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Leserfrage Muss es denn immer Vanguard sein?

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Vanguard ist hier und anderswo der immer empfohlene ETF. Muss es der sein? Kann es auch ein anderer sein?

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Hallo Blackwater, 

ich hoffe es ist ok wenn ich meine Frage hier stelle, da sie sich auch auf den Vanguard bezieht. 

Kannst du bitte mal deine Meinung zu Schwellenländern äußern? Sollte man diese im Depot haben und daher den All-World von Vanguard einem MSCI World vorziehen wenn man nur einen ETF haben möchte?

Oder ist es, wie ein mittlerweile nicht mehr unabhängiger Finanzblogger früher gerne sagte "egal"  

 

Vorab vielen Dank.

LG Leon

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Nein, es kann auch ein anderer Anbieter sein. Wichtig ist, dass global diversifiziert investiert wird. Hier bietet sich einfach der MSCI World als Referenz an. Ein weiterer Punkt ist die physische Abbildung, die Aktien sind also wirklich vorhanden und der MSCI World wird nicht synthetisch per Swap nachgebildet (das kann in einer Finanzkrise problematisch werden).

Auf die Kosten sollte man schauen, war der Vanguard All-World mit seinen 0,22% p.A. immer eine gute Referenz.

 

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Eine Ergänzung aus der aktuellen FAZ. (danke an den Hinweisgeber 😉 )

 

Mit dem Vanguard All-World wird umgeht man die Problematik ein Stück weit. Wobei ich immer wieder sagen muss, ist es wirklich eine Problematik? S&P500 Unternehmen und der USD dominieren die Weltwirtschaft. Wenn es dort nicht läuft, soll es in Europa laufen? Naja...

Europa nicht vergessen? Derzeit kann man Europa wohl definitiv vergessen. Und ein Europa dass stark ist wenn die USA schwach ist gab es meines Wissens nach noch nicht.

Wie gesagt, Quelle ist die FAZ. Sind halt Schreiberlinge.

 

 

2022 ist ein schwieriges Börsenjahr. Ist es da klug, weiter auf den beliebten Weltaktienindex zu setzen?  

Kein Börsenbarometer hat in den vergangenen Jahren eine solche Erfolgsgeschichte erlebt wie der MSCI World. Der Index ist zwar noch immer nicht so bekannt wie der deutsche Dax oder der amerikanische Dow Jones. Doch gerade viele junge Anleger haben ihn unlängst für sich entdeckt. Das hat damit zu tun, dass er das zu verkörpern scheint, wonach die Anleger suchen: Er setzt auf rund 1500 Aktien aus insgesamt 23 Staaten und sorgt so dafür, dass sich das Geld der Anleger über die Welt verteilt. Das macht aus dem Index streng genommen zwar keinen waschechten Weltaktienindex, weil er beispielsweise Schwellenländer außen vor lässt. Aber der MSCI World kommt dem Idealbild schon recht nahe.

In diesem Jahr allerdings muss der Index sein erste große Bewährungsprobe seit vielen Jahren bestehen. Der Krieg gegen die Ukraine, die Inflation und wirtschaftliche Sorgen beschäftigen die Börsen. Seit Jahresanfang hat der MSCI World zwölf Prozent an Wert verloren: Das ist zwar immer noch besser als beispielsweise der Dax, aber dennoch ein Verlust, wie er seit Jahren nicht vorgekommen ist. Anlass genug also für einen Krisencheck. Ist ein Investment in den MSCI World, das die F.A.S. oft empfohlen hat, nach wie vor sinnvoll?

Die kurze Antwort lautet „Ja“. Aber ­selten galt es dabei so viel abzuwägen wie derzeit.

Üblicherweise kaufen sich Anleger, die auf den MSCI World setzen wollen, einen ETF. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Fund (börsengehandelter Indexfonds). Ein solcher Indexfonds bildet die Wertentwicklung des MSCI World eins zu eins nach. Gewinnt der Index beispielsweise zwei Prozent an Wert, legt auch der ETF um zwei Prozent zu. ETFs auf den MSCI World haben viele Fondsgesellschaften im Angebot. Anleger können zum Beispiel den „iShares Core MSCI World“ (ISIN: IE00B4L5Y983) nehmen oder den „Xtrackers MSCI World“ (ISIN: LU0274208692).

