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Unser DĂ€nemark

„Denmark is like a secret little place with its own special language.“

Helena Christensen

Das Jahr 2025 ist schon fast vorbei, so langsam kehrt Ruhe ein. Die letzten Jahre haben wir Blackwater’s öfters in DĂ€nemark ausklingen lassen. Und mit diesem Artikel wollen wir zum Jahresausklang einfach ein wenig DĂ€nemark mit euch teilen. Keine Politik, fast keine Religion und keine anstrengenden Gedanken. Sondern einfach nur das, was man in DĂ€nemark als „hygge“ bzw. „hyggelig“ bezeichnet. DĂ€nemark im Winter war viele Jahre ein Geheimtipp. Inzwischen hat sich das geĂ€ndert, was man leider auch an den Preisen fĂŒr StrandhĂ€user bemerkt, die frĂŒher im Dezember meist verlassen waren. So war es meistens so, dass Mrs. Blackwater und ich ein ganzes „Wikingerdorf“ fast fĂŒr uns alleine hatten. Inzwischen ist mehr los, wenn auch nicht so viel wie im Sommer. Und da die HĂ€user einzeln und weit verteilt stehen, ist es auch nicht weiter schlimm. DĂ€nemark ist ĂŒbrigens einer der wenigen Sozialstaaten mit einer Abgabenquote von etwas ĂŒber 50% den wir mögen. Warum? Weil hier kein Geld verschwendet wird, das Gesundheitssystem funktioniert und die Menschen nicht noch extra fĂŒr die Rente vorsorgen mĂŒssen, denn die Rente reicht. Das muss man sich einmal vorstellen. Ist schwer, wenn man in Deutschland des Jahres 2025 lebt. Und in DĂ€nemark ist eine sozialdemokratische Partei an der Regierung, die in Deutschland wohl als „voll Nazi“ gelten wĂŒrde, da sie fĂŒr alle DĂ€nen handelt, was ja eigentlich das Normalste der Welt fĂŒr eine Landesregierung sein sollte. Aber gut, ich hatte ja gesagt, heute gibt es keine Politik. Also, kommen wir zum Jahresausklang und kehren wir hyggemĂ€ssig gedanklich nach DĂ€nemark ein. Ein Nachbarstaat von Deutschland, der so gar nicht wie Deutschland ist. Ein modernes Land der GemĂŒtlichkeit mit Tradition und Geschichte, die von den DĂ€nen geliebt und gepflegt wird. Und ein funktionierender Sozialstaat. Und als NichtdĂ€ne, kann man daran einen Anteil haben. Zumindest im Urlaub.

Im öffentlichen Bereich unserer Community wird es auch ein paar Gedanken und Bilder zu DÀnemark geben:

Wir lieben das Meer. Auch die Nordsee ganz im Norden von DĂ€nemark, in NordjĂŒtland (Hinweis: Die Bilder in diesem Artikel sind alle von mir selbst gemacht).

Hygge

đŸ‡©đŸ‡°

KlĂ€ren wir zunĂ€chst einen der wichtigsten Bestandteile dĂ€nischer Kultur. Das Wort und den Geist hinter dem Begriff „hygge“. Was heisst „hygge“?

Hygge ist ein Kernbestandteil der dĂ€nischen Tradition und Lebensweise. Im Wesentlichen bedeutet es eine gemĂŒtliche, herzliche AtmosphĂ€re, in der man das Gute des Lebens zusammen mit lieben Leuten genießt. Das warme Licht der Kerzen ist Hygge. Freunde und Familie gehören auch zur Hygge. Hyggelig ist ein im đŸ‡©đŸ‡° DĂ€nischen und auch im 🇳🇮 Norwegischen hĂ€ufig verwendetes Adjektiv, das wörtlich „gemĂŒtlich“, „angenehm“, „nett“ und „gut“ bedeutet.

