Community

Benachrichtigungen
Alles löschen

Off Topic LGBT

Seite 1 / 5

Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Internationaler Meister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 994
Themenstarter  

Da das Thema LGBT immer wieder auftaucht, habe ich diesen Thread dazu eröffnet und die letzten Kommentare aus anderen Threads dazu hierher verschoben.

Hier können wir bei Bedarf darüber diskutieren was LGBT für die Gesellschaft bedeutet, ob LGBT Freiheit oder Ideologie bedeutet und alles was eben mit LGBT zusammen hängt.

Anmerkungen zur Sicherheit: Aussagen aus dem Schlafzimmerbereich oder eine schmutzige Sprache haben hier nichts verloren. Wir wollen möglichst sachlich sein.


Zitat
ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 590
 
Veröffentlicht von: @deepblackforest

Natürlich nicht, aber es wird gesellschaftliche Normen weiter erodieren und auf einem weiteren Gebiet zur totalen Beliebigkeit führen. Wie gesagt, egal ob man das gut oder schlecht findet, Menschen mit Identitätskrise gründen keine starken Familien und werden sich nicht stabilisierend auf die Gesellschaft auswirken.

Da muss ich jetzt doch nochmal einhaken.

Mein Vater hat 22 Jahre in einer monogamen gleichgeschlechtlichen Beziehung gelebt. Sowohl er als auch sein Partner waren für mich, aber auch für meine Mutter immer da. Die Identitätskrise hatte er zweifelsohne, aber das war bevor er sein Coming Out hatte. Seine Familie war danach in jedem Fall stärker als davor.

Warum nur die Besessenheit der Leute darüber, wen andere Leute lieben und mit wem sie schlafen? „Beliebigkeit“, meine Güte. Ich sage es nochmal: Exakt niemand wird schwul, weil er weiß, dass es Schwule gibt. Exakt niemand wird hetero dadurch, dass man homosexuelle Handlungen unter Strafe stellt.

Hinsichtlich der politischen und sonstigen Ansichten meines Vaters hätte er sich übrigens super mit Franzllang und Knew2 verstanden. Größere Konflikte sind mir da qua Zeitablauf Gott sei Dank erspart geblieben, ich denke heute hätten wir harte Zeiten auf Familienzusammenkünften.


hesekiel58 und himself63 gefällt das
AntwortZitat
hesekiel58
(@hesekiel58)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 376
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

 

Warum nur die Besessenheit der Leute darüber, wen andere Leute lieben und mit wem sie schlafen? „Beliebigkeit“, meine Güte. Ich sage es nochmal: Exakt niemand wird schwul, weil er weiß, dass es Schwule gibt. Exakt niemand wird hetero dadurch, dass man homosexuelle Handlungen unter Strafe stellt.

 

Das ist etwas, was ich auch nicht verstehe. Ich weiß, es gibt Menschen, die Spaß daran haben, andere zu schikanieren, anderen gerne Vorschriften machen, die denken, dass durch Grenzen ihre Welt freier und/oder besser wird. Es geht niemanden etwas an, wen ich liebe, mit wem ich Sex habe und wie wir unseren Sex gestalten. Und mir ist es auch völlig Wurscht, ob das jemand passend zu seinem moralischen Weltbild finden könnte oder ob er darüber sein feines Näschen rümpft. Vielleicht wird auch gerne die Tatsache ignoriert, dass Schwule, Lesben, Transgender, ... durchaus "moralisch korrekt" monogam leben und "familienfähig" sind. Dank der "Ehe für Alle" sogar mit den Rechten und Pflichten "normaler" Ehen ausgestattet.


himself63 gefällt das
AntwortZitat
ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 590
 

Ich kopiere hier auch noch mal einen Kommentar aus einem anderen Thread hinein, um meine Gedanken zu erklären, warum ich es wichtig finde, über Homosexualität zu sprechen:

Und dieses "Normal" ist eben für uns Mann und Frau. Sollten die Jungs sich im Erwachsenenalter anders entscheiden bzw. entwickeln oder empfinden, wird das akzeptiert.

Du berührst den wichtigen, den wesentlichen Punkt, und verfehlst ihn dennoch knapp. Ich versuch‘s mal, wenn du erlaubst?

