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Frage Ist ein schrumpfendes Deutschland schlecht?


Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1237
Themenstarter  

Inspiriert von einem Thread aus dem geschlossenen Bereich, nun diese Frage:

"Ist eine „Schrumpf-Geburtenrate < 2,1 automatisch immer ein Problem, oder ist sie das nur, weil es die Politik nicht gebacken bekommen hat, das angemessen zu gestalten? Antizipieren hätte sie es ja nicht mal müssen, so schnell laufen die Vorgänge dann ja auch nicht ab."

Danke @ikigaimondai

Persönlich bin ich auch unbedingt für einen Systemumbau, statt weiter an Symptomen rumzudoktern. Deutschland ist ohnehin sehr dicht besiedelt (mit Ausnahmen) und der Umbau der Wirtschaft wird auch viele Arbeitsplätze kosten. Wachstum ohne Ende - das funktioniert nicht und eigentlich weiss das auch jeder.

Die Geburtenrate ist in Teilen der Bevölkerung sehr wahrscheinlich recht hoch (am Wochenende habe ich wieder von einigen arabischen "Mamas" erfahren, die bei Kind 5-7 sind), bei anderen Gruppen wird maximal die Reproduktion erreicht. Und trotzdem schrumpft Deutschland, wenn es keine Zuwanderung gibt. Die Frage also nochmals: Warum soll das so schlecht sein?

(CO2 Greta und Langstrecken-Luisa müsste das doch auch als Thema haben? Bisher habe ich das nicht finden können.)


Zitat
ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 8 Monaten
Beiträge: 759
 

Ich hatte es mit der Frage ja bereits angedeutet, dass ich dem nicht pauschal negativ gegenüber stehe.

Zunächst mal hat Deutschland die höchste Bevölkerungsdichte der großen EU-Staaten, es ist also vergleichsweise „eng“ bei uns. Da wir zudem das EU-Land mit der größten Bevölkerung sind, sind wir rein mengenmäßig am weitesten davon entfernt, auszusterben. (Mal ehrlich, „Aussterben“? Was sollen denn nur die Dänen sagen? Oder die Malteser?)

Eine schrumpfende Bevölkerung bringt natürlich Probleme mit sich, wir hatten es im anderen Thread von der Rente - aber eben hauptsächlich dann, wenn das System auf ewiges Wachstum ausgelegt ist, was auf einem begrenzten Planeten automatisch eine Schnappsidee sein muss. Warum sich das noch nicht rumgesprochen hat, keine Ahnung… Auch hinsichtlich Infrastruktur gibt es neue Herausforderungen, und natürlich betreffend bestimmter Berufsbilder (nehmen wir nur mal Lehrer - da braucht es weniger, und das ist ein Problem, weil es ja immer noch vergleichsweise viele gibt).

Aber all in all kann ich nicht viel schlechtes daran finden, sollte die Bevölkerungszahl in einen Sinkflug übergehen. Wenn! Ja, wenn das vernünftig gestaltet wird.


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Airnesto
(@airnesto)
Schach FIDE Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 7 Monaten
Beiträge: 477
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Lehrer - da braucht es weniger, und das ist ein Problem, weil es ja immer noch vergleichsweise viele gibt

Bevor ich später meinen Sermon zur sehr interessanten Threadfrage formuliere kurz hierzu etwas: das stimmt nicht! Der Lehrermangel ist jetzt schon eklatant (Er wird nur geschickt kaschiert) und wird in den kommenden 15 Jahren katastrophal werden! In Berlin ist es (wie auch sonst) mal wieder am schlimmsten: in den kommenden 15 Jahren gehen hier beinahe 60% aller Lehrer in Pension - bei aktuell steigenden Schülerzahlen! Nachwuchs kommt seit Jahren zu wenig von der Uni. Viel anders ist es nirgendwo in Deutschland. So sehr ich mich über eine starke Nachfrage nach meiner Profession freue, so sehr habe ich Respekt vor den Herausforderungen, die damit einher gehen werden.

Hoffen wir mal, dass wie immer alles nicht so schlimm kommen wird! Im Augenblick sieht es finster aus für das Bildungssystem!


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 8 Monaten
Beiträge: 759
 

@airnesto Ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Ja, der Lehrermangel ist ein großes Problem, und wie mit dem Lehrerberuf umgegangen wird ist vielleicht ein noch größeres.

Was ich meinte, stark vereinfacht: Angenommen, du hast heute 100 Kinder, für die du fünf Lehrer brauchst. Eine Generation später hast du in einer wachsenden Gesellschaft 200 Kinder, für die du 10 Lehrer brauchst, die sich aus den 100 Kindern rekrutieren, also können 10% Lehrer werden.

Anders herum: hast du zukünftig nur noch 60 Kinder, brauchst du für die nur noch 3 Lehrer, die sich aus den 100 Kindern rekrutieren, also können nur noch 3% Lehrer werden.


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1237
Themenstarter  

@airnesto Mrs.Blackwater und ich dachten gerade laut: Toll, dass es leidenschaftliche Lehrer wie Dich gibt. Wir hatten eher diese andere Art Lehrer: Ferien und X Gehalt für viel frei. Ich kannte sogar mal einen Lehramtsstudenten, der das direkt als Grund für die Berufswahl geäußert hat. Er brach aber das Studium nach viel "Ausschlafen" ab und ging später zur Sparkasse eine Ausbildung machen. Das ist kein Spasskass Witz, sondern aus dem echten Leben.