Die dĂ€nische Kultur ist eine Kultur der GemĂŒtlichkeit. Die DĂ€nen sind sehr fleissig, arbeiten viel und haben dadurch einen hohen Lebensstandard. Aber in der Freizeit machen sie es sich eben gemĂŒtlich, kuscheln sich irgendwo ein mit Freunden und Familie. Gerade im Winter (aber auch im Sommer). Der Charme DĂ€nemarks im Winter liegt tatsĂ€chlich in den vielen Lichtern in der kalten und dunklen Zeit, an dem Holzofen in den HĂ€usern und an dieser Ikeastyle-Einrichtung, die es ĂŒberall im Norden gibt. Ich komme mir immer vor wie im Legoland, nur alles eben in echt (als Kind liebte ich LEGO).

Wie ihr auf den Bildern aus NordjĂŒtland sehen könnt, besteht das Land hier aus kleinen sĂŒssen StĂ€dtchen und weit verstreuten HĂ€usschen. Rundherum des Meer, die Nordsee und die Ostsee, die aber an der Spitze NordjĂŒtlands zusammen fliessen. DĂ€nemark ist auch in den InnenstĂ€dten gemĂŒtlich, sauber und hochmodern, auch wenn es viel alte Architektur gibt. Diese wird aber Instand gesetzt und gepflegt. Viele alte BauernhĂ€user sind heute moderne FamilienhĂ€user oder FerienhĂ€user geworden. Und was macht man im Winter so in DĂ€nemark den ganzen Tag? Das mag sich so manche Leserin und mancher Leser fragen.

Man unternimmt lange StrandspaziergĂ€nge an der Nordsee. Es ist ungefĂ€hr 6 Stunden hell. Diese Zeit gilt es zu nutzen. Wenn es hell ist, dann scheint das Licht in einer ganz besonderen Farbe, also es ist jetzt beispielsweise nicht die Dunkelheit im Norden Englands, die wir auch schon erleben durften. Sondern es ist wirklich strahlend hell in diesen 6 Stunden, wenn die Sonne scheint (was doch oft so ist). Was wir auch gerne machen ist in den kleinen StĂ€dtchen bummeln, irgendwo einkehren und eine Tee trinken oder sogar in einen Spielwarenladen gehen und an die Kindheit erinnert werden. Mrs.Blackwater liebt die Bastel- und DekogeschĂ€fte, die es hier auch hĂ€ufig gibt. Wir gehen aber auch sehr gerne Nahrungsmittel einkaufen und machen uns dann einen schönen Abend. Überhaupt ist es immer schön und empfehlenswert in SupermĂ€rkte in anderen LĂ€ndern zu gehen, von der WĂŒste Omans bis nach NordjĂŒtland um zu sehen, was es fĂŒr lokale Produkte gibt und wie diese dann auch schmecken. Das lieben wir beide. Und da ich (Mr. Blackwater) mit einer Frau gesegnet bin, die in Deutschland unter das Label „Tradwife“ fĂ€llt (wie vermutlich ca. 90% meiner Leserinnen), darf ich in der KĂŒche zwar „mit schnibbeln“ und vorbereiten, aber kochen tut meine wunderbare Frau. Und selbstverstĂ€ndlich kann sie kochen – und wie! Sie ist darin eine wahre Meisterin und war es schon zu Beginn unserer Ehe, denn sie lernte es traditionell von ihrer Mutter als MĂ€dchen, wie es in den Kulturen des östlichen Mittelmeers ĂŒblich ist. Inzwischen sind wir 23 Jahre verheiratet. Irgendwie ist es richtig herzerwĂ€rmend darĂŒber nachzudenken.