Erinnere dich an deine frühe Jugend zurück. An den Beginn der Pubertät. Als Mädchen, die noch vor kurzem „einfach doof“ waren, plötzlich… interessant wurden. Verstohlene Blicke, zugeschobene Zettel, Herzklopfen, all das. Deinen Kumpels ging‘s genauso, einigen ein bisschen früher, anderen ein bisschen später. Ihr habt euch ausgetauscht, über eure Klassenkameradinnen, und bewundernd auf die geschaut, die schon eine Freundin hatten, und die bemitleidet, die keine hatten. Vielleicht war es bei dir auch anders, wahrscheinlich sogar, aber du weißt, was ich meine und blickst wahrscheinlich mit einer gewissen Nostalgie auf diese Zeit zurück.

Jetzt stell dir einfach mal vor, dass es nicht die Mädchen deiner Klasse gewesen wären, die du interessant gefunden hättest, sondern die Jungs. Dass sich das Herzklopfen bei dir einstellte, wenn du beim Torjubel deinen besten Freund umarmt hast.

Was ist da los?

Ist das „normal“?

Bin ich unnormal?

Das kann ich ihm doch nie sagen! Viel Schlimmer, das darf niemand in meiner Schule je erfahren, die machen mich fertig! Und was würden meine Eltern sagen, die haben da nie drüber geredet! Hilfe, ich weiß gar nicht, mit wem ich darüber sprechen soll!

In gewissen Staaten und Kreisen (*hüstel*) wird gerne darauf verwiesen, dass homosexuelle Jugendliche eine deutlich höhere Selbstmordrate haben als ihre heterosexuellen Peers, und dass man daran ja schon die Pathologie erkennen könne. Das ist eine vollkommene Verkehrung der Kausalzusammenhänge.

Kinder und Jugendliche sollten meiner Meinung nach wissen, dass es Homosexualität gibt. Zum einen wird durch dieses Wissen kein einziger Mensch „zusätzlich“ homosexuell, denn schließlich ist das ja keine willentliche Entscheidung. Zum anderen brauchen Jugendliche die Botschaft „Du bist okay so, wie du bist!“ dringender als jede andere Alterkohorte. Die Pubertät ist kompliziert genug. Und wenn ich weiß, dass meine Eltern keine Probleme mit Homosexualität haben, kann ich mich ihnen anvertrauen. Ansonsten ist das eine Riesenhürde.

Aus meiner eigenen Praxis kann ich berichten, dass es für meine beiden Töchter normal ist, dass es Menschen gibt, die mit Menschen des gleichen Geschlechts zusammenleben. Sie verstehen zwar nicht, warum man das tun sollte, aber sie akzeptieren, dass es eben Menschen gibt, die es tun und denen es gut tut.

Ich kenne Menschen, die sind vor ihrem Outing fast kaputtgegangen. Oft haben sich ihre Befürchtungen nicht bestätigt. Einige sind verstoßen worden von ihren Eltern. Was stimmt mit diesen Leuten nicht, frage ich mich dann. Es zerreißt mir das Herz. Ich will es besser machen, sofern ich muss. Wahrscheinlich ist das ja sowieso nicht.


hesekiel58 gefällt das
AntwortZitat
Amina
(@amina)
Müsli Blackwater Stammleser Rose
Beigetreten: Vor 4 Monaten
Beiträge: 9
 

Warum muss das in Deutschland auf der Strasse sein? Also alles offen gezeigt werden meine ich damit. Wenn es um die Rechte geht, kann man doch auch angezogen demonstrieren. Auf manchen Plakaten standen Sätze, die waren richtig ekelhaft und nichts für Kinder.

Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Zum einen wird durch dieses Wissen kein einziger Mensch „zusätzlich“ homosexuell,

Es gibt nicht mehr davon wenn die Kinder adoptieren und das vorleben?

Es gibt heute nicht mehr Homosexuelle als früher?? Weiss nicht.

Ich würde das eig nicht diskuttieren, aber ich traue mich hier mal zu fragen.


AntwortZitat
himself63
(@himself63)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 304
 
Veröffentlicht von: @amina

 

Es gibt heute nicht mehr Homosexuelle als früher?? Weiss nicht.

Ich würde das eig nicht diskuttieren, aber ich traue mich hier mal zu fragen.

Also erstmal das Wichtigste: ich glaube in dieser Community darf man sich alles trauen zu fragen 😉 

Ich bin auch der Meinung, dass es heute nicht unbedingt mehr Homosexuelle gibt als früher. Nur haben sich da wahrscheinlich weniger getraut dazu zu stehen. Es war halt ungleich gefährlicher (zumindest in Deutschland - siehe bpb). Über andere Länder kann ich mir hier kein Urteil bilden. https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/275113/homosexuelle-und-die-bundesrepublik-deutschland


hesekiel58 gefällt das
AntwortZitat
hesekiel58
(@hesekiel58)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 376
 
Veröffentlicht von: @amina

Es gibt nicht mehr davon wenn die Kinder adoptieren und das vorleben?

