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Inflation und Zinserhöhungen


Airnesto
(@airnesto)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 707
Themenstarter  

Hallo ihr Lieben,

so langsam bereiten mir die aktuell immer deutlicher werdenden Anzeichen einer baldigen und massiven Zinserhöhung sorgen. Da nimmt bei der FED keiner mehr ein Blatt vor den Mund. Zwar wird immer beteuert, es werde keine Rezession verursacht, aber naja: 7% Inflation nach 5% im Vorjahr erscheinen mir schon historisch bedeutsam und es riecht nicht länger nach 0,25 Schritten, schon gar nicht nach weniger davon. 

Markettiming hasst ihr alle, das ist auch gut so. Aber Stehenden Auges in einen vom großen Kostolany (dessen geniales Buch ich gerade lese) prophezeiten Sturm zu rennen, ist ja ebenso sinnfrei. Die drohenden Zinserhöhungen schreien einen ja im Moment förmlich an…was dem folgt wissen wir eigentlich und JETZT hat die FED sich ja geäußert! Zeit zum Handeln? Was tut ihr? Was denkt ihr?


Zitat
Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2155
 

Ein wichtiges und interessantes Thema! Und für Europa eine Katastrophe, was mir mit am meisten Sorgen bereitet! Denn das wird zu einer weiteren Verteuerung von Rohstoffen sorgen (man will ja nur in USD kaufen, da wäre der Rubel doch besser) und zu Mittelabflüssen aus EUR in USD.

Wenn Europa nicht bald was schlaues einfällt, dann wird damit eine sehr lange Talfahrt eingeläutet.

Schwarzmalen will ich nicht, will sicher niemand hier. Aber das ist schon ein aus heutiger Sicht grosses Problem vor uns.

Handlungen:

FX mit Basiswährung des Kontos in USD u.a. (Hinweis: das ist mein Steckenpferd und ich riskiere mehr als ich anderen empfehle!)

ETFs: da bin ich eben passiv im klassischen Sinne.

Immobilien: nicht mein Thema, sehe ich aber auch mehr und mehr mit Sorge. Die Preisentwicklung ist Wahnsinn, gerade im Verhältnis zu den Mietrenditen. Und die Mieten sind schon extrem hoch.

 

Hier bin ich ansonsten nun besonders auf @gold-oder-aktien gespannt. 🙂


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mr.mueller
(@mr-mueller)
Vollkorn-Member Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 50
 

@Zinserhöhungen

Die Inhaber einer Hypothek, welche in den nächsten 1-3 Jahren ausläuft, sollten über ein Forwarddarlehen nachdenken.

Wenn ich an das Jahr 2005 zurückdenke..... Habe für 2% gebaut....bei der Anschlussfinanzierung in 2010 hat mir die Bank 5.75% angeboten.

Ich habe dann per Fremdwährungsdarlehen in JPY zu ca. 1 % nachfinanziert. Die Katastrophe in Fukushima hat mein Darlehen um ca. 20% verbilligt. (War hier nicht stolz darauf)

Ich hatte Glück...aber wer hier zu stark auf Kante genäht hat, sollte sich mal den worst case durchrechnen und (trotz Aufpreis) über ein Forwarddarlehen nachdenken.


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Airnesto
(@airnesto)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 707
Themenstarter  

Nochmal ein zwei Gedanken dazu. Auch ich weiß, dass Markettiming statistisch nichts bringt. In jedem Backtest ist das das Ergebnis! Nur: Im Grunde ist klar, was passiert. Ärgerlich, wenn der Backtest in 5 Jahren sagt, dass klar war, dass ein Crash kommt. Selbst wenn es noch 3 Jahre dauern würde, sind 5-7% jährlicher Kaufkraftverlust, weil man auf Cash setzt, zu verkraften, wenn man dadurch einen massiven Crash des Portfolios vermeidet. Und mit Crash meine ich einen echten Crash, keinen Coronacrash, sondern einen richtigen mit 50% und mehr Verlusten, wie er durchaus erwartbar ist und auch mehrfach vorkam. Europa hat die Probleme übrigens aus meiner Sicht nicht exklusiv. Sicher: Wir haben die Südeuropäer, deren Schulden uns um die Ohren fliegen, wenn die Zinsen signifikant steigen. Aber auch die Amerikaner leben ja nicht alle von der Wallstreet. Dort leben so viele Menschen prekär...das ist hier kaum vorstellbar. Und wenn deren Konsum und der der Mittelschicht massiv wegbricht, siehts dort auch düster aus. Ich bin jetzt kein Crashprophet, aber machen wir uns nichts vor: Es bahnt sich schon ein Tsunami an. Im Grunde antizipieren wir den doch alle. Sehenden Auges in die Katastrophe steuern erscheint mir wenig sinnvoll. 

Ich denke darüber nach, weiter die gleiche Summe zur Seite zu legen, aber nicht mehr alles in den Aktienmarkt fließen zu lassen, sondern zügiger Cash aufzubauen. Im Moment läuft das bei mir 70% in Aktien 30% in den risikofreien Teil (bei mir einfach Cash, weil ich keine Alternativen weiß). Ich denke etwa über 50/50 nach.


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Bonvivant
(@bonvivant)
Half Bread Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 31
 
Veröffentlicht von: @airnesto

aber machen wir uns nichts vor: Es bahnt sich schon ein Tsunami an. Im Grunde antizipieren wir den doch alle.

Ich kann den Gedanken sehr gut nachvollziehen und denke ihn in letzter Zeit immer öfter durch. Dabei frage ich mich, wenn dem wirklich so wäre, hätten wir ja schon heute den Crash... schließlich würden alle noch schnell ihre Gewinne mitnehmen wollen. Was kommt, bleibt wohl unklar - wo war nochmal der Herr mit der Glaskugel?


