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Politik Strompreisanstiege im Einkauf um bis zu 400%

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(@gesperrter-nutzer)
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Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 2368
 

Die EU-Komission will Gas- und Atomkraftwerke als „grüne“ Technologien deklarieren, die Bundesregierung spricht von „Greenwashing“.

Hier im Forum genießt ja weder die eine noch die andere Instanz sonderlich hohes Ansehen… Ich weiß auch nicht, was ich von der Interessenslage halten soll. Einerseits sind AKW und GKW sicher „besser“ im Hinblick auf ihren CO2-Effekt als Kohle. Allerdings ist das Atommüll-Thema ein überaus leidiges, und das Öffnen einer Hintertür als Alternative zu „wirklich grünen“ Energiequellen wird sicher nicht zu einer schnelleren Transformation führen. Wie wenn man gerade noch mal knapp durch den TÜV kommt. Andererseits braucht es eine Lösung, die um so besser ist, je breiter sie sich darstellt („je mehr Staaten mitmachen“). Was also tun?

Klar ist für mich nur mal wieder: Politiker sein ist scheiße… 😆 



   
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(@presskoppweck)
Fide Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2503
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Die EU-Komission will Gas- und Atomkraftwerke als „grüne“ Technologien deklarieren, die Bundesregierung spricht von „Greenwashing“.

Das Problem ist, dass wir immer mehr auf Strom abfahren. Früher erfolgte Fahrzeugantrieb und Heizung über fossile Brennstoffe, zukünftig über Strom.
Nur wo soll er denn herkommen? Aus Özdemirs USB-Stick?

Ich habe den Zähler von einer Solaranlage in Griffweite und weiss daher, dass in der aktuellen Jahreszeit da fast nix rauskommt, mit Pufferbatterie kann man in der hellen Jahreszeit die Nacht und einen dunklen Tag ausgleichen. Man schafft es aber nicht die dunklen Monate auszugleichen. Schon gar nicht wenn man mit Strom heizen will. Das kleine Windrad im Garten steht auch meist still (müsste 5-8m höher sein).
Soviel Acker haben wir weder in D noch in EU um alles auf Biogas umzustellen.
Wie viele Gebirgstäler wollen wir aufstauen um Strom durch Wasserkraft zu erzeugen? Ich selbst träume ja vom großen Wurf und dass wir das Mittelrheintal aufstauen: große Mauer vor Bonn und einen Stausee bis nach Bankfurt und Karlsruhe.

Nochmal wo soll der Strom herkommen?

Ein großes Problem sehe ich darin, dass die Mehrheit der Politiker und der Bevölkerung nicht den Unterschied zwischen KW und KWh kennt und daher in der Frage der Energieversorgung schlicht inkompetent ist. Die verstehen überhaupt nicht die Problematik dass der Strombedarf zu jeder einzelnen Sekunde voll gedeckt werden muss und dass einem Peakleistung nichts nützt wenn sie  nicht verfügbar ist.
Der Özdemir hat damals schon nur mit Peakleistung gerechnet und das ist noch weitaus fataler als der Fauxpas mit den falschen Einheiten.



   
Sebi and Martgo reacted
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(@fraubausn)
Schach Profi Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 746
 
Veröffentlicht von: @presskoppweck

Ich selbst träume ja vom großen Wurf und dass wir das Mittelrheintal aufstauen: große Mauer vor Bonn und einen Stausee bis nach Bankfurt und Karlsruhe.

Hätte man nicht gleich das Ahrtal ...

Der Özdemir hat damals schon nur mit Peakleistung gerechnet und das ist noch weitaus fataler als der Fauxpas mit den falschen Einheiten.

Dem macht es auch nix aus, wenn sein Handyakku oder sein E-Bike nur mit kurzen Unterbrechungen oder Stromschwankungen geladen wird.