Auch wenn ich Deutschland sehr negativ gegenüber stehe, so wünsche ich mir einen anderen Verlauf. Leider spricht nicht viel dafür.


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mrsblackwater
(@mrsblackwater)
Schachspieler Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 8 Monaten
Beiträge: 235
 
Veröffentlicht von: @deepblackforest

Wir hatten eher diese andere Art Lehrer: Ferien und X Gehalt für viel frei.

Ist ein wenig offtopic.. aber ich erinnere mich an meinen Lehrer der damals völlig gefrustet in die Klasse sagte:"Armes Deutschland"

Lag vielleicht auch an der hohen Ausländerquote... 🤔 


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Presskoppweck
(@presskoppweck)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 7 Monaten
Beiträge: 344
 
Veröffentlicht von: @deepblackforest

Inspiriert von einem Thread aus dem geschlossenen Bereich, nun diese Frage:

"Ist eine „Schrumpf-Geburtenrate < 2,1 automatisch immer ein Problem, oder ist sie das nur, weil es die Politik nicht gebacken bekommen hat, das angemessen zu gestalten?

Grund ist nicht die Politik, sondern unser Geldsystem.
Am einfachsten erklärt wird es anhand der 10 Lebewesen mit den 100 Lederstücken von meinem Lieblingsvideo "Zehnpunkteplan für die effiziente Ausbeutung eines Planeten mit halbintelligenten Lebensformen"
Ich bezweifle, dass es ein kreditbasierendes Geldsystem gibt, das ohne Wachstum auskommt. Das Zinsverbot im AT war dahingehend ein weises Gebot, auch wenn die Gründe ganz andere waren.


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Airnesto
(@airnesto)
Schach FIDE Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 7 Monaten
Beiträge: 477
 

@ikigaimondai in deiner wachsenden Gesellschaft können nicht, sondern MÜSSEN 10 % Lehrer werden. In deiner schrumpfenden Gesellschaft fallen natürlich Lehrerstellen weg. Die müssen dann was anderes machen, ODER die Bildung wird besser, weil auf einen Lehrer weniger Kinder kommen. Müsste natürlich noch jemand bezahlen. 😅 Du hast aber Recht mit deinen Beispielen!

Die Lehrerfrage zeigt sehr deutlich eine besondere Herausforderung einer sich verändernden Gesellschaft: das läuft in Wellen ab (Siehe Demographiepyramide), wodurch alle Fragen zusätzlich ein Timingproblem haben: Es dauert Jahre (mind. 7), um z.B. einen Lehrer auszubilden. Er ist danach dann 30-35 Jahre lang Lehrer. (Hier gibts natürlich weitere Berufe). So folgt dem Lehrermangel dann eine Lehrerschwemme. Und die Fächer müssen auch noch auf Dauer passen…Schwierig zu lösen ist schon dieses noch recht überschaubare Problem! 


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lichtenberg99
(@lichtenberg99)
Schach FIDE Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 8 Monaten
Beiträge: 450
 

Ich finde ein Schrumpfen in Maßen sowohl für die Umwelt als auch für die Gesellschaft gut verträglich.

Wenn zu schnell geschrumpft wird, wird es heikel für die Sozialsysteme (insbesondere wenn sie wie in Deutschland nicht kapital- sondern umlagedeckt finanziert werden. Das wird uns noch mal richtig weh tun und das hängt auch nur bedingt von der Politik ab. Wenn weniger Menschen, die arbeiten sehr viel mehr Menschen, die nicht mehr arbeiten, versorgen müssen, dann wird es Verteilungskämpfe geben. Etwas anderes anzunehmen, halte ich für sehr illusionär.


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Frau B aus N
(@fraubausn)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 8 Monaten
Beiträge: 653
 
Veröffentlicht von: @lichtenberg99

Wenn zu schnell geschrumpft wird, wird es heikel für die Sozialsysteme (insbesondere wenn sie wie in Deutschland nicht kapital- sondern umlagedeckt finanziert werden. Das wird uns noch mal richtig weh tun und das hängt auch nur bedingt von der Politik ab.

Ich habe vor etwa 20 Jahren einen Vortrag von Prof. Raffelhüschen gehört (live), der beriet die Bundesregierung seinerzeit vor der Einführung der Pflegeversicherung. Er hat der Bundesregierung damals gesagt, "die Einführung wird ein historischer Fehler". Und er hat Recht behalten.

Was interessiert das einen Politiker, der bis zur nächsten Landtags-/Bundestagswahl denkt, ob solche Systeme zukunftssicher sind?

Nehmt lieber Geld und zieht die 100.000 Kinder auf, die jedes Jahr abgetrieben werden. Das ist nachhaltige Investition in die Zukunft.


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1237
Themenstarter  
Veröffentlicht von: @fraubausn

Nehmt lieber Geld und zieht die 100.000 Kinder auf, die jedes Jahr abgetrieben werden. Das ist nachhaltige Investition in die Zukunft.

Ein Thema für sich, was ich unvorstellbar grausam und schrecklich empfinde. Nur was für starke Nerven: https://www.mamma.ch/deu/die-abtreibung/

Ist der Mensch nun nur ein Tier, dann ist das natürlich mehr oder weniger egal. Ich persönlich sehe es anders und beim Betrachten dieser Bilder kann ich nicht anders als zu sagen: Es ist Mord.

Immerhin werden diese Menschen bestattet und enden nicht als Strassenbelag, wie in Berlin vor 20 Jahren passiert.


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