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Presskoppweck
(@presskoppweck)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 527
 
Veröffentlicht von: @airnesto

Europa hat die Probleme übrigens aus meiner Sicht nicht exklusiv. Sicher: Wir haben die Südeuropäer, deren Schulden uns um die Ohren fliegen, wenn die Zinsen signifikant steigen.

2 Gegenargumente:
1. Laut dem GPO Beck wendet z.B. Italien heute trotz höherer Verschuldung einen weit geringeren Anteil am Staatshaushalt für den Schuldendienst auf als in der Vergangenheit. Er meint, dass die Zinsen auf zwodrei Prozente steigen können, bevor die wieder soviel für Schulden ausgeben wie früher.
2. Es sind nicht mal bedruckte Zettelchen, es sind nur Einträge im Komputare. Niemand juckt die Anzahl der Nullen, wir werden unsere Probleme weginflationieren, das ist das ausgewiesene Ziel der EZB. Und ja, natürlich muss die breite Masse das mit einem verringerten Lebensstandard bezahlen. 

Jucken würde, wenn die Euros morgen in Neuros währungsreformiert werden und dabei Soll und Haben unterschiedlich behandelt wird (nur dann ergibt eine Umbenennung überhaupt Sinn). Ich halte die Wahrscheinlichkeit für eher gering, Du scheinbar nicht.

Ich denke darüber nach, weiter die gleiche Summe zur Seite zu legen, aber nicht mehr alles in den Aktienmarkt fließen zu lassen, sondern zügiger Cash aufzubauen.

Du befürchtest heimlich, dass uns der Laden um die Ohren fliegt und willst daher Geld aus dem Aktienmarkt ziehen und Fiat halten?
Wenn Du schon auf die Crashpropheten hörst, dann streiche das Fiat und kaufe die drei Krisenmetalle. Wenn nicht, dann höre auf die angelnden Sachsen: Time in the market beats timing the market.
Du bist doch noch nicht alt, tust aber so als ob Du in ein paar Jahren bereits Geld aus deinem Depot ziehen musst.


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Gold-oder-Aktien
(@gold-oder-aktien)
Schachspieler Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 275
 

Kostolany finde ich gut, leichte Kost, viele Sprüche und Weisheiten und gut zu lesen in jeder Lebens- und Börsenlage! Ich hatte vor vielen Jahren das Glück ihn persönlich in Berlin zu treffen und kennenzulernen.

Inflation, Zinserhöhung und andere Probleme!

Zeit zum Handeln?  - immer

Was tut ihr?  - weiter investieren, Gewinne teilweise absichern

Was denkt ihr? – zwei Scenarien:

  • kurzfristig Atomraketen aus Russland: mindesten 50% Absturz der Börse und ein ganz langsamer langwieriger Prozess des Aufbaus (macht mir wirklich Bauchschmerzen, nicht wegen dem Absturz, sondern wg. der Raketen)
  • mittelfristig steigende Inflation, wie in den 90ern, es gibt Zinsen für 4-8%, Baukredite für 6-8% und auch Aktien die steigen und fallen (macht mir keine Bauchschmerzen, Auswahl  wird wichtiger, doch Geld wird in jeder Phase verdient)

 

Meine Sicht & meine Fragen die ich mir stelle:

            Aktien / ETF / Crypto / Immo / sonstiges

  1. Differenzieren: welche Währung, welche Märkte?
  2. Differenzieren: welche Strategien, warum ?
  3. Cash und/oder absichern? Was, warum, wie viel?
  4. ETF – Neuland für mich 😉 aber immer eine gute Entscheidung – Sparplan und monatlich sparen, fertig
  5. Immobilien kaufen – kann nur ein emotionaler Grund sein, kein rationaler
  6. Immobilien verkaufen – bei eigen genutzt eher nicht, bei vermietet eine Überlegung wert

Meine Antworten dazu schaffe ich heute nicht mehr, sorry ist zu spät geworden.


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Airnesto
(@airnesto)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 707
Themenstarter  

@presskoppweck stimmt beides unten! Bin noch jung, habe mehrere Jahrzehnte (Toitoitoi) und Fiat ist keine Option - eigentlich richtig! Denke drüber nach 😅


mrsblackwater gefällt das
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himself63
(@himself63)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 577
 
Veröffentlicht von: @bonvivant

wo war nochmal der Herr mit der Glaskugel?

Hier ist er. Ich hatte ja schon geschrieben, dass die Kugel nicht mehr das neueste Model ist und die eine oder andere Fehlfunktion hat.


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weip321
(@weip321)
Schach Internationaler Meister Blackwater Premium Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 727
 

@airnesto ich hatte ein ähnliches Thema schon im Nachbarthread angefangen Steigende Geldmengen etc

Vielleicht findest du dort noch mehr Input. Exemplarisch nur mein letztes Zitat:

Zusammenfassung: der Gap zwischen Preisen und Gewinnen ist aktuell zu gross wird vermutlich wieder geschlossen werden. Höhere Gewinne (EPS) halte ich für unwahrscheinlich (50% Plus finde ich schon ziemlich viel), d.h. es könnte zu einer Korrektur der Preise kommen wenn das billige Geld wegfällt. Aufgrund der Krieges und um möglichst keine Auswirkungen auf den Aktienmarkt zu haben, wird die FED aber vermutlich weiter Geld drucken. Dass John Doe mit seinem 100% finanzierten Haus und 8% Inflation kämpft, ist der FED vermutlich erstmal egal. Wird erst dann interessant, wenn der Pleps mit Mistgabeln vorm Weissen Haus auftaucht.


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