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Forex / FX Risikomanagement

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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1018
Themenstarter  

The market, as the well known economist John Maynard Keynes, said, "can stay irrational far longer that you can remain solvent." 

Weil das in der jetzigen Zeit immer weniger verstanden wird und immer mehr Menschen von Aktienhype infiziert sind, gibt es nun diesen Thread. Warum unter FX/Forex?

Einzelaktien zu traden macht aus meiner Sicht gar keinen Sinn. Schlechte Handelszeiten, zu wenig Liquidität, in Deutschland zu viel Papierkram. Daher trade ich nur FX, Aktien kaufe ich nur in Form von ETFs.

 

 

Hier ein recht alter Artikel vom Bankhaus Rott. Er wurde vor dem letzten Crash geschrieben. Wie erfahrene Anleger aber wissen, verliert sowas nie an Aktualität. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und auch wenn es oft geglaubt wird: Nein, dieses Mal ist nicht ALLES anders. Nur ein paar Dinge. Grundlegendes bleibt:

 

von Bankhaus Rott

Der langjährige Bullenmarkt und die deutlichen Trends in vielen Märkten ziehen Trader an wie ein Magnet. Die meisten Neulinge suchen ihr Heil in perfektem Timing. Was meistens unterschätzt wird ist die Bedeutung der richtigen Positionsgröße. Ein kleiner Fehler beim Moneymanagement führt  auch bei eigentlich profitablen Ansätzen unweigerlich in den Ruin…

Neben vielen professionellen und semi-professionellen Händlern, die eher ruhig und für sich arbeiten, gibt es in der Branche nicht wenige Schaumschläger. Je mehr Schaum es gibt, desto mehr Exemplare dieser Spezies lassen sich in der freien Wildbahn sichten. 

Im Bullenmarkt gibt es bekanntermaßen reichlich Schaum. Man bietet Handelssysteme feil und verkauft mittels oft nicht nachvollziehbarer „Musterdepots“ oder – komplett bizarr – mit „echten Backtestdaten“ Signale oder Modell an unbedarfte Kunden. Während die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, beginnt für viele Anleger schon mit der Überweisung der Gebühren der langsame finanzielle Tod des eigenen Depots.

Wer sich der Aufgabe verschreibt, einen eigenen konsistenten Handelsansatz zu konstruieren, muss wissen worauf er sich einlässt. Viele Trader, oder solche die es werden wollen, bauen nach schlechten Erfahrungen mit gekaufter Software oder mit heißen Tipps (immer eine schlechte Idee) ihre eigenen Systeme. Dagegen spricht nichts, ganz im Gegenteil. Allein die Konstruktion von Systemen, wenn sie ernsthaft und vor allem nüchtern betrieben wird, kann Menschen eine Menge Wissen über Märkte vermitteln. Finanziell betrachtet lehrt die Arbeit in erster Linie Demut vor der Aufgabe, konsistent profitabel an den Finanzmärkten zu handeln.

Ist das Modell entwickelt, beziehungsweise hat der Trader seinen Handelsansatz stringent formuliert, folgt die Umsetzung. Dieser Realitätscheck ist arbeitsintensiv und gerade mental nicht einfach. Entspricht das Verhalten dem erwarteten Verhalten? Wurden Parameter wie die Handelbarkeit von Kursen korrekt eingeschätzt oder hat man zum Beispiel die Slippage, die Differenz zwischen erwarteten und realisierten Preisen, unterschätzt? Die Entwicklung eines eigenen Ansatzes ist harte Arbeit und das Eingeständnis eigener Fehler und der Wille zur Verbesserung unabdingbar.

Zu Ein- und Ausstiegssignalen gibt es mittlerweile so viele Bücher, dass man Jahre damit verbringen könnte, all diese Werke zu lesen. Zum wichtigsten Punkt aber gibt es vergleichsweise wenig Literatur. Das Moneymanagement, das sich vereinfacht gesagt mit der Frage beschäftigt, wieviel des vorhandenen Kapitals ein Trader pro Trade einsetzen sollte ist in den Bücherregalen unterrepräsentiert. 

Einige Bücher enthalten natürlich ein Kapitel zu dieser Thematik. Ginge es nach der Bedeutung, dann wäre es meistens sinnvoller, wenn sich die Autoren bei  einem Buch mit zehn Kapiteln nur in einem mit Ein- und Ausstiegssignalen und in den verbleibenden neun mit diesem Thema befassen würden. 

Offenbar ist es aber nicht sonderlich sexy, wenn jemand von der Bestimmung seiner Positionsgrößen erzählt. Es scheint spannender zu sein, wenn man davon schwadroniert, auf Grund welcher Signale man die 100 Schweinebauch-Futures gekauft hat.

