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Wahl 2021

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Sachse1090
(@sachse1090)
Milkshake Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 2 Monaten
Beiträge: 1
Themenstarter  

Ich schreibe hier zum ersten Mal, aber das ist ein Thema, das mich schon seit langer Zeit beschäftigt. Wie gesagt, weiß ich nicht mehr wen ich wählen soll, jeder Politiker scheint irgendwie "Dreck am Stecken" zu haben. Man sollte eigentlich erwarten können, dass Volksvertreter im Sinne des Volkes handeln, leider oft aber nur im Sinne der eigenen Geldbörse. Zudem kommt noch dazu, dass seit Jahren aufgebaute Probleme so gut wie nicht behandelt werden, wie bezahlbarer Wohnraum, Schere zwischen Arm und Reich, Klimakrise, soziale Ungleichheit etc.

Ich hoffe, dass sich bei den Leuten irgendwas tut, aber auch solche Sachen wie die Maskenaffäre scheint nach den ganzen Lockerungen nun wieder vergessen und vermutlich wird auch nach der Wahl alles beim Alten bleiben.

Was denkt ihr darüber? Glaubt ihr, es wird sich in Zukunft etwas ändern?


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Knew2
(@knew2)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 3 Monaten
Beiträge: 155
 
Veröffentlicht von: @sachse1090

Ich hoffe, dass sich bei den Leuten irgendwas tut, aber auch solche Sachen wie die Maskenaffäre scheint nach den ganzen Lockerungen nun wieder vergessen und vermutlich wird auch nach der Wahl alles beim Alten bleiben.

Was denkt ihr darüber? Glaubt ihr, es wird sich in Zukunft etwas ändern?

Hier kann ich den Kollegen Thomas Röper von Anti-Spiegel nur zitieren:

Der Anti-Spiegel hat bereits im Juni 2020 darüber berichtet, dass Korruption für deutsche Abgeordnete legal ist. Nun endlich hat zumindest die Süddeutsche Zeitung das – wenn auch in abgeschwächter Form – auch berichtet.

Link entfernt

Diese "Skandale" sind keine Skandale, da sie für Abgeordnete legal sind - solange sie ordnungsgemäß versteuert werden. Kein Scherz. Deswegen wird von den Skandalen auch nichts mehr kommen.

 

Ich sag mal so:

Die dümmsten Kälber wählen ihren eigenen Schlachter. Wenn ich mir so anschaue, was die optimierten Wahlumfragen anzeigen, denke ich ans Auswandern. 


AntwortZitat
ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 3 Monaten
Beiträge: 302
 

Ich persönlich nehme einen anderen Standpunkt ein: Politiker sind letztlich auch nur ein Spiegel der Gesellschaft, und damit nicht besser oder schlechter als Hinz und Kunz. Ich weiß offen gestanden nicht, wann sich das Bild etabliert hat, Politiker müssten sowas wie Heilige sein: besonders gebildet, oder besonders integer, besonders bescheiden, besonders ehrlich, besonders kompetent… ist doch alles Bullshit.

„Aber sie bekommen doch so viel Geld!!1!!elf!“

Ja, naja? Wirklich? Klar, sieht erstmal viel aus, aber wer sich in der Wirtschaft hocharbeitet, bekommt auch schnell sechsstelliges Gehalt. Und dass man sich nicht hocharbeiten müsste, um in den Bundestag zu kommen, sollte unbestritten sein. Für jeden Bundestagsabgeordneten gibt es zig Leute in Land- und Kreistagen, oder solche, die es nicht mal bis dorthin geschafft haben.

Zudem rechtfertigt in meinen Augen alleine schon das permanente in-der-Öffentlichkeit-Stehen dieses Geld. Denn wer hält das schon aus?

Versteht mich nicht falsch - die besonders ekelhaften Fälle von Korruption (interessanterweise oftmals bei den Parteien, die für sich in Anspruch nehmen, „wirtschaften“ zu können) oder eklatante, persistente Inkompetenz (Scheuer) führen bei mir auch dazu, dass ich solche Leute nicht mehr wähle. Aber wenn mal ein Abgeordneter eine Zuwendung nicht angibt, oder in seiner Promotion mal ein Zitat verkackt… geschenkt.

Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein!

Oder - noch besser - gehe in die Politik!


