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Frage Was ist der Sinn im Leben? Oder: Was macht das Leben noch lebenswert?


Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Internationaler Meister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 903
Themenstarter  

Ab und an findet man im Internet Erfahrungsberichte von Menschen, die einen wirklich schockieren und betroffen zurück lassen. Einen solchen habe ich dieser Tage gefunden und teile ihn hier mit euch. Vielleicht können wir langfristig in diesem Thread unsere Ansichten zu dem Thema "Was ist der Sinn im Leben" zusammen tragen.

Dem ein oder anderen hilft das sicher, der im Laufe der Jahre unseren Thread findet.

 

 

Hier die Erfahrung:

Ich stelle diese Frage, weil es vielen wohl tag täglich heutzutage durch den Kopf geht.

Kurz über mich stichpunktartig.

- Anfang 30.

- Geschieden

- Insolvent

- 2 Kinder (erstes Kind sehe ich aus diversen Gründen nicht mehr, Mutter ist unter anderem Zeugen Jehovas beigetreten)

- Jobverlust durch physische Erkrankung, 2 Facher Bandscheibenvorfall (bzw. Skoliose ) und kann meinen Job nicht weiter ausüben.

Ich habe dazu Bereits 2019 einen Antrag auf Teilhabe am arbeitsleben gestellt, woraus ein Rechtsstreit wurde, den das Arbeitsamt mittlerweile verloren hat sich aber die entgültigen details (Schadensersatz etc.) erst im Oktober klären.

Und nun bin ich seit 2 Monaten arbeitslos gemeldet, weil es irgendwann kein zweck mehr hatte weiter zu machen auf grund der gesundheitlichen Einschränkungen.

- Außerdem keinen Kontakt mehr zu Meiner Familie

Großeltern bereits verstorben, Bruder teilt absolut kein interesse am Leben, Mutter wohnt circa 100km entfernt und bringt kein wirkliches interesse und schreibt maximal Wöchentlich am Sonntag "schönen Sonntag" Sie ist allerdings auch nicht Mobil mit PKW und ich nehme ihr es nicht übel.

- Vater als ich circa 3 jahre war weg gewesen, da er starker alkoholiker war und gewaltätig und seitdem nie wieder gesehen. Nun verstorben knapp 30 jahre später und ich soll für die Bestattung aufkommen (circa 4000€) Wobei Antrag vom Sozialamt wegen kostenübernahme schon durch war.

Er war und ist für mich immer eine Fremde person gewesen. ich Wusste weder wie er aussah, wie und wo er wohnte und was er sonst gemacht hat.

- Aktuell bin ich alleinstehend und bin seit einigen Monaten dazu gezwungen in einer WG zu leben, da in meinem Umkreis 1 Zimmer Wohnungen mittlerweile 700€+ warm kosten und man mit ALG 1 keine möglichkeit hat diese überhaupt beziehen zu dürfen.

- Durch diese ganzen Situationen wurde ich über die Jahre auch mental krank und habe und hatte regelmäßig Therapien bzw. Arztbesuche.

- Ich rauche nicht und Trinke nicht oder nimm sonstige Drogen, dass einzige ist hin und wieder schlaf medikamente.

(ich bin gerne möglichst oft bei klarem Verstand)

- Der richtige Freundeskreis ist leider auch fast nicht mehr existent, da ich von meiner Heimatstadt mittlerweile auch weiter weg wohne und selbst nicht mobil bin, habe allerdings einige Onlinekontakte auch über Jahre und bin an sich auch eher Kontaktfreudig.

Das einzige was ich noch aktuell Positives sagen kann ist, dass ich mein Zweites Kind regelmäßig sehen kann und das auch gerne mache.

 

Jetzt kommen mit sicherheit Sachen wie "Man könnte Hobbies, Sport etc. machen" was ich tatsächlich auch alles schon mache.

Ich Fahre täglich Rad (da ich mit meinem Rücken leider auf einiges verzichten muss)

Vereine und co. bzw. viele aktivitäten musste man dank Corona ja leider drauf verzichten. Generell läuft es bei vielen Dingen (Schützenvereine und co.) auch darauf hinaus, dass die leute sich betrinken woran ich kein Interesse habe (Allein, da mein Vater durch Leberversagen und Alkoholismus verstorben ist)

Wie viele andere Leute spiele ich auch Onlinegames mit anderen oder bin auf Seiten wie Reddit unterwegs (wobei ich anderen Sozialmedias mittlerweile entsagt habe)

 

Aber um alles mal runter zu brechen, was ist das denn für ein Leben ... aktuell wirkt alles wie ein Gefängnis auf mich, da man ohne große finanzelle Mittel ohnehin sehr eingeschränkt ist in dem was man tut.