Die Abhängigkeit von Amerika

Schauen sie nun auf die Wertentwicklung, fällt zwar als Allererstes das Minus seit Jahresanfang auf. Aber eben auch, dass sich der Index im Juli schon wieder deutlich erholt hat. Das Plus betrug acht Prozent. Das hat damit zu tun, dass der MSCI World zwar auf Aktien aus 23 Ländern setzt, aber am Ende vor allem die Aktien eines Landes dominieren – der Anteil amerikanischer Aktien am Index beträgt rund 70 Prozent. Dies kann man für gerechtfertigt halten, schließlich ist der amerikanische Aktienmarkt der größte und wichtigste der Welt. „Doch echte Streuung sieht anders aus, die Abhängigkeit von Amerika ist enorm“, sagt Ali Masarwah, Analyst der Fondsplattform Envestor.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Sowohl die kurzfristig gute Wertentwicklung im Juli als auch das längerfristig überzeugende Plus des MSCI World von 33 Prozent in den vergangenen drei Jahren haben mit einer besonderen Eigenschaft des amerikanischen Aktienmarktes zu tun: Er ist nicht nur für Investoren aus der ganzen Welt von Interesse. Sondern es ist jener Markt, auf dem die Anleger als Erstes wieder aktiv werden, wenn die Börsen sich nach einem Schock etwas erholen, so wie derzeit. Denn den Dollarraum sehen viele Anleger immer noch als sichersten Zufluchtsort für ihr Kapital an. Momentan kommt auch noch ein geopolitisches Argument hinzu: Die USA sind deutlich weniger von den Folgen des Kriegs gegen die Ukraine betroffen als die Europäer. Das stärkt amerikanische Aktien und damit auch den MSCI World mit seinem hohen Amerikagewicht.

Allerdings ist es kein Naturgesetz, dass amerikanische Aktien sich stets besser entwickeln werden als der Rest der Welt. „Nur weil es in der Vergangenheit meist der Fall war, muss dies nicht in Zukunft so bleiben“, sagt Fondsanalyst Masarwah.

Automatischer Anpassungsmechanismus

Allerdings kommt dem Index zugute, dass er für solche Fälle über eine Art automatischen Anpassungsmechanismus verfügt. Wie alle wichtigen Börsenbarometer folgt der MSCI World nämlich dem Prinzip der Marktkapitalisierung. Das heißt: Je erfolgreicher die Kursentwicklung eines Unternehmens und je höher die Zahl seiner frei handelbaren Aktien, umso größer ist dessen Gewicht im Index. Seit Langem ist darum die Aktie des iPhone-Herstellers Apple die wichtigste Einzelaktie im MSCI World, ihr Anteil beträgt derzeit fünf Prozent. Auf den Plätzen folgen weitere amerikanische Technologieaktien wie der Softwarekonzern Microsoft (aktueller Anteil: 3,8 Prozent) und der Onlinehändler Amazon (aktueller Anteil: 2,3 Prozent).

Der Index bildet damit letztlich nur die jahrelange Dominanz dieser Konzerne an der Börse ab. Allerdings haben die jüngsten Entwicklungen an den Aktienmärkten auch zu interessanten Veränderungen geführt. So gehört nun wieder der Ölkonzern Exxon Mobil zu den zehn Aktiengesellschaften mit dem größten Gewicht im MSCI World. Der Grund: Die Aktie hat enorm vom hohen Anstieg der Energiepreise in diesem Jahr profitiert. Neu unter den ersten zehn ist auch die Aktie des Pharmakonzerns United Health Group. Der Kurs notiert auf einem Rekordhoch. Der wichtige Krankenversicherer profitiert beispielsweise von den Vorhaben der Regierung von Joe Biden, mehr Amerikanern Zugang zu einer Krankenversicherung zu verschaffen. Die Beispiele zeigen: Dank des Konstruktionsprinzips des Index brauchen Anleger nicht zu fürchten, plötzlich mit einem Depot von gestern dazustehen.

