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Politik Drei Regeln für eine neue Welt


Frau B aus N
(@fraubausn)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 8 Monaten
Beiträge: 653
Themenstarter  

Hallo zusammen. Heute möchte ich ein Thema zur Diskussion stellen, zu dem ich zwar eine recht eindeutige Meinung habe, aber Eure Ansichten dazu würden mich interessieren.

Achtung: Bei Diskussionen über Politik und generelle Weltanschauungen geht es oft heiß her. Bitte versucht, die Ansichten der anderen nicht lächerlich zu machen, sondern stehen zu lassen. Selbst dann, wenn die Argumente der Gegenseite in Euren Augen dürftig sind. Denn: Auch Eure Meinung ist nur Eure persönliche Weltanschauung, und die ist nie objektiv, egal, wie viele sachlichen Argumente man bringt (und mit denen man sich selbst überzeugt hat).

https://tkp.at/2021/10/31/aber-wo-wollen-wir-hin/    Gastautor Bertram Burian

Ausschnitt von dort:

Wo wollen wir hinaus?

Aber noch einmal, für uns muss der Kern der Frage sein: Wo wollen wir hinaus? Worin sollten die Milliarden Menschen der „99 Prozent“ (8) in der alles entscheidenden Frage der grundsätzlichen ökonomischen Regeln ihr Ziel sehen? Wollen wir den Weg des Sozialismus wieder aufgreifen, obwohl die Geschichte seine Fehler zeigte, oder wollen wir doch den Weg des Kapitalismus weitergehen, der uns genau in die Situation gebracht hat, in der wir heute stecken?

Wiederherstellung der alten Grundrechte. Richtig! Aber die festgeschriebene Existenz dieser Grundrechte konnte nicht verhindern, dass wir in diese heutige Situation gekommen sind. Diese Grundrechte haben nämlich das „Bereicherungsrecht“ einer schmalen „Elite“ niemals in Frage gestellt oder ernsthaft beschnitten.

Die Frage, worauf wir hinaus wollen, ist von entscheidender Bedeutung, auch wenn viele sie vielleicht nicht bewusst wahrnehmen.

Drei Regeln für eine neue Welt

Nun, ich gebe hier meine Antwort, in sehr knappen Worten:

Der Marxismus, als geistige Führungsidee des Sozialismus, wollte die Abschaffung allen „Privateigentums an Produktionsmitteln“, um damit die „gesellschaftlich bewusste Planung der Produktion und Verteilung“ zu erreichen. In der Überprüfung durch die Geschichte haben die sozialistischen Staaten gezeigt, dass es so nicht geht. Umgekehrt hat der Liberalismus, schon in seiner Form des Manchester-Liberalismus und nun noch mehr in seiner Form als Neoliberalismus gezeigt, dass es so erst recht nicht geht. Die Freiheit, die vor allem nur die Freiheit zur Ausbeutung und Ausplünderung der Welt ist, hat auch vor der Geschichte klar gezeigt, dass es so nicht geht. Die unbegrenzte Bildung von Reichtum, Besitz und monopolistischer Macht in der Hand einer minimalen, abzählbaren Zahl von Super-Gewinnern einer Bereicherungs-Ökonomie lässt die Welt untergehen – in höchstorganisierter Gier, in Skrupellosigkeit und Wahnsinn mit unfassbarer Verachtung der Menschlichkeit, die immer systemischer wird, und bei einer steten oder auch sprunghaften Steigerung der Zuspitzung der inneren Widersprüche dieses Systems und der daraus erwachsenden allgemeinen Bedrohung. Und hier geht es um wirkliche Bedrohungen, nicht um Ersatz-Bedrohungen, wie im Corona-Szenario.

3rules2new1world

Die Lösung scheint mir auf drei Ebenen notwendig („3rules2new1world“):