Das bemerkenswerte an der Positionsgröße ist jedoch, dass ein Fehler bei ihrer Bestimmung aus einem an sich profitablen System problemlos eine zuverlässige Geldvernichtungsmaschine machen kann.

Ein Beispiel. Jemand startet mit 100 Euro und setzt auf einen Münzwurf. Die Münze ist fair, das heißt die Wahrscheinlichkeit für Kopf oder Zahl ist bei jedem Wurf jeweils 50%. Der Trader erhält bei Kopfdas 1,2-fache seines Einsatzes. Bei Zahl verliert er seinen Einsatz. Die Münze wird eintausendmal geworfen. Diese Wette bietet aus gutem Grund niemand an, sie ist für jeden Trader ein Traum. Mit schlechtem Moneymanagement aber lässt sich auch dieser Traum sehr einfach zum Albtraum machen… (Seite 2)

 

Anmerkung: Die Seite gibt es leider nicht mehr und die Tabelle auch nicht, aber der Inhalt stimmt natürlich.

 

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Tradingkapitals in Abhängigkeit von der Positionsgröße über 1000 simulierte Münzwürfe. Die Prozentwerte in der Legende geben die Paramter zur Bestimmung der Positionsgröße an, sie bezieht sich auf den jeweils aktuellen Stand des Kapitals (fixed fraction bet). 

Die Zahl 2,5% bedeutet also, bei jedem Wurf wird 2,5% des vorhandenen Kapitals riskiert. Die Daten wurden mit Zufallsdaten errechnet, die die Ergebnisse des Münzwurfs repräsentieren.

 

Viele Menschen sind überrascht, wenn sie sehen, wie selbst bei einer Positionsgröße von 10% des Kapitals trotz eines profitablen Ansatzes der Weg in den Ruin führt. Gefährlich ist vor allem die Verführungskraft natürlich immer möglicher hoher Gewinne zu Beginn der Umsetzung, wie sie auch der Chart oben zeigt. Wie im echten Leben kann auch in der Simulation fünf Mal „Kopf“ hintereinander kommen. 

Bei großen Wetten führt dies zu enormen Gewinnserien, die sich jedoch im Lauf der Zeit in Luft auflösen. (KOMMT UNS DAS BEKANNT VOR?)

Bei einer Verdreifachung des Kapitals fällt es vielen Menschen vermutlich schwer, ihren Ansatz und ihr Risikomanagement zu hinterfragen. Alternativ kann man natürlich auch direkt abstürzen. Jeder darf für sich selbst entscheiden, welche Art des finanziellen Selbstmords ihm lieber ist. Wir bleiben lieber bei der vernünftigen Positionsgröße.

Das richtige Moneymanagement ist abhängig von der Kenntnis der wichtigsten Risikoparameter des eigenen Systems. Wie anderswo gilt auch hier: Garbage in, garbage out. 

Ohne saubere Kennzahlen lässt sich auch die korrekte Positionsgröße nicht bestimmen. Neben der notwendigen Disziplin und der natürlich ebenfalls unverzichtbaren grundsätzlichen Profitabilität des Handelsansatzes ist das Money Management das Fundament gewinnbringenden Handelns. Zuviel Risiko mag kurzfristig für enorme Gewinne sorgen, langfristig ist es der sichere Weg in die Pleite. Wer dies einsieht ist auf dem besten Weg, das Trading als das zu sehen, was es ist: Ein Geschäft.

Gute Geschichten für die nächste Party holt man sich besser nicht am Finanzmarkt sondern an anderen Orten, das ist wesentlich kostengünstiger. In jedem Fall ist es besser langsam Geld zu verdienen als sich schnell oder langsam zu ruinieren.

 

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Dazu sage ich nur: AMEN. Auch wenn ich weiss, dass wir hier in der Community noch in Jahren für Newbies darüber schreiben werden und das auch gerne tun.

 

 

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Rechtlicher Hinweis:

Die Webseite mit diesem Text gibt es nicht mehr. Der Text ist als Zitat angegeben. Wenn Sie/Du Inhaber dieses Textes bist und mit diesem Zitat nicht einverstanden bist, dann wende dich bitte direkt an uns HIER.


Ex-Discordler, max und Frau B aus N gefällt das
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Frau B aus N
(@fraubausn)
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Veröffentlicht von: @deepblackforest

 Hier ein recht alter Artikel vom Bankhaus Rott.

[...]

Anmerkung: Die Seite gibt es leider nicht mehr und die Tabelle auch nicht, aber der Inhalt stimmt natürlich.

