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Politik Der Libanon - Zusammenbruch eines Systems

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mrtn
 mrtn
(@mrtn)
Internationaler Meister Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 3 Monaten
Beiträge: 614
Themenstarter  

ARTE überzeugt mal wieder mit hochwertigsten Dokumentationen und Analysen. Vor einigen Tagen hatten sie wieder einen neuen Bericht über den Libanon. Warum ich den Libanon so spannend finde?

1. Wegen seiner Geschichte.

2. Der Vielfalt der Kulturen und Religionen.

3. Weil er ein Mix von Moderne und Vergangenheit ist, auch gesellschaftlich.

4. Weil westliche Gesellschaften - vor allem die Politik - daraus viel lernen könnten (wollen sie derzeit aber offenbar nicht).

 

Der Libanon zeigt u.a. was passiert wenn (1) der Staat alles bezahlen will und subventioniert (Vergangenheit, daher der Zusammenbruch) (2) die politische Klasse abgehoben und realitätsfremd wird, (3) Leute denken alle Kulturen und Religionen wären irgendwie alle das selbe.

Es gibt sicher noch viel mehr Punkte. Die ARTE Dokumentation ist hochinteressant und zeigt die aktuelle Lage vor Ort.


   
habanero1979, tugbaoezbek, weip321 and 1 people reacted
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weip321
(@weip321)
Fide Meister Blackwater Premium Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 1748
 

@mrtn vielen Dank für diesen Beitrag und die Erweiterung meines Horizontes!

Veröffentlicht von: @mrtn

Der Libanon zeigt u.a. was passiert wenn (1) der Staat alles bezahlen will und subventioniert (Vergangenheit, daher der Zusammenbruch) (2) die politische Klasse abgehoben und realitätsfremd wird, (3) Leute denken alle Kulturen und Religionen wären irgendwie alle das selbe.

Ich habe die aus meiner Sicht wichtigen Punkte fett markiert. Diese fett markierten Stellen sehe ich persönlich auch in Deutschland.

Veröffentlicht von: @mrtn

4. Weil westliche Gesellschaften - vor allem die Politik - daraus viel lernen könnten (wollen sie derzeit aber offenbar nicht).

Ich denke dieser Punkt hat mehrere Aspekte.

  1. westlichen Gesellschaften bzw. Politiker fehlt das Verständnis dafür. Ist ja schliesslich Naher Osten, die Leuten haben schwarze Haare und teilweise lange Bärte (haben die Libanesen nicht, aber was macht man nicht alles um Vorurteile aufrecht zu erhalten).
  2. man ist zu naiv, um Parallelitäten zu erkennen. "Ja, die sind eh alle korrupt" wird sich mancher deutsche Politiker denken. Dass man selbst Entscheidungen für das Grosskapital trifft, um nach dem Ausscheiden aus der Politikerkarriere in den Vorstand eines DAX-Unternehmens zu wechseln: geschenkt!
  3. das Verständnis dafür, dass wir nicht soooo weit von diesen Zuständen entfernt sind, fehlt vollkommen. Strom kommt aus der Steckdose, die Glotze geht, Hackfleisch kostet 2€ pro Kilogramm.
  4. ein schönes Zitat aus dem Film: "Ob eine Person eingestellt wird, entscheidet nicht die Kompetenz sondern die Religionszugehörigkeit". Ersetze Religionszugehörigkeit durch Parteienzugehörigkeit (oder Elite) und wir können das 1:1 übertragen.

 

Ich kann zum Thema Naher Osten nur erneut das Buch "A line in the sand" empfehlen. Wenn man das mal gelesen hat, versteht man sehr viel über die Situation im Nahen Osten. Im Endeffekt schlägt das Buch den Bogen zur Serie "Rottet die Bestien aus". Die Franzosen und Engländer haben damals mit dem Sykes-Picot-Abkommen (Wikipedia) den ganzen Nahen Osten unter sich aufgeteilt. Die Grenzen wurden willkürlich gezogen (line in the sand) und ganze Völker wurden dadurch getrennt. Man kann sich auch gerne mal die Geschichte in der Region VOR diesem Abkommen anschauen.

Die Tripple-Down Effekte dieser Aktion sehen wir bis heute. Lustig finde ich immer wieder, wenn mir jemand in einem Gespräch die Frage stellt warum der Nahe Osten nicht zur Ruhe kommt. Was willst du darauf antworten, wenn das Gegenüber nicht mal ansatzweise ein Verständnis darüber hat, wie und weshalb die heutigen Staaten damals entstanden sind?

Ich hoffe wirklich, dass der Libanon eines Tages zur Ruhe kommt. Vor 1982 war das eines der schönsten Länder in dieser Region.

 


   
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