Aber der Industrie schon. (Aus dem Jahr 2011: https://www.deutschlandfunk.de/grundlast-ist-altes-denken-100.html)

So eine Elektrolyse läuft 365 Tage im Jahr 24 Stunden durch, die braucht stetige Energie, so wie wir das nennen, Grundlast. Grundlast wird eben geliefert von Kernkraftwerken, von Kohlekraftwerken, Wasser im Übrigen auch meistens, aber nicht von Windrädern oder Solarzellen.



   
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(@airnesto)
Mitglied Restricted
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 1070
 

Gaskraftwerke können auch Grundlast liefern. Und sie sind zügig hoch und runterfahrbar. Zwar ökologisch sicher nicht das Nonplusultra aber allemal besser als Kohleverstromung oder AKW, die nur dann ökologisch sind, wenn einen das Endlagerproblem kalt lässt. Nur Gas müsste man natürlich kaufen. Die Pipeline dazu liegt 🙂



   
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(@presskoppweck)
Fide Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2503
 
Veröffentlicht von: @airnesto

Die Pipeline dazu liegt 🙂

Boah, Du ... Du ... Putinversteher.
Wir ritzen uns täglich die Haut und bauen dadurch diplomatischen Druck auf, und Du willst russisches Gas kaufen?
Wie soll Putin jemals Poposchenkos Nachfolger selbigen küssen, wenn Du dem Vaterland so in die Parade fährst ...



   
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(@airnesto)
Mitglied Restricted
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 1070
 

@presskoppweck 😂

Moment, ich will gar nix davon! Nur falls Gas aus Russland Teil der Lösung wäre, würde ich welches kaufen. Von wem ist mir relativ zum Ausgangsproblem Wurscht. Zumal die neue Leitung ja auch nicht ohne externe Effekte gebaut worden sein dürfte, würde ich sie schon nutzen, bevor sie da so ungenutzt rumliegt in der Ostsee.

Grundsätzlich schlafe ich immer dann ruhiger, wenn ich weniger von einzelnen abhängig bin. Das würde ich als Deutschland auch so halten. Daher finde ich mehrere Gasquellen besser als weniger.

“Vaterland“ klingt für mich übrigens zu martialisch nach Krieg. „Mutterland“ fänd ich besser - ohne genau zu wissen wieso. Das ging mir wirklich grade durch den Kopf. Die beiden Wikipediaartikel lese ich jetzt!



   
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(@airnesto)
Mitglied Restricted
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 1070
 

Gesagt getan: ganz definitiv finde ich Mutterländer grundsätzlich attraktiver als Vaterländer 😆.



   
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(@presskoppweck)
Fide Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2503
 

@airnesto 
Ich finde Mütter  😍 auch attraktiver als Väter.

Zu den Mutterländern hätte ich auch einen, aber wenn ich hier noch sexistischer werde, dann schwingt Martin den kalten Wischlappen.



   
Airnesto reacted
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 Sebi
(@sebi)
Lachsfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 104
 

@presskoppweck 

Gut zusammengefasst. Der Großteil der Energie in unserem Haushalt wird im Winter verbraucht, sowohl beim Gas, als auch beim Strom. Mit den derzeit verwendeten Technologien und dem Trend auch die Mobilität zu elektrifizieren steigt der Bedarf an Strom bei sinkender Grundlast.

Hatten wir das Thema nicht erst kürzlich im Thread zum Thema Blackout?

Wahrscheinlich wird sich da wirklich erst etwas bewegen, wenn wir in Europa tatsächlich mal 2 Wochen keinen Strom hatten. Erst ein Mangel wird ein Umdenken zur Folge haben.

Trotzdem: es gab und gibt hocheffiziente Technologien die schon längst im Einsatz sein könnten. Das 1 Liter Auto vom VW ist eines dieser Beispiele. Aber beim Autofahren geht es eben scheinbar nicht nur um Mobilität, sondern um das Ego.

Nur Dinge die teuer sind, werden m.M.n. auch wertgeschätzt.

Und nein: ich finde es nicht schön, wenn Menschen im Dunkeln frieren müssen.



