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Steuern Finanztransaktionssteuer


Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2155
Themenstarter  

Kaum rumpelt es etwas an den Märkten ist das Schreckgespenst wieder da. Die Finanztransaktionssteuer, früher auch Tobinsteuer genannt.

Fachlich im Laufe von mehreren Jahrzehnten immer wieder zerlegt, kommt doch immer mal ein Polithansel oder politiknahe Vertreter auf die Idee sie auszugraben. Sie soll sozial gerecht sein, Lasten besser verteilen und vieles mehr.

Dass diese Steuer so gut wie alle Produkte und Dienstleistungen direkt und indirekt verteuert - so viel Weitblick darf man nicht erwarten. Man darf auch nicht erwarten, dass Politiker das Thema Märkte und Preisbildung ausreichend verstehen.

Starten wir diesen Thread mit einem neuerlichen Vorstoss zur Finanztransaktionssteuer. Dieses Mal auf die Energiepreise. Sind ja auch kräftig gestiegen (und der Staat verdient daran mit wie nie zuvor), aber klar, immer die anderen sind schuld. Das Prinzip kennen wir ja schon.

Der ganze Artikel im Tagesspiegel: HIER.

 

 

___________________

Eine Besteuerung des Hochfrequenzhandels von Öl und Gas würde Spekulation eindämmen, Preissprünge verhindern und sozialen Frieden sichern. Ein Gastbeitrag.

Spekulationen ein wirksames Mittel entgegensetzen

Der Krieg in der Ukraine hat die Preissprünge an den Energiemärkten nun noch einmal drastisch verschärft. Doch wenn reale Knappheitsschocks nicht auszumachen sind, dann treiben offenbar Spekulantinnen und Spekulanten die Preise hoch. Es ist dringender denn je, der Spekulation ein wirksames Mittel entgegenzusetzen. Die Finanztransaktionssteuer wäre ein solches wirksames Mittel. Neben den Einnahmen aus der Besteuerung der Kontrakte verspricht sie auch eine positive Lenkungswirkung.

 

Antwort:

Nein, dass ist BS und wird seit 30 Jahren durch Studien widerlegt. Diese "böse" Spekulation sorgt für Liquidität und erzeugt das Gegenteil von Preissprüngen. Kurzfristige Preissprünge entstehen durch unterschiedliche Kontraktlaufzeiten von Absicherungsinstrumenten und einer zu erwartenden Verknappung oder einer Erweiterung des Angebots. Die Ereignisse der letzten Wochen waren "Schocks" und die Politik ist bekanntlich nicht ganz unschuldig daran. Man hätte seit 2014 ja auch mal seinen Job in der Ukraine machen können. Außen-Anna-Lena kommt jetzt zu spät.

 

 

 

Eine Finanztransaktionssteuer auf den Handel mit Energiederivaten mindert den Gewinn auf jeder Handelsstufe. Der Anreiz, Terminkontrakte wie den Dutch TTF schnell und zu immer höheren Preisen zu kaufen und zu verkaufen, wird eingedämmt und der Preisauftrieb gedämpft. Der Hochfrequenzhandel hat längst die Energiemärkte erobert. Er rentiert sich nur, weil exzessiv hohe Handelsvolumina in unendlicher Geschwindigkeit bewegt werden können. Ein Mehrwert entsteht dabei nicht.

Der „normale“ Hochfrequenzhandel mit Wertpapieren und Derivaten steht im Verdacht, unerklärliche Börsenabstürze, sogenannte Flash-Crashs, zu verursachen. Den hochfrequenten Maschinenhandel mit Energiederivaten würde eine Finanztransaktionssteuer ziemlich sicher ausbremsen, weil die Handelsgewinne pro Transaktion sehr klein sind. Sie könnten auf null gesenkt und der Maschinenhandel so verhindert werden.

 

 

Antwort:

Wie gesagt, dieser Handel sorgt für enorme Liquidität und dafür, dass der Markt sich nicht wie "Dummenbörse" bei den Pennystocks verhält. Hochfrquenhandel nutzt einen Trading Stil, der sich Scalping nennt. Und der funktioniert NICHT einseitig (nur long) und treibt die Preise hoch, sondern es wird in Millisekunden gekauft und verkauft. Ob dabei Mehrwert entsteht oder nicht ist kein Kriterium. Im Übrigen entsteht einer. Nochmals, das Wort heisst Liquidität!

 

 

Es würde dem sozialen Frieden helfen

Hohe Ausgaben für Heizen und Mobilität treffen diejenigen am stärksten, die niedrige Einkommen haben. Reichere Haushalte ärgern sich zwar sicher ebenfalls über die hohen Energiepreise, aber sie sind durch diese nicht existentiell bedroht. Wirksam gegen die Finanzspekulation auf den Energiemärkten vorzugehen, ist folglich auch ein Mittel, um den sozialen Frieden im Land zu wahren.

 

Antwort: Natürlich, der soziale Frieden. Den staatlichen Steueranteil bei Benzin zu senken (48%) würde sogar noch mehr dem sozialen Frieden dienen.

Wie viele Steuern wurden in all den Jahrzehnten für den sozialen Frieden schon eingeführt. Deutschland müsste schon lange ein "country of happiness" sein, so viele Steuern gibt es hier für die soziale Gerechtigkeit und Umverteilung.

 

 

 

Die Profiteure der Finanzspekulation auf den Energiemärkten sind die Händler und Aktionäre der Handels- und beteiligten Finanzunternehmen. Die Finanztransaktionssteuer könnte deren Gewinne zumindest teilweise abschöpfen.

