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Frage In der aktuellen Situation sondertilgen?

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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Großmeister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1247
Themenstarter  

Ich hätte gern mal ein paar Meinungen von den Finanzfüchsen der Community.

Meine Frau und ich haben aktuell zwei Immobiliendarlehen laufen:

  1. Selbstgenutzte Immobilie. 2,3% eff., Restschuld rd. 30k€. Abbezahlt im Januar 2023 mit finaler Sondertilgung 9.500€, oder im Juni 2023 ohne diese.
  2. Vermietete Immobilie. 1,99% eff., Restschuld rd. 120k€. Sondertilgungsmöglichkeit ca. 7k€ pro Jahr, „fällig“ normalerweise im April, da dann mein Jahresbonus kommt, so er denn kommt. Abbezahlt ca. zum Ende der Kreditlaufzeit gegen Jahresende 2029, ohne Sondertilgungen dann noch Restschuld von ca. 60k€.

Ich bin kein Fan von Arbitragegeschäften, und schnellstmögliche Schuldenfreiheit war immer das Ziel von meiner Frau und mir.

Angesichts der

  1. wackelnden Börsen
  2. anziehenden Inflation
  3. steuerlichen Absetzbarkeit der Hypothekenzinsen auf der vermietete Immobilie

frage ich mich jetzt aber doch, ob ich nichht zu konservativ bin und die 23k€ in den nächsten 13 Monaten (7 im April, 9 in Januar, 7 im April) nicht lieber den laufenden Sparplänen zuführen sollte. Die Risikoerhöhung bezüglich der selbstgenutzten Immobilie ist minimal (5 Monate), und für die vermietete gibt es immer noch genügend Sondertilgungsmöglichkeiten und im Zweifelsfall würden mich 60k€ Restschuld auch nicht umbringen, selbst bei signifikant steigenden Zinsen.

Was denkt ihr?


Zitat
Ex-Discordler
(@exdiscordler)
Bauernfrühstück Blackwater Premium Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 11 Monaten
Beiträge: 185
 

Ich würde unabhängig von aktuellen Kursen bei der vermieteten Immobilie grundsätzlich nicht sondertilgen.

Bei der selbstgenutzten würde ich wiederum sonder- oder final tilgen, um den bürokratischen Aufwand für eine Anschlussfinanzierung einzusparen.

Du kannst auch die 7k statt in die Sondertilgung der Vermietimmobilie in ETFs stecken und bei einer deutlichen Erholung wieder rausnehmen und dann sondertilgen.


AntwortZitat
ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Großmeister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1247
Themenstarter  
Veröffentlicht von: @exdiscordler

Bei der selbstgenutzten würde ich wiederum sonder- oder final tilgen, um den bürokratischen Aufwand für eine Anschlussfinanzierung einzusparen.

Danke für Deine Einschätzung! Die Finanzierung der selbstgenutzten Immo läuft bis Ende 24, ich werde also so oder so vor Ende der Laufzeit fertig mit der Tilgung.


AntwortZitat
Ex-Discordler
(@exdiscordler)
Bauernfrühstück Blackwater Premium Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 11 Monaten
Beiträge: 185
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Danke für Deine Einschätzung! Die Finanzierung der selbstgenutzten Immo läuft bis Ende 24, ich werde also so oder so vor Ende der Laufzeit fertig mit der Tilgung.

Falls ich mich bzgl. der selbstgenutzten Immo etwas unklar ausgedrückt habe: Das für die gesamte Tilgung dieser Immo benötigte Geld würde ich nicht in ETFs stecken, dafür wäre mir der zeitliche Horizont zu kurz. Meine Empfehlung wäre, bei der selbstgenutzten Immo entweder die maximale Sondertilgung zu nutzen (spart etwas Zinsen) oder das zur Schlusstilgung benötigte Geld zur Seite zu legen (für ein besseres Sicherheitsgefühl in diesen Zeiten).


AntwortZitat
Presskoppweck
(@presskoppweck)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 529
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Ich bin kein Fan von Arbitragegeschäften, und schnellstmögliche Schuldenfreiheit war immer das Ziel von meiner Frau und mir.

Ich wollte es eigentlich etwas sinnentstellend (auf den Fettdruck reduziert) zitieren 😛 
Die schnellstmögliche Schuldenfreiheit ist der klassische (konservative) Ratschlag. Wir sollen dir jetzt Argumente liefern, die deine Frau von Arbitragegeschäften überzeugen?