Was wird wohl das wichtigste sein, was sie ihren Kindern vorleben können? Dass Liebe, Selbstvertrauen und Respekt Grenzen überwinden können, zum Beispiel. Dass einem nichts geschenkt wird. Dass man kämpfen muss, um (s)ein selbstbestimmtes Leben zu führen, gegen die schrägen Blicke, gegen dumme Kommentare, gegen die Ausgrenzung durch gewisse Volksgenossen, die bei Schwulen und Lesben nichts anderes sehen, als Dekadenz, Perversion und die Erosion der Gesellschaft.


himself63 gefällt das
AntwortZitat
ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 590
 
@amina Ich finde es toll, dass du dich in diesem Umfeld traust, Fragen zu stellen. Ein großartiges Forum hier! 🤩
Veröffentlicht von: @amina

Warum muss das in Deutschland auf der Strasse sein? Also alles offen gezeigt werden meine ich damit. Wenn es um die Rechte geht, kann man doch auch angezogen demonstrieren. Auf manchen Plakaten standen Sätze, die waren richtig ekelhaft und nichts für Kinder.

Du beziehst dich hier wahrscheinlich auf den Christopher Street Day, richtig?

Auch ich finde die Darbietungen dort bisweilen ziemlich schräg und ja, auch die Grenzen meines Geschmacks überschreitend. Wobei viel nackte Haut gibt‘s ja auch bei der Love Parade. Ich weiß nicht genau, was du mit „alles offen gezeigt“ meinst - Erregung öffentlichen Ärgernisses wäre auch dort nicht okay. Wenn es jetzt darum geht, dass dort gleichgeschlechtliche Paare knutschen - nun ja. Bei heterosexuellen Paaren stört das die meisten ja auch nicht (wobei es bei mir im Studium ein Pärchen gab, die haben es echt übertrieben - das war wie im Zoo teilweise… 😣). Und Sätze „ekelhaft für Kinder“ - ich denke, Überspitzung gehört auf einer Demonstration dazu. Könnte mir vorstellen, dass auch eine pro-Palästina-Kundgebung beispielsweise drastische Dinge auf den Plakaten stehen.

Veröffentlicht von: @amina

Es gibt heute nicht mehr Homosexuelle als früher?? Weiss nicht.

Meiner Ansicht nach nicht, und Forschungsergebnisse deuten in die gleiche Richtung. Ein anscheinender Anstieg mag daher kommen, dass sich bei größerer gesellschaftlicher Akzeptanz eben auch ängstlichere Personen zu ihrer Neigung bekennen. Aber der Anteil von homosexuellen Menschen ist ziemlich konstant. Die erste Studie dazu war der „Kinsey Report“. Es wird davon ausgegangen, dass die Anteile dort etwas zu hoch geschätzt wurden, aber allein die Schaffung einer Skala auf der es auch Abstufungen gibt, muss man ihm hoch anrechnen.

Ich könnte wieder das Beispiel meines Vaters bringen, Jahrgang 40, der in den 70ern sein Coming Out hatte, und noch zudem bei der Polizei gearbeitet hat - ihr könnt euch vorstellen, dass das nicht gerade das angenehmste Umfeld für Leute wie ihn ist. In den ersten dreißig oder so Jahren wurden homosexuelle Handlungen mit Zuchthaus bestraft. Klar unterdrückt man dann vielleicht mal seine Neigungen, was soll man auch machen. Eins seiner Lieblingslieder war „Die Gedanken sind frei“…

Veröffentlicht von: @amina

Es gibt nicht mehr davon wenn die Kinder adoptieren und das vorleben?

Vielleicht. Aber wahrscheinlich nicht so, wie man im ersten Moment denken würde.

Ich hatte, seit ich denken konnte, zwei getrennt lebende Eltern: Meine Mutter (teilweise allein, teilweise mit Freund, später dann wieder verheiratet) und meinen Vater mit seinem Freund (er hatte erst einen und dann einen zweiten, mit dem er sich auch verpartnern hat lassen). Ich habe bei meiner Mutter gelebt, war aber auch sehr regelmäßig bei meinem Papa und seinem Freund. Natürlich „normalisiert“ so etwas das Thema Homosexualität - es ist halt einfach kein großes Ding dann. Aber die eigene sexuelle Orientierung kann es nicht verändern.