   
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Gold-oder-Aktien
(@gold-oder-aktien)
Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 765
 

Hm, ich denke beim Strompreis muss man differenzieren, grundsätzlich kaufen die großen Versorger RWE, EON, Vattenfall, etc. den Strom Jahre im Voraus (meist 3-5 Jahre) und sichern sich die Konditionen. 

Wer aktuell Pleite geht sind die kleinen Anbieter die sich einfach an der Strombörse verzockt haben. Die haben Ihre Einkaufspreise nicht langfristig gesichert, sondern darauf vertraut, das Strom in Leipzig immer günstiger wird. Jetzt hat der Preisanstieg diese kalt erwischt und damit auch ihre Kunden.

Jedes Ding hat seine zwei Seiten: die großen Grundversorger haben Ihren Strom langfristig eingekauft, waren aber immer teurer als die Kleinen die mit Kampfpreisen auf Kundenfang gehen. Diese haben aber keine Reserven und keine langfristigen Verträge, damit können sie auch nur begrenzt durchhalten wenn wir eine Preissteigerungsphase wie aktuell haben.

Die Kunden sind die leidtragenden, sie müssen in einen teuren Tarif der Grundversorger die sie jetzt auffangen. Für diese Kunden müssen die Grundversorger auch den Strom teuer einkaufen, da nicht komplett in der Kalkulation eingeflossen. Diese Kunden erhalten jetzt aber auch einen teureren Tarif als die "Altkunden" die schon immer mehr bezahlt haben. 

Diese Kunden haben über Jahre aber auch auch Geld gespart durch jährlichen Anbieterwechsel mit Boni und Begrüßungsgeld.

Wo ist das gesparte Geld?

Angelegt = Super, dann ist genug da um die Preiserhöhung aufzufangen

ausgegeben = tja, dann gibt es ja Mehrwert davon, ein Fernseher, Playstation, Urlaub etc., also auch diese Kunden haben etwas von der Einsparung gehabt.

Nur gerecht? Vielleicht?!  - Darüber kann man diskutieren 🙂

Ich habe es mit Absicht etwas provokativ dargestellt, aber die Realität ist so und man kann das Ganze weiterspinnen ...



   
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(@knew2)
Schach Profi Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 534
 

Ich unterstelle unsereins jetzt einfach, dass wir uns nicht Einschränken müssen, wenn wir 200% mehr Energiekosten zahlen müssten.

Das gilt für Millionen Menschen in Deutschland allerdings nicht. Dieses "gesparte" Geld war wahrscheinlich nötig, um das Leben zu gestalten - da wo 10€ im Monat viel sind. Genau die sind es, die billige Energie nötig haben, wortwörtlich zum Überleben.

Wir sollten etwas mehr Demut besitzen. Ein Großteil der "grünen" Bevölkerung läuft seit längerem Blind durch die Gegend, quasi nach dem Motto "Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen".

Eine Verteuerung der Energie und Grundnahrungsmittel sind inakzeptabel und dadurch werden einige Menschen sterben, auch in Deutschland.

Es ist wirklich eine Farce. Seit 2 Jahren wird mir und Millionen anderen die Menschenwürde abgesprochen, aber Millionen von Menschen die kein Geld haben, Energie und Lebensmittel extrem verteuern, das ist wiederum grün solidarisch und nicht nennenswert-



   
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(@airnesto)
Mitglied Restricted
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 1070
 
Veröffentlicht von: @knew2

Seit 2 Jahren wird mir und Millionen anderen die Menschenwürde abgesprochen

Habe ich was verpasst? Ich denke eine Nummer kleiner täte dem Diskussionsklima gut und vielleicht ginge es dir selbst dann auch etwas besser.

Mal abgesehen davon: Du hast bezogen auf die sozial schwächeren Haushalte nicht völlig Unrecht. Wobei vor nicht allzu langer Zeit zwischen täglich (selbst wöchentlich) tierische Produkte essen (hoher Energiebedarf bei der Produktion) und dem Hungertod noch manche Abstufungen kamen. Ums nackte Überleben geht es sicher für einige, genauso sicher aber für viel weniger Menschen, als ihnen selbst bewusst ist.