Angesichts der

  1. wackelnden Börsen
  2. anziehenden Inflation
  3. steuerlichen Absetzbarkeit der Hypothekenzinsen auf der vermietete Immobilie

frage ich mich jetzt aber doch, ob ich nichht zu konservativ bin und die 23k€ in den nächsten 13 Monaten (7 im April, 9 in Januar, 7 im April) nicht lieber den laufenden Sparplänen zuführen sollte. Die Risikoerhöhung bezüglich der selbstgenutzten Immobilie ist minimal (5 Monate), und für die vermietete gibt es immer noch genügend Sondertilgungsmöglichkeiten und im Zweifelsfall würden mich 60k€ Restschuld auch nicht umbringen, selbst bei signifikant steigenden Zinsen.

Was denkt ihr?

1 + 2 sind keine Argumente pro Aktieninvest.
Nur 3 ist ein Argument contra Sondertilgung, und zwar unabhängig vom Börsengeschehen.
Ein Mittelweg wäre, die selbstgenutzte Bude sonderzutilgen, die vermietete aber nicht.
Ich würde da nicht primär mit den Chancen des Aktienmarktes argumentieren, sondern mit dem steuerlichen Vorteil. Haste keine Steuerberater, der dich anhält mehr Schulden auf das Mietshaus aufzunehmen?

Aber denk immer dran: happy wife, happy life. Oder harscher: nichts im Leben ist so teuer wie eine Scheidung.
Lies deiner Frau die Wünsche von den Augen ab. Oder frag sie.


Aysel Bektas, Blackwater, weip321 und 3 weiteren Personen gefällt das
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Gold-oder-Aktien
(@gold-oder-aktien)
Schachspieler Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 279
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai
  1. Selbstgenutzte Immobilie. 2,3% eff., Restschuld rd. 30k€. Abbezahlt im Januar 2023 mit finaler Sondertilgung 9.500€, oder im Juni 2023 ohne diese.
  2. Vermietete Immobilie. 1,99% eff., Restschuld rd. 120k€. Sondertilgungsmöglichkeit ca. 7k€ pro Jahr, „fällig“ normalerweise im April, da dann mein Jahresbonus kommt, so er denn kommt. Abbezahlt ca. zum Ende der Kreditlaufzeit gegen Jahresende 2029, ohne Sondertilgungen dann noch Restschuld von ca. 60k€.

Ich bin kein Fan von Arbitragegeschäften, und schnellstmögliche Schuldenfreiheit war immer das Ziel von meiner Frau und mir.

frage ich mich jetzt aber doch, ob ich nicht zu konservativ bin und die 23k€ in den nächsten 13 Monaten (7 im April, 9 in Januar, 7 im April) nicht lieber den laufenden Sparplänen zuführen sollte.

Was denkt ihr?

zu1: Immo selbstgenutzt - immer vorrrangig abzahlen, also 2023 ob nun Jan, oder Juni ist egal (nur 6 Monate), ich persönlich würde zum Ende der Zinsbindung glattstellen und mich in dem Bereich zurücklehnen.

zu2: bei 1,99% und absehbarem Ende in 2029 würde ich hier wie geplant weitermachen und nicht Sondertilgen. Warum einen möglichen Steuervorteil vorsätzlich minimieren?

kein Fan von Arbitrage: dann auch nicht machen!

Ziel Schuldenfreiheit: an Zielen sollte man festhalten, außer man hat Optimierungspotential, da ihr im E-Fall jederzeit tilgen könntet, würde ich hier wie unter 2 gesagt weitermachen, ABER wenn ihr für euch sagt: ich schlafe einfach besser ohne Schulden, dann schei... auf den Steuervorteil und stellt auch die vermietete Immo glatt!

den laufenden Sparplänen zuführen: klar ist der Reiz bei den aktuellen Kursen da, ABER denk nochmal an euer Ziel: war das Ziel maximale Rendite mit hohem Risiko? oder Schuldenfreiheit?

Jetzt beantworte selbst deine Frage! 😉 

Egal was wir hier euch empfehlen können, es ist immer nur unsere Sicht der Dinge und nicht deine, daher denk an euer gemeinsames Ziel und handele danach!

Und wenn du das gemacht hast, kannst du lächeln, gehst mit deiner Frau schön essen und feierst eure Schuldenfreiheit!

Und danach?

Danach nimmst du das Geld das du monatlich für die Bank (Zins+Tilgung) bezahlt hast und zahlst die Kredite einfach weiter an dich. Genauso wie es bisher gewohnt warst, an die Bank zu zahlen, buchst du nun per Dauerauftrag auf ein anderes Konto 😉

Warum?

