse hat, mit dem kann man sich austauschen.

Dem stimme ich zu. Im Internet sind die Grenzen zwischen Dawah (das ist eine Einladung wenn jemand Interesse hat) und Mission nur etwas verschwommen. Aber wegklicken geht immer.


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Joerg
(@joerg)
Half Bread Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 27
 

Moin
dir zuliebe habe ich mir das Video angeschaut ...
es war muehsam (da piepen dauernd Voegel? die Ausleuchtung der Moderatorin(Natalie) ist unvorteilhaft? da wurde ziemlich viel von Andrea rausgeschnitten?).

Zunaechst Hauptfragen:
Welche Absicht hat das Video? (nur Warnen?)
Warum ist es den Mitwirkenden wirklich wichtig? (Aufarbeitung, Rechtfertigung, Nachkarten?)
Warum verlinkst du das Video hier? (glaubst du etwa, das ist ein typisches Bsp; so geht es in Freikirchen vor allem zu? Alle Freikirchler sind arme (Sekten)Opfer?)

Dann zu Andrea:
Das Bild einer armen, verletzten, begrenzten, enttaeuschten, kranken Person entsteht (wie wir alle aus Gottes Sicht welche sind!). Wir wuenschen Ihr von Herzen, dass sie Ruhe und Frieden, Freunde und Anerkennung findet und wieder ganz gesund wird. Gott-Sei-Dank hat sie einen tollen Mann bei den Baptisten kennengelernt, der sie unterstuetzt und hilft. Es ist gut und voll OK aus Strukturen, die einem nicht gut tun auszubrechen!

Das gezeichnete Gottes-Bild von Andrea:
Davon wird wenig gesagt? Dafuer ihre vielen traurigen Verletzungen:
- sie hoffte auf echtes Interesse an ihrer Person, aber erlebte anscheinend Heuchelei (es geht nur um Mitgliedschaft?)
- Antrieb war ihr oft ANGST. Angst vor der Hoelle, Angst nicht zu genuegen, Angst nicht anerkannt zu werden, Angst vor Daemonen, Angst vor ...
(Aber unser Gott ist doch ein Gott der Liebe, wer hat denn Angst vor Jesus Christus, wenn er die Evangelien liest?)
- fast 20 Jahre in 4? verschiedenen Freikirchen und kein Wort zur ueberfliessenden Liebe Gottes; geht man wegen den Menschen in eine Kirche/Moschee oder wegen Gott (trotz der Menschen ;-)?

Der Blick auf (Frei)Kirchen:
- ja, es gibt viele komische Leute (ueberall) auch (oder besonders?) in Freikirchen!
- Heilungsdruck, ungesunde (Ueber?)Gewichtung der geistlichen Welt (Daemonen, Satan, Engel, Heiligenverehrung, Marienkult),
- Wort-woertliche-Buchstabenreiterei (Verstand ausschalten, Kritik verhindern, historische Zusammenhaenge ausblenden, etc),
- Filterblasen-Effekt: keine normalen/andersglaeubigen Freunde (da nur Zeit in der Kerngruppe verbracht)?
Das gibt es alles und habe ich selbst schon erlebt. Na und? Das gibt es in jedem Verein, in jeder Partei, an der Arbeit, mehr oder weniger ueberall, oder? Dauernd muss man sich abgrenzen und ggfs wechseln.
- im biblischen Sinn ist jedoch klar: Johannes 13:34-35 HFA "Ich gebe euch jetzt ein neues Gebot: Liebt einander! So wie ich euch geliebt habe, so sollt ihr euch auch untereinander lieben. An eurer Liebe zueinander wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid."
So einfach: keine Liebe, schlechte Juenger Jesu!

Freikirchen sind ja gerade entstanden, weil Glaubende ihre Beduerfnisse in Kirchen nicht erfuellt sahen oder Menschen mit ihren Ansichten, Kritik, Erneuerungsvorschlaegen in den "Gross-Kirchen" angeeckt sind.
Das gute Selbstregulativ ist: "keine (zahlenden) Schafe mehr, kein Problem mehr". Das dauert in den Grosskirchen (Moscheen mit staatl. Unterstuetzung?) mit unter laenger 😉

Es ist ein immerwaehrender Prozess von kreativer Zerstoerung im Gange (wie in einer gesunden Wirtschaft). Das ist normal und so erforderlich. Wie sonst sollte es gehen? Eine Oberaufsicht, die alles regelt samt Inquisition? Der Staat, der alles haarklein bis in die Kinder- und Jugendarbeit kontrolliert (hatten wir schon mal)? Ohne grobe Regeln geht es aber auch nicht!

Zu allem sollte man auch mal die andere Seite hoeren und im Ideal mit beiden Seiten sprechen.
Ein charismatischer/pfingstlicher Leiter/Prediger, den ich empfehlen kann (zu ziemlich vielen Themen, such dir eins aus?)
youtube.com/channel/UCTDRha6B8bc0iBmLmIoZeFg

Zumindest fuehlst du dich danach froehlicher als nach dem Video mit Andrea 😉

LG Joerg


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2185
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Veröffentlicht von: @joerg

Warum verlinkst du das Video hier? (glaubst du etwa, das ist ein typisches Bsp; so geht es in Freikirchen vor allem zu? Alle Freikirchler sind arme (Sekten)Opfer?)

Freikirchen - das hört sich an sich ja mal sympathisch an. Weg von der Großkirche und dortigen starren Regelungen. Und es sind sicher nicht alle verkehrt.

Würde ich persönlich an das Dreieinige Konzept bzw. Jesus als Gott glauben, dann würde ich persönlich aber in eine offizielle Kirche gehen. Und am liebsten die ältesten der Welt, die syrisch Orthodoxe oder zu den Kopten. Und eine Ansprechpartnerin ist ja hier direkt im Forum @nadiagy

Warum?

Die Freikirchen und was dort passiert ist mir zu emotional und ich werde nicht gerne manipuliert (Love Bombing). Nichts gegen (religiöse)Emotionen an sich, die haben alle Gläubigen. Aber ich habe mir von verschiedenen Freikirchen die Videos und Webseiten angeschaut und es wird meist alles auf "Jesus liebt dich" und damit verbundene Gefühlsausbrüche reduziert.

Da wäre mir dann doch eine Kirche mit 1900 Jahren Tradition und etwas geregelteren Abläufen lieber. Gerne auch mit einer Liturgie.

Aber das ist selbstverständlich nur meine Meinung, nichts weiter.

 

Es ist ein komplexes Thema. Wir können nach Aussteigern jeder Kirche/Religion/Gruppe schauen und werden feststellen, sie sind gegen ihren alten Verein. Jetzt muss man sich genau die Gründe anschauen. Theologische? Persönliche? Das spielt alles eine Rolle in der Bewertung.

Aus meiner Sicht: verlässt jemand seine Religion weil er nicht mehr an Gott glaubt ist etwas ganz anderes, wie wenn jemand an Gott glaubt und theologisch begründet das Konzept für falsch hält.

 

 


himself63 und mrsblackwater gefällt das
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