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wbuffett30
(@wbuffett30)
Half Bread Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 3 Monaten
Beiträge: 34
 
Veröffentlicht von: @sachse1090

weiß ich nicht mehr wen ich wählen soll, jeder Politiker scheint irgendwie "Dreck am Stecken" zu haben.

Zudem kommt noch dazu, dass seit Jahren aufgebaute Probleme so gut wie nicht behandelt werden, wie bezahlbarer Wohnraum, Schere zwischen Arm und Reich, Klimakrise, soziale Ungleichheit etc.

Was denkt ihr darüber? Glaubt ihr, es wird sich in Zukunft etwas ändern?

Sehe es ähnlich. Ich habe auch keine Ahnung, wen ich wählen soll. Habe die Tage auf Youtube einen Kanal entdeckt von jemandem, der die Wahlprogramme in Hinblick auf (Klein-)Anleger analysiert hat, und da war nur die FDP wirklich wählbar. Die würde ich aber nicht als Problemlöser deiner ganzen anderen Punkte sehen... Also echt schwierig...


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Knew2
(@knew2)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 3 Monaten
Beiträge: 155
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Ich persönlich nehme einen anderen Standpunkt ein: Politiker sind letztlich auch nur ein Spiegel der Gesellschaft, und damit nicht besser oder schlechter als Hinz und Kunz. Ich weiß offen gestanden nicht, wann sich das Bild etabliert hat, Politiker müssten sowas wie Heilige sein: besonders gebildet, oder besonders integer, besonders bescheiden, besonders ehrlich, besonders kompetent… ist doch alles Bullshit.

Wenn wir nicht den Anspruch haben, dass unsere VOLKSVERTRETER für unsere Bevölkerung eintreten und UNSERE Interessen vertreten, wofür haben wir denn dann noch unsere Scheindemokratie? Dann kann man es ja auch direkt abschaffen. 

„Aber sie bekommen doch so viel Geld!!1!!elf!“

Ja, naja? Wirklich? Klar, sieht erstmal viel aus, aber wer sich in der Wirtschaft hocharbeitet, bekommt auch schnell sechsstelliges Gehalt. Und dass man sich nicht hocharbeiten müsste, um in den Bundestag zu kommen, sollte unbestritten sein. Für jeden Bundestagsabgeordneten gibt es zig Leute in Land- und Kreistagen, oder solche, die es nicht mal bis dorthin geschafft haben.

Zudem rechtfertigt in meinen Augen alleine schon das permanente in-der-Öffentlichkeit-Stehen dieses Geld. Denn wer hält das schon aus?

Versteht mich nicht falsch - die besonders ekelhaften Fälle von Korruption (interessanterweise oftmals bei den Parteien, die für sich in Anspruch nehmen, „wirtschaften“ zu können) oder eklatante, persistente Inkompetenz (Scheuer) führen bei mir auch dazu, dass ich solche Leute nicht mehr wähle. Aber wenn mal ein Abgeordneter eine Zuwendung nicht angibt, oder in seiner Promotion mal ein Zitat verkackt… geschenkt.

Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein!

Oder - noch besser - gehe in die Politik!

Wir haben in der Politik zwei große Probleme:

Negativauslese und keine Zeitbegrenzung.

Drosten ist wahrscheinlich kein Doktor; Baerbock kann keinen Satz ohne Fehler sprechen und ihr Lebenslauf muss sehr sehr bezweifelt werden, Prüfungen laufen derzeit; Spahn hat immense Interessenskonflikte; Scheuer - müsste mit seinem Privatvermögen haften; soll ich weiter machen? Gibt noch 100te Beispiele, pro Politiker mehrere sogar.

Unsere Vertreter sind entweder komplett korrupt oder sind zu dumm um alleine einen Sack Reis umzuwerfen. 

Es geht sich nicht um "niemand ist ohne Schuld" - es geht sich darum, dass es sich nur noch um Bereicherung (!) geht. 

 

Meine Forderung für eine bessere Politik wäre folgende:

Privathaftung für Abgeordnete
Begrenzung auf 4 Jahre
Direktwahl durch Bürger
Wie in der freien Wirtschaft: Für jede Position muss die Kompetenz nachgewiesen werden
Mehr direkte Demokratie

 


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 3 Monaten
Beiträge: 302
 
Veröffentlicht von: @knew2

Wenn wir nicht den Anspruch haben, dass unsere VOLKSVERTRETER für unsere Bevölkerung eintreten und UNSERE Interessen vertreten, wofür haben wir denn dann noch unsere Scheindemokratie? Dann kann man es ja auch direkt abschaffen. 