Erstens: Nicht die Enteignung und die Übergabe des Privateigentums in Staatslenkung ist die Hauptfrage, sondern die strickte Begrenzung der Möglichkeit, persönliche Reichtums-Macht aufzubauen. Daher muss es zuallererst eine Obergrenze für den persönlichen Gewinn in Form eines unumgehbaren Höchsteinkommens geben. Das gilt ausnahmslos für alle Privatpersonen, was immer ihr Geschäftsfeld oder ihre Anstellung ist. Das Höchsteinkommen muss aber auch für Körperschaften wie Unternehmen, Konzerne, Finanzorganisationen et cetera in dem Sinn gelten, dass es ihnen verunmöglicht wird, Vermögen anzuhäufen, das über den notwendigen Geschäftsgewinn und einen definierten Sicherheitspolster hinausgeht. Was sie zu viel einnehmen, müssen sie in einen allgemeinen Investitionstopf geben (9). Das Recht auf „Eigennutz“ bleibt, aber die Gier als Triebfeder wird mehr oder weniger aufgehoben. So wird auch der, seit Jahrzehnten ständig unter Überhitzung laufende Motor, des Alles in seinen Sog ziehenden Steigerungsspiels, auf ein menschliches Maß abgekühlt und der Fokus auf Gerechtigkeit und Wiedereingliederung des Menschen in die Biosphäre wird möglich.

Zweitens: Das Recht zur Geldschöpfung durch Privat- und Zentralbanken muss generell aufgehoben werden. Stattdessen erhält eine demokratisch beauftragte und kontrollierte Institution die Aufgabe, im Namen der Bevölkerung Geld zu schöpfen. Sie wird kontrolliert und von der Usurpation, der widerrechtlichen Aneignung der Geldmacht ferngehalten durch die Überwachung einer einfachen, strikten Regel: Sie muss alles neu geschöpfte Geld direkt, persönlich und zu gleichen Teilen an alle Menschen eines Währungsraumes aufteilen. Niemals mehr darf Geld geschöpft werden, um es letztlich immer nur den Reichen zukommen zu lassen. Es versteht sich, dass es in einer solchen Wirtschaft keine Finanzkonzerne oder Finanzkooperationen mehr gibt, deren einziges Ziel es ist, ohne Arbeit aus Geld noch mehr Geld zu machen. Es gibt also keine Aktiengesellschaften, keine „Finanzinstrumente“, keine Spekulationsorgien mehr. Es gibt auch kein „too big to fail“ mehr. Wenn es Regeln gibt, die für die Größten nicht gelten, so ist klar, dass das System am Ende ist. Vielmehr ist Geld nun nur mehr dazu da, dass es ehrliche Arbeit und ihre Produkte vergleichbar macht, um einen gerechten Austausch zu organisieren. Geld muss werden, was es im Kern immer war: Eine Maßeinheit für gerechten Tausch. Dabei ist es wie ein Maßband, das zwar Länge, Breite und Höhe eines Hauses angeben kann, aber deshalb keineswegs den Wert dieses Hauses annimmt.

Drittens: Wer über die Investitionen entscheidet, entscheidet über die Zukunft der Menschen und letztlich der Menschheit. Diese Entscheidungen dürfen daher niemals in der Hand von Privatpersonen, die nur auf ihren Profit schauen, aber auch nicht in der Hand des Staates, der stets auf seine Macht schaut, liegen. Wo und wie investiert wird, soll daher in Zukunft durch demokratische Komitees entschieden werden. Diese neuen Grundsäulen der Demokratie müssen garantiert jedem Lobbying entzogen sein und können zum Beispiel dem heutigen System der Geschworenen bei Gericht ähneln beziehungsweise sich an anderen bekannten Systemen der Zufallsauswahl von Bürgern orientieren. Private Firmen und auch der Staat können Anträge stellen, aus einem riesigen Topf von Investitionsgeld Beträge zugeteilt zu bekommen. Entschieden wird durch die Bevölkerung selbst mithilfe dieser demokratischen Komitees oder bei sehr großen Fragen durch direkte Abstimmung etwa nach Schweizer Art. Dadurch wird die demokratische Kontrolle über Ziel und Zweck der Wirtschaft erreicht. Nun entscheidet nicht mehr der Reichtum. Erstmals in der Geschichte ist der Boden für echte Demokratie bereitet, weil auch die grundlegenden Regeln bezüglich der Wirtschaft die demokratische Gestaltung durch den Volkswillen ermöglichen (10).