Abends sind wir also auch eingekuschelt im Haus an der Nordsee, machen den Holzofen an, lesen, entspannen, kochen, essen und schlafen. Und eines kann ich euch sagen, das wird nie langweilig. Vor allem schlĂ€ft man am Meer ganz anders, als im Inland. Nachts stĂŒrmt es im Dezember öfters und die See ist unruhig. Durch den Kamin hört man das Pfeifen des Windes. Und dann liegt man eingekuschelt im Ikea Bett und dicken warmen Decken und versinkt in einen unfassbar tiefen und erholsamen Schlaf. Morgens wacht man auf, es ist windstill und ruhig. Man lĂ€uft ĂŒber den warmen Holzboden, macht sich einen leckeren Kaffee und startet in den neuen Tag. Hier kommt nun etwas, was euch schockieren wird. Denn wir hatten bereits ĂŒber das Kochen gesprochen, was abends statt findet. Aber morgens essen wir Brot und machen uns das, was in DĂ€nemark auch als dĂ€nische Kultur gilt: SmĂžrrebrĂžd, deutsch auch Smörrebröd. Das ist einfach frisches Brot, was man phantasievoll belegt. HĂ€ufig natĂŒrlich mit Nordfischen (z.B. Hering), Krabben und FrischkĂ€se. FĂŒr meine Leserinnen und Leser aus dezidiert anderen Kulturen als aus dem Norden, dĂŒrfte das schockierend sein. Manche Freunde von uns wĂŒrde nie etwas anderes essen als arabisches Essen. Wie ihr wisst, lieben wir das auch. Aber in DĂ€nemark wĂŒrden wir nie auf die Idee kommen arabisch oder griechisch zu essen (oder fast nie). Hier gibt es dĂ€nische KĂŒche. Der Witz ist ja, dass die DĂ€nen keine echte „KĂŒche“ haben, sondern SmĂžrrebrĂžd eines der dĂ€nischen Hauptgerichte ist. Wikipedia schreibt dazu: SmĂžrrebrĂžd (dĂ€nisch smĂžr ‚Butter‘ und dĂ€nisch brĂžd ‚Brot‘), deutsch auch Smörrebröd, ist ein reich belegtes Butterbrot und ein traditionelles Mittagessen der dĂ€nischen KĂŒche. Die Grundlage bildet eine Scheibe Brot, oft Roggenbrot, der Kombination des Belages sind keine Grenzen gesetzt. Jedoch gibt es einige klassische Rezepte. Das SmĂžrrebrĂžd wird mit Messer und Gabel verzehrt. Eine weniger ĂŒppig belegte Brotscheibe, die aus der Hand gegessen wird, heißt „hĂ„ndmad“; eine Doppelschnitte aus Roggen- und Weißbrot heißt amagermad.

Wir lieben es einfach, weil jedes Land seine eigene Kultur hat und Essen auch Kultur ist. Wie ich schon oft schrieb, hĂ€ngen IdentitĂ€t, Religion, Essen und Kultur zusammen und das ist wichtig! Die De-konstruktion dessen fĂŒhrt zu der IdentitĂ€tslosigkeit und Selbstzerstörung, die wir derzeit in Deutschland erleben. Daher setze ich mich persönlich sehr fĂŒr Kultur und IdentitĂ€t ein, auch wenn die Wahl meiner Religion nicht meiner Kultur entspricht, sondern aus rein theologischen GrĂŒnden von mir getroffen wurde. Aber ich wollte ja nicht abschweifen. Kommen wir zu DĂ€nemark đŸ‡©đŸ‡° zurĂŒck.