Je mehr die Akteure handeln und zum Preisauftrieb auf den Energiemärkten betragen, desto stärker werden sie zur Kasse gebeten. Umgekehrt werden auf längere Sicht angelegte einmalige Absicherungsgeschäfte von einer Finanztransaktionssteuer mit einem kleinen Steuersatz kaum getroffen.

 

 

Antwort: Was für ein infantiles Verständnis von Wirtschaft. Setzen 6! Bitte einmal mit dem Derivatemarkt auseinander setzen um zu verstehen, dass ein Absicherungsgeschäft eines 0815-Betriebs der Realwirtschaft für 3-99 (open end) weitere Kontrakte sorgt.

Und klar kann man überall Geld abschöpfen, darin ist man ja Weltmeister. Deswegen sieht der Finanzsektor der Rest-EU auch besch.... aus und die meisten Banken hängen am Tropf der EZB, die ja mal die Zinsen erhöhen sollte. Geht aber nicht: Massenpleite droht.

 

 

 

Die Einnahmen aus der Besteuerung des spekulativen Handels im Energiebereich würden den Spielraum des Staates erweitern, der unter den Bedingungen der Schuldenbremse durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine stark eingeschränkt ist.

Mit den Einnahmen aus der Finanztransaktionssteuer könnten beispielsweise der ÖPNV und die Bahn verbilligt und die energetische Sanierung vorangetrieben werden. Um möglichst schnell wegzukommen von den fossilen Energien, muss das Energiesparen und der Ausbau erneuerbarer Energien staatlich besonders gefördert werden.

 

 

 

Antwort: Was könnte man nicht alles von dem Geld machen, da bekommt man feuchte Augen. Die Steuerbelastung ist wahrlich schon hoch genug für alle möglichen Märchenschlösser. Nur wo fliesst das ganze Geld denn hin? Mit dem Außenbilanzhandelsüberschüssen der letzten 60 Jahren hätte Deutschland eigentlich goldene Strassen haben müssen.

Also noch eine Steuer. Für den ÖPVN. Is klar....

 

 

Den Rest spar ich mir. Hunderte Studien der letzten Jahrzehnte belegen, dass die Finanztransaktionssteuer totaler Schwachsinn ist. Man kann nur hoffen, dass die Politik endlich Anreize für mehr Innovation und Wachstum setzt anstatt dauernd neue Belastungen zu erfinden.

Man darf ja noch träumen.

 

 

 

 

 


weip321, trader61, habanero1979 und 1 weiteren Personen gefällt das
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Schlagwörter für Thema
trader61
(@trader61)
Müsli Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 11
 

Passen dazu: https://www.dsw-info.de/steuerirrsinn/

Zitat:

Warum aber die von Olaf Scholz vorgesehene FTT ausschließlich Aktionäre und damit Anleger, die der Industrie wichtiges Eigenkapital zur Verfügung stellen, erfasst werden sollen, verschließt sich dem Betrachter vollkommen. Damit werden sowohl die falschen Anlageobjekte als auch die falschen Anleger getroffen.

Eine Transaktionssteuer wäre überhaupt nur dann sinnvoll, wenn sie sich in ein neues, ausgewogenes System einbettet, das ein langfristiges und der Volkswirtschaft dienendes Zurverfügungstellen von Kapital fördert, indem die langfristige Anlage und Investition entlastet wird.

So ist auch die Frage zu stellen, warum der Verkauf von Immobilien nach zehn Jahren oder von Gold nach bereits einem Jahr steuerfrei möglich ist, bei Aktien als klassischem Sachwert aber nicht. Hier sollte angesetzt und mindestens einen Gleichlauf hergestellt werden, anstatt Aktionäre und Anleger gezielt mit neuen Steuern zu belasten.


Blackwater gefällt das
AntwortZitat
ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Großmeister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1234
 
Veröffentlicht von: @trader61

So ist auch die Frage zu stellen, warum der Verkauf von Immobilien nach zehn Jahren oder von Gold nach bereits einem Jahr steuerfrei möglich ist, bei Aktien als klassischem Sachwert aber nicht. Hier sollte angesetzt und mindestens einen Gleichlauf hergestellt werden, anstatt Aktionäre und Anleger gezielt mit neuen Steuern zu belasten.

Wunsch gewährt: Bald sind auch Immobiliengewinne und Gewinne aus der Wertsteigerung von Gold unbegrenzt steuerpflichtig!


AntwortZitat
hesekiel58
(@hesekiel58)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 881
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Wunsch gewährt: Bald sind auch Immobiliengewinne und Gewinne aus der Wertsteigerung von Gold unbegrenzt steuerpflichtig!

Wenn Wünsche wahr werden  🤣 


AntwortZitat
Presskoppweck
(@presskoppweck)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 527
 
Veröffentlicht von: @trader61

So ist auch die Frage zu stellen, warum der Verkauf von Immobilien nach zehn Jahren oder von Gold nach bereits einem Jahr steuerfrei möglich ist, bei Aktien als klassischem Sachwert aber nicht.

Das ist so gewollt!
Es war bis zum Jahr 2008 so wie von Dir gewünscht (Gewinne aus Aktienverkäufen nach 1 Jahr steuerfrei), dann wurde das abgeschafft.  Die Begründung der Sache lief ungefähr so: Die "Armen" haben nur wenig Aktien und profitieren wenig von der Steuerfreiheit, die "Reichen" haben viele Aktien und profitieren viel von der Steuerfreiheit.
Der Finanzminister unter dem das beschlossen wurde, hieß Steinbrück und die Richtlinienkompetenz trug damals den frischen Vornamen Angela.

@ikigaimondai könnte Recht haben, eher wird die letzte Steuerfreiheit beerdigt, bevor man den Bürger entlastet. Begründung wird sein, dass die Bitcoinspekulationsgewinne und die hohe Immobewertungen unsozial sind.


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