Du fühlst dich durch „die Volksvertreter“ nicht vertreten? Durch keinen von ihnen? Oder nur durch einige nicht? Die Volksvertreter sind ja zunächst mal die Parlamentarier, weniger die Regierungsmitglieder und Minister.

Ich finde die Forderung „unsere“ Volksvertreter sollten „uns“ vertreten schon dahingehend spannend, dass es vermutlich niemand schaffen würde, deine und meine Interessen gleichzeitig zu vertreten. Und wir sind zwei von achtzig Millionen. 🙂

Natürlich kann man grundpessimistisch an die Politik herangehen - nur was bringt das? Selber besser machen heißt die Devise, die einem die Erlaubnis gibt, sich zu beklagen.

Übrigens ist das Schimpfen auf Politiker (und die Überhöhung der Politiker vergangener Tage) mindestens genauso lange etabliert wie das Schimpfen auf die Jugend. 🙂


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Knew2
(@knew2)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 3 Monaten
Beiträge: 155
 

Also ich fühle mich seit 16 Jahren nicht vertreten, nein. Ehrlich gesagt wüsste ich bislang keinen großen Punkt (und ich rede nicht von Winzigkeiten oder lokalen Dingen) in den letzten 16 Jahren, der positiv wäre. As said: große Entscheidungen wie z.B. Bail-In, Euro-Haftung, Euro-Bonds, "Flüchtlingskrise", Bankenkrise, Rente, Aktienbesteuerung, Gesundheitsbereich, Verkehr, Energie, Steuerreformen, ..... fast alles wurde in meinen Augen zu 100% falsch geregelt. 

Ich finde die Forderung „unsere“ Volksvertreter sollten „uns“ vertreten schon dahingehend spannend, dass es vermutlich niemand schaffen würde, deine und meine Interessen gleichzeitig zu vertreten. Und wir sind zwei von achtzig Millionen. 🙂

Direkte Demokratie? Die App Democracy kann ich nur wärmstens empfehlen. Bislang zeigt sie "nur" die Entscheide an, aber sie wurde gebaut um wie in der Schweiz Abstimmungen durchzuführen. 
"Möchten Sie für andere Euro-Länder finanziell mit Ihrem Kontoguthaben haften?" Ja VS Nein. Zack Ergebnis da. 

Natürlich kann man grundpessimistisch an die Politik herangehen - nur was bringt das? Selber besser machen heißt die Devise, die einem die Erlaubnis gibt, sich zu beklagen.

Ich arbeite in einem Bereich, in dem ich mir schlechte Publicity nicht erlauben darf. Ich bin libertär und sehr ehrlich - ich wäre medial schneller verbrannt mit gewissen Worten / Framing als ich mich umgucken kann. Erlebt man derzeit sehr oft. 

Übrigens ist das Schimpfen auf Politiker (und die Überhöhung der Politiker vergangener Tage) mindestens genauso lange etabliert wie das Schimpfen auf die Jugend. 🙂

Der Unterschied: Ich bringe Lösungsvorschläge mit, die wahrlich demokratisch sind. Jeder wahrhaftige Demokrat müsste diese Vorschläge zu 100% unterstützen. 


franzllang gefällt das
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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 3 Monaten
Beiträge: 302
 

@knew2 Deutschland ist eine Repräsentative, keine direkte Demokratie. Ich finde, das sollte so bleiben. Zu wankelmütig ist die Volksmeinung. Und Volksentscheide bringen auch nur dann etwas, wenn sie „klar“ ausgehen, also 75%, oder zumindest zwei Drittel für oder gegen etwas sind. Schau doch nur mal nach England. Brexit? 52% dafür. Ist das eine Mehrheit? Mathematisch ja, aber ist das eine Mehrheit, mit der man Politik machen sollte? Letztlich wird hier Politik gegen (fast) die Hälfte der Bevölkerung gemacht. Sowas spaltet.

