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Entnahme im Alter/ETF

Ich habe eine Frage bei den Kommentaren entdeckt, die ich gerne beantwortet bekommen würde.

Wenn man sein Vermögen mit ETFs aufbaut oder aufgebaut hat, was macht man dann beim Renteneintritt. Umschichten? Und in was? Was empfiehlst du in diesem Fall?

Ich habe den Kommentar auch dort beantwortet, hier ist er nochmals:

Die Frage kann man nicht sinnvoll allgemein beantworten. Es hängt sehr viel mit den eigenen Umständen und auch der Risikoneigung zusammen.

Beispielsweise gibt es Entnahmestrategien wie die 4% Regel. Viele folgen diesen Modellen, weil sie die letzten Jahre sehr populär auf Blogs angepriesen wurden. Aber dennoch besteht die Gefahr, dass sich so am Anfang der Rente das Vermögen sogar halbiert. Hält man das als Rentner dann aus und sagt, in spätestens 10 Jahren habe ich mein Geld ja wieder? Das bezweifle ich sehr.

Dieses Szenario gilt sowohl für Dividendenwerte als auch für eine Performance lastige Struktur. Früher war es möglich zu Lasten dieser Performance das Depot dann abzusichern mit Optionen. Im Private Banking hat man das auch getan. Das war dann die Ausfallversicherung. Dank Herrn Scholz ist das nicht mehr möglich. (Begrenzung Verlustvortrag auf 20K)

Eine individuelle Lösung heute ist aus meine Sicht die, dass man Risiken reduziert und nach dem Blackfolio Modell die Aktienquote zugunsten schwankungsärmerer Anlagen senkt. Meine Erfahrung zeigt mir einfach, dass für die meisten Menschen dies der bessere Weg sein wird. Dafür werde ich derzeit teilweise belächelt, da fallende Aktienkurse etwas sind, was viele Nachwuchsanleger nur aus Dokumentationen kennen.

Es wird oft vergessen, dass Aktien laut den meisten Empfehlungen nach WPHG einen Anlagehorizont von 7-10 Jahren haben. Das kommt daher, dass man bei einem Crash eben mit dieser Dauer rechnen muss, um wieder auf dem Einstand zu sein. Für Rentner bedeutet das bei nicht wenigen wohl den Herzinfarkt.

Hallo Bettenburg,

da kann ich Dir sehr die Artikelserie von Oliver empfehlen: https://frugalisten.de/von-den-zinsen-leben-entnahmestrategien/

Ganz unabhängig davon, ob Du dasselbe Ziel teilst (FIRE, financially independent, retire early), oder auf ein "normales" Rentenalter hinarbeitest, wird hier auf Deine Fragen sehr ausführlich eingegangen.

Ganz grob sage ich jetzt mal: Schon während der Sparphase sollte (Hintergründe werden in der Artikelserie gut erklärt) nicht das gesamte Vermögen in Aktien angelegt sein, sondern ganz nach individueller Risikoneigung ein größerer oder kleinerer Anteil in Anlageformen, die geringeren oder anderen Schwankungen als der Aktienmarkt unterliegen und Dir ermöglichen, auch längerfristige Durststrecken am Aktienmarkt durchzustehen, ohne in Verkaufspanik zu verfallen.

Beginnst Du nun mit der Entnahme und Dein Aktiendepot (ich gehe davon aus, Du meinst mit "ETF" Aktien-ETF; es gibt ja durchaus auch Rohstoff-ETF oder Immobilien-ETF usw.) ist grade durch einen heftigen Einbruch niedrig bewertet, dann entnimmst Du zunächst aus Deinem Sicherheitsanteil das Geld, das Du brauchst. Gerade, wenn Du schon während der Sparphase ein diszipliniertes Rebalancing betrieben hast, wäre ja ohnehin ein Abbau der Sicherheitskomponente "dran". In den letzten Monaten/Jahren vor geplantem Rentenbeginn wirst Du auch sicherlich nicht mehr so viel in Aktien-ETF neu investieren, sondern die Sparbeträge zum Beispiel auf dem Girokonto parken. Es wäre ja ziemlich sinnlos, die Sparbeiträge der letzten 3 Monate im Erwerbsleben noch in einen ETF (mit Kosten) reinzupressen, wenn man sie nach 4 Monaten schon wieder braucht. Auch ausgeschüttete Dividenden kannst Du dann "verbrauchen" statt sie wieder anzulegen.

Eine sehr fundierte Seite rund um Entnahmestrategien ist https://www.finanzen-erklaert.de/ Da gibt es inzwischen viele Artikel dazu. Da lohnt es sich mal durchzustöbern.

Blackwater hat auf diesen Beitrag reagiert.
Blackwater

Ja, ist eine gute Seite. Bitte passt allgemein mit den Links auf Drittseiten auf. Die Qualität soll schon passen. Bei manchen sieht es nur auf den ersten Blick gut aus, auf den zweiten Blick ist des dann doch Produktverkauf, heisse Luft etc. Aber die genannte Seite ist von jemand mit sehr guter fachlicher Ausbildung und einem Honoraransatz. Auch die Blogartikel sind wertig und inhaltlich richtig. Merci @protectorator

 

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Alfinator

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