 


himself63 und hesekiel58 gefällt das
AntwortZitat
Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Internationaler Meister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 994
Themenstarter  

Möglichst sachlich betrachtet: Menschen sollten immer eine Wahl haben, das macht eine freie Gesellschaft aus. Niemand sollte diskriminiert oder angefeindet werden, weil er andere Ansichten hat. Das gilt in beide Richtungen (klappt meist ja nur in eine).

Meine Erfahrungen mit LGBT sind die, dass ich sehe wie die Politik und opportunistische Menschen das Thema für ihre Zwecke nutzen. Ob damit den Menschen ein Gefallen getan wird, wage ich mal zu bezweifeln.

Hinter den Fragen um das Thema LGBT stehen ganz grundsätzliche Überlegungen:

Sollte der Staat sich überhaupt in Familie und moralische Wertmaßstäbe einmischen?

Wie soll die Gesellschaft von morgen aussehen? (hier gibt es eigens Arbeitsgruppen dazu und es gibt tatsächlich die Idee Social Credits einzuführen)

Auch das Thema Religion und Staat wird hier berührt. Wenn LGBT nach christlicher und muslimischer Auffassung eine Sünde ist, dann kommt es zum Konflikt mit dem Staat.


AntwortZitat
Aysel Bektas
(@ayselbektas)
Vollkorn-Member Blackwater Premium Rose
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 53
 
Veröffentlicht von: @amina
Veröffentlicht von: @amina

Es gibt heute nicht mehr Homosexuelle als früher?? Weiss nicht.

In Deutschland schon glaube ich, oder die haben sich vorher alle versteckt. Regenbogen sehe ich auch überall als Aufkleber. Aber es kann sein, dass mir es vorher nicht aufgefallen ist.

Von mir aus soll jeder lieben wen er will. Was mir an schwulen Männern gefällt ist, dass die sehr nett sind, nicht aufdringlich, also mir gegenüber zumindest nicht😂😂. Ich kann unter einer Gruppe von denen sein und keiner grabscht mich an. Das ist schon Hammer. Und irgendwie haben sie eher Weiberprobleme. Emotion, Optik uso.


AntwortZitat
himself63
(@himself63)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 304
 
Veröffentlicht von: @deepblackforest

Wie soll die Gesellschaft von morgen aussehen? (hier gibt es eigens Arbeitsgruppen dazu und es gibt tatsächlich die Idee Social Credits einzuführen)

Das hab ich, zumindest hier in Deutschland, noch nicht gehört, bin aber nach kurzer Recherche im Netz eines besseren belehrt worden. Umso mehr ich darüber nachdenke, desto mehr schauderts mich und das nicht nur deshalb, weil ich wahrscheinlich nicht sehr kreditwürdig sein würde, sondern auch deshalb, weil sich die gesamte Gesellschaft meiner Meinung nach eher negativ entwickeln würde. Man hätte mit Sicherheit ein paar "Feinde" und Neider mehr in seinem Umfeld.


hesekiel58 gefällt das
AntwortZitat
hesekiel58
(@hesekiel58)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 376
 
Veröffentlicht von: @himself63
 
... und das nicht nur deshalb, weil ich wahrscheinlich nicht sehr kreditwürdig sein würde, sondern auch deshalb, weil sich die gesamte Gesellschaft meiner Meinung nach eher negativ entwickeln würde. Man hätte mit Sicherheit ein paar "Feinde" und Neider mehr in seinem Umfeld.

Das gleiche Problem hätte ich wohl auch. In einer freiheitlichen Gesellschaft kämen vielleicht noch ein paar Punkte zusammen, aber in einer völkisch-nationalen, reaktionären? Sähe übel aus für mich! Ganz, ganz übel ...  😉 


himself63 gefällt das
AntwortZitat
franzllang
(@franzllang)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 175
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

hätte er sich übrigens super mit Franzllang und Knew2 verstanden

Vielleicht gab's da ein Missverständnis. Ich habe überhaupt nichts gegen Schwule etc. und es ist mir völlig wurscht, was die Leute in ihrem Schlafzimmer treiben. Ich halte die Bandbreite an sexuellen Spielarten für eine interessante Variation (mich interessiert natürlich aus wissenschaftlicher Sicht, was der evolutionäre Vorteil ist) und finde knutschende Männer in der Öffentlichkeit genauso widerlich wie sich abschleckende heterosexuelle Paare. Ich bin auch dafür, diese sexuellen Variationen in Schulen oder sonst wo als normal darzustellen. Übrigens gab's auch in meinem Verwandtenkreis einen Fall wie bei deinem Vater, an dem die Familie zerbrochen ist. 

