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Organspende


ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 2 Monaten
Beiträge: 151
Themenstarter  

Jetzt hatte ich nach dem Spenden-Unterforum gesucht und keins gefunden, also pack ich es einfach in das Unterforum, wo es auch in einem anderen Thread um Spendenideen geht.

Heute ist Tag der Organspende. stern.de hat zu diesem Anlass eine wie ich finde sehr lesenswerte Reportage hervorgeholt, die ich euch empfehlen möchte:

https://www.stern.de/gesundheit/organspende--die-letzte-gabe-eines-menschen--der-keine-chance-mehr-hatte-8698856.html

Ich finde, jeder sollte sich mal ein Wochenende Zeit nehmen, und sich über das Thema Organspende Gedanken machen. Ob dann am Ende ein Organspendeausweis steht, oder ein Verbot der Organspende in der Patientenverfügung, oder ihr einfach nur relevanten Menschen aus eurem Umfeld eure Entscheidung mitteilt - ihr macht es im Fall der Fälle allen Beteiligten leichter.

Was mich noch interessieren würde: wie halten es eigentlich die Weltreligionen mit dem Thema? Mangels Verfügbarkeit zum damaligen Zeitpunkt wird es ja weder in der Bibel noch im Koran noch in den anderen heiligen Schriften etwas dazu geben - man kann natürlich die Abschnitte zu Nächstenliebe entsprechend interpretieren, wahrscheinlich auch viele andere?


Zitat
Knew2
(@knew2)
Vollkorn-Member Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 2 Monaten
Beiträge: 89
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Ich finde, jeder sollte sich mal ein Wochenende Zeit nehmen, und sich über das Thema Organspende Gedanken machen. Ob dann am Ende ein Organspendeausweis steht, oder ein Verbot der Organspende in der Patientenverfügung, oder ihr einfach nur relevanten Menschen aus eurem Umfeld eure Entscheidung mitteilt - ihr macht es im Fall der Fälle allen Beteiligten leichter.

Ein sehr wichtiges Thema. Danke, dass du es in das Forum bringst!

Ich habe mich persönlich dazu entschieden, keine Organe zu spenden und werde mir auch ein Ausweis zulegen wo es klar geregelt ist dann. Das sollte aber wirklich jeder machen, ob Organspende ja oder nein.


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Presskoppweck
(@presskoppweck)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Wochen
Beiträge: 116
 

Es ist eine schwierige Situation, wenn ein Angehöriger verstirbt. Insbesondere die Zeit bis zur Bestattung fühlt sich oft Hals über Kopf an. Ich möchte meinen Angehörigen jede zusätzliche Last in dieser Zeit ersparen. Daher habe ich zwar einen Blutspendeausweis aber keinen Organspendeausweis.


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 2 Monaten
Beiträge: 151
Themenstarter  

@presskoppweck Kannst du den Gedankengang bitte noch etwas näher ausführen, ich habe das Gefühl, dass ich da vielleicht etwas übersehe. Ich sehe es so, dass ein Organspendeausweis doch die Dokumentation meines Willens zu dem Thema ist - mache ich es damit nicht meinen Verwandten leichter, weil sie die Entscheidung nicht auch noch treffen müssen?


zachariabarely gefällt das
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Presskoppweck
(@presskoppweck)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Wochen
Beiträge: 116
 

@ikigaimondai
Arzt: Ihr Angehöriger hat es überstanden, das EEG zeigt keinen Ausschlag mehr, er ist jetzt offiziell tod. Ihr Angehöriger ist Organspender, wir lassen die Maschinen an, bis wir xyz entnommen haben. Der Vorgang nennt sich organprotektive Intensivtherrapie https://de.wikipedia.org/wiki/Organprotektive_Intensivtherapie
Wir sagen Bescheid, wenn der Bestatter die Leiche ihres Angehörigen übernehmen kann. Es kann ? bis ?? Stunden/Tage dauern. Möchten Sie noch einen letzen Blick auf ihren Angehörigen werfen?

Es sind zwei Bedenken: zum einen ist es die zeitliche Verzögerung, die ich als belastend empfinde.
Zum anderen kann es auch eine Belastung für die Angehörigen sein, wenn der nun Tote noch genauso lebendig aussieht, genauso betreut wird wie davor, nur eben das ein Bildschirm flat ist. Im Hinterkopf schwebt der Begriff ausweiden und die Frage ob man den Sarg offen lassen kann.

Vielleicht überdenke ich meine Befürchtungen, wenn ich keine älteren Angehörigen mehr habe. Aktuell steht für mich außer Frage, dass ich meine Mutter in eine solche Situation kommen lasse.


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 2 Monaten
Beiträge: 151
Themenstarter  

@presskoppweck Okay, gute und sehr valide Punkte, über die ich noch nicht nachgedacht hatte. Ich werde das mit meinen Eltern und meiner Frau besprechen, und meine Entscheidung auch von ihren Gedanken dazu abhängig machen. Danke!


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Frau B aus N
(@fraubausn)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 2 Monaten
Beiträge: 105
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Was mich noch interessieren würde: wie halten es eigentlich die Weltreligionen mit dem Thema? Mangels Verfügbarkeit zum damaligen Zeitpunkt wird es ja weder in der Bibel noch im Koran noch in den anderen heiligen Schriften etwas dazu geben - man kann natürlich die Abschnitte zu Nächstenliebe entsprechend interpretieren, wahrscheinlich auch viele andere?

Der irdische Tod (des sterblichen Leibes) ist für Menschen, die zu Jesus gehören, nichts, was sie fürchten oder totschweigen. Deshalb wurde in unserer Familie immer offen darüber gesprochen. Seit ich 15, 16 war, hat mein Vater mir bspw. gezeigt, wo alle wichtigen Unterlagen sind, für den Fall, dass er und meine Mutter nicht mehr entscheiden können oder sterben. Später erhielt ich eine notarielle Vollmacht meiner Eltern, in der nicht nur wirtschaftliche Entscheidungen, sondern auch medizinische Wünsche auf der letzten Wegstrecke thematisiert waren.

Was die Organspende angeht, erzählt meine Schwester uns seit Jahrzehnten "schlachtet mich aus", wir wissen also alle, was sie für sich entschieden hat.

Ich selbst habe offen kommuniziert, dass ich keine Organspenderin bin. Das liegt nicht daran, dass ich anderen nicht mit Organen helfen wollen würde, sondern daran, dass ich eine andere Auffassung von Sterben und Tod habe als die Medizin ("hirntot"). Wann meine Zeit gekommen ist, bestimmt Gott, und ich bin davon überzeugt, dass Jesus mich persönlich abholt, wenn es soweit ist. Ich möchte mich nicht ans Leben klammern und meiner Familie nicht zumuten, die Einstellung von sogenannten "lebenserhaltenden" Maßnahmen zu veranlassen. Die sind aber für die Organentnahme nötig und alleine aus diesem Grunde lehne ich die Organspende für mich ab.

Ich habe diese Patientenvorsorge ausgefüllt und aktualisiere sie regelmäßig: https://www.ekd.de/Christliche-Patientenvorsorge-15454.htm

Nicht alles, was machbar ist, sollte auch gemacht werden.

 

O Gott, lass deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein!
Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn;
sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks
und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks.

Letzter Vers eines meiner Lieblingslieder (Wie groß ist des Allmächt'gen Güte) von Christian Fürchtegott Gellert.


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