Ich bin eigentlich immer schon eher Optimistisch eingestellt gewesen, aber es ist schade zu sehen, dass es Politisch, Wirtschaftlich und Gesellschaftlich immer mehr bergab geht und ich mir immer öfters die Frage stelle ... "Warum das ganze noch"?

"Klar für mein Kind" aber was hat ein Kind, denn von einem sowohl physischen und mentalen Wrack. Ist es nicht eher sogar schädlicher als in einem Gesunden umfeld groß zu werden? Bin ich eine art Dummy der noch gebraucht wird bis die Kinder Groß sind und dann kann ich gehen?

Man brauch sich generell nur mal die Online Welt anschauen, jeder lebt in seiner Bubble und möchte nichts was nicht seiner Meinung entspricht hören oder sehen und alles und jeder hasst sich immer mehr gegenseitig. (Grade rein Deutsche Communitys sind oft sehr Toxic untereinander)

Geprägt durch eine Streaming Kultur wird auch noch vorgelebt, dass so ein "Scheinleben" erstrebenswert und echt ist und niemand mehr mit Kritik um zu gehen lernt, da alles und jedes "negative" direkt gebannt und gelöscht wird.

Politisch gesehen seht ihr es tag täglich, die Leute leiden und streiten sich untereinander aufgrund der umstände zu denen es mittlerweile gekommen ist durch unsere Regierung (Weltweit gesehen sieht es tendenziell fast in keinem Land der Welt für die generelle bevölkerung mehr sehr Rosig aus)

Wirtschaftlich gesehen ist früher oder später bald nichts mehr bezahlbar und das wird sich tendenziell auch nicht so einfach ändern lassen.

 

Was könnt ihr mir bitte sagen macht es noch Lebenswert zu leben? ... wenn man quasi absolut nichts hat ...

Das traurige daran ist wohl, dass ich zugeben müsste das eine Summe X finanzell an meiner Lebensituation wohl massiv etwas ändern würde.

Aber runter gebrochen bestätigt das nur das Geld wichtiger ist als das eigentliche Leben.

 

Ich danke für die Aufmerksamkeit.


Zitat
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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 508
 

Uff, das ist bitter, und deprimierend zu lesen.

Es bestätigt für mich das Bonmot „Kein Geld macht auch nicht glücklich.“, und tatsächlich ist ja bis zu einem gewissen Einkommen nachgewiesen, dass mehr Geld mehr Glück bedeutet.

Ich wüsste ehrlich nicht, was ich ihm raten könnte. Ein „Befreiungsschlag“, um alles hinter sich zu lassen, was ihn runterzieht - ein kompletter Neuanfang?

Ich denke, er könnte im Glauben einiges finden. Er sucht ja ganz offensichtlich.

Solche Schilderungen rücken für mich vieles in ein anderes Licht, und machen mich dankbar und demütig.


AntwortZitat
Sebi
 Sebi
(@sebi)
Müsli Blackwater Premium Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Monaten
Beiträge: 10
 

Ganz ehrlich??? Klingt eher nach der klassischer Opferrolle, schwieriger Sozialstation und gedanklicher Abwärtsspirale und nicht nach optimistischer Denkweise.

Ich kann verstehen, dass eine gewisse Anzahl von "Treffern" seine Spuren hinterlässt, die Grundeinstellung klingt aber durch und durch depressiv.

Es gibt Menschen, die dafür anfälliger sind. Letztlich hat das meiner Meinung nach hauptsächlich mit dem eigenem Mindset zu tun. Mitleid hilft hier nicht, sondern verstärkt diese Situation noch. Resilienz kann man zumindest in kleinen Schritten lernen. Dafür ist aber eine stabile familiäre/ freundschaftliche Bindung und der innere Antrieb notwendig.

 


Presskoppweck und sayyes81 gefällt das
AntwortZitat
Darmstädter
(@darmstaedter)
Milkshake New in Town
Beigetreten: Vor 1 Monat
Beiträge: 2
 
Veröffentlicht von: @sebi

Ganz ehrlich??? Klingt eher nach der klassischer Opferrolle, schwieriger Sozialstation und gedanklicher Abwärtsspirale und nicht nach optimistischer Denkweise.

Ich kann verstehen, dass eine gewisse Anzahl von "Treffern" seine Spuren hinterlässt, die Grundeinstellung klingt aber durch und durch depressiv.