Natürlich gibt es Ideen, wie man das reformieren könnte. Ich würde zum Beispiel folgendes vorschlagen: Ein Teil der Sitze in den Parlamenten wird per Los besetzt, auf vier Jahre begrenzt. So bekommt man einen echten Querschnitt der Bevölkerung. Ein anderer Teil wird gewählt, aber die notwendige Zustimmung, um sein Mandat behalten zu können, wird jede Legislaturperiode etwas erhöht. Oder es wird neben relativen Mehrheiten („das geringere Übel“) auch eine Absolutschwelle eingeführt. Möglichkeiten gäbe es sicher genug. Ach, was könnte man da alles ausprobieren. 🙂


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lichtenberg99
(@lichtenberg99)
Schachspieler Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 3 Monaten
Beiträge: 215
 

Wenn ich mir ansehe, wie dieses Land vor 16 Jahren ausgesehen hat:

- deutlich höhere Schulden

- deutlich höhere Arbeitslosenzahlen

- etc.

und wie wir durch diese Pandemie gekommen sind dann sind wir wohl gar nicht so schlecht regiert worden. Mir gefällt bei weiten nicht alles, was da so verzapft wird, aber wenn ich mich so auf der Welt umschaue, geht es noch deutlich schlimmer.

Von einer App Demokratie halte ich gar nichts - da hängt das Ergebnis schlimmstenfalls davon ab, ob Deutschland gegen Holland verloren hat. Das Wesen der Demokratie erfordert, dass die Minderheiten vor den Mehrheiten und die Schwachen vor den Starken geschützt werden. Da sollten Dinge intensiv durchdacht werden.

 

 

 


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Airnesto
(@airnesto)
Schachspieler Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 2 Monaten
Beiträge: 208
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Deutschland ist eine Repräsentative, keine direkte Demokratie. Ich finde, das sollte so bleiben. Zu wankelmütig ist die Volksmeinung.

Hierfür meine vollste Zustimmung! Ich bin Berufsschullehrer und stelle in Experimenten immer wieder fest, dass sich (gerade unter jungen Menschen) Abstimmungsergebnisse durch geschickte Streuung (noch einfacher durch Zurückhalten) von Infos leicht beeinflussen lassen. 

Insbesondere vielen jungen Menschen fehlt häufig der Blick fürs große Ganze und oft leider auch der Wille, vor der eigenen Entscheidung verschiedene Sichtweisen zu beleuchten. 

Dazu kommt, dass ich ehrlich gesagt Angst vor den Mehrheitsentscheidungen hier in D hätte, wenn wir oft direkt zu entscheiden hätten. Einfach weil größere Teile unserer Gesellschaft schrecklich ungebildet sind und eindimensional agieren.

Zum Thema zurück: Schwer fällt mir die Entscheidung auch! Angst vor einer grünen Bundeskanzlerin habe ich aber keine. Immerhin wird der Blick vom Konservieren aktueller Strukturen zu Gunsten in den kommenden Jahrzehnten wegsterbender Kohorten abgewandt. Ob eine für die steuerzahlende Bevölkerung bezahlbare Alternative entsteht, ist fraglich.
Da aber nichts so heiß gegessen, wie gekocht wird und Wahlprogramme in der Umsetzung massiv zusammengestrichen werden, verstehe ich die Angst vor den Grünen auch nicht: eigentlich wissen die Wählenden, dass ja „sowieso nicht viel vom Versprochenen so umgesetzt wird“. Jetzt haben aber plötzlich viele Angst - das ergibt keinen Sinn. Frischer Wind schadet nicht und die FDP ist auch deutlich stärker um oppositionell oder als Regierungspartei die Grünen einzufangen! An der CDU vorbei wird’s auch schwierig und die werden wohl kaum jeden neuen Weg mitgehen. Gut, die SPD nehme ist nicht mehr ernst zu nehmen und die AFD verabscheue ich zutiefst - zu braunversifft!


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 3 Monaten
Beiträge: 302
 

@lichtenberg99 Ich mag - und teile - deinen grundsätzlichen Optimismus. Ganz wichtig finde ich die Erinnerung, dass eine Demokratie die Schwachen und die Minderheiten schützen muss. Danke!


himself63 und hesekiel58 gefällt das
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himself63
(@himself63)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 3 Monaten
Beiträge: 183
 

@lichtenberg99 Deine Meinung zum Wesen der Demokratie und dem Schutz von Schwachen und Minderheiten kann ich zu 100% teilen. Ich finde nur, dass der Staat manchmal auch stärker gegen gewisse Minderheiten vorgehen sollte. Mir fallen da z.B. die Reichsbürger ein, die..........mmmh wie sag ich's jetzt, ohne die Forenregeln zu brechen, na ja eher kontraproduktiv für eine funktionierende Demokratie sind.