Wie ihr auch an den Bildern sehen könnt, ist es tagsĂŒber richtig schön hell und freundlich und wird dann dunkel und winterlich am sehr frĂŒhen Abend. Und ich kann mir wenig gemĂŒtlicheres vorstellen als diesen Kontrast. Wenn man aus der KĂ€lte dann in die WĂ€rme kommt. Nicht einmal die unfassbar guten Lounges in den Emiraten vermitteln diese GemĂŒtlichkeit, weil WĂŒste eben wieder etwas anderes ist. So wie schon bei der KĂŒche ist es einfach diese Abwechslung, die unsere Erde so besonders und schön macht. Die echte Vielfalt und kein politisches geframtes Buzzwort. Gerade weil viele meiner Leserinnen und Leser nicht deutsch sind, sondern aus verschiedenen Kulturen des Nahen Ostens kommen möchte ich euch das mitgeben. Probiert diese Vielfalt aus durch Reisen und Eintauchen in andere Kulturen. Das wird euch weiter bringen, eure Gedanken anregen und auch noch dankbarer machen. Auch die eigene Kultur und Heimat weiss man dann noch mehr zu schĂ€tzen, wenn man andere Teile der Erde besucht und sich wirklich darauf einlĂ€sst. Eine Freundin von uns, die wir auch erst ĂŒber Blackwater.live kennen gelernt haben wird im Januar nach Norwegen reisen um dort ganz im Norden die Polarlichter sehen und Wale im Meer zu beobachten. Nur um das fĂŒr euch einordnen zu können: Sie ist Kurdin, Muslima und Hijabi. Sie möchte unbedingt angeln lernen und in Norwegen Fisch mit Kartoffeln essen. Wie viele machen das? Und wie viele stecken nur in der eigenen Kultur fest? Ich sage euch, alles wird nochmal viel besser, wenn ihr auch „das andere“ kennen gelernt habt. Es bringt euch auch als Menschen weiter. All diese Kulturen, Völker und Nationen sind durch Gott in die Welt gekommen. Und der Quran sagt schon, dass Gott sich wĂŒnscht, dass wir einander kennen lernen. Das wĂŒrde wohl kaum Sinn ergeben, wenn wir alle in der arabischen Kultur wĂ€ren und versuchen eine Art Kultursozialismus ĂŒber die Welt zu spannen.

Wenn ihr in Deutschland lebt, dann ist DĂ€nemark ein guter Start. Wenn ihr im Norden Deutschlands (z.B. Hamburg) lebt, ist es fast ein Katzensprung. Von Deutschland kommend könnt ihr einfach mit dem Auto nach DĂ€nemark einreisen. TatsĂ€chlich merkt man schon nach dem GrenzĂŒbertritt, dass hier einiges anders ist. Die Menschen sind freundlicher, selbst Tankstellen an der Autobahn sehr sauber und gemĂŒtlich bis hin zum WC. Und das ist keine Übertreibung. Ich liebe es selbst eine Tankstelle aufzusuchen und ein paar Kleinigkeiten zu kaufen und zu tanken, da wir ja ganz in den Norden DĂ€nemarks fahren. Und es ist bei mir persönlich wirklich so, dass ich mich auf das belegte Fischbrot am Morgen freue, auf das Ausspannen und Lesen, die Stille und das Abschalten nach einem langen und harten Jahr. Gute BĂŒcher werden auch mit am Start sein. Die BĂŒcher von Nassim Nicholas Taleb werde ich nochmals durcharbeiten. Die einzigen BĂŒcher die ich sonst regelmĂ€ssig immer wieder lese sind Bibel und Quran.

In DĂ€nemark kann ich tatsĂ€chlich wirklich abschalten, wĂ€hrend ich in Griechenland kulinarisch voll gefordert bin und die Emirate mich zu Ideen und umtriebigen Gedanken bewegen. Und auf Hawaii lĂ€sst mich der Geist der Schöpfung nicht los. Insofern ist DĂ€nemark absolut außergewöhnlich. Ich werde ein wenig mit euch von dort teilen im Dezember. In der Community und ab und an auf Telegram. Wenn ihr mögt, könnt ihr dazu gerne in den Kanal kommen:

Schon bald beginnt dann das neue Jahr 2026. Niemand weiss, was das bringen wird. Aber eines ist sicher, unsere Blackwater.live Community ist wieder ein bisschen dĂ€nischer geworden. Und mehr hygge. Weil wir ein gemĂŒtlicher und geschĂŒtzter Ort im Internet sind, wĂ€hrend außen herum der Sturm der Nordsee tobt. Der letzte Artikel in diesem Jahr wird der traditionelle Weihnachtsartikel sein. Passend zur Zeit der Besinnlichkeit. Dann mit Religion und tiefen Gedanken. Lasst euch ĂŒberraschen!

„For the longest time in Denmark I didn’t want to say what I was politically. I thought it was irrelevant.“

Bjorn Lomborg

Blackwater

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