Es gibt Menschen, die dafür anfälliger sind. Letztlich hat das meiner Meinung nach hauptsächlich mit dem eigenem Mindset zu tun. Mitleid hilft hier nicht, sondern verstärkt diese Situation noch. Resilienz kann man zumindest in kleinen Schritten lernen. Dafür ist aber eine stabile familiäre/ freundschaftliche Bindung und der innere Antrieb notwendig.

 

Sorry, aber das ist totaler ***. Wie kannst du zu so einem Schluss kommen?

Auch wenn es anderen schlechter geht als ihm, hat er doch das Recht sich dreckig zu fühlen?

Zumal depressive Verstimmungen/Depressionen als Krankheiten anerkannt sind.

Das was Coachingvögel immer zu positivem Mindset schreiben, kann man nicht ernst nehmen. Vielen von ihnen haben in ihrem Leben nie am Hungertuch nagen müssen oder tun immer so, als hätten sie sich selbst hochgezogen.

Dazu braucht man auch Hilfe aus Freundschaften oder auch einer guten psychologischen Betreuung.

 

 


AntwortZitat
Sebi
 Sebi
(@sebi)
Müsli Blackwater Premium Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Monaten
Beiträge: 10
 

@darmstaedter 

Natürlich ist das Fallbeispiel hier mindestens eine depressive Episode und selbstverständlich braucht dieser Mensch Hilfe. Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass Depressionen als Krankheitsbild anerkannt sind und das ist auch gut so. Das dieser Mensch den Sinn des Lebens hinterfragt ist nachvollziehbar, allerdings verbirgt sich hinter der Frage nach dem Sinn des Lebens hier eher ein Hilferuf als eine Suche nach der richtigen Antwort.

Daher taugt das Fallbeispiel als Aufmachung für diesen Thread nicht wirklich. Das ist auch der Grund, warum ich mich zu dieser Antwort hinreißen ließ.

Weißt Du: ich kenne viele Menschen, die sich auf der Sonnenseite des Lebens befinden aber auch mehr als genug Menschen die sich auf der vermeintlichen Schattenseite des Lebens befinden. Bis auf wenige Ausnahmen (und damit meine ich die wirklich Depressiven) vereint Letztere die Tatsache, dass Sie sich selbst nicht ausreichend hinterfragen und die Verantwortung für alles Mögliche den äußeren Umständen oder besser noch den Anderen zuschreiben. Am Ende landen die Meisten in Ihrer eigenen Blase und zerfließen im Selbstmitleid. Stattdessen könnte man sich die Frage stellen: was tue ich denn selbst dafür, dass es mir besser geht? Freundschaften/ Familien sind kein Selbstläufer und ich muss sie in guten Zeiten pflegen, um in schlechten Zeiten aufgegangen zu werden. Das Konsumhamsterrad ist Jedem in dieser Community ein Begriff. Wenn der Job den ich mache um das Alles zu finanzieren doch so beschissen ist, wird es Zeit aktiv eine Veränderung herbeizuführen. Das ist sicher manchmal unbequem, aber es stärkt das Selbstbewusstsein.

Ich persönlich treffe Entscheidungen meistens sehr bewusst und lebe mit den Konsequenzen, wenn es die falsche Entscheidung war. Wenn ich merke, dass sich etwas in die falsche Richtung entwickelt, werde ich aktiv und versuche das Ruder irgendwie rum zu reißen. Dabei werden rote Linien gezogen, die ich keinesfalls überschreite und das kommuniziere ich dann auch so.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

Mein Eltern waren frühzeitig getrennt, mein Vater hoch verschuldet an seinem Lebensende. Meine Mutter war als Alleinerziehende damit beschäftigt für mich und meine Geschwister den Lebensunterhalt zu verdienen. Da ist die Selbstpflege oft viel zu kurz gekommen, was später nach dem Ende der "Nestpflege" eine gähnende Leere hinterließ. Heute ist alles gut, aber das war ein Prozess, der viele Jahre gedauert hat. Ich will damit zum Ausdruck bringen, dass die Entwicklung meines eigenen Mindsets eben auch kein Selbstläufer war, sondern ein langjähriger und vielschichtiger Prozess.

Und nein, das Wort Mindset habe ich nicht von irgendwelchen Coachingvögeln, mir fiel einfach kein besseres Wort ein. Innerer Antrieb oder Einstellung trifft es möglicherweise besser.

Um das eigentliche Thema noch einmal aufzugreifen:

Diese Blog allein gibt mit seinen Artikeln so viele gute Gedankenanstöße, dass ich mir weiter ausführende Erklärungen erspare.


 


Dave094, mrsblackwater, Airnesto und 1 weiteren Personen gefällt das
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