 


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franzllang
(@franzllang)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 3 Monaten
Beiträge: 175
 

@airnesto Ich muss hier widersprechen. Ich habe einige Zeit in der Schweiz gelebt. Die Schweizer sind nicht unbedingt klüger (oder dümmer) als die Deutschen. Der große Unterschied ist: die Schweizer nehmen ihre Eigenverantwortung wahr.

Nimm doch die Analogie zu deinen Finanzen. Du kannst deine Finanzen dem (von dir gewählten!) freundlichen Finanzberater überlassen, oder du nimmst sie in die eigene Hand. Du lernst, du machst Fehler, manchmal sogar einen Totalverlust - aber schlussendlich gilt: die Kosten sind geringer, die Gewinne sind höher und mental bist du in ganz neuen Sphären. Klar, bequemer wär's bei der Sparkasse gewesen.

Warum sollte das für die Politik nicht gelten?

Veröffentlicht von: @airnesto

Einfach weil größere Teile unserer Gesellschaft schrecklich ungebildet sind und eindimensional agieren.

Also ist die Gesellschaft zu dumm, für sich selbst gute Entscheidungen treffen zu können, ist aber in der Lage, einen gescheiter Vertreter ihrer Interessen erkennen zu können?  Unwahrscheinlich. Meine Devise ist "skin in the game". 

NB: Aus meiner Perspektive wäre eine wohlwollende Alleinherrschaft mit mir als Diktator für euch sicherlich das beste, da ich sehr gebildet und multidimensional bin. Ihr seht das eventuell anders 🙂  

Ganz interessant vielleicht auch die Idee von Markus Krall: Wahlrecht nur für Leute, die nicht von staatlichen Hilfen abhängig sind. Das mag durchaus ein Motivator sein.


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Airnesto
(@airnesto)
Schachspieler Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 2 Monaten
Beiträge: 208
 

@franzllang Man muss aber die Tragweite der Entscheidungen, die in Eigenverantwortung getroffen werden auch aushalten können, bzw. Betroffenen eine solche Entscheidung auch zumuten können.

Nehmen wir mal die Schweizer Frage zur Zuwanderung von vor einigen Jahren: Ich hätte schlicht Angst vor dem Abstimmungsergebnis, hätte man eine solche Volksabstimmung in Deutschland durchgeführt. Aber so ist das eben in einer Demokratie. Allerdings hätte die Entscheidung international aufgrund der jüngeren Deutschen Geschichte sicherlich eine andere Konnotation erhalten, als die der Schweizer.

Insgesamt sehe ich es aber wie du, nämlich dass eben Eigenverantwortung der Schlüssel ist. Hierzu müssen Menschen aber befähigt werden, was leider häufig misslingt, jedenfalls empfinde ich das so. Die Einstellung, "Vater Staat regelt das schon", oder wie du mit Bezug zu den eigenen Finanzen ansprichst: "Ich lasse andere für mich machen" ist eben bequem, aber suboptimal.

Die Frage das Mitbestimmungsrecht an gewisse Fähigkeiten/Eigenschaften zu knüpfen, erscheint seit langem auf den ersten Blick charmant. Ist aber glücklicherweise ausgeschlossen - immerhin hier hat Deutschland aus seiner Geschichte gelernt, so weh das manchmal tut.


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Frau B aus N
(@fraubausn)
Schachspieler Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 3 Monaten
Beiträge: 227
 
Veröffentlicht von: @himself63

Mir fallen da z.B. die Reichsbürger ein, die..........mmmh wie sag ich's jetzt, ohne die Forenregeln zu brechen, na ja eher kontraproduktiv für eine funktionierende Demokratie sind.

Das glaube ich nun wiederum nicht. Ich finde die Reichsbürger albern, nicht, dass man mich missversteht. Aber eine Demokratie BRAUCHT viel Bandbreite.

"Gibt es nun solche besondere Gesellschaften, so muss man ihre Anzahl vermehren [...]. Diese Vorsichtsmaßregeln können es einzig und allein bewirken, dass der allgemeine Wille immer klar ersichtlich ist, und das Volk sich nicht irrt. " https://www.textlog.de/2359.html

Wenn man zugunsten einer großen Einheitspartei (pun intended) alle Gruppierungen verbietet, dann gibt es nach Rousseau keinen allgemeinen Willen (der zielt auf das "allgemeine Beste") mehr, sondern nur noch den "Willen aller" (= Privatinteresse).


AntwortZitat
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