 

Vielleicht unter http://www.archive.org? Du hast leider die Quell-URL nicht angegeben, so konnte ich nicht nachschauen.

(Sei vorsichtig mit so langen Abschnitten fremder Texte, ich denke, das fällt nicht mehr unter das Zitatrecht.)


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
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@fraubausn Ich hatte den Artikel gespeichert und leider den Link nicht mehr. Aber die hiessen Root & Meyer oder so ähnlich. War ein Uralt Blog, den ich ganz gut fand.

Der heutige Link: https://www.rottmeyer.de

Der sehr umfangreiche Blog ist leider weg, statt dessen Goldverkauf - wie so oft. 🙁


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Frau B aus N
(@fraubausn)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
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Veröffentlicht von: @deepblackforest

leider den Link nicht mehr.

Das ist schade, denn unter archive.org in der Waybackmachine ist das Blog noch zu finden.


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1018
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@fraubausn hab doch noch was: 

https://www.rottmeyer.de/gute-ideen-und-schlechte-umsetzungen/2/

 

Das sollte der alte Link sein.


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Frau B aus N
(@fraubausn)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
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Na, damit lässt sich das ja finden: https://web.archive.org/web/20150423233826/http://www.rottmeyer.de/gute-ideen-und-schlechte-umsetzungen/

Die Tabelle (war ein png) ist allerdings leider nicht mit gesichert worden.


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1018
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@fraubausn Das war ein stellenweise richtig guter Blog. Ich habe noch ein paar Artikel davon und stelle sie in das Forum ein.


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habanero1979
(@habanero1979)
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Veröffentlicht von: @fraubausn

(Sei vorsichtig mit so langen Abschnitten fremder Texte, ich denke, das fällt nicht mehr unter das Zitatrecht.)

@deepblackforest

Nur mal ganz naiv gefragt: Schützt dich der Firmensitz der Blackwater Ltd. nicht gerade vor der ständigen Angst wegen irgendwelcher Lapalien abgemahnt zu werden?


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Blackwater
(@deepblackforest)
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Beiträge: 1018
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@habanero1979 Ja das schon 😉 Und es ist noch etwas komplexer als nur die Ltd. , weil mir mein Schlaf sehr wichtig ist.  😉

Aber ich benutze das nicht um Rechtsverstösse zu begehen, daher passe ich da allgemein schon auf.


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habanero1979
(@habanero1979)
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Beiträge: 540
 

@deepblackforest

Das ist doch klar, hier ensteht bestimmt keine neue Warez-Seite. 🤣

Aber so musst du nicht ständig Angst vor irgendwelchem Kleinkram haben, der regelrecht aus Boshaftigkeit oder Gier abgemahnt wird.


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Frau B aus N
(@fraubausn)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
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Give credit where credit is due.


max und Blackwater gefällt das
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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
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@habanero1979 Darum geht es. Ich kenne eine Menge dieser Fälle und halte das für massiven Missbrauch. Für mich ist das deutsche Abmahnwesen parasitär.

Gerade in der heutigen globalisierten Welt kann man aber mit einem kaskadenartigen globalen Firmenkonstrukt sehr gut absichern und es würde über 100.000,00 USD nur an Kaution kosten, um hier überhaupt mal ein Verfahren anzustrengen. Die Wahl des Rechtsraumes ist heute eine gute Steuerungsmöglichkeit.

Wichtig finde ich aber auch, dass man Freiheit nicht missbraucht. Und darauf achte ich sehr. Daher hat @fraubausn natürlich auch recht.

Wenn sich jemand an mich wendet, wegen einem echten oder vermeintlichen Rechtsverstoss, bin ich so kulant und entgegenkommend wie immer. Aber für Parasiten wird es ungemütlich.


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Frau B aus N
(@fraubausn)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
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Beiträge: 511
 

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du die Originalquelle jeweils verlinkst oder angibst. Dann kann man selbst nachlesen. Im Nachbarthread mit Texten von Bill Bonner würde ich bspw. gerne das englische Original lesen, weil die Übersetzung, ähm, nicht so gelungen ist.


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1018
Themenstarter  

@fraubausn Wenn ich die hätte, hätte ich sie angegeben bzw. einfach nur den Link gesetzt. Leider war das alles auf der abgeschalteten Seite. Die Artikel hatte ich mir damals einfach nur gespeichert.


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1018
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Bill Bonner wurde von denen damals auch nur einfach übersetzt und zitiert. Bill Bonner selbst hat ja einiges im Internet veröffentlicht. Seine Einblicke sind recht interessant.


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