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Off Topic Das "göttliche" Gendern


himself63
(@himself63)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 388
Themenstarter  

Vor einigen Wochen habe ich in der Tagespresse gelesen, dass Frau Biesenbach, Bundesleiterin der katholischen jungen Gemeinde, allen Ernstes ein Wesen, das noch kein Mensch jemals zu Gesicht bekommen hat, mit einem Gendersternchen versehen will. Oh Gott*, oh Gott*! 

Unser Planet, bzw. die Menschen, die auf ihm leben, haben zur Zeit ziemliche Existenzsorgen und dieser Verein will die Bibel und Gesangsbücher umschreiben lassen für einen derartigen (meiner bescheidenen Meinung nach) Schwachsinn. Ich weiß nicht, wie hoch das Gehalt der Frau Biesenbach für ihre hochqualifizierte Arbeit ist. Ich befürchte jedoch zu hoch.

Wenn diese Gedanken wirklich mal umgesetzt werden, müssen sich die Bibelleser wohl umgewöhnen. Dann heißt es zum Beispiel: Der Geist* Gottes* schwebte über dem Wasser. Wann ist denn der Baum* oder der Rhein* dran? Wieso heißt es noch die Donau und wann regt sich die/der Erste darüber auf?

Ich möchte mit diesem Beitrag keinem zu Nahe treten und hab auch grundsätzlich keine negative Meinung zum Gendern, aber irgendwo hört's auf.

Wie seht ihr das? Bin gespannt.


Zitat
hesekiel58
(@hesekiel58)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 624
 
Veröffentlicht von: @himself63

Vor einigen Wochen habe ich in der Tagespresse gelesen, dass Frau Biesenbach, Bundesleiterin der katholischen jungen Gemeinde, allen Ernstes ein Wesen, das noch kein Mensch jemals zu Gesicht bekommen hat, mit einem Gendersternchen versehen will. Oh Gott*, oh Gott*! 

 

Als Mann hat es mich nie gestört, dass Gott "männlich" ist. Vielleicht sehen Frauen das anders.

 

 


AntwortZitat
Airnesto
(@airnesto)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 8 Monaten
Beiträge: 562
 

@hesekiel58 wenn, dann möchte ich auch den Elbe befahren können! So viel Fairness muss sein! Vielleicht kommen wir der Einfachheit halber auch zur englischen Variante und nutzen nur noch einen Artikel…nur welchen?

Oh Gott*, die (der) Debatte wird anstrengend!


AntwortZitat
hesekiel58
(@hesekiel58)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 624
 
Veröffentlicht von: @airnesto

@hesekiel58 wenn, dann möchte ich auch den Elbe befahren können!

Nix dagegen  😉 


AntwortZitat
Presskoppweck
(@presskoppweck)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 8 Monaten
Beiträge: 377
 

Ich lasse mal beim Zitat alle Beschönigungen beiseite.  

Veröffentlicht von: @himself63

Ich ... hab ... keine negative Meinung zum Gendern

Schön, dass Du deinen Fehler bekennst.
Schöner, wenn Du es selbst klarer formuliert hättest.

Wer die Sprachverhunzer gewähren lässt, der erhält Deppensternchen. Was ist daran so schwer zu verstehen?

Sorry, Du hattest nach der Ansicht anderer gefragt. Jetzt haste eben meine.


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 905
 

Das ist doch einfach nur beknackt. Das steht ja nun wirklich deutlich genug in der Bibel.

Ich hatte neulich mal das „Vergnügen“, ein konsequent gegendertes Buch zu lesen, zwar ohne Sternchen aber mit Doppelpunkt:Innen. Absolut unlesbar.

Alternierende Benutzung von Maskulina und Feminina, oder meinetwegen auch noch Gendern nach Phettberg - das scheinen mir die einzigen sinnvollen Möglichkeiten zu sein. Alles andere ist Krampf.


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1445
 
Veröffentlicht von: @himself63

Wenn diese Gedanken wirklich mal umgesetzt werden, müssen sich die Bibelleser wohl umgewöhnen.