Weiterhin kenne ich den Inhalt des ungarischen Gesetzes nicht gut genug, um mir darüber wirklich eine Meinung zu erlauben. Was in unseren Medien dargestellt ist, scheint mir aber überzogen.

Was ich kritisiere, sind drei Dinge:

a) Doppelmoral. Unsere Politiker und Medien sind sehr gut darin, das Maul aufzureißen, um Ungarn eins reinzudrücken. Warum? Weil Ungarn unser Feind ist. Die wollen nicht so, wie wir es wollen, was sie tatsächlich tun, ist egal. Der Abweichler muss bestraft werden. Ich sag mal so: sich als Moralapostel hinzustellen, wenn es um die Ungarn geht, aber beim Schwulenmord in Dresden nichts sagen, oder Glückwunschtelegramme in den Iran zu schicken, bei dem wir uns hoffentlich alle darüber im Klaren sind, dass es Homosexuellen dort schlechter ergeht als in Ungarn, dem attestiere ich ein Glaubwürdigkeitsproblem. Ich garantiere dir auch, dass die Regenbogenarmbinden nächstes Jahr in Katar nicht aufzufinden sein werden.

b) das Kapern von Themen durch Interessensgruppen. Das ist nicht nur ein Problem bei Homosexuellen sondern genauso in der Klimabewegung, der Piratenpartei, .... das klassische Social Justice Problem, dass gewisse Dinge massiv aufgebauscht werden, um Interessierten Posten/Geld/Macht zu verschaffen.

c) Das Darstellen einer gewissen Lebensweise als besser: Man hat schon den Eindruck, dass Homosexualität und Transgender trendy sind. Schauspielerinnen haben eine lesbische Phase, manche transitionieren.... in den USA werden Fälle gemeldet, dass Transgenderfrauen die biologischen Frauen in manchen Sportarten verdrängen (und fertigmachen). Sicherlich Einzelfälle, aber ich glaube, dass das Thema größer gemacht wird, als es bevölkerungsanteilmässig hergibt.   

Der Punkt, den Blackwater aufbringt, halte ich aber für legitim. So sehr es mir als Individualist widerstrebt, ist das schon richtig, dass Gesellschaften mit einem robusteren Familienbild evolutionär einfach erfolgreicher sein werden als atomisierte, kinderlose Gesellschaften. Die einzige (!) Möglichkeit, sich eine liberale Gesellschaft mit Schwulenrechten zu bewahren, ist, sehr genau zu prüfen, wer da in die Gesellschaft von außen aufgenommen werden will. Das sind die Grenzen, Hesekiel, durch die die Welt innendrin frei bleibt. 

Und hier der Zirkelschluss zum Ursprungsthema Islam. Was mir nicht in den Kopf will, ist, warum man bei diesem Thema sich als Feindbild den etwas konservativeren "Volksgenossen" aussucht, was auch immer das sein soll, aber unbekümmert drüber hinweggeht, dass in Europa weitaus, aber wirklich weitaus konservativere Ansichten einwandern. Gegen die Ansichten der meisten Muslime in diesem Forum, die ja allein durch ihre Präsenz hier nun wirklich nicht am Ende des Spektrums stehen, bin ich doch der reinste Christopher Street Day. 

Ich glaube übrigens nicht, dass die meisten Schwulen damit einverstanden sind, dass ihre persönliche Lebensweise politisch so herausgestellt wird. Es tut mir leid um die, die zwischen den Fronten gefangen sind. 


AntwortZitat
Presskoppweck
(@presskoppweck)
Schachspieler Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 299
 
Veröffentlicht von: @hesekiel58

Es geht niemanden etwas an, wen ich liebe, mit wem ich Sex habe und wie wir unseren Sex gestalten.

Du hast die Einschränkung vergessen, dass es sich um Einvernehmlichkeiten zwischen Erwachsenen handelt. Sollte zwar selbstverständlich sein, aber der Form halber möchte ich das erwähnen. Es gibt schließlich eine Minderheit, die dafür sorgt, dass der "Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs" nicht arbeitslos ist. PS: den gibt es wirklich

Veröffentlicht von: @ikigaimondai
... dass es Homosexualität gibt. Zum einen wird durch dieses Wissen kein einziger Mensch „zusätzlich“ homosexuell, denn schließlich ist das ja keine willentliche Entscheidung.