Die Belastung warst du gewohnt, die musste immer beglichen werden. Also war das Geld da und es tat nicht weh. den selben Betrag weiter zu sparen tut auch nicht weh und die Abbuchung ist wie immer, nur dieses Mal auf euer Konto/Depot 🙂


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2185
 

@ikigaimondai

Die Antwort auf solche Fragen ist immer die verbale Ausformulierung und Abwägungen innerhalb eines Risikomodells vs. Eheberatung. 😉 

Bleibt immer eine persönliche Entscheidung. Aus meiner persönlichen Sicht ist es stets gut flexibel zu bleiben und Optionen zu haben. Ich würde daher nicht sondertilgen.

Frauen sind meistens sehr sicherheitsorientiert und daher hast Du nun einen Zielkonflikt. Bezieht man das Argument von @Presskoppweck ein ist klar, es könnte auch ökonomisch massive Auswirkungen geben nicht im Einklang mit den Wünschen Deiner Frau zu handeln.


tomhw gefällt das
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Aysel Bektas
(@ayselbektas)
Bauernfrühstück Blackwater Premium Rose
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 162
 
Veröffentlicht von: @presskoppweck

happy wife, happy life.

Das ist soooo gut und ich kannte es nicht. Das werde ich mir merken, hehehehe.

Veröffentlicht von: @deepblackforest

es könnte auch ökonomisch massive Auswirkungen geben nicht im Einklang mit den Wünschen Deiner Frau zu handeln.

hmmmm, also in dieser Community werden die Jungs gut erzogen.😂


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Großmeister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1247
Themenstarter  

Ich habe jetzt mal gerechnet - der Unterschied im Gesamtvermögen ist etwa 6.000€ Ende 2029, wobei „investieren statt sondertilgen“ gewinnt, und den Vorteil größerer Flexibilität hat (da Geld in Immos illiquide). Das ist natürlich unter Annahme einer durchschnittlichen Marktentwicklung.

Wir haben es besprochen, und fahren den Sondertilgungsweg wie vorgesehen ab. Fühlen uns gut damit.

Danke für eure Gedanken zu dem Thema!


Blackwater, Presskoppweck, Ex-Discordler und 4 weiteren Personen gefällt das
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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Großmeister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1247
Themenstarter  

Ja scheiße. 🤪

Die Frage ist nicht mehr „Sondertilgung oder nicht?“ sondern „weiter vermieten oder verkaufen“.

Hat dazu jemand sinnvolle Gedanken?


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lichtenberg99
(@lichtenberg99)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 706
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Die Frage ist nicht mehr „Sondertilgung oder nicht?“ sondern „weiter vermieten oder verkaufen“.

Hat dazu jemand sinnvolle Gedanken?

Gedanken ja, sinnvolle eher nicht.

Flüchtlingsströme können den Bedarf an Wohnungen steigern, also die Preise erhöhen.

Wenn wir selbst in den Konflikt heringezogen werden, kann die Imobilie natürlich zum Risiko werden und ein paar hundert k€ auf einem Schweizer Bankkonto wären eine Beruhigung.

Wenn ein Großteil Eures Vermögens in deutschen Wohnimmobilien steckt (wäre ja eher typisch), könnte man das aus heutiger Sicht schon als Klumpenrisiko betrachten.

Schwierig...

 

 


AntwortZitat
Airnesto
(@airnesto)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 707
 

@ikigaimondai wer ist denn der Mieter?


AntwortZitat
ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Großmeister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1247
Themenstarter  

@airnesto Mieter ist seit 2013 in der Wohnung, hat sich jetzt aber entschieden, mittel- bis kurzfristig auszuziehen. Das bedeutet entweder:

  • erheblicher Renovierungsaufwand mit zwischenzeitlichem Leerstand; allerdings die Möglichkeit, die Miete bei Neuvermietung anzupassen
  • steuerfreier Verkauf der Wohnung, allerdings mit Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank (Refi von Ende 2019, Restlaufzeit 7.5 Jahre)

AntwortZitat
Presskoppweck
(@presskoppweck)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 529
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Die Frage ist nicht mehr „Sondertilgung oder nicht?“ sondern „weiter vermieten oder verkaufen“.

Ist der Gewinn schon steuerfrei?
Ist Euch das Schmerzensgeld den Aufwand wert?
Wie zukunftssicher ist die Hütte? Insbesondere Heizung / Dämmung ist ein Thema und wird noch ein viel dickeres Thema werden.


weip321 gefällt das
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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Großmeister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1247
Themenstarter  

@presskoppweck Ja, Gewinn wäre steuerfrei (gekauft Anfang 2010 für 145T€; ich habe keinen aktuellen Schätzwert, gehe aber von rd. 250T€ aus. Vorfälligkeitsentschädigung wären rd. 6T€).

3,5 Zimmer, 66qm DG-Maisonette mit großer Dachterrasse in Stuttgart. Rein von der Lage her denke ich prima. Baujahr Anfang 90er, wenn ich mich recht erinnere.


mrsblackwater gefällt das
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