Oder alte Bibeln lesen, was ein Genuss ist. Klassisches altes Deutsch. Ich vermute die Bibeln der Zukunft werden eher Bücher mit einfachen Satzbau und heute oft verwendeten Wörtern(maximal 300) und vielen Bildern sein. Umgeschrieben werden müssen sie so oder so, da viele Leser von heute manche Zusammenhänge nicht verstehen werden. 😉

Aber Spass beiseite: Das Problem mit einer Religion ist doch, dass die Reformation und Anpassung an das heute sie entkernt und damit obsolet macht.

Unabhängig von meinem eigenen Glauben muss ich sagen, dass Gott und die Massstäbe, die mit der Religion transportiert werden, über dem Menschen stehen, aber für den Menschen da sind. Der Mensch akzeptiert das, richtet sich danach aus und erlebt mit seiner Religion spirituelle Tiefe. Die Religion "umzuschreiben" und anzupassen damit es heute allen passt (von Gender bis Tinder ...) löst die Religion auf wie eine Aspirin im Wasserglas.

Die Folge: Leere Kirchen (bislang erlebt man das ja meist dort, von anderen Religionen ist mir das nicht bekannt).

Religion kann einem viel geben, aber auch sie ist kein Free Lunch. Auch bei der freiwilligen Feuerwehr gibt es ein paar Regeln und beispielsweise eine Kleidung, an der man die Frauen und Männer erkennen kann.


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weip321
(@weip321)
Schachspieler Blackwater Premium Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 253
 
Veröffentlicht von: @deepblackforest

Ich vermute die Bibeln der Zukunft werden eher Bücher mit einfachen Satzbau und heute oft verwendeten Wörtern(maximal 300) und vielen Bildern sein. Umgeschrieben werden müssen sie so oder so, da viele Leser von heute manche Zusammenhänge nicht verstehen werden.

Ich erinnere gerne daran, dass ein gewisser Martin Luther seinerzeit die Bibel übersetzt hat ins Deutsche. Bis dato war das Bibel-Studium nur Personen vorbehalten, die privilegiert waren. Nebenbei hat er dadurch den Grundstein für eine einheitliche deutsche Sprache gelegt, die es vorher so nicht gegeben hat.

Ohne ihn hätten wir auch Worte wie Nächstenliebe, Herzenslust oder Gewissensbisse nicht.

Ich möchte betonen, dass ich mit Gendern nichts anfangen kann, und auch die Bibel nicht neu geschrieben haben möchte. Aber nur zur Einordnung des zitierten Textes oben.

Ob das der Kirche helfen wird, wieder mehr Menschen anzulocken, bezweifle ich.

PS: ich weiss, wir könnten jetzt eine seitenlange Diskussion um Katholizismus und Reformation anfangen. Und dass Luther der Spalter war, und dass wir deshalb heute so wenige gläubige Christen haben. Betonung auf könnte... Ich möchte hier kein Feuer entzünden


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1445
 

@weip321 Das stimmt natürlich. Ich meine aber zu wissen, dass eine Verflachung der Sprache von Sprachwissenschaftlern seit Jahren moniert wird. Also es geht hier nicht um den reinen Wandel einer Sprache, den es in der Alltagssprache in jeder Sprache gibt, sondern um eine Verarmung der Sprache.

Deutsch hat anders als beispielsweise Arabisch leider keine Referenz in Form einer dauerhaft stabilen und wenig veränderlichen Hochsprache.

Ich muss sagen, dass ich ein großer Freund der deutschen Sprache bin. Das ist echtes Kulturgut und wir nehmen das manchmal für viel zu selbstverständlich. Es gibt viele Sprachen, die nicht diese Tiefe und Ausdrucksmöglichkeiten haben.

Veröffentlicht von: @weip321

Ob das der Kirche helfen wird, wieder mehr Menschen anzulocken, bezweifle ich.

Ein geniales Thema! !

Ich bin ganz Deiner Meinung.

 


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weip321
(@weip321)
Schachspieler Blackwater Premium Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 253
 
Veröffentlicht von: @deepblackforest

Ich meine aber zu wissen, dass eine Verflachung der Sprache von Sprachwissenschaftlern seit Jahren moniert wird. Also es geht hier nicht um den reinen Wandel einer Sprache, den es in der Alltagssprache in jeder Sprache gibt, sondern um eine Verarmung der Sprache.