Es ließe sich einwenden, dass selbst wichtige Schwellenländer wie China im klassischen MSCI World fehlen. Dies lässt sich mit einer Variante des Index umgehen, der zusätzlich 24 Schwellenländer miteinbezieht. Die Rede ist vom MSCI All Country World. Doch wie sinnvoll diese Alternative ist, ist zu diskutieren. Schwanken die Kurse in vielen Schwellenländern doch viel stärker, gerade China ist hierfür ein abschreckendes Beispiel. „Die starke wirtschaftliche Entwicklung vieler Schwellenländer hat sich nie eins zu eins auf deren Aktienmärkte übertragen“, sagt Envestor-Analyst Masarwah. Das hat viele Ursachen, so zum Beispiel, dass viele Börsenschwergewichte in diesen Ländern Staatskonzerne sind, die selten zum Wohle ausländischer Aktionäre geführt werden. Man denke nur an Chinas Ölkonzern Petrochina oder Brasiliens Ölkonzern Petrobras. Ein anderer Grund ist auch, dass die Menschen in vielen Schwellenländern gerne die Produkte westlicher Konzerne kaufen wie beispielsweise Apples iPhone. Was zeigt: So betrachtet ist der ursprüngliche MSCI World, in dem eben viele dieser Konzerne enthalten sind, doch nicht die schlechteste Lösung für Anleger.

Europa nicht vergessen

Wie aber dem hohen Amerikagewicht des Index etwas entgegensetzen? Anleger könnten neben dem MSCI-World-ETF einen kleineren Teil ihres Geldes in einen Europa-ETF investieren. Damit können sie ausgleichen, dass Kontinentaleuropa im MSCI World derzeit keine große Rolle spielt. Sinnvoll dabei wäre es, einen Europa-ETF ohne Aktien aus Großbritannien zu nehmen, wie beispielsweise den „iShares MSCI Europe ex-UK“ (ISIN: IE00B14X4N27). Der Grund: Britische Aktien nehmen im MSCI World mit rund 4,5 Prozent nach Amerika und Japan den drittgrößten Anteil ein. Es ist also eine Überlegung wert, mit dem zweiten ETF eher Aktien aus anderen europäischen Ländern größeres Gewicht zu verleihen.

Fazit: Der MSCI World schlägt sich unter den derzeit schwierigen Börsenbedingungen nicht schlecht. Der Index hat Schwächen, die Anleger kennen sollten, taugt dennoch weiterhin als Basisinvestment. Die Erweiterung um einen zusätzlichen Europa-ETF kann aber klug sein. Denn Erfolgsgeschichten haben es manchmal so an sich, dass sie abrupter enden können, als einem lieb sein kann.

 

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ich hoffe es ist ok wenn ich meine Frage hier stelle, da sie sich auch auf den Vanguard bezieht. 

gar kein Problem, das passt doch gut zusammen. 🙂

Ich beantworte das mal so nachvollziehbar wie möglich. Natürlich ist das auch nur meine Meinung.

In welchem Szenario erwirtschaften denn die Schwellenländer eine passable Rendite, wenn die entwickelten Volkswirtschaften alle tiefrot sind?

Das ist jetzt vielleicht etwas platt ausgedrückt. Aber die Schwellenländer sind nach wie vor stark vom USD abhängig. Läuft es im Dollar-Raum nicht, fliessen Milliarden von Dollar aus den Schwellenländern ab und was dann passiert, haben wir bisher jedes Mal gesehen. Die Märkte dort implodieren regelrecht.

Die Schwellenländer können aber eine Outperformance liefern, wenn die Weltwirtschaft insgesamt läuft. Ob die dann aber die Einbrüche in "roten Phasen" übersteigt - eher weniger...

Ich bin ein großer Freund vom Vanguard All-World, aber im Prinzip kann man auch denn Vanguard Total World Stock ETF kaufen, wie er bei Yuh angeboten wird. Bislang ist es nicht so, dass die Schwellenländer wirklich notwenig sind. Die Weltwirtschaft ist mehr denn je USD abhängig und basiert auf dem entwickelten Kapitalmarkt der USA. Wohl auch einer der Gründe, warum Warren Buffet seiner Frau den S&P 500 empfiehlt. Viele sagen ja, damit hat man eigentlich die Welt gekauft. Und so abwegig ist das gar nicht mal.

Die 500 stärksten Unternehmen der USA mischen überall mit und verdienen global ihr Geld.

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