Diese drei neuen Regeln stellen einen „dritten“ Weg dar, wie er sich aus den gegensätzlichen Erkenntnissen und Bestrebungen von Kommunismus und Liberalismus als Lösungsdurchbruch ergibt. Es ist ein Weg, der, wenn er die Errungenschaften bisheriger Demokratie nutzen kann, keine gewaltsame Revolution braucht, weil in dieser Lösung nicht Enteignung die Methode der Umgestaltung der Wirtschaft und der ganzen Gesellschaft ist, sondern ein demokratisches Regelwerk, das überall auf der Welt erkämpft werden kann. Und trotzdem schaffen diese Regeln eine neue Ökonomie, die mit dem Ende der Bereicherungs-Ökonomie entsteht. Durch die Lösung der Verteilungsfrage und die Gestaltung einer wirklich sozialen Gesellschaft, bei gleichzeitiger Garantie individueller Freiheit – mit Obergrenzen und der bekannten Austarierung von Freiheitsansprüchen – wird der Weg erst eröffnet, die grundlegenden Fragen für die weitere Existenz der Menschheit anzugehen: Frieden und Abschaffung des Militärischen Komplexes sowie die Beendigung der Zerstörung der Biosphäre. Die Wiedererlangung des Menschlichen wird möglich.

Die in diesen 3rules2new1world angesprochene Zielsetzung ist hier natürlich nur angerissen und muss vielfältig ergänzt werden und vor allem muss man darüber – oder über andere Perspektiven – einen Diskurs beginnen.


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
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Ich hatte es ja an anderer Stelle schon mal gesagt, da ging es um 80%+ Steuern für ein Einkommen ab 1 Million Euro: Ich fände einen „Durchgespielt“-Status sehr gut und glaube nicht, dass dies dazu führen würde, dass die Personen, die eine solche Marke erreichen, einfach aufhören. Ich glaube einfach nicht, dass Elon Musk aufhören würde, wenn man ihm die Hälfte seiner 300 Mrd. Dollar wegnehmen würde - jemand wie er macht das nicht fürs Geld. Sicher nicht.

Ich finde die angerissenen Ideen durchaus diskutierenswert, aber ich denke, dass sich mit dem chinesischen System ein sehr effizientes und mächtiges System im Aufschwung befindet, das vielleicht als System für die Zukunft taugen mag - allen westlichen Vorbehalten zum Trotz. Das 21. Jahrhundert mag es zeigen, vielleicht auch erst das 22.


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
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Beiträge: 759
 

Was ich nicht unbedingt teile ist das Narrativ der „99% Verlierer“ - es geht großen Teilen der Menschheit besser als vor 50 Jahren, bei allen unbestreitbaren Problemen.


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Airnesto
(@airnesto)
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Die Frage alle Fragen: wie bitte soll der Übergang der heutigen Vermögensverteilung hin zu der unter Regel 1 genannten Variante (so sinnvoll sie sein mag), gehen, ohne dass enteignet wird? Wir können ja schlecht einen Reset machen: okay, alle haben ab 01.01.202x gleich viel! Ich unterschreibe nicht!

Ich neige schon beim ersten Lesen dazu, gleich zu allen drei Punkten massig „das klappt niemals-Argumente“ zu verfassen. Dabei bin ich nicht einmal fatalistisch veranlagt. Daher lasse ich das mal. 

Die Idee mit den Investitionsentscheidungen in Komitees: um Gottes Willen! Wer Erfahrungen aus Eigentümerversammlungen hat, selbst bei nur wenigen vertretenen Parteien, kann da nur abwinken. Das wird das trägste Konstrukt aller Zeiten. Dann noch das aktuelle Problem: alte Menschen (viele, demokratisch übergeordnetere) entscheiden, was junge Menschen (unterrepräsentierte, teilweise völlig ohne Stimmrecht) ausbaden. Bin dagegen!


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Presskoppweck
(@presskoppweck)
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Wenn wir es wohlwollend sehen wollen, dann erkennt ein Marxismusanhänger die Geschichte an (es ist bisher immer in die Hose gegangen und das ist ihm sehr bewusst ...).
Sehen wir es realistisch, dann versucht er gerade dem toten Pferd frische Hufeisen anzumessen.


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hesekiel58
(@hesekiel58)
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Kommunismus/Sozialismus ist eine vielschichtige Angelegenheit, mit vielen Facetten und Möglichkeiten. Dass  die bisher versuchten Varianten gescheitert sind, lag m.E. vor allem an der unflexiblen Zentralverwaltungswirtschaft ... und an der wirtschaftlichen Übermacht des Kapitalismus, der einen - auch noch so geringen - Erfolg des Kommunismus/Sozialismus nicht zulassen durfte. Die Sonderform des chinesischen Sozialismus ist momentan nicht unbedingt als erfolglos zu bezeichnen.

Lange Rede, kurze Blutwurscht: Es wurden noch nicht alle Varianten des Sozialismus versucht, aber das Ergebnis ist ja schon vorher klar:  Die Geschichte lehrt ...