Definitiv gibt es eine Verflachung der Sprache in den letzten Jahren. Man muss dort gar nicht so weit zurück, sondern kann sich z.B. die Änderung mit alter und neuer deutscher Rechtschreibung anschauen. Viele von den eingeführten Sachen haben für mich (als jemand, der noch die alte deutsche Rechtschreibung in der Schule gelernt hat), einfach wenig Sinn gemacht. Es ging (meines Wissens) um Vereinfachung, hat viele Sachen aber komplizierter gemacht.

Wenn ich jüngeren Menschen (15-25J) heute zuhöre, dann verstehe ich diese mitunter nicht mehr. Nicht weil mein Gehör so schlecht wäre, sondern weil ich den Slang schlichtweg nicht kenne. Hier wäre aber auch die Frage, wie die Generationen vor uns über uns als 15-25jährige dachten.

Veröffentlicht von: @deepblackforest

Es gibt viele Sprachen, die nicht diese Tiefe und Ausdrucksmöglichkeiten haben.

Da hat der holde Herr ein wahres Wort gesprochen 🙂 


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hesekiel58
(@hesekiel58)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 624
 
Veröffentlicht von: @weip321

Ob das der Kirche helfen wird, wieder mehr Menschen anzulocken, bezweifle ich.

Ich bin neugierig, was der Kirche helfen wird, wieder mehr Menschen anzulocken ... und dauerhaft zu halten.


AntwortZitat
Frau B aus N
(@fraubausn)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 746
 
Veröffentlicht von: @hesekiel58

Ich bin neugierig, was der Kirche helfen wird, wieder mehr Menschen anzulocken ... und dauerhaft zu halten.

"Die Kirche" ist in großen Teilen abgefallen. Was die da so veranstalten, hat nichts mehr mit dem christlichen Glauben zu tun.

Ihre Aufgabe ist nicht, für eine gendergerechte Sprache zu sorgen, die Umwelt zu schützen, Tierschutz zu betreiben, den Christopher-Street-Day als Schirmherrin zu unterstützen, dem Zeitgeist zu huldigen usw.

Ihre Aufgabe ist es, Jesus zu verkündigen. Einfach, klar und deutlich weitersagen, was Christen bewegt und trägt, wer unser Leben in der Hand hält, worauf wir hoffen und wie Gott mit unserer Schuld fertig wird. Zur Umkehr und zur Buße aufrufen - heutzutage total uncool, aber die Aufgabe der ekklesía.

Nicht "die Kirche" lockt Menschen an, sondern der Heilige Geist bewegt Menschen dazu. Wo nicht der Heilige Geist durch die Predigt direkt ins Herz der Menschen spricht, da ist die Kirche tot. Geistlicher Aufbruch ist das, was wir brauchen.

 


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1445
 

@fraubausn Gemessen an ihrem biblischen Auftrag - und das wäre der Massstab in dem Fall - ist das absolut richtig.

Kurzfristig würde sie dadurch vermutlich auch nochmal Mitglieder verlieren. Andere würden aber zurück kommen. Die "Qualität" der Mitglieder würde sich ändern und langfristig würde die Kirche zu einem stabilen Ort werden, weil die biblischen Massstäbe eben nicht beliebig sind. Gerade das ist wichtig für Menschen die nach Antworten und Halt suchen.

Aber gut, das wird nicht passieren. Ich gehe eher von weiterer Weichspülerei aus. Es sind zu viele politisch orientierte Menschen an der Spitze. Der Ausverkauf des Mainstream-Christentums ist wirklich beispiellos. Das gibt es bislang in der Form in keiner der anderen grossen Religionen.


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Frau B aus N
(@fraubausn)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 746
 
Veröffentlicht von: @deepblackforest

Ich gehe eher von weiterer Weichspülerei aus. Es sind zu viele politisch orientierte Menschen an der Spitze. Der Ausverkauf des Mainstream-Christentums ist wirklich beispiellos. Das gibt es bislang in der Form in keiner der anderen grossen Religionen.

Ich habe vor einiger Zeit das Heft Diakrisis 3/2018 "50 Jahre 68er" gelesen - da zieht es einem die Schuhe aus! https://www.ikbg.net/de/diakrisis.php


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Soziologin
(@soziologin)
Vollkorn-Member Blackwater Stammleser Rose
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 67
 

Für Allah gibt es keinen Plural und keine Geschlechterendung wie sonst im Arabischen. In deutsch würde man sagen, keine der/die Artikel. Das ist schon interessant. 😉 


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