Das kommt jetzt natürlich von mir (und damit wie die meisten hier eher Menschen ohne existenzielle Finanznot) und steht damit unter Generalverdacht für „grünversifftes Gutmenschengetue“. Beim Gedanken an den Stromverbrauch der 65‘ Glotze kommen mir aber nunmal nicht die Tränen…im Gegenteil: Er ist zu hoch - egal für welchen Haushaltshintergrund.



   
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Blackwater
(@deepblackforest)
Super Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 8 Jahren
Beiträge: 2890
Themenstarter  

Liebe Leute, wir haben hier unterschiedliche Standpunkte und überall darin findet sich auch Richtiges. Aber lasst uns dieses Jahr besonders darauf achten, dass wir selbst emotionale Themen nicht eskalieren lassen.

Ich gehe davon aus, dass wir dieses Jahr viele neue Leserinnen und Leser bekommen werden. 🙂

Und die sollten ein angenehmes Klima vorfinden, auch wenn es mal kontrovers zugeht. Ausserdem tut das niemand von uns gut, wenn wir uns streiten.



   
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(@airnesto)
Mitglied Restricted
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 1070
 

Sehe ich auch so, aber welche Passage meines Beitrags eskaliert, verstehe ich nicht. Völlig neutral schildern lässt sich ja keine der „beiden“ Positionen?! 



   
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(@gesperrter-nutzer)
Mitglied Restricted
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 2368
 

In meinen Augen liegt in @Knew2 s Kommentar schon etwas Wahres: Es ist für Leute, denen es seit langem gut geht, schwer vorstellbar, wie schwierig das Leben am Existenzminimum ist. Vielleicht sogar unvorstellbar. Ich kenne es jedenfalls nicht, gebe ich offen zu. Sehr interessant fand ich hierzu meine Ausflüge nach r/povertyfinance, insbesondere wenn Leute erklärt haben wie insbesondere in den USA das System so geriggt ist, dass es die Armen immer noch ärmer macht (Überziehung des Kontos um wenige Cent, 35$ Gebühr dafür bspw.).

Aber ich wäre nicht der l-g-v Iki, wenn ich nicht noch etwas anzumerken hätte.

Zum einen ist keins der aktuellen Probleme vorbehaltlos der neuen Regierung anzulasten. EEG-Zulagen, Atomausstieg, la-di-da: Das wurde vorher „auf den Weg gebracht“.

Weiterhin findet das Herausstellen von Interessen marginalisierter Gruppen bemerkenswerterweise oft dann statt, wenn es um Interessen von Leuten und Gruppen geht, denen marginalisierte Gruppen, ich sage es mal vorsichtig, relativ egal sind. In diesem Fall Stromkonzerne. Ist schon interessant, wie die dann plötzlich ihre soziale Ader entdecken, wenn ihre Geschäftsmodelle ins Wanken geraten.

Drittens finde ich es kurzsichtig, die Kosten immer nur im Hier und Jetzt ausrechnen zu wollen. Ja natürlich ist das für diejenigen bitter notwendig, die nicht wissen, wie sie bis zum Monatsende kommen sollen, aber eine Gesellschaft als Ganzes sollte mit anderen Planungshorizonten unterwegs sein. Die Aufgabe der Politik muss es dann sein, dafür Sorge zu tragen, dass eine als notwendig erkannte Transformation gelingt, ohne dass die Schwächsten auf der Strecke bleiben.

Zuletzt dann noch dies: Ein Problem des Westens ist, dass wir und in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg leider einen nicht nachhaltigen Lebensstil angewöhnt haben, der unmöglich der Maßstab für die gesamte Weltbevölkerung sein kann. Somit stellt sich die Frage nach einer Lebensstilreduktion in meinen Augen durchaus, und ja, das wird weh tun. Wenn jemand eine Idee hat, wie es ohne gehen kann: Ich wäre sehr interessiert.



   
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