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Gedanken zur Umwelt


himself63
(@himself63)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 327
Themenstarter  

Ich habe vor Kurzem auf einer Fahrt mit unserer innovativen, immer um Pünktlichkeit bemühten Deutschen Bahn auf einer der Toiletten folgenden Hinweis gelesen: "Bitte verlassen Sie diesen Raum so, wie Sie ihn vorzufinden wünschen".

Ich fühlte mich auf einmal animiert beim nächsten Halt Werkzeug, Farbe, Reinigungsmittel und einen Badezimmerschrank mit Rasierspiegel zu besorgen.

Und ein Fenster würde ich dann auch noch in die Waggonwand flexen wollen. Natürlich mit Gardinen, für den Fall, dass der Zug gerade dann vor einem vollbesetzten Bahnsteig hält, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann.

So ähnlich geht es mir, ohne größenwahnsinnig erscheinen zu wollen, auch manchmal mit dem Globus. Ich möchte ihn am Ende meiner Lebensreise besenrein, gut gepflegt und mit nur leichten Gebrauchsspuren weiterreichen an die nächste Generation und vor allem an meine Kinder. Ich entdecke jedoch zunehmend, dass die Zeit immer knapper wird.

Schon Mitte der siebziger Jahre haben wir im Biounterricht in unserer kleinen Dorfschule mitbekommen, dass die Erde erstens eine Kugel und zweitens von einer hauchdünnen Atmosphäre umgeben ist, in die wir viel zu viel Kohlendioxid blasen, mal abgesehen von all den anderen Dingen, die wir so ähnlich wie in der Zugtoilette einfach hinter uns werfen, in der Hoffnung, dass sie abgesaugt und irgendwie verschwinden werden.

Auch wussten wir damals schon, dass der Atommüll irgendwo hin muss, Ölvorkommen endlich und viele Tiere und Pflanzen vom Aussterben bedroht sind.

Aber irgendwie kam das Leben dazwischen und der Glaube, man solle erst einmal eine Ausbildung machen und einen Beruf ergreifen.

Schwupps sind eine Handvoll Jahrzehnte vergangen und die Welt sieht so mies aus wie damals. Okay, das Ozonloch wird kleiner, es drehen sich ein paar Windräder mehr und hier und da gibt es einen neuen Radweg. Aber insgesamt ist der Zustand der Welt immer noch der einer durchschnittlichen Zugtoilette: irgendwie benutzbar, aber kein Ort, an dem man immer gerne ist.

Ich kann den Globus noch nicht so verlassen, wie ich ihn vorzufinden gewünscht hätte. Vermutlich geht meine Reise mit etwas Glück noch ein paar Jahrzehnte weiter.

Aber ich werde immer ungeduldiger. Bald rufe ich wie damals auf so mancher Demo gehört: Haltet die Welt an, ich will aussteigen. Am besten in der Nähe eines interplanetaren Baumarkts. Dann komme ich mit Material zurück. Jeder darf mit anpacken, damit wir den Globus so verschönern, als wäre er unser aller schönstes, sauberes, stilles Örtchen.

Aber jetzt mal zur eigentlichen Frage: Wie seht ihr das mit dem Spruch aus der Zugtoilette? Bin gespannt.


Airnesto und nadiagy gefällt das
Zitat
nadiagy
(@nadiagy)
Half Bread Blackwater Premium Rose
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 30
 
Veröffentlicht von: @himself63

Hinweis gelesen: "Bitte verlassen Sie diesen Raum so, wie Sie ihn vorzufinden wünschen".

ich habe 3 Schwestern und sage das denen immer wegen unserem Bad. Nur sieze ich sie nicht, haha

Cooler Kommentar, kannst auch gut schreiben.


himself63 gefällt das
AntwortZitat
ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 623
 

Toiletten, ob öffentliche oder auch in Firmen, sind regelmäßig Orte, an denen mein Glaube an die Menschheit ins Wanken gerät.

Warum ist vor einem Pissoir eine riesige Pfütze mit Urin? Warum liegt auf einer Firmen-Toilette (!) der Haufen neben dem Klo? Was geht in Leuten vor, die so etwas tun? Ist das eine psychische Krankheit? Oder wollen die einfach nur die Welt brennen sehen?

Allein, dass es solche GIFs gibt, sagt alles:


AntwortZitat

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