Bei den Männer scheint es so zu sein (genetisch vorbestimmt).
Die Frauen hingegen scheinen einen weit größeren Freiraum zu besitzen, sprich da spielt die eigene willentliche Entscheidung eine Rolle.
Bevor Du fragst, nein ich kann keine Primärliteraturangaben machen, das sind eher Erinnerungen aus Wartezimmern mit Apothekenumschau bis Goldenes Blatt.
Das wäre aber auch (m)eine (laienhafte) Erklärung weshalb hetero Männer der männlichen Homosexualität ablehnender gegenüberstehen als Frauen der weiblichen Homosexualität.

Veröffentlicht von: @franzllang
Weiterhin kenne ich den Inhalt des ungarischen Gesetzes nicht gut genug, um mir darüber wirklich eine Meinung zu erlauben.

Bei Tichy wurde neulich der Gesetzestext veröffentlicht https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/das-steht-im-gesetz-der-regierung-orban/


AntwortZitat
hesekiel58
(@hesekiel58)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 376
 
Veröffentlicht von: @presskoppweck
Veröffentlicht von: @hesekiel58

Es geht niemanden etwas an, wen ich liebe, mit wem ich Sex habe und wie wir unseren Sex gestalten.

Du hast die Einschränkung vergessen, dass es sich um Einvernehmlichkeiten zwischen Erwachsenen handelt. Sollte zwar selbstverständlich sein, aber der Form halber möchte ich das erwähnen. Es gibt schließlich eine Minderheit, die dafür sorgt, dass der "Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs" nicht arbeitslos ist. PS: den gibt es wirklich

Entschuldige bitte meine Schludrigkeit. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass bei der Art von Sex, den ich und meine Frau bevorzugen, auch Tiere keine Rolle spielen oder jemals spielten. Sollte ich noch irgendwelche weiteren Monstrositäten vergessen haben, die auch nicht.


AntwortZitat
Seite 1 / 5

Blackwater.live Community

Die Community ist unser Forum und digitales Wohnzimmer. Wir sind eine Minderheit im Internet. Maximal 1% der Leser von anderen Finanzblogs passen zu uns, vermutlich trifft das auch auf die Gesamtbevölkerung zu. Warum das so ist und was die Bedingungen der Teilname bei uns sind, erfährst Du aktuell immer hier:

Wir sind anders weil:

Bei uns wird niemand ausgegrenzt. Es gibt keine dummen Fragen, nur gute und durchdachte Antworten. Wir entdecken zusammen neues und bleiben neugierig. Oberlehrer und andere Klugscheisser die schon alles zu wissen glauben, haben bei uns keinen Platz. Wir achten gemeinsam darauf, dass die Community ein schöner Ort im Internet ist und bleibt.

Wir haben viele Leserinnen und Leser mit muslimischen Background. Das eröffnete kulturell und perspektivisch einen neuen Blickwinkel. Bei uns sind Zuwanderer und Muslime willkommen! Wir helfen ihnen bei allen Fragen, auch wenn sie noch neu im Thema sind.

Gut 70% unserer Leser sind weiblich. Wir achten auf einen niveauvollen Umgang mit unseren Leserinnen, bei uns sind Frauen willkommen und werden nicht herablassend behandelt, egal ob sie Shopping und Schokolade oder Zahlen und Finanzen lieben. Unsere Themen sind für alle Frauen wichtig, ob Ingenieurin oder Beauty Model.

Aktuelle Artikel, die unsere Community betreffen:

Die Blackwater.live Community hat öffentliche Bereiche, die ohne Anmeldung sichtbar sind. Der viel größere Bereich ist nur mit der Anmeldung im Forum sichtbar. Nach dem man das Level Stammleser mit Kommentaren und Beiträgen erreicht hat, bekommt man einen nochmals erweiterten Zugriff. Unsere Leserinnen haben einen extra geschützten Bereich für sich.

Bei uns bekommt man kostenfrei Expertenwissen zum Thema Finanzen, was auf anderen Seiten für viele hundert Euro teuer verkauft wird. Das haben wir nicht nötig. Unsere Seite wird in erster Linie aus Leidenschaft betrieben, nicht aus monetären Gründen. Wir vermeiden damit Interessenkonflikte mit unseren Leserinnen und Lesern.