Die Geschichte hatte auch gelehrt, dass Maschinen nicht fliegen können  😉 

 


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Airnesto
(@airnesto)
Schach FIDE Meister Blackwater Stammleser
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Beiträge: 477
 

Die Chinesische Variante fordert aber einen viel zu hohen Preis: die Freiheit! 
Dass die Chinesische Wirtschaft durch die Decke geht liegt außerdem nicht an der Funktionalität des grandiosen Systems, sondern daran, dass einzigartig „gute“ Bedingungen für erstarkende Wirtschaft herrschen: Riesen Bevölkerung mit dem Drang einiges Nachzuholen, extreme Durchgriffsrechte einer Regierung, die sich nicht in Frage stellen lassen muss, völlige Ignoranz gegenüber fremden Interessen, völlige Ignoranz ggü. Unwelt- oder Menschenschutz, schwächelnde Konkurrenz, dankbare Netzwerkempfänger (z.B. Afrika), denen die Spätfolgen des Chiseischen Einflusses verglichen mit den Verzückungen schnellen Aufbaus egal sind…das Ergebnis von alldem wird wahrscheinlich extremer sein, als unser Kapitalismus: Hunderte Millionen hart arbeitender und doch kaum bessergestellter Menschen und eine kleine Elite mit Wohnungen oberhalb der Smogglocke…und im Ausland: hohe Abhängigkeit von Wohl und Wehe der KP! Prost Mahlzeit - nein danke!


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lichtenberg99
(@lichtenberg99)
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Für mich klingt das schon sehr idealistisch. Das Ziel klingt gut, aber die Umsetzbarkeit? Ich glaube nicht, dass das bei den real existierenden Menschen möglich ist. Ich glaube auch nicht, dasss die Maßnahmen zu mhr Gerechtigkeit führen, sondern eher zu einer neuen Kaste von Menschen, die die schönen Prozesse regeln wollen.

1. Abgabe von Profit über einer bestimmten Grenze: Wenn es keinen Sinn mehr macht, sich als Individuum über eine bestimmte Grenze anzustrengen, dann wird das vermutlich in der Breite keiner machen. So ähnlich hat es das ja in diesem Land schon in der DDR gegeben. Mit bekannten Ausgang.

2. Verteilung des geschöpften Geldeinkommens auf alle Menschen: Das was hier steht ist aus meiner Sicht eine völlige Verkennung, wie eine Volgswirtschaft funktioniert. 

3. Wo investiert wird, soll durch demokratische Komittees entschieden werdem: Demokratisch gewählte Komitees entspricht ja schon sehr der repräsentativen Demohratie, die wir haben. Und die hat historisch nur äusserst selten etwas wirklich innovatives hervorgebracht - das passiert nur bei solchen Außenseitern wie z.B. Elon Musk oder Steve Jobs. Die wären in Komitees vermutlich untergegangen. Die Frage ist natürlich: Hat uns das iPhone oder das Elektroauto als Menschheit weitergebracht?

Für mich klingt das alles nicht wirklich durchdacht.

 


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hesekiel58
(@hesekiel58)
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Veröffentlicht von: @lichtenberg99

1. Abgabe von Profit über einer bestimmten Grenze: Wenn es keinen Sinn mehr macht, sich als Individuum über eine bestimmte Grenze anzustrengen, dann wird das vermutlich in der Breite keiner machen. So ähnlich hat es das ja in diesem Land schon in der DDR gegeben. Mit bekannten Ausgang.

Es ist eine Frage der Höhe der "bestimmten Grenze". Gerade "die Breite" der Individuen wird diese Grenze anstreben, vermutlich aber nie erreichen können. Es wird allenfalls "die Spitze" (Jobs, Musk, ...) sein, die die Grenze überschreitet und die sich dann nicht mehr über die Grenze hinaus engagieren wird. Vielleicht aber doch. Ich kann mir vorstellen, dass es bei ein paar zehn- oder hunderttausend Millionen im Privatbesitz um andere Dinge gehen wird, als nur um noch mehr Geld.


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lichtenberg99
(@lichtenberg99)
Schach FIDE Meister Blackwater Stammleser
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Veröffentlicht von: @hesekiel58

Vielleicht aber doch. Ich kann mir vorstellen, dass es bei ein paar zehn- oder hunderttausend Millionen im Privatbesitz um andere Dinge gehen wird, als nur um noch mehr Geld.

Elon ist ein gutes Beispiel. Der hat Tesla nicht gegründet, sondern erst nach einem Jahr eingestiegen. Wenn er das Kapital dazu nicht gehabt hätte (aus vorigen Unternehmen), hätte es vielleicht den Erfolg von Tesla nie gegeben (und das BEV wäre möglicherweise noch in der Müsliecke).

Ich glaube auch nicht, dass es Elon Musk um das Geld geht. Aber er nutzt es, um diverse spinnerte Ideen voranzutreiben (Boring Company, SpaceX), für die sich vermutlich kein demokratisch gewähltes Komittee erwärmen würde.


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 8 Monaten
Beiträge: 759
 

Viele Menschen in Deutschland und den anderen westlichen Staaten leben heute alles andere als „frei“. Nicht nur, dass Freiheit eine Möglichkeit zur Teilhabe erfordert, die es nur mit Zugriff auf entsprechende Mittel gibt; für diejenigen, die in unserer Gesellschaft ganz unten stehen, haben wir ein System aus Repressalien und Sanktionen geschaffen, mit Zwängen im Verhalten und umfangreichen Auskunftspflichten. Ja, der Kapitalismus sieht aus wie ein erfolgreiches System; allerdings ist sein „Preis“ nicht fair berechnet (da viele externe Kosten an der Umwelt, oder in anderen Ländern nicht korrekt berücksichtigt werden, wir hatten das an anderer Stelle schon mal).

Der Kommunismus nach sowjetischer Art ist Ende der 80er zusammengebrochen; aber wäre er das auch mit den heute verfügbaren technischen Möglichkeiten? In einer Zeit, in der Informationen sofort überall verfügbar sind? Wir wissen es nicht.

Ich habe gestern mit einem Freund telefoniert, der einer von zwei Geschäftsführern in einem chinesischen Joint Venture ist; und einer von drei nicht-chinesischen Personen in diesem Unternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern. Der kommt so langsam wirklich ins Nachdenken, welches System das bessere ist. Nur ein Beispiel: der Umgang mit Zielen. Im Westen werden „Ziele gesetzt, verfehlt, und dann das Verfehlen erklärt“. In China werden „Ziele gesetzt und erreicht“.

Angesichts von dem laufenden Klimagipfel weiß ich, welcher Weg mir gerade der liebere wäre…


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hesekiel58
(@hesekiel58)
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Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Viele Menschen in Deutschland und den anderen westlichen Staaten leben heute alles andere als „frei“. Nicht nur, dass Freiheit eine Möglichkeit zur Teilhabe erfordert, die es nur mit Zugriff auf entsprechende Mittel gibt; für diejenigen, die in unserer Gesellschaft ganz unten stehen, haben wir ein System aus Repressalien und Sanktionen geschaffen, mit Zwängen im Verhalten und umfangreichen Auskunftspflichten. Ja, der Kapitalismus sieht aus wie ein erfolgreiches System; allerdings ist sein „Preis“ nicht fair berechnet (da viele externe Kosten an der Umwelt, oder in anderen Ländern nicht korrekt berücksichtigt werden, wir hatten das an anderer Stelle schon mal).

Perfekt auf den Punkt gebracht. Von mir dafür noch mal expizit: DANKE! 👍 


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lichtenberg99
(@lichtenberg99)
Schach FIDE Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 8 Monaten
Beiträge: 450
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Der Kommunismus nach sowjetischer Art ist Ende der 80er zusammengebrochen; aber wäre er das auch mit den heute verfügbaren technischen Möglichkeiten? In einer Zeit, in der Informationen sofort überall verfügbar sind? Wir wissen es nicht.

Nach meiner Einschätzung wäre die Überwachung der Bürger deutlich besser gewesen. Ein digitaler Stasi wäre doch viel besser gewesen als der altmodische...

Informationen sind auch nicht sofort verfügbar. Daten sind sofort verfügbar. Es Bedarf der Kreativität einzelner die richtig zu verwenden.

Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Nur ein Beispiel: der Umgang mit Zielen. Im Westen werden „Ziele gesetzt, verfehlt, und dann das Verfehlen erklärt“. In China werden „Ziele gesetzt und erreicht“.

Ich persönlich glaube, dass die wirklichen technologischen Durchbrüche (Kommunikation, Automobile, Impfstoffe) bei niemanden auf der Zielliste standen. Die sind passiert, weil sich kreative Menschen Gedanken gemacht haben. Nicht umsonst kommen fast alle Erfindungen aus Start-Ups, in denen niemand rigde Planungsprozesse hat. 


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