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Judentum✡️🕎 Der Name Gottes

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mrtn
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(@mrtn)
Internationaler Meister Moderator Blackwater Stammleser
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Ich bin vor einiger Zeit auf einen interessanten Artikel bezüglich Jahwe bei nichtisraelitischen Völkern gestossen. Gerade im Zusammenhang mit dem Artikel "die Moschee des Meeres" hatte ich einige Emails erhalten (ich hab noch nicht alle beantwortet, werde ich aber noch). Inhaltlich ging es um die Frage: was ist Gottes Name bzw. ist das ein allein jüdisches Gottesbild oder kamen auch damals schon andere Völker mit "Jahwe" in Berührung.

Dieser Thread ist dazu auch hilfreich: Hat Gott einen Namen?

Dem ist auch nach dem AT definitiv nicht so. Der wirkliche Name Gottes aus dem AT ist verloren gegangen. Zufall ist das nicht, laut den Büchern Mose liegt ein Fluch auf denen, die diesen Namen in unwürdiger Weise gebrauchen.

Das 3. Gebot der 10 Gebote besagt bereits: "Du sollst Gottes Namen nicht missbrauchen".

Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Textbibel 1899

2.Mose 20:7

 

Woher das um den Gottesnamen errichtete Tabu rührt, das dann spätestens im 3. vorchristlichen Jahrhundert praktisch ohne Duldung von Ausnahmen durchgesetzt war, ist an einem "Fluchtäfelchen" deutlich zu erkennen, welches bei Ausgrabungen gefunden wurde.

Ein internationales Archäologenteam hat bei Ausgrabungsarbeiten am Mount Ebal (unmittelbar nördlich von Nablus) ein 2x2 cm messendes bleiernes „Fluchtäfelchen“ gefunden, das die Ausgräber dem 12. Jahrhundert vor Christus zuordneten (Quelle). Solche Fluchtäfelchen sind für sich keine Sensation, auch wenn das jetzt gefunde wohl das bisher älteste ist. Die Inschrift lautet:

"Verflucht, verflucht, verflucht – verflucht durch den Gott JHW. Verflucht wirst Du sterben; ganz sicher wirst Du verflucht sterben, verflucht von JHW – verflucht, verflucht, verflucht."

Hochinteressant ist, daß der Fund den ältesten Beleg für den später zum Tetragramm erweiterten Namen des Gottes JHWH um gleich ein halbes Jahrtausend weiter in die Vergangenheit  verlegt, als bisher nachweisbar – das ist keine Kleinigkeit. Und vielleicht noch auffälliger ist die Art, in der dieser Name hier gebraucht wird: Unverkennbar als Eigenname, der zweifellos auch als Eigenname gesprochen wurde.

 

Es ist schon mindestens amüsant wenn Sekten wie die Zeugen Jehovas meinen Gott würde (1) "Jehova" heissen (eine Namenserfindung eines Geistlichen) und (2) den Namen dauernd gebrauchen als wenn das ein "Kumpel" wäre und nicht der Schöpfer von Himmel und Erde.

Die Schreibweise Jehova(h) geht auf den Dominikaner Raymundus Martinus zurück. Er gab das Tetragramm in seinem lateinischsprachigen Werk Pugio Fidei adversus Mauros et Judaeos (1278; zahlreiche Abschriften und Nachdrucke in den folgenden Jahrhunderten) mit Iehovah wieder. Dabei kombinierte er die Vokale e-o-ades Ersatzwortes Adonaj, mit denen masoretische Bibelhandschriften den Gottesnamen punktierten, mit den Konsonanten I(J)-H-V(W)-H. Diese Lesart beruhte auf Unkenntnis der masoretischen Punktierung, die das Ersatzwort zu lesen verlangte.[70]

Auch nicht gläubigen Lesern von Blackwater.live dürfte klar sein, dass das daneben ist. (falls mal Zeugen bei euch klingeln, könnt ihr gerne auf diesen Thread verweisen, danach kommen die nie wieder 🤣 )

 

Nun also zurück zu dem Thema, ob es auch ausserhalb Israels eine monotheistische Gotteserkenntnis gab. Heute mag uns das selbstverständlich erscheinen, dass Menschen an nur EINEN Gott glauben wie im Islam, aber vor 3000 Jahren war das eine Sensation. Atheistische Völker hat es nie gegeben, das kam erst im 19. Jahrhundert auf. Jede größere Kultur dieser Erde hatte einen polytheistische Glauben.

 

 

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Teile der Masterarbeit von B.R. Weber, eingereicht bei Ass.-Prof. Dr. Benjamin Kilchör. Öffentlich verfügbar. @Autor: sollte sich das ändern, bitte kurz melden. Dann nehme ich das selbstverständlich offline.

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Anbei die